Neue Studie der Bertelsmann-Stiftung - Populismus wird zum Totschlagargument

Kritik an der Regierung kann schon ein Einstieg in den Populismus sein. Diese Zuspitzung aus einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt: Wer vor Populismus warnt, singt oft ein Loblied auf die Herrschenden – eine fatale Entwicklung. Von Alexander Kissler

Eine Demo der AfD am 22. September in Rostock
Ist das Schwenken einer Deutschland-Flagge noch ein Akt der Kritik – oder schon Populismus? / picture alliance

Autoreninfo

Alexander Kissler ist Ressortleiter Salon beim Magazin Cicero. Er verfasste zahlreiche Sachbücher, u.a. „Dummgeglotzt. Wie das Fernsehen uns verblödet“, „Der aufgeklärte Gott. Wie die Religion zur Vernunft kam“ und „Keine Toleranz den Intoleranten. Warum der Westen seine Werte verteidigen muss“.

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Jesus Christus war ein Populist, Martin Luther ebenso. Karl Marx war Populist, Rudi Dutschke war es, der Dalai Lama und Raif Badawi sind es auch. Der Prophet Jeremia und Ferdinand Lassalle und Bertha von Suttner und Rosa Luxemburg und Bertolt Brecht und Malcolm X: Sie alle waren Populisten. Zumindest dann, wenn man die Erkenntnisse und Bestimmungen des „Populismusbarometers 2018“ ernst nimmt, das der Deutschlandfunk wie folgt zusammenfasste: „Immer mehr Bundesbürger sind einer neuen Studie zufolge für populistische Parolen empfänglich. (…) Als Populist im Sinne der Studie gilt, wer verschiedenen Aussagen über das Funktionieren von Staat und Gesellschaft zugestimmt hat. Dazu zählt unter anderem Kritik an den politischen Eliten.“

Nun wissen wir Bescheid: Wer die Regierenden kritisiert, ist ein Populist. Wer die da oben argumentativ attackiert, damit es denen da unten etwas besser geht, ist ein Populist. Wer lieber dem Arbeitskollegen im Betrieb vertraut als den Politprofis in den Kabinetten, ist ein Populist. Gewiss, im „Populismusbarometer 2018“ findet sich der einschränkende Hinweis, nur derjenige gelte im Vollsinn „als ‚populistisch‘, der allen acht Aussagen ‚voll und ganz‘ oder ‚eher‘ zustimmt“. Doch zum notwendigen Achterbündel, das den Populisten macht, gehören auch solche nachdenklichen Aussagen wie „Wichtige Fragen sollten nicht von Parlamenten, sondern in Volksabstimmungen entschieden werden“ oder „Die Politiker im Bundestag sollten immer dem Willen der Bürger folgen“. Die Quersumme im großen Einmaleins des Populismus bildet, was früher zum Ehrabzeichen aller Gesellschaftskritiker, Freiheitskämpfer, Friedensaktivisten, Frauenrechtlerinnen taugte: die Überzeugung vom „Gegensatz zwischen politischer Elite und Bürgern“, die Kritik an den „herrschenden Eliten“ und die Forderung nach „Entmachtung der herrschenden politischen Eliten“.

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ingrid dietz | Fr, 5. Oktober 2018 - 12:03

sind immer die Anderen - gelle ?

Günter Johannsen | Fr, 5. Oktober 2018 - 12:05

Jede Diktatur entwickelte seine eigene Sprachregelung: das dritte Reich (siehe „LTI – Sprache des dritten Reiches“ Viktor Klemperer) oder auch die DDR („Sprache der Aktuellen Kamera“ Stefan Heim). Heute ist es die „Politische Korrektheit“, die unser Denken und Reden wieder in ein enges Korsett zwängen will. So erziehen schon wieder die neuen-alten Volkspädagogen des linksdominierten Systems den Untergebenen das selbständige Denken ab und pressen sie in ihren kleinlich-engstirnigen Denk-Horizont. Dazu gründete man speziell eine Stiftung zur Kontrolle der „Sprachhygiene“ im Internet, die von einer ehemaligen Inoffiziellen Mitarbeiterin des MfS geführt wird. Nun spricht man schon ungeniert wieder von „Zusammenrottung“, wenn es sich um Demonstrationen von Andersdenkenden handelt und Künstler sind wie in der DDR wieder „Kulturschaffende“ und die Freundschaft mit der Sowjetuni …. ähhh … Türkei ist „unverbrüchlich!

