Thomas Kemmerich
Thomas Kemmerich / picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka

„Das ist eine Freiheit an der Leine" - Thomas Kemmerich über seinen Bruch mit der FDP und was „Team Freiheit" verspricht

Vergangene Woche trat Thomas Kemmerich aus der FDP aus. Nun übernimmt der Ex-Ministerpräsident den Vorsitz des von Ex-AfD-Chefin Frauke Petry gegründeten Vereins „Team Freiheit“. Im Gespräch mit Cicero erklärt er erstmals, warum er mit der FDP gebrochen hat - und welche Ziele er mit dem Bürgerverein künftig verfolgt.

Autoreninfo

Mirjam Epstein studiert Soziologie und hat redaktionelle Stationen an der Axel Springer Akademy (Welt) und dem österreichischen Exxpress absolviert. Derzeit macht sie ein Praktikum bei Cicero.

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Erst am Freitag hatte Kemmerich verkündet, nach über 20 Jahren Mitgliedschaft die FDP zu verlassen – eine Partei, die sich als freiheitlich, marktwirtschaftlich und liberal versteht. Auf X schrieb er: „Meine Vorstellungen von der Zukunft unseres Landes und die inhaltliche Ausrichtung der Partei haben sich auseinanderentwickelt.“

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Dagmar Wehleit | Fr., 19. September 2025 - 07:55

Ich wünsche Frau Petry und ihren Partnern im Team Freiheit alles Gute. Meine Unterstützung haben Sie! Es ist wirklich an der Zeit endlich eine freiheitliche Partei in Deutschland zu haben. Die FDP hat sich leider als solche nicht bewährt. In Zeiten, wo Freiheiten und Bürgerrechte (WHO-Vertrag!) immer weiter beschnitten werden, muss endlich der freiheitliche Gedanke wieder in der Politik Einzug halten.

Ingofrank | Fr., 19. September 2025 - 08:56

Ach ja, der wackere Kemmerich aus Thüringen der es „wagte“ sich als MP in Thüringens, mit Stimmen der AfD, wählen zu lassen. Der Rest ist bekannt, auch das Urteil gegen Merkel und ihre Regierung. Das für ihn keinerlei Unterstützung bei der nachfolgenden LTWahl aus der Berliner FDP gab rundet das Bild ab.
Eine Zusammenarbeit mit Petry ? Aussichtslos ! Sie wird so enden, wie sie schon einmal selbst bei einer Parteigründung nach ihrem Verlassen der AfD geendet hat. Auch ihre „neue“ Partei wird so enden wie ihr erster Versuch nach der AfD. Genau so wird’s Kemmerich ergehen…… Diesmal wird er wieder an der „falschen“ Parteimitgiedschaft scheitern.
Ich sehe I.ü. Parallelen zu Wagenknecht & Petry. Alles angefangen und nichts politisch zu Ende gebracht…… Der einzige Unterschied, Petry zieht in kein Parlament ein, von einer Regierungsbeteiligung ganz abgesehen, weil ihr wiederholter egomanischer Tripp einer Parteigründung vorher schon auseinander fällt.
MfG a d Erfurter Republik

Ich glaube Sie haben weder den Artikel gelesen, noch das Konzept von Team Freiheit verstanden. Die Partei trennt klar zwischen Mandaten und Parteiposten. Was hat das mit Egotrip zu tun? Frau Petry hat sich die Gründung sehr genau überlegt. Und Thomas Kemmerich ist zurückgetreten, weil er und seine Familie massiv bedroht wurden, ähnlich dem Fall Günther Felßner. Die Partei hat Potential von AfD, FDP, Union und Nichtwählern stimmen zu ziehen. Meine hat sie ganz sicher. Aber wählen Sie ruhig weiter ihren rechtskollektivistischen pseudointellektuellen Höcke in Ihrer "Erfurter Republik". Lächerlich

