Ex-Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU)
Ex-Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) / picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Neue KAS-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer - Die falsche Richtige

Die Wahl Annegret Kramp-Karrenbauers zur Vorsitzenden der Konrad-Adenauer-Stiftung trifft Bundeskanzler Friedrich Merz – doch nicht die Personalie ist das Problem, sondern das unzureichende Management parteiinterner Prozesse unter seiner Führung.

Volker Resing

Autoreninfo

Volker Resing leitet das Ressort Berliner Republik bei Cicero. Er ist Spezialist für Kirchenfragen und für die Unionsparteien. Von ihm erschien im Herder-Verlag „Die Kanzlermaschine – Wie die CDU funktioniert“.

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Bernhard Vogel wäre heute 93 Jahre alt geworden, und es ist durchaus zu vermuten, dass er seine Freude an der heutigen Sitzung der Mitgliederversammlung der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) gehabt hätte. Die erlauchte Runde aus 52 Persönlichkeiten, die heute einen neuen Vorsitzenden gewählt hat, war jahrelang das Spielfeld des Ausnahmepolitikers. Vogel war als einziger Politiker Ministerpräsident in zwei Bundesländern, seine Mission war über ein halbes Jahrhundert, die Partei auf einem christdemokratischen Kurs zu halten und die Konservativen und Marktliberalen in der eigenen Partei auf erträglichem Maß klein zu halten. Insofern sah er Friedrich Merz – bei aller parteipolitischen Nähe – als seinen Gegner an. Die Niederlage von Merz heute wäre also sein Triumph gewesen.

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Armin Latell | Fr., 19. Dezember 2025 - 19:19

nennt man dann wohl Nibelungentreue. Einmal mehr in orwellschem Neusprech Totalversagen in Erfolg umgewandelt.

IngoFrank | Fr., 19. Dezember 2025 - 20:16

auf sein Amt.
Ich glaube, es sieht sich nicht als Kanzler der Deutschen und dieses Landes …..
Er sieht sich zu höherem berufen als Taktgeber der EU und sieht sich mit Amerika China Russland mindestens auf Augenhöhe wenn nicht solar als „Besserer Führer“ . Mit so profanen Problemen wie der deutschen Innenpolitik mag er sich nicht beschäftigen. Er hat Milliarden „besorgt“ die andere mehr oder weniger sinnvoll ausgeben sollen die Hauptsache für ihn ist, in der Außendarstellung immer mit einem Koffer voll Geld auftreten zu können. Ob er einen Krieg finanziert oder mal schnell einige Milliarden für Klimaschutz ausgibt ist egal, Hauptsache der Koffer führ ideologische Taten ist gut gefüllt und er bekommt die entsprechende Aufmerksamkeit. Das beschäftigen mit einer Partei, ihrer Wurzeln ihrer Programmatik die Auseinandersetzung mit Kritikern ….. viel zu mühsam. Die Opposition ist rechts und bleibt links liegen Inbenpolitik nicht sein Thema das kann die SPD machen ….,
MfG a d Erf.Rep.

Thorwald Franke | Fr., 19. Dezember 2025 - 20:35

Wen interessiert es, wer auf der Titanic Kapitän und wer Koch ist? Das Schiff sinkt unweigerlich, es ist nicht mehr zu retten. Merz und AKK stehen beide für das Personalproblem der CDU: Sie haben keine Konservativen und keine Liberalen mehr, sondern nur noch Murkser, Memmen, Möchtegerns, Mitläufer, Mimosen und Merkelisten. Auch "Merz" fängt mit einem M an.

Schön auch, wie der Artikel klar zum Ausdruck bringt, was schon lange die Linie der CDU ist, Zitat über Bernhard Vogel:

"Seine Mission war über ein halbes Jahrhundert, die Partei auf einem christdemokratischen Kurs zu halten und die Konservativen und Marktliberalen in der eigenen Partei auf erträglichem Maß klein zu halten."

Eine CDU, die es für christdemokratisch hält, Konservative und Marktliberale klein zu halten, braucht kein Mensch. Afuerà!

Heute hat sich Norbert Bolz auf Twitter für die Wahl von "Team Freiheit" ausgesprochen.

Bernd Windisch | Fr., 19. Dezember 2025 - 20:37

"das unzureichende Management parteiinterner Prozesse unter seiner Führung."

