Mariupol
Im ukrainischen Mariupol würde der Offene Brief kaum auf offene Ohren stoßen / dpa

Offener Brief „Waffenstillstand jetzt!“ - Forderungen ohne Argumente

Der jüngste Offene Brief, in dem mehrere Intellektuelle einen Waffenstillstand und eine Verhandlungslösung im Ukraine-Krieg fordern, zeichnet sich durch einen eklatanten Mangel an Urteilskraft aus: Denn er unterstellt westlichen Akteuren ein Interesse an der Fortführung des Krieges und nimmt auf russischer Seite die Bereitschaft zur Verständigung an.

Thomas Jäger, Universität zu Köln

Autoreninfo

Thomas Jäger ist Professor für Internationale Politik und Außenpolitik an der Universität zu Köln. Er ist Mitglied des Wissenschaftlichen Direktoriums des Instituts für Europäische Politik.

So erreichen Sie Thomas Jäger:

Eigentlich wäre es angeraten, den Offenen Brief „Waffenstillstand jetzt!“ zu ignorieren, denn er ist inhaltlich derart dünn, dass darüber kaum argumentiert werden kann. Da er aber auf große Resonanz trifft – in der Zeit wurde er über 230.000 Mal aufgerufen und an anderen Medienorten aufgegriffen –, den Wunsch vieler Menschen nach einem Ende des Krieges thematisiert und weil ihn ein ehemaliger hochrangiger Berater der früheren Bundeskanzlerin mitgezeichnet hat, ist es nötig, sich damit zu befassen. Die in den dürren Worten steckende Schlichtheit spiegelt nämlich den mageren Zustand der sicherheitspolitischen Diskussion in Deutschland.

Dass die Unterzeichner bei ihrer Forderung nach „Waffenstillstand jetzt“ keine Lösung anbieten, wie dieser herbeigeführt werden kann, wurde sogleich angemerkt. Aber das ist eine offensichtlich oberflächliche Kritik. Wie sollten sie? Wer nicht über verlässliche operative und konfliktbezogene Intelligence verfügt – und das sind nur die Spitzen einiger Staaten –, muss sich ja eher dem Vorwurf der Überheblichkeit aussetzen, wenn er mit einer fertigen Lösung ankäme. Dass gerade diese Kritik oft aufgegriffen wurde, spiegelt deshalb den mageren Zustand der sicherheitspolitischen Diskussion in Deutschland ebenfalls wider. Selbstverständlich ist auch jeder Bürger und jede Bürgerin berechtigt, politische Forderungen zu formulieren – auch wenn das nicht das vorrangige Feld ihrer oder seiner Expertise ist. In Demokratien ist dies so. Das erwähnen zu müssen, ist eigentlich peinlich. Zahlreiche Kritik am Aufruf ging also völlig fehl.

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WD Hohe | Mo, 4. Juli 2022 - 13:26

Dass die Unterzeichner ohne Kenntnis all der öffentlich zugängigen, in 999Medien und tsdfach zitierten Informatiionen unterzeichneten, ist ausgeschlossen.
Simple Frage - Warum trotzdem ?
So simpel dürfte auch die Antwort sein.

Wolfram Fischer | Mo, 4. Juli 2022 - 13:43

100% Zustimmung, mit einem Punkt, der mich tatsächlich wiederholt - so auch hier - ärgert:
Warum denn in Dreiteufelsnamen werden Leute, die dergleichen naiven Unsinn schreiben und (!) veröffentlichen, eigentlich trotzdem noch als "Intellektuelle" bezeichnet ???
"Intellekt" kann da doch nur jemand erkennen, der auch den Bock im Garten problemlos als "Gärtner" bezeichnen würde!

Martin Falter | Mo, 4. Juli 2022 - 13:44

sich der Wahrheit nicht stellen wolllen, die ist ja auch nicht besonders schön, wenn man alles toll fand und findet was Putin macht.

Sie fordern sich die Welt schön, wie kleine trotzig Kinder.

Aber eines Tages wird sich die Wahrheit und vor allem die Realität auch bei ihnen die Bahn brechen.

