Monika Maron
„Ich baue ja die Ecken nicht, sondern stoße mich nur daran und nehme die blauen Flecken hin“: Monika Maron / dpa

Monika Maron über Merkel und den Osten - „Es gibt diktatorische Elemente in der Demokratie“

In einer überraschend persönlichen Rede zur Wiedervereinigung hat die Bundeskanzlerin kritisiert, dass ihre eigene Ost-Biographie von der CDU als „Ballast“ bezeichnet wurde. Hat Merkel plötzlich ihr Herz für den Osten entdeckt? Monika Maron sieht in dem Statement einen strategischen Schachzug.

Autoreninfo

Antje Hildebrandt hat Publizistik und Politikwissenschaften studiert. Sie ist Reporterin und Online-Redakteurin bei Cicero.

So erreichen Sie Antje Hildebrandt:

Antje Hildebrandt

Monika Maron gilt neben Christa Wolf als wichtigste Schriftstellerin mit Wurzeln in der DDR. Ihr erster Roman „Flugasche erschien 1981 im westdeutschen S. Fischer Verlag. Zuletzt hatte sie für Schlagzeilen gesorgt, weil sich ihr Verlag nach 40 Jahren von ihr getrennt hatte – mit Hinweis auf ihre Positionen in der Flüchtlingsfrage, zum Islam sowie zum Gendern. 

Frau Maron, die Bundeskanzlerin hat in einer überraschend persönlichen Rede in Halle am Tag der Wiedervereinigung darüber geklagt, dass sie als Ostdeutsche diskriminiert werde. In einem 2020 von der Konrad-Adenauer-Stiftung herausgegebenen Buch über die CDU heißt es, sie, „die als 35-Jährige mit dem Ballast ihrer DDR-Biographie in den Wendetagen zur CDU kam, konnte natürlich kein von der Pike auf sozialisiertes CDU-Gewächs altbundesrepublikanerischer Prägung sein“. Die Kollegin Anja Reich von der Berliner Zeitung schrieb, sie habe mit den Tränen kämpfen müssen, weil sie gespürt habe, welchen Mut es Merkel kostete, diese Rede zu halten. Was haben Sie gedacht?

Grundsätzlich fand ich es schon immer ziemlich simpel und auch unklug, Merkels Wesen auf ihre Ost-Herkunft zurückzuführen.

Käme sie aus Afrika, würde man sagen, es sei rassistisch.

Es ist dumm, weil es viele andere Beispiele gibt. Also, ich komme auch aus dem Osten, sogar aus einer kommunistischen Familie, und ich denke ganz anders als Frau Merkel. Ich glaube, die Lösung des Rätsels liegt eher in ihrem Charakter als in ihrer ostdeutschen Herkunft. Sie hat ein sehr sensibles Verhältnis zur Macht. Das hat sie im Osten genutzt, um sich dem Regime weitgehend zu entziehen. Sie ist ja im Osten gut durchgekommen. Mit der gleichen taktischen Intelligenz ist sie im Westen an die Macht gekommen und hat sie auch behalten. Ich denke, sie ist dabei eher den Erfolgsaussichten gefolgt als einem politischen Interesse.

Das ist so, als würde man einem Lehrer sagen, er hätte den Beruf nur wegen der Ferien gewählt und nicht wegen der Kinder. 

Ihr Interesse an der Macht ist offensichtlich größer als an politischen Zielen. Anders lässt sich ja gar nicht erklären, warum sie sich im Lauf der Zeit so vollkommen widersprüchlich geäußert hat – egal, ob es um Migration oder Kernenergie ging. Jeder weiß ja, dass die Toten in Fukushima Opfer des Tsunamis und nicht des Atomunfalls waren. Als Naturwissenschaftlerin weiß sie das erst recht. Trotzdem nimmt sie das zum Anlass, um die schon beschlossene Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke auszusetzen und den Atomausstieg übers Knie zu brechen. 

Bisher hat Merkel ihre ostdeutsche Herkunft aber kaum thematisiert. Warum macht sie es jetzt, kurz vor dem Ende ihrer Amtszeit?

Naja, ich denke, es geht auch um den Nachruhm. Wie wird man später über sie sprechen?

Sie möchte als die Frau in die Geschichte eingehen, die Ost und West miteinander versöhnt hat?

