Aufruf eines Physik-Professors - „Wissenschaft ist nicht politisch!“

Der renommierte Physiker Tobias Unruh beklagt eine Vereinnahmung der Wissenschaft durch die Politik im Zuge der Corona-Pandemie. Seine Kolleginnen und Kollegen ruft er dazu auf, sich dem zu widersetzen. Anderenfalls drohe ein Verlust an Glaubwürdigkeit.

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Sitz der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle / dpa

Autoreninfo

Tobias Unruh ist Professor am Institut für Physik der Kondensierten Materie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. 

So erreichen Sie Tobias Unruh:

Ziel von Wissenschaft und Forschung ist Erkenntnisgewinn. Wissenschaftler stellen Fragen und wollen Antworten finden, die möglichst allgemeingültig sind. Natürlicher Antrieb für die Wissenschaftler ist ihre Neugier. Dabei interessiert es häufig gar nicht so sehr, ob die Beantwortung einer Frage vordergründig einen absehbaren Nutzen oder gar eine praktische Anwendung hat. Wichtig ist die akribische Untersuchung der klaren Fragestellung sowie der Antworten und die Grenzen ihrer Gültigkeit.

Man könnte nun meinen, die Frage nach dem richtigen Umgang einer Gesellschaft mit ansteckenden Krankheiten sei wissenschaftlich zu beantworten. Das ist aber nicht der Fall. Es handelt sich um eine Frage, die individuell und gesellschaftlich mit jeweils guten Gründen sehr unterschiedlich beantwortet werden kann. Dabei kann nicht entschieden werden, welche Antwort richtig und welche falsch ist, denn es gibt kein absolut gültiges moralisches oder ethisches Maß, nach dem wir uns richten könnten, so sehr man sich das auch wünschen würde.

Es braucht den transparenten Diskurs

In einer pluralistischen, freiheitlichen Demokratie, entsprechend unserer bundesdeutschen Verfassung, ist das Verständnis so, dass derartige Fragen in einem gesellschaftlichen, transparenten Diskurs entschieden werden. Nicht aber lassen sich solche Fragen alleine durch wissenschaftliche Untersuchungen oder durch Bekanntmachungen von Wissenschaftlern nach dem Motto „Folgt der Wissenschaft“ beantworten. Aufgabe der Wissenschaft in einer aufgeklärten Gesellschaft ist es auch, ihren Erkenntnisgewinn der Gesellschaft verfügbar zu machen.

Und zur Erkenntnis gehört neben den harten Fakten auch das Wissen um die Grenzen des derzeitigen Erkenntnisstandes. Dieser Beitrag der Wissenschaft bildet eine wichtige Grundlage für die gesellschaftliche Entscheidungsfindung.

Wissenschaftliche Erkenntnis bedarf aber der Abwägung unter ethischen, politischen und weiteren Gesichtspunkten, um eine angemessene Antwort auf eine gesellschaftlich relevante Frage zu finden. Und so mutet es extrem befremdlich an, dass die Leopoldina, also unsere Nationale Akademie der Wissenschaften, in einer Stellungnahme zur Coronavirus-Pandemie schreibt: „Trotz Aussicht auf einen baldigen Beginn der Impfkampagne ist es aus wissenschaftlicher Sicht unbedingt notwendig, die weiterhin deutlich zu hohe Anzahl von Neuinfektionen durch einen harten Lockdown schnell und drastisch zu verringern.“

Knallharte politische Forderungen

Welche wissenschaftliche Erkenntnis besagt zum Beispiel, wann und ob eine Anzahl von Neuinfektionen zu hoch ist, dass die Anzahl von Neuinfektionen drastisch verringert werden oder dass diese Verringerung durch einen harten Lockdown erfolgen müssen? Dabei möchte ich erst gar nicht davon reden, inwieweit diese Infektionszahlen überhaupt bekannt sind (Stichworte: ungeeignete PCR-Tests, Dunkelziffer).

Es ist unerträglich, dass sich eine unserer renommiertesten wissenschaftlichen Einrichtungen unter dem Deckmantel ihrer wissenschaftlichen Expertise für knallharte politische Forderungen der derzeitigen Bundes- und Landesregierungen einsetzt. Das leistet dem Vertrauen der Bürger in unsere Wissenschaftsorganisationen und in die Wissenschaft insgesamt einen Bärendienst. Die vielstimmige, wenn auch bei weitem noch viel zu geringe Kritik am Papier der Leopoldina aus Wissenschaft und Medien und vereinzelt auch aus der Leopoldina selbst ist daher sehr zu begrüßen.

Bereits am 27. Oktober 2020 hatten die Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft und die Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz-Gemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und der Leopoldina eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der sie u.a. die „stringente Einhaltung der Maskenpflicht sowie eine Kontrolle der Hygiene-Konzepte z.B. in Hotels, Restaurants und auf Veranstaltungen“ zum Halten niedriger Fallzahlen für notwendig erachten und daher fordern, dass die Einhaltung der AHA+L+A Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske + Lüften + Corona-Warnapp) „besser kontrolliert und bei Nichtbeachtung konsequent geahndet werden“.

Anmaßende Politisierung

Hier werfen die Direktoren das Gewicht der durch sie in der Öffentlichkeit vertretenen Forschungseinrichtungen in die Waagschale, um in die deutsche Tagespolitik einzugreifen. Ein solches Handeln könnte angemessen sein, wenn es um Wissenschaftspolitik ginge. So aber ist es eine anmaßende Politisierung deutscher Wissenschaftsinstitutionen, die ihre Kompetenzen deutlich überschätzen und so ihre Glaubwürdigkeit und das Ansehen der Wissenschaft insgesamt massiv gefährden.