Bis dahin reicht es ihnen, wenn andere ( die Ukraine zum Beispiel ) Opfer bringen, damit sie in Ruhe gelassen werden.

wo ist Ihr Problem? Sie haben Wohnraum? Stellen Sie ihn zur Verfügung. Sie haben Geld? Spenden Sie reichlich an einschlägige Institutionen. Schalten Sie ab Herbst jegliche Stromversorgung und Heizung freiwillig bei sich ab, kein warmes Wasser, kein Fernsehen, keine moralisch überheblichen Kommentare mehr, weil Ihre IT abgeschaltet ist. Nur noch die zum Überleben notwendigen Lebensmittel kaufen. Ich bin nicht bereit, Opfer zu bringen, nur weil die Politik, und damit meine ich jegliche, die der Amis, der Ukraine, der Russen, der EU sowieso der einzelnen Mitgliedsstaaten, unfähig und unwillig war, das Offensichtliche zu verhindern. Trotzdem muss ich gegen meinen Willen einen sehr hohen Preis bezahlen, weil die Gutdünkel nicht erkennen, was hier gerade anrollt. Das einzig Gute daran ist, dass Sie an den eingeforderten Opfern mit beteiligt sein werden. Vielleicht hilft es ja, obwohl ich das bezweifle.

Gunther Freiherr von Künsberg | Di, 5. Juli 2022 - 12:48

In reply to by Armin Latell

Dass sie ihre Meinung veröffentlichen können verdanken sie dem Umstand, dass Invasoren wie Putin, die militärische Gewalt ausüben, durch militärische Gewalt und NATO-Drohung daran gehindert werden ihren Einflussbereich nach sowjetischem Muster auszudehnen.
Der Erhalt der (demokratischen) Freiheit verlangt bisweilen Opfer, die sowohl in materieller Hinsicht wie auch in ethischer Hinsicht bisweilen Einschränkungen bedeuten. Wer das nicht einsieht bzw. erkennt dem sei geraten sich doch einmal mit den“ Freiheitsrechten“ zu befassen, die in Staaten, die sich zwar demokratisch nennen aber totalitär sind, vom Staat zugelassen werden. Alleine die Verwendung des Worts “ Krieg“ kann da schon die Freiheit kosten. Wollen Sie wirklich so leben?

Norbert Heyer | Mo, 4. Juli 2022 - 13:49

Selbstverständlich ist es immer richtig, Kriege so schnell wie möglich zu beenden. Jeder Hinweis darauf, dass dieser Krieg auch im Sinne der USA und GB durch Russland begonnen wurde, entspricht der Wahrheit. Die USA sind sehr daran interessiert, dass Russland entscheidend geschwächt wird. Das Europa durch die Abhängigkeit von russischer Energie mit in ein wirtschaftliches Fiasko gerissen wird, ist ein durchaus gewünschter Nebeneffekt. Putin hat Europa in der Hand, er kann über den Entzug von Energie eine Spaltung der westlichen Gesellschaft erreichen, kann dadurch die -noch vorhandene- Solidarität mit der Ukraine zerstören. Sämtliche Versuche einer diplomatischen Lösung schlugen fehl und kein Kompromiss war möglich. Jetzt stehen die Zeichen auf Ausweitung dieses Krieges zu einem Weltkrieg, der zweifellos von Russland losgetreten wurde. Das Verhalten der Ukraine deute ich als den Versuch, ganz Europa in diesen Konflikt hineinzuziehen und jegliche Friedensverhandlungen rigoros abzulehnen

Manfred Bühring | Mo, 4. Juli 2022 - 13:56

Alles schön und gut Herr Jäger. Aber was ist denn Ihr Lösungsvorschlag? Leopard 2 - Panzer für die Ukraine?

Ronald Lehmann | Mo, 4. Juli 2022 - 13:59

Herr Thomas Jäger, fmp. ein sachlicher Artikel, der die Kompliziertheit von Verhandlungen erkennen lässt selbst da, wo Menschen positives bewirken wollen.