Cicero Plus weiterlesen

  • i
    Alle Artikel und das E-Paper lesen
    • 4 Wochen gratis
    • danach 9,80 €
    • E-Paper, App
    • alle Plus-Inhalte
    • mtl. kündbar
Andre Möller | Do, 7. Oktober 2021 - 08:32

Ich fürchte aber, Frau Hildebrandt bleibt unbeeinflusst von dem Gespräch mit Frau Maron und redet sich weiter alles schön.

Rob Schuberth | Do, 7. Oktober 2021 - 19:10

In reply to by Andre Möller

Wenn sich die Kanzlerin jetzt über ihre Diskriminierung beschwert, dann hat sie wohl ausgekleidet warum man sie verschreit und nieder brüllt.

Das ist doch nicht wg ihrer Ost-Vita, sondern wg. ihrer Politik, die fast immer ü b e r die Bürger hinweg, anstatt, wie sie es UNS mit dem Amtseid geschworen hat, f ü r uns gemacht hat.

Schön wie Frau H. es nicht schafft die Interviewte in "ihre" Ecke zu schieben...wunderbar diese Frau Maron.

Umgekehrt Ihre Reihenfolge, lieber Herr Schuberth. Merkels heraussteigen aus ihrem
schwarzen SED-Loch ließ ihre machtegomanische Brutalität keine andere Bürgerach-
tung zu.

Monika Marons "Animal Triste" nennt sie beim Namen. Jawohl, Merkel als Animal Triste. Merkel verläßt nach mindestens sechzehn Jahren nicht als "Alphatier" die
uns überlassene kaputte politische Bühne. Oder versucht sie, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen.? Sie weiß, ihr Lebenselixier, die Macht, ist bereits gefallen.
Sie weiß auch , kein fünftes Mal zur Bundeskanzlerin gewählt zu werden.

Diesen Tenor finde ich bei Monika Maron. Eine tolle Frau. Bei einer ihrer Buchvor.
stellungen in München hatte ich die Möglichkeit, mit Frau Maron zu sprechen.
Dieses Erlebnis werde ich nie vergessen. Ob sie sich noch an mich erinnert? Da
wäre sie ganz "schön blöd". Das nur am Rande.
Danke Frau Maron

Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 7. Oktober 2021 - 08:35

GESPRÄCH mit FRAU MARON im Cicero lesen darf und dazu, dass Frau Maron NEBEN CHRISTA WOLF gesehen wird.
Man mußte nur wissen, wovon Christa Wolf schrieb.
Vielleicht blieb es sogar lange ihrer Familie verborgen?
Christa Wolf war wohl im Freundeskreis Willy Brandt, ich war einmal kurz im Freundeskreis Herbert Wehner.
Liebe Frau Maron, da bin ich bei dem Punkt, der mir für die Merkelrede wichtig scheint.
Ich neige dazu, immer auch etwas von mir preiszugeben, weil man mich nicht kennt.
Die Rede von Frau Merkel habe ich nicht gesehen, weil ich vermutete, dass es auf sie selbst zulaufen könnte.
Das scheint es gewesen zu sein, Frau Merkel als Opfer und Einheit schlechthin?
Wer Merkel kritisert macht sich zum Täter?
Es gibt noch einen Grund, warum ich mir Merkel möglichst nicht anschaue.
Wenn man Pech hat, kann man sie "lesen".
Schön, von Ihren Erlebnissen zu erfahren, liebe Frau Maron.
Irre ich oder spüre ich Lachen, keinen Hass, keine Rache, nur Liebe zum Leben?
Helfen sie uns zum Leben

Manfred Bühring | Do, 7. Oktober 2021 - 09:06

... Frau Maron. Frau Hildebrandt gehen im Laufe des Interviews doch die Möglichkeiten aus, diese aufrechte Demokratin auf's Glatteis zu führen. Bemerkenswert: "Von einer Diktatur würde ich ja auch nicht reden. Aber es gibt autoritäre und diktatorische Elemente." Schon Goebbels wußte 1928: "Wir gehen in den Reichstag hinein, um uns im Waffenarsenal der Demokratie mit deren eigenen Waffn zu Versorgen ..." (zitiert nach Willemsen: Das Hohe Haus). Die skandalösen Grundrechtseinschränkungen in der Corona-Krise, die Selbstentmachtung unseres Parlaments, öffnen genau den diktatorischen Fantasien in unserer Gesellschaft Tür und Tor!! Geschichte wiederholt sich - meist als Farce.

