Politiker und Corona - Kante im Haar, Nadel im Oberarm

Warum sind die Politiker hierzulande eigentlich trotz geschlossener Friseurläden anständig frisiert? Wenn sie sich in Sachen Körperpflege ein Sonderrecht herausnehmen, könnten sie sich auch impfen lassen. Das hätte zumindest Signalwirkung und würde die Impfbereitschaft erhöhen.

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Die Impfung kann auch ein symbolischer Akt sein / dpa

Autoreninfo

Christoph Schwennicke war bis 2020 Chefredakteur des Magazins Cicero.

So erreichen Sie Christoph Schwennicke:

Meine Frau meinte neulich, sie fände es ganz schön, wenn Angela Merkel sich solidarisch zeigte. Wenn auch bei ihr und dem ganzen Kabinett die Frisuren rauswüchsen und sich andersfarbige Kanten an den Haaransätzen zeigten. Wenn sie sich also nicht alle auf wundersame Weise frisieren ließen wie sonst nur noch die Fußballer.

Da hat der Friseurverband schon einen bösen Brief an den DFB-Chef Fritz Keller geschrieben und gefragt, weshalb eigentlich alle Welt aussieht wie die Römer bei „Asterix der Gallier“ nach der Einnahme eines Haarwuchsmittel, das der Druide Miraculix ihnen als Zaubertrank angedreht hat, die Fußballer aber mit professionell geschnittenen und rasierten Schädeln auf dem Platz aufliefen. 

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Hans Jürgen Wienroth | Do, 14. Januar 2021 - 19:09

Sie haben recht, wenn Sie sagen, die Bundesregierung (incl. Ministern und MP) sollte sich zuerst impfen lassen, allen voran unser Reisemeister Maas. Das würde helfen, wenn in der EU künftig nur noch reisen darf, wer geimpft ist. Da ich keine „Fernreise“ plane, kann ich anderen den Vortritt lassen.

Die Kanzlerin und ihre Entourage lassen sich bevorzugt Impfstoff verpassen, so wie bei den Oberen im rechtspopulistisch-erzkonservativen Polen geschehen - und dass, obwohl sie in irgendwelchen Ranglisten der zu Impfenden nicht die oberste Sprosse besetzen.

Wie würde der dauererzürnte Teil des Publikums wohl reagieren?

a. Wohlwollend, weil die Kanzlerin mit gutem Beispiel vorangeht?

b.Oder empört, weil die "Machthaber" mal wieder auf Kosten des "Volkes" ihre privilegierte Stellung ausnutzen?

Ich rate mal vorsichtig und tippe auf b.)

Also bekommt sie trotzdem ihr Fett weg, obwohl a) nicht zutriffe.

Zusammengefasst: Gleich was passiert, Merkel ist immer Schuld!

Und selbstverständlich spricht ihre Frisur gegen sie!

Bei Donald Trump sahen die Merkel-Hasser das naturgemäß anders: Aber der hatte ja auch die Haare schön..

Aber zu einem grossen Teil die die Trump-Bewunderer ja auch bekennende Impfgegner...seitdem es die Querdenker gibt, versteht sich.

Die Gefahr besteht natürlich, daß einige Dauererregte BILD-Leser die vorrangige Impfung von Spitzenpolitikern als Vorteilsnahme mißverstehen könnten. Die BILD könnte sich aber auf Anregung von Frau Springer etwas zurückhalten. Außerdem empfinden viele in der Zielgruppe derer, die die Impfung für sich ablehnen, z.B. Beschäftigte in der Pflege, diese ja gerade nicht als "Privileg", sondern als Gefahr. Deshalb könnte die Impf-Geste bei dieser wichtigen Gruppe durchaus vertrauensbildend wirken. Unabhängig davon bin ich der Meinung, daß es sehr wohl im Interesse der Gesellschaft ist, die wichtigsten Politiker vorrangig zu impfen. Wenn die Kanzlerin nicht systemrelevant ist, dann weiß ich es auch nicht ...

Bernd Muhlack | Do, 14. Januar 2021 - 19:36

Na klar, die Spider Murphy Gang, quasi die deutsche Version von Status Quo.

