- Merz oder die letzte Platzpatrone der Demokratie
Nach einem Jahr Kanzlerschaft hat Friedrich Merz zentrale Erwartungen enttäuscht, den angekündigten „Herbst der Reformen“ ausfallen lassen und sich immer wieder der SPD unterworfen. Wenn diese Regierung „die letzte Patrone der Demokratie“ sein soll, dann ist mit ihr kein Treffer zu erzielen.
Diesen Monat jährt sich die jüngste Bundestagswahl zum ersten Mal. Friedrich Merz und die Union hatten sie gewonnen und lösten einen gewissen Olaf Scholz im Amt des Bundeskanzlers ab. Dieser Sieg von Friedrich Merz wurde vom Souverän unter ein paar Grundannahmen ermöglicht. Die wohl wichtigste dieser Grundannahmen war, dass Merz für eine andere Politik steht als Scholz: mehr wirtschaftliche Vernunft, weniger Ideologie. Und dass er – dessen Image als „kaltherziger Neoliberaler“ ihn über Jahrzehnte nicht zu beeindrucken schien – genug Nerven hat, diesen Politikwechsel unter dem affektierten Getöse der Hauptstadtpresse durchzuziehen.
Es kam anders. Zunächst schredderte Friedrich Merz die Grundannahme, eine Union unter seiner Führung stünde für eine seriösere Haushaltspolitik als die Linken. Noch mit der bereits abgewählten Bundestagsmehrheit beerdigte er die Schuldenbremse faktisch und machte den Weg frei für Schulden nicht gekannten Ausmaßes. Ein juristisch zulässiges Manöver, das trotzdem vielen Wählerinnen und Wählern als politisch und moralisch schamlos sowie demokratisch fragwürdig erschien.
Wir wissen heute, dass Merz diesen Wortbruch schon vor der Bundestagswahl plante und prüfen ließ, inwieweit er mit einer abgewählten Mehrheit das Grundgesetz noch ändern könne. Zu jener Zeit gab er sich noch als Hüter der Schuldenbremse – wohl nur aus kühlen taktischen Überlegungen heraus, damit die FDP in einem der wenigen Felder, in denen sie nach den traumatischen Ampel-Jahren noch volle Glaubwürdigkeit beim Wähler erwarten durfte, nicht reüssieren konnte.
Es ist schwer zu sagen, was in seinem Kopf vorging, als er diesen beispiellosen, kaltblütig vollzogenen Wortbruch plante. Vermutlich dachte er, dass er mit den erlogenen finanziellen Spielräumen genug Handlungsmöglichkeiten habe, um einerseits die Sozialdemokraten zu bändigen und andererseits die notwendige Reformagenda für Deutschland umzusetzen. So kam es wohl auch zur vollmundigen Ansage, dass nach der Sommerpause 2025 der „Herbst der Reformen“ eintreten werde. Dieser fiel bekanntlich aus. Merz hat – wie auch die FDP zuvor – die destruktive Kraft unterschätzt, die sich in der deutschen Sozialdemokratie inzwischen breitgemacht hat.
Diese Koalition will überhaupt keine Reformen mehr angehen
Jetzt, ein Jahr nach der Bundestagswahl unter den oben beschriebenen Grundannahmen, muss man festhalten, dass wenig dafür spricht, dass diese Koalition überhaupt noch große Reformen angehen will. Der Kanzler gefällt sich in der Rolle des erfolgreichen Außenpolitikers – eine Rolle, die er tatsächlich besser ausfüllt als sein Vorgänger. Und die SPD macht, was sie schon seit Jahren immer erfolgloser macht: Sie arbeitet an einem neuen Spin für die kommenden Wahlen.