Gerhard Fiedler | Do, 7. Oktober 2021 - 09:31

ist Ihr Beitrag! Mein Kompliment dazu! Sie sprechen mir aus dem Herzen, besonders mit Ihren Textstellen zum Gendern und zur Migration. Komme auch aus dem Osten. Habe allerdings schon mit 18 Jahren noch vor dem Mauerbau die DDR verlassen können, weil ich dort nicht studieren durfte. Bin dort auch des öfteren angeeckt. Denke da an eine 1.Mai-Demonstration, an der man teilnehmen musste. Ein FDJ-Funktionär brachte mir ein Pappschild, das ich tragen sollte. Auf diesem abgebildet war der westdeutche Bundeskanzler Adenauer mit Zylinder am Galgen hängend. Ich lehnte dies ab. Warum, wurde ich gefragt. Meine Antwort war, dass ich Menschen nicht am Galgen durch die Straßen tragen möchte. Die Antwort des Funktionärs: Dann sei ich wie Adenauer auch ein Kriegsbrandstifter. So billig und einfach war seine Argumentation. Und so einfach ist es leider auch heute wieder, Menschen mit einer anderen Meinung zum Nazi zu stempeln. Traurig!

... weil sie bestätigen, wie "einfach gestrickt" Manche (manchmal sogar in Führungsposten bzw. als Vorgesetzte) sind. Erinnert mich (u.a.!) auch an meine Bundeswehrzeit (lange her: "Rot-/Blau-Land-Zeit"), wo ich einen Vorgesetzten erleben "durfte", der sich einen Krieg herbeisehnte, damit er endlich beweisen kann, was für ein guter Stratege und Kämpfer er sei... für mich endgültig der Moment, wo ich mich fehl am Platze fühlte.

Alte Stasitaktik inzwischen in Westdeutschland angekommen. Erschreckend, dass dies sogar hier im Forum passiert. Gerade unter diesem Artikel.

gabriele bondzio | Do, 7. Oktober 2021 - 09:38

Stimmt! Es gehören immer zwei dazu. Ist ja noch nicht so lange her...die Begeisterungsstürme, Klatschorgien, 90%-Zustimmungswerte auf Parteitagen.
Jetzt steht man mit bedepperten Gesichtvor dem Scherbenhaufen.
" Dieses ohnmächtige Gefühl, dass etwas geschieht, das die Mehrheit so nicht will und auch nicht versteht, das aber gewaltsam durchgesetzt wird, das kannten wir schon."...genau meine Gedanken.Das konnte nicht gutgehen.Und es ist nicht gutgegangen. Damals habe ich auch angefangen, meine Gedanken, per Kommentare, mit anderen zu teilen.
Alles was Sinn für die Stammbevölkerung machen würde, Rentenklärung, Pflege, Bildung, Wohnungsmarkt usw. ist in einem weit aus schlechteren Zustand, als vor 2015.
Dazu wurden noch "spezielle Unvereinbarkeiten" mitgebracht.

Gerhard Lenz | Do, 7. Oktober 2021 - 09:53

dass sich Frau Maron zur FDP bekennt. Weil sie in erschreckender Unkenntnis wirtschaftlichen Liberalismus mit bürgerlichen Freiheiten verwechselt. Und weil die FDP in den letzten Monaten punktuell als zivilisierte Version der rechtsextremistischen AfD verstanden werden konnte.

Widersprüchlich ist allerdings, dass sie die AfD als einzige wirkliche Oppositionspartei erkennen will - offensichtlich ist für sie zunehmender Extremismus, Krawall und Provokation ein Ausdruck politischer Opposition.

Ansonsten präsentiert sie das typische Bild der ewig jammernden Wutbürgerin aus dem Osten: Prügel für Wanderwitz, Merkel hat mindestens mitgeholfen, die CDU zu ruinieren, der humane Akt der Aufnahme von Migranten eine diktatorische Massnahme, und die Einführung von Gendersternchen erinnert sie an die DDR - ein unterirdischer Vergleich.

Maron liefert überwiegend nur, was von ihr zu erwarten war. Geschenkt.

Dennoch: Ein überaus lesenswertes Interview!

"Ansonsten präsentiert sie das typische Bild der ewig jammernden Wutbürgerin aus dem Osten"

Für Sie ist aber recht schnell jemand ein Wutbürger...

dass Sie glauben, Frau Maron unterstellen zu können, sie verwechsle bürgerliche Freiheiten mit Wirtschaftsliberalismus?

Wer solche Weisheiten von sich gibt wie Sie, sollte wenigstens den Text genau gelesen oder zumindest verstanden haben.
Prügel für Wanderwitz? Wo denn?
Sie „widmet“ diesem Wanderwitz genau das, was er verdient: zwei Worte.
Den Rest dieser Antwort bezieht sie nicht nur auf diesen „Ostbeauftragten“.