Schöner kann man Parteienklüngel nicht umschreiben.

Wolfgang Z. Keller | Fr., 19. Dezember 2025 - 20:47

... wenn ich Sie richtig verstanden habe, fehlt es in der CDU an jemandem, der Merz "den Rücken freihält", wie Sie schreiben.
Das habe ich im Freundeskreis schon anhand des nun hinlänglich bekannten Stadtbild-Ausspruchs so diskutiert: JEDE/R kann Fehler machen. Aber jeder relativ normale Mensch hätte doch ein, zwei Freunde, Bekannte oder Verwandte, mit denen "man" sowas bereden und kurz darauf richtigstellen ODER besser erklären könnte. Nicht so Herr Merz. Der äussert sich noch zweimal dazu und gerät damit immer noch mehr ins Schlamassel. Was ist denn da los im Staate D (NICHT Dänemark!)?
Ob freud´scher Verschreiber oder Zufall, allein, dass Sie "Der Kanzler hat sich (...) zu wenig um die Parteiangelegenheiten und die damit verbundenen notwendigen Übelregungen(!!!) und Gespräche gekümmert" finde ich bezeichnend.
Genauso wie, dass F.M. heute den 90 Mia-Coup als seinen Erfolg ausgibt, während in den Nachrichten Österreichs von Katerstimmung in Brüssel wg. der EU-Uneinigkeit die Rede ist.

Da ist viel Wahres dran Herr Keller. Eine Frau zu Hause die Kritik üben darf, Freunde, die den Namen verdienen, weil sie auch mal kritisches sagen dürfen und weil man sie auch mal um Rat fragen kann/darf. Nur. Hat Merz wirklich viele Freunde? Und wenn, sind das Golffreunde oder solche wie Weimar? Die selbst ihren Lebenslauf schönen, ihr Buch plagiieren, die unehrlich in ihren Ämtern agieren, die korruptionsverdächtig sind, denen Bilanzfälschung vorgeworfen wird usw. Hat man als Politiker in der Partei wirklich echte Freunde? Wo doch alle Konkurrenten sind, jeder auf den Fehler des anderen wartet, um sich selbst weiterzubringen? Und was ist Merz für ein Mensch? Lässt er sich überhaupt was sagen/beraten? Wer ihn bei seinen Statements erlebt, wie er unsensibel und offen eine Lüge nach der anderen heraus haut, läßt das auf selbstkritisches Hinterfragen hindeuten? Viele hier stellen für sich fest, dass er realitätsfremd sei. Seine Auftritte erinnern an den *Baron Münchhausen*.

Andreas Peters | Fr., 19. Dezember 2025 - 21:16

damit ihm seine Partei nicht entgleitet, das ist die Botschaft dieses Tages." Ich denke eher die CDU hat es versäumt, sich zu teilen in Konservative und grünlinke Merkelianer. Auf Dauer hat diese Partei so keine Zukunft. Und mit einem Wankelmütigen wie Merz sowieso nicht. Merz' Verhalten wird aber den unvermeidlichen Bruch der CDU wohl durch seinen unrühmlichen Abgang, der nur eine Frage der Zeit sein dürfte, beschleunigen.

Angelika Sehnert | Sa., 20. Dezember 2025 - 09:25

parteiinterner Prozesse ist das Problem, sonder das völlig unzureichende Regierungsmanagement!
Merz hat sich mit Personal umgeben, das seinen Aufgaben nicht gewachsen ist. Für Merz scheint persönliche Freundschaft, nicht Qulifikation, ein wichtiges Kriterium zu sein. Daher kommt wohl auch diese distanzlose Duzerei mit den politischen Gegnern, die leider mit am Kabinettstisch sitzen. Als ob die sich durch das Sozi- Geduze beeindrucken ließen. Merz fehlt das Gespür für Menschen und Stimmungen.
Wie schon bei der Vorgängerregierung gilt: regieren muss man nicht nur wollen, man muss es auch können. Ergänzend dazu:Macht bekommt man nicht durch eine Wahl, Macht muss man ausüben können.
In der jetzigen, dramatischen Situation ist das Letzte, was das Land braucht ein Kanzler, der permanent nicht nur vom Koalitions „partner“, sondern auch den eigenen Leuten vorgeführt wird.
Sollte Merkel mit ihrem Dictum , „er kann es nicht“ , recht behalten? Sie hatte ein Gespür für Menschen und Stimmungen.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa., 20. Dezember 2025 - 09:49

