Eine Person wird zu einem Hubschrauber geführt. Ein mutmaßlicher Drahtzieher der Anschläge auf die Nord-Stream-Gasleitungen hatte zuvor beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe eine Haftprüfung.
November 2025: Serhii Kuznetsov nach der Haftprüfung beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe. / picture alliance/dpa | Uli Deck

Prozess gegen Serhii Kuznetsov - Nord Stream vor Gericht – und plötzlich ein Kriegsverbrechen?

Der Fall des Pipeline-Saboteurs Serhii Kuznetsov könnte juristisch neu bewertet werden. Statt verfassungsfeindlicher Sabotage steht nach Einschätzung von Justizkreisen ein Kriegsverbrechen im Raum – mit weitreichenden Folgen.

Ulrich Thiele

Autoreninfo

Ulrich Thiele ist Investigativjournalist bei Cicero und Autor des Bestsellers "Nord Stream. Wie Deutschland Putins Krieg bezahlt". Zuletzt erschien von ihm: "Die Sprengung" über die Nord-Stream-Sabotage (mehr Infos unter www.nord-stream-sprengung.de). Threema-ID: 82PEBDW9

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Der Prozess gegen Serhii Kuznetsov könnte mit einem Paukenschlag starten. Wenn voraussichtlich Ende der Jahreshälfte Anklage gegen den Koordinator der Nord-Stream-Sabotage erhoben wird, könnte die Bundesanwaltschaft den Fall grundlegend anders einordnen als bislang angenommen. In Justizkreisen gilt es nach Informationen von Cicero als sehr wahrscheinlich, dass die Anklage nicht mehr auf verfassungsfeindliche Sabotage zielt – sondern auf ein Kriegsverbrechen nach dem Völkerstrafgesetzbuch.

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Angelika Sehnert | Do., 30. April 2026 - 15:06

Die Nordstream- Pipelines hätten nie gebaut werden dürfen. Im Sinne einer diversifizierten Versorgungssicherheit hätte man etwa die Nabucco - Pläne wieder aufgreifen sollen. In Zentralasien gibt es reichlich Gas. Die Abhängigkeit, bzw. das Ausbleiben von russischem Gas hat uns enorme wirtschaftliche Verluste beschert,die den angeblich so günstigen Preis bei weitem übertreffen. Dazu kommt der politische Flurschaden. An warnenden, ernstzunehmenden Stimmen hat es nicht gefehlt. Diese hätte es eigentlich gar nicht gebraucht, hätte man damals die Dinge logisch und nüchtern zu Ende gedacht. Aber das ist heute ja nicht mehr üblich: logisch, vernünftig und im Sinne des Landes zu denken und handeln.

… bzw. das "Ausbleiben“ von russischem Gas hat uns enorme wirtschaftliche Verluste beschert, sondern das Wegsprengen von NS2 durch unsere transatlantischen "Freunde“ und die katastrophalen wirtschaftspolitischen Entscheidungen unseres kriegstreiberischen russophoben Ampel-Regimes …

Nämlich die Unfähigkeit deutscher und anderer europäischer Politiker, den Vereinigten Staaten foul play zuzutrauen. Schröder hatte sich für die Pipelines in legitimem nationalen Interesse entschieden – in der sinnvollen Annahme, dass ein kooperatives deutsch-russisches Verhältnis Kernstück eines friedlich kooperativen europäischen Kontinents sein könne.

Das war geopolitisch aber nicht mit den Interessen der USA vereinbar, die einen kooperativen europäischen Kontinent politisch nicht mehr kontrollieren können. Und so hat Washington seither alles darangesetzt, ihn zu spalten: angefangen mit dem ersten Russland in die Schuhe geschobenen Krieg in Georgien 2008, und schließlich in der Ukraine, in der man 2014 politische Extremisten an der Regierung beteiligt und das Land auf diese Weise deterministisch berechenbar in den Bürgerkrieg getrieben hat.

