Frauke Petry
Will ein großes Stück vom Freiheitskuchen: Frauke Petry / picture alliance / teutopress | -

Politische Erbschleicher - Frauke Petry auf den Spuren von Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt

AfD-Gründerin Frauke Petry will mit ihrer neuen Partei „Team Freiheit“ die FDP und den Liberalismus beerben. Doch damit wird sie scheitern wie zuvor schon die Grünen – denn Freiheit ist unteilbar und verträgt keine gesellschaftspolitische Übergriffigkeit.

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Wolfgang Kubicki ist stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender und war Bundestagsvizepräsident. (Foto: dpa)

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„Irgendwie kommt mir das bekannt vor“ ist ein Gedanke, der einem – wenn man ein gewisses Alter erreicht hat – beim Durchleben bestimmter Situationen des Öfteren kommt. Deswegen ist es auch nicht ungewöhnlich, dass sich dieses Gefühl bei mir einstellte, als ich erfuhr, dass Frauke Petry eine neue Partei gründet. Nun könnte man meinen, das liege daran, dass es immerhin die dritte Parteigründung ist, an der Frauke Petry in nicht einmal anderthalb Jahrzehnten beteiligt ist: zuerst die AfD, dann die „Blaue Partei“ und nun das „Team Freiheit“. 

Natürlich kommt es einem also irgendwie bekannt vor. Aber das meine ich in diesem Fall nicht. Auch wenn ich bei Bekanntwerden der letzten Gründung schon via Social Media fragen wollte, ob sie den Guinness-Weltrekord für möglichst viele Parteigründungen in möglichst kurzer Zeit aufstellen möchte. Ich habe dann davon abgesehen, weil Frau Petry mitunter etwas arg angefasst reagiert, was meine Person angeht – was an einer, zugegebenermaßen vielleicht etwas schroffen, sitzungsleitenden Bemerkung meinerseits liegt, als ich noch Bundestagsvizepräsident und sie fraktionslose Abgeordnete im Deutschen Bundestag war. Und so ist diese kleine Pointe bitte nur als kleine ironische Randbemerkung exklusiv für treue Kolumnenleser bei Cicero zu verstehen. Ich habe, anders als große Teile der Medien und Politik, überhaupt kein persönliches Problem mit ihr, sondern ein politisches. Dazu später mehr.

Die neue Parteigründung von Frauke Petry erinnert mich nämlich weniger an ihre vorherigen Parteigründungen, sondern vielmehr an Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt. Um das zu verstehen, muss man sich gedanklich in das Jahr 2013 zurückbegeben. Es ist nämlich ein doppeltes Déjà-vu, das sich hier einstellt. Damals wie heute war die FDP, die Partei, der ich seit über 50 Jahren angehöre, aus dem Deutschen Bundestag geflogen – eine Tatsache, die schon damals nicht nur FDP-Mitglieder mit Sorge erfüllte. Denn das Fehlen des parlamentarischen Arms des politischen Liberalismus im Deutschen Bundestag ist ein Befund, den man auch aus rein staatspolitischen Erwägungen heraus nicht gutheißen kann.

2013 wollten sich die Grünen als neue Kraft des Liberalismus inszenieren

Westbindung, Ostpolitik, Deutsche Einheit: Jeder Meilenstein der bundesrepublikanischen Identität ist untrennbar mit der FDP verbunden. Und so ist es nicht verwunderlich, dass das Ausscheiden einer solchen Partei aus dem Deutschen Bundestag die Erbschleicher auf den Plan ruft. 2013 versuchten sich Bündnis 90/Die Grünen daran, sich als neue Kraft des Liberalismus zu inszenieren. Katrin Göring-Eckardt, seinerzeit Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Bundestag, attestierte, dass der „Platz der Freiheits- und Bürgerrechtspartei“ jetzt frei sei, und sie – die Grünen – „werden diese Herausforderung annehmen“. Ihr Parteivorsitzender  Özdemir ging gleich einen Schritt weiter und erklärte, dass „das Erbe des politischen Liberalismus bereits teilweise angetreten“ sei. Dass ausgerechnet die Grünen das Erbe der FDP antreten wollten war schon damals wirklich starker Tobak. In Cicero hieß es darum etwas martialisch mit Blick auf diesen Plan über die Grünen: „Die Leichenfledderer des Liberalismus“.