Immerkluge, die andere geistig herab würdigen & immer von oben herab alles besser wissen, obwohl Sie meist aus einen ganz anderen Metier kommen, gibt es in allen Blöcken, Flaggen & Religionen.

Hinzu kommt die Kompliziertheit, welche man im 1.WK entdecken konnte, selbst unter einer Flagge gibt es sehr viele unterschiedliche Interessengruppen, die auch oftmals gute Ansätze aus Eigensucht topedieren.

Und eins sollte jeder sehen bzw. bedenken. Bisher hat Putin als militärischer "Beginner" (egal für was & wie man es nennt) nicht ein einziges Mal der Welt öffentlich erklärt, was sein wirkliches Ziel ist.

Geht es ihm um die Krim & ein paar andere Randthemen oder geht es ihm darum, wer in Kiew das sagen hat?
Bisher wurde aus meiner Sicht von allen Seiten
mit verdeckten Karten Poker gespielt, wo man alles ....

Nicht mehr & nicht weniger!

Urban Will | Mo, 4. Juli 2022 - 14:05

des Briefes Naivität vorzuwerfen, doch wirken seine hier gebrachten Aussagen oft auch recht straff formuliert und setzen m.M. nach am falschen Ende an.
Es wird hier indirekt, aber klar unterstellt, dass die Eroberung der Ukraine schon immer oder zumindest sehr lange klar verfolgtes Ziel Putins war.
Aber hierfür liefert Hr. Jäger keinen Beweis.

Dieser Krieg h a t eine Vorgeschichte.

Es wird hier, wie so ziemlich überall, rein moralisch argumentiert, aber vor dem Pistolenlauf auf der einen und dem tiefen Abgrund auf der anderen Seite gibt es wenig Platz für Moral.
Ich stimme zu: Putin hat täglich weniger Lust auf Verhandlungen, er sieht seinen Sieg näher rücken.
Um ihn nicht gewinnen zu lassen, müsste mindestens ein konv. Feldzug d NATO gg ihn gestartet werden, sprich WK 3. Die Alternative v Waffenlieferungen wird einen Umfang ausmachen, der wohl nicht vor der fast vollst. Zerstörung großer Teile d Ukr. zu schaffen ist.
D. o.g. Brief möge naiv wirken, aber wo liegen d Alternativen?

Hallo Herr Will, gern möchte ich Ihnen zubilligen, dass sie lediglich Putin verstehen wollen, ohne den Krieg zu rechtfertigen. Aber wie kommen Sie nur darauf, dass er dass, was er da tut, nichtz schon länger vorhatte? An welcher realistischen Verhandlung war Putin denn bisher interessiert? Sicher kann man ihm nicht vorwerfen, dass er um sein Land herum herrschen will. Dies beträfe auch die baltischen Staaten und noch einige andere. Lassen wir ihn gewähren? Oder sind wir nicht eigentlich schon sehr lang in einem kalten Krieg mit Russland, China und anderen und müssten dies auch mal anerkennen und strategisch denken lernen?

Alexander Brand | Mo, 4. Juli 2022 - 21:12

In reply to by Helmut Bachmann

Putin warnt den Westen seit mindestens 10 Jahren davor Versprechen die der Westen den Russen gegeben hat zu brechen. Der Westen „expandiert“ seit Jahren ungeniert gen Osten, obwohl er dem Russen das Gegenteil versprach.

Der Westen ignoriert die „Aktivitäten“ der Asov Brigaden & Co. in den pro-russischen Gebieten der Ukraine, 10-15 Tausend Tote, und zwar VOR dem Krieg. Der Westen ignoriert die Kriegsverbrechen der Ukrainer an der eigenen Bevölkerung, es werden schwere Waffen auf zivile Einrichtungen wie Kindergärten, Einkaufszentren etc. gesetzt, um von da aus den Russen zu beschießen. Gibt es zivile Opfer so schreit man Kriegsverbrechen!

Die primären Ziele der VSA sind es Rußland und Europa zu schwächen, dazu noch Ablenkung vom Totalversagen des "Joe" Biden auf der Heimatfront. Die VSA haben diesen Krieg provoziert, siehe aktuellen Cicero.

