- Schaffen Merz und Deutschland gemeinsam den Neustart?
Als Juniorpartner der AfD würde die CDU ihre politische Existenz aufs Spiel setzen. Friedrich Merz muss mit Reformen und einem klaren europäischen Kurs überzeugen. Eine Mahnung aus der Slowakei.
Das Echo der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat auch Bratislava erreicht. Mein Bruder schrieb mir: „Was bedeutet das Wahlergebnis in Deutschland für Europa? Und was wird aus dem Zusammenhalt der Europäischen Union?“
Mit der Berichterstattung der slowakischen Medien war er offenbar unzufrieden. Was er dort las, empfand er als hysterisch: den Kanzler infrage zu stellen und gleichzeitig darüber zu spekulieren, ob es für Deutschland und letztlich für ganz Europa nicht besser wäre, die AfD politisch salonfähig zu machen. Die Zeiten hätten sich, wie Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte, schließlich geändert.
Ich bin überzeugt: Weder Friedrich Merz noch die CDU dürfen kapitulieren. Das gebieten die Treue zu bewährten Überzeugungen und politische Weitsicht.
Zur DNA der Christdemokratie gehören für mich drei Dinge: die Fähigkeit und der Wille, sich zu verteidigen, niedrige Steuern für Bürger und Unternehmen sowie ein klares Bekenntnis zu Europa. Das prägt auch die Europäische Volkspartei, deren tragende Kraft die CDU ist.
Russland bedroht Europa, seine Demokratie und seine Zukunft. Dem müssen wir uns entgegenstellen. Wir müssen der Ukraine helfen und Europa zu einer wirksamen militärischen Abschreckung befähigen.
Die CDU darf nicht als schwächerer Partner in ein Bündnis mit der AfD eintreten
Ebenso offenkundig ist der Reformbedarf unserer Volkswirtschaften. Wir müssen bei unproduktiven Ausgaben sparen und denjenigen Freiräume verschaffen, die arbeiten, Unternehmen aufbauen, Risiken eingehen und Neues entwickeln wollen. Niedrige Steuern auf Einkommen und Unternehmensgewinne sowie die Einführung eines einheitlichen Steuersatzes waren Grundpfeiler des slowakischen Wirtschaftswunders in den Jahren um die Jahrtausendwende. Davon zehrt die heutige slowakische Regierung noch immer, während sie gleichzeitig großzügig Subventionen verteilt.
Schließlich brauchen wir ein stärkeres europäisches Selbstverständnis, um auch auf EU-Ebene Reformen durchsetzen zu können. Das gilt besonders für Entscheidungen in der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik. Hier setzt die jüngste Initiative von elf Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, an: Sie wollen Entscheidungen mit qualifizierter Mehrheit stärker nutzen.
Kann ein vernünftiger Mensch auch nur die kleinste Gemeinsamkeit zwischen der politischen DNA der Christdemokratie und der AfD finden? Was wäre von einer Regierung mit dieser Partei zu erwarten? Oder davon, eine von ihr geführte Regierung zu dulden?
Auch machtpolitisch und strategisch lohnt sich ein genauerer Blick. Eine christdemokratische Partei kann sich ein Bündnis mit einer radikalen Kraft nur leisten, wenn diese bereit ist, ihre Positionen zu korrigieren, und wenn die Christdemokraten selbst deutlich stärker sind. Beide Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit die Regierung Erfolg hat und die Christdemokratie politisch überleben kann.
Die Erwartungen unserer Wähler waren völlig unterschiedlich
Als wir 1998 die Herrschaft Vladimír Mečiars beendeten, regierte ich in der Slowakei, neben anderen, mit der Partei der Demokratischen Linken, der SDĽ, der direkten Nachfolgepartei der Kommunistischen Partei der Slowakei. Ich konnte dieses Bündnis eingehen, weil meine Slowakische Demokratische Koalition mehr als 26 Prozent der Stimmen erhalten hatte, die SDĽ dagegen nur 15 Prozent. Entscheidender war aber etwas anderes: Schon vor der Wahl hatten wir vereinbart, dass der Beitritt der Slowakei zur EU und zur Nato das wichtigste Ziel einer gemeinsamen Regierung sein sollte. Gerade die Verständigung über die Nato war alles andere als einfach.