Günter Johannsen | Fr, 5. Oktober 2018 - 12:07

Jeder Diktator weiß, dass man zuerst die Medien unter seine Gewalt bringen muss, damit man nachhaltig Macht und Kontrolle hat. Das lernte man schon in der DDR als FDJ-Sekretär/in: Abteilung „Agitation und Propaganda (AgitProp)“! Wen verwundert es, wenn das Erscheinungsbild der sogenannten „Öffentlich Rechtlichen“ ARD und ZDF den SED-Hofnachrichten des DDR-Regimes immer ähnlicher wird! Wen wundert es dann noch, wenn der Chef der Berliner Stasi-Gedenkstätte, Hubertus Huber, von früheren Stasi- und SED-Funktionären (jetzt LINKE) aus dem Amt getrieben und „zersetzt“ (O-Ton Stasi) werden … !
Das hört und fühlt sich nicht mehr nur an wie DDR 2.0! Es ist DDR 2.0!

der Zorn darüber ist ebenfalls DDR 2.0! Deshalb ist der Ossi auf der Palme und die superschlauen Wessi erklären uns mal wieder die Welt vom Abgehängt sein, weil die nicht verstehen können, dass es außer finanzellien Problemen, die im Osten nicht größer sind als im Westen, noch andere Werte gibt, als raffen und nochmals raffen!
Was der Wessi im Westen mehr verdient, gibt er aus für Miete, im Osten sind die löhne niedriger, aber es gibt noch bezahlbaren Wohnraum und wäre das anders, dann überkäme uns ein großer Zorn auf die geirischen Investoren!

Kostas Aslanidis | So, 7. Oktober 2018 - 06:33

In reply to by Ursula Horvath

offenen Augen. Ihre unermessliche Arroganz lässt sie "erblinden". Die Rechnung ist im Anmarsch. Sie werden auch von nichts gewusst haben.

Der geschasste Leiter heißt Hubertus Knabe. Er hat sich - politisch völlig unkorrekt - mit Linksextremismus beschäftigt. Den gibt es aber in Deutschland überhaupt nicht. Sagen zumindest Leute wie Stegner, Schulz, Schwesig, Merkel ...

Bemerkung: Es handelt sich um Hubertus Knabe, der als Chef der Gedenkstätte für Stasi-Opfer aus dem Amt getreten wird. Die #MeToo-
Methode zeigt sich nicht nur in den USA als besonders hilfreiches Instrument.

susan vollmer | Fr, 5. Oktober 2018 - 12:13

Kritik an der "Elite" - eines der Zeichen für Populismus. Als ich das in den Nachrichten (!) im DLF (!) gehört habe, musste ich schallend lachen.

Willi Mathes | Fr, 5. Oktober 2018 - 12:59

Sitzt !
Ein sehr gefährliches, weil kaum entkräftbares Totschlagargument Herr Kissler !

Empfehle diesem Land zusätzlich - Umwelt- Atom-noch eine Populismusfreie Zone !
Freundliche Grüsse

Ingrid Winter | Fr, 5. Oktober 2018 - 13:02

Mein Mann und ich sind seit vielen, vielen Jahren Deutschlandfunkhörer. Was jedoch dort in der Nachrichtenredaktion verarbeitet wird, lässt uns die Haare zu Kopfe stehen. Was war das: "Kulturschaffende", DDR-Slogan pur. Die täglichen Geschichten des "Kalenderblattes" sind nur noch zum Kopfschütteln. Künstler, Schauspieler, Autoren, vornehmlich "Sozialdemokraten" werden hoch gelobt. Die meisten kennt kein Mensch und wir haben einen recht guten Bildungsstand. Wir würden gerne diesem Sender unsere Gebühren entziehen und ihn veranlassen, seinen Namen zu ändern. Denn er er ist leider zunehmend kein "Deutschland"- Sender mehr!