Und nun gibt es den Aufruf „WissenschaftlerInnen fordern europäische Strategie zur raschen und nachhaltigen Reduktion der Covid-19-Fallzahlen“ einer Gruppe von Wissenschaftlern um Prof. Viola Priesemann (MPI Dynamics and Self-Organization, Göttingen). Auch wenn dieser Aufruf bis heute lediglich von etwas über tausend Wissenschaftlern unterschrieben wurde, so ist es bezeichnend, dass sich darunter die Präsidentin der DFG und die Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft, Leopoldina, Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft und Max-Planck-Gesellschaft finden.

Auch Präsidenten von Wissenschaftsorganisationen dürfen selbstverständlich als Wissenschaftler einen Aufruf unterschreiben. Hier treten sie aber explizit in ihrer Eigenschaft als Präsident oder Präsidentin ihrer Organisation auf und sollten sich daher politisch neutral verhalten.

Doch genau das tun sie nicht, da auch dieser Aufruf völlig einseitig Stellung für die Corona-Maßnahmen der Regierung bezieht. So wird in dem Aufruf in keiner Weise eine Abwägung des Schutzes vor Ansteckung mit Covid-19 und den Folgen durch die getroffenen Maßnahmen vorgenommen, also deren Verhältnismäßigkeit diskutiert. Die konkreten Maßnahmen, mit denen die für notwendig befundene Reduktion der Covid-19-Fallzahlen erreicht werden könnten, werden in keiner Weise benannt. Dass diese wohl mit einer Totalüberwachung aller Bürger sowie exorbitanten Massentestungen auf unabsehbare Zeiten einhergehen, wird nicht thematisiert.

Der Verantwortung nachkommen!

Anstatt solche Papiere zu unterstützen, wäre es angezeigt, dass die Präsidentinnen und Präsidenten eine gesellschaftliche Diskussion über die Verhältnismäßigkeit der Corona-Maßnahmen anstoßen und einen ausgewogenen wissenschaftlichen Beitrag dazu leisten. Hierzu fordere ich alle Wissenschaftsorganisationen in Deutschland auf: Liebe Präsidentinnen und Präsidenten, bitte kommen Sie dieser, Ihrer Verantwortung nach!

Derweil reagiert die Politik auf die offensichtlich berechtigte Kritik an der Corona-Politik äußerst dünnhäutig. Als jüngstes Beispiel zeigt dies der Rausschmiss von Christoph Lütge aus dem Ethikrat der Bayerischen Staatsregierung deutlich auf. Gerade in den Beratungsgremien einer Regierung ist doch eine breite Expertise und ein weites Meinungsspektrum von wesentlicher Bedeutung, um die besten Lösungen für die gesellschaftlichen Herausforderungen zu finden. Das gilt gerade in einer derart festgefahrenen Situation wie der deutschen Corona-Politik.

Es ist an der Zeit, dass die Wissenschaftler gegen ihre politische Vereinnahmung aufbegehren. Offensichtlich kann eine solche Initiative nur von unten kommen. Die Führungsebene der Wissenschaftsorganisationen verrät die Wissenschaft an die Mächtigen, wenn sie deren Politik als aus wissenschaftlicher Sicht notwendig und somit alternativlos darstellt.

Und so ist jede einzelne Wissenschaftlerin, jeder einzelne Wissenschaftler aufgefordert und aufgerufen, seine Stimme gegen die Vereinnahmung der Wissenschaft durch die Politik und für die Freiheit von Forschung und Lehre, den offenen und öffentlichen Diskurs und eine pluralistische, freiheitliche Demokratie zu erheben.

Quirin Anders | Do, 18. Februar 2021 - 16:18

Glückwunsch zu diesem hervorragenden Beitrag, auf den wohl Viele schon lange gewartet haben.
Bedauerlich ist nur, dass die darin angesprochenen "Wissenschaftler" und Repräsentaten von Forschungseinrichtungen ihre wissenschaftliche Seriosität aufgegeben haben, frei nach dem Motto "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing".
Bedauerlich weiter, dass es immer noch Richter in Deutschland gibt, die - entgegen ihrer Aufgabe - unkritisch übernehmen, was so genannte Wissenschaftler, und sei es methodisch noch so unwissenschaftlich und fragwürdig, an Texten absondern, Hauptsache es sind regierungstreue Positionen, die ins eigene (wenn auch öfters limitierte) Weltbild passen.
Daher wäre es wichtig, sehr geehrter Herr Unruh, dass Ihr Beitrag nicht nur dem (wohl eher überschaubaren) Kreis der Cicero-Leser bekannt wird, sondern einem sehr viel breiteren Publikum.
Bleibt zu hoffen, Sie finden dafür Mittel und Wege. Nochmals danke und viel Erfolg!

Der Beitrag bringt das derzeitige Dilemma auf den Punkt: wie wissenschaftlich ist Wissenschaft und sind die Institutionen der Wissenschaft. Oder sind sie in dieser Gesellschaftskrise, ausgelöst durch Corona, nur willfährige Erfüllungsgehilfen der bestellten "wissenschaftlichen" Untermauerung politischer Meinungen und Entscheidungen: cuius enim panem manduco, carmina canto - wes Brot ich ess des Lied ich sind. Man muss befürchten, letzteres ist die Realität. Was allerdings noch erschreckender ist, dass ist die Aggressivität, mit der wissenschaftlich begründete abweichende Meinungen diskreditiert und deren Vertreter verunglimpft und wie Pestkranke aus dem Wissenschaftsbetrieb und der gesellschaftlich notwendigen Diskussion rausgemobbt werden. Schlimme Zeiten!

Ich halte den Artikel für Unsinn. Wissenschaftler sind nicht nur Wissenschaftler sondern auch Menschen. Newton, bsw, hat nicht nur wissenschaftlich Bedeutendes geleistet, sondern verstand sich auch als Theologe und Alchemist. Er war also tief in den Wirren seiner Zeit verstrickt. Heutigen Wissenschaftlern geht es nicht anders, mit unterschiedlichen Gründen. Der Politik zu Diensten zu sein, kann unterschiedliche Nutzen bringen, es ist nicht schwer sich da etwas auszudenken. Übrigens, die Promotionen von Politikern zu Nonsensthemen und die Ehrendoktorgrade sind weitere Felder, wo man gerne der Politik zu Diensten ist. Das ist sonst auch nicht anders: Die Wirtschaft ist da auch ganz groß. Statt eine Moral hoch zu halten, die in der Realität kaum anzutreffen ist, sollte man eher die Realität aufzeigen: Sagen was ist, statt das was sein sollte. Erinnert mich an das mit der Haltung im Journalismus.

