Wer oben sitzt, gibt den Ton an
Wer oben sitzt, gibt den Ton an / Illustration: Lisa Rock

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk - Sendestörung

Mit den Landtagswahlen im Osten steht der öffentlich-rechtliche Rundfunk wieder mal in der Kritik. Im Mittelpunkt steht meist das Geld. Doch das eigentliche Problem liegt tiefer. Ein Blick in Redaktionen und Kontrollgremien, die niemand wirklich kontrolliert.

Porträt Mathias Brodkorb

Autoreninfo

Mathias Brodkorb ist Cicero-Autor und war Kultus- und Finanzminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Er gehört der SPD an.

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„Man müsste die alle an die Wand stellen.“ Das sagt ausgerechnet am Weltkindertag 2026 eine betagte Bürgerin im idyllischen Bad Doberan, einer Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern, an einem Infostand der AfD. Ihr Mann sekundiert ihr: „So viel Munition gibt es ja gar nicht.“ AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm bleibt freundlich, schreitet aber ein: „Na, na, so geht es ja nun nicht.“ Er will nach der Landtagswahl vom 20.September Ministerpräsident in dem nordöstlichen Bundesland werden.

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Achim Koester | Fr., 26. Juni 2026 - 18:10

das haben Sie richtig erkannt, lieber Herr Brodkorb. Wenn man einen Sumpf trockenlegen will, darf man die Entscheidung darüber nicht den Fröschen überlassen, aber genau das passiert hier. Der Zuschauer hat zunehmend die Wahl über den Umschaltknopf zu treffen, das beeinträchtigt aber die Finanzierung nicht.

Falsch, Herr Köster, man könnte, wenn man denn wollte. Hätte die „Entlassung“ von Frau Ruhs beim NDR Konsequenzen nach sich gezogen, z. B. Abmahnung oder Entlassung der Verantwortlichen, dann könnte sich über der Zeit etwas ändern.

Aber da sind wir wieder bei den Fröschen (Parteienvertretern) in den Aufsichtsgremien.

Wossi | Fr., 26. Juni 2026 - 19:43

Ich saß vor ein paar Tagen nachmittags in einem Kaffee meiner Heimatsadt. Auf dem Parkplatz vor mir zwei Zelte des MDR aufgebaut. Insgesamt ca. 15 Mann Crew. Man ging herum und befragte (oder belästigte) Passanten wie das Eis schmecke und wie sie das Wetter fänden. Da ist noch verdammt viel Einsparpotential vorhanden.

Nichtsdestotrotz: Danke Herr Brodkorb für Ihre immer wieder interessanten Beiträge! Auch für mich als erklärter ÖRR-Gegner sehr lesenswert.

Walter Bühler | Fr., 26. Juni 2026 - 19:49

Nach Herrn Brodkorbs Bericht lehnt Herr Teske vom ÖRR Eingriffe in das Programm durch die Politik oder die Rundfunkräte strikt ab: „Das wäre mit der journalistischen Unabhängigkeit unvereinbar.“

Das ist ein irrwitziges Argument: Die überwältigende Mehrzahl der Journalisten sind nur durch ihre politischen Seilschaften zu ihrer Stellung gekommen, entweder innerhalb der Rundfunkhierarchie oder über die "Rundfunkräte".

Genau dadurch ist ja die unübersehbare politische Einseitigkeit (= journalistische Abhängigkeit vom eigenen ideologischen Netzwerk) zur wichtigsten Einstellungsvoraussetzung im ÖRR geworden.

Die ideologische Abhängigkeit ist längst die triste Erkennungs-Melodie des ÖRR-Journalismus geworden.
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Apropos: Von welchem absurden Berufs-Ethos sind die "Investigativ-Journalisten" und die "Rundfunkräte" vom RBB beseelt, die das Walten der Intendantin Patricia Schlesinger im gemeinsamen Hause nie bemerkt haben?

Nix für ungut!

Martin Müller | Fr., 26. Juni 2026 - 20:00

Was meiner Meinung nach zu kurz kommt, sind die Konsequenzen, einen so hoch subventionierten ÖRR zu haben. Das Monopol der öffentlichen Sender führt dazu, dass die Privatsender ein so niedriges Niveau haben. Die 10 Milliarden führen zu einer extremen Marktverzerrung. Filme werden bei den Privaten alle paar Minuten gefühlt von Werbung unterbrochen, der ÖRR überbietet alle bei den Sportübertragungen….Dann wird ausgerechnet die Qualität des ÖRR im Vergleich zu den Privaten als Rechtfertigung der Serviceabgabe herangezogen.