Dies aus transatlantischer Ideologiebesoffenheit nicht sehen zu wollen stellt die eigentliche geostrategische Blindheit Merkeldeutschlands dar!

ich stimme Ihnen in allen Aussagen voll und ganz zu!
Vor allem mit Ihrem letzten Satz treffen Sie das deutsche Kernproblem:
Es wird nicht mehr logisch, vernünftig und im Sinne des Landes gedacht und gehandelt und wie ich ergänze: Es wir nicht langfristig gedacht, dafür von Emotionen gesteuert statt rationaler, nüchterner Überlegung (siehe Atomausstieg). Dazu kommt, gerade bei Klima- und Umweltschützern, das lineare Denken auf ein einziges Ziel gerichtet, ohne die Seitenauswirkungen und Folgen genügend mit einzubeziehen (laterales Denken). Ich mache mir große Sorgen um Deutschlands Zukunft!

Thomas Veit | Do., 30. April 2026 - 15:51

halbwegs dauerhaft enden wäre ich für eine schnellstmögliche Reparatur der NS-Pipeline und neue Lieferverhandlungen mit Russland - unserem natürlichen Rohstoffpartner in Europa, wie auch die USA seit 1990 schlüssig schon erkannt (und auch entsprechend gehandelt...) hat.

Bernhard Kaiser | Do., 30. April 2026 - 23:02

… und halte es mit Seymour Hersh, dass nicht irgendwelche ukrainischen Hobbytaucher mit ihrer Segelyacht für die Sprengung von NS2 verantwortlich sind sondern - wie von Biden 2022 bei der Pressekonferenz im Weißen Haus im Beisein vom kopfnickenden Olaf angekündigt - unsere transatlantischen "Freunde“ mit Unterstützung norwegischer Marine-Spezialtaucher … insofern interessiert mich dieser stalinistische Schauprozess herzlich wenig …

Walter Buehler | Fr., 1. Mai 2026 - 11:43

Der Terrorist Sergej Kusnezow, der anscheinend von Geheimdiensten (der USA und/oder der Ukraine) engagiert wurde, ist in Omsk geboren worden.

Wie kommt er zu seiner "ukrainischen" Nationalität? Wer hat festgestellt, dass er kein Russe ist?

Kann es nicht sein, dass er von Putin als U-Boot in die ukrainische Nationalisten-Szene geschickt worden ist?

(NB: Könnte das nicht auch Frau Sehnert glauben, die ja als Putin-Versteherin weiß, dass alles Böse dieser Welt sowieso nur von Putin, aus Russland kommen kann?)
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Herr Theile, machen Sie sich keine Sorgen: Terroristen haben es erfahrungsgemäß vor deutschen Gerichten nicht besonders schwer. Auch dem "tiefgläubigen Christen, dem glühenden Patrioten, dem mehrfachen Familienvater und Gesundheitsfanatiker" wird wegen einer popeligen Pipeline-Sprengung in Deutschland sicher nichts schlimmes passieren.
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Nix für ungut.

Nur so ein Gedanke:
Seltsam, diese Sympathien von Journalisten für einen Täter, der unserem Land schwer geschadet hat.

Empfinden Sie sich, Herr Thiele, auch als ein deutscher Patriot? Interessiert es Sie, wie es unserem Land ergeht, oder ist Ihnen das egal?

Was sind die Motive zu Ihrer Art des Journalismus?