Quirin Anders | Do, 18. Februar 2021 - 18:22

In reply to by Robert Müller

Niemand will Personen, die als Wissenschaftler oder (etwa als Repräsentant von Forschungseinrichtungen) für die Wissenschaft arbeiten, das Recht absprechen, sich zu irgendetwas zu äussern. Doch darum geht es hier offensichtlich nicht.
Wer in seiner Eigenschaft als Mensch seine persönlichen Ansichten (hier verstanden als Gegensatz zur Mitteilung von wissenschaftlich fundierten Forschungsergebnissen) äussern will, der mag das gerne tun, allerdings ohne jeden Hinweis auf seinen beruflichen Status oder seine Funktion.
Wenn es nur um Menschen und ihre Ansichten geht, trägt der Status nichts zur Sache bei; er vermag insbesondere niemals Sachargumente zu ersetzen.

Wer aber seinen - noch dazu mit unseren Steuermitteln finanzierten - beruflichen Status als Wissenschaftler oder Wissenschaftsrepräsentant zur Propagierung persönlicher Ansichten und/oder für politische Statements gebraucht, missbraucht damit seine Position und handelt anstössig, gleich, was die Motivation sein mag.

Richtig. Es geht darum in welcher Rolle man welche Aussage trifft. Es ist schlimm genug, dass die staatliche Gewalt letztlich Repräsentanten wissenschaftlicher Organisationen für ihre Politik vereinnahmt hat. Aber auch, das Repräsentanten diese wissenschaftliche Position ausnutzen, um darin ihre individuelle Meinung zur Pandemie zu kleiden, damit sie besonders kraftvoll und möglichst ohne Widerspruch adaptiert wird. Das ist in höchstem Maße unethisch und verhindert im schlimmsten Fall den wissenschaftlichen Diskurs und stört eine möglichst freiheitliche Debattenkultur.

Günter Johannsen | Fr, 19. Februar 2021 - 14:25

In reply to by Robert Müller

Es ist schon sehr auffällig, dass seit 2014 (Beginn der Flüchtlingskrise!) in den Medien die vermeintlichen Politik-Wissenschaftler wie Pilze aus dem Boden schießen! Noch erstaunlicher ist, dass diese Experten zumeist links und Gewerkschafter sind oder SPD-nah bzw. in der Grün-LINKEN verwurzelt. Mein Eindruck ist, dass die Politik ihre Entscheidungen und Alleingänge nicht mehr plausibel erklären kann und deshalb "fremde Hilfstruppen" - Spezialisten, Experten und Politik … „Wissenschaftler“ - zur Untermauerung des nicht mehr Erklärbaren hinzuziehen muss!

bruno leutze | Fr, 19. Februar 2021 - 18:17

In reply to by Robert Müller

kann ich zustimmen, bis zu dem Punkt, wo sie sich den falschen "Gegensatz" zwischen Politik und Wissenschaft als zu klären, bereinigen wünschen.
Der Autor, der eine gewollte o. materiell hergestellte Abhängigkeit d. Wissenschaft von Politik+Wirtschaft fordert, unterliegt der Vorstellung, eine nicht zielbestimmte sondern allein von Erkenntnis geleitete Grundlagenforschung, die gerade die Physik gegenstandsbedingt eigen ist, sein Ausdruck einer nutzungsfreien, unabhängigen Wissenschaft.
Es ist der bürgerliche Staat, der solchen scheinbaren Elfenbeinturm schafft, bsw. um Grundlagenwissen seiner Gesellschaft, insbesondere der Ökonomie zur Verfügung zu stellen. So bestimmt ist bürgerliche Wissenschaft ,im Gegensatz zur archaischen Philosophie bzw. individualisierten Forschung - die ebenfalls nicht zweckfrei sondern vom forschenden Wissenschaftler interessens- bzw. problembedingt betrieben wurde- wie bei Leonardo, um davon zu leben!?

Wolfram Fischer | Sa, 20. Februar 2021 - 00:13

In reply to by Robert Müller

Gottlob haben wir heute andere Zeiten. Zu Newtons Zeiten war es z.B. "normal" an Hexen zu glauben und es richtig zu finden, diese zu verbrennen (nun gut, die gibt es heute auch noch, sind aber eine völlig irrelevante Randnotiz).
Insofern wird man heute - nach z.B. Aufklärung und Brechen kirchlicher Allmacht - an Wissenschaftler heute andere intellektuelle und ethische Maßstäbe anlegen dürfen als an zwar helle, aber eben doch in Ihrer aus heutiger Sicht "rückständigen" Zeit eingebundene Menschen wie den von Ihnen zitierten Newton. Nicht der Artikel ist Unsinn, sondern den Wandel der Zeiten zu ignorieren und alle Menschen unabhängig von ihrer Zeit "über einen Kamm zu scheren".

„Einen größeren Schaden als Corona-Leugner haben im vergangenen Jahr wohl Experten angerichtet, die immer wieder gegen wissenschaftlich begründete Maßnahmen argumentiert haben, zum Beispiel Jonas Schmidt-Chanasit und Hendrik Streeck.“ Für wen hält sich Prof. Drosten? Für Gott? Der Gott der Virologen? Ich will ihm ja nichts unterstellen, aber in der untergegangenen DDR gab es auch solche "Wissenschaftler", die sich für ihre Reputation bzw. Karriere vom DDR-Regime instrumentalisieren ließen. Auf diese Gedanken komme ich, weil ich glaube, auch im Bereich der Wissenschaft gilt, was in der Demokratie gilt: „Man kommt sich nur näher, wenn man sich nicht zu nahe kommt!“
Und "Wissenschaft ist NICHT politisch!"

