- Jens Spahn tritt zurück
Nach wachsender Kritik an seiner Elternschaft mit Hilfe einer Leihmutter in den USA zieht Jens Spahn Konsequenzen. Der CDU-Politiker tritt als Unionsfraktionschef zurück.
Unionsfraktionschef Jens Spahn tritt angesichts der Debatte um seine Elternschaft mit Hilfe einer Leihmutter in den USA zurück. Das geht aus einem Schreiben Spahns an die Mitglieder der CDU/CSU-Fraktion hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte ihn Bundeskanzler und CDU-Bundesvorsitzender Friedrich Merz offenbar nichtöffentlich zu diesem Schritt aufgefordert. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus dem Umfeld des Parteivorsitzenden.
Spahn war unter Druck geraten, weil er und sein Mann Daniel Funke die Hilfe einer Leihmutter in den USA in Anspruch genommen hatten. Eine solche Leihmutterschaft ist in Deutschland illegal. Spahn selbst hatte die Legalisierung früher öffentlich abgelehnt und im Bundestag dagegen gestimmt – während die amerikanische Leihmutter schon sein, beziehungsweise das Kind seines Mannes austrug. Dem früheren Gesundheitsminister waren daher Doppelstandards vorgeworfen worden. Der Druck auf ihn wuchs zuletzt immer mehr.
Spahn kritisierte in seinem Schreiben eine „zunehmende Unerbittlichkeit in der öffentlichen Auseinandersetzung“, die ihn sehr nachdenklich gemacht habe und appellierte daran, „bei aller Klarheit und Entschiedenheit in der Sache immer auch menschlich im Ton» zu bleiben. «Eines ist mir in den letzten Tagen immer klarer geworden: Meine Familie ist mir das Wichtigste“, fügte er hinzu.
CSU-Landesgruppenchef übernimmt übergangsweise
Die Amtsgeschäfte als Unionsfraktionschef soll bis zur Wahl eines Nachfolgers CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann übernehmen. „Die Entscheidung von Jens Spahn verdient allerhöchsten Respekt“, sagte Hoffmann. Spahn habe die Unionsfraktion durch herausfordernde Zeiten geführt „und zum Erfolg dieser Koalition maßgeblich beigetragen“. Die Fraktion bleibe entscheidungs- und handlungsfähig.
Spahn und Funke hatten am Mittwoch bekanntgegeben, dass sie Eltern geworden sind. Eine Leihmutter in den USA brachte das Baby Georg zur Welt. Die Kritik daran ist deshalb so laut, weil Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist und sich Spahns Partei klar gegen eine Legalisierung ausspricht, so wie das Spahn in der Vergangenheit auch selbst getan hatte. Der Hauptvorwurf lautet, Spahn nutze privat Möglichkeiten, die er Menschen in ähnlicher Situation in Deutschland politisch nicht zugestanden habe.
Unmut in CDU
Nicht nur aus der Opposition waren kritische Stimmen laut geworden. In der eigenen Partei gab es immer mehr Unmut. Den Höhepunkt bildete am Freitag Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Chef Daniel Peters, der in der Bild Spahns Rücktritt forderte.
CDU-Verbände auf kommunaler Ebene schlossen sich dem an, wie die CDU Brilon, der Heimatstadt von Merz, oder der Kreisverband Rhein-Neckar. Scharfe Worte wählte auch die Vorsitzende der Frauen in der Unionsfraktion, Mechthild Heil: „Frauen dürfen weder zum Sex gekauft, noch als Brutkasten missbraucht werden“, sagte sie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Zwar gibt es auch in Deutschland Bestrebungen, die Frage der Leihmutterschaft vorsichtig zu liberalisieren – die CDU hatte bei einem Parteitag im Februar aber ausdrücklich am geltenden Verbot festgehalten: „Angesichts ethischer, rechtlicher und praktischer Bedenken gegenüber Leihmutterschaft bekräftigt die CDU Deutschlands ihre Forderung, Leihmutterschaft – auch in altruistischen Modellen – in Deutschland weiterhin zu verbieten, um Missbrauch, Ausbeutung und gesundheitliche Risiken zu verhindern“, beschloss die Partei.