Robert Müller | Fr, 5. Oktober 2018 - 15:45

In reply to by Ingrid Winter

Ich hatte immer nur Deutschlandradio laufen gehabt, bis ich es 2015 nicht mehr ertragen konnte. Seit etwa 1 Jahr kommen auch mal AfD-Politiker zu Wort, aber wenn die Redaktion entscheidet, dann werden immer nur Gleichdenkende genommen. Ich denke deshalb, dass sie das Minimum machen, also, seit die AfD im Bundestag ist, mehr nicht.

Im Grunde ist dies was dieser Sender schon immer gemacht hat, nur fand ich das nie problematisch. Gegründet wurde er als Sprachrohr der Regierung in Bonn / Berlin und war damit das Gegenstück zu den Sendern in den Ländern. Je nach Regierungzusammensetzung färbt sich der Sender mal Rot, Schwarz oder jetzt halt Rot/Schwarz.

Ich denke, die Herrschenden haben begriffen, wenn sie einmal den Zugriff verlieren, dann bemächtigt sich z.B. die AfD dieser Institutionen. Unabhängige Institutionen wäre deshalb besser gewesen, wie zuletzt das Verfassungsgericht gefordert hatte, aber natürlich ist das nicht gekommen. Jetzt sowieso nicht mehr.

Christoph Ernst | Fr, 5. Oktober 2018 - 13:04

Die Denunzierung aller Abweichler als Ketzer nimmt Formen an. Der intellektuelle und ethische Selbstverrat der Claqueure ist einigermaßen bodenlos. Danke für diesen erhellenden Beitrag.
Ich sähe es gern, wenn Jean Francois Lyotard als deskonstruktivistischer Halbgott der Diskursanalyse und multikultureller Vordenker der heutigen Grünen mal problematisiert würde. Seine Entkernung der Toleranzprinzipien der Aufklärung dürfte DER Grund sein für die Verwandlung emanzipatorischer Toleranz als einem Instrument der Kritik an herrschenden Verhältnissen in ein Werkzeug zur Tabuisierung von kritischem Denken.
Carlo Strenger entwickelt in seinem Essay "zivilisierte Verachtung" sehr klug, zu welcher mentalen Paralyse derlei auf Seiten der Linken führt. Sehr empfehlenswert, wenn man nach dem Schwachsinn der Bertelsmänner mal wieder etwas Geist atmen möchte.

Markus Michaelis | Fr, 5. Oktober 2018 - 13:11

Bertelsmann hatte die letzten Jahre öfters für mich unverständliche Studien. Diese hier ist allerdings nicht die schlechteste. Wolfgang Merkel ist glaube ich eher jemand, der versucht die Dinge zu verstehen. Die Populismusfragen (soweit ich sie gesehen habe) waren hier nicht so plump, wie in manchen anderen Studien. Im Kern kreisen sie um die Einstellung, ob es einen uniformen Bürgerwillen gegen "die da oben" gibt.

Ich schätze die Geselschaft auch eher so ein, dass das Grund"problem" ist, dass die Weltsichten der Bürger sehr bunt und unverträglich geworden sind. Unverständlich ist dabei, dass "man" (immer noch?) meint, dass wir noch schneller noch bunter werden müssen, wenn wir jetzt schon kaum noch auf einen Nenner kommen.

Die Grünen sind in dem Sinne vielleicht wirklich weniger populistisch, eher ideologisch. Die Grundeinstellung ist da eher, dass man eine progressive Elite ist, die "das Wahre" vertritt, dem sich alle anschließen sollten.

Markus Michaelis | Fr, 5. Oktober 2018 - 13:28

Noch eine Anmerkung: wie in meinem anderen Post gesagt, dreht sich die Studie um die Frage, ob es einen einheitlichen Bürgerwillen gibt. Das ist im Prinzip eine richtige Frage, weil es diesen (natürlich?) nicht gibt. In dem Sinne haben allerdings etablierte Parteien, Medien etc. auch ein populistisches Denken, weil gerade in den Jahren nach 2015 oft suggeriert wurde als gäbe es eine ganz breite Bürgerzustimmung zum "Merkelkurs", was so eben auch nicht richtig war.

