Olaf Scholz in Berlin - Der Mann hinter dem roten Balken

Die Dynamik des Wahljahrs hat dazu geführt, dass der blasse Macher Olaf Scholz plötzlich beste Chancen aufs Kanzleramt hat. Beim Wahlkampfauftritt in Berlin bleibt er seiner Linie treu: ruhig bleiben. Reicht das?

Olaf Scholz am 27. August auf dem Bebel-Platz in Berlin / dpa

Autoreninfo

Moritz Gathmann leitet das Ressort Berliner Republik bei Cicero. Er studierte Russistik und Geschichte in Berlin und war viele Jahre Korrespondent in Russland.

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Olaf Scholz ist das Gegenteil einer Rampensau. Einer Rampensau, wie es etwa Gerhard Schröder war, der letzte Sozialdemokrat, der es ins Kanzleramt geschafft hat. In schwarzer Hose und weißem Hemd tritt der ein Meter siebzig große, schmale Mann an diesem Freitagnachmittag auf die Bühne, die ihm die Sozialdemokraten auf dem Berliner Bebelplatz bereitet haben. Benannt ist der Platz nach dem Begründer der Sozialdemokratie, bekannt ist er für die Bücherverbrennung, die die Nationalsozialisten hier nach der Machtübernahme veranstalteten.

Den rechten Arm leicht erhoben, die Hand nach unten, winkt Olaf Scholz zur Begrüßung, die 600 bis 700 SPD-Anhänger und Berlin-Touristen klatschen höflich. SPD-Parteivize Kevin Kühnert, der die Veranstaltung moderiert, hat ihn zuvor als „Mann hinter dem Balken“ (der steigenden Umfragen) und als „Kirsche auf der Sahnetorte“ (der heutigen Veranstaltung) angekündigt.

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Manfred Bühring | Fr, 27. August 2021 - 20:08

Ja! Ich finde, es reicht mit der Berichterstattung zu Teflon-Wirecard-Cum-Ex-Olaf.

Hans Jürgen Wienroth | Fr, 27. August 2021 - 21:38

Scholz als Kanzler mit einer SPD der Mitte wäre auch für Konservative noch zu akzeptieren. Aber wer garantiert, dass unser Land nicht in einer Koalition landet, in der Grüne und Sozialisten den Kurs bestimmen? Der Kanzler wird nicht direkt, sondern vom Bundestag gewählt und da bestimmt die Mehrheit der Abgeordneten. Sollte Scholz sich in einem Koalitionsvertrag mit großen Klimaschutzzielen (CO²-Verringerung um jeden Preis) einem großen Umverteilungsprogramm usw. nicht wiederfinden, dann könnten die Koalitionäre ihn gezwungenermaßen ganz schnell auswechseln. Wie das geht, hat man beim EU-Kommisionspräsidium gesehen.
Es könnte sein, dass vor der Wahl jetzt die Ruhe vor dem Sturm ist. So geeint war die SPD noch nie, wie es jetzt den Anschein hat.

Peter Sommerhalder | Fr, 27. August 2021 - 22:37

würde ja nicht nur Olaf $cholz, sondern eben auch Kevin Kühnert, Peter Tschentscher, Saskia Esken und vielleicht noch in einer kleinen Nebenrolle Ralf Stegner bekommen...

Yvonne Stange | Sa, 28. August 2021 - 09:15

In reply to by Peter Sommerhalder

Das Programm ist linksradikal und wenn die dran kommen, werden wir uns alle umgucken! Und die Nahles kommt auch wieder! Wetten? Die sind noch schlimmer als die Grünen!! Niemals SPD! Wie können die Leute so blind und dumm sein?

...werte Frau Stange. Heute schon zum 2. Mal

Auch m. E. nutzt die SPD ihren, in der Partei nicht wirklich gemochten, Olaf als Deckmäntelchen, um die wahren Absichten und den linkslastigen Kern der Partei vor den Wählern zu verschleiern.