Ach Herr Habel, ich habe doch nichts für ihre Sympathien zu Petry & Kämmerich…. Spenden Sie, wählen sie das Team Petry (genau so bizarr wie BSW !) Nichts dagegen einzuwenden ….. Auch die Trennung von Mandat und Parteipsten mag vielleicht auf unterer und mittlerer Führungsebne funktionieren, aber dann ? Alles schon mal dagewesen….. bei z.B. Grünen & grandios gescheitet. Wer als Spitzen- (Kandidat) Politiker nicht seine Partei hinter sich bringen kann ist verloren. Das heißt natürlich nicht, wie unlängst Merz bewies, wenn Parteivorsitz und Kanzler in einer Hand sind, die Erfolge sich von selbst einstellen. Da, ist allerdings auch die Ausnahme.
So wie ich Petry u.i.ü. Wagenknecht einschätze, sind beide keinesfalls bereit,
1 Lot ihrer Macht zu teilen.
Aber wie gesagt, Sie haben ihre Meinung, ich habe die Meine.
I.ü. Ich habe die Wahl Kämmerichs live gesehen und bin nach wie vor der Meinung, er wäre ein besserer MP für mein Heimatland gewesen, als es
SED- Ramelow je war.
MfG a d Erf.Rep.

Die AfD war ein liberaler Versuch (gegründet, als die FDP 2013 aus dem Bundestag flog), um eine Mittepartei in Deutschland neu zu erfinden. Leider haben sich zuviele rechte Bürger der AfD angeschlossen und diese Partei komplett nach rechts bis rechtsaußen verschoben. Petry versucht es jetzt, wie die viel erfolgreichere Wilders-Einmann-Partei in den Niederlanden: keine Querulanten, keine U-Boote, keine Störenfriede, die den Erfolg einer neuen liberalen Partei gefährden. Oder glauben wirklich AfD-Anhänger, die AfD sei liberal und gemäßigte Mitte?

Böhme, was denn sonst. Natürlich steht es ihnen zu, die AfD abzulehnen, aber eine andere (liberale) gemäßigte Partei der Mitte gibt es in der deutschen politischen Landschaft nicht mehr! Oder welche würden Sie da benennen wollen? Ich bin gespannt.

Thomas Hechinger | Fr., 19. September 2025 - 09:03

Ich wette eine Kiste guten Champagner, daß dieses Projekt scheitert. Ich habe Frau Petry schon live erlebt. Sie argumentiert klar und präzise und hat vernünftige Ansichten. Ich kann aber ihren Verrat an der AfD nach der Bundestagswahl 2017 nicht vergessen. Nicht daß ich ihr nicht zugestände, die Partei zu verlassen, wenn es nicht mehr zusammen geht. Die Art und Weise und der Stil dieses Austritts waren aber unanständig. Insofern traue ich Frau Petry nicht über den Weg.
Auch Herr Kemmerich ist ein guter Mann. Er setzt aber aufs falsche Pferd. Maaßen, Petry, diese ganzen Seitenwege der Opposition, sind Sackgassen. Es gibt bereits eine etablierte Opposition, das ist die AfD. Diese Partei ist sicher nicht der Wunschtraum eines Liberalen, aber das Beste, was er zur Zeit kriegen kann. Dort sollte sich Herr Kemmerich einbringen. Er darf allerdings nicht davon ausgehen, daß alle zur Seite treten, weil sie nur auf ihn gewartet haben. Für einen Individualisten wie ihn sicher nicht einfach.

Wolfgang Borchardt | Fr., 19. September 2025 - 09:16

FDP durch Herrn Kemmerich ist völlig korrekt und inzwischen durch den Niedergang dieser Partei belegt. Die letzte Bundestagswahl war die große Chance der liberalen Demokratie. Aber der selbst verordnete Oppurtunismus hat der Partei den Todesstoß versetzt. Mit der Rest der FDP ist kein Blumentopf zu gewinnen. Es braucht die Wiederbelebung der angesichts links-grüner Deutungshoheit schon totgesagten liberalen Demokratie, die ohne Opposition keine ist. Aber warum "Team Freiheit"? Der Name scheint mir nicht der bestmögliche. Warum nicht einfach LDP, Liberal-demokratische Partei? Sicher nicht LDPD, das war die Blockpartei in der DDR, auf deren (in der DDR verordnetes) Anpassungsniveau sich die Rest-FDP eingepegelt hat.