Ein zweites Beispiel lieferte Wolfgang Schüssel mit seiner ÖVP. Als er im Jahr 2000 eine Koalition mit Jörg Haiders FPÖ einging, wurde in der EVP sogar ein Ausschluss der ÖVP erwogen.
Sowohl Schüssel als auch ich konnten Reformen durchsetzen, die schwierig und schmerzhaft waren, sich letztlich jedoch als erfolgreich erwiesen haben. Wir bestimmten Richtung und Tempo. Unsere Partner verloren dagegen erheblich an Rückhalt. Die SDĽ scheiterte später am Wiedereinzug ins Parlament (und die jeweiligen Partnerparteien lösten sich später auf).
Ein wesentlicher Grund für die Belastungen dieser Bündnisse lag in der völlig anderen DNA unserer Wähler und der unserer Partner. Auch die Erwartungen unserer Wähler waren völlig unterschiedlich. Unsere Anhänger wollten Reformen und Ergebnisse. Die Wähler unserer Partner hingegen erwarteten vor allem großzügige Sozialleistungen und andere Vergünstigungen. Diese Gegensätze ließen sich auf Dauer nur schwer überbrücken.
Friedrich Merz muss sich im eigenen Land bewähren
Für die CDU wäre es ein moralisches Versagen und eine Gefahr für ihre politische Existenz, wenn sie als schwächerer Partner in eine Regierung mit der AfD eintreten würde. Der stärkere Partner reklamiert Erfolge für sich. Er verfügt über mehr Raum in den Medien und im Parlament. Aus demselben Grund fällt es ihm leicht, dem schwächeren Partner die Verantwortung für Misserfolge zuzuschieben.
Der CDU bleibt deshalb nur ein Weg: sich hinter ihrem Vorsitzenden zu sammeln und zu kämpfen. Reformen vorantreiben, mit aller Kraft um Ergebnisse ringen. Die Bürger müssen wissen, was die Regierung beabsichtigt. Bleiben Ergebnisse hinter den Erwartungen zurück, muss sie ebenso offen erklären, woran es gelegen hat.
Und wenn die AfD hier und dort eine Wahl gewinnt, würde ich nicht in Panik geraten. In der Slowakei stand von 2013 bis 2017 Marian Kotleba an der Spitze einer unserer acht Regionen. Sein politisches Profil lässt sich mit dem führender AfD-Politiker vergleichen. Vier Jahre lang hatte er Gelegenheit zu regieren. Er stellte dabei vor allem seine Unfähigkeit unter Beweis. Seither wird die Region wieder von Demokraten und überzeugten Europäern geführt.
Schließlich Friedrich Merz selbst. Er will Deutschland und die EU voranbringen. Dass sich Erfolge nicht sofort einstellen, ist verständlich. Doch er sollte häufiger und deutlicher über seine Ziele und seine Arbeit sprechen, sowohl in Berlin als auch in Brüssel. Der Vorstoß für andere Entscheidungsverfahren in der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik ist wichtig und verdient Aufmerksamkeit. Selbst wenn er nicht sofort zum Durchbruch führt, zeigt er, wie der Kanzler denkt: nicht nur als Deutscher, sondern auch als Europäer. Das verdient Anerkennung.
Nun muss sich Merz auch im eigenen Land bewähren. Sein Lebenslauf ist eindrucksvoll und reich an Erfolgen. Doch so ist das Leben eines Politikers: Vergangene Erfolge verblassen, die Bürger erwarten neue. Merz wird den Zuruf hören: Hic Rhodus, hic salta! Hier ist Rhodos, hier springe! Es wäre Deutschland und Europa zu wünschen, wenn ihnen dieser Sprung gelänge.
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Alt-Ministerpräsident Mikuláš Dzurinda redet von der Zeit um das Jahr 2000. Da hat genau die Art der Politik, die er beschreibt, funktioniert, weil die Kräfteverhältnisse so waren, wie er sie darstellt. Um das Jahr 2010 herum hat sich die Bundeskanzlerin Merkel von ihren Wählern abgewandt und ihre Partei nach links getrimmt, ihrem Rasputin Matthias Jung ganz erlegen. CDU-Wähler sind treu. Und so hat es etwas gedauert, bis sie sich abgewandt haben. Erst hat es nur ein wenig gebröckelt, dann sind ab und zu größere Teile abgesprungen und nun gerät die ganze Statik ins Wanken. Noch 2015 hätte die Kanzlerin eine Wende einlegen können. Und die Kräfteverhältnisse waren so, daß sie in einer Koalition mit der Lucke-Petry-AfD die AfD hätte dominieren, mittelfristig sogar überflüssig machen können. Ganz so, wie dies Herrn Dzurinda gelungen ist. Jetzt schreiben wir das Jahr 2026. Schaffen Merz und Deutschland gemeinsam den Neustart? Nein. Deutschland vielleicht, aber gewiß nicht mit Merz.