Spahn hatte sich in einem Podcast mit Bild-Reporter Paul Ronzheimer geäußert und gesagt: „Ich habe lange mit mir gerungen, auch was das Thema Leihmutterschaft angeht. Ich bin lange zerrissen gewesen. Aber eben über dieses Ringen und sich mit dem Thema beschäftigen, haben wir uns für diesen Weg entschieden.“ Zur Frage eines möglichen Rücktritts hatte er auf Beratungen in der Unionsfraktion verwiesen, wenn diese im September wieder zusammentrete.
Klarheit vor Sommerinterview des Kanzlers
Merz hatte am Freitag deutlich gemacht, dass das Thema am Montag im CDU-Präsidium besprochen werden solle. Am Sonntag steht das ZDF-Sommerinterview mit dem Kanzler auf dem Programm. Offensichtlich sollte davor bereits Klarheit herrschen.
Spahn war von 2018 bis 2021 Bundesgesundheitsminister – in seinen Zuständigkeitsbereich fiel damit das Embryonenschutzgesetz, wo das Verbot von Leihmutterschaften geregelt ist. 2020 antwortete sein Ressort auf eine Kleine FDP-Anfrage, dass eine Änderung nicht geplant sei – und erklärte, die Ratio der Regelung liege „primär in der Wahrung des Kindeswohls“.
Im Jahr 2015 hatte das Magazin GQ Spahn, damals gesundheitspolitischer Sprecher der Unionsfraktion, mit den Worten zitiert: „Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden. Zu akzeptieren, dass ich nicht auf natürlichem Weg Vater werde, verlangt ein großes Maß an Demut. Ob ich das aufbringen kann, weiß ich nicht.“
dpa
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Die beiden sind nicht „Eltern“ geworden. Sie haben sich ein Kind gekauft, das der Mutter weggenommen wurde. Einfach nur widerlich!
Sie sprechen eine einfache Wahrheit aus.
Selbst bei der Kombination „Er und sein Mann“ zucke ich immer noch zusammen. Dabei war ich nie dagegen, homosexuelle Partnerschaften staatlich zu regeln und aus dem schwu(ü)len Dunst zu holen, aber mußte das Wort „Ehe“ dafür zweckentfremdet werden? Aber das ist das Zeichen unserer Zeit: Angestammte Wörter für etwas ganz anderes als das Hergebrachte zu verwenden. Und wehe, jemand widersetzt sich!
Mann... Frau... Ehe... Grundrecht... Demokratie...
Wording (als rhetorische Begriffsumdeutung) ersetzt das aktive Handeln.
Von welchem"Erfolg der Koalition "spricht Herrmann, zu dem Spahn maßgeblich beigtragen haben soll? Zur Sache selbst- etwas Anderes als Rücktritt kam ja wohl nicht mehr in Betracht nach dem öffentlichen Aufschrei, der sich wohl auch dem eitlen Auftritt der"stolzen Eltern" verdankt. Spahn hat sich verschätzt, indem er für sich als reichen Privatmann ganz undemütig etwas in Anspruch genommen hat , was er als Teil der Legislative - noch während er bereits bestehenden Schwangerschaft!-für weniger Begüterte verhindert hat. Mir ist er auch schon als Hardliner i.S. Sterbehilfe übel aufgefallen. Und i.S. Leihmuttterschaft habe ich meine ursprünglich neutrale Haltung geändert, als ich einmal einen typischen Vertrag gesehen habe, den die Frauen gerade in den USA unterschreiben müssen, um ein "mangelfreies Produkt" abliefern zu können. Etwas anderes kann auch garnicht dabei herauskommen, wenn man den Vorgang der Menschwerdung zu einer käuflichen Dienstleistung verdinglicht.
... humangenetischen Revolution.
Vielleicht kann man bald Embryos im Supermarkt erwerben und in einer etwas teurereren, aber hygienisch perfekten und mit Bio-Zertifikat verzierten Maschine zu Säuglingen heranreifen lassen.
Wer weiß ...
