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Ein Mann mit AfD-Fahne in Bautzen kommt mit Gegendemonstranten ins Gespräch Foto: Daniel Schäfer/dpa

Ostbeauftragter Wanderwitz - Anhaltende Wählerbeschimpfung

Für den Ostbeauftragten der Bundesregierung, Marco Wanderwitz, sind viele Ostdeutsche für die Demokratie verlorene AfD-Wähler. Doch vielleicht hat der Erfolg der AfD auch mit Fehlern der etablierten Politik zu tun. Das ist die eigentliche Frage, der nachgegangen werden sollte.

Autoreninfo

Mathias Brodkorb war Finanzminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern und gehört der SPD an.

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Porträt Mathias Brodkorb

Als Claus Peymann am 8. Juni 1966 in Frankfurt am Main das Stück eines 23-jährigen Jurastudenten zur Ur-Aufführung brachte, löste es Tumulte aus. Die Rede ist vom heutigen Literaturnobelpreisträger Peter Handke und seiner legendären „Publikumsbeschimpfung“. Handke legte das Werk als reines Sprechstück an und zielte auf zweierlei ab, erstens auf die Überwindung des epischen Theaters, wie es Bertolt Brecht vertrat, und zweitens auf die Kritik des Beschweigens der deutschen Mittäterschaft im Fall Auschwitz.

Der Mechanismus, um beides zu erreichen, bestand darin, nicht irgendeine Handlung, sondern das Publikum selbst und dessen Erwartungen an das Funktionieren von Theater als eine Art Metapher der Selbstreflexion zum Gegenstand des Sprechstücks zu machen. Es endete in einer eruptiven, minutenlangen Publikumsbeschimpfung. Teile des Publikums stürmten während der Ur-Aufführung aus Protest die Bühne.

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Arno Josef | So, 11. Juli 2021 - 09:28

Herr Wanderwitz scheint unter extremen Gedächtnisschwund und/ oder linker Propaganda zu leiden. Hatte die AfD bei den Europawahlen 2014 in Deutschland nur 7% und in Sachsen 2014 von 10%, so stieg der Anteil der AfD Wähler durch die Öffnung der Grenzen für Migranten 2015 kontinuierlich an und bleibt weiterhin hoch, da zumindest ein Teil der Bevölkerung mit dieser Politik nicht einverstanden ist. Trotzt Ausgrenzung und Gegenpropaganda ist des im Merkelismus den linken Parteien nicht gelungen, die AfD politisch auszuschalten und so wird auch die Diffamierung der AfD Wähler höchstens eine Trotzreaktion hervorrufen. Es ist ein Zeichen des Merkelismus, dass man den politischen Gegner immer Rechts verortet. Für ein Verbotsverfahren der AfD reichen die Belege genau so wenig, wie für ein Verbotsverfahren der Linken/ SED und ihrer Unterorganisationen.

Günter Johannsen | So, 11. Juli 2021 - 11:40

In reply to by Arno Josef

„Keine andere Kultur sägt so intensiv an dem Ast, auf dem sie sich befindet und kein Land hat sich so gründlich von seiner Identität verabschiedet wie Deutschland. Zwar haben wir die reichste Erbengeneration aller Zeiten, jenseits der materiellen Werte sind wir aber bettelarm.“
Peter Hahne

Her Wanderwitz benutzt dabei offenbar eine Kettensäge!
Entlassung wäre angebracht, wenn die CDU njoch glaubwürdig sein will!

Wanderwitz ist ein Spalter mit seinen Äußerungen und eine Belastung für die Einheit der Nation.

Urban Will | So, 11. Juli 2021 - 09:38

der Blauen etwas mit der etablierten Politik zu tun haben könnte, Herr Brodkorb, sehe ich mal als eine rhetorische.
Zumindest mit Blick auf diejenigen, die ihre sieben Sinne noch beisammen haben.

Der seinem Namen alle Ehre machende Ostbeauftragte allerdings hat auch dies nicht verstanden und spult seinen Unsinn immer und immer wieder ab.

Gegenfrage: Was denn sonst hätte zu einer Bildung und dauerhaften Etablierung der Blauen führen sollen, zumal bis zur Merkelschen Vergrünung der Schwarzen die Stauß – Doktrin ja noch galt?