Ich habe in der Tat noch etliche Haare auf dem Kopf; mein Vater war in diesem Alter eher ein Telly- Savalas-Typ - "entzückend Baby" (im Original heißt es: "who loves yer babe?")

32 16 8 - nö, andere Nummer
"Carmen, haste Zeit?" - "FR um 9?" -"Machbar Frau Nachbar."
Sie wohnt gegenüber; eine Friseuse, Frisörin also Frisurschaffende - sagt man so?

Jeder hat solche Bekannte, nicht wahr?
Ist das gar Schwarzarbeit? - Stimmt so!
Nein, das ist systemrelevant!

Unsere Kanzlerin Dr. Merkel hat ihre Dauerfrisur, wie auch Dr. v.d.L. - ein bißchen Färben, Tönen ist doch OK - es wird zeitnah etwas grünlich gesträhnt werden!

Gallische Zaubertränke und Vakzine?
Erstere sind in der Wirkung zeitlich limitiert (Ausnahme Obelix), bei Letzteren weiß man es noch nicht. Learning by doing, vaccinating.

Eine mediale "Politiker-Impfung"?
Das kann auch NaCl sein, oder?

& Udo Walz is "locking" up on pillow7, heaven 17

herrlich, Herr Muhlack! Das war mein breitester Lacher des Abends. Danke dafür!!
Dieses Wort Frisöse/Friseuse, mir als Kind eingeimpft und für Jahre die gängige Bezeichnung ganz ohne abwertende Hintergedanken, rutschte mir das letzte Mal in meinen Dreißigern ungewollt und aus Gewohnheit gegenüber einer Frisurschaffenden über die Lippen, worauf ich instantan mit bösem Blick angeranzt wurde, sie sei keine Fritteuse. Mein Einwand, dies böse Wort entkam mir aus Macht der Gewohnheit und ich sei mir des korrekten Euphemismus bewusst, wurde nicht glaubhaft anerkannt.
Was an „Friseuse“ aber nun abwertend sein soll, ist immer noch unklar.
Noch mal vielen Dank Herr Muhlack, für Ihren Vorschlag zum nächsten Schritt in der euphemistischen Tretmühle des Haardesigns! ;)

Inzwischen sind viele Dinge systemrelevant und Vele äußerst gefährlich. Langes Haar kann ja auch die Ohren schützen, die Augen verdecken, insbesondere vor Verschwörungsmythen. Unseren Politikern kann man so was ja nicht zumuten, sie brauchen freie Sicht. Jegliches Unbill vom Bürger fernzuhalten.
In Sachsen, wo die hübschen Mädel wachsen, wird ein Flüchtlings- Aufnahmelager für Quarantäne-Flüchtlinge umgebaut. Ob allerdings Haarschnitt, Unterkunft und Verpflegung, wie bei den Erst-Insassen kostenlos angeboten wird...?
In Thüringen sind Wahlen erst mal abgesagt...obwohl hier besonders schnell gewählt werden sollte...na sie wissen schon, aus welchem Grund!

Heidemarie Heim | Do, 14. Januar 2021 - 19:47

Vielleicht lassen sich die Damen und Herren lange nicht so viel graue Haare wachsen wie wir, lieber Herr Schwennicke?! Der gemeine Mann von heute gleicht seine Haarlänge mittels Lockdown an die seiner Frau an und trägt Zopf oder einen niedlichen Dutt auf dem Oberkopf. Aber denken Sie dran, keine 2 Zöpfe! Die sind verdächtig! Den von einer Stola verhüllten Oberarm unserer Bundeskanzlerin sah ich glaube zum letzten Mal in Bayreuth? Da muss erst ein neues Blazer Modell mit abnehmbaren Ärmel her! Lasse gerade Revue passieren, wer von unseren männlichen Politikern im Achselschluss-Schiesser- Feinripp oder neudeutsch;) Tank Top eine passable Figur abgeben könnte. An vertrauensvollem Impfpersonal dürfte es jedenfalls nicht scheitern. Denn Kanzleramtschef Dr. Helge Braun ist der Mann für besondere Aufgaben. Wenigstens steht dies in seiner Job description;). Aber ich gebe auch zu bedenken, wie wenig es der Durchschnittsdeutsche im allgemeinen schätzt wenn sich jemand an der Kasse vordrängelt!!