Denn den von Ihnen beschriebenen öffentlich ausgetragenen "Streit" zwischen Wissenschaftlern hat es ja wohl in Ihrer DDR nie gegeben.

Selbstverständlich passiert auch in der Wissenschaft, was in der Politik Alltag ist: Das es unterschiedliche Meinungen gibt.

Allerdings ist wissenschaftlich viel mehr nachprüfbar, und wer Empirie durch Ideologie oder Meinung ersetzt, fällt durch.

Das hat mit irgendwelchen Unrechtsregimen weniger als Nichts zu tun.

Herr Streeck widerspricht sich nun mal mit Vorliebe selbst, unterschreibt Montags ein Papier, indem er einen Lockdown ablehnt, um Mittwochs in einer Talk-Show zu behaupten, er habe das nicht so gemeint.

Immerhin hat er die Courage gezeigt, gegen Falschaussagen der AfD öffentlich vorzugehen oder die wirren Thesen eines Herrn Bhakdis auseinanderzunehmen; einem ehemals angesehenen Wissenschaftler, der sich wie z.B. auch ein Herr Wodrag, längst wie üblichen Corona-Verharmloser aufführt.

Ein sehr guter Artikel , den ich schon meinem Sohn gemailt habe.
In der DDR sagten wir teilnahmslos & ablehnend enttäuscht:
"Die Genossen (da oben) werden sich schon was dabei gedacht haben......."

Karl-Heinz Weiß | Do, 18. Februar 2021 - 16:24

Dieser Beitrag kommt zum richtigen Zeitpunkt-danke.
Für mich ich seit 2015 unbegreiflich, wie eine promovierte Physikerin ihr Handeln unter den Primat der Alternativlosigkeit stellt. Nach meiner Erinnerung wählte sie dieses Studienfach, weil ihr die SED-verordnete Alternativlosigkeit missfiel. Leider ist kein Nachfolger absehbar, der diesen unseligen politischen Pfad verlassen will. Deshalb: mehr solche Stimmen aus der Wissenschaft-trotz einer Forschungsministerin aus der Hotelbranche.

Herr Weiss, die Handlungen Frau Dr. Merkels sind für mich nicht unbegreiflich. Diese Frau hat gemerkt, dass sie ihren Absprung vor der letzten Bundestagswahl aus Eitelkeit verpasst hat. Nun setzt sie mit einer Politik der "verbrannten Erde" alles daran, ihre Nachfolger als unfähige Paladine erscheinen zu lassen, welche die Folgeerscheinungen der Corona-Krise nicht in Griff bekommen können. Höchstwahrscheinlich hofft sie, dass sie durch den zu erwartenden Kontrast doch noch als Lichtgestalt in die Geschichtsbücher einzugehen.

Ronald Lehmann | Fr, 19. Februar 2021 - 01:16

In reply to by Manfred Sonntag

Auch wenn ich so oft Inhaltlich bei Ihnen bin, aber .....

Die Frau Merkel hat nichts "aus Eitelkeit verpasst" & Sie weiß auch GANZ GENAU, was Sie tut & wie Sie es tut.
Ihr habt Sie & vor allem die gebürtigen Altbundes-Bürger in jeglicher Hinsicht immer nur unterschätzt (einschließlich des Herrn Kohl) & Sie für Machtbessen erklärt.
Ihr geht es nicht um den Rahmen & auch um kein Geld. Viel schlimmer & leider habt ihr Altbundesbürger durch euer erfolgreiches Leben & Schaffen den "Blick" für die "Gefahr" mehr wie verloren (Diese Aussage bitte mit viel Respekt für euer Leben verstehen!). Wie vor fast 100 Jahren.

Im Sozialismus-MdI: Nichts, aber auch wirklich nichts & erst recht nicht das aller kleinste Detail wird dem Zufall überlassen!!!

In solchen Köpfen ist der Plan fundamental eingemeiselt!!!

Und sollte es einen wirklichen "Widersacher" zur Frau Merkel geben, dann glaube ich erst, wenn ich nach den vielen Reden auch seine Taten nachverfolgen kann.
Alles andere ist für mich .....

Gisela Fimiani | Do, 18. Februar 2021 - 16:26

Vielen Dank für einen Beitrag, der der offensichtlichen Notwendigkeit Rechnung trägt, über Sinn und Verantwortung von Wissenschaft aufzuklären. Derzeit wird dem Bürger die Erkenntnis zu Teil, dass Wissenschaft an der Eitelkeit, Arroganz, Selbstüberhebung verantwortungsloser sogenannter Wissenschaftler zu Schanden zu gehen droht. Ein böses Omen. Zu Schanden geht mit solcher „Wissenschaftlichkeit“ die freiheitlich bürgerliche Gesellschaft. Widerständische, authentische Wissenschaftler lassen Hoffnung schöpfen.

Ja, liebe Frau Fimiani, wir dürfen uns tatsächlich über Wissenschaftller wie den Wirtschafts-Ethiker Prof. Lütge freuen, der es gewagt hat, sich dem allgemeinen
Trend des "betreuten Denkens" zu entziehen und seinen eigenen Standpunkt zu vertreten.
Dazu gehört heute leider viel Mut,
obwohl es doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, daß a l l e Argumente, die gebildete Menschen zusammentragen,
mit der nötigen Neutralität in einem unabhängigen Gremium besprochen werden, ohne daß ihnen deshalb der Rauswurf durch die Politik droht.

Wir können nur hoffen, daß endlich m e h r Menschen aufwachen und erkennen, was in Deutschland schon längst sehr eingeschränkt ist und ganz zu verschwinden droht:

Nichts Geringeres, als die FREIHEIT von Wissenschaft und Lehre!

