- Bravo, Frau Prien!
Kriminalität durch Zuwanderer und Schulen, an denen kaum ein Kind richtig Deutsch spricht: Die angekündigte „Migrationswende“ wird diese Probleme nicht lösen. Zeit, über das dänische Modell nachzudenken. Karin Prien gebührt das Verdienst, die Debatte angestoßen zu haben.
In dieser Woche sind einige Zahlen durch die Presse gegangen, die niemanden wirklich überraschen können, aber dennoch hoch alarmierend sind. Zum einen wird in der Polizeilichen Kriminalstatistik inzwischen die sogenannte „Tatverdächtigenbelastung“ erhoben – also der Anteil an Tatverdächtigen innerhalb bestimmter Bevölkerungsgruppen. So begrüßenswert es ist, dass dieser Wert mittlerweile erfasst wird, so politisch fahrlässig ist es, der AfD zu überlassen, die genauere Ausdifferenzierung dieser Zahlen einzufordern, anstatt sie von sich aus transparent zu kommunizieren. Genau das ist jedoch geschehen. Nun wissen wir auf Nachfrage der AfD von der Bundesregierung, dass die Tatverdächtigenbelastung bei Menschen mit afghanischer oder syrischer Staatsangehörigkeit etwa viermal so hoch ist wie bei Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft.
In einem Rechtsstaat ist es glücklicherweise ein weiter Weg vom Tatverdacht bis zur Verurteilung. Deshalb bleibt die Aussagekraft der Polizeilichen Kriminalstatistik begrenzt. Dennoch ist sie ein bedeutender Indikator, und dieser schlägt in diesem Fall tiefrot aus. Besonders deutlich wird das bei Jugendlichen: In der Straßenkriminalität liegt die Tatverdächtigenbelastung bei jungen Algeriern 56-mal (!) höher als bei jungen Deutschen, bei Marokkanern 19-mal und bei Syrern siebenmal so hoch.
In der Welt, die diese Zahlen erstmals aufbereitete, wurde zu Recht darauf hingewiesen, dass bei der Interpretation gewisse Faktoren zu berücksichtigen sind – etwa, dass die betreffenden Bevölkerungsgruppen im Durchschnitt jünger und männlicher sind als die deutsche Gesamtbevölkerung. Doch bei der Ursachensuche scheint mir vor allem der Zusammenhang mit einer zweiten, ebenfalls schockierenden Zahl ausschlaggebend, die ebenfalls diese Woche publik wurde: In Bayern wurden erstmals Sprachtests vor der Einschulung durchgeführt – mit dem niederschmetternden Ergebnis, dass fast 20 Prozent der Vorschulkinder nicht ausreichend Deutsch sprechen können. Und das wohlgemerkt in Bayern – einem Bundesland, das in dieser Entwicklung vermutlich nicht einmal Spitzenreiter ist.
Der deutsche Traum war stets das Aufstiegsversprechen durch Bildung, Ausbildung und Fleiß
Es wird überdeutlich: Das Versagen in der Migrationspolitik seit Angela Merkel wirkt sich zunehmend und massiv auf alle Bereiche unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens aus. Daher ist es gut, dass über Migration gesprochen wird. Doch die angekündigte und teilweise eingeleitete „Migrationswende“ wird diese Probleme allein nicht lösen können – unabhängig davon, wie wirksam oder erfolgreich sie sich letztlich gestaltet. Genauso wichtig – und von weiten Teilen der Politik und Medien noch immer sträflich vernachlässigt – ist eine ehrliche und ernsthafte Debatte über Integration. Und zwar mit mehr Realitätssinn als bisher, jenseits der Merkelschen Formeln wie „Wir schaffen das“ oder „Nun sind sie halt da“. Was bestenfalls beruhigend gemeint war, hat letztlich zu einer politisch lähmenden Schläfrigkeit bei der Bewältigung der Probleme geführt.
Natürlich gibt es regelmäßig Forderungen nach mehr Sozialarbeitern oder niedrigschwelligen Integrationsangeboten. Doch diese reflexartigen Appelle offenbaren vor allem eines: Ratlosigkeit. Denn so lange die Struktur nicht angegangen wird, in denen diese Probleme entstehen, so lange werden auch zusätzliche Maßnahmen kaum Wirkung entfalten. Gemeint sind vor allem die quantitativen Überforderungen in bestimmten Stadtteilen – sichtbar zuerst in den Schulen, später aber auch in der Kriminalitätsentwicklung und sozialen Struktur. Es ist unerträglich, dass große Teile der politischen Klasse sich damit abzufinden scheinen. Sie geben nicht nur bestimmte Stadtteile auf, sondern auch weite Teile einer Generation, deren Bildungsbiografien irreparabel geschädigt werden.
