Gauweiler
Peter Gauweiler / picture alliance / Geisler-Fotopress | Bernd Elmenthaler/Geisler-Fotopr

Peter Gauweiler und eine sehr alte Idee - Die CSU braucht Grundsätze, nicht die bundesweite Ausdehnung

Es gärt in der CSU. Markus Söder regiert zwar erfolgreich, aber die Wahlergebnisse sind für weiß-blaue Verhältnisse bescheiden. Da kommt das Urgestein Peter Gauweiler mit einem Uralt-Vorschlag um die Ecke: Die CSU solle auch außerhalb Bayerns antreten.

Hugo Müller-Vogg

Autoreninfo

Dr. Hugo Müller-Vogg arbeitet als Publizist in Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zu politischen und wirtschaftlichen Fragen, darunter einen Interviewband mit Angela Merkel. Der gebürtige Mannheimer war von 1988 bis 2001 Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

So erreichen Sie Hugo Müller-Vogg:

Ob der Heilige Geist beteiligt war, als CSU-Vize Manfred Weber in seinem fünfseitigen „Pfingstbrief“ dem großen Vorsitzenden Markus Söder die Leviten las? Wohl kaum. Was der Chef der Europäischen Volkspartei (EVP) zu Papier brachte, hatte mit dem „Brausen vom Himmel“, wie es in der Bibel heißt, wenig zu tun. Es war vielmehr eine ganz irdische, knallharte Kritik an Söder, der eindeutig gemeint war, obwohl Weber seinen Namen gar nicht erwähnte: dass der CSU Konzepte fehlten, dass Klick-Zahlen nicht das entscheidende Kriterium sein könnten und dass der Partei eine Grundsatzdiskussion gut tun würde. Das alles zielte eindeutig auf Söder ab.

Cicero Plus

Ohne Abo Lesen

Mit tiun erhalten Sie uneingeschränkten Zugriff auf alle Cicero Plus Inhalte. Dabei zahlen Sie nur so lange Sie lesen – ganz ohne Abo.

Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

Thomas Hechinger | Sa., 30. Mai 2026 - 12:37

„Markus Söder regiert zwar erfolgreich...“
Ein typischer „Müller-Vogg“. Einfach mal so rausgehauen, ohne Zusammenhang, ohne Beleg. Zumindest haben die bayrischen Wähler Herrn Müller-Voggs „erfolgreiches Regieren“ nicht nachhaltig bemerkt. Immerhin ein Fortschritt: Die AfD, einmal erwähnt, bekommt kein „einordnendes“ Adjektiv beigefügt.

Die Strategie mit der Ausdehnung der CSU auf das gesamte Bundesgebiet ist 1976 krachend gescheitert. Der in Worten starke Franz-Josef Strauß hat weiche Knie bekommen und ist vor Helmut Kohl zu Boden gegangen. Wie man unter den gänzlich anderen Bedingungen von heute auf die Idee kommen kann, dieses Rezept von Uroma hervorzuholen, die noch über dem Holzfeuer in der Küche kochte, kann nicht einmal Herr Gauweiler erklären. Es kommt mir vor, als würde jemand zur Stärkung der Verteidigungsbereitschaft der Bundeswehr vorschlagen, die Kavallerie mit Araber-Pferden auszurüsten.

Christa Wallau | Sa., 30. Mai 2026 - 12:41

völlig freien Politikers.
Er umarmt Bäume, wenn er es für angebracht hält, und er haut markige Sprüche der Kritik an der Energiepolitik heraus, sobald er meint, dies käme gerade gut an bei den Leuten.
Gleichzeitig läßt er das letzte Atom-Kraftwerk in Bayern sprengen.

Kurz: Söder ist als purer Machtmensch ein Opportunist reinsten Wassers!

Also hat Gauweiler natürlich recht, wenn er fordert, daß die CSU wieder G r u n d s ä t z e
braucht. Was denn, bitte, sonst?
In einem Umfeld, in dem linke Parteien (SPD, Die Linke, GRÜNE) ihre sozialistischen Grundsätze gnadenlos vertreten, braucht es unbedingt
konservativ-liberale Parteien, die mit ihren festen Positionen dagegen halten.
Das muß doch jedem Klardenkenden einleuchten.
Aber ich fürchte: Söder macht weiter wie bisher!