Tomas Poth | Do, 18. Februar 2021 - 16:31

Die politisierte Wissenschaft wird ebenso zum Problem wenn sie auch Sätze unterstützt wie 99% der Wissenschaftler sagen/glauben/sind sich ziemlich sicher/unterstützen die Aussage daß ... oder dergleichen.
Selbst nur ein Abweichler kann die richtige Erkenntnis erforscht und publiziert haben. Aber der Neid und die Eitelkeit der 99% verhindert die Anerkennung.
Es ist nicht nur die politische Übergriffigkeit gegen die der einzelne Wissenschaftler sich zu behaupten hat, sondern auch noch gegen das allzu menschliche Verhalten seiner Kollegen, wer liebt schon den Überflieger.
Wenn dann auch noch die Medien, sei es aus mangelnder Fähigkeit das erforschte zu verstehen und zu durchdringen oder durch Parteiergreifung versagen, dann haben wir die Situation wie sie derzeit ist.
Von den Geistes("quassel")Wissenschaften will ich gar nicht erst anfangen.

Markus Michaelis | Do, 18. Februar 2021 - 16:41

Ist schon passiert - zumindest bei mir, und ich denke bei einigen anderen auch. Es geht auch nicht nur um Corona. Ich bin etwa ein großer Fan davon, etwas gegen den Klimawandel zu tun, aber die Art wie das politisch verkauft und von der Wissenschaft teils flankiert, teils getrieben wurde, hat das Vertrauen in die Wissenschaft beschädigt. Das Vertrauen, dass unsere Wissenschaftler sich für die richtige und gute Sache einsetzen, hat es vielleicht erhöht, aber das in die Wissenschaft beschädigt. Das gilt auch für Gesellschafts- Geschichtswissenschaften zu vielen Themen.

Dazu gehört auch, dass mein Vertrauen in weite Teile der gebildeten Gesellschaft gelitten hat - so sehr ich alle als Menschen oder Freunde schätze. Aber nach welche Kriterien da geurteilt oder verurteilt wird, kann ich weniger nachvollziehen als früher. Mein Eindruck ist, dass man sich mehr als früher einer höheren Wahrheit verpflichtet fühlen.

"Ich bin etwa ein großer Fan davon, etwas gegen den Klimawandel zu tun [...]"

Das meinen Sie doch sicherlich nicht wörtlich. Den Klimawandel gibt es, seit es auf unserem Planeten ein Klima gibt. Wenn Sie meinen, man sollte etwas gegen die angeblich menschengemachte Erderwärmung tun - neuerdings alarmistisch 'Erderhitzung' genannt -, dann sollten Sie das sagen.

ich schätze ihre Kommentare hier sehr. Die Art, wie sie ihre Fragen anbringen, verrät eigenständiges und fundiertes Denken. Ich muß ihnen sehr oft beipflichten. Denn das fehlt hierzulande: Denken - fundiert und eigenständig. Das was ausgesprochen wird in der Öffentlichkeit ist fast immer unterkomplex begründet und unterschlägt zu vieles. Die Basis der Äußerungen ist viel zu oft kaum erkennbar - außer das die Protagonisten irgendwie "woke" sein wollen. Strukturiertes Denken ist offensichtlich nicht "woke", was sehr bedauernswert ist und offensichtlich auch Wissenschaftlern nicht immer gelingt... Dem Autor deises Cicero-Beitrages ist beizupflichten. Er stellt m. E. die richtigen Fragen an seine Kollegen. Die Frage ist nur: Ist es vielleicht schon zu spät? Ich sehe keine Gegenbewegung, die relevant für eine Umkehr zur vernunftgeleiteten Wissenschaft oder Politik wäre. Die Schere zwischen Anspruch und Wirklichkeit in unserem Kulturraum ist viel zu groß und sie wird immer größer.

Karl Kuhn | Do, 18. Februar 2021 - 16:42

Fachfremdes Virtue Signalling verbreitet sich derzeit wie die Pest.

"Auch Präsidenten von Wissenschaftsorganisationen dürfen selbstverständlich als Wissenschaftler einen Aufruf unterschreiben. Hier treten sie aber explizit in ihrer Eigenschaft als Präsident oder Präsidentin ihrer Organisation auf und sollten sich daher politisch neutral verhalten.
Doch genau das tun sie nicht, da auch dieser Aufruf völlig einseitig Stellung für die Corona-Maßnahmen der Regierung bezieht."

Die Einseitigkeit der Stellungnahme ist nicht das Hauptproblem, sondern dass die Präsidenten dieser Organisationen zu solchen letztlich fachfremden Stellungnahmen gar nicht legitimiert sind. Und selbst wenn sie sicher sein könnten, dass eine Mehrheit ihrer Mitglieder sich genau diese Stellungnahme wünscht, so wäre sie doch dumm: erstens ist Wissenschaft kein demokratischer Abstimmungsprozess, und zweitens sollte man nicht riskieren, einen Teil der eigenen Mitglieder zu entfremden, und sei es nur eine Minderheit.

Manfred Sonntag | Do, 18. Februar 2021 - 16:50

Herr Prof. Unruh, ich stimme Ihrer Stellungnahme hundertprozentig zu. Es ist aber ein schon mehrere Jahre dauernder Prozess, welcher die MINT Wissenschaften immer mehr verdrängt. Ersetzt werden die von pseudolinksliberalen Ideologen eroberten Gebiete durch nicht nachprüfbare Pseudowissenschaften wie "Gender". Jene Verdrängung beeinflusst auch die Universitätsleitungen. Die Folge sind die von Ihnen beschriebenen unwissenschaftlichen Erklärungen und Verlautbarungen von politisch ideologischen Marionetten. Leider ist dieser Prozess schon sehr weit fortgeschritten. Am deutlichsten erkennt man den tendenziellen Niedergang der Bildung in den Ergebnissen der PISA Tests. Aber auch an den Hochschulen ist das Fiasko unübersehbar (https://www.achgut.com/artikel/vier_jahrzehnte_bildungsvergleich_erfolg…) . Hauptgrund für diese rasende Fahrt in die Niederungen der Bedeutungslosigkeit ist die Priorisierung der Ideologie. Wir lernen nicht aus der Geschichte.