Ich finde den Begriff „Erbschleicher“ zutreffender. Denn die FDP war – was bewiesen wurde – noch lange nicht tot, sondern stand vor zwei herausragend guten Ergebnissen bei Bundestagswahlen. Der Erbschleicher kommt nicht nach dem Ableben, sondern schon in Erwartung desselben. 

Diese letztendlich bitter enttäuschte Erwartung der Grünen aus dem Jahr 2013 hat wohl auch dafür gesorgt, dass sie nach unserem Ausscheiden in diesem Jahr keine weiteren ernsthaften Versuche unternommen haben, sich entsprechend zu positionieren. Das wäre wohl auch noch alberner gewesen als 2013. Die Grünen haben in der Corona-Zeit ihre Bürgerrechts- und Freiheitswurzeln dermaßen gründlich trockengelegt, dass die in der Sozial- und in der Umweltpolitik ohnehin schon immer bestehende Staatsgläubigkeit inzwischen alles überlagert. Am Ende ist nahezu jeder staatliche Exzess gerechtfertigt, wenn das Ziel nur stimmt. Diese „Der Zweck heiligt jedes Mittel“-Haltung, die in den Corona-Jahren nicht nur bei den Grünen um sich griff, ist aber unvereinbar mit dem Liberalismus. Nur wer symbolpolitische Haltungsbekundungen mit Liberalität oder Fortschritt verwechselt, sieht in den Grünen noch eine nennenswerte liberale Strömung. Wahrscheinlich haben die Grünen das selbst erkannt und reisen klimagerecht auf dem Fußboden eines ICE stramm an das linke Ende des demokratischen Spektrums – und verschonen die liberale Mitte diesmal mit ihrem Werben.

Der Überdruss an staatlicher Regulierung ist eines der wichtigsten politischen Themen

Zweifellos vom anderen, vom rechten Ende kommt nun aber Frauke Petry daher und wandelt auf den Spuren von Özdemir und Göring-Eckardt. Ihr Versuch der Erbschleicherei ist aber weitaus länger vorbereitet als der der Grünen seinerzeit. Schon zu Zeiten der Ampel ätzte sie scharf gegen die FDP und buhlte um diejenigen, die sich enttäuscht von uns abwandten. Man muss ihr insoweit ein gesundes politisches Gespür attestieren, denn die Enttäuschung weiter Teile unserer Anhängerschaft war ja nicht ohne Grund. Nicht der Bruch, sondern das Festhalten an der Ampel in ihrer damaligen Politikgestaltung hat die FDP in Umfragen in die parlamentarische Todeszone geführt – im Januar 2024 sogar erstmals auf drei Prozent. 

Im Prinzip kopiert Petry nur, was die damals noch gemäßigtere AfD in ihrer Gründungsphase vor 2013 schon bei der CDU vollzog: die enttäuschten Anhänger aufsammeln, in unerbittliche Gegnerschaft zu ihrer alten Partei bringen und dann eine vermeintlich bessere Version des Originals anbieten. Weder die CDU damals noch die FDP heute kann daraus wirklich einen Vorwurf ableiten, denn solch ein Unterfangen wird nicht gewagt, ohne dass die Angegriffenen vorher schwere strategische Fehler gemacht haben. Und noch etwas hat Frauke Petry richtig beobachtet: Der Überdruss an staatlicher Regulierung ist eines der wichtigsten politischen Themen. Weswegen sie sich ganz unbescheiden gleich in die Tradition von Javier Milei stellt und seinen „Afuera“-Ruf ebenso verwendet wie seinen radikalen Freiheitsruf „¡Viva la libertad, carajo!“ (Es lebe die Freiheit, verdammt!).