Ich bin dafür einfach zu alt.
cm-für-cm-für-cm... ... - auf dem Mars kann schließlich unter den gegebenen Bedingungen nur eine genetisch saubere 'Bevölkerung' existieren..., schon alleine aus wirtschaftlichen Gründen...
Nur ob im Supermarkt käuflich...?, da wäre ich skeptisch. Eher durch eine staatliche/EU/Welt-Behörde zugelassen bzw. verteilt, nach Antrag oder Bedarf. Es muss ja auch steuerbar sein... ... - sowohl auf der (überbevölkerten) Erde..., als auch auf dem schönen Mars dann... /😉
Besser kann man das "Sie predigten Wasser... und tranken Wein!"-Prinzip unserer politischen Eliten' heute nicht veranschaulichen, als an diesem Vorgang. Spans Rücktritt ist das Mindeste, was man hier erwarten muss... - und DAS müsste Span eigentlich von der ersten Überlegung in diese Richtung einer externen Leihmutterschaft bewusst gewesen sein... - müsste! 🤔
Gab es da nicht auch mal ein Treffen in einem vornehmen Lokal unter Beteiligung von Spahn, als ganz Deutschland zu Hause eingesperrt wurde? Dunkel taucht etwas in meiner Erinnerung auf...
Aus dem Phrasenbuch einer Politgestalt:
„Die Entscheidung von Jens Spahn verdient allerhöchsten Respekt“, sagte Hoffmann. Spahn habe die Unionsfraktion durch herausfordernde Zeiten geführt „und zum Erfolg dieser Koalition maßgeblich beigetragen“.
Gähn...
Die „Lobeshymnen“ nach Rücktritten kennen wir doch, werter Herr Hechinger. Jeder, der Politik verfolgt, kann sich einen Reim darauf machen. Alles nur verlogenes Gebabbel!
Zur Causa Spahn. Ein Heuchler und arroganter Knilch wie man ihn sich nicht schlimmer denken kann. Er und sein Partner sind mitnichten Eltern geworden. Man hat sich ein Kind mittels Leihmutter gekauft. "Vater" ist nur einer - Spahn - der andere hat damit nichts zu tun. Man kann das Problem, auch für schwule Paare, doch ganz legal mittels Adaption lösen. Und wenn man es früh genug macht, erkennt das Kind auch "die Eltern" an. Das wäre der ehrliche gerade Weg gewesen. Aber Herr Spahn glaubt sich über dem Gesetz und Regeln gelten nur für die anderen. Richtig wie hier ein User sagt, man ist nicht Eltern geworden, man hat sich ein Kind gekauft. Ganz und gar verwerflich und für einen christlichen Politiker ein "no go". Und dann noch zynisch sagen, es gehe ihm um seine Familie. Quatsch, Zynismus, Heuchelei. Gut, dass er jetzt weg ist, der Pharisäer. Aber es sollten noch ein paar mehr folgen. Der ganze Haufen CDU muss weg. Eine verlogene Bande sondergleichen. So und nun weg von CICERO. Tschüß!
/🤣🤣🤣🤣 - Sie sind einfach 'Klasse' in Ihrer Phantom-Konsequenz..., Herr Funke, ein echter selbstverliebter Blender... ...
...
bei der Heuchelei der Politiker!
Offenbar hat Jens Spahn gerade den ungünstigsten Augenblick genutzt, um sein erkauftes Elternglück öffentlich zu feiern.
Der CDU geht der Ar... auf Grundeis!
Da muß dann doch mal der ein oder andere seinen Kopf hinhalten, um die Lüge- und Betrügereien der anderen weiter unter den Teppich kehren zu können.
NICHTS wird sich politisch durch diesen Rücktritt
ändern!
"Same procedure as every year!"
Sehe ich leider genauso, liebe Frau Wallau. Merz und die CDU werden froh sein, dass Spahn doch, anders als geplant, recht früh zurückgetreten ist/wurde. So kann man schnell zu gewohnter (schlechter) Politik übergehen. Nichts, rein gar nichts wird sich ändern. Wünsche Ihnen einen schönen, angenehmen Sonntag!
und liebe Grüße an Sie!