H. Stellbrink | Fr., 26. Juni 2026 - 20:04

Was kommt heraus, wenn man die Frösche beauftragt, den Sumpf trockenzulegen?
Die Öffentlich-Rechtlichen sind intern nicht reformfähig, da bei der politischen Einseitigkeit der Beschäftigten, der Verfettung des Programms und der sittenwidrig hohen Gehälter der Intendanten keinerlei Interesse an einer echten Anpassung an die sich verändernden politischen Verhältnisse besteht.
Es geht daher nur über die Abschaffung des Zwangsbeitrags in der heutigen Form. Ob eine Steuer-Grundfinanzierung, ergänzt durch einen freiwilligen Zusatzbeitrag, oder einen geringen obligatorischen und zusätzlichen freiwilligen Beitrag: Der ÖRR muss - wie er dies bei Werbung schon immer tut - in schärferer Konkurrenz mit den privaten Sendern sein Programm nicht nur für die Grünen vertraunswürdig zu gestalten. Langfristig dürfen die ÖRR m.E. nicht mehr als eine Grundversorgung ohne Traumschiff und Böhmermann bieten. Maßstab müssten die Einschaltquoten sein.

Urban Will | Fr., 26. Juni 2026 - 20:25

genommen hat, auch wenn es ein harter, vielleicht aussichtsloser Kampf ist.
Im Beitrag fielen bereits einige Namen, die für desolaten, widerlichen, einseitigen, unfähigen Journalismus stehen. Es fehlen noch Hayali, Theveßen und sicherlich noch viele andere.
Extrem widerlich, was diese Nichtskönner an Lügen verbreiteten (Musk rief zu Hetzjagden gegen Migranten auf, der ermordete Charlie Kirk wollte Schwule steinigen lassen und all solch ein Dreck).
Es ist gut, dass Elon Musk nun gegen diesen Haufen geklagt hat.

Ich sehe den ÖRR ebenfalls als nicht mehr reformierbar ein und möchte keine zwangsfinanzierten Medien mehr. Es sind und bleiben linksgrüne Hochburgen, unfähig und einseitig.

Und diese exorbitanten Gehälter für solche Nichtskönner regen mich eh schon lange auf.

Irgendwann wird die AfD hoffentlich stark genug sein, Gesetze zu erlassen, die diesen Haufen durch etwas sinnvolles ersetzen und dann kann auch das BverfG nichts dagegen machen.

Urban Will | Sa., 27. Juni 2026 - 15:30

Antwort auf von Achim Koester

Knechte der Politik im Hause der roten Roben und doch können sie keine Gesetze machen, sondern nur darüber richten.
Gefordert ist verfassungsgemäß eine stabile Finanzierung eines öffentlichen Rundfunks. Zwangsgebühren müssen das nicht unbedingt sein und wenn der (dann nicht mehr linksgrün dominierten) Politik etwas anderes einfällt, dann kann auch Karlsruhe das nicht einfach sagen: Nein, das wollen wir so nicht.
Und was „stabil“ ist, ist auch nicht definiert. Warum so ein unfähiger Intendant mehr verdienen soll als der Kanzler, erschließt sich mir nicht.
Ich denke, man kann da schon ordentlich ausmisten in diesem Sauhaufen ÖRR und ich hoffe sehr, dass es nach den Ostwahlen losgeht.
Zumal man ja so langsam auch einige "gerichtsfeste" Beweise hat, dass die dort manipuliert und falsch informiert, den Staatsvertrag also massiv gebrochen haben.

Thomas Veit | Fr., 26. Juni 2026 - 21:02

"... jeder versteht, worum es geht. Und die etablierten Parteien haben keine Antwort darauf."

>> ... heißt Problemignoranz.

Axel Gerold | Fr., 26. Juni 2026 - 21:15

Ich werde es zwar nie erleben, auf diesen Vorschlag auch nur eine einzige sinnvolle Antwort zu erhalten, aber trotzdem nicht aufhören, dafür zu werben, den „Deutschen Toto- und Lottoblock“ und die ARD zu fusionieren. (Das ZDF gehört sowieso privatisiert.)
Die Gewinne aus dem Lotto entstehen freiwillig, sind aber dank der unabänderlichen Gier der Menschen sicher. Es handelt sich um ca. 3,5 Mrd. jöhrlich.
Damit kann die (echte) Grundversorgung geleistet werden. Welche Schlagseite das Programm dann hat, würde mich nicht mehr interessieren, weil ich meine persönliche Herabwürdigung ja nicht mehr zwangsweise mitfinanzieren müsste.