Horst Weber | Fr, 5. Oktober 2018 - 13:52

Hätte dieser Begriff etwas mit "Volksnähe" im demokratischen Sinne zu tun, müsste man Populismus als Lob interpretieren. Genannte Volksnähe ist in der heutigen Politik nur von MdB-Hinterbänklern auf krachledernen Festbanketten verwendet gesellschaftsfähig. Im politischen Tagesgeschäft dagegen riecht schon der unbelastete Begriff der Volksnähe verdächtig nach Populismus im Sinne betrügerischen Stimmenfangs bei einer Masse an denkfaulen und geistig erblindeten Wohlstandssesselpupern. Aber gerade diese Klientel ist es doch, die Merkel, Söder und Co. - trotz allem - immer noch
an die 30% Wählerstimmen in Aussicht stellt.
Hohles Geschwätz um den jeweils heißen Brei herum - ist das heutige politische Medium, um Wahlen zu gewinnen. Das gilt vor allem für die Regierenden. Insofern sind auch die journaiistischen "Hofberichterstatter" zutiefst populistisch.-

Hans Herzberger | Fr, 5. Oktober 2018 - 14:13

Mit diesem Begriff, will man ein Feindbild aufbauen um vom eigenen Defizit abzulenken. Das Feinbild soll den Unangenehmen im schlechten Licht erscheinen lassen. Dazu muß man in erster Linie der Presse den Vorwurf des all zu leichfertigen Sprachgebrauches, für Menschen aus dem rechten Spektrum, anzuhängen. In erster Linie bezieht man den Populismus auf unbequeme Menschen, welche mit dem Handeln der Regierenden nicht einverstanden sind oder diese kritisieren. In diesem Zusammenhang, leistet die merkelsche Hofpresse ganze Arbeit und übersieht, dass sie selbst zum Populismus-Verbreiter und Berichterstatter geworden ist. Deren Motto lautet : " Schuld ist immer der Andere, der nicht meiner Meinung ist".

Dimitri Gales | Fr, 5. Oktober 2018 - 14:18

zu den Populisten - ich trage es mit Fassung.
Das Etikett "Populismus" fällt in das gleiche vorgestanzte Denkschema wie der von Merkel gebrauchte Begriff "alternativlos" (von Maggie Thatcher kopiert). Es muss aber in einer Demokratie immer eine oder mehrere Alternativen geben, sonst wird das Ganze zur Diktatur oder man könnte dann berechtigter Weise von einem autoritären Regime sprechen. Der Begriff "Populismus" soll als Keule dienen, um Kritiker mundtot zu machen, das ist alles.

herbert binder | Fr, 5. Oktober 2018 - 15:11

Die von mir sehr geschätzte, leider
zu früh gestorbene, Autorin
Frieda Grafe ("Filmkritik"), schrieb
einmal den bemerkenswerten Satz
(Gedächtniszitat): "Wer anderen
Ideologie vorwirft, hat sich schon
in seiner eigenen verfangen".
Soviel, sehr geehrter Herr Kissler,
zum Populismus (und Nazi, und
Rassist, und Antisemit, und ...).
Die Benutzer all dieser "Keulen"
machen vor allem eines deutlich,
nämlich ihre Verfangenheit, ihre
uneingestandene Sympathie in
ihr eigenes Instrumentarium.
Und natürlich ihre "Intelligenz".

Per L. Johansson | Fr, 5. Oktober 2018 - 15:11

Populismus ist längst ein Totschlagargument. Es ist die erste Salve, die dem politischen Gegner entgegengeschleudert wir, um ihn zu diskreditieren und einer inhaltlichen Auseinandersetzung auszuweichen.
Danach folgen nahtlos Nazi, Rassist etc.
Ohne jede Rücksichtnahme auf die Menschen, an denen man Rufmord begeht, oder auf die Schrecken des 3. Reiches, die man durch solch eine inflationäre, unangemessene Verwendung verharmlost.

Auffallend ist auch, daß allenthalben nur von „Rechtspopulismus“ gesprochen wird, als gäbe es das links gar nicht.
Offensichtlicher könnte man gar nicht beweisen, wie unausgewogen die derzeitige politisch-mediale Landschaft besetzt ist.