Noch eine: Wen denn sonst sollen konservativ Denkende, die einen realistischen Blick auf diese Gegenwart werfen, denen es nicht egal ist, dass „Schutzsuchende“ Menschen abschlachten und d hohe Politik schweigt, denen es nicht egal ist, dass unter dem neuen Wahn „Klimaschutz“ diesem Land irrsinnige Maßnahmen drohen, die absolut keinen Einfluss auf d Weltklima haben?

Nur zwei Beispiele, aus Mangel an Zeichen.
Die List ließe sich um ein Vielfaches erweitern.

Werner Peters | So, 11. Juli 2021 - 10:29

Das Amt gehört abgeschafft und der bisherige Amtsträger in die Wüste geschickt.

Karl Napp | So, 11. Juli 2021 - 17:47

In reply to by Werner Peters

Immer dann, wenn die Politik nicht weiter weiß müssen Worte und Leute wie der Herr Marco Wanderwitz herhalten, um die Lücke zu füllen.
Bei Hofe soll in dem Fall die Rolle des Herolds früher Narren zugefallen sein.

Ernst-Günther Konrad | So, 11. Juli 2021 - 10:33

"In einer parlamentarischen Demokratie allerdings herrscht der Souverän nicht von oben, sondern verleiht den Herrschenden von unten Legitimität."
Wer ist denn dann ein extrem denkender Mensch, der diesen Demokratiegrundsatz vergisst und umkehren will, sollte sich Herr Wanderwitz mal fragen. Ist nicht er der Demokratiefeind?
“ Was aber, wenn die Wähler der AfD derjenige Teil des Publikums sind, der aus Empörung über die andauernde Beschimpfung die Bühne stürmt? Oder einfach den Saal verlässt?
Die AFD und ihre Wähler haben bereits 2013, lange bevor die Beschimpfungen so richtig Fahrt aufnahmen, den Saal verlassen und den etablierten Parteien den Rücken gekehrt. Wir erinnern uns. Eurorettung Griechenland, erst dann 2015 Migrationsfehlentscheidung und dann viele Fehlentscheidungen mehr. Die CDU hat sich verändert. Sie ist "extrem" nach links gerückt und hat ihre Wähler verraten. Ob man will oder nicht, so schafft man die Blauen nicht ab und erzeugt im Gegenteil, immer mehr Protestwähler.

Gerhard Lenz | So, 11. Juli 2021 - 10:34

eines ostdeutschen Politikers? Verständlich, aber betrüblich. Gerade Sozialdemokraten haben sollten es besser wissen.

Quizfrage: Wenn ein Geissler feststellt, dass bis zu 20% der Wähler anfällig für rechten Extremismus sind, ist das dann Wählerbeschimpfung? Wenn Gerichte bestätigen, dass man Hoecke einen Rechtsextremisten nennen kann - ist es dann Wählerbeschimpfung, wenn man sein Unverständnis für diejenigen ausdrücken, die ihn trotzdem wählen?

Oder, das "Schlechte" liegt manchmal so nah: Wenn in einem Forum Wähler, die nicht der AfD ihre Stimme geben, als doof, dumm, obrigkeitshörig oder Schlafmützen bezeichnet werden, weil sie eine AfD-freie "Obrigkeit" wählen - ist das Wählerbeschimpfung?

Bevor hier wieder irgendein "Rechtsexperte" Falsches schreibt: Dem Verfassungsschutz wurde NICHT untersagt, die AfD als rechtsextrem zu bezeichnen, weil die Partei es nicht ist - sondern weil eine prozedurale Vereinbarung nicht eingehalten wurde.

Reinhard Benditte | So, 11. Juli 2021 - 10:39

Vielleicht war das Amt eines Ostbeauftragten vor 30 Jahren sinnvoll, heute ist es eine Schande für ein vor 30 Jahren wieder vereintes Land! Allerdings kann man diesen Posten als Belohnung für treue Anhänger der Merkelchen Politik vergeben, ansonsten ist es ein Witz, ein Wanderwitz!