Es ist natürlich schwierig Themen in einem kurzen Artikel darzustellen. Aber die Andeutungen des Artikels scheinen mir auch eher in vergangene Zeiten mit großen Gewissheiten zu passen.
Alle Kräfte der Mitte (Medien, Parteien, Wirtschaft, Kirchen, NGOs etc.) saßen 2019 in Davos, hörten tief betroffen das "I want you to panic" von Frau Thunberg, sahen ihre Versäumnisse ein, hatten aber jetzt erkannt, dass man wissenschaftsbasiert (97% Einigkeit unter allen führenden Wissenschaftlern aller Disziplinen) DAS Menschheits-Jahrhundertthema Klima angehen müsse, weit vor allem anderen.
Heute, sieben Jahre später, haben wir Corona, Ukrainekrieg, Palästinakonflikt, Wirtschaftskrisen, Weltordnungsfragen etc. dazubekommen, die mit dem Jahrhundertthema Klima abzuwägen sind.
Wir haben an der Wissenschaft und dem Menschen orientierte Parteien der Mitte, für die das alles glasklar ist: mehr Klima heißt mehr Menschenrechte heißt mehr Wirtschaftsstärke heißt Durchsetzung gegen Putin heißt Frieden in Palästina durch große, kraftvolle Umarmung, heißt weltoffene Befriedung der Gesellschaft in D usw. Alles Eins.
Nicht jeder sieht das so klar und weiß genau, wohin er springen soll.
Die Sanktionen treffen Russland hart. Bei uns kostet der Liter Diesel schließlich aktuell erst 2,50 Euro. Da ist also noch Luft nach oben.
Auch Lebensmittel sind in Russland knapp und teuer. Bei uns dagegen für jeden mühelos erschwinglich. Und unser Wohnungsmarkt mit seinen günstigen Mieten und dem üppigen Angebot braucht den internationalen Vergleich nicht zu fürchten.
Umso rätselhafter, warum der rundumversorgte Bürger ausgerechnet die Russlandfreunde der AfD wählt. Offenbar weiß er sein Glück einfach nicht zu schätzen.
Ich bin mit unserem Kanzler jedenfalls über das Wahlverhalten meiner Mitbürger zutiefst schockiert. Damit habe ich wirklich nicht gerechnet!
Nun grätscht auch noch mein Nachbar dazwischen und fragt: „Wie ist es eigentlich um die Analysefähigkeit des Kanzlers und der Medien bestellt, wenn ein solches Wahlergebnis sie derart überrascht? Und können wir uns dieses Maß an Ahnungslosigkeit auf Dauer überhaupt leisten?
Mich deucht, der meint auch mich.
Unverschämtheit.
Stimmt. Russland hat massive strukturelle Probleme durch Sanktionen + ukrainische Tiefenschläge:
Dieselknappheit: Russland musste Diesel-Exporte verbieten.
Regionen rationieren Treibstoff, Warteschlangen an Tankstellen.
Ernte gefährdet:
Russland hat Diesel-Engpässe, die die Ernte bedrohen; Bauern bekommen nur 20–200 Liter pro Kunde, was nicht einmal einen Tag Erntearbeit deckt.
Herr Gustav, dass ukrainische Tiefenschläge russische Raffinerien treffen und regional für Engpässe sorgen, bestreite ich nicht.
Wie beweist das die Wirksamkeit von westlichen Sanktionen? Und Was hat das mit meinem Punkt zu tun? Mich interessiert, warum Kanzler und Medien vom Wahlverhalten der Deutschen so überrascht sind, obwohl Tanken, Wohnen und Einkaufen hierzulande für viele schmerzhaft teurer geworden sind.
Dass die Russen längere an der Zapfsäule wartet, dürfte den deutschen Wähler nur mäßig trösten.