Merkel "be-hindert"?
Das bedeutet keineswegs automatisch, dass sie nun für die "Herzkammer" der CDU, die KAS, etwa die geignete Person wäre.
Adenauer war nie Herz der CDU, er war Kopf und Vordenker.
Diesbezüglich kann ich den unterlegenen Kandidaten nicht einschätzen, worin evtl. dessen Hauptproblematik liegt.
Bernhard Vogel (RIP) war der jüngere Bruder von Hans-Jochen Vogel(SPD) und evtl. eher kein Denker oder Vordenker.
Seit Helmut Kohl schätze ich die Position von Denkern in der CDU sehr mau ein.
Der hoffentlich "Tiefpunkt" war evtl. mit Frau Merkel erreicht.
Nun hätte Merz nicht noch passenderweise! KAS-Vorsitzender werden können neben Parteivorsitzendem und Kanzler.
Frau AKK "bremst" ihn also evtl. ab, aber hoffentlich nicht aus.
Ich sehe ihren Vorsitz eher als späte Genugtuung für die vergangenen Anläufe.
Es wird sie evtl. auch anstrengen.
Ich wünsche ihr gutes Gelingen, denn mit ihr wird die KAS vielleicht jetzt eine Herzkammer der CDU.

Ernst-Günther Konrad | Sa., 20. Dezember 2025 - 10:46

Ich habe AKK als Mensch schon immer gemocht, sie ist durchaus sympathisch, bodenständig und versucht ehrlich zu sein. Für mich war sie nur eine Lückenfüllerin Merkels und taugte als Sündenbock in Reserve, wenn man es für nötig hielt. Sie wäre besser MP'in im Saarland geblieben, da kannte und mochte fast jeder sie und diesem Amt war sie gewachsen. Als Unionsvorsitzende und Verteidigungsministerin konnte sie nur verlieren. Ihre fehlte die Verschlagenheit der Politik, das Hinterfurzige und gemeine Intrigieren. Und leider muss ich sagen, wird sie gerade wieder benutzt. Da wollen einige in der UNION Merz klar machen, dass das Totenglöcken läutet, er soll das Hören (sehen) mit dieser Wahl. AKK wird als Vorsitzende genau was da reißen? Auch wenn sie wollte, wird sie die Stiftung nicht wieder in den konservativen Wind drehen können. Hier geht es einfach darum Merz vorzuführen. Der Tanzbär der SPD - Friedrich Merz- wird aus den eigenen Kreisen solange gedreht bis es ihm schwindelig ist.

Klaus Funke | Sa., 20. Dezember 2025 - 14:19

Ein Ehrenposten ohne wirkliche Macht. Wir sagten früher "nach oben gelobt". Sie ist ein armes Luder. Benutzt und abgeschoben. Und jetzt ein Ruheposten. Hat sie sich verdient, die Annekret. Alles Gute!

Angelika Sehnert | So., 21. Dezember 2025 - 07:06

Interessante Information am Rande: Merz trennte sich von Rödder! Das Ausscheiden von Prof. Rödder aus der Grundwertekommission wird vielleicht von Historikern eines Tages als Anfang vom endgültigen Ende der CDU bezeichnet werden. Überall in den westlichen Staaten ist eine Rückkehr des Konservatismus und Traditionalismus zu beobachten, besonders stark in den USA, von wo gesellschaftliche Impulse schon immer nach Europa strahlen. Nur die CDU marschiert munter weiter auf dem grün-sozialistischen,spät- 68er Irrweg und verkauft ihre ehemals konservative Seele. Sie hat schon einen Gutteil ihrer Wähler an die sich konservativ gerierende AfD verloren und arbeitet hart daran, dass es noch mehr werden.
Vor lauter Gutmenschentum und Weltretten hat sie aus den Augen verloren,was Menschen wollen: ein sicheres, gutes Leben in Freiheit, gute Arbeit und eine optimistische Perspektive. Sie wollen keine zum Scheitern verurteilten Experimente wie irreguläre Migration,Klimarettung oder Energiewende.