Durch seine extreme Haltung gegenüber Bürgern aus den ostdeutschen Bundesländern, die die AfD wählen, will Hr. Wanderwitz m.E. versuchen, von seiner eigenen rechtslastigen Einstellung abzulenken. Man sollte nicht vergessen, dass Hr. Wanderwitz Im Januar 2016 bei dem rechtsradikalen, asylfeindlichen Verein „Heimattreue Niederdorf aufgetreten ist. Zwar hat er dieses später als Fehler dargestellt (???), man kann Ihn aber auch an seinen sonstigen Kommentaren und Abstimmverhalten messen! Beispiele: Er stimmte in 2007 für die verfassungswidrig erklärte Vorratsdatenspeicherung. Das Urteil des EuGH in 2014 gegen die Vorratsdatenspeicherung bezeichnete er als „Feiertag für das organisierte Verbrechen

Thomas Hechinger | So, 11. Juli 2021 - 10:43

Der Name Wanderwitz lädt zu Namenswitzchen ein. Lassen wir das. Aber mit wem ist da "was nicht in Ordnung"? Greifen wir auf einen alten Kalauer zurück: Als im Radio die Verkehrsmeldung kommt: "Auf der A7 kommt Ihnen zwischen Kassel und Hannoversch Münden ein Fahrzeug entgegen", fragt der Autofahrer verwundert: "Was? Eines? Hunderte!"
Mit wem ist hier was nicht in Ordnung?

W.D. Hohe | So, 11. Juli 2021 - 10:49

nicht einfach unter welchen Voraussetzungen wer,weshalb, warum,wann, wen wählen darf.
Ich danke im Übrigen Herrn Wanderwitz als anschauliche Verkörperung menschlicher und intellektueller Voraussetzungen der Berufung in das Amt eines Staatssekretärs.
Da Führungskräfte eines Unternehmens immer auch etwas etwas über dessen Geschäftsführung an sich aussagen... sollte um dieses Unternehmen vielleicht besser einen Bogen geschlagen werden denn...
danach gilt das Arbeitsrecht.
Und wenn schon und sogar ein Herr Brecht...
aber der würde heute auch nicht wählen dürfen...
wegen Partei-gutachterlich festgestellter renitenter Dummheit.
Die "Elite" hat`s schon schwer, wenn`s die Kreuzelmacher partout nicht erkennen.
"Und wenn sie noch rührend fleht
Draußen blaugefroren steht
Wähler schließ die Tür
Und sagt dem Biest
"Erfrier!"
> Anleihe aus "Pygmalion"
>>>
Wär`s nicht so mit Schmerzen verbunden, könnte man sich zu Tode lachen.

Norbert Heyer | So, 11. Juli 2021 - 11:06

Wer AfD wählt, hat schlicht und einfach zuerst einmal ein beschränktes Urteilsvermögen, ist zumindest den Rechtsradikalen gegenüber tolerant oder selber einer. Mit derartigen und anderen Aussagen in gleicher Richtung, erzielt man bei unentschlossenen Wählern Wirkung. Ich - rechtsradikal? Was sollen die Nachbarn von mir denken? Dann wähle ich doch lieber eine der Parteien aus dem Einheitspool, dann bin ich ja
wieder „zurück zu den Wurzeln“. Aber jetzt mal im Klartext: Die AfD wird niemals den Katzentisch verlassen, viele (alle) Hunde sind bekanntlich des Hasen Tod. Man hat dieser Partei alle Attribute aus der unseligen Zeit angehängt und sie hat auch (wie alle anderen Parteien auch) einige Querschläger an Bord. Sie verfolgen die AfD mit allen legalen und fragwürdigen Mitteln, sie werden niemals die gleichen Weihen wie die Grünen empfangen. Deshalb wird es auch bald keine konservative Politik mehr geben, denn die Union und auch die FDP sind bereit zur großen Verbrüderung aller in Grün.

Detlev Bargatzky | Mo, 12. Juli 2021 - 07:17

In reply to by Norbert Heyer

... hat zunächst einmal eine Möglichkeit gefunden, durch sein Kreuz auf dem Stimmzettel der selbstgefälligen Politik der Politiker der etablierten Parteien "in die Suppe zu spucken".
Und diese Möglichkeit wirkt. Sie wirkt so gut, dass sich Kommentatoren wie Sie ohne nähere Kenntnis der AfD-Wähler zu einer dumpfen Beschimpfung eben dieser Wähler hinreissen lassen.

Und noch etwas: Die AfD muss den "Katzentisch" der Politik gar nicht verlassen. Sie nimmt auch heute schon Einfluss auf die Politik und zwar auf allen Ebenen.
Warum wohl sonst werden heute Gesetze, Massnahmen, Kommentare etc. immer häufiger darauf überprüft, ob sie der AfD helfen?