Natürlich hat Putin Fakten geschaffen aber Sie und leider viel zu viele andere ignorieren das Vorspiel und daran hat der Westen den Löwenanteil!!

Urban Will | Mo, 4. Juli 2022 - 22:47

In reply to by Helmut Bachmann

also unsere Regenten, müssten längst angefangen haben, strategisch zu denken. Aber die „Strategie“, die ich sehe heißt: Kämpfen bis zum Sieg.
Glauben Sie wirklich, es ist möglich, Putin kaputt zu kämpfen, bis er aufgibt und sagt „Ok, Ihr habt gewonnen, ich ziehe mich zurück“. Glauben Sie, dass irgendwer aus irgendeiner Regierung das glaubt?
Ja, ich bin überzeugt, der Putin des Jahres 2022 ist ein anderer als der Putin von 2001. Als er dem Westen Russland als Partner anbot.
Ich bin fest davon überzeugt, dass die „Strategen“ in Washington niemals ein stark an Europa gebundenes Russland wollten oder je wollen werden.
Und dass genau deshalb dieser Krieg sich entwickelte und wohl noch sehr lange und sehr blutig weitergeführt werden wird. Ende unbekannt, aber Atomkrieg nicht ausgeschlossen.

Putin begann ihn mit einer Lüge. Das hat Schule. Das machten George W. oder Hitler oder wohl alle anderen Aggressoren auch. Wobei ich in dieser Reihe niemanden mit irgend jemanden gleichsetzen möchte.

weil es sie ärgert, dass der Westen nur noch schwarzweiß sieht, drehen sie den Spieß einfach um. Das macht für mich keinen Sinn. Putin, der Liebe, wollte ja nur Frieden und Liebe, aber der böse Westen hat es versaut. Ehrlich, da gehen unsere Meinungen auseinander. Putin hat m.E. immer nur in Machtkategorien gedacht und ist sicher nicht besser als die USA-strategen. Die Europäer sind Träumer und Fantasten, die sich wie die Kinder aufführen, vor lauter Angst nicht mehr über Verteidigungsfähigkeit nachgedacht hatten und sich sogar in völliger Verblödung von R. abhängig machten. Das Putin sich ernsthaft von der NATO bedroht fühlt ist doch albern. Er schiebt das vor. Und zum Krieg: es geht nicht um die Alternative Atomkrieg oder Ukraine aufgeben. Es geht selbstverständlich um Abnutzung und Waffenstillstand, gleichzeitig, zweigleisig, in der richtigen Abfolge. Einfache Lösungen " wir hauen Putin weg" oder "wir müssen sofort Frieden schließen" führen beide in die Irre.

Kai Hügle | Mo, 4. Juli 2022 - 14:34

In der Tat gibt es „zahlreiche Belege, dass Russland nicht verständigungsbereit ist“.
In der Tat ist es „schon ein Kunststück, diese nicht wahrnehmen zu wollen“.
In der Tat legt dieser Krieg eines offen: Es gibt eben verschiedene Narrative, in denen man leben kann. Manche decken sich mit der intersubjektiv erfahrbaren Wirklichkeit, manche nicht.“

Damit legen Sie den Finger in die Wunde eines Leserforums, welches selbst die absurdesten Kreml-Erzählungen unverdaut wieder ausscheidet.
Dass Schriftsteller, Schauspieler und Philosophen geopolitische Zusammenhänge nicht erfassen und/oder in einer Art Parallelwelt leben, ist nicht weiter verwunderlich. Dass aber auch Politikwissenschaftler und ehemalige Militärberater derart argumentfreie Appelle formulieren bzw. unterzeichnen, das ist schon einigermaßen bedenklich.
Danke, dass Sie das offengelegt haben.

Romuald Veselic | Mo, 4. Juli 2022 - 14:37

ist, dass sie sich gegenseitig auf die Schulter klopfen, ohne einen Ukrainer danach zu fragen. Klassische Angelegenheit in Sachen; die Rechnung ohne Wirt zu machen.