Dr. Hermann Josef Stirken | Do, 14. Januar 2021 - 20:22

Werter Herr Schwennicke, Sie haben meinen tief Respekt für Ihren Beitrag. Sie haben recht, Merkel muß mit gutem Beispiel voran gehen und sich impfen lassen. Insbesondere in Anbetracht, dass Söder eine Impflicht ins Gespräch bringt, was insinuiert, dass dass das medizinische Personal Vorbehalte gegen den Impfstoff hegt. Merkel könnte diese Bedenken zerstreuen in dem sie sich impfen lässt. Aber Merkel fährt 12 Zylinder Audi empfängt aber Greta, fliegt mit zwei Jets. Authentizität ist da nicht zu erkennen. Es wird kolportiert, dass Mao auch immer Menschen aus dem Volk um sich herum schwimmen ließ, wenn er ins Meer ging.

Brigitte Miller | Fr, 15. Januar 2021 - 07:57

In reply to by Dr. Hermann Jo…

wollte man kontrollieren, ob Frau Merkel geimpft wird/wurde. Selbst vor laufender Kamera gibt es Ausweichmöglichkeiten : Spritzen-Atrappe oder NaCl in echter Spritze.

Hermann-Josef Stirken | Fr, 15. Januar 2021 - 12:25

In reply to by Brigitte Miller

Werte Frau Miller, na Sie haben ne Meinung von unserer BK 😉 Aber im Ernst , ja stimmt, kommt aber meistens raus

Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 14. Januar 2021 - 20:46

Politiker* impfen lassen sollten, warum man oder frau aber mit Ansatz in die Öffentlichkeit soll, erschliesst sich mir nicht.
Das kann man auch alleine.
Sie haben es nur noch nicht nötig, sich die Haare färben zu lassen, Herr Schwennicke?
Es findet sich bestimmt auch jemand im Verwandten/Freundeskreis, der die Haare schneidet.
Doch, den Luxus, es professionell machen zu lassen, würde ich Menschen, die so sehr für uns in der Öffentlichkeit stehen, zugestehen wollen, mit den entsprechenden Vorsichtsmassnahmen, warum nicht im Bundestag bzw. den Landesparlamenten ff.
Ansonsten bin ich dankbar, wenn ich zeitlich vor meinen Kindern geimpft werde.
Ich kann das Zeug dann schon mal beurteilen.

auf NZZ - über Pocket .
Zwei Dinge, die aber zusammenhängen, sind mir dabei aufgefallen.
Herr Schäuble hat diese beruhigende Wirkung auf mich, wie früher Thomas Oppermann, weil er von der Warte seiner Ausbildung und dann darüber Erfahrung in der Politik spricht, doppelt professionell also.
Dann hört man auch die Beurteilung der Lage aus genau diesen Zusammenhängen heraus.
Entsprechend klingt es fast logisch, wenn Schäuble eher für das termingerechte Impfen eintritt und dafür, sich nicht vordrängeln zu wollen.
Es ist seine Warte, wie die vieler anderer Politiker auch.
Meine ist eine andere seit geraumer Zeit, die mir m.E. andere Wahrnehmungen ermöglichte.
Politik ordnete früher, ja, aber sah sich selbst mehr in der Pflicht als heute, siehe auch Elizabeth die II. und sie scheint merkwürdigerweise mehr von den Stimmungen ihrer Wähler gewußt zu haben.
in den letzten Jahren scheint Politik jedem Ereignis nach-zu-laufen.
Es gilt Widerwillen vor-zu-beugen, statt "Straforgien zu entfesseln".

Walter Böhm | Do, 14. Januar 2021 - 21:19

Anders als in GB und Israel, wo ausreichend Impfstoff bereitsteht, würde eine Sofortimpfung der Spitzenpolitiker wegen Impfstoffmangel als Privileg empfunden.