Wenn der American Dream das Versprechen ist, vom Tellerwäscher zum Millionär aufzusteigen, dann war der deutsche Traum stets das Aufstiegsversprechen durch Bildung, Ausbildung und Fleiß. Ich weiß, wovon ich spreche – ich habe selbst von diesem Versprechen profitiert. Und ich weigere mich, zu akzeptieren, dass nachfolgende Generationen immer weniger darauf bauen können – sei es, weil sie Schulen besuchen, in denen ein großer Teil der Schüler kaum Deutsch spricht, oder weil sie selbst keine Chance auf das Erlernen der deutschen Sprache erhalten, da sie in Parallelgesellschaften festsitzen, in denen weder Deutsch noch unsere freiheitlich-demokratischen Werte vermittelt werden.
Bereits die sozialliberale Koalition unter Willy Brandt hat Höchstquoten in bestimmten Großstädten eingeführt
Gerade weil das Problem so offensichtlich ist, erstaunt es, wie halbherzig oder gar nicht über Lösungen diskutiert wird. Schon 2023 hat meine damalige Fraktion unter Federführung von Konstantin Kuhle ein Positionspapier erarbeitet, das sich am dänischen Modell orientiert. Es sieht unter anderem die gezielte Verteilung von Migranten auf Stadtteile vor, um die Entstehung von Parallelgesellschaften zu verhindern. Außerdem soll sichergestellt werden, dass in Schulen eine bestimmte Quote an Kindern, die kein oder nur wenig Deutsch sprechen, nicht überschritten wird. Dieser Vorschlag setzt an der Wurzel des Problems an und wurde in Dänemark bereits mit Erfolg umgesetzt. Warum also nicht ernsthaft darüber reden und es umsetzen?
Als jemand, der an dem Papier mitgearbeitet hat, habe ich den Vorschlag wiederholt öffentlich eingebracht. Prompt lautete die Schlagzeile: „Kubicki fordert Migranten-Deckel in Stadtteilen“. Die reflexhafte Ablehnung ließ nicht lange auf sich warten. In der Sendung „Maischberger“ wurde mir von der Moderatorin und Janine Wissler bedeutet, das sei ohnehin nicht umsetzbar – als handelte es sich um eine weltfremde Fantasterei. Da half auch der Hinweis nicht, dass bereits unter der sozialliberalen Koalition unter Willy Brandt Höchstquoten in bestimmten Großstädten eingeführt wurden – auf einer Rechtsgrundlage, die bis heute gilt – und dass das dänische Modell praxiserprobt ist. Die Diskussion war schnell beendet.
Mit unseren damaligen Koalitionspartnern war über solche Themen ohnehin nicht ernsthaft zu sprechen. Dabei sieht jeder vernünftige Mensch, dass Multikulti als Konzept gescheitert ist – und sogar gefährlich wird, wenn unsere auf dem Grundgesetz basierende Wertekultur keine integrierende Wirkung entfaltet. Nicht alle, aber große Teile von Rot-Rot-Grün halten aus ideologischer Verblendung oder politischer Naivität an dieser Lebenslüge fest.
Es gibt in Deutschland eine parlamentarische Mehrheit, die das Problem nicht angehen will
Ideologisch verbohrt verläuft auch die Debatte innerhalb der AfD. Dort wird derzeit öffentlich darüber gestritten, was „deutsch sein“ bedeuten soll – etwa, ob auch deutsche Staatsbürger von der propagierten Remigration betroffen sein sollen, wenn sie ausländische Vorfahren haben. Das Maß an identitätspolitischem Schwachsinn ist in der AfD offensichtlich schon übervoll. Nationalisten sind eben auch Kollektivisten – mit einem eng definierten Kreis, wer Teil des Kollektivs sein darf. Das ist genauso wenig hilfreich wie die diffuse Multikulti-Ideologie der anderen Seite.
Die AfD kommt laut aktuellen Umfragen auf rund 24 Prozent – so viel wie Grüne und Linke zusammen. Zählt man jene Teile der SPD hinzu, die sich auch aus ideologischen Gründen einer Lösung verweigern, wird deutlich: Es gibt in Deutschland eine parlamentarische Mehrheit, die das Problem strukturell nicht angehen will – oder es bewusst ignoriert.