Das Authentische daran wäre, dass die Waffenstillstandrenegaten ein Wort darüber, mit den betroffenen Ukrainer austauschen würden, die vor dem Krieg, o. aus den russisch okkupierten ukrainischen Gebieten, nach Deutschland/Westen kamen, um Zuflucht/Sicherheit zu finden. Diese Leute sollte man am Waffenstillstand "Made in Germany" beteiligen lassen.

Die deutschen Waffenstillstand-Vermittler in ihren VIP-Lounge-Drehsesseln, kommen mir so vor, wie ein Haufen der trotteligen Biedermänner, aus dem Max Frisch' Drama, die dem Pyromanen sogar eine Großverpackung an Kaminstreichhölzernen schenken würden, um ihre guten Absichten dem Psycho unter Beweis zu stellen. In der Annahme, dass der Schlachter aus Kreml, jetzt mit den Kaminstreichhölzern, Mikado spielen wird.

Wird aus der Ukraine nennenswert Opposition gegen den Regierungskurs wahrnehmbar, dann sollte man "im Westen" hellhörig werden. Scheint aber nicht der Fall zu sein - und wenn doch, was heißt dann "alles tun"?

Die "Biedermänner" sind nicht bloß "trottelig" oder "von guten Absichten" besoffen - sie sind Komplizen oder gar Mittäter. Der Satz, wo sie den USA / dem Westen ein Interesse an der Kriegsfortsetzung unterstellen, macht in der Tat hellhörig. Gerade dieser plumpe Antiamerikanismus hat den Krieg mit-verursacht.

ich bin sicher; würden Sie einen Ukrainer auf der Straße fragen, er würde für den Frieden und sein Leben plädieren. Die sind alle nicht der Wirt, nur Küchenpersonal, wenn überhaupt. Ich stimme Ihnen in Ihrer Argumentation fast immer zu, aber nicht in diesem Fall - da sind Sie befangen.

Tomas Poth | Mo, 4. Juli 2022 - 14:43

Die Verhandlungsbereitschaft Russlands wird in diesem Artikel in Abrede gestellt.
Wie sieht es denn mit der Verhandlungsbereitschaft der Ukraine aus??
Selinskij verspricht die Grenzen von vor 2014.
Wo bleiben da die rund 17% der Bevölkerung, entsprechend 7,5 Millionen Russen die in der Ukraine leben?
Der Mangel, daß die Unterzeichner des offenen Briefes keine Lösung anbieten, den kann der Hr. Jäger doch beheben indem er hier mal konkrete Vorstellungen äußert wie so eine Lösung aussehen könnte.
Stattdessen spricht er hier von irgendwelchen Versuchen die unternommen wurden Putin zu bremsen.
Wo waren denn die Unterstützungen zur Durchsetzung des Minsker Abkommens seitens der hier erwähnten Länder/Staatsmänner??
Hr. Jäger wirft hier Nebelkerzen, statt an einem konstruktiven Friedensprozess mitzuwirken.

Heidemarie Heim | Mo, 4. Juli 2022 - 15:10

Wärst Du ein Philosoph, sprich intellektueller Bewohner einer anderen Dimension, geblieben;). Boethius hin oder her, jeder blamiert bzw. entlarvt sich halt so gut er kann.
Oder um es bildhafter zu machen, man ist wohl vom Prinzip der 3 Affen abgewichen und hat den Klappe zu-Primaten in Verbannung geschickt;). Was die dissoziativen Wahrnehmungen oder Narrative bezüglich der Gräuel des Krieges bzw. der realen Einschätzung eines wahrhaften Feindes betrifft, kann ich dies mir persönlich nur erklären, dass man so versucht aus dieser momentan aussichtslosen, weil einseitig aggressionsbeladenen Situation zu flüchten, da man diese nicht erträgt. Diese Art der Verdrehungen, das relativieren, wegducken, Fakten ignorieren und am schlimmsten die Praxis der Täter-Opferumkehr empfinde ich als größte Übel unserer Zeit. Sie allein ermöglichen es u.a. den Despoten, Terroristen usw. der Menschheit ihren Stempel aufzudrücken, das Recht des Stärkeren auszuüben und mühsam errungene Wert zu schreddern. MfG