2015 eine „diktatorische Maßnahme“? Was für ein Unsinn. In Marons Antwort steckt nichts mehr als ein Unbehagen damals, das man über die durchaus so zu sehende Problematik eines Kontrollverlustes an d Grenze durchaus haben konnte und es eben ohne Parlament, etc. von oben verordnet worden war. Und man dies noch nicht mal offen kritisieren konnte ohne stumpfsinnige Stigmatisierungen.

Und wo sie da eine „ewig jammernde Wutbürgerin“ erkennen, bleibt Ihr Geheimnis.
Genau als solche würde sie wohl kaum die Gelben wählen, sondern... na? Wen denn wohl? Zumindest aus Ihrer Sicht?

Das sollte man sich merken. Alles, was ein Lenz gegenwärtig kritisiert (dürfte in etwa dem entsprechen, was Linke zu kritisieren und beklagen haben, z.B. Existenz der AfD, Menschen, die Corona-Massnahmen ablehnen, Wohnungsnot, Kinder-Armut etc,) ist also nichts weiter als das Jammern eines Altlinken. Dachte ich es mir doch, Herr Lenz, Sie sind ein ewig nörgelnder Jammer-Wessi. Für Sie persönlich finde ich es schade, dass Sie eine Frau Maron nicht einmal ansatzweise verstehen können. Woran liegt das wohl?

nehmen Sie sich heraus, werter Herr Lenz, in dieser Art und Weise über Ihre Mitmenschen, in diesem Fall Frau Maron zu urteilen? Oder eine Art "Steckbrief für Wutbürger-Ost" zu verfassen! Als Krönung des Ganzen, in Verbindung mit der Bemerkung, die FDP wäre lediglich eine zivilisierte AFD nehmen Sie sodann Kraft Ihres unerschütterlichen Urteils, den Begriff der bürgerlichen Freiheit in Angriff. Wo jeder der hier Anwesenden hinlänglich weiß, Einige besonders, wem Sie diese Freiheiten "zuordnen" und wessen Bürgerlichkeit aus Ihrer Sicht als zweifelhaft zu erachten ist und von Ihnen ständig entsprechend konnotiert wird. Andererseits, und nun okkupiere ich das von Ihnen gern verwendete Wort eines Ausdrucks mangelnden Respekts, "Geschenkt"! MfG

Soll das ein Scherz sein? Mit dem gleichen Recht, mit dem Frau Maron - die neuerdings ihre Bücher im Verlag des Gutshofs-Fetischisten Kubitschek verlegt - in der Bundesrepublik diktatorische Tendenzen zu sehen glaubt.
Im Übrigen teile ich Herrn Wanderwitz' Urteil über einen Teil der Ost-Bürger voll und ganz - die sind in der Tat jeglicher demokratischen Einsicht unverdächtig.
@Frau Bondzio - Klar doch. Kennen wir ja alles von Alice Weidel, Fraktionssprecherin der AfD: Kopftuchmädchen, Messermänner und sonstige Taugenichts. Rassismus pur.
@Herr Tröbner: Es gibt einen Unterschied zwischen berechtigter Kritik, und dem sich in Teilen der Ost-Bevölkerung verfestigten Ressentiment, permanent von denen DA OBEN benachteiligt zu werden. Und zwar da, wo man den Unterschied zwischen DDR-Diktatur und BRD-Demokratie nicht kapiert hat.
@Herr Will: Für Sie ist Frau Marion so was wie eine deutsche Volksschriftstellerin- weil ordentlich rechts eingestellt. Schon klar, alles weiter überflüssig...

Einverstanden werter Herr Lenz! Aber meinerseits nur so lange, wie sich mein Gegenüber mir oder meinen Mitbürgern gegenüber nicht als Kläger und Richter in einem aufspielt. Ihnen mögen die Recherchen bezüglich eines in Ihren Augen verdächtigen Verlagswechsel der Autorin ausreichen um den ganzen Menschen und sein bisheriges Lebenswerk in die Ihnen genehme Schublade zu packen, mir reicht das allerdings nicht. Mich würden zumindest die Gründe dafür interessieren. Und selbst wenn mir diese nicht einleuchten würden bzw. genehm erschienen, habe ich damit noch lange nicht das Recht erworben eine mir ansonsten fremde Person abzuqualifizieren oder ihr den Respekt zu verwehren, auf den sogar im Normalfall meine Feinde zählen können. Und damit scherze ich so gut wie nie! Um unsere hier so strittige Auseinandersetzung nicht ganz so unverträglich enden zu lassen, kommen wir zumindest überein, dass die Wahl und Qualität dieses von Frau Hildebrandt geführten Interviews gut und interessant war! MfG

