Rassismus - „Schwarze sind nicht Weiße mit einer sexy Hautfarbe, und das ist gut so“

Ist Multikulti eine Ursache für Rassismus? Mit dieser steilen These hat ein afro-amerikanischer Dirigent eine Kontroverse über die Bedeutung von Hautfarbe angestoßen. In der rot-rot-grün-regierten Hauptstadt Berlin fühlen sich viele zu Unrecht an den Pranger gestellt

Ein Model präsentiert am 17.01.2018 in Berlin eine Kreation des Labels Maisonnoee bei einer Show der Mercedes-Benz Fashion Week im E-Werk. Auf der Berlin Fashion Week werden die Kollektionen für Herbst/Winter 2018/2019
Ein Model 2018 in Berlin auf Fashion Week / picture alliance

Autoreninfo

Antje Hildebrandt hat Publizistik und Politikwissenschaften studiert. Sie ist Reporterin und Online-Redakteurin für CICERO.

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Es gibt Momente, da fragt sich Brandon Keith Brown, was das eigentlich für ein Land ist, in dem er jetzt  lebt. Brown stammt aus den USA. Er kam vor einigen Jahren als Dirigent nach Deutschland. Er spricht fließend deutsch. Trotzdem, sagt er, passiere es immer häufiger dass er aus Bars oder Cafés herausfliege  oder im Supermarkt als Ladendieb beschimpft werde.  Der Afro-Amerikaner glaubt auch zu wissen, woran das liegt – an seiner Hautfarbe. 

Brown hat es sich abgewöhnt, in solchen Fällen Anzeige zu erstatten. Er sagt, er wisse ja, was in solchen Fällen passiere. Nichts. Warum das so ist, glaubt er jetzt auch zu wissen. Ein Mitarbeiter in der Telefonzentrale der Polizei hat es ihm erklärt, als er dort neulich die Polizei alarmieren wollte. Er war wieder mal aus einem Café geflogen, diesmal, weil er seinen Milchkaffee auf englisch bestellt hatte. Rassismus, so etwas gebe es in Berlin nicht, erklärte ihm der Mann. Die Stadt sei schließlich „multikulti“.

Multikulti  als Ursache für Rassismus? 

Aber was bedeutet das überhaupt? Diese Frage hat Brandon Keith Brown selbst in einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel beantwortet.  „Multikulti verspricht Gleichheit, Handlungsfähigkeit, Pluralität und eine automatische Akzeptanz von Gefühlen, Gedanken, Erfahrungen, unterschiedlichen Erzählungen, Sprachen und Handlungsanweisungen von allen Menschen.“ In der Theorie. In der Praxis aber diene es der Gesellschaft als Freibrief, um einem Rassismus zu frönen, der nicht einmal ein schlechtes Gewissen haben müsse. Multikulti als Ursache für Rassismus?

Es ist eine steile These, und leider kann Brown nicht belegen, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen selbst verordneter Toleranz und der Diskriminierung von Minderheiten gibt. Trotzdem verdient sein Beitrag Anerkennung, denn er öffnet den so genannten Gutmenschen die Augen dafür, dass schon der Versuch der Vereinnahmung aller Menschen unter dem Label Multikulti an Rassismus grenzt: „Schwarze Menschen sind nicht Weiße mit einer sexy Hautfarbe. Wir sprechen, bewegen und denken anders. Und das ist gut so.“       

Michael Sachs | Mi, 21. August 2019 - 21:33

Ja erst Mal war für mich die Aussage das es in Berlin Rassismus gibt unglaubwürdig, denn ich habe, genau wie im Artikel beschrieben, gedacht das es in Berlin, der Hauptstadt der Antifaschisten, auf keinen Fall so was wie Rassismus gibt, ich dachte da bemüht sich jeder jedem Ausländer gegenüber besonders unrassistisch aufzutreten u. jetzt diese Artikel, das ist fast wie Satire, es fragt sich ob das ähnlich ist wie im Genderismus bei dem sich auch die Paare immer weniger verstehen um so ähnlicher sie werden, in neuen Internet Coaching Seiten wird auch betont das Beziehungen nur funktionieren wenn die Frau eine Frau ist u. der Mann ein Mann sein darf, vielleicht sollte man auch Schwarzafrikaner oder Schwarzamerikaner so sein lassen wie sind, einfach anders als die Weißen jedes künstliche anders sehen wollen kann nur schief laufen.