Reinhardt Cornelius-Hahn | Mo, 4. Juli 2022 - 15:34

Die Menschen, vor allem die Politiker, Philosophen und weniger die Journalisten versuchen jetzt das Denken vom Ende her. Das
Ende der Menschen kommt dabei apokalyptisch vor. Die Tatsache ist aber, wir sind schon am Ende, nur das Denken oder besser das
Handeln dagegen hat nicht eingesetzt. Die berühmte „Fahnenstange“, würde man sie erklimmen und Ausschau halten, gibt uns
die Sicht auf die Überbevölkerung, die Rüstung, und vor allem auf die fehlenden Ressourcen wirtschaftlicher Natur frei.
Ja, das ist das Ende, das wir sehen. Die Umkehr gelingt uns nicht mehr. In die Vergangenheit kommen wir nicht mehr zurück. Sie ist
erledigt, sie fällt als Wunsch aus und ist eine Hypothese für Träumer und Schwärmer, ebenso ein Sieg. Die Menschheit hat den letzten Anschluss an ihre Entwicklung verpasst.
Der Krieg, den Putin führt, ist sinnlos. Er ist ebenso sinnlos wie die Gegenwehr. Ich habe MfS Leute beschäftigt, die ihre fehlende Wehrhaftigkeit bitter bereut haben. Das passiert Ihnen nie wieder...

Gerhard Lenz | Mo, 4. Juli 2022 - 15:53

könnte man laut prustend loslachen!

Der Westen soll Verhandlungen möglich machen? Der Westen, der doch für Putin längst Kriegspartei ist? Soll er Herrn Putin mit der Atombombe drohen, damit er sich gefälligst an den Verhandlungstisch begibt?

Natürlich schweigt der Brief sich aus, was man denn Herrn Putin anbieten könnte. Man darf vermuten, dass der nicht "gratis" seine Truppen zurückziehen wird. Irgendwie muss er seinen Vernichtungsfeldzug ja auch als Erfolg verkaufen. Warum sollte er sonst plötzlich die Waffen schweigen lassen?

Bei allem Verständnis für einen mehr als wünschenswerten baldigen Frieden: Verhandlungen dürfen nicht über die Köpfe der Ukrainer hinweg erfolgen. Die Menschen dort mussten bereits die Kriegsgräuel Putins ertragen; man darf sie jetzt nicht noch zusätzlich bestrafen.

Der wiederholte Hinweis auf eine angebliche Vorgeschichte, mit der man dem Westen eine Mitschuld andichten möchte, stärkt nur die Position Putins, der ja - irgendwie - so handeln "musste".

Bernd Windisch | Mo, 4. Juli 2022 - 16:24

Die Wahrnehmung des Autors deckt sich zu 100 % mit der intersubjektiv erfahrbaren Wirklichkeit und die unbelehrbaren Intellektuellen haben keine Ahnung von der Realität. Das möchte uns zumindest der Autor sagen.

Somit beschreibt er final die unbedingt notwendige Grundkonfiguration auf der Krieg gedeiht.

Deutsche haben im letzten Krieg bis zur letzten Patrone gekämpft und das Land sah nachher entsprechend aus.

Frankreich hingegen hat kapituliert und auf diese Weise viele Menschenleben geschont. Aber was rede ich, die hatten ja schon damals keine Ahnung.

Manfred Bühring | Mo, 4. Juli 2022 - 16:41

Jeder Krieg, auch der Russische gegen die Ukraine, hat eine Vorgeschichte. Diese auszublenden zeugt von einem naiven Verständnis von Politik. Und den europäischen Kontinent einem Flächenbrand auszusetzen, um einen korrupten Oligarchenstaat wie die Ukraine zu „retten“, ist mehr als naiv. Moralgesteuerte Politik hat noch nie funktioniert. Insbesondere wir Deutschen sollten da die Füße schön still halten.