Die Mitgründerin zweier dezidiert konservativer bis erzkonservativer Parteien als Gesicht einer neuen, selbsternannten disruptiven Freiheitskraft in Deutschland – da braucht man entweder besonders viel Chuzpe oder besonders viel politische Flexibilität. Bestenfalls beides. Frauke Petrys Versuch, sich als politische Sachwalterin der Freiheit in Szene zu setzen, ist nämlich nicht weniger bizarr als der von Özdemir und Göring-Eckardt zuvor. Denn wie die Grünen ist Frauke Petry ja kein unbeschriebenes Blatt, sondern hat ein schon sehr eindeutiges politisches Œuvre vorzuweisen. So endete 2014 beispielsweise ihr Hang zur Freiheit beim englischen Liedgut. Über die Bild am Sonntag ließ sie wissen, dass sie es „stört“, wenn in deutschen Familien nur noch „Happy Birthday“ gesungen wird. Folgerichtig hat der von ihr geführte Landesverband der AfD gleich mal einen „höheren Anteil deutschsprachiger Titel“ in Radio und TV gefordert. Aber das ist nur die Spitze eines Eisbergs an politischen Übergriffigkeiten, die Frauke Petry offensiv und lautstark vertrat. Eine Mutter solle etwa möglichst drei Kinder zur Welt bringen, um das „Schrumpfen des deutschen Volkes“ zu verhindern – aber idealerweise bitte in einer Mutter-Vater-Kind-Konstellation. Die Ehe für alle lehnte sie vehement und lautstark ab. 

Frauke Petry sucht Repräsentationslücken im politischen Spektrum

All diese politischen Meinungen kann man meinetwegen haben, aber es ist das Gegenteil von liberal, politisch zu steuernde Familienleitbilder für die Gesellschaft zu entwerfen und den Anteil am deutschen Liedgut politisch bestimmen zu wollen. Und es passt auch nicht zu ihrem selbsternannten Idol aus Argentinien. Über dessen Einzelforderungen kann man trefflich streiten, aber nicht darüber, dass er sie alle aus einem ganzheitlichen Freiheitsbegriff entwickelt. Daher wäre es durchaus interessant zu erfahren, ob Frauke Petry Mileis Haltung zur Eheschließung homosexueller Paare und zur Legalisierung von Cannabis teilt, wenn sie schon mit seinen Schlachtrufen durchs Land zieht.

Frauke Petry war noch vor wenigen Jahren Bundesvorsitzende einer Partei, deren Landesverband in Schleswig-Holstein beispielsweise Internet-Sperren für „Pornographie“ und „Magersucht“ forderte – und so kurioserweise den Trusted-Flagger-Leitfaden von Klaus Müller schon früh antizipierte. Sie gründete daraufhin eine Partei, die sie in die Tradition der CSU stellte und auch deswegen die Farbe Blau für den Parteinamen wählte. Ihr gesamtes politisches Wirken beruht auf konservativen bis nationalkonservativen Positionen. An der Außenwand ihres Büros im Sächsischen Landtag soll folgerichtig laut Spiegel ein Porträt von Otto von Bismarck gehangen haben.
Nun posiert sie mit Milei-Rufen – und das sind wirklich zwei politische Leitbilder, die schwer übereinanderzubringen sind. Es zeigt: Frauke Petry sucht nicht die Freiheit, sie sucht Repräsentationslücken im politischen Spektrum. So wie es Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt damals auch taten.

So tut man sich natürlich leicht mit ätzender Kritik an der FDP und ihrer Regierungsperformance, denn wer die eigene Haltung so biegt, kommt nie in die Verlegenheit, Kompromisse zu schließen, die die Grenzen des Zumutbaren für diese Haltung erreichen. Er kommt auch nie in die Gefahr, diese Grenzen im politischen Ringen zu überschreiten. Es ist wohl zutreffend, dass die FDP in der Ampel dieser Gefahr zum Teil erlegen ist. Aber der daraus resultierende Schmerz ist immer noch besser als der Versuch, das gesamte politische Dasein auf wiederholter politischer Erbschleicherei aufbauen zu wollen. Und da ich nicht nur Kolumnist, sondern auch stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP bin, sei mir auch der zarte Hinweis erlaubt, dass die Erbschleicherei 2025 genauso zum Scheitern verurteilt ist wie 2013.

Frauke Petry, Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt eint der Denkfehler, Freiheit nur auf bestimmte Themen zu verengen. Bei den Grünen dachte man, ein bisschen Bürgerrechtspartei, und schon hat man den Platz der FDP eingenommen. Frauke Petry denkt, ihre wirtschaftsliberalen Forderungen machen ihre erzkonservative politische Vita vergessen. Wer für die Freiheit eintreten will, kann zu unterschiedlichen Bewertungen in Einzelfragen kommen – zu sehr unterschiedlichen sogar. Aber über die Frage, ob Freiheit teilbar ist, kann es keinen Dissens geben. Wirtschaftspolitische Freiheit und gesellschaftspolitische Übergriffigkeit – die von links und von rechts kommt – ergeben keine liberale Partei. „Ein bisschen Freiheit“ ist kein liberales Konzept.