Ich hoffe die Wähler bemerken diese Mogelpackung.

Tomas Poth | Fr, 27. August 2021 - 23:15

Zeigt er den Deutschen Gruß? Bestimmt nicht, zu mindestens tut er es nicht in dieser Absicht!
Aber dennoch er ist ein Sozialist, natürlich kein nationaler, und auch nicht wie der gesamte Rote Kern der ihn als Fassade vorzeigt, um hinter der Kulisse Ola, im Konzert mit den Sozialisten der Linken und Grünen ihr sozialistisches Programm durch zu ziehen.
Olaf wird die neue Merkel, lange genug war er und die SPD ja mit ihr in einer Regierung. Es wird mit RGR sogar eine verstärkte Fortsetzung des Niedergangs werden. Schaut auf Berlin, schaut auf diese Stadt, dann wißt ihr was uns mit RGR blüht.

Johannes Renz | Sa, 28. August 2021 - 12:19

In reply to by Tomas Poth

Wenn ein AfDler so posiert hätte, wäre die Empörung auf jeden Fall groß gewesen. Ebenso besteht ein Unterschied, in welchem Zusammenhang Sätze a la "wir werden sie/euch jagen" ausgesprochen werden.

Kai Hügle | So, 29. August 2021 - 06:12

In reply to by Tomas Poth

Erst ein bisschen auf Ernst Reuter anspielen und Berlin 2021 mit Berlin 1948 vergleichen. Plumper geht's eigentlich kaum.
Und dann die Frage, ob Scholz hier vielleicht sogar den "deutschen Gruß" zeigt. Schwer zu sagen, wie es um jemanden bestellt sein muss, der solche Überlegungen anstellt. Nicht gut, jedenfalls...

Ernst-Günther Konrad | Sa, 28. August 2021 - 09:06

Natürlich hat es Scholz aufgrund der gesteuerten Umfrageergebnisse eines SPDlers Binkert von INSA jetzt etwas leichter als die anderen. Wer Laschet wählt, wirft sich Valium ein, wer Schnatterinchen wählt, verpasst sich eine Überdosis Klimaheroin und wer Olaf wählt, bekommt ein Placebo und wirft sich dann die ANTIFA Oma Esken, Kühnert und andere sozilistische Faschisten, Anticharistmatiker nach belieben an seiner

Gerhard Lenz | Sa, 28. August 2021 - 09:30

Man schaue in die USA: Trump wurde doch nicht abgewählt, weil Biden so ein mitreißender Kandidat war.
Die Menschen waren es einfach satt, einen chaotischen Narzissten mit Hang zum Extremismus im Präsidentenamt zu sehen.

Krawall zahlt sich eben nicht aus. Sieht man auch am Ergebnis der AfD, die Provokation und Radikalität konstruktiver Oppositionspolitik vorzieht.

Scholz ist tatsächlich der Kanzlerkandidat, dem man am ehesten zutraut, er würde keine Katastrophen verursachen. Und das, weil er sehr "unaufgeregt" daher kommt. Was für manche sicher - vielleicht zu Recht - Beständigkeit und Verlässlichkeit bedeutet.

Baerbock hätte vielleicht Chancen auf das Kanzleramt gehabt, wurde aber binnen kurzem zur Pannenweltmeisterin.

Und Laschet? Versucht, politische Gegner wie auch Kritiker "wegzugrinsen". Hat offensichtlich als einziges Ziel, keine Wähler zu verprellen.
Eindeutige, auch schon mal unbequeme Aussagen? Stellungnahme, wo es notwendig wäre (Maaßen etc)?

Fehlanzeige.

... weil er sehr "unaufgeregt" daher kommt." Und weil er die große Gabe hat, alles zu vergessen. Aber was soll's, jede repräsentative Demokratie bekommt die Regierung, die sie verdient hat.

Herr Lenz, „Beständigkeit“ also strahlt er aus. Und „Verlässlichkeit“. Oder meinten Sie „Vergesslichkeit“? Tippfehler kommen vor.