Dieter Freundlieb | Do, 18. Februar 2021 - 16:50

Als pensionierter Hochschullehrer kann ich mich dem Autor sowie dem Vorredner Quirin Anders nur aus voller Überzeugung anschließen. Die hier thematisierte Politisierung der Wissenschaft ist unerträglich und widerspricht aufs Gröbste den Regeln, die für eine Politikberatung durch die Wissenschaft selbstverständlich sein sollten. Politische Entscheidungen sind von Natur aus normativ und schon aus diesem Grund nicht auf der Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen allein rational entscheidbar. Wer seine/ihre Autorität als Wissenschaftler oder Wissenschaftlerin ausnutzt, politischen Meinungen zusätzliche Autorität zu verleihen, handelt auf absolut unzulässige Weise unethisch.

Natürlich haben Wissenschaftler genau wie die anderen das Recht und auch die Pflicht, sich sozial und politisch zu engagieren. Natürlich dürfen sie ganz unterschiedliche politische und soziale Haltungen besitzen. Natürlich finanzieren Staat und Gesellschaft die Wissenschaft, damit ihre Lebensgrundlagen sicherer und besserer gestaltet werden können.

Aber wie der Arztberuf sich durch den hippokratischen Eid von anderen Berufen unterscheidet, so muss ein Wissenschaftler in seinem Fachgebiet über eine extrem enge Bindung an den Wahrheitsbegriff verfügen. Nur die fundamentale Orientierung auf eine über- oder transsubjektive Wahrheit macht den Wissenschaftler aus, obwohl das, was gerade als wahr gilt, sich ständig ändert und von keinem Menschen jemals vollständig "gewusst" werden kann.

Damit die Gesellschaft BRAUCHBARE Ratschläge aus der Wissenschaft erhalten kann, muss sie ihr die Freiheit für die Wahrheitssuche lassen.

Andernfalls: "Wo nun das Salz dumm wird, womit soll man salzen?"

Stefan Jarzombek | Do, 18. Februar 2021 - 16:50

Wir kennen die Geschichte des Galileo Galilei nur zu gut und hier ist es im Fall Corona, wie mir scheint, nicht die Kirche deren Weltbild zu erschüttern droht, sondern das Weltbild von Angela Merkel und Jens Spahn, welches sich lediglich auf die Wissenschaft des Herrn Droste beruft.
Mir kommt die Covid 19 Pandemie schon deshalb hoch politisch vor, da sonst gewisse Regeln und Gesetze niemals beschlossen und abgesegnet würden. Es war vor gut einem Jahr noch nicht einmal denkbar so zu agieren, wie es die Bundesregierung derzeit tut.
Ich halte das alles für sehr bedenklich,da ich nicht daran glaube, daß die Maßnahmen irgendwann wieder zurück genommen werden. (Inzidenzwert 50,35,10...etc.)

Rainer Mrochen | Do, 18. Februar 2021 - 17:07

wie beschrieben ist betroffen . Die Mainstream Medien sind es schon lange. Ich wage mir nicht auszumalen, wenn unsere Rechtswissenschaften, unser Gerichtswesen einen ähnlich fatalen Weg einschlagen. Es ist so schon kaum noch möglich an irgend eine Form Wahrhaftigkeit zu glauben. Von Ehrlichkeit spreche ich erst gar nicht. Alles zu konzertiert.

Hubert Sieweke | Do, 18. Februar 2021 - 17:16

sondern darum, dass sich die Institute der Wissenschaft dem enormen Druck der Politik beugen und Gefälligkeitsadressen erstellen. Das hat zum einen nichts mehr mit Demokratie zu tun, zum anderen zeugt es davon, dass verantwortlicher Direktoren und Professoren zu Lakaien mutiert sind, die abhängig von teils ungelernten Politikern operieren.
Sie sollten sich das Nürnberger Tribunal in Sachen General Keitel ansehen um zu erkennen, dass lakaienhafte Unterwerfung am Ende bestraft wird.
Es wird immer unverblümter seitens der Politik gefordert und niemand hat mehr die Kraft, sich dagegen aufzulehnen. Er wird als Rechter beschimpft.
Damals wurde man als Bolschewik beschimpft und der Staat rechtfertigte seine Diktatur, heute sind es Rechts, aber die Abschaffung der Grundrechte ist ähnlich.
In ein bis zwei Jahren ist es um diese Republik geschehen, rette sich wer kann.... in die Schweiz!

Romuald Veselic | Do, 18. Februar 2021 - 17:21

Suizid auf Raten befinden, denn Wissenschaft selbst ist ein Zeuge, der für die akustisch-visuelle Projektion, komplett divergente Wahrnehmung empfindet. Indem die klügeren die Köpfe zusammengelegt haben u. nach Auswegen suchen. Diejenigen, die sich politisch vereinnahmen lassen, sind die Komplizen der schlimmen Folgen, die uns noch bevorstehen. Der jetzt angerichtete Wertetrümmerhaufen, ist nur eine andere Variante dessen, was nach dem 30-Jährigen Krieg in Mitteleuropa zu bewältigen gab. Das Sterben nach Covid19, wird nicht aufhören, nur man wird das anders nennen. ZB Postcovid Mortalität. Diese Seuche ist nicht die letzte.
Frage ist, warum Fledermäuse solche gefährliche Seuchen übertragen? Wieso nicht die Pinguine? Und ob die Überbevölkerung nicht ein Aspekt dessen ist, was die Globalpandemie in sich trägt oder begünstigt.