Hans Süßenguth-Großmann | Fr., 1. Mai 2026 - 15:33

ist ökonomische und ökologische Vorzugsvariante für den Transport von Erdgas. Bei LNG wird ca. ein Fünftel der im Erdgas enthaltenen Energie für die Verflüssigung verbraucht.
Die Entscheidungen der Regierung Schröder für NS 1 und der Regierung Merkel für NS 2 waren Entscheidungen, die im Interesse Deutschlands getroffen worden sind und waren sicher nicht im Interesse der Ukraine.
Die Äußerungen Bidens bezüglich dieser Pipelines und das Bild, das Biden und Scholz nach der Sprengung zeigt, sagen mehr als tausend Worte über die Souveränität Deutschlands aus. Sie ist nicht vorhanden.
Wir steuern mit Uschi an der Spitze mit dem Ukraine Krieg in eine Katastrophe. Das Bansky Denkmal in London bringt die Situation auf den Punkt. Blind in den Abgrund.
Der "Held der Ukraine" wird verurteilt und dann sofort mit nochmals zig Milliarden dazu, nach Kiew überstellt.

soistes | Fr., 1. Mai 2026 - 17:13

Вот твои немецкие друзья с сайта Cicero, которые безоговорочно следуют за тобой. Здорово!

Bestimmt wird das hier gleich übersetzt werden können, bei so vielen russischen Freunden hier auf Cicero!

Kein Einziger diskutiert hier, dass Deutschland bis zu 40 % eigene Gasvorkommen besitzt, die nur gehoben werden müssen.

Liegt hier die bekannte kollektive Denkstörung vor, diesmal auf der anderen Seite des politischen Außenrandes? Oh ich vergaß beide sind Russland zugetan.

Ich nicht!

zu tun. Deutschland und ganz Europa haben doch bereits lange vor 1990 und dann Putin ab 2000 zuverlässig und preiswert Gas aus Russland bezogen.

Wenn es darum geht UNSERE(!!!) Interessen - NICHT die Dritter...! - zu definieren, dann ist es 100%-ig UNSER INTERESSE wieder preiswertes und 'schnelles' Gas von dort zu herziehen... Wenn uns die USA dann dennoch einen günstigeren Preis für ihr LNG-Gas machen... - gerne, warum nicht?

Die Pipelines liegen übrigens de facto schon... - nur die Reparatur wäre wohl erforderlich. Es geht um den Preis - sonst nichts (aka 'Unsere Interessen'). Wir können uns keine Ressentiments leisten, wenn wir bestehen wollen, zukünftig!!

>> Uncle Sam hat uns bereits verstoßen, übrigens..., und ist für uns für unsere Zukunft mindestens genauso 'gefährlich' wie Russland oder China als Partner... 🤔

Thomas Veit es geht nicht um gut oder böse. Wir sprechen immer darüber weniger abhängig von anderen zu sein, sowohl als auch. Wir hier in Deutschland können unser eigenes Gaspotenzial heben. Bis zu 40 %. Ist das nichts? Eine ziemliche Menge plus danach die Geothermie Molasse zu heben. Damit haben wir dann keine "Heizprobleme" mehr. Wir könnten sogar seltene Erden für den Akku Bau bei uns heben. Im Rhein-Main Gebiet. All das geht. Wann wird die kollektive Denkstörung in unserem Land gehoben? Zeit wird es!

soistes | Fr., 1. Mai 2026 - 17:22

nicht das sich noch jemand umsonst anstrengen muss. Das wäre schädlich für unser Land & seine Bürger :

"Prösterchen Russland, hier sind Deine Deutschen Freunde auf Cicero, die Euch bedingungslos folgen. Toll"

Schonmal gehört das wir nach der eigenen Gasausbeute, dort die Geothermie als zukünftige Heizquelle nutzen könnten? Aber egal, Russland at it´s best!

Manchen "Zeitgenossen" ist nicht mehr zu helfen.
ARD; AFD, ZDF, BSW & SPD & ganz links die Linken & die Ökospezialisten. We love Russia again, again & again! Ironie at it´s best!

Thomas Veit, können oder wollen Sie nicht? Wir schaffen das, wenn wir nur wollten. Das wäre mal ein positives: Wir schaffen das, nicht das ausgenudelte von aka "Mutti"

Thomas Veit | Sa., 2. Mai 2026 - 04:08

Antwort auf von soistes

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Thomas Veit | Sa., 2. Mai 2026 - 04:08

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