Herr Lenz, um so lauter & intensiver sie kræhen vor allem im Chor ihrer Wegbegleiter, um so sicherer bin ich mir, dass meine Gedanken & Gefühle zu den betroffenen Wegbegleiter sich als vorkommen richtig & ehrlich erweisen & das diese auch wirklich alles richtig gemacht haben, um die dunklen Stellen unserer Geschichte & Gesellschaft (der Macht) zu beleuchten.
Sie sind mein Barometer für gesellschaftliche Empfindlichkeiten. Danke

Aber auch Danke an die vielen selbstständigen -& denkenden "Unter-Menschen" wie z.B. hier der Cicero, Frau Maron, aber auch die AFD & die vielen, vielen Intellektuellen, die auf ihren Gebiet für eine Diskussion & die Wahrheit kämpfen.
Es sind all diejenigen, die ihren aufrechten Gang für die Wahrheit & gegen Orwell-Cleaner Tag ein, Tag aus ihre Zeit, Kraft sowie vieles mehr für ihre Mitmenschen opfern, damit christliche (humane) Werte nicht der Macht geopfert werden.
Halleluja & Danke & Gott schütze euch alle. 🙏🤗

Klaus Funke | Do, 7. Oktober 2021 - 10:05

Endlich mal ein Interview (noch dazu von Frau Hildebrandt), das ausgewogen, wohltuend sachlich die Probleme anspricht, die tatsächlich bestehen und die Menschen bewegen. Breiten Raum nahm der Genderblödsinn ein. Ist auch klar, die Maron ist Schriftstellerin, und noch dazu eine gute (der Vergleich mit Christa Wolf ist durchaus angebracht). Wenn man Autor ist, stülpt sich einem der schriftstellerische Magen um, wenn man diese Afferei bloß zur Kenntnis nehmen muss. Jeder Brief oder Mitteilung, die mich mit Gender* erreicht, wird zurückgeschickt und nicht beantwortet. Das Tolle ist, nicht mal die Frauen, denen dies doch dienen soll, akzeptieren diesen Sch... Nee, ganz große klasse dieses Interview und wie sie die Merkel kategorisiert, das hat Niveau und ganz großen Stil. Besonderen Dank dafür. Herrn Wanderwitz, apostrophiert sie nur mit einem "Ach, der Wanderwitz". Toll. Ich halte die Maron für eine ganz große Autorin. Hoffentlich beglückt sie uns mit noch ein paar Romanen. Danke!!!

Romuald Veselic | Do, 7. Oktober 2021 - 10:11

"Ich glaube, die Lösung des Rätsels liegt eher in ihrem Charakter als in ihrer ostdeutschen Herkunft. Sie hat ein sehr sensibles Verhältnis zur Macht. Das hat sie im Osten genutzt, um sich dem Regime weitgehend zu entziehen."
Ich vermute, diese politische Negativperson besitzt keinen Charakter. Sie ist nur ein zum Mensch gewordener Berg, der aus Komplexen besteht. Sie ist mir schon rein äußerlich absolut unsympathisch. Weibliches Michelin Logo. Die UK Königin Viktoria war ihr gegenüber der elegante Spaßvogel in Schwarz.

"Wie man über merkel nach ihrem Politabgang geredet wird?"

Ich persönlich, als freidenkendes Individuum, betrachte ich sie so negativ, wie jeden aktuellen Diktator. Mit den Kims beginnend u. Maduro endend.

Sie und ihre servile Ja-Sager-Truppe haben dieses Land an den Abgrund gezogen. Sie handelten u. handeln fahrlässig kriminell. Mit ihr, hat D seine Stellung verloren, ohne den Krieg zu führen.

Ingofrank | Do, 7. Oktober 2021 - 10:22

mit meiner Ostvergangenheit.
Ich sah diese Vergangenheit nie als Ballast an.
Unser Credo war, wir haben in der Ostzeit uns Wohlstand erarbeitet, ohne SED Kader zu sein, dann werden es wir im Westen mit Arbeit auch schaffen.
Und auch den großen Vorteil sehe ich exakt so, wir haben den direkten Vergleich und der sensibilisiert uns. Gerade in, und nach der Zeit, die den „Erneuerungsprozess“ der CDU durch den Merkelismus= Alleinherrschaft = Gleichschaltung kennzeichnete.
Das Ergebnis, ein gespaltenes Land, eine untergehende CDU &&& alles ist hinlänglich bekannt.
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Martin Falter | Do, 7. Oktober 2021 - 11:02

einen Satz: "Ihr Interesse an der Macht ist offensichtlich größer als an politischen Zielen."
Sind 16 Jahre Merkel umfassend beschrieben.