Markus Michaelis | Do, 22. August 2019 - 00:02

Es geht offenschtlich nicht darum, gegen Sklaverei und strenge Apartheid anzugehen, sondern eine Sensibilität für immer sensiblere Formen des Rassismus zu entwickeln.

Mir ist dabei immer weniger klar, ob nun Rassismus oder Anti-Rassismus weniger diskriminierend ist und ob diese Art von Diskriminierung nur schlecht oder einfach bunt ist.

Es kommt mir mehr so vor, dass jeder seine Verletzungen hat und alle irgendwie aufeinander einhauen - zumindest manchmal.

Thorsten Kiefer | Do, 22. August 2019 - 07:14

"In der Praxis aber diene es der Gesellschaft als Freibrief, um einem Rassismus zu frönen..."

Offensichtlich geht es nicht um "die Gesellschaft", sondern um einen bestimmten Teil der Gesellschaft, eine bestimmte Kultur in der Multi-Kultur. Wenn der Artikel verständlich sein soll, dann sollte man solche zentralen Aussagen nicht unterschlagen.

Klaus Peitzmeier | Do, 22. August 2019 - 09:02

Ist es nicht ganz traurig, daß wir solche Menschen als Gesellschaft nicht schützen können? Können wir nicht anständig zu Anständigen sein? Können wir nicht konsequent zu Unanständigen sein? Nein, können wir nicht, solange die "heile Welt Fantasien" der Gutmenschen auf halber Strecke aufhören u die nicht 360 Grad denken. Wie kann man die ganze Welt einladen, ohne nachher konsequent gegen Unintegrierbare und Unintegrierwillige vorzugehen? Das sind doch zwei Seiten einer Medaille. Nicht Multikulti sondern Inkonsequenz von ROT/ROT/GRÜN ist die Ursache für Rassismus. Die Gutmenschen fühlen sich mit ihrer grenzenlosen Toleranz ganz großartig u überlegen u machen damit einfach alles kaputt.

Jürgen Keil | Do, 22. August 2019 - 09:51

Das im Artikel beschriebene Verhalten gegenüber Farbigen ist natürlich inakzeptabel. Vorbehalte und Ablehnung Andersaussehenden gegenüber, eine latente Überlegenheitsüberzeugung in doch breiten Kreisen unserer Bevölkerung anderen Nationalitäten gegenüber, kenne ich schon seit meiner Kindheit
in der DDR. Daran hatte auch die internationalistische Agitation der SED nur wenig geändert. Meiner Meinung nach werden solche Vorbehalte und Einstellungen seit Generationen in den Familien weiter gegeben. Dies ist ein wesentlicher Grund, neben weiteren Gründen, warum Multi- Kulti und vor allem die Migrationspolitik der Ära Merkel von vielen abgelehnt wird. Verschärfend kommt hinzu, dass diese Migrationspraxis uns ohne eine echte demokratische Legitimation aufgedrückt wird. Ich bin ein sachlicher Mensch, habe eigentlich keine nationalen Vorbehalte. Aber wenn ich die vielen jungen, gut frisierten und modisch gekleideten Neubürger und ihr Verhalten sehe, habe ich kein gutes Gefühl.