Ingo Frank | Sa., 30. Mai 2026 - 13:25

geht genau so der A…..rsch auf Grundeis, wie derer im AdenauerHaus mit “Abstieg für Deutschland“ und beigelegten Austrittsgesuchten……
Der einzige Unterschied, in Bayern gibts noch den Hubsi mit seinen Freien Wählern neben der AfD und einem Söder, der noch bei über 30% liegt, und einer halbwegs funktionierenden Wirtschaft, die allerdings sich auch im Niedergang (BMW) befindet.
Ein „Bäumeumarmer“ & „Bienenversteher“ und damit letztlich einer, der sich dem Grün linken Zeitgeist anbiedert, auch wenn er’s m u anderes behauptet, ist nicht besser als Merkel, Seehofer,Scholz & Merz.
Und einer rot grün verstrahlte CSU, hat nach Öffnung bundesweit, ebenso keine Zukunft mehr. Die Zeiten sind längst vorbei.
MfG a d Erfurter Republik

C. Schnörr | Sa., 30. Mai 2026 - 13:39

... Grundsatzdiskussion, wenn dann exakt das Gegenteil des Ergebnisses zwecks Machterhalt durchgesetzt wird? Herr Söder, der seinen Vorgänger, Herrn "Wendehofer", in dieser Hinsicht verblassen lässt, steht mit dem Wortbruchkanzler auf einer Stufe, was Berechenbarkeit anbelangt, nur dass er weniger linkisch öffentlich auftritt und sich äußert.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa., 30. Mai 2026 - 14:06

den sich auch die CDU überlegen sollte, ohne nun ihrerseits nach Bayern ausgreifen zu müssen.
Es gibt in der Tat in der Bundesrepublik ein evtl. hohes "Potenzial" Mitte-Rechts, das die Merkel-CDU eher abschreckte, die Merz-CDU aber nicht wirklich zurückgewinnen kann oder möchte und wohl auch nicht als Adressat bei der FDP genannt wird?
Die vielfältigen Krisen begünstigen eine Auffächerung von Wählerinteressen?
Das derzeitige Auffangbecken für diese Stimmen scheint mir neben Freien Wählern die AfD, die aber starke nationale Interessen setzt.
Wir waren meines Erachtens im Westen schon sehr viel weiter und das möchte ich weiter gestärkt sehen.
Allerdings könnte das zu Lasten der FDP, ja sogar der SPD gehen.
Derzeit im Fokus steht für mich aber auch die Überlegung, wie man die AfD zurückdrängen kann.
Das sollte hier im Forum Niemanden verwundern.

R.Blank | Sa., 30. Mai 2026 - 17:30

CDU, FDP und auch die SPD kranken an einer fundamentalen Spaltung in ihrer Wähler- und Mitgliederschaft. Einerseits die liberal Wertkonservativen und auf der anderen Seite die Linken, die sich als Neue Mitte bezeichnen. Das führt dazu, dass diese Parteien nicht handlungsfähig sind, weil sie diese Gegensätze nicht mehr unter einen Hut bringen können. Die CSU ist an diese uneinige CDU gekettet und wird von ihr mit in den Abgrund gezogen.
Warum also nicht neu denken und die alten Pfade verlassen? Lieber mit untergehen anstatt neu zu denken? Sind die Freien Wähler nicht schon eine konsequente Abspaltung von der CSU? Und jetzt wächst auch die AfD in Bayern. Da erscheint mir eine bundesweite Neuaufstellung der CSU, eine Trennung von der CDU und eine konsequentere konservative Programatik durchaus als erwägenswerte Alternative. Das könnte auch eine bundesweite Alternative für verzweifelte AfD Wähler werden.

Peter William | So., 31. Mai 2026 - 12:07

als die CSU noch Volkspartei war durfte es keine Partei rechts von ihr geben. Anstatt auszuschließen wurden diese Teile in die CSU integriert. Träumt weiterhin von alter Stärke ihr "Mitte"-Politiker.