Aber egal. In D kommt es nicht darauf an, was man alles für Dreck am Stecken hat. Man kann Millionen versenken, Entscheidungen treffen, die Menschenleben kosten, eine seit Jahrzehnten jedem Schaf am Hindukusch bekannte politische Lage komplett falsch einschätzen und als Folge Evakuierungen vergeigen, etc. (das trifft jetzt nicht alles aus Scholz zu) es „passiert“ einem nichts, wenn man einer der „richtigen“ Parteien angehört.

Ihre Einschätzungen von Laschet und der Schnattergans teile ich in weitestgehend.

Und daher wiederhole ich meine Einschätzung von neulich: Scholzens Auftrieb kommt von der aufsteigenden Warmluft, erzeugt vom Sch...haufen dessen, was sich CDU – Wahlkampf nennt.

Scholz ist in meinen Augen ein Lügner und Betrüger. Vielleicht ja die entscheidenden Attribute, die es braucht, das Narrenschiff zu steuern.
Ahoi!

"...Sieht man auch am Ergebnis der AfD, die Provokation und Radikalität konstruktiver Oppositionspolitik vorzieht..."

Hahahah.... Herr Lenz, wie stellen Sie sich denn konstruktive Oppositionspolitik konkret vor? Wie sollte die AfD Ihrer Meinung nach vorgehen?
Aber konkret an Beispielen bitte...

Armin Steinmeier | Sa, 28. August 2021 - 10:12

Was meint denn Scholz mit diesem Schlagwort? Respekt für unsinnige politische Entscheidungen und Ansichten, für betrügerisches Verhalten wie politiküblich, für politisches Machtgebaren und Größenwahn? Respekt gegenüber JEDEM Menschen, unabhängig der Ansichten, aber respektvoll im Umgang. Übrigens auch gegenüber der AfD. Linke und Grüne sollten nicht Respekt fordern, wenn sie ihn selbst nicht praktizieren.

Günter Johannsen | Sa, 28. August 2021 - 11:10

Nein, Genosse Scholz, ich werde Sie nicht wählen!
Und das sollten die deutschen Wähler auch nicht tun, wenn sie eine Rückkehr zu echter Demokratie mit Meinungsfreiheit ohne linken Gesinnungsterror wollen! Denn, Herr Scholz: wer Sie wählt, wählt Rot-Rot-Grün und damit den Untergang der freiheitlichen Demokratie; wählt sozialistische Planwirtschaft mit Sprachhygiene, Betreutes Denken und damit den Untergang unseres schönen Landes.

Christa Wallau | Sa, 28. August 2021 - 11:28

...mit Ohr und Blick!"
An diese beschwörenden Ermahnungen aus dem Gefangenenchor in Beethovens "Fidelio" erinnern mich die Empfehlungen von Olaf Scholz.
Seine Taktik ist eindeutig: Er will kein einziges falsches oder auch nur umstrittenes Wort von sich zu geben. Als Einzelkämpfer, der gerade sehr gut beim Wahlvolk ankommt, beschwört er seine Parteigenossen daher, den Mund zu halten bis zum 26. September.
Nicht dumm, der Mann.
Er hat in seiner Politikerzeit oft erfahren, daß niemand schneller vergißt als das Wahlvolk und ihm also seine zahlreichen Fehler u.Vergehen in der Vergangenheit rasch verzeiht, wenn die politischen Konkurrenten nur in der Gegenwart genügend neue Fehler machen, über welche die Medienmeute herfallen kann.
Im übrigen erinnert mich das Foto von Scholz, der da mit ausgestrecktem Arm vor einer Abbildung seines stählernen Antlitzes steht, fatal an eine Kombination aus dem grinsenden Mao und dem Schlächter, den wir in Deutschland hatten. Ist aber sicher nur Zufall.