Dazu gehört auch ein neues Grundsatzprogramm, dessen Eckpunkte in Grundsatzreden von Bärbel Bas und Lars Klingbeil vorgestellt wurden und das der JU-Chef Johannes Winkel völlig richtig als „Absage an jegliche Reformen“ klassifizierte. Das Programm beinhaltet vor allem mehr Steuern und Abgaben. Auf Vermögen und Erbschaften zum Beispiel. Und Sozialabgaben auf Kapitalerträge und Mieteinnahmen. Ein einziges Programm zur Förderung der Kapitalflucht aus Deutschland. Die KI solle „Arbeit erleichtern“ und keinesfalls „Menschen überflüssig“ machen. Ganz so, als könnte man dem technologischen Fortschritt diktieren, in welche Richtung und wie weit er sich entwickeln kann. Es sind hilflose Sätze mitten in einem historischen Umbruch unserer gesamten Wirtschafts- und Arbeitswelt, die durchblicken lassen, wie wenig man diese historische Dimension begreift. Ebenso wie man nach dem Auftritt des SPD-Generalsekretärs bei Markus Lanz den Eindruck gewinnen musste, dieser wisse nicht nur nicht die Höhe des Bruttoinlandsprodukts klar zu benennen, sondern er habe vermutlich keine Vorstellung davon, was das BIP überhaupt ist.
Nun ist der Zustand der SPD das eine. Das andere ist, wie die Kanzlerpartei CDU sich von einer komplett dysfunktionalen, inhaltlich entkernten und nur noch in sozialpopulistischen Sprechblasen gefangenen Sozialdemokratie vorführen lässt.
Zur Beantwortung dieser Frage reicht ein Blick auf den CDU-Parteitag in der kommenden Woche. Dort wird zum ersten Mal seit Jahren wieder Angela Merkel zugegen sein. Jene Frau, als deren Gegenentwurf es Friedrich Merz einst zurück auf die politische Bühne drängte. Sie hat zwölf Jahre in einer schwarz-roten Koalition verbracht und dabei peinlich darauf geachtet, dem Land nichts zuzumuten, was ihren Machtanspruch hätte unterlaufen können. Sie ist der personifizierte Reformstau. Ihre Regierungen haben immer gehalten, aber sie haben über bloße Verwaltung hinaus nichts Grundlegendes für das Land erreicht. Die verschlafene Digitalisierung, der desaströse Zustand der Infrastruktur, eine kaum mehr einsatzbereite Bundeswehr: Das ist Teil des politischen Vermächtnisses von Angela Merkel.
Die Merkel-CDU ist zurück
Merkels Wiederkehr hat darum einen gewissen Symbolcharakter, der wohl kaum auffallen würde, wenn Friedrich Merz nicht dabei wäre, ihr GroKo-Modell zu adaptieren: verharren statt gestalten. Abwarten statt vorangehen.
Und so wurden zum Parteitag viele inhaltliche Anträge von der Antragskommission entschärft, um keine Konflikte in die Koalition zu tragen. Unabhängig davon, ob der Parteitag am Ende diesen Formulierungen folgt, könnte das Bild eindeutiger nicht sein: Während die SPD auf sozialpopulistischen Krawall setzt, setzt man in der CDU auf Appeasement bis hin zur Selbstaufgabe. Die Merkel-CDU ist zurück. Aber mit ihr ist kein Staat mehr zu machen. Inzwischen hat dieses Land zu viel Substanz verloren, um nach dieser Methode weiter Politik zu betreiben.
Der Reformdruck ist riesig. Die Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft wollen nicht abreißen. Die KI-Revolution verändert gerade die gesamte Welt, und in Deutschland gibt es keine Rahmenbedingungen, die uns auch nur ansatzweise wirtschaftlich oder sozialpolitisch darauf vorbereiten würden. Ich bin mir sicher, dass Friedrich Merz das weiß – und auch, dass er weiß, dass mit der SPD diesen Herausforderungen nicht vernünftig zu begegnen ist.