Joachim Kopic | Mo, 4. Juli 2022 - 17:47

Zwar wird der Irrsinn weiter gehen und gerade wir in Deutschland nicht nur weiter in der Gefahr eines nuklearen Schlags leben, sondern - und das ist inzwischen sicher - einen noch nie dagewesenen Niedergang der eigenen Wirtschaft (hauptsächlich durch die indirekte Kriegs"teilnahme") erleben ... Frieren ist da nur ein kleiner Teilaspekt! Meine Meinung!

Dirk Weller | Mo, 4. Juli 2022 - 18:13

als Antwort auf einen Brief mit "Forderungen ohne Argumente".
Nach dem Lesen des Artikels ist man also genauso schlau wie vorher.

In dem Brief stehen z.B. Fakten wie :
- die Rückeroberung der Ostgebiete ist unrealistisch
- der Krieg löst ökonomische und ökologische Notlagen auf der ganzen Welt aus
- Rasant gestiegene Preise, Energie- und Nahrungsmangel haben weltweit bereits zu Unruhen geführt

Das Putin der Hauptaggressor ist, und die Hauptschuld trägt ist Fakt.
Und der Autor mag auch mit seinen Anschuldigungen gegen Putin 100% Recht haben.

Aber wie stellt sich denn der Autor ein Ende des Krieges vor ?
Leider lässt uns der Autor diesbezüglich im Regen stehen.

"Leider lässt uns der Autor diesbezüglich im Regen stehen."

Falls Sie mit uns auch mich meinten, muss ich Ihnen widersprechen. Ich gehöre nicht zu "uns" oder "wir". Ich denke für mich selbst. In "uns" Dimension hat auch Erich Mielke "gedacht", als er "uns" wissen ließ, uns alle geliebt zu haben.

An einen anderen Foristen - den Namen kann mir nicht merken
Korruptionsindex von Transparency International/Anno 2017
Rang 117 Ukraine (neben Ägypten, Eswatini, ...)
Rang 129 Rußland (neben Aserbeidschan, Gabun, Malawi, ...)

PS Ich glaube nicht, dass die russischen Oligarchen humaner sind, als die ukrainischer...

Hinter jedem Reichtum, steckt ein Verbrechen dahinter.
Und wer hat das gesagt? Stormy Daniels...?
😎

Dr.Andreas Oltmann | Mo, 4. Juli 2022 - 21:44

Prof.Jäger sollte, wie wir alle, den in dieser Ausgabe veröffentlichen Artikel von Rudolph Jula gründlich lesen.
Es gilt die Frage zu klären, wie eine antimilitaristische Gesellschaft, z.B. die Grünen und die SPD, sich innerhalb weniger Wochen um 180 Grad drehen können. Und plötzlich zu Befürwortern von Waffenlieferungen und militärischer Aufrüstung werden konnten.
Bis heute habe ich nicht verstanden, wie sich die Mehrheitsgesellschaft und die Medien kritiklos diesem Diktat unterwerfen konnten und ihre jahrelangen Grundüberzeugungen so radikal verändern konnten.
Das Bild vom Krieg, von Umweltzerstörung und Naturkatastrophen, alles mit dem Klimawandel zu erklären oder mit dem Verbrecher Putin, zeigt, wie weit wir in unserer Manipulierbarkeit gekommen sind. Wie weit wir unser eigenes Denken abgestellt haben, um nur noch zu sagen, was alle sagen.
Auch ein Prof.Jäger sollte sich die Unabhängigkeit im Denken eigentlich erhalten haben. Krone-Schmalz: ich trau mich. Und ich bin frei.

Dr.Andreas Oltmann | Mo, 4. Juli 2022 - 22:36

Entschuldigung, das Zitat heißt „Ich traue mich. Und ich bin frei.“.
Nicht: „Ich denke. Ich bin frei.“.

Hans Süßenguth-Großmann | Mo, 4. Juli 2022 - 23:27

der "Lidove Novitni" einer tschechische Zeitung, in der Presseschau gebracht, der die Ukraine zum weiteren Kampf ermutigte.
Die größte Leistung der tschechischen Armee, war die, seit ihrer Gründung niemals gekämpft zu haben, obwohl das Land zweimal überfallen wurde. Die Aussichten auf Erfolg waren beide Male minimal, und da hat man den Kampf gelassen. Was wird die Ukraine erreichen, außer dass sie unser Gladiator ist, dem wir zu jubeln. Auch eine neue Dimension im Zahlungsverkehr, die die Milliarden übersteigt macht die Toten nicht und ist auch nicht zu leisten.