Es wird auch immerzu nur pauschalisierend eine Partei mit diesem Stigma belegt, um den Bürgern deren Ausgrenzung und Abwertung förmlich ins Hirn zu hämmern.
Wollte man es differenziert betrachten, müßte man in allen Parteien einzelne Personen und ihre konkreten Aussagen bewerten.
Aber das will ja keiner mehr...

Karin Zeitz | Fr, 5. Oktober 2018 - 15:12

gibt's keine Berichterstattung mehr ohne Indoktrinierung. Der unserer Regierung unsympathische Präsident ist ein “Machthaber“, der sich mit dem symphatischen “Regierungschef“ oder “Präsidenten“ trifft. Demonstrationen von Regierungsgegnern sind “Zusammenrottungen“ oder “Aufmärsche“ von “Populisten“ oder “Nazis“, während regierungstreue Aufmärsche “Kundgebungen“ oder “Demonstrationen“ von “Aktivisten“ sind. Der Beispiele gibt's Unzählige, wenn man den Nachrichten der öffentlich-rechtlichen Medien aufmerksam folgt.

Hans-Hasso Stamer | Fr, 5. Oktober 2018 - 15:40

Das ist alles kein Zufall. Das ist staatlich organisiert und finanziert.

Die Medien werden beliefert und auf Linie gebracht von staatlich bestens finanzierten Medienlobbygruppen. Der AfD im Bundestag hat gerade die Bundesregierung gezwungen, deren Finanzierung offenzulegen. Es wird genau vorgegeben, in welchem Sinne berichtet werden sollte. Und sie achten darauf, dass das auch geschieht und wirken eventuell auf die Chefetagen ein: „Neue deutsche Medienmacher“ und andere. Das ist ein ganzes Netzwerk von über 100 Organisationen. Es geht aber noch weiter: auch Dachorganisationen existieren. Z.B. die „Steuerungsgruppe neue deutsche Organisationen“, personelle Verknüpfungen inklusive.

Die theoretischen und methodischen Grundlagen dieses Handelns sind seit Ende der zwanziger Jahre bekannt. Man kann sie bei Berneys und Lippmann nachlesen.

Der gemeine, Tagesschau guckende Bürger hat keine Ahnung, mit welcher Maschinerie, die er selber bezahlen muss, er konfrontiert ist.

wolfgang spremberg | Fr, 5. Oktober 2018 - 15:41

Von den "Populisten" wird behauptet das sie eine menschenverachtende Politik treiben werden, wenn man sie lässt.
Von anderen wissen wir, dass sie eine menschenverachtende Politik betreiben, weil sie es schon machen: Gesellschaftspolitisches Multikultiexperiment, Gesellschaft als Beute von Clans, Pflegenotstand, Altersarmut, Kinderarmut....alles mit offenen Augen herbeigeführt und belassen. Und die Medien ? Die 4. Gewalt ?

Dorothe Gaede | Fr, 5. Oktober 2018 - 16:26

zu häufig von der offiziell gewünschten "Haltung" ( betr. Migration,Klimaerwärmung) abweicht und um der "Keule" Populismus zu entgehen, habe ich mir ( fast ) vollständig abgewöhnt in Diskussionen einzusteigen. Ich weise zur Zeit lediglich auf wenige, aber bedeutsame, Fakten hin.
1. In keinem vom Islam dominiertem Land gibt es Demokratie.
2. Ungebremste Migration (nicht Asyl! ) zerstören unseren Sozialstaat.
3. Vergleichen Sie Deutschand vor 2015 und Oktober 2018.
Nach dieser Aufzählung werden die Roths, Göring.-E., Hofreiters....in der Regel emotional und moralisieren. Vernünftige, "nicht betreut" denkende, Menschen, können mit meinen Aussagen dann meist auch etwas anfangen. Alle anderen müssen erst eigene Erfahrungen(!) mit dem bunten Deutschland machen.......