(Satire) "...es gibt auch keine Farbigen. Farbig ist vielleicht ihr schwarzarbeitender Lebensgefährte wenn er wieder irgendwo für Kohle auf die Hand Wohnungen streicht. Der ist unter Umständen farbig, wenn er nach Hause kommt. Ich habe noch nie einen Menschen gesehen der farbig"

Urban Will | Do, 22. August 2019 - 10:41

und wird auch nicht gebraucht.

Wenn sie – eine interessante These – angeblich zu „Rassismus“ führt, dann eher in ihrer übersteigerten Form, die einerseits (der links – liberalen) Toleranz als Duckmäuserei, Unterwerfung und Selbstverleugnung versteht und somit andererseits die Wut hierüber hochkochen lässt.

Und beiderseits geht die Vernunft flöten.
Dann passieren solche Dinge, wie sie der Autor erleben musste.

In einer vernünftig denkenden, aufgeklärten Gesellschaft braucht es kein „Multikulti“. Es ist selbstverständlich, jeden Menschen als solchen zu sehen und es ist selbstverständlich, sich an die Regeln zu halten. Und es ist selbsverständlich, dass es eine landes- und historisch geprägte „Leitkultur“ geben muss, die allerseits akzeptiert wird.
An Letztem scheitert es am meisten. Hierzulande ganz besonders.

Und gerade die Prediger von „Multikulti“ sind diejenigen, die diese Vernunft meist missen lassen.
Blinde, arrogante Moral – Chauvinisten.

Ernst-Günther Konrad | Do, 22. August 2019 - 11:08

nicht auf seine Hautfarbe, seinen Glauben oder seine sexuelle Ausrichtung. Idioten haben keine Hautfarbe, die gibt es in allen Schattierungen. Und ja, wer ehrlich ist kann sich erinnern, das Jahrzehnte der Eindruck erweckt wurde, die Afrikaner - generelle Schwarze - seien minderbemittelt, haben keine Bildung, sind nicht intelligent. Das haben unsere "weißen" Regierungen gern als Eindruck im Volk lanciert. Das dies so nicht ist, wissen wir inzwischen alle.
Ich habe gegen niemand Vorurteile, solange er sich im Rahmen unserer Gesetze und in Achtung unserer Kultur respektvoll benimmt.
Ich habe etwas gegen Menschen, die ob deutsch oder nicht den Sozialstaat ausnehmen wollen. Gegen Politiker die inkonsequent gegenüber Straftätern und kriminellen Vereinigungen sind. Ich habe etwas gegen Ideologien, die unseren Rechtsstaat sukzessive aushöhlen und die Bevölkerung durch Verbote und Fremdbestimmungsmechanismen zu Denksklaven machen wollen. Ich stimme im übrigen allen meinen Vorkommentatoren zu.

auch von mir Herr Konrad.
Nur so ganz glaube ich den Aussagen des Herrn K. Brown nicht!
Warum sollte er aus Bars und Cafes herausfliegen, wegen seiner Hautfarbe? Ist doch Quatsch. Wenn er randaliert, Personal beleidigt o.ä. Ja dann schon.
Er soll auch im Supermarkt als Ladendieb beschimpft worden sein. Warum?
Kommt mir irgendwie an den Haaren herbeigezogen vor.
Das an Club´s & Diskotheken nicht jeder reinkommt-Na ja kommt vor. Aber diese Story glaube ich nie und nimmer!

Norbert Heyer | Do, 22. August 2019 - 14:26

Rassismus wird in diesem Land nicht geduldet - zu Recht. Es sei denn, es handelt sich um einen „alten, weißen Mann“, auch noch „schon länger hier lebend“, der rechtsstaatliche Grundsätze verlangt. Der beanstandet, dass es eine ungesetzliche Grenzöffnung gibt, das unberechtigte Asylanten nicht abgeschoben werden. Er beanstandet auch die Klimapolitik und das gegen die Gesetze verstoßende Handeln beim Euro. Auch die Seerettung hält er für einen Anreiz für immer mehr Migranten, nach Europa zu gelangen. Dann - dann aber richtig - zeigen alle Gutmenschen, Bedford-Strohms, Grüne und die vergrünten-linken Altparteien, das Rassismus nicht verboten ist, sondern lediglich einseitig auslegbar ist. Dann wird mit der ganzen Wucht der Moralkeule das passende Opfer kleingemacht, verhöhnt, beleidigt, verleumdet und wenn möglich - auch existenziell vernichtet. Es muss mit aller Gewalt verhindert werden, das kritische Stimmen eine Plattform erhalten, wie ja auch im UN-Flüchtlingspakt schon vorgeschrieben