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Theo Lackner | Sa., 26. Juli 2025 - 09:48

Kubicki schreibt über Petry und Özdemir, zielt aber wohl vor allem auf die eigenen Leute. Vergeblich, die Leiche wird nicht wiederauferstehen.

Ernst-Günther Konrad | Sa., 26. Juli 2025 - 10:14

weiß und kann nachempfinden, wenn eine Partei obsolet wird. Wer, wenn nicht die FDP, die in der Ampel mit einem Justizminister Buschmann mit an der Spitze hat die Übergriffigkeit des Staates zelebriert und etliche Gesetze konzipiert, unter denen wir Bürger noch heute zu kauen und zu leiden haben. Wer, wenn nicht die FDP hat bei Corona genauso mitgemacht und das GG faktisch in Teilbereichen geschliffen und ausgehebelt. Und da will uns eine Frauke Petry jetzt erzählen, wir bräuchten "ihre" Liberalität"? Sie wird und sie muss scheitern. Warum? Die FDP im Original ist schon überflüssig, das braucht die Welt kein Abziehbildchen.
Sorry, ich habe nichts gegen Frau Petry, sie hatte aber ihre Chance in der AFD. Und viel neues bietet sie auch nicht. Hatten wir alles schon und was hat es gebracht? Eben.

Frauke Petry hatte ihre Chance in der AfD. Warum ist sie davongerannt? Aus Stutenbissigkeit? Weil sie einer Alice Weidel intellektuell einfach nicht gewachsen war? Weil Sie plötzlich nicht mehr Nr. 1 war? Seither stolpert sie durch die liberal-konservative Politik und kriegt nichts mehr auf die Reihe. Auch Ihre neue "Idee" taugt nichts. Sie sollte in die AfD zurückkehren und nochma ein paar Dienstgrade weiter unten anfangen. Außer, sie verträgt sich absolut mit Frau Weidel nicht. Dann soll sie draußen bleibe und sich ihren zahlreichen Kindern widmen. Einen auf Krampf zu machen, wird nichts bringen. Man kennt sie aus der AfD und da war sie nicht schlecht. Also, aus ist raus - das ist nunmal so.

Doch alles!" - frei nach Johann Wolfgang von Goethe ...

Perty sucht nicht wirklich nach einer 'Repräsentationslücke im politischen Spektrum'..., sie sucht einfach nur nach einem warmen Plätzchen im Plänum - nicht mehr und nicht weniger. 😉

Frau Petry (und ihr Mann) hat schon immer ihre materielle Sicherstellung im Auge gehabt, offenbar eine bequemere Art das Geld (anderer Leute)abzuzocken als in der freien Wirtschaft, wo sie auch tätig war und gescheitert ist. Wahrscheinlich sollten wir diese Dame tatsächlich ein wenig tiefer hängen, ihr nicht so sehr idealistische als materialistische Motive unterstellen...

Ich sehe es genau so wie Sie.
Beide - Herr Kubicki mit seiner FDP u. Frau Petry - h a t t e n ihre Chancen. Sie haben sie vergeigt. Gewogen und zu leicht befunden.
Die Herausforderungen für die politisch Handelnden werden immer größer.
Not u. Bedrohung von Wohlstand und friedlichem Leben in D wachsen täglich. Da braucht es Politiker von anderem Format. Bloß sind diese weit u. breit nicht zu entdecken.
Wenn überhaupt, kann echte Rettung nur noch von integren Menschen kommen, denen das Schicksal ihres Landes ein Herzensanliegen ist, während sie das eigene hintanstellen.
Persönlichkeiten, wie Sie Graf von Stauffenberg um sich versammelte, könnten diese Rettung bringen, doch ich fürchte: Es gibt sie nicht mehr in der Zahl, wie Sie im Jahre 1944 in Deutschland vorhanden waren - auch nicht in der AfD.
Dennoch ist es diese Partei, in der m. E. noch die meisten zu finden sind, welche gesunden Menschenverstand besitzen u. den Anspruch erfüllen wollen, den Bürgern tatsächlich zu "dienen".