Norbert Heyer | Do, 18. Februar 2021 - 17:25

Wer hätte das gedacht? Hier mahnt ein Wissenschaftler seine Kollegen, sich nicht für Geld zu verkaufen. Die reine Lehre soll wieder im Vordergrund stehen, nicht irgendwelche Gefälligkeits-Gutachten oder Aussagen, mit der die Richtigkeit der politischen Maßnahmen bestätigt wird. Er hat völlig recht, diese Krise kann nicht nur wissenschaftlich bekämpft werden. Auch ganz profane Dinge wie Emotion und menschliche Empfindungen müssen eine Rolle spielen. Man darf Schutzmaßnahmen nicht derartig überziehen, dass vielen Selbständigen die Existenz genommen wird. Er mahnt auch die Einseitigkeit der Maßnahmen durch genehme
Experten an, gerade im Austausch unterschiedlicher Standpunkte ist die Chance viel größer, zu besseren Lösungen zu kommen. Aber ich träume mal wieder - nie im Leben wird die bestimmende politische Klasse den einmal eingeschlagenen Weg verlassen und Vielfalt der Meinungen fördern. Sie brauchen auch immer Schuldige, wenn die getroffenen Maßnahmen sich als falsch herausstellen.

Ernst-Günther Konrad | Do, 18. Februar 2021 - 17:28

Ales was Sie schreiben trifft meine Vorstellung von Wissenschaft. Und ja. Die Wissenschaft fängt gerade an ihre gesamte Reputation zu verlieren, wenn sie sich politisch, egal von wem, vereinnahmen lässt. Es wird Zeit, dass Wissenschaftler aufbegehren, sonst wird ihr Anspruch, den sie so treffend benennen -Ziel von Wissenschaft und Forschung ist Erkenntnisgewinn - ad absurdum geführt.
"Es ist an der Zeit, dass die Wissenschaftler gegen ihre politische Vereinnahmung aufbegehren." Egal, wo sie angestellt sind und in welchem Wissenschaftsbereich sie tätig sind. Letztlich ermöglicht der Bürger durch seine Steuern der Wissenschaft zu forschen. Das sollten die Damen und Herren niemals vergessen. Politische Neutralität ist das Gebot der Stunde und keine Haltungswissenschaft. Wenn alle aufbegehren und sich aus Räten und Beiräten und Beraterstäben zurück ziehen, wenn einer von ihnen gegängelt wird, zeigt das auch in der Politik Wirkung. Wehrt Euch endlich, sonst glaubt Euch keiner mehr was.

Dr.Andreas Oltmann | Do, 18. Februar 2021 - 17:34

Danke an den Cicero für die Veröffentlichung dieses Artikels.
In meinen Augen ein großartiger Beitrag zur Diskussion, die von den Lockdown-Befürwortern und einseitig panikmachenden sog.Wissenschaftlern in den Medien verbreitet wird.
Er schließt sich nahtlos an den Artikel von Prof. Lütge an und verbreitet etwas Hoffnung, dass es noch mehr der Wissenschaft verpflichtete Professoren gibt, die diese Argumente öffentlich wiederholen und einfordern.
Großer Dank und Anerkennung an Herrn Prof.Unruh - Virchow würde stehend applaudieren!!

Klaus Damert | Do, 18. Februar 2021 - 17:44

"Und nun gibt es den Aufruf „WissenschaftlerInnen fordern europäische Strategie zur raschen und nachhaltigen Reduktion der Covid-19-Fallzahlen“ einer Gruppe von Wissenschaftlern um Prof. Viola Priesemann (MPI Dynamics and Self-Organization, Göttingen). Auch wenn dieser Aufruf bis heute lediglich von etwas über tausend Wissenschaftlern unterschrieben wurde, so ist es bezeichnend, dass sich darunter die Präsidentin der DFG und die Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft, Leopoldina, Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft und Max-Planck-Gesellschaft finden." - Das reicht, damit haben sich diese Leute nicht als Wissenschaftler, sondern als Büttel von Frau Merkel gezeigt. In der Wissenschaft, wenn diese noch so etwas wie eine Ehre hätte, müssten diese Leute aus ihren Funktionen sofort entfernt werden.

Karl Kuhn | Do, 18. Februar 2021 - 20:29

In reply to by Klaus Damert

"diese Leute nicht als Wissenschaftler"

Die Präsidenten von Fachgesellschaften sind ja auch samt und sonders schon lange keine Wissenschaftler mehr, sondern (meist politisch protegierte) Wissenschaftsfunktionäre.

Wolfgang Jäger | Do, 18. Februar 2021 - 18:03

Wenn sich Wissenschaftler wie hier Prof. Unruh so äußern, dann sollte das wirklich alle alarmieren. Über Jahre hin hat sich der Staat bzw. eine sozialistisch-grüne Meinungsführerschaft ihre Domänen in allen möglichen Bereichen erobert. Heimlich still und leise. Und jetzt bemerkt man allmählich, wo wir stehen. Wenn die Wissenschaftsfreiheit in ideologische Korridore gepresst wird, dann sind wir an einem Punkt angelangt, wo der Weg zur Aushebelung der Demokratie und der allgemeinen Beschränkung der Freiheit vorgezeichnet ist. Die Corona-Krise lässt nun dieses Phänomen klar hervortreten. Denn ein Staat, in welchem sich ein „Netzwerk Wissenschaftsfreiheit“ gegründet hat, offenbart eine eklatante Schieflage. Noch kann man gegensteuern. Aber man braucht Mut. Und Verbündete in der Wissenschaft. Und man muss die Verantwortlichen in der Politik zur Rede stellen. Wenn das System nur noch Linientreue kennt, die alles unkritisch umsetzen, was die Politik vorgibt, dann ist die Freiheit am Ende.

Yvonne Stange | Do, 18. Februar 2021 - 19:55

Professor Unruh, ich ziehe den Hut vor Ihnen. Ein sehr mutiger Artikel, die sicher eine gesellschaftliche Ächtung nach sich ziehen wird. Ich sehe leider keine Hoffnung mehr, da noch irgendwas zu retten, wenn diese willfährige Staatsnähe doch reiche Pfründe und Vorteile hat. Da wirft man alles über Bord, selbst den nicht vorhandenen Charakter. Geld stinkt nicht. Und Karriere will man ja auch machen - sonst kein Geld.... ein Teufelskreis. Ich wünschte mir mehr von Ihrer Sorte!! Sehe aber leider niemanden.

