Christian Dürr
Christian Dürr / picture alliance/dpa | Michael Kappeler

Nach Wahldebakel - Parteispitze tritt geschlossen zurück

Nach schweren Wahlniederlagen zieht die FDP Konsequenzen: Die gesamte Parteiführung um Christian Dürr tritt zurück. Nach dem Scheitern in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg soll die Spitze der Liberalen schon Ende Mai neu gewählt werden.

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Als Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden der FDP bei den jüngsten Landtagswahlen tritt die gesamte Parteiführung um den Vorsitzenden Christian Dürr zurück. Präsidium und Bundesvorstand sollen nach Angaben aus der FDP beim Parteitag Ende Mai neu gewählt werden – ein Jahr früher als eigentlich vorgesehen. Das hat der Bundesvorstand nach dpa-Informationen bei seiner Sitzung in Berlin beschlossen.

Die FDP war am Sonntag bei der Wahl in Rheinland-Pfalz mit 2,1 Prozent und zwei Wochen zuvor in Baden-Württemberg mit 4,4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. In beiden Ländern flogen die Liberalen damit aus dem Landtag. In Rheinland-Pfalz gehörten sie bisher sogar der Ampel-Landesregierung an. Baden-Württemberg sieht die FDP als ihr Stammland an. Dort war sie seit dem Krieg kontinuierlich im Landesparlament vertreten gewesen.

Tandem Dürr und Büttner seit Mai 2025 gewählt

Der aus Niedersachsen kommende Dürr war erst im Mai vergangenen Jahres an die Spitze der Bundespartei gewählt worden. Er folgte Christian Lindner nach, der die Verantwortung für das Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl im Februar 2025 übernahm und sich aus der Politik zurückzog.

Der 48 Jahre alte Dürr hat Wirtschaftswissenschaften studiert. Er trat 1996 in die FDP ein und war von 2023 bis 2017 Abgeordneter im Niedersächsischen Landtag. 2017 zog er in den Bundestag ein, wo er ab 2021 an der Spitze der Fraktion stand.

Dürr suchte sich die Unternehmerin Nicole Büttner als Generalsekretärin aus, die dann im vergangenen Mai vom Bundesparteitag gewählt wurde. Büttner ist seit 2005 Mitglied der FDP, war zuvor aber nicht in der Bundespolitik aktiv. Sie ist Geschäftsführerin des Berliner KI-Unternehmens Merantix Momentum.

Kritiker werfen Parteiführung Orientierungslosigkeit vor

Dürr und Büttner gelang es seitdem nicht, die FDP wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Ihre parteiinternen Kritiker wie die Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, der NRW-Landesvorsitzende Henning Höne oder der Chef der Jungen Liberalen, Finn Flebbe, werfen ihnen vor, keine erkennbare Strategie für die Erholung der FDP zu haben. Statt eigene inhaltliche Akzente zu setzen, reagiere die Parteiführung nur auf die Politik der Bundesregierung und beschränke sich auf Kritik.

dpa

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Klaus Funke | Mo., 23. März 2026 - 17:38

Die derzeitige FDP hat keine Daseinsberechtigung mehr. Sie ist obsolet. Keiner will sie, nur ein paar Unverdrossene und Unbelehrbare. Die Zeit der ehemaligen FDP ist definitiv vorbei. Hauptschuld tragen eindeutig ihre Spitzenfunktionäre. Sie sollten sich öffentlich verantworten. Auch ein Herr Kubicki.

Dirk Nowotsch | Mo., 23. März 2026 - 18:05

Die FDP hat fertig! Die Partei hat in Gänze, aus Machtgier, nicht den Absprung von der Ampel geschafft! Da half auch die dümmliche Inszenierung nicht mehr! Im Gegenteil, die leicht zu durchschauende, berechnende Art und Weise, einen Lindner bis zur letzten Minute den Ministerposten zu sichern, die ekligen Spitzen gegen die arbeitende "Unterschicht" und die unverfrorene Lobbyarbeit für eine Klientel, die in Saus und Braus lebt, das alles hat sie unwählbar gemacht! Auch das Wirken von Frau Strack-Zimmermann dürfte viele abschrecken! Der Gedanke der freien Demokratie wird zu einseitig gedacht! Es geht eigentlich nur um ungehemmtes Geldverdienen und den Missbrauch der Politik, um per Gesetz die Weichen dafür zu stellen.

Stefan | Mo., 23. März 2026 - 18:41

Es wäre damals besser gewesen nicht zu regieren als falsch zu regieren und zudem nicht allem parteipolitischen Unsinn zugestimmt zu haben den die Ampelregierung damals auf den Weg gebracht hat.
Fazit:
Liberale die in Wahrheit keine sind, sondern lediglich als Steigbügelhalter fungierten, werden auch nicht gebraucht.
Übrigens der Markus Söder sollte auch dringlichst mal weniger "grüne Soße" auf die bayrischen Knödel drapieren, das macht meistens einen schweren Magen und bekommt einem nicht.
Siehe FDP, da ging der Verzehr von halbgarem, unausgekochtem grünen Zeug schließlich mit multiplen Organversagen einher. 😉
Grüße an dieser Stelle übrigens an Wolfgang Kubicki und Agnes Strack Zimmermann

Bei Herrn Kubicki bin ich mir sicher, dass er genau weiß 'was läuft' bzw. was lief... ..., und auch die guten Gründe für das Absacken der FDP genau kennt.

