Zehn Menschen in Businesskleidung stehen hinter zwei Stehtischen, Kameras im Vordergrund; Foto.
Pressekonferenz der BSW-Fraktion im Thüringer Landtag / picture alliance/dpa | Jacob Schröter

Nach Parteiaustritten - Ex-BSWler wollen in Thüringen weiter mitregieren

Der Konflikt zwischen der BSW-Spitze und dem Thüringer Landesverband hat Konsequenzen: Weitere BSW-Landtagsabgeordnete kehren der Partei den Rücken. Die Regierung wollen sie weiter mittragen.

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Ein Großteil der zerfallenden Thüringer BSW-Fraktion will die Landesregierung von CDU-Ministerpräsident Mario Voigt auch künftig mittragen. „Wir stehen weiter zur Koalition“, sagte die bisherige BSW-Fraktionschefin Sigrid Hupach in Erfurt. Die Austrittswelle aus dem BSW hielt an, davon ist inzwischen bis auf zwei Abgeordnete die gesamte Landtagsfraktion betroffen. Die Fraktion wird über ihren Fortbestand nach Angaben von Hupach in der kommenden Woche entscheiden.

Angekündigt wurde, dass der gesamte geschäftsführende Landesvorstand seinen Rücktritt erklären wird. Ein für Sonntag anberaumter Landesparteitag, bei dem es um die Regierungsbeteiligung in Thüringen gehen sollte, werde abgesagt, sagte die bisherige Landesvorsitzende Katja Wolf. Wolf, die auch Finanzministerin und Vizeministerpräsidentin ist, begründete den Schritt mit dem Zerwürfnis zwischen dem Thüringer BSW und der Bundesspitze sowie Parteigründerin Sahra Wagenknecht.

Dauerkonflikt zwischen Berlin und Erfurt

„Wir sind nicht gewählt für endlose Selbstbeschäftigung, wir sind nicht gewählt für ständige Abwehrkämpfe und wir sind nicht gewählt für das Ertragen von Flirts mit Rechtsradikalen“, sagte Wolf. Die Bundesspitze hatte vom Thüringer BSW verlangt, die Koalition als Reaktion auf die Plagiatsaffäre von Voigt zu verlassen. Die letzten Tage hätten deutlich gemacht, dass es keinen gemeinsamen Weg geben werde, sagte Wolf.

Laut Hupach besteht die Fraktion zunächst weiter – mit zwölf Abgeordneten. Ursprünglich gehörten der BSW-Fraktion 15 Politiker an. Der Abgeordnete Alexander Kästner sagte, es bestehe kommende Woche die Möglichkeit, dass ein Beschluss zur Auflösung der Fraktion gefasst wird.

In Thüringen ist das BSW Teil der sogenannten Brombeerkoalition aus CDU, BSW und SPD. Das Bündnis hatte von Anfang an keine eigene Mehrheit – es bestand mit 44 von 88 Stimmen ein Patt zur Opposition aus Linke und AfD.

Anfang der Woche war bekannt geworden, dass der BSW-Abgeordnete Matthias Herzog aus der Partei austritt. Am Mittwoch dann verkündeten drei weitere Abgeordnete ihren Parteiaustritt – und kündigten zugleich an, eine eigene parlamentarische Gruppe bilden zu wollen. Am Freitag folgten neun weitere Abgeordnete, die aus dem BSW austreten wollten.

Wagfenknecht: Aussteiger wollen der Partei „maximal schaden“

Nach dem angekündigten Austritt fast der gesamten Thüringer BSW-Landtagsfraktion aus der Partei erhebt Parteigründerin Sahra Wagenknecht schwere Vorwürfe. „Es ist offenkundig, dass die Mehrheit der Fraktion jetzt auch deshalb die Partei verlässt, weil sie wissen, dass sie auf dem geplanten Sonderparteitag keinen Rückhalt mehr für ihren Kurs bekommen hätten“, sagte Wagenknecht der Deutschen Presse-Agentur. 

„Vor allem aber wurde der Zeitpunkt so gewählt, um der Partei, der sie ihre Mandate und Ministerposten verdanken, vor der Wahl in Sachsen-Anhalt maximal zu schaden“, fügte sie hinzu. „Jetzt wird offensichtlich alles aufgeboten, um den Einzug der einzigen konsequenten Friedenspartei in den Landtag von Sachsen-Anhalt zu verhindern.“

„Dass Katja Wolf und die Mehrheit der Thüringer Fraktion eher im Team CDU spielen, als sich für BSW Positionen starkzumachen, ist leider in den zwei Jahren seit der Thüringer Landtagswahl immer deutlicher geworden“, kritisierte Wagenknecht. Es sei bitter, dass in Thüringen „unsere Landesliste mehrheitlich von Leuten gekapert wurde, die sich den Hoffnungen und Erwartungen unserer Wähler offenkundig nie verpflichtet fühlten“. Das habe der Glaubwürdigkeit des BSW bundesweit geschadet und die AfD gestärkt.