Alexander Mazurek | Do, 18. Februar 2021 - 20:32

... echt nicht?
Wie sprach "damals" der GröFaZ zu Herrn Rauschning:
"Die Fachmänner aber, die in ihren Gedankenschemata hängen wie die Spinne im Netz, unfähig, etwas anderes als ihr ewig gleiches Netz zu spinnen, denen kommandieren Sie nur, und Sie werden sehen, auf einmal kommen sie mit einem ganz anderen Entwurf an. Fachmänner können immer anders, als sie zuerst dachten. Am Ende läuft das Ganze darauf hinaus, dass, wenn wir nur ernsthaft wollen, die Sachverständigen uns schon mit dem Material bedienen, das wir benötigen."
Der Mann hat's erfasst und mit der Rassenkunde wie Eugenik genutzt, heute geschieht es mit gender science und dem Klimawahn, "die Wissenschaft" ist zum Instrument der Revolution des Nihilismus verkommen.

Urban Will | Do, 18. Februar 2021 - 20:42

wirkten, war Deutschland eine Diktatur. Die Wissenschaft lieferte viele (nicht alle!) Grundlagen als Begründung für all den Wahnsinn.
Willfährige, schwache Weißkittel „bewiesen“ oder lehrten das, was widerliche Braunkittel hören wollten.

Dieser Vergleich, wenn er überhaupt hier erscheint, ist in Teilen gewagt und wirkt überzogen und er wird wieder die üblichen Reaktionen der Untertanen und blinden Befolger der in Teilen mehr als widersinnigen Corona - Maßnahmen hervor rufen. Aber prinzipiell passt er.

Das, was Herr Unruh hier zu Recht beklagt, war eines der vielen, aber sehr intensiv behandelten Themen bei den Aschermittwochsreden der als „rechtsradikal“ stigmatisierten, letztverbleibenden Bürgerpartei in Deutschland.
Der Komplott aus Politik, Medien, Kultur und jetzt leider auch Wissenschaft wird weiter den Weg gehen, den die Obrigkeit vorgibt, da muss man sich keine Illusionen machen.
Und am Ende, irgendwann, wird man sich wieder fragen: wie konnte das alles geschehen?

René Maçon | Fr, 19. Februar 2021 - 05:27

"Dabei kann nicht entschieden werden, welche Antwort richtig und welche falsch ist, denn es gibt kein absolut gültiges moralisches oder ethisches Maß, nach dem wir uns richten könnten, so sehr man sich das auch wünschen würde."

Wohl wahr! Aber dann schauen Sie sich doch bitte auch einmal den politischen Aktivismus an, den der "Deutsche Rat für Nachhaltige Entwicklung" sein Jahren nun schon mit Steuergeld und ohne gesetzliche Grundlage seit Jahren betreibt!

Kai-Oliver Hügle | Fr, 19. Februar 2021 - 07:58

Leider werden wir nie erfahren, wie die Diskussion hier laufen würde, hätte die Bundesregierung vor einem Jahr einen anderen Weg eingeschlagen. Bekanntlich ist man z. B. in Schweden einer anderen wissenschaftlichen Empfehlung gefolgt; einer Empfehlung, die hier nicht als "politisiert", "arrogant" o.ä. kritisiert wird - und die dem Land UMGERECHNET mehr als zehnmal so viele Corona-Tote beschert hat wie Norwegen und Finnland - und nun auch eine Lockdown-Debatte.

https://www.rnd.de/politik/dritte-welle-schweden-bereitet-moglichen-loc…

Warum belässt man es nicht bei einer sachlichen Kritik an den Empfehlungen der Wissenschaftler, auf deren Grundlage die Exekutive agiert?
Ich vermute, weil die Wissenschaft auch in anderen Bereichen zu Ergebnissen gekommen ist, die man einfach nicht akzeptieren WILL. Deshalb wird sie grundsätzlich diskreditiert, um sie auf das Niveau unqualifizierter Meinungsäußerungen herunterzubrechen. Durchschaubares Manöver...

Brigitte Simon | Fr, 19. Februar 2021 - 18:49

Die Akademie der Wissenschaftler Leopoldina be-sitzt ein Wissen von 363 Jahren. Also ein alter Mief. Dennoch macht die Akademie weiterhin wissenschaftliche Politik. 80 % von deren Budget ist sie dem Staat wert. Eine schwierige Balance für Objektivität.

Im Wissenschaftssystem geht es um den Erwerb und Erhalt von Wissen, in der Politik dagegen um den Erhalt der Macht - wobei weder Wissen noch Macht Selbstzweck sein muß. Wissen ist die Vor-aussetzung für unsere Orientierung in der Welt. Macht ist die Voraussetzung für politisches Ge-stalten.

Schwierigkeiten sind allerdings zu erwarten, weil Wissenschaft und Politik aufgrund unterschiedli-
cher Rationalitäten handeln, einander aber brau-
chen.

Politiker wie Wissenschaftler empfinden eine schwierige Beziehung zueinander. Experten werden eingesetzt, um politische Positionen zu legitimieren.

Unbehagen empfindet die Wissenschaft. Die fragwürdige Unwirksamkeit und Verwendung der erarbeiteten Gutachten verschwinden oft in der
Schublade.

Christian Haustein | Mo, 22. Februar 2021 - 00:17

So wie es leider einen politischen Islam und Christdemokraten gibt, braucht es auf Menschen, die nüchterne und kritische Positionen vertreten. Wir brauchen, mehr Erkenntnisorientiertes handeln. Theorien und Denken ist absolut überbewertet. Lieber der Spaßverderber und Buh Mann sein, wie den Möchtegern-Aufgeklärten, von links oder regierungstreuen Theoretikern das Feld zu überlassen. Die Welt braucht mehr Pragmatismus und echten Liberalismus, der zeigt was geht und was nicht.