Frau Agnes Strack Zimmermann dagegen ist mMn eine echte 'Überzeugungstäterin', in einer vermeintlichen liberalen Hybris gefangen, unfähig die Realität(en) angemessen zu reflektieren - den Ukraine-Krieg zum Beispiel... >> Hoffnungslos!

Insgesamt hat die FDP lange und auf mehreren Ebenen und auch bereits viele Jahre vor der Ampel systematisch an ihrem Untergang gearbeitet..., und jetzt stellt sich halt der Erfolg ein.

Und Herr Kubicki weiß natürlich, dass es de facto keinen Zweck mehr hat... ... 🤔

C. Schnörr | Mo., 23. März 2026 - 19:31

mit Grüßen an Herrn Buschmann und die geschätzte Ampelkollegin Frau Paus.

IngoFrank | Mo., 23. März 2026 - 21:06

nimmt langsam Fahrt auf.
Meine Liebste hat 1x FDP gewählt ( ich nie !) und war mehr als enttäuscht, als sich das „Bambusstöckchen“ mehr und mehr von Merkek verbiegen ließ …..ist aber Schnee von vorgestern,
Egal wie, ich traure der FDP kein Träne nach. Für eine Liberale Partei nach ihrer jetzigen Prägung ist schlicht kein Bedarf. Im Schwarz grün roten und dunkelrotem Einheitsbrei sind der Farben vollkommen genug. Das bisschen gelb ob’s drin ist oder nicht, merkt eh niemand ….,
Die Wahlen im Osten werden erwartbar für die FDP auch unter 5% ausgehen. Egal wer die Partei meint führen zu können.
Es wurde mit Lindner und Dürr zu viel politischer Nonnsens in der Ampel durchgewunken, das vergisst der Wähler nicht.
MfG a d Erf. Republik

Hans v. Weissensand | Mo., 23. März 2026 - 23:14

die schon lange keine Liberalen mehr waren. Zu viel Zeitgeist zu wenig streben nach Freiheit, Eigenverantwortung. Zu Corona, in der Flüchlingskrise und im vermeintlichen Kampf gegen Rechts hätten sie nüchtern Freiheitlich Werte einziehen müssen. Es kam nichts. Gleichwohl ist eine Libertäre Partei bitter nötig um den importierten Partrisschart etwas entgegen zu setzen.

Stefan | Mo., 23. März 2026 - 23:24

Antwort auf von Hans v. Weissensand

Vor allem haben die Bürger sie damals in die Ampel gewählt um das schlimmste zu verhindern.
Stattdessen haben Lindner und Co. den ganzen Unfug der Rot/Grünen mitgemacht und mitgetragen.

Thomas Veit | Di., 24. März 2026 - 08:56

Antwort auf von Stefan

FDP-Wähler jemals die FDP wirklixh in einer 'Ampel' sehen wollte mit seiner Wahl. Vielmehr hat man/FDP-Wähler als es zur Joalitionsfrage kam dann NOTGEDRUNGEN die FDP-Beteiligung als 'Not-Sicherungbolzen' angesehen...

Es gab aber seinerzeit 2021 auch bereits sehr viele Kritiker an der Mehrheitsbeschafferrolle der FDP für die Ampel, auch FDP-intern.☝

Aber der MACHTWILLE in der FDP war wohl stärker...

ich glaube auch nicht, dass FDP-Wähler mehrheitlich die FDP wirklich in einer 'Ampel' sehen wollten, aber sich doch zumindest ein Korrektiv erhofft hatten.
Kubicki hat es auch schon benannt: nachdem die FDP die Jamaika-Koalitionsgespräche unter Merkel hatte platzen lassen („lieber nicht regieren als schlecht regieren“), konnten sie sich nicht ein 2tes mal verweigern.
Sie hätten mMn aber dann nach der Halbzeit die Reißleine ziehen müssen (wie ein Mitgliederentscheid es anvisierte), so nach dem Motto wir haben es in der Ampel ehrlich versucht, aber es funktioniert nicht. Damit hätten sie ggf noch etwas Glaubwürdigkeit retten können. Aber bis es dann zum Bruch kam, war der Drops gelutscht. Sie dachten wohl mit Cannabis und SBG ggf zu punkten, aber nichts verlieren zu können – weit gefehlt.
Liberales Versagen auf ganzer Linie.