Markus Söder nannte diese Regierung einmal etwas martialisch „die letzte Patrone der Demokratie“. Er hätte hinzufügen müssen, dass Platzpatronen keine Treffer erzielen können. Friedrich Merz muss sich entscheiden, ob er weiter mit Platzpatronen schießt oder ob er den Führungsanspruch, der ihm nach der Verfassung zusteht, auch gegen eine völlig weltfremde und entrückte Sozialdemokratie durchsetzt. Leider sieht derzeit alles danach aus, als würde er sich – wie seine Vorgängerin – mit schönen Bildern auf der Weltbühne begnügen. Aber weitere Jahre Angela Merkel können wir uns wirklich nicht leisten – auch nicht unter dem Namen Friedrich Merz. Was unser Land jetzt dringend bräuchte, wäre ein Bündnis der Vernünftigen. Mit der Union unter Friedrich Merz wird das leider nicht gelingen.
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Rückkehr auf die politische Bühne.
Was Merkes Analyse allerdings nicht berücksichtigt, dass nach ihrem Abgang sich die AfD auf Bundesebene verdoppelte und im Osten flächendeckend mit großem Abstand führend ist.
Das ist ein Prozess der Erkenntnis der „politischen Notwehr“ der sich schlicht & einfach gegen das linke Parteienkartell von Union über SPD, Grünen bis hin zu den SED Erben zu stellen.
Das die wirtschaftlichen Erfolge aus der Agenda 2010 aufgebraucht sind, die Insolvenzen rasant zunehmen, die Arbeitslosenzahlen nach oben schnellen und die ungehemmte Plünderung der Sozialkassen und Messermorde durch unsere Goldstücke weiter gehen, ist ein „Quantensprung“ deutscher Innenpolitik.
Die Zeiten, in der die deutschen Industriekapitäne und großen Banken- Bosse die der CDU- Merkel in den Hintern krochen, scheinen ebenfalls vorbei. Der Milliardär Müller wird nicht der Einzige seiner Klasse sein, der mit der AfD Spitze redet … d.h. mittelfristig : Links ist Tod !
MfG a d Erfurter.Republik
Das Linksgrünwoke ist in Deutschland flächendeckend auf fruchtbaren Boden gefallen, der noch aus den Zeiten der Romanik gut gedüngt war. Das Technikfeindliche, das Sektiererische, Identitäre war und ist Teil des deutschen Wesen, auch wenn gerade die Grünen das vehement leugnen würden. Sehen sie sich doch als universalistische, globale Elite. Sind aber nur treudeutsche , biedermeierliche Spießer.Wegen des Hangs zum Romantischen und Empfindsamen konnte sich dieses rückwärts gewandte Gedankengut,z.B. Energie wie im Mittelalter nur mit Wind und Sonne zu gewinnen, alles, ob Mensch, Tier oder Pflanze als etwas ganz Besonderes, Schützenswertes zu betrachten, auch so tief in die CDU hineinfressen. Es wird noch dauern, bis man wieder einen klaren Kopf bekommt und pragmatische Politik machen kann. Die schiere ökonomische Not wird es sein, die den Prozess in Gang setzen wird. Auf Einsicht darf man vorläufig nicht hoffen. Leider werden bis dahin Milliardäre, Industrie und Kapitäne abgewandert sein
Warum immer noch diese Furcht?
Das einzige, was diese Regierung noch hält, ist die Brandmauer und die Tatsache, dass die große Mehrheit in der Union, aber auch im Volk, wie das zitternde Kaninchen davor hockt und sich nicht traut, sie zu überspringen.
Auch die FDP gehört dazu. Gerade weil Merz, der schon vor der Wahl vorhatte, zum größten Wahlbetrüger der Geschichte zu werden, Ihrer Partei die letzte Patrone stahl, würde ich mir mehr Dampf erhoffen, gegen diesen pathologischen Lügner, der immer mehr zur Gefahr für dieses Land wird, anzugehen.