Anstatt den bundesdeutschen Politikern das Privileg einer sofortigen Impfung zukommen zu lassen, schlage ich vor, Bewohner von Alten-und Pflegeheimen auf Staatskosten per Charter dorthin zu fliegen, "wo ausreichend Impfstoff bereitsteht"(Zitat Herr Böhm). An mangelder Solidarität dieser Länder wird es doch sicher nicht scheitern, oder?

ursula keuck | Do, 14. Januar 2021 - 23:52

Kein Wunder, das bei dem unfähigen, dilettantischen Berliner- Regierungs-Kabinett, ein in Deutschland hergestellter Impfstoff in den Impfcentren kaum vorhanden ist.
Ich vermute die Damen und Herren haben fürwahr Ihre Köpfe nur zum Haareschneiden…

Urban Will | Fr, 15. Januar 2021 - 09:23

Aber gut, man lobpreist sie - anders als dort - ja dennoch, die hoch kompetenten Vertreter der uns so unglaublich gut und intelligent durch diese Krise führenden Obrigkeit.
Und sie haben sicher noch so einiges in den Schubladen, das sie uns dann portionsweise vorsetzen werden.
Gewiss nichts schönes und da muss man schon gut aussehend daher kommen, das kennt man ja aus der Werbung. Wer nimmt einen Zottelbock schon groß ernst. Man sieht das ja bei Hofreiter, dem in der Tat großen Respekt gebührt, dass er schon lange vor Corona in Sachen Haare mit gutem Beispiel voran ging.

Aber der Rest...
Tanzt wohl, wenn die Kameras ausgeschaltet sind munter zu Tim Toupets „Du hast die Haare schön“ den Reigen, ob all der Möglichkeiten, die man nun hat, das Volk zu disziplinieren und …
dieses folgt auch noch brav und je strenger und vor allem unsinniger all die Maßnahmen daherkommen, desto besser sind die Umfragen.

Zum Haare raufen... Gut das sie so lang gewachsen sind, da geht das besser.

Ernst-Günther Konrad | Fr, 15. Januar 2021 - 09:38

Zustimmung Herr Schwennicke. Als Impfgegner habe ich bereits in einem anderen Kommentar meine Dosis für Frau Merkel als Spende angeboten. Impfgegner oder zumindest Kritiker dürften derzeit etwa 50% ausmachen, da sind nun 17 Impfdosen wahrlich keine Verschleuderung von Steuern. Ja, Menschen die Impfen ablehnen oder nur diesem in Windeseile hergestellten Impfstoff skeptisch sehen, könnten sich tatsächlich ein Vorbild an den Politikern nehmen und ggfls. ihre Skepsis ablegen.
Was meine Haare - noch immer dunkelbraun mit 63 Jahren- angeht, geht es mir ähnlich wie Herr Muhlack. Meine Nichte ist Friseurin, die besucht uns alle paar Wochen. Vielleicht haben die Politiker auch Verwandte aus dem Friseurhandwerk, die mal vorbeischauen oder gelten da die strengen Regeln nicht? Vielleicht wollen die Politiker sich auch nicht impfen lassen, weil sie selbst skeptisch sind? Bei evtl. Impfnebenwirkungen würde ihr Fehlen sicher auffallen und hinterfragt werden. Da würden einige in den Talk-Shows fehlen.

Alice Friedrich | Fr, 15. Januar 2021 - 09:43

Zumindest unser Bundeswirtschaftsminister hat gut lachen......alles kein problem für ihn.

Hanno Woitek | Fr, 15. Januar 2021 - 12:56

auch des Cicero, einmal Hans Rossling, Fact Fulness, zu lesen, Artikel"selektive Berichterstattung" ab Seite 85 zu lesen. Dann merkt man, dass die Journalisten, auch Herr Schwennicke, überhaupt kein Interesse daran haben, uns möglichst sachlich über die Geschehnisse auf und in der Welt zu informieren, sondern nur irgendwelche Aufgeregtheit, die sie irgendwie loswerden wollen um sich selbst irgendwie zu profilieren. ich empfehle in diesem Zusammenhang auch das Sonnabends Telefonat zwischen Herrn Schwennicke und Herrn Haider im Abendblatt zu Hamburg.

Kurt Kuhn | Fr, 15. Januar 2021 - 18:46

Die Hälfte der Regierungsmitglieder soll sich bitte vor der Kamera impfen lassen und die andere Hälfte nicht. Das Los soll entscheiden!
Dann kann jeder, nach Lust und Laune, über eine Hälfte schimpfen.
Gleiches gilt für den Besuch bei den "Frisurschaffenden*Innen".