Ingo Kampf | So, 11. Juli 2021 - 11:18

….Thesen in der CDU satisfaktionsfähig. Mit Lucke und Gauland sind ja auch zwei ehemalige langjährige CDUler Gründungsmitglieder der AFD.
Es tut der CDU natürlich weh, daß viele ihrer ehemaligen Wähler eine neue Heimat haben. Was sollen Menschen auch machen, die mit ansehen, wie Frau Merkel dem Generalsekretär Gröhe das Winkelelement mit den Deutschlandfarben öffentlich aus der Hand nimmt. Wenn ich also meine deutsche Identität wählen will, was den Ostdeutschen sicher nach 40 Jahren Fremdherrschaft noch wichtiger ist, dann ist die AFD statt der CDU dran. Viele der AFD-Thesen waren bis zur großen Wende doch auch noch vor ein paar Jahren in der CSU ganz oben auf der Agenda. Ja, ja - die AFD tut natürlich der CDU viel mehr weh, als den anderen Partein, weil sie Fleisch aus dem Fleisch der CDU ist. Es ist wie in Religionen: Abweichler werden immer in den eigenen Reihen am härtesten bekämpft und die Unbeteiligten freuen sich diebisch darüber - wie hier der SPD-Vertreter.

Hans Jürgen Wienroth | So, 11. Juli 2021 - 11:44

Den Grund für den Aufstieg der AfD sehe ich in der „alternativlosen“ und damit kompromisslosen Politik unserer Kanzlerin und Ihrer Minister. Der Wille des Volkes spielt dabei keine Rolle. Nach schlechten Wahlen lamentiert man, den Souverän nach dem Grund seiner Entscheidung zu befragen, aber die richtigen Fragen werden nicht gestellt, an der Politik ändert sich nichts. Es ist wie beim multiple Choice, bei dem die richtige Antwort auf dem Bogen fehlt.
In einem Wahlkampf, bei dem sich (fast) alle Parteien über die künftige Richtung einig sind, hat man wenig Auswahl, wenn man sich damit nicht anfreunden kann. Wahlverweigerung wird ja auch als Zustimmung gewertet. Mittlerweile sind wir so weit: Wer die „Grünen“ in der Regierung verhindern will, muss die „Blauen“ wählen. Selbst eine Zusage der CDU, nicht mit den Grünen zu koalieren wäre nach der Wahl wertlos, weil nicht einklagbar.
Was fehlt Herrn Wanderwitz, um das zu verstehen?

Rob Schuberth | So, 11. Juli 2021 - 11:53

...dieser wichtigen Themen annehmen.

Es ist ja auch viel leichter (und die MSM machen da maßgeblich mit) die Wähler, denen man ein U nicht für ein X vormachen kann, zu beschimpfen, zu diffamieren uvm.

In unserer Medienlandschaft gibt es - trotz - des Wahlkampfes mehr als nur einen "Weißen Elefanten".

Migration:
Läuft einfach so weiter und es kommen Goldstücke.
Mir wären Ärzte u. Ing. lieber

Abschiebungen:
Viel u. oft (nach jedem "Einzelfall"-Täter) versprochen, aber so gut wie NIE UMGESETZT

Energiewende:
Voll vergeigt, aber es wird sich immer noch auf die Schulter geklopft, resp. die Medien bejubeln versagende Politiker.

Immer noch keine Lüftungsanlagen in den Schulen, sehr viele Funklöcher, usw.

Diese Liste ließe sich nahezu unendlich weiterführen.

Da ist so ein Wander-Witz doch eine gern genommene Ablenkung.