Für die CDU/CSU wird das noch länger so sein.

Maria Arenz | Do, 7. Oktober 2021 - 11:15

Frau Maron. Sie sind der lebende Beweis dafür, daß in der DDR aufgewachsen zu sein keine Erklärung, geschweige denn eine Entschuldigung für den Politikstil von Merkel ist. Was Macht mit einem Menschen macht, hängt nunmal maßgeblich von seinem persönlichen Charakter ab. Und für den ist man schon auch ein gutes Stückweit selbst verantwortlich. Ich sehe nun mit einer gewissen Genugtung, daß der Nachruhm der Dame trotz der brutalen Konsequenz, mit der sie sich darum"gekümmert" hat, nicht annähernd so lobesam ausfallen dürfte, wie sie das in ihrer sprichwörtlichen Bescheidenheit plante, indem sie alle ihrer Politik kritisch gegenüberstehenden Geister gnadenlos von jeder Nachfolge-Chance wegintrigiert hat. Mußte man sich aber ja nicht gefallen lassen udn auch insoweit hat Maron recht: sie war es nicht allein.

Juliana Keppelen | Do, 7. Oktober 2021 - 11:24

ganz deutlich, dass Merkel immer nur Merkel war und ist. Sie ist weder rechts noch links noch sonstwas. Ihr handeln war immer zunächst dem eigenen Vorwärtskommen der Imagepflege und dem eigenen Ego geschuldet. Dazu war die CDU aus Merkels Sicht die geignete Plattform. Dazu hat sie es geschafft mit gezielten Freundschaften eine Hofberichterstattung garantiert zu bekommen.

Ingo Kampf | Do, 7. Oktober 2021 - 11:32

Frau Merkel wird entmythisiert werden. Frau Gertrud Höhler hatte vor 10 Jahren schon mal begonnen. Aber das war zu früh. Aber jetzt werden sich die MSM so langsam von Frau Merkel lösen. Dann wußten es alle schon besser!
Frau Maron hat recht: Wer gendert, ruiniert die Sprache und vernichtet sie als verbindendes Element.

H. Köppl | Do, 7. Oktober 2021 - 11:39

Ihr Kommentar entlarvt sie deutlicher als alle ihre früheren Kommentare.
Toll, Frau Maron, ihre Antworten gefallen mir zu 100 %, meine Hochachtung. Leider kann ich nicht so gut formulieren wie Sie .

... kann natürlich auch eine Frau sein. Die Liebe zur Sprache ist bei Frau Maron immer präsent, so empfinde ich das auch, Herr Köppl. Das ist sehr schön, und unterscheidet eben echte Schriftsteller von professionellen Schwätzern, die beim Schreiben meist vorgegebenen Absichten folgen müssen (oder wollen) und sich dabei meist nur in ihren Feindbildern und in ihren halbverstandenen Phrasen suhlen.

Urban Will | Do, 7. Oktober 2021 - 11:42

„gründlich aufarbeiten“ zu wollen, kann man denen nur empfehlen, dieses hervorragende Interview genau durchzulesen.
Als eine der ganz wenigen gelingt es Frau Maron, ohne ideologische Scheuklappen und pauschalem Abkanzeln über eine der erkennbarsten Folgen der in der Überschrift genannten „diktatorischen Elemente“ unserer Demokratie zu reden: das Aufkommen der AfD.
Sie irrt allerdings mit der Aussage, nur die FDP rede über Freiheit, das machen die Blauen mindestens genauso, wenn nicht gar noch intensiver.
Man sollte nicht vergessen, dass die FDP an vorderster Front einen himmelschreiend antidemokratischen Befehl der Kanzlerin (Wahl rückgängig machen) umsetzte. Das war alles andere als freiheitlich.
Entsprechend ist es für mich ein negativer Aspekt an dieser sicherlich beeindruckenden Frau, dass sie eine Partei wählt, die nach strammer Ost – Manier einen Befehl der Herrscherin umsetzte. Im Osten, dort wo sie war, die Diktatur, deren Elemente sie nun auch in Gesamt - D sieht.