Ernst-Günther Konrad | Sa, 28. August 2021 - 12:02

Natürlich erlebt Scholz derzeit gesteuert vom SPDler Binkert und dessen INSA Institut ein Umfragehoch. Er ist der letzte der drei Kandidaten, der hoch- und bald auch wieder herunter geschrieben werden wird. Wer glaubt Olaf wählen zu müssen, erhält ein Placebo. Die harten Drogen kommen erst noch. ANTIFA Oma Esken, der Dealer Kühnert und viele anderen linksfaschistische Kleindealer der SPD werden uns sodann mit ihren linksgedrehten Extasy Pillen mit garantiert 12€ Mindestlohnrausch überschwemmen. Und wenn Armin mitspielen darf, dann ist er für das Merkel THC zuständig, vor allem für die Verteilung in der eigenen Partei. Bezahlt wird das mit den Geldwäschern der GRÜNEN, die mit CO² Steuern vom arbeitenden Volk erhoben, den sozialistischen Drogenrausch auch für den Hartz IVler bezahlbar macht zur Rettung des Drogenklimas. Mit diesen drei Kandidaten begibt man sich in Abhängigkeit. Es ist nur die Frage, welche Droge man bevorzugt. Wahrscheinlich erhalten wir einen Drogen Cocktail.

Norbert Heyer | Sa, 28. August 2021 - 13:27

Herr Scholz verkauft sich gut, ganz wie sein Spitzname: „Scholzomat“. Eines muss jeder Wähler der SPD bedenken: Hinter dem Buchhalter Scholz stehen ganz viele völlig abgehobene Ideologen mit großer Lust an Umgestaltung. Sie verhalten sich nur ruhig, weil Scholz hohe Zustimmungsraten hat. Zur Erinnerung: Als Öarteivorsitzender wurde er nicht gewählt, da hat die linke Mehrheit ein konträres Pärchen gewählt. Herr Scholz repräsentiert nach außen eine Partei, die es im Sinne von Brandt oder Schmidt überhaupt nicht mehr gibt. Falls diese SPD tatsächlich die BTW gewinnt, kommt R-R-G mit Gewissheit und dann werden die Wähler ganz schnell feststellen, welchen geringen Durchsetzungswert der Kanzlerkandidat hat. Vielleicht fällt ihm vorher auch noch ein Steuerproblem auf die Füße, dann werden die Karten wieder neu gemischt. Traurig ist etwas anderes: Dieser Kandidat ist gegenüber seinen farblosen Mitbewerbern anscheinend noch das Beste, was auf dem Markt ist ... trotzdem : Schönes Wochenende

Bernd Muhlack | Sa, 28. August 2021 - 16:09

Es gibt ähnliche Bilder von Björn Höcke.
Natürlich gibt es dazu andere Wertungen, Einordnungen.
Höcke und Scholz mag ich nicht - beide sind mMn auf ihre Art sehr gefährlich!

Sollte Herr Scholz tatsächlich Kanzler werden, bekommen wir den ganzen radikal linken Flügel dazu - was hier schon oft erwähnt wurde.

Ein Kanzler Scholz will also den Mindestlohn erhöhen u Sozialwohnungen bauen.
Aha, soso.
Warum wurden denn fast alle Sozialwohnungen fürn Appel unnen Ei verramscht u kaum neue gebaut?
Dazu kommen die knallharten Vorschriften für Neubauten - Klimagedöns.
12 € Mindestlohn?
Wer kontrolliert das?
Wem reicht das ohne Aufstockung?
(SGBII = Hartz IV!)
Nur Geschwätz!
Die SPD ist seit ACHT Jahren in der Regierung!
Warum passierte insoweit nichts?
Dazu nur das übliche schlumpfige Grinsen.

Ach der Herr Scholz sagt er verdiene viel?
Naja.
Seit Jahrzehnten wird ein neues SteuerR gefordert, Bierdeckel u andere Modelle.
Es passiert NICHTS!

Ist das nicht "RESPEKTlos" ggü den Wählern?

Glückauf!