Die Union liegt noch immer in der Windel, dort dominieren noch immer die Angsthasen, da wird so schnell keiner springen.
Beim Wähler, der sich in großer Zahl noch immer belehren und führen lässt von den linksgrünwoken Hofdienern beim ÖRR ist es ebenso.
Springen Sie endlich, holen Sie sich die vernünftigen Leute zusammen und erwidern Sie den Kulturkampf gg die Linksgrünwoken, allen voran die SPD, den die längst angefangen haben!
Interessant wäre in diesem Zusammenhang eine Sozial/Psychologische Analyse des Charakters des F. Merz. Wer kann das im Autorenteam des Cicero und wer macht es?
Es kann doch nicht nur offensichtlich politische Totalverbiegung sein, die einen Menschen dazu treibt gegen jede Vernunft zu handeln. Die Felder des Irrsinns sind oft genug benannt. Jetzt scheint sich ein neuer Irrsinn aufzutun dem der derzeitige Meister des Abnormalen nicht zu widerstehen scheint: IM-Erika A.Merkel und deren Scherpenträger. Also meine Meinung: diese Person würde ich abservieren. Denn wenn sich hier ein weiteres Feld auftäte, daß das ohne hin angebrochene Rückgrat des Kanzlers weiter schwächt, dann an dieser Stelle. Es kommt der Punkt an dem jegliche Opportunitäten aufgebraucht sind. Im Blackrock Universum wäre wohl nicht so viel Rücksicht auf Köpfe genommen worden die hätten rollen müssen. Sind solche Leute erwachsen oder nur da?
. . . zur Causa MERZ:
Es war das erste Mal, daß ich die CDU gewählt habe - und ganz sicher auch das letzte Mal, Merz hat mich dermaßen getäuscht, daß ich nur noch enttäuscht bin.
In 2025 bin ich noch zurückgezuckt vor der echten Alternative zu Stillstand und Selbstaufgabe, weil ich an die verbale Kraftmeierei des Sauerländers geglaubt habe. Die Enttäuschung ist riesig, der Zorn auch. Eigentlich im Herzen Sozialdemokrat, kann ich in der SPD wiederum nur noch erkaltete Trümmer einer besseren, weil realistischeren Zeit sehen. Es ist Zeit für Disruption, natürlich im demokratischen Rahmen. Und da Kubickis FDP sich selbst aus dem Spiel genommen hat, bleibt nur eine Partei übrig.
Ach, Herr Kubicki, wie immer eine perfekte Analyse, warum aber geben Sie sich nicht einen Ruck, treten zur AfD über und fangen an, den Leuten zu zeigen, was in Ihnen steckt. Oder ist da gar nichts? Wie Herr Will richtig fragt: Haben Sie Angst? Ich sage, ja, Sie haben Angst, und zwar vor der eigenen Courage. Stellen Sie sich vor, was es für einen "Wumms" es gäbe, wenn Sie offiziell die Seiten wechselten. Dann würde mancher sagen: Wenn der Kubicki das macht, dann machen wir das auch. Überlegen Sie es sich. Inhaltlich sind Sie doch längst dort angekommen. Es fehlt nur der kleine Ruck. Es muss etwas passieren, und zwar etwas Spektakuläres, ehe Merz und Konsorten das letzte Tafelsilber verschleudert haben, oder ehe Merz uns in einen nicht gewinnbaren Krieg verwickelt (um seinen Großvater zu rächen). Ja, Merz ist eine wirkliche Gefahr. Scholz war nur ein Eckenpinkler. Merz aber ist fanatisch vernarrt in seinen Russenhass. Und da er nie eine Sache zu Ende zu denken scheint, würde es eng...
Sehr geehrter Herr Kubicki,
das wäre tatsächlich ein Dienst an Ihrem Vaterland, wenn Sie nicht nur sehr gut analysieren sondern auch den Mut hätten, daß von Ihnen analysierte umzusetzen....