Sepp Kneip | Fr, 5. Oktober 2018 - 17:34

Zwar hat man dem Wort Populismus ein negatives Etikett angeheftet. Dennoch sind die, die sich vor allem in Europa gegen die derzeitige Politik erheben und als Populisten hingestellt werden, diejenigen, die die Sorgen und Nöte der Populus, des Volkes und der Bürger, erkennen. Daher ist ihr Erscheinen nicht negativ, sondern positiv zu werten. Es gibt tatsächlich Leute, die die Misere erkennen, die von den Politikern verursacht wurde und wird. Sie werden aber leider, wie ein Rufer in der Wüste, nicht gehört und eben als Populisten verunglmpft. Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Übelstes Beispiel sind die Ausraster, Beleidigungen und Verleumdungen der SPD-Abgeordneten Schulz und Kahrs gegenüber der AfD im Bundestag. Für diese ist der Rechtspopulismus, was immer das auch sein soll, eine Steigerung des Populismus, der bekämpft werden muss. Nein nicht der Populismus muss bekämpft werden, sondern die Gleichgüligkeit der Etablierten gegenüber den Sorgen und Nöten der Bürger.

Jürgen Keil | Fr, 5. Oktober 2018 - 17:39

Ich bin für die Einführung eines Manipulationsbarometers für Studien von s.g. Stiftungen.
Jede dieser Studien, welche die, vom Staat mit Millionen EURO gestützten, parteinahen Stiftungen immer pünktlich zum politisch relevanten Zeitpunkt unters Volk, sorry, unter die Bürger streuen, sollte einem Manipulations- oder Propagandatest unterzogen werden. Die Ergebnisse dieser Studien sind so objektiv wie Fernsehwerbung.

Gisela Zabka | Fr, 5. Oktober 2018 - 19:13

Hier fehlt eine Kleinigkeit: Die „Populismus“-Studie wurde von Bertelsmann gemeinsam mit dem Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) erarbeitet, und das wird in der Hauptsache vom Bund finanziert, „wes Brot ich ess, des Lied ich sing“. 93 Seiten inhaltsleeres Geschwafel, sie wissen zwar nicht genau, was Populismus ist, wissen aber bis auf die Stelle hinterm Komma, dass 30,4% „der“ Deutschen populistisch und 32,8% „der“ Deutschen unpopulistisch sind. Was genau ist eine „populistische Einstellung“? Keine Ahnung. Und wie elegant es ihnen auf Seite 8 gelungen ist, die AfD in einem Satz mit der NPD unterzubringen! Und kurz vor der Bayernwahl wird dem Wahlvolk dann via dpa mitgeteilt, dass die AfD ab sofort vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Und nächstes Jahr kommt raus, dass Maaßen sich dieser Intrige widersetzt hat.

Roland Lissowski | Fr, 5. Oktober 2018 - 21:28

"Deutschlands Mitte wird immer populistischer." Wie gut, dass wir so eine "unabhängige" Denkfabrik wie Bertelsmann haben. Schon bei den "Studien" zur Bildung in Deutschland, von denen ich in meiner 40jährigen Dienstzeit als Lehrer gehört oder gelesen habe, wusste ich nie, ob ich weinen oder lachen sollte. Ist bestimmt reiner Zufall, dass Frau Mohn und Frau Merkel beste Freundinnen sind. Und garantiert hat ein gewisser Herr Soros auch seine schmutzigen Finger bei der finanziellen Unterstützung der Bertelsmann-Stiftung im Spiel. Wer diese "Studien" ernst nimmt - selbst schuld, oder unfähig selbst zu denken!

Dr. Werner Görlich | Fr, 5. Oktober 2018 - 21:29

Diese „Bertelsmannverstiftung“, bar jeder Wissenschaftlichkeit,
ist einzig eine interessengeleitete „Meinungsmachungsmaschine“!
Wer nimmt DIE noch ernst?
(aber die Medienpräsenz ist aufdringlich und überbordend)

RA Ullrich Dobke | Fr, 5. Oktober 2018 - 21:34

Ui ju jui - das sind gerade die Richtigen ...