Tomas Poth | Do, 7. Oktober 2021 - 12:25

Wer die FDP wählt, der wählt auch den jährlichen Import von 500.000 Migranten! Die FDP spricht zwar gerne von Fachkräften in dem Zusammenhang aber die kommen ja nicht, die gibt es nicht in den Auswanderungsländern!
Wer FDP wählt, der wählt auch die unbegrenzte Freigabe des Schwangerschaftsabbruch, genauer gesagt die Tötung ungeborenen Lebens, eine heimtückische Aktion gegen das werdende Kind.
Das ist Dekadenz pur, auf der einen Seite töten wir im Mutterleib das Kind ab, auf der anderen Seite halten wir mit maximalem klinischen Aufwand sterbende am Leben!

Dr. Hermann Josef STIRKEN | Do, 7. Oktober 2021 - 13:41

Maron spricht einen entscheidenden Punkt an, nämlich , dass Menschen die Richtung der CDU vorgeben, die seit Jahrzehnten dort sitzen und den Niedergang der Partei herbeigeführt haben. Es sind die 40 jährigen plus, die die Zukunft der jungen Menschen bestimmen sollten. Merkel hat eine Art Jantelag, die Verhaltensrichtlinien , entwickelt in Dänemark, eingeführt. Nur Unterordnung und kein Aufbegehren wird toleriert. Die junge Generation will Freiheit und diese Dystophie beenden. Leute , wie Schäuble können das nicht leisten, sondern die Generation Linnemann und Konsorten. Will die CDU sich erneuern, müssen die alten Gesichter einer neuen Generation weichen.

Kurt Walther | Do, 7. Oktober 2021 - 13:57

Was für ein wunderbares Leseerlebnis  für einen alten Mann an der Ostgrenze: Sehr treffliche und wohltuende  Worte von  Monika Maron. Völlig zutreffend die Analyse von Merkels Politikstil. A. Merkel  nutzte den westdeutschen Kanzlerwahlverein CDU für sich aus, wurde von ihren CDU-Klatschhasen jahrelang bejubelt.

Interessant ist,  wie einfach-gelassen und zugleich aussagekräftig   Frau Maron  die Ursachen   für  das unterschiedliche  Wahrnehmen  bestimmter  Entwicklungen und Erscheinungen  in Ost und West erklärt, das dann zu unterschiedlichen Wahlverhalten führt. Ob das  Frau H. nachvollziehen kann? Mir erscheint es logisch. Bedauerlich nur, dass dies  jahrelang von den Medien nicht  aufgegriffen wurde. Vielmehr wollen sich intellektuell gebende  Gruppen - vor allem im Westen der Republik -   der großen Mehrheit der Deutschen vorgeben, was sie zu denken und zu tun haben. Der Genderwahn ist so eine Spitze. Und wer da nicht mitzieht gilt eben als "rechts", schnell auch als "Nazi".

Bernd Muhlack | Do, 7. Oktober 2021 - 16:42

Ein sehr gutes Interview - zwei intelligente Damen im angeregten Palaver.
So nannten die Indianer ihre wichtigen Besprechungen, glaube ich zumindest. Bei den Afghanen nennt man das Loya Djirga.
Es ist im Vergleich zu diesem Interview jedoch dort keinerlei Weibsvolk zugelassen!

Ich habe kein Buch von Frau Maron gelesen; schaun mer mal.
Ein mMn zentraler Satz:
"sie (Merkel) hat eigentlich jeder Partei die Themen weggesaugt und zu ihren eigenen gemacht."
Man erinnere nur "die Ehe für alle".
Ein taktisch perfekt lanciertes Interview in der BUNTE und alle sprangen über Kanzlerin Merkels Stöckchen". Abstimmung im BTag => die Ehe für ALLE war da und das Thema somit aus dem Wahlkampf 2017!
Die Kanzlerin selbst hielt ihren NEIN-Button ostentativ in die Kameras - das Thema war ihr (wie so oft) sche...-egal:
Hauptsache es ist weg aus der Debatte!
Das System Merkel eben.

Ja, irgendwie wird SIE UNS fehlen -
das letzte Angelus-Läuten verhallt im Orkus...

... es waren eher Hells-Bells like AC/DC!