Team Freiheit sich besser anhört. Gerade in der heutigen verwahlosten Zeit prägnant, psychologisch m.E. gut ausgedacht!

Peter William | Fr., 19. September 2025 - 09:29

Freue Wähler, Team Freiheit, Team Blau, FDP, für mich noch AfD... Wie viele liberale Parteien werden denn benötigt? Eine pro Führungspersönlichkeit?

Inki | Fr., 19. September 2025 - 09:43

Und was ist mit BSW und Maaßen und Freie Wähler? Wollen die sich alle gegenseitig
Konkurrenz machen?

Peter William | Fr., 19. September 2025 - 13:56

Antwort auf von Inki

die Presse freut es. Es ist zwar für Deutschland und die EU schlecht, aber das interessiert doch die Medien nicht.

Reinhold Straub | Fr., 19. September 2025 - 11:09

Für eine staatskritische, oppositionelle Partei könnte durchaus Platz sein, angesichts eines immer schlechter funktionierenden Staates. Die FDP ist das nie gewesen, und sie sieht sich offenbar immer noch in der Rolle eines Reserverades im Regierungswagen. Die Gelegenheit für eine Neugründung ist also da.
Kemmerichs Behauptung, klassische Parteien seien „Teil des Problems“, halte ich allerdings für Nonsens. Per Satzung professionelle Politik zu verhindern, ist keine „Lösung“, und nicht einmal durchzuhalten, sobald Wahlerfolge eintreten.
Trotzdem: es muss ja irgendwie weitergehen mit dem politischen Liberalismus, und „Team Freiheit“ ist den Versuch wert.

Ernst-Günther Konrad | Fr., 19. September 2025 - 11:17

Soll er doch. Für die AFD war er wohl zu feige, hatte die ihn doch damals zum MP mitgewählt und das hätte dann einen fürchterlichen Shitstorm ausgelöst, wenn er zu diesen gewechselt wäre. Da ist er mit dieser Wahl unverdächtiger. Okay, seine Entscheidung. Glaubhaft ist das nicht und das "Team Freiheit" mag ein netter Debatier Club sein, aber reißen werden nicht viel. Es gibt halt die AFD und die erreichen die nicht.

Klaus Funke | Fr., 19. September 2025 - 11:31

Nein, Herr Kemmerich, mit der kommen Sie nicht weiter. Die Petry taugt politisch und wohl auch menschlich nichts. Die hat eine Abzockermentalität. Politisch wird diese Minipartei nichts bewirken. Schade um Ihr Engagement. Da hätten Sie lieber das Original, die AfD, wählen sollen. Aber da fehlt offensichtlich der Mut, weil, da hätte es in der Presse ziemliche Aufregung gegeben. Aber so, bei der Petry-Partei, da passiert sowieso nix. Schade. Eine Luftnummer!

wolf | Fr., 19. September 2025 - 13:41

Die AfD bräuchte dringend solche Leute.
Aber man wird sich doch nicht dem Shitstorm der Medien aussetzen!
Dieser Schritt wird ebenso wie der von Maaßen und Meuthen im Nichts enden.

Klaus Funke | Fr., 19. September 2025 - 16:31

Antwort auf von wolf

Sowas führt ins Nichts. Auch ich hatte auf Maaßen gehofft. Schade, ein Papiertiger. Der taugt bloß fürs Hinterzimmer, für mehr offenbar nicht. Gut, Merkel hat ihm übel mitgespielt. Sowas kann prägen fürs ganze Leben. Meuthen ist dagegen ein echter Verräter. In Brüssel mit warmem A... rumsitzen. Professorentyp. Die taugen alle nix. Man schaue sich dagegen Weidel und Chrupalla an. Die riskieren was, stehen dem Feind offen gegenüber. Sind rhetorisch und argumentstiv stark. Was sind Maaßen und Meuthen dagegen? Lauwarme Handtücher. Hinterzimmerstrategen. Bei Kemmerich bin ich mir nicht sicher, ob er was taugt. Sein Schritt hin zu Petry offenbahrt große strategische Schwächen. Wer zu der will, dem kann es nicht um den Sieg gehen. Haken wir Herrn Kemmerich ab. Vielleicht hat Merkel bei aller Hinterlist doch ein Näschen für solche Typen. Mit ihrer Ablehnung für Merz hat sie, wenn auch aus anderen Motiven, richtig gelegen. Manchmal muss man eben dem Teufel recht geben, er kennt die Seinen