Jens Böhme | Sa., 26. Juli 2025 - 10:17

Sicherlich wird Team Freiheit im Parteienspektrum nichts reißen. Deshalb die Liberalität ausschliesslich der FDP umzuhängen, ist eher eine Verlustangstkolumne. Grundsätzlich gilt, dass die Liberalität im fortschreitenden und aggressiveren Klassenkampf zwischen Links und Rechts unter die Räder kommt. Ein solcher Meilenstein war das Ranwanzen der FDP an Linksgrün in einer Regierungskoalition. Ergebnis: hoher Bogenflug aus Bundestag und ein verpeilter FDP-Verkehrsminister.

Thomas Veit | So., 27. Juli 2025 - 11:07

Antwort auf von Jens Böhme

immer aggressiveren Klassenkampf zwischen Links und Rechts geopfert - absolut richtig!!Und

Ließt man/Frau das FDP-Partei- oder Wahlprogramm (Kemmerich/Th.) oder andere Liberale Grundsatzpapiere oder (gute) Kolumnen... ..., dann ist das (mir zumindest) völlig unverständlich... ... 🤔

Echte Liberalität sollte unbedingt weiter zu unserem Parteienspektrum gehören - das ist wichtig!

Schaut man heute so durch die Reihen... ... - da ist nicht viel... ..., und einer Frauke Petry im Opportunist*innen-Modus nehme ich wirklichen Liberalismus einfach nicht ab, der verträgt nämlich nicht allzu viel Opportunismus, wie am Ergebnis des letzten Regierungswirkens der Liberalen hierzulande gut betrachtet werden kann... ...

Petry soll(te) bei der AfD anfragen, ob sie 'wieder mitmachen kann...', auf Kreisebene. Dann stehen ihr in einer bürgerlichen AfD doch alle Türen offen..., was will man/Frau mehr...? 😉

Achim Koester | So., 27. Juli 2025 - 11:15

Antwort auf von Jens Böhme

Dass die FDP sich der Ampel an den Hals geworfen hat, ist nicht nur ihre eigene Entscheidung gewesen, sondern beruhte großenteils auf dem Druck des Mainstreams. Lindner hatte Recht mit seinee Devise "lieber nicht regieren als schlecht", aber danch sind Presse und TV wie Hyänen über ihn hergefallen und haben die FDP in diese unselige Koalition gedrängt. Mit Schützenhilfe deselben Medien hat man der FDP die Schuld am Versagen der Ampel zugeschrieben, was letztendlich zu ihrem Aus geführt hat. Für Merz hätte ich mir die FDP als Koalitionspartner weit mehr gewünscht als den Erpresser Klingbeil.

Gerhard Hellriegel | Sa., 26. Juli 2025 - 10:20

Sonntag: Die Menschenwürde ist unantastbar und die Freiheit unteilbar.
Montag: Die Menschenwürde wird angetastet und die Freiheit geteilt.

Christa Wallau | Sa., 26. Juli 2025 - 14:02

Antwort auf von Gerhard Hellriegel

Das nennt man Realitätssinn.

Urban Will | Sa., 26. Juli 2025 - 10:34

lässt Sie authentisch wirken. Ich sehe es auch so, dass Petry eher die Lücke sucht und nicht die Freiheit.
Aber Sie können es ihr nicht übel nehmen, solange Ihre Partei diese Freiheit nicht wiedergefunden hat. Der Deutschen Hang zur Freiheit ist leider recht begrenzt, er war schon mal bedeutend ausgeprägter. Das kommt Ihnen natürlich nicht zugute. Dass Sie jeden bekämpfen, der auch nur in Ansätzen versucht, Ihr eh schon – leider! - recht kleines Territorium einzunehmen, ist verständlich.
Ich denke, Petry ist verheizt, ihr Narzissmus hat ihren politischen Instinkt ausgehebelt.
Was die Zukunft der FDP angeht, sehe ich keinen Partner in den Reihen der Altparteien, die sich hinter Brandmauern und sonstigem Schwachsinn verstecken und immer weiter nach links driften. Links und Freiheit haben sich noch nie vertragen.
Sie sollten den Sprung wagen und die gemäßigten Kräfte der in meinen Augen derzeit – was die Führung angeht – liberalsten Partei aufsuchen.
Dass Sie den Mut hätten, glaube ich.