Nicola Chauvin | Do, 7. Oktober 2021 - 19:50

Nach meinen Erfahrungen in Sachsen-Anhalt kann man der Einschätzung von Frau Maron nur zustimmen, dass diese Ostdeutschen sich diese eingeschränkte Form der Demokratie garnicht vorstellen konnten; denn man dachte "In einer Demokratie kontrolliert das Parlament die Regierung." Die Parlamentsmehrheit nickt jeden Unsinn der Regierung mit der Fraktionsdiziplin ab. Man schaue sich den "Eselssprung" genau ab, wo ja mit blauer Karten und rot mit nein "gewählt" wird, damit die Fraktionsspitze erkennt, wer selber denken kann, ob er wieder aufgestellt werden will.
Übringens, ich habe in verschiedenen KV der AfD Vorträge über das Schweizer Demokratieverständnis gehalten und konnte echte Verbitterung über mangelnde Beteiligung des Souveräns bei täglichen Leben konstatieren.

<<denn man dachte "In einer Demokratie kontrolliert das Parlament die Regierung." Die Parlamentsmehrheit nickt jeden Unsinn der Regierung mit der Fraktionsdiziplin ab.>>

Da hat man sich aber gründlich getäuscht.
Warum?
Vereinfacht dargestellt.
Von den derzeit 709 Abgeordneten haben 410 den Parteienlistenhut auf. Wollen sie auch künftig zu Abgeordnetenehren kommen müssen sie richtig nicken, damit sie bei kommenden Wahlen einen Partei-Listenplatz ergattern,der ihnen diese Chance eröffnet.

Sie nicken ab, weil sie abhängig sind. Nicht zum Wohle des Volkes, sondern zum Wohle der Partei

Hierin liegt auch ein Grund die AfD zu diskreditieren. Jede weitere Partei, die sich zur Wahl stellt und wie die AfD auf Anhieb Chancen hatte u. weiter haben wird, auch künftig in den BT einzuziehen, wird als potentieller Gegner beim Kampf um den BT-Futtertrog angesehen. Um diese Chance zu verbauen, ist jedes Mittel, bis hin zum Rufmord, recht.
Ich erspare mir den Hinweis auf Art 38 GG.

Lisa Werle | Do, 7. Oktober 2021 - 23:26

Was für eine kluge, was für eine tolle Frau. Die FDP kann sich geehrt fühlen - und hat jetzt eine noch größere Verpflichtung, keinen Mist zu bauen in den Verhandlungen. Frau Hildebrand hinterlässt mit ihren Suggestiv-Fragen - souverän gekontert von MM - kein gutes Bild. Und ich kann jetzt immer sagen, Monika Maron wählt auch FDP. :)

Martina Moritz | Fr, 8. Oktober 2021 - 09:18

Liebe Frau Maron,
Sie sind mir in den vergangenen Jahren in Beiträgen und Interviews schon häufiger in Ihrer Haltung als sehr stark und authentisch aufgefallen. Mit diesem Interview sprechen Sie mir aus dem Herzen. Großartig und präzise. Ein Denken und Reden in dieser Haltung würde ich mir von einem Großteil unserer Gesellschaft wünschen. - wir hätten ätliche der uns überlagernden Probleme weniger; vorallem wäre unsere Gesellschaft diskussionskompetent und damit politisch wie auch ökonomisch sowie sozial überlebensfähig.

Danke.

Andreas Conow | Fr, 8. Oktober 2021 - 09:52

Liebe Frau Hildebrandt,

Frau Maron sagt klar und deutlich, was nach meiner Wahrnehmung in erheblichen Teilen unserer Gesellschaft konsensfähig ist. Mit Ihren Suggestivfragen haben Sie hier viel Potential verschenkt, denn es gibt nicht so viele Menschen, die wie Frau Maron in der Lage und auch bereit sind, ihre Erfahrungen aus der DDR für die sachliche Benennung totalitärer Tendenzen im Hier und Jetzt fruchtbar zu machen, und eine solche sachliche Debatte wäre dringend nötig, denn die Distanz zwischen Politik und Bürgern ist so groß wie lange nicht.
Aber träumen Sie ruhig weiter in Ihrer Überzeugung, das demokratische Deutschland wäre immer noch das demokratische Deutschland der 90er Jahre, in denen so etwas wie Versöhnung und Verzeihen in der Luft lag und die Bereitschaft, andere Sichtweisen auszuhalten. All das - Verflogen und verschenkt.
Natürlich leben wir nicht in einer Diktatur, aber die formelle Staatsform Demokratie allein schützt uns sicher nicht vor totalitären Tendenzen.

christoph ernst | So, 10. Oktober 2021 - 18:46

mal wieder einer klugen, durchdachten Frau lauschen zu dürfen. Herzlichen Dank an Monika Maron.