Klaus Funke | Fr., 19. September 2025 - 16:32

Antwort auf von wolf

Sowas führt ins Nichts. Auch ich hatte auf Maaßen gehofft. Schade, ein Papiertiger. Der taugt bloß fürs Hinterzimmer, für mehr offenbar nicht. Gut, Merkel hat ihm übel mitgespielt. Sowas kann prägen fürs ganze Leben. Meuthen ist dagegen ein echter Verräter. In Brüssel mit warmem A... rumsitzen. Professorentyp. Die taugen alle nix. Man schaue sich dagegen Weidel und Chrupalla an. Die riskieren was, stehen dem Feind offen gegenüber. Sind rhetorisch und argumentstiv stark. Was sind Maaßen und Meuthen dagegen? Lauwarme Handtücher. Hinterzimmerstrategen. Bei Kemmerich bin ich mir nicht sicher, ob er was taugt. Sein Schritt hin zu Petry offenbahrt große strategische Schwächen. Wer zu der will, dem kann es nicht um den Sieg gehen. Haken wir Herrn Kemmerich ab. Vielleicht hat Merkel bei aller Hinterlist doch ein Näschen für solche Typen. Mit ihrer Ablehnung für Merz hat sie, wenn auch aus anderen Motiven, richtig gelegen. Manchmal muss man eben dem Teufel recht geben, er kennt die Seinen

Urban Will | Fr., 19. September 2025 - 16:28

Schwächung der AfD, denn von dort werden sie die Mehrheit ihrer Wähler holen. Sollten sie knapp unter 5 bleiben und diese 5 der AfD wegnehmen, dann könnten sie sogar bewirken, dass diese die absolute Mehrheit an Parlamentssitzen verfehlt und sich auf der anderen Seite ein „AfD-Verhinderungs-Komplott“ in Form einer Koalition aller Altparteien bildet, der dann über die Mehrheit verfügt.
Die Brandmauer-Christen sind noch weit davon entfernt, diese zu überspringen und sich wie man sieht, für nichts zu blöde.
Dann müssen die Wähler noch mal 5 Jahre warten, bis sich endlich etwas ändert.
Es wäre besser gewesen, dieses „Team Freiheit“ hätte sich von Beginn an mit den Blauen arrangiert und man wäre gemeinsam angetreten, aber hierfür hat narzisstische Petry wiederum nicht den Schneid.
Kemmrich, so sympathisch er auch daher kommt, taugt mM nicht als Zugpferd.
Irgendwie schade. Die Zeit ist überreif, dass man sich auf der rechten Seite zusammentut und nicht, dass man sich schwächt.

Danke, stimme dem voll zu. Kemmerich scheint es nicht um den Sieg zu gehen, sonst hätte er nicht auf die Petry gesetzt. Weiß gar nicht, was der überhaupt will? Zweiter hinter Petry zu werden, kann doch kein Ziel sein? Aber mit der indirekten Schwächung der AfD scheinen Sie richtig zu liegen. Darum könnte es der kleinen "Giftkröte" Petry gehen, deren narzisstische Aufblähung wiedermal ihrem Höhepunkt zustrebt. Allerdings, ich wette, sie wird dabei platzen. Wie schon eh und je schafft sie es nicht. Vielleicht aber will sie auch nur ein paar öffentliche Mittel abzocken. Wie schon früher. Zu mehr reicht es offenbar nicht. Jedenfalls, den Kemmerich können wir abhaken.

Glaube ich nicht. Zumindest nicht im Osten in der die FDP immer eine Partei mit damaligen 5% + X war. Und heute ? Erscheint sie unter „sonstige“ also unter 3%. Sie wird sich noch schneller Tod laufen, als das BSW und die Linkspartei denen die alten SED Genossen langsam aber sicher ausgehen. Von einem möglichen Einzug in einen LT kann Petry weiter träumen.
MfG a d Erf. Republik