Aufgerafft und mit Schwung in die AfD. Das könnte einen neuen Spirit geben. Und was die Altparteien oder die Medien krakeelen, ist eh egal. Jedenfalls wäre das ein spezieller Polithit. Und könnte dazu führen, dass weitere Wechselfreudige auch diesen Schritt wagen. Die FDP alleine und in ihrer früheren Konstitution wird es eh nicht wieder ins Bundesparlament schaffen. Da fehlen echte Zugpferde. Und Christian Lindner? Der junge Vater hat jetzt andere sorgen. Ach und man soll froh sein, ihn loszusein.

Karl-Heinz Weiß | Sa., 26. Juli 2025 - 10:56

Statt bei Frauke Petry sollte der Kolumnist wegen der Gründe für den Niedergang der FDP in deren Stammland Baden-Württemberg auf Spurensuche gehen. Dort inszenierte sich der frühere Mao-Versteher Kretschmann erfolgreich als Konservativer. Und frühere CDU und FDP-Wähler liefen im Autoland BW scharenweise zu ihm über. Jetzt, zum Abschied, übt er leise Selbstkritik.
Und der Ego-Einzelkämpfer Lindner war das Gegenteil eines Liberalen. Selbstkritik und Änderung, das wäre ein Rezept für die Auferstehung der FDP.

Walter Bühler | Sa., 26. Juli 2025 - 11:14

... in Sachen „politischer Liberalismus" als Glied der Ampel so gründlich preisgegeben, dass das zuständige Nachlassgericht (in diesem Fall der "freie Wähler") der FDP das Erbe entzogen hat - nicht zuletzt wegen der abgebrannten Brandmauer-Funktionäre wie Kubicki, Buschmann oder Strack-Zimmermann.

Die woken Ampel-Funktionäre haben den früheren Liberalismus der FDP genau so gründlich zerstört, wie die queeren SPD-Ampel-Funktionäre die frühere echte Sozialdemokratie.

"Es ist wohl zutreffend, dass die FDP in der Ampel ..." durch ihre Funktionäre ihre Identität verloren hat. Da mache man sich keine Illusionen.

Nee, nee, HINTERHER / hilft da kein Gerede mehr.

Nix für ungut.

Johannes Renz | Sa., 26. Juli 2025 - 12:01

Zumindest in Österreich zeigen etwa die Neos, wie es gehen könnte. Aber daraus kann man nicht unbedingt auf Deutschland schließen.

Die Neos sind , ähnlich wie Volt, eine eher linke Retortenpartei. Gehören eher zu den Leichenfledderern.

Markus Michaelis | Sa., 26. Juli 2025 - 13:09

Alle Parteien in D, besonders aber Grüne, SPD, Linke stehen für Freiheit, Menschenrechte, Demokratie, Menschenwürde, Rechtsstaat, Gerechtigkeit, Heimat, Offenheit etc. Da man selber alles Gute besetzt, sind politisch Andersdenkende grundsätzlich dumm oder bösartig. Die obigen Ideen können (und müssen) sich natürlich auch ergänzen, aber oft stehen sie im scharfen Gegensatz zueinander und die Kunst ist das Austarieren zwischen ihnen.

Generell ist unserer Gesellschaft das Bewusstsein dafür eher verloren gegangen - alle wollen eher ohne Widersprüche alles Gute besetzen, alle anderen sind böse.

Neue Parteien darf man gerne gründen. Wenn es wieder nur Vertretungen des All-Guten für alle Menschen sind, sehe ich nicht den Mehrwert.

Markus Michaelis | Sa., 26. Juli 2025 - 13:14

Freiheit ist nicht einfach Ehe für Alle, auch nicht der Durchmarsch des Regenbogens. Das kann man machen, muss man aber nicht. Freiheit ist selber machen zu können und das steht, wie alles andere auch, im Widerspruch zu anderen Zielen. Freiheit ist dabei insbesondere (aus meiner Sicht) nicht das Recht einer Gesellschaft aufzwingen zu können, welche Werte sie besonders schützen und feiern soll. Das ist vielleicht Gleichheit, vielleicht will man das als Menschenrecht auffassen (würde ich nicht), aber es ist nicht Freiheit.