Jean Batato | Fr, 5. Oktober 2018 - 23:21

Der Begriff hat sich eingeschlichen und sich im Gebrauch erst im Lauf der letzten 3 Jahren gefestigt, nachdem tatsächlich bei Wahlen die Volksparteien Stimmenverluste zugunsten der AfD verzeichnet haben. Damit die Stigmatisierung erst richtig verstanden wird, hat man den Zusatz rechts-populistisch hinzugefügt. Somit ist rechts ein negative Zuordnung und rechtspopulistisch ist nun eine Mahnung und folglich Ablehnung der politischen Haltung des Bezeichneten. Dabei ist eine spezifische Begrifflichkeit des Wortes Populismus nicht erkennbar. Es ist auch kein Rechtsbegriff. Wer darf wen (einen vermeintlichen Populisten) einen Populisten nennen? Die Medien insbesondere die öffentlich-rechtlichen machen einen regen und inflationären Gebrauch des Wortes, damit Personen und Parteien diskreditiert werden. Das ist keine gute politische Kultur. Man soll die vermeintlichen Verfehlungen beim Namen nennen.

Stefan Held | Sa, 6. Oktober 2018 - 07:34

Und was sind Udo van Kampen? Das ist der mit dem peinlichen Geburtstagsständchen für Merkel oder der Bertelsmann Lobbyist Elmar Brok? Das sind doch die Ober Popolisten.

Heinz Meier | Sa, 6. Oktober 2018 - 07:37

- Liz Mohn - Merkel. Noch Fragen? Bei der Gründung der Stiftung sollen lt. Google gesellschaftspolitische,
unternehmenspolitische und steuerliche Gründe eine Rolle gespielt haben. Irgendwie scheinen „schwarze Witwen“ eine bedeutende Rolle zu spielen. Vielleicht sollte das mal jemand untersuchen.

gabriele bondzio | Sa, 6. Oktober 2018 - 09:18

Der Bertelsmann- Club ist für mich schon lange keine seriöse Adresse, für die Aussagekraft einer Studie, mehr. Eher eine manipulative Vereinigung, im Regierungsauftrag.
Und der Satz: „Die Politiker im Bundestag sollten immer dem Willen der Bürger folgen“...geradezu ein Witz. Sonst hätten wir schon lange Volksentscheide.
Die größten Populisten finden sich ja im Bereich der grün-roten Agenda.
Der letzte (immer noch durch die Presse geisternde) Brüller, war eindeutig der Umsturzversuch zur Einheit in Chemnitz. Mit sechs Mann, einem Luftgewehr und ein paar Knüppeln.
Zu dem unsere Bundesjustizministerin bemerkte: „Von rechtem Terror geht reale und große Gefahr aus“.

Thorsten Rosché | Sa, 6. Oktober 2018 - 10:38

Ausschalten, abbestellen und Hirn einschalten. Die Kritiker der Elche - sind selber welche ( Elche durch Populisten ersetzen und schon stimmt's, reimt sich aber nicht ) ;-)

Andreas Klenke | Sa, 6. Oktober 2018 - 12:51

Ralf Dahrendorf hat etwas sehr Treffendes dazu gesagt: "Der Populismus-Vorwurf kann selbst populistisch sein, ein demagogischer Ersatz für Argumente.“
Punkt.

Kostas Aslanidis | So, 7. Oktober 2018 - 06:31

sind nicht Dialogfähig. Eine Meinung, eine Partei. DDR ich höre dich singen. Der Gegner on den Gulag. Genauso wird diese Scheinheiligkeit zusammenbrechen.

Christine Lamine | So, 7. Oktober 2018 - 10:43

Es handelt sich um Hubertus Knabe, der als Chef der Berliner Gedenkstätte für Stasiopfer aus dem Amt befördert wurde.
Das #MeToo-Werkzeug-Totschlaginstrument ist für unbequem gewordene Personen in Deutschland genauso gut anwendbar, wie in den USA. Nur beim WDR-Management sind sie bei zögerlich öffentlich gewordenen sexuellen Übergriffen recht wirkungslos geblieben.

Jürgen Althoff | So, 7. Oktober 2018 - 16:35

wird immer mehr zum Totengräber unserer Demokratie und zum Wegbereiter eines Totalitarismus derjenigen, die sich für die Guten halten. Wenn sich die von Bertelsmann betriebene Spaltung fortsetzt, wird es zu bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen kommen, und Bertelsmann wird von der Geschichtsschreibung als Mitverursacher benannt werden.