Alexander Brand | Di, 5. Juli 2022 - 07:41

US-Angriffskriege im Irak & Afghanistan, US-Ermordung bin Ladens, Syrien, Iran etc., Verbrechen verkauft von unserer Propaganda als notwendige Aktionen im Sinne einer Befreiung und Demokratisierung der Welt! Und das ist nur die jüngste Geschichte westlicher/US Angriffe/Eingriffe, geht man weiter zurück, wird die Liste der Verbrechen ellenlang und unserer Propaganda wußte und weiß sie immer ins rechte Licht zu rücken!

Und nicht nur das: das Märchen vom menschengemachten Klimawandel, vom besseren E-Auto, von der besseren veganen Ernährung, von der „Gefahr“ von rechts, vom dritten, vierten und fünften „Geschlecht“ und und und alles Halb- bzw. Unwahrheiten!

Am bedenklichsten aber ist die Tatsache, daß die Mehrheit der Propagandaempfänger die vermittelten Lügen und Halbwahrheiten bedingungslos glauben und sie gegen jede Kritik verteidigen!

Und weil das so ist, glaube ich kein offizielles Wort zur Ukraine, denn unsere Propaganda ist nicht besser als die des Russen oder die des Chinesen!

Rebeca Bok | Di, 5. Juli 2022 - 07:47

Ein Trugschluss, dem man auch betreffs Israel verfällt: Weil man in Deutschland den Nahostkonflikt als "unerträglich" empfindet, solle Israel "endlich mal" dieses und jenes oder "alles tun", was sich in Deutschland angenehm oder "richtig" anfühlt.

Mit der Ukraine freilich nicht direkt vergleichbar; da könnte sich tatsächlich herausstellen, dass Russlands Militär am Boden nicht gestoppt werden kann - nicht ohne NATO-Truppen, oder nicht ohne einen Atombombenteppich auf russische Städte. Dann wird es retrospektiv "besser gewesen" sein, es von vornherein getan zu haben. Soll man die Atombomben jetzt gleich losschicken?
Die NATO und die Ukraine werden schon wissen, wann/warum man dies (noch) nicht tut.

Wo waren die Briefeschreiber, als Hustedt, Lemke, Trittin, Scheer, Töpfer et al. die ganze Welt an der deutschen Kugel Eis genesen lassen wollten? Diese Kugel Eis wütet jetzt in der Ukraine mit; Putin lügt nicht, wenn er sagt, der Westen bzw. "die Nazis" seien (mit) schuld.

Gunther Freiherr von Künsberg | Di, 5. Juli 2022 - 13:45

Der Ukraine-Krieg ist eigentlich nur ein Nebenkriegsschauplatz für das, was sich derzeit
weltpolitisch tut. Es geht um Frage, ob es totalitären Großmächten wie Russland oder China gelingt ihre Vorherrschaft gegen demokratische Staaten wie z.B. USA, EU etc. militärisch wie auch wirtschaftlich durchzusetzen. Ohne die NATO wäre Moskaus Einflussbereich schon heute bis Portugal ausgedehnt. Derzeit versucht Putin auszutesten wie wehrhaft die demokratischen Staaten tatsächlich sind. Hierbei benutzt er nicht nur militärische Mittel wie den Krieg gegen die Ukraine, sondern auch andere perfider Mittel wie die Unterstützung demokratisch legitimierter Gegner der jeweiligen Regierungen. Putin hat darin bekanntlich Erfahrung als er als Geheimdienstler westliche regierungsfeindliche Institutionen und Zeitschriften durch die Stasi massiv unterstützte. Aus seiner Sicht sind sog. Intellektuelle die offene Briefe unterzeichnen nur nützliche Idioten, die sein imperiales Vorhaben unterstützen