Freiheit ist eher die Idee der Koexistenz, das eine Gesellschaft A feiern oder fördern will, ich oder meine Gruppe aber B leben will.

Thorwald Franke | Sa., 26. Juli 2025 - 13:45

Als FDP-Parteisoldat ist Kubicki der falsche Mann, um vor einer gesellschaftspolitischen Übergriffigkeit auf die Freiheit zu warnen. Denn genau das war und ist die FDP: Gesellschaftspolitisch übergriffig. Die FDP ist definitiv eine linksliberale Partei. Kubicki sollte das zugeben. Es ist kein Zufall, dass die Grünen einst glaubten, sie könnten diese FDP beerben, denn da gibt es eine Seelenverwandtschaft. Kubicki sollte lieber schweigen, denn er ist nur noch der Bosbach der FDP.

Zu Frauke Petry: Der Punkt ist, dass es die "reine" Freiheit nicht gibt. Kubicki ist ein Träumer. Jede Freiheitspartei hat ihre "Farbe". Die FDP ist linksliberal. Und Frauke Petry tendiert mehr nach Mitte-Rechts als nach Mitte-Links. Daran ist aber nichts Falsches. Denn gegen einen linken Zeitgeist wird die Freiheit gegen Links verteidigt. Kubicki hat unfreiwillig eine Menge Werbung für Frauke Petry gemacht. Dass er dazu haarsträubende Beispiele heranzog: Geschenkt.

Peter Sommerhalder | Sa., 26. Juli 2025 - 14:09

wäre die Chance gewesen für die FDP.

Wieso die FDP diese Gross-Chance nicht genutzt hat, bleibt für mich ein ewiges Rätsel…

Lieber unter 5% als über 10%, ich verstehe es einfach nicht…

S. Kaiser | Sa., 26. Juli 2025 - 14:41

Ist das nicht etwas wohlfeil?
Unabhängig davon, ob die Einschätzung von Petry nun so stimmt oder nicht, es stünde der FDP, jetzt nach dem zweiten Rauswurf aus dem Bundestag, mehr Selbstreflexion und Demut an.
Denn wie heißt es im letzten Absatz so treffend:
„Wirtschaftspolitische Freiheit und gesellschaftspolitische Übergriffigkeit – die von links und von rechts kommt – ergeben keine liberale Partei.“
Et voilà, für ‚von links‘ gilt seit der Ampel: quod erat demonstrandum.

"Nach dem Selbstmord die Erbschleicher geißeln …." - Vielleicht hätte die FDP statt zur Bundestagswahl 2025 anzutreten, ihr politisches Testament verfassen und mitteilen sollen, wer die Liberalität beerben dürfe oder ob diese endgültig offiziell begraben wird.

Ingofrank | Sa., 26. Juli 2025 - 14:54

Ich weiß es nicht genau ist’s von Petri die III. Partei, die sie anführen möchte …..
Nun ja, des Menschens Himmelreich oder sein
„Parteien-Reich“ ….
Noch eine „Spitterpartei“ mit „O“ Chancen in der BT gewählt zu werden. Als Alternative zur Alternative ? Kampf gegen eine 25 % Partei mit dem Potential, den links grünen Block in die Wüste (samt Wüst 👍 & Günther …… Merz wird davonlaufen, weil ihm Sozen die Pistole an die Stirn halten werden, spätestens beim Thema Bürgergeld …..) zu schicken ? Gemeinsam mit den Etablierten ? Das hat bei der FDP auch funktioniert ? Und als reine liberale Partei eines Genschers, Möllemanns, Baums , Sebst an den Selbsdarsteller Lindner kommt sie intellektuell nicht ran …..Machen lassen ….. vielleicht bekommt sie einige CDU ler und SPD ler, von der FDP ist nicht viel übrig von „denen“ kann sie nicht existieren…..
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