Ingo Frank | Fr., 26. Juni 2026 - 21:28

Selten soooooi gelacht 🤮
Ein unreformierbares Konstrukt wie vieles in diesem Land ….. Abschaffen 4/5 der Mitarbeiter inkl. der kompletten Mitarbeiter der Leitungsebene bis zur Abteilungsleiter Ebene rausschmeißen und neu gründen.
Mit einem Überregionalem TV Sender und 4 regionalen TV & Hörfunksendern (Nord, Süd, Ost & West) Finanzierung durch Abo Angebot mit oder ohne Webung. Da trennt sich ganz ganz schnell die Spreu vom Weizen.
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republik

Da muss es dann aber auch einen 'Linksgrünwoke-Diversity-Kanal' geben... (min. 99,95 € mtl.) als Arbeitgeber für 'uns Böhmi' und seine (sonst arbeitslosen!) Gesinnungskolleg:innen zu beschäftigen und um KGE und gleichgesinnte Abonnent:innen zu binden bzw. aufzufangen..., damit die Suezidrate nicht in's Maßlose steigt... ... /😉🤣

Einen echten 'Haltungskanal' sozusagen... - dann sind sie endlich 'unter sich'...

Ingo Frank | Sa., 27. Juni 2026 - 13:33

Antwort auf von Thomas Veit

Wenn der ÖRR privatisiert wird, können doch die SED Erben & die SpD ihr Tafelsilber verkaufen und eine Rot Funk Sender neu gründen Für das ZDF Sendehaus wird’s wohl reichen.
Bei den SED Erben dürften die SED Milliarden noch nicht ganz aufgebraucht sein und genügend Immobilien auch noch vorhanden da sein. Und die SPD nagt ja nun auch nicht am Hungertuch in punkto Verlage, Beteiligungen und Imobilien…. Da wissen die Roten wenigstens was Linke Propaganda dem Steuerzahler in den letzten Jahrzehnten gekoster haben.
Liebe Grüße ins Weimaer Land
pS. Ich gehe jetzt schwimmen in die Thüringen Therme da ist wenigstens Schatten 😂

Günther Anderer | Fr., 26. Juni 2026 - 22:36

"Der ÖRR selbst lässt sich aber nicht abschaffen. So hat es das Bundesverfassungsgericht verfügt." Warum wird dann nicht - mit der gleichen Entschiedenheit - sichergestellt, dass der ÖRR seine Aufgaben und seine Pflichten auch tatsächlich erfüllt?

Sie wissen doch, wo kein Kläger da kein Richter.
Ehrlich gesagt, ich kann mir nicht vorstellen, dass noch keinelei dies bebezügliche Verfassungsbeschwerde eingereicht wurde.
Hierzulande wird doch unetwegt die Justiz und das Verfassungsgericht bemüht, aber es wird nur über ausgesuchte Fälle öffentlich berichtet.

öffentlich berichten, das war meine Intention.
Das alle Beschlüsse und Urteile veröffentlicht werden müssen, dies ist in einem Rechtssaat das mindeste.
Nun, bei manchen wichtigen Entscheidungen gilt, nur wer sucht der findet!

Sie wollen doch nicht behaupten, dass die ÖR - Anstalten die Öffentlichkeit über alle Entscheidungen des Bundesverfassungsgericht informieren? Nur darum ging es mir!
Übrigens, selbst über ihre gerichtlich festgestellte Verfehlungen informieren so, dass es die Mehreit kaum mitbekommt.
Noch eins, das BVG bittet die ÖR nicht um eine Übertragung ihrer Beschlüsse, das überlässt es den Sendern!

Walter Wissenbach | Sa., 27. Juni 2026 - 22:35

Selbstverständlich lässt sich der Moloch ÖRR ohne jeden Eingriff in die Meinungs- und die Rundfunkfreiheit abschaffen. Auch die Kunstfreiheit und andere Freiheitsrechte würden dabei überhaupt nicht tangiert.
Herr Brodkorb, sie schreiben über eine Reform "Das müsste dann bis hin zu verbindlichen Vorgaben für die Programmgestaltung reichen. Mit der Unabhängigkeit der Presse wäre das unvereinbar."
So verständnisvoll für Bürokratiekraken kennt man Sie sonst gar nicht.
Wer die hundertste Wiederholung alter Filme oder Schlagergeträllere und Ratesendungen will kann sie doch empfangen! Soll er eben ein Abo abschließen.
Für den Informations- und Bildungsauftrag sind 95% des Programmes nutzlos oder sogar schädlich.
Unzensierter, guter Journalismus, der zwischen Tatsachenbericht und Kommentierungen sauber trennt, muss sein. Der Rest kann weg. So hat dann jeder monatlich 13,83 € für Senderabos übrig.