Yvonne Stange | So, 11. Juli 2021 - 11:58

... der Name ist Programm. Es fällt mir sehr sehr schwer, hier zu dem Thema zu kommentieren, ohne die Contenance zu verlieren. Nur so viel: Er selber ist ein Faschist in meinem Augen und er grenzt andere aus. Bald kommen Umerziehungs-Lager wie in China, wenn es nach ihm geht! Er hat nicht die geringste Ahnung von Demokratie. Er ist diktatursozialisiert.
Immer wieder: Was mich am anderen stört, ist mein eigenes Problem!
Wir sind mittlerweile wieder in den 30er Jahren angekommen. Die Schlägertrupps der Antifa prügeln auf alles ein, was nicht ihrer Meinung ist. Es herrscht ein Klima der Angst und Diffamierung, der Existenzvernichtung, woran auch der oben Genannte seinen Teil zur Verhetzung beiträgt.
Achja, eine INSA-Umfrage ergab, daß auch 44% der AfD-Wähler impfkritisch sind und die Ossis noch mehr... Na denn, noch mehr Feindbild: Volksschädlinge, dieses Wort hatten wir leider schon mal... Dabei sind das die einzigen Menschen, die noch klar denken können, leider sind es viel zu wenige.

Klaus Funke | So, 11. Juli 2021 - 12:01

... der Bundesregierung, was sie vom Osten Deutschlands nach 31 -jähriger Wiedervereinigung hält. Alle Klischees und Vorurteile personifizieren sich in den Äußerungen dieses "Kleingeistes", alles, was der gemeine (im Sinne von: gewöhnlich, allgemein) Wessi vom Osten denkt, hält und weiß. Wenn man bedenkt, dass noch immer zahlreiche Altbundesbürger nicht im Osten waren, dass sie heute noch Angst vor der Stasi haben (selber erlebt), dass sie sogar geografisch vom Osten nichts wissen, während die meisten (oder alle) Ostdeutschen häufig im Westen waren, weiß man wie der wahre Zustand der deutschen Einheit ist. Ostdeutsche in Führungspositionen? Ostdeutsche in Regierungsämtern? Anteil ostdeutscher Probleme in den ÖR? Selbst bei Horst Lichter kommen fast nur Westdeutsche. Deutschland ist weiterhin ein geteiltes Land. Und die Ostdeutsche Merkel hat nichts Positives dazu beigetragen. Steimle: "Die Einheit ist vollzogen, wenn der letzte Ostler aus dem Grundbuch gelöscht wurde!"

helmut armbruster | So, 11. Juli 2021 - 12:15

Sehr geehrter Herr Brodbeck,
Sie betreiben suggestive Meinungsmache auf Regenbogenpresseniveau.
Vielleicht können Sie mir sagen, was man als Wähler wählen muss, damit man "nicht für die Demokratie verloren ist"?
Und Sie sollten folgendes zur Kenntnis nehmen:
1. Jede politische Partei, die nicht vom BVerfG für verfassungswidrig erklärt worden ist, ist von jedem Wähler wählbar. Kein Wähler, der eine nicht verbotene Partei wählt, ist für die Demokratie verloren.
2. Qualitätsjournalismus unterscheidet sich von Regenbogenpresse dadurch, dass er sich nicht auf Vorverurteilungen einlässt und dem Leser keine suggestiven Empfehlungen gibt, sondern objektiv, neutral und ohne Vorverurteilungen berichtet.
3. Sie sollten sich nicht weiter in Journalismus versuchen
Was Sie als Finanzminister geleistet haben, weiß ich nicht, aber vom seriösen Journalismus sollten Sie die Finger lassen.

Sehr geehrter Herr Armbruster,

wenn wir hier schon bei guten Ratschlägen sind, rate ich Ihnen, dass Sie den Artikel noch einmal ganz langsam lesen und dass Sie dann reflektieren, was an Ihrem Kommentar wahrscheinlich falsch ist. Beste Grüße

Ingofrank | So, 11. Juli 2021 - 12:38

mit Fehlern der etablierten Parteien zu tun ….

Was für eine Erkenntnis?
Fehlersuche bei den etablierten Parteien?
Was soll den das nach 16 Jahren merkelscher Gleichschaltungspolitik inkl Gleichschaltung der Medien? Wo und wann gab es kritische Bundestagsdebatten oder Berichterstattung in der Jurnallie? Fehler? Wer kommt denn auf so etwas?
Kritik … Niemals! Alternativlos? Wer Entscheidungen der etablierten Parteien kritisiert ist doof und oder Nazi. Ist eben so.
Nein, so einfach ist es nicht! Gott sei Dank!

Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Dorothee Sehrt-Irrek | So, 11. Juli 2021 - 12:41

über das Volk ERHOBEN, lediglich die Macht der Besatzung genutzt.
Diese "Elite" wurde gestürzt, evtl. zu sehr mit Blick nur auf die SED?
Egal, Integration ist das Alpha und Omega einer Demokratie.
Die AfD wurde im Westen gegründet als Antwort auf Frau Merkel in der CDU, allerdings weniger von Konservativen, sondern evtl. von "Rechtsliberalen" bzw. "Nationalkonservativen", also einer Gruppe, die auch im Westen immer einmal rechts von der CDU auftauchte, aber immer in Schach gehalten wurde durch eine ausreichend konservative CDU.
Entsprechend negativ reagierte die CDU-PARTEI darauf.
Der Osten hatte keine sichtbare konservative Tradition in der DDR, wahrscheinlich eine Rechte als Protestgefühl.
Vlt. anfällig für "extremeres Gedankengut", mindestens ungeübt in Politik/Sprache.
Diese Leute wollten eine konservative CDU, wurden dagegen als nur "Rechte"insgesamt von der CDU ausgegrenzt.
Teils sinnig, aber es ging denen um Merkel, vielschichtig.
Ausweg: Konservative Gesamt-Bildung-> Laschet

aber die zwei ersten Sätze ihres Kommentars zur DDR sind sehr „fragwürdig“.
Mich würde sehr interessieren, wie Sie zu dieser Einschätzung kommen.
Haben Sie Ostdeutschland besucht od. Kontakt zu dort Lebenden?

Das nicht zulassen von freien Wahlen ist“ keine Erhebung über das Volk“? Was dann? Es würde auch nicht nur die „Elite = SED“ gestürzt, sondern das gesamte
politische (Diktatur) und wirtschaftliche System (der „Plan“- Wirtschaft)

Auch wurde die AfD nicht als Antwort auf Fr. Merkel gegründet. Sie wurde gegründet, weil die €-Rettung, im Gegensatz zur damalig CDU geführten ( von Merkel)Regierung, von den Gründern abgelehnt wurde. ( u.a. Prof. Lucke)

Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Das liegt zuvorderst an der geringen Zeichenzahl, aber auch meinem speziellen Stil.
Ich bringe es einfach nicht fertig, das Wort "erheben", in einem negativen Kontext zu gebrauchen.
Er-HEBEN -> er-HABEN, trotz bei nicht Wenigen sicher auch bester Absicht, aber es war dann doch eher ein "unter-DRÜCKEN".
Gegen Unterdrücker erhebt sich dann auch schon mal jemand...
Wenn Sie meinen, dass so gründlich "gestürzt" wurde, bitte sehr.
Mir war allerdings von Anfang an der Gedanke eines gemeinsamen Wiederaufbaus wichtig.
So konnte das doch niemand "ernst gemeint haben", evtl. nicht einmal die Besatzer, die sich zwangsläufig aus dem Warschauer Pakt "reproduzierten" und sich durch diesen eher absicherten(Pufferzone), als dass er zu einer erweiterten Einflusszone wurde.
Merkel mal unberücksichtigt, ja es ging um den Euro und die AfD wandte sich gegen die Große Koalition.
Ich fand damals die Eurorettung, anders als sicher auch Tichy, eine große Chance und hätte das auch kommunizieren können.

Markus Michaelis | So, 11. Juli 2021 - 14:25

Demokratie ist ein Sammelsurium verschiedener Prinzipien, die sich oft widersprechen und austariert werden müssen. Das Prinzip der Mehrheit kann im Extrem in faschistische Systeme entarten, weswegen konkurrierende Prinzipien beigestellt werden, wie Minderheitenschutz, Sieger müssen alle einbeziehen, Rechtsstaat, Gewaltenteilung, Wertebasis, die nicht diskutierbar gedacht wird, Volk (also ein Geltungsbereich - auch der Verzicht auf den Anspruch, dass alle Menschen den Ideen folgen müssen, etwa wie bei Religionen, Kommunismus etc.).

In Westdeutschland betonen wir sehr die nicht diskutierbare Wertebasis und gehen Richtung universeller Anspruch - was sich mit anderen der Prinzipien beißt. Als letzte Instanz zur Klärung der auftretenden Widersprüche steht symbolhaft Auschwitz. Die Fokusierung bei "normalen" demokratischen Austarierungen auf "nie wieder Auschwitz" nimmt Auschwitz aber das Besondere, gegen das alle sind. Das Austarieren wird zum Endkampf von Gut gegen Böse.