Elisa Laubeth | Sa., 26. Juli 2025 - 16:10

Wahrhafter Liberalismus hatte es in Deutschland schon immer schwer. Denn er ist für das Individuum anstrengend. Man lebt hier lieber im Kollektiv. So viel vorab.
Es war eine angeblich liberale Partei namens FDP, die den Liberalismus endgültig zu Grabe getragen hat. Es war die intellektuelle Dürre, das hinter- dem Zeitgeist- Hinterherhecheln, das die Partei für bürgerlich-konservative, aber dennoch freiheitlich gesinnte Wähler unwählbar gemacht hat. Man war zu gern auch progressiv und vermeintliche Avantgarde.
Als Lehrbeispiel wird das sog. Selbstbestimmungsgesetz, illiberal, identitär und dazu noch handwerklich schlecht gemacht, in die curricula der Politikwissenschaft eingehen wenn es um den Niedergang von bürgerlichen Parteien geht.
Freiheit sei unteilbar? Die FDP hat sie doch selbst aufgeteilt. Freiheiten für eine Kleinstminderheit und Sprechverbote,wahlweise Bußgelder, für die, die sich die Freiheit nehmen das Offensichtliche aussprechen: Eine Transfrau ist keine Frau. Punkt.

Peter William | Sa., 26. Juli 2025 - 17:54

ich lese den Kommentar gleich zuende, die ersten circa 30% waren unterhaltsam geschrieben und vermitteln einen Eindruck aus einer anderen politischen Episode.

Die Frage die sich der Liberalismus und die FDP als parteipolitischer Vertreter dieser philosophischen Strömung stellen sollte ist doch die folgende: Wie kann es sein das die Freiheit des Individuums alle circa 30 Jahre, zuletzt sogar in kürzeren Abständen mit allen Mitteln verteidigt werden muss. Das sozusagen jede Generation aufs neue damit beschäftigt ist die Grundrechte, obwohl diese vom Grundgesetz her garantiert sind, unveränderlich, aufs neue verteidigen zu müssen und die Partei die dafür zuständig wäre, sich lieber um Gleichstellung, Selbstbestimmung und die Bekämpfung der Meinungsfreiheit durch Mitglieder eben dieser Partei und dabei keine Unwichtigen, kümmert.

Wie viel Liberalität kann sich eine Gesellschaft denn erlauben ohne zu einer Ansammlung von verantwortungslosen Individuen zu werden deren einzige Ziele ...

Ines Schulte | So., 27. Juli 2025 - 09:57

... ist vielleicht Kubicki. Aber alle wirkmächtigen FDPler? Buschmann mit dem Selbstbestimmungsgesetz, was nicht alle Einwohner mittragen wollen? Marie-L. Strack-Zimmermann wartete nicht selten mit Vorschlägen auf, z.B. zur Bundespräsidenten -Wahl: "Warum 2027 nicht ausschliesslich Frauen ins Rennen schicken?" D.h. wenn nur Frauen aufgestellt werden, können auch nur Frauen gewählt werden. Wie hoch war noch gleich der Frauenanteil bei der FDP? Zu Coronazeiten plädierte sie für eine Impfpflicht. Wie war das noch mit Kemmerich? "Er hat uns Riesenprobleme bereitet". (Die Lindner dann ja auch zu beseitigen half). Bis hin zu :"80 % der Gesetze werden in Brüssel gemacht". Dort sitzt man jetzt.

Armin Latell | So., 27. Juli 2025 - 10:29

das Murmeltier. Nein, die fdp hat nichts zu vererben, denn alles, was das irgendwann einmal gewesen sein könnte, hat sie selbst verkauft, abgegeben, hochnotgeil auf Macht. Es ist mit diesem Herrn immer das Gleiche: der Dieb ruft, haltet den Dieb. Dieser RechtsblinkenundLinksabbieger hat keinerlei moralische Berechtigung, das so zu schreiben, wie er es hier gerade praktiziert. Verlierer sind einfach keine guten Kritiker. Hätte er doch besser vorher seine Gedanken auf seine Partei, deren Zukunft, Kompass, Werte, Regierungshandeln verwendet. Mich befriedigt bei seinen Artikeln immer außerordentlich, dass er jetzt immer so erfolglos um Akzeptanz buhlen muss. Na ja, der Cicero gibt eben allen diesen Loosern eine Bühne. Denen, die es verdient haben, nicht. Nur ÜBER die wird geschrieben. Schaun mer mal...