IngoFrank | Di., 24. März 2026 - 09:38

Antwort auf von Stefan

das reichte auch in der Ampel nicht ! !
Außerdem gab es für Lindner in den drei Jahren Ampel eine Wahlschlappe nach der anderen, auf Kommunal & Landesebene.. Das haben die Forderen der FDP als Warnsignal schlicht ignoriert. Auch das Kriegsgetrommle der Silberfüchsin dürfte manch einem FDP Wähler abgestoßen haben. Und es kam wie es kommen musste.
Ich denke mal, es wird in Deutschland die nächste Partei in den nächsten, maximal 10 Jahren, den Abflug machen, und zwar die SPD ! Die Parallelen zur FDP sind unverkennbar. Hinzu kommt, dass die SPD ihre Kernwählerschaft quasi verloren hat und weltfremden Narrative hinter her rennt.
Ob dabei die Union überlebt ? Ich denke je mehr die AfD gewinnt, um so mehr fängt es in der CDU an zu gären…… Gott sei Dank, gehöre ich nicht zu den 75% der Ü 70, die CDU oder SPD wählen 😂😂😂
Warten wir auch den Todeskampf von Klingbeil & Bas ab, vielleicht knallt auseinander was nicht zusammen passt, schneller als wir alle denken.
MfG aus der Erfurter Republik

Urban Will | Di., 24. März 2026 - 00:14

hasst die Mehrheit der Deutschen wirkliche Freiheit, man lässt sich lieber das Denken vorschreiben und handelt auf Befehl. Und zum anderen ist die Freiheit nun bei einer anderen Partei beheimatet, zumindest in Teilen dieser Partei, ganz vorne bei der Vorsitzenden Weidel. Nur sie hat den Mut, dem linksgrünwoken, noch immer alles beherrschenden und der Freiheit entgegenstehenden Mainstream laut und vernehmbar entgegen zu treten. (Die Union hat sich komplett von der Freiheit verabschiedet und ist ins linksgrüne Lager gewandert. Sie macht nun Sozialismus.)
Ein Dürr, aber auch ein Kubicki gefallen sich in kleinen Wortmeldungen irgendwo in Magazinen, deren Auflagen zu gering sind, um wirklich gehört zu werden.
Heiße Luft, mehr nicht.
Ein Donnerschlag muss her. Ein Zusammengehen mit den Blauen, was zwar das Ende der Partei FDP, nicht aber der Freiheit im politischen Spektrum bedeutet.
Ein Kubicki bei der AfD würde deren dem Volk verordneten schlechten Ruf abmildern.
Es wäre der Anfang.

Thomas Veit | Di., 24. März 2026 - 09:18

"Ein Zusammengehen mit den Blauen..." findet ja bereits jetzt de facto über die Wählerwanderung statt, auch wenn die meisten FDP-Wähler nicht direkt zur AfD wechseln..., sondern den Umweg über die Union wählen werden... (meine bescheidene Küchentisch-Einschätzung) - 'weg' sind die ja alle nicht...

Und wie Sie lieber Herr Veit mit Ihrer Küchentisch-Einschätzung den Vorgängen nahe kommen dürften. Denn es ist nicht ganz so leicht mit dem Wandern von liberal-konservativ, weder zu ganz links noch ganz rechts. Ich glaube über zu ganz links braucht es angesichts der sowieso mittlerweile nach links-grün verschobenen Mitte keine erweiterte Analyse. Denn wenn auch z.B. die Linke Mitgliederzuwachs u. Gewinnzuwachs verzeichnet, was ihnen in RLP aber nichts nutzte, wieder auf dem linken Feld als Original mitspielt, während Grün stagniert u. eine SPD im freien Fall ist, so ist es für einen ehemals FDP-Wähler abgesehen von dem Vertrauensverlust während der "Ampelzeit" kein kurzer u. schon gar kein automatisierter Weg zur AfD. Auch wenn diese die gleiche Programmatik einer früheren CDU vertritt. Das Kampf gegen rächts-Gedöns mangels Argumenten ist ebenfalls irrelevant. Jedoch was die Einstellung zum Ukraine-Konflikt betrifft scheiden sich m.E. die freiheitlichen Geister. Zumindest meiner. LG

Heidemarie Heim | Di., 24. März 2026 - 12:50

Dem eigentlichen Thema nach meinem Exkurs zur näheren Betrachtung möglicher Wählerwanderungen als Antwort auf Herr Veits Gedanken dazu. Wie zu früheren Artikeln, in denen speziell die jetzige Parteiführung durch Herr Dürr Thema war, habe ich mich wie ich meine ziemlich deutlich ausgedrückt weshalb ich ihm weder Sympathie entgegen bringe, noch Glauben schenken kann, eine freiheitlich-liberal-konservative FDP neu auferstehen zu lassen, wie so denke ich in relevanter Größe zu jeder Demokratie als Vertretung gleichgesinnter Bürger/Wähler gehören sollte. Eben weil das eingetreten ist, vor dem ein Ex-Bundespräsident Herr von Weizsäcker und andere frühere Politiker eines Formats, von dem wir heute nur noch träumen können, ausdrücklich warnte! Nämlich, dass sich die Parteien den Staat schrittweise untertan machen. Und wie inzwischen der schläfrigste Untertan bemerkt haben sollte, sein Mitspracherecht, auch Wahl genannt, zur Farce gerät, wenn diese ALLES dafür tun um ihre Macht zu erhalten! MfG