Umso bemerkenswerter ist es, dass ausgerechnet Karin Prien, die ich an dieser Stelle auch schon deutlich kritisiert habe, sich nun für Quoten an Schulen ausspricht. Sie sagte wörtlich: „Ich finde, da macht es immer Sinn, sich die Erfahrungen aus anderen Ländern anzugucken – ob das 30 Prozent oder 40 Prozent dann am Ende sind.“ Entscheidend sei am Ende, wie viele Kinder in einer Schule tatsächlich Deutsch sprechen. Und dazu kann ich nur sagen: Bravo! Nicht nur, weil ich diese Idee seit Jahren vertrete, sondern weil sie den Mut hatte, es auszusprechen, obwohl sie genauso um die politische Gemengelage weiß wie ich.
Bezeichnend ist jedoch, dass der deutlichste Widerspruch ausgerechnet von den Bildungsministern der CDU und der Freien Wähler kam – nicht ideologisch motiviert, sondern mit dem Verweis auf eine angeblich fehlende Umsetzbarkeit. Vielleicht erinnert Frau Prien ihre Länderkollegen einmal daran, dass niemand gezwungen ist, ein Regierungsamt zu übernehmen – und dass, wer sich organisatorisch überfordert fühlt, dort möglicherweise fehl am Platz ist. Aber auch Frau Prien ist jetzt in der Pflicht, nicht lockerzulassen. Sie sollte alle Landesminister unverzüglich an einen Tisch holen. Es muss geklärt werden, was auf geltender Rechtslage möglich ist und wo gesetzgeberisch gehandelt werden muss. Und dann muss vor allem endlich angefangen werden. Es ist fünf nach zwölf.
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aber es wird nicht helfen, bzw. in Deutschland nicht so umsetzbar sein, daß es überhaupt funktionieren kann. Dafür, daß es nicht funktioniert, werden schon die Geschütze sorgen, die von den sog. "Qualitätsmedien" im Namen von "Milieuschutz" in Stellung gebracht werden und der mittlerweile bis weit runter in Politik und Verwaltung durchgesickerte ZEIT-Geist in Verbindung mit verwaltungstypischer Wurschtigkeit, Konflikt (d.h. Arbeits-) scheu und Ineffizienz. Ganz abgesehen von dem heftigen Widerstand, der von Leuten zu erwarten ist, die Weltoffenheit zwar ständig predigen, bisher aber dafür zu sorgen wussten, von den Segnungen der Buntheit im eigenen Wohnviertel verschont zu bleiben. Und wer glaubt, daß Grüne Helikoptermuttis sich widerspruchslos fügen, wenn ihre zu Achtsamkeit, Nachaltigkeit und Gewaltfreiheit erzogenen Schätzchen plötzlich neben einem temperamentvollen Romakind oder dem kleinen Sudanesen sitzen sollen, der kennt Grüne Helikoptermuttis schlecht, ganz schlecht.
man/Frau aus der linksgrün-urban-woken Bubble möchte lieber weiter 'auf ein gutes Ende hoffen' als die Probleme zur Kenntnis zu nehmen und beim Namen zu nennen!? Und zu handeln naturlich...
Weiter so! Wir schaffen das..., oder auch nicht.
aber Sie haben jahrelang mit regiert, bzw. waren im BT und was sie hier an – jedem Kind längst plausiblen - Problemen benennen, haben Sie mit durchgewunken, bzw. nie ernsthaft bekämpft. Und n u r die AfD, die Sie jetzt auf die Seite derjenigen stellen, die keine „strukturelle“ Lösung wollen, hat diese immer benannt und wäre, da können Sie sicher sein, sofort dabei, Lösungen zu finden, wenn man sie endlich mit regieren ließe. Sie wissen doch selbst, dass da oft seitens einiger Hitzköpfe Unsinn geredet wird, aber die Führung um Weidel, etc. denkt mit Sicherheit pragmatischer.
Viele Gegenden sind – demographisch nun mal Realität – verloren. Da wird das nichts mehr mit Qutoen, etc.
Aber zu allererst sollte die Zuwanderung quasi auf Null gefahren (Notstand) und die Abschiebungen Ausreisepflichtiger auf Volldampf gebracht werden. Und: keine Geldbezüge mehr, nur Sachleistungen, das würde die Ausreise all der Glücksritter schon mal beschleunigen.
Politisch geht das nur mit Schwarz-Blau.
Sonst bin ich u.a. einer, der gerne auch auf die Eigenverantwortung des Herrn Kubicki hinweist. Ich möchte nochmals betonen. Ich mag diesen Mann eigentlich und kann ihm häufig zustimmen. Aber ja, er ist in der FDP, war mit in der Regierungspartei und er hat manchmal anders und kritisch gesprochen und bei Abstimmungen