In Ihrer Sprechweise bin ich ein solcher alter weisser Mann, was auch immer Ihresgleichen damit meinen. Und ja, ich teile viele der dargestellten Standpunkte. Und ja, auch ich bin der Meinung, dass vieles in "unserem" Land zum Thema Wirtschaftsmigration völlig falsch läuft, auch wenn rot-grün-links-Gutmensch uns das gerne anders verkauft. Was es mit Rassismus zu tun hat, wenn wir möchten, das Deutschland mitteleuropäisch, aufgeklärt und stabil bleibt, sollten Sie uns mal erklären. Genauso sollten Sie erklären, warum unsere Innenstädte seit neuestem mit Moslempollern gesichert werden müssen, war das früher nötig? War massivste Polizeipräsenz nötig ? Und wenn ich mich dabei in dem Land, "wo ich schon lange lebe", nicht mehr wohl fühle, dann bin ich eben Rassist.

100% auch meine Meinung. Ich sage nur, lasst die Wahlen beginnen. Das Volk wird sprechen, wer künftig in der Arena steht. Die neuesten Umfragen zeigen es wieder, wöchentlich ändern scheinbar die befragten Menschen ihre Meinung und stimmen plötzlich angeblich wieder mehrheitlich für die CDU. Die wollen uns alle igrendwie einsalben. Nur, ich vertrage diese Salbe nicht. Bekommen Hautausschlag. Gerade die schwarze Salbe - Zugsalbe -. Die funktioniert derzeit perfekt. Die CDU-Wähler ziehen ins blaue Lager.
Ich rechne fest noch mit irgendeinem "Skandal" der AFD, der via Fil und/oder Tonschnitt so kurz vor den Wahlen auftauchen wird. Vielleicht entdecken auch findige Köfpe, das ein Teil der AFD-Kandidaten gar keine deutsche sind, sondern ausl. Bürger. Virelleicht hat Höcke oder Kalbitz als Kind jemandem das Förmchen weg genommen. Nun, die Rezo's dieser Welt, sie werden schon etwas kreieren.
Ich freue mich auf die Wahlen, auch wenn ich als Hesse nicht mitwählen kann. Schönes Wochenende allen.

Brigitte Miller | Do, 22. August 2019 - 16:05

eine ganz andere Sicht auf Multikulti: "Die grüne Multikulti_Ideologie führt zu Parallelgesellschaften
mit Anspruch auf Minderheitenrechte, d.h. die Leute werde nicht integriert. Werden sie ( die Muslime) als Bürger im Sinne von Citoyens integriert, haben sie entsprechend teil an einer europäischen Leitkultur."
Basler Unbequeme Gedanken.

DietrichBomm | Do, 22. August 2019 - 19:40

und landab nervtötend in jedem zweiten Satz den Begriff Multikuli unterbrachten - einmalig darin vor allem die Gender-Roth - hätten sie sich nicht träumen lassen, dass die von den Grünen angehimmelten Schülerklimastreiker die neue Rasse der Weißhaarigen entdeckt haben.

Diese werden dann über kurz oder lang, zuerst in Berlin, auch aus dem Café fliegen.

Was ist daran so schwer, mit allen ohne Ansehen der Person zusammenzuleben? Antwort: die Spaltung der Gesellschaft durch die ach so guten Menschen, z.B. Die Grünen.