Aber bereits in der FDP waren viele wohlfeile Sprüche die Stärke der Partei. Von daher habe ich wenig Hoffnung, daß Sie den Mut haben, in der AfD beizutreten und eine führende Position anzustreben.
Tut mir leid, wenn ich hier etwas persönlich werde. Wer so etwas einem liberalen Urgestein vorschlägt, der hat weder den Liberalismus noch das Wesen der AfD verstanden. Und Herrn Kubicki schon gar nicht.
Wer Dienst am Vaterland leisten will,soll selbst in eine Partei eintreten und sich engagieren. Ein gut Teil unseres Unglücks kommt ja daher, dass wir in allen Parteien, leider auch in der FDP, eine Apparatschik- Kaste mit Bachelor in Politikwissenschaften haben, die sich vom normalen Leben entkoppelt hat.
Den Dienst am Vaterland immer nur von anderen fordern ist bequem. Dann darf man sich aber auch nicht über die miserablen Ergebnisse beschweren.
Ich bin nicht enttäuscht worden! War doch Glasklar, was kommt! Niemand unserer Werten Mitmenschen muss enttäuscht sein, außer die überzeugten Wähler eines Merz und Söder! Zweier großspurige Typen ohne Format! Aber Menschen die sich jetzt enttäuscht zeigen, haben vorher nicht hingehört, sich nicht Informiert, oder interessiert! Es wurde eigentlich auch niemand belogen! Wer sich Wahlsendungen angesehen hat, wusste genau was kommt! I Der Begriff "Einheitspartei Deutschlands", vermutlich abgeleitet von der SED, existiert schon länger! Dieser Begriff, diese zwei Worte, machen eigentlich schon klar, dass die "letzte Platzpatrone der Demokratie" nur zum "Rohrkrepierer" werden kann! Er steht für den politischen Zustand dieses Landes! Von Demokratie, Recht und Freiheit ist hier schon lange nichts mehr zu spüren! Alte, verhärtete Macht Strukturen versuchen nur noch krampfhaft die Macht und den Mammon, festzuhalten! Die Demokratie wird dabei von denen Zerstört, die vorgeben sie zu schützen!
und wie an die Schaltstelle zur Remedur der richtig analysierten Lage bringen ohne zu morden? Merz hat den Moment verpasst, um den Merkel-Flügel zu entmachten. Die notwendigen Grausamkeiten muß man bekanntlich am Anfang begehen, wie schon ein gewisser Niccolo Machiavelli so richtig erkannte. Anstatt es Merkel mit ihrem Anti-Kohl Brief in der FAZ nachzumachen und den offenen Bruch mit der Vorgängerin zu vollziehen, hat er die Merkel-Blase mit der Ernennung von gleich zwei Hardlinern aus dem Merkel-Lager des CDU-Landesverbandes Schleswig Holstein zu Ministern gemacht. Diese Besänftigung hat aber nicht friedensstiftend gewirkt sondern das Gegenteil bewirkt. Die werden immer frecher, wie erst kürzlich der Auftritt von Daniel bei Lanz zeigte. Ich sehe auch kommen, daß der linke Flügel im Schulterschluß mit den Grünen Merkel zur Bundespräsidenti nwählen lässt. Dann ist es egal, wer Wahlen gewinnt. Unliebsame Gesetze werden dann einfach nicht unterschrieben und können nicht in Kraft Tre
Merz hat den Wahlkampf gegen die FDP geführt. Damit war klar, dass er eine linke Koalition will. Eine, die ihm die außenpolitische Freiheit lässt. Hätte er wirklich eine liberal-konservative Politik gewollt, hätte er der FDP nicht auch noch das letzte Wasser abgegraben. Die SPD macht, was sie seit 20 Jahren macht: den Sozialstaat ohne Rücksicht auf Verluste aufblähen. Dabei kann sie sich auf größere Teile der CDU verlassen. Marktwirtschaft findet nicht mehr statt.