Karl-Heinz Weiß | So, 11. Juli 2021 - 15:36

Bis zur unkontrollierten Grenzöffnung 2015 bewegte sich die AfD nahe der 5%-Klausel. Wenn Herr Wanderwitz 2021 die Tatsache ignoriert, dass viele junge Bürger in den neuen Bundesländern die AfD wählen, zeigt dies von mangelnder Analysefähigkeit. Wenn aber eine Bundeskanzlerin mit Sozialisation in der DDR diese Situation weiterhin hartnäckig ignoriert, ist das ein Zeichen von politischem Realitätsverlust. Der CDU steht ein schmerzhafter Ablöseprozess bevor.

Bernd Muhlack | So, 11. Juli 2021 - 16:08

"Aber er habe in den vergangenen Jahren viele Menschen getroffen, mit denen einfach nicht mehr zu reden ist, egal, welche Argumente man vorträgt“.
sagt Wanderwitz (running gag).

Das ist in etwa so, als wenn ein BVB-(Dortmund)-Fan mir als Schalker erklären will, dass ich im falschen Verein bin, nicht ganz dicht sei!

Herr Wanderwitz geht - wie fast alle Politiker - schlicht davon aus, dass seine Sicht der Dinge die alternativlos richtige ist, jede Kritik, abweichende Meinung unerhört sei - gar radikal, extrem!

Wenn etwa ein Chemnitzer sagt, er möge keine Ausländer, wolle die nicht, dann ist das eben seine Meinung. Diese Meinung wird jedoch auch in Duisburg, Köln, Bremen etc vertreten.

"Da ist was nicht in Ordnung!" sagte der Inquisitor und packte die Folterwerkzeuge aus.
Nein, man schneidet keine Zungen, Nasen oder Sonstiges mehr ab, man benutzt die Medien um sein ideologisches Ziel zu erreichen.

"Menschen mit denen nicht mehr zu reden sei!"

Wer will schon mit IHNEN reden?

wen oder was zu mögen hat und wen oder was nicht.
Das ist totale Bevormundung!
Aber viel zu Viele lassen sich diese gefallen. Darin besteht der Kern des Übels.
Wenn ich mich nicht mehr zu meiner Meinung und meinem persönlichen Geschmack bekenne, bin ich ein Feigling. Leider gibt es davon jede Menge, und davon profitieren alle Ideologen - welcher Art auch immer.

Fritz Elvers | So, 11. Juli 2021 - 21:07

autoritär, militaristisch, nationalistisch, intolerant, pseudodemokratisch, gegen jedes freie Denken, insbesondere von Sozialisten, im Grunde ausländerfeindlich und rassistisch (Fidschis, Lichtenhagen) und schreckte vor keinerlei Gewalt zurück. Nazi-Organisationen wurden umbenannt.
Ein Peter Handke und seine legendäre
„Publikumsbeschimpfung“ - undenkar.
Diese Sehnsucht weiss die AfD wunderbar zu bedienen. Es ist ihr Geschäftsmodell.

Sie fordert einen EU-Austritt, es wäre die 2. Pleite der DDR, wer wählt sowas?

hermann klein | Mo, 12. Juli 2021 - 11:01

Man stelle sich vor: ein AFD Politiker hätte Armin Laschet indirekt als Mörder bezeichnet - wie Gernegroß „Oliver Kriescher“ artikuliert hat, ARD u. ZDF hätten sich gegenseitig mit Sondersendungen übertroffen – von dem linken Medientross ganz zu schweigen.

W.D. Hohe | Mo, 12. Juli 2021 - 15:20

als Synonym für bestimmte charakterliche Eigenschaften wird inzwischen da und dort als Schimpfwort engeordnet.
Warum wohl?
Ich weiß es :-)

Juliana Keppelen | Mo, 12. Juli 2021 - 17:37

auch mit den Fehlern der etablierten Parteien zu tun. Das ist die eigentliche Frage der nachgegangen werden sollte."
Genau das ist der Punkt und wäre der richtige Ansatz.
Aber anstatt einzusehen, dass 16 Jahre gottgleiche Alternativlosigkeit, wenn auch von den Medien unterstützt und mit Ovationen gefeiert, falsch sein kann wird das Volk beschimpft das einfach zu dumm ist diese "glorreiche Alternativlosigkeit" richtig zu würdigen.