Ministerpräsident Mario Voigt erklärte derweil, dass die Koalition in Thüringen weiterbestehen werde. „Wir stehen gemeinsam verlässlich für eine Politik. Die Menschen im Land müssen sich keine Sorgen machen, wir kümmern uns um die Themen, die ihr Leben betreffen, und gemeinsam stehen wir auch persönlich dafür ein, dass Thüringen vorankommt und wir gemeinschaftlich die Dinge anpacken, die es im Freistaat zu lösen gilt“, sagte der CDU-Politiker.

Quelle: dpa

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Heidemarie Heim | Fr., 4. September 2026 - 14:28

Dank an die Redaktion;)!Sie verlieren nicht viel Zeit,was?Eben noch zu den "Drei von der (BSW:)-Tankstelle" kommentiert und sich gefragt....Zack,bekommt man Antwort;)!
Wenn ich es richtig verstanden habe,ging das Kräfte messen zwischen Sahra,der Bundesspitze und Frau Wolf,die kein Interesse an "Flirts mit Rechtsradikalen hat" wohl 1:0 für den lachenden Dritten Voigt.Also wieder mehr Brombeeren als Himbeeren im Fraktions-Obstsalat. MfG

Heidemarie Heim | Fr., 4. September 2026 - 14:32

Antwort auf von Heidemarie Heim

Hinter dem Kräfte messen.Auf das andere eventuelle "Aus" einer Partei o. Bündnisses kann es noch etwas dauern;). MfG

Walter Bühler | Fr., 4. September 2026 - 14:52

... verfolgt, weil ich gegenüber den Alt-Funktionärsparteien eine Art Allergie entwickelt habe. Nun zeigt sich, dass auch dieses linke Experiment mit einer anderen Parteienstruktur keineswegs immun war gegen die Funktionärs-Krankheit.

Keiner von denen, die ausdrücklich im Namen einer Person gewählt worden sind, verzichtet auf die durch den Namen Wagenknecht gewonnenen schönen Abgeordneten-Privilegien, auch wenn sie sich nunmehr öffentlich gegen Wagenknecht positionieren.

Nun ja, so sind sie halt, die Menschen, besonders in der Politik.

Mal sehen, wie es mit dem BKW (Bündnis Katja Wolf) und der CDU unter dem stolzen Plagiator Voigt weitergeht.

Man korrigiere mich Herr Lehrer;), aber hat die Gründerin des BSWs nicht das gleiche Vorgehen an den Tag gelegt Erst das Gesicht der Linken,Fundamentalopposition innerhalb der Partei gemacht,ausgetreten ohne das Mandat zurück zu geben um unterdessen weitere andere Linkenmitglieder zu sich herüber zu ziehen,u.a. eine Wölfin im Schafspelz;) wie Sahra nun feststellen muss, und um schlussendlich das Experiment damit erfolgreich abzuschließen durch aus dem Stand gemachten Regierungsbeteiligungen. Ikarus lässt grüßen? MfG

... ist ja nun das BSW irgendwie Schnee von gestern.

Die Berliner Linke kann jedenfalls aufatmen, dass eine kritische Konkurrenz sich selbst zerlegt hat. Ikarus (oder in diesem Fall besser Íkare, wenn ich das als ehemaliger Lehrer hinzufügen darf) ist in der Tat zu hoch geflogen, jedenfalls für die eigenen Kräfte.

Nix für ungut!

Mit dem Alter wird man mutiger;).Und was ich nicht in 9Jahren Hauptschule und 2 ziemlich ergebnisoffenen Jahren (ich ließ nach Abschluss sogar noch das Kaffeewasser anbrennen🫩)in der Hauswirtschaftlichen Berufsfachschule lernte,konnte ich später in meinem Berufsleben im Umgang mit sehr vielen Mitmenschen,die nicht nur über großes Wissen verfügten,sondern auch über die soziale Kompetenz mich daran teilhaben zu lassen.Oder wie mein Herr Papa immer sagte:"Hör mal auf mir Löcher in den Bauch zu fragen!"
LG

Ja,Herr Bühler vor allem die aus der alten zwar abgespaltenen SED- Kaderpartei.
Für mich jedenfalls bleibt links, links ! Und das Linke Gedankengut hat mehr Elend und Tote auf der Welt verursacht, als der größte Krieg, den es in Europa je gegeben hat.
Die Linke Ideologie ist krachend gescheitet samt Umverteilungs- und Planwirtschaft. Um so unbegreiflicher für mich ist, das Wiedererstarken der Linken in Deutschland deren Gedankengut nicht nur bei der SED Erben, der SPD und der Grünen Sekte sich widerspiegeln, sondern auch die Union, ist mit ihrer ungehemmten Schuldenaufnahme diesem linken Block mittlerweile zuzurechnen. Was ist aus dieser Partei geworden die einst für Freiheit und Marktwirtschaft gestanden hat ? Ein Bittsteller der von Gnanden der Linken versucht zu regieren und das führt immer weiter ins Elend ….. im schlimmsten Fall im gewollt provozieren Krieg gegen Russland, wenn man sich die Beweislage zum Drohnenfund in Leipzig betrachtet samt deutscher Reaktionen.