Deutschland steht allerdings mit diesen Konstellationen nicht allein da. Macron und Starmer sind ebenfalls Vertreter längst dysfunktionaler Systeme, die nicht mehr in der Lage sind, die Alltagsprobleme der Bevölkerung zu lösen. Im Gegenteil, durch hektische, kleinteilige Interventionen in die Wirtschaft verschärft man sie weiter. Dabei gefällt man sich in moralischer Überheblichkeit gegenüber den USA. Dort hat man allerdings die Zeichen der Zeit erkannt: Es wird ungemütlicher auf der Welt, vor allem für Underperformer.
Bitte gebt uns einen Donald Trump - und nehmt dafür Merkel, Merz, Günther, Wüst, Prien, Scholz, Klingbeil, Bas, die gesamte grün-linke Blase. Könnt ihr sofort einpacken und mitnehmen, auf Nimmerwiedersehen. Es kann nur anders werden mit der AfD - und die Idee, dass Herr Kubicki diesen Sprung wagt, um das Land zu retten, finde ich faszinierend. Würde ich wählen.
dass das nichts als Wahltaktik für die LTW dieses Jahr sind.
Man möchte dem Wähler noch keine "Reformschmerzen" verabreichen- erst nach den LTW. Der Reformschock kommt nach 2 Jahren, kommt dann zum Ende der Kanzlerschaft in Schwung, und dann "verdient" er sich und seinem Wahlvolk eine 2 Amtszeit, um sein Werk zu vollenden. Alles schön verplant.
„Was unser Land jetzt dringend bräuchte, wäre ein Bündnis der Vernünftigen. Mit der Union unter Friedrich Merz wird das leider nicht gelingen.“
Richtig, Herr Kubicki! Ihre letzten beiden Sätze sagen alles. Denn die Vernünftigen gibt es ja. Die stehen nur, als Nazis beschimpft, hinter der Brandmauer. Warum, Herr Kubicki, trauen Sie sich nicht, diese auch mit ihrem Namen hier zu nennen? Ich tue es für Sie. Es ist die AfD mit ihren Wählern.
Doch leider verschläft Deutschland diese Chance und damit die Wende für sein Land.
Warum wohl?
Zum einen ist es der CDU/CSU gelungen - vermutlich aus Dummheit - dem Volk ihre Konkurrenz erfolgreich als Nachfolger der NSDAP zu verkaufen. Der ÖRR, die meisten Medien mit ihren sogenannten Journalisten und natürlich die Linken, Grünen und Antifa haben ihr gern dabei geholfen.
Zum anderen fühlt sich unser Volk offensichtlich in Sachen Politik vom Selberdenken überfordert. Von Fußball mit Abseits und Trainerwechsel versteht es mehr.
Bei führenden Profipolitikern mag es so sein, dass sie eine kühle Agenda haben und dafür nüchtern Sprechblasen und Taktiken einsetzen. Weiter unten in den Parteien, Zivilgesellschaft und normalen Bürgern nehme ich das anders war. Da vertritt die SPD mit ihren "Sprechblasen" schon Millionen Menschen, andere erschüttert sie damit. Als dominierend nehme ich da weniger kühle Taktiken war, als wirklich tiefe Erschütterungen über die Wahlweise Dummheit oder Bosheit anderer Menschen oder Gruppen.
Die Frage stellt sich dann weniger andere Menschen und Gruppen in ihren Taktiken und Sprechblasen zu überführen - dafür sind die jeweiligen Erschütterungen zu tief. Das wird glaube ich nicht gelingen. Die Frage ist, wie eine Gesellschaft überhaupt funktioniert, wenn viele verschiedene Gruppen so tief übereinander erschüttert sind. Und eine gewisse objektive Realität kommt dann auch noch dazu.,
Danke für diesen bissigen Beitrag Herr Kubicki, mit dem Sie den Nagel auf den Kopf getroffen haben.
Für mich wäre überzeugend, wenn Herr Kubicki den Mut hätte, sich zur AfD zu bekennen und sich dort zu engagieren. Sonst wie heute üblich: markige Worte!
Aber die hören wir heute allzu oft. Merz ist das beste Beispiel.
Da haben Sie das Wesen des Liberalismus und Herrn Kubicki falsch verstanden. Die AfD vertritt zwar tatsächlich viele Positionen, die für die CDU in der Vor- Merkelzeit völlig normal waren. Aber an alle AfD - Fans: 1.: Lektüre der Bundestagsprotokolle, mit besonderem Fokus auf die Zwischenrufe.2. Lektüre der Parteiprogrammen , aktuell Sachsen Anhalt.3. Man schaue sich das Personal genau an.Die AfD ist keine Vor- Merkel CDU! ihr fehlt, vor allem im Osten, etwas Grundlegendes: die christliche Prägung. Sie ist eine unduldsame, ideologisch festgefahrene, in Teilen antikapitalistische ( Höcke) Sammelbewegung zurecht unzufriedener Menschen. Vielleicht schafft sie es noch eine richtige Partei zu werden, über die Kommunen und die Erfahrungen die man dort macht. Aber mit der derzeitigen Funktionärsriege ist nichts anzufangen. Liberal ist an der AfD schon gar nichts.
Dass Flitzpiepen gemeinhin mit Platzpatronen schießen, ist hinlänglich bekannt. Wenn sie im Rudel auftreten, ist das geradezu lächerlich. Wenn sie aber Macht haben, gefährlich. Und wenn sie darüber hinaus ein globales Netzwerk unterhalten, gefährlicher als eine Nuklearwaffe.
Und so wird dieser CDU-Parteitag einen erdrückenden Ausblick auf Deutschlands Zukunft werfen, den sich die Bürger dieses Landes, so unterschiedlich sie auch sein mögen, lieber erspart hätten. Ausgenommen natürlich die ewig Bekloppten, die Unbelehrbaren, die sich nach wie vor badend in der eigenen Schaumblase, weigern Realitäten anzuerkennen, die ihnen eigentlich täglich auf die verlotterten, aber gut alimentierten Füße fallen. So wird sich nichts, aber auch rein gar nichts zum Guten wenden in Germany, der letzten Bastion aufrechter Klima-Apologeten, der letzten Festung für entrechtete Migranten, dem Land der Mülltrennung, Nutri-Scores und Reichswärmepumpen. Apropos Pumpen, der Graichen ist auch wieder auferstanden!
Wie ueblich bei Kubicki: voll ins Schwarze, auch wenn man sich gerade bei ihm fragt: was macht eigentlich der Rest der FDP so, um den Tag 'rumzubringen? Aber wie auch immer.
1)CDU/CSU haben sich wohl vor den letzten Wahlen von ihren Meinungsforschern informieren lassen. Wenn die Erinnerung nicht taeuscht, hiess es da: rechts sind 5-10% Potential, linke Mitte/links 20%. Die machterhaltende Folge war dann wohl das, was wir heute bestaunen duerfen. Im uebrigen: wer sich seine Werte von Meinungsforschern geben laesst, hat eben keine eigenen.
2) Schauen Sie sich mal das Meinungsbild auf der anderen Seite an, gerne auch regelmaessig. Leserkommentare bei Zeit, Spiegel, Tagesspiegel, auch mal TAZ. Es ist ein Paralleluniversum. Aber es existiert mit der gleichen Ueberzeugung wie das, aus dem bei Cicero viele Stimmen kommen. Wer das Land voranbringen will, muss am Ende auch den jeweils anderen Teil mitnehmen. Ohne eigenes Wertefundament kann das aber nicht gelingen. Tja. Zurueck auf 1 -;)
Oder war ihre Partei bis letztes Jahr nicht auch in Regierungsverantwortung? Weshalb wurden keine Reformen durchgeführt. Ich mag die treffenden Analysen des Autors, allerdings hat er bei den Abstimmungen immer mit dem Mainstream gestimmt - gerade auch während Corona. Glaubwürdigkeit sieht anders aus.
Genau dieses Problem sehe ich auch bei der AfD. Die Brandmauer ist ein Witz der parlamentarischen Geschichte. Und für alle, die die AfD als den großen Heilsbringer sehen, würde es nach deren Regierungsübernahme ein böses Erwachen geben. Mindestens in Merzens Dimensionen!
Nein, aber als „politische Notwehr“
Einen einzigen Vorteil hat die AfD allerdings, der dürfte m M unbestritten sein :
Die AfD hat an keiner, noch so kleiner Misere die dieses Land heimgesucht hat, Schuld auf sich geladen. Von den großen Versäumnissen in Wirtschafts-, Sozial-, Energie-, Innerer & Äußerer Sicherheit-, Verteidigung- Bildungs-Außen-, bis hin zur Einwanderungs & Asylpolitik u. v. m. ganz zu schweigen….
Ob Sie es in politischer Verantwortung besser machen kann, wissen wir nicht. Aber eines ist doch Fakt, die Unzufriedenheit = Politikverdrossenheit ist doch nicht vom Himmel gefallen sondern entwickelte sich doch stetig weiter und das mit dem Beginn des Endes der ersten Amtszeit Merkels, fortgeführt von Scholz und Merz.
Glauben Sie mir, als in der DDR Sozialisierter mit Abitur & Studium & rd. hälftigen Arbeitsjahen in beiden Systemen frage ich mich, was ist aus diesem Land geworden ? Ein Deja- vu zur DDR mit Staatsfunk, Planwirtschaft & Stasi ?
MfG a d Erfurter Republik
Meistens merkt man es zu spät. Das politische System wird im Klassenkampf zwischen links und rechts zerrieben. Die sogenannte Mitte gibt es nicht mehr oder taumelt als Feigenblatt mal im linken, mal im rechten Spektrum. Das freiheitlich westliche System bekam seine Krebsdiagnose 1989/90. Danach sortierte sich die globale Welt neu. Diese Neusortierung macht auch im Westen keinen Bogen (die Einflüsse der neuen Globalplayer sind exorbitant). Die FDP hatte sich in linker Regierungsbeteiligung geübt und ist grandios gescheitert. Die Brandmauer ist eine rein linke Brandmauer, an der ehemals Mitte-Rechts-Parteien entweder in links auf- und untergehen oder als Wink mit dem Zaunpfahl zu verstehen ist, neue politische Partner in Richtung rechtes Spektrum zu finden.
So zutreffend Ihre Analyse sonst auch ist Herr Kubicki. Aber die Bildunterschrift, wo geschrieben steht, er sei außenpolitisch erfolgreich kann nur Satire sein. Ja, er gibt den großen Zampano, er schwingt scheinbar staatstragende Reden, dessen Inhalte oft schon nicht mehr zutreffend, bevor der Satz zu Ende ist. Er blendet und täuscht das deutsche Volk über Tatsache hinweg, dass er innenpolitisch nichts kann, nicht wirklich mehr durchsetzen will. Er hat nur ein Ziel. Sich irgendwie an der Macht zu halten, weshalb er für den nächsten Parteitag einen Maulkorb verhängt hat. Und ja, die wollen nichts mehr reißen von der UNION, weil das Lars und Bärbel nicht zulassen. Wer weiß. Vielleicht wird der nächste Parteitag ein solches Fiasko, dass die Wahlen dieses Jahr den letzten Sargnagel für ihn bedeuten. Jedenfalls ist Merz für die USA einer von vielen, den man wegen des finanziellen Engagements mal lobend erwähnt, aber seine Meinung interessiert die Amerikaner allenfalls nur periphere.