Mein Nachbar sagt, genau diese Verwechslung sei Teil des Problems.
Unverschämter Kerl der er ist.
Da wird Russland wohl bald kapitulieren!? Ihre Anmerkungen, Herr Gustav, kann ich leider nicht ernst nehmen. Ich zitiere mal Heinrich Heine (bezogen auf Ihren Text): "Ich kenne die Weise, ich kenne den Text - ich kenne die Herren Verfasser!"
hat es ja nun wahrlich schon bessere gegeben, aber was hat Merz denn nun tatsächlich alles falsch gemacht?
Ihm die ganzen Fehler der Merkel-Ära anzurechnen, ist einigermaßen unfair!
Vielleicht stand Merz vor einer unlösbaren Aufgabe, Merkels Politik rückabzuwickeln. Aber er hat es nicht einmal versucht. In Worten wohl: Links ist vorbei. Aber im Handeln: null, weniger als null. Friedrich Merz ist schlicht ein Totalausfall. Er hat das Gegenteil getan von dem, was er versprochen hat.
Er versprach die AfD zu halbieren nun halbierte die AfD, zuerst einmal in SA,
die CDU……
Die Union hat bei der letzten BT Wahl 28,5% erreicht. CSU bereinigt sind das für die CDU. 24% dh. x 1/2 = 12% Heute liegt die CDU wohlwollen gerechnet bei 16% da fehlen bis zur Halbierung gerade einmal 4% Punkte und das ist bis 29 wahrlich ehr zu erzielen sein bei einer Regierungszeit von 15 Monaten und einem Verlust von 8%. Gut das man Mathematik nicht ideologisch nich verändern kann. Wer rechnen kann, ist klar im Vorteil 😄😄😄😄
Und zum Thema Junijor- Partner der AfD kann ich nur sagen, die CDU und die AfD mit der FDP hätte die Ampel und damit das allergrößte Chaos nach dem II WK verhindern können. Haben sie aber nicht gemacht die 2 Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Merkel in die politische Wüste zu schicken und die grün roten Ideologen am regieren zu hindern.
Jetzt bitte nicht rumheulen liebe CDU wenn die AfD an der absoluten Mehrheit kratzt .
Hätte es das umgeleitete Steuergeld von einer NGOs in Höhe von 630.000 € je Hälftig als Wahlkampfunterstützung für SPD und gerüner Sekte zur Verhinderung einer absoluten Mehrheit gegen die AfD nicht gegeben, wie wären dann die Wahlen ausgegangen .. Mal ganz am Rande angemerkt 🙈
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik
Dieser Lügenbaron hat noch immer nicht die Zeichen erkannt. Jetzt hat er nach dem Fall Schnieder, den Fall Sepp Meier aus SA eröffnet. Ein zweites Mal führt er einen namhaften Politiker vor. Im Fall von Meier macht er diesem sogar den Vorwurf, er sei mit Schuld am Untergang von Schulze. Dieser Kanzler dreht völlig frei. Angeblich denke er auch über sich nach und droht der AFD in Sachsen Anhalt it Bundeszwang. Hat der sie noch alle. In meiner Dienstzeit habe ich bei solchen wirr redenden Menschen immer geprüft, ob er nach dem Freiheitsentziehungsgesetz der nächsten Psychiatrie vorgestellt werden muss. Nein, Merz kann und wird dieses Land nicht retten und seine unterwürfigen Klatscher in den Gremien auch nicht. Dieses Land kann nur durch eine starke AFD versucht werden, vor dem Abgrund zu stoppen und den Rückwärtsgang einlegen. Merz versucht it autoritären Mitteln demokratische Wahlen zu diffamieren, deren Wahlfolgen, die Wahl eines AFD MP zu verhindern. Es wird ihm nicht gelingen.
Wenn die Wahlen in MeckPom und in Berlin über die Bühne sind, wird man sehen, was passiert. Es werden keine Sensationen wie in Sachsen -Anhalt, aber sie werden Herrn Merz den Rest geben, wenn er nicht - wie der slowakische Ministerpräsiden vermutet - eben deswegen ein kriegerisches Abenteuer gegen Russland vom Zaume bricht, einfach nur, um von seiner innenpolitischen Katastrophe abzulenken. Damit kann man bei einem wie Friedrich Merz und seinen Verbindungen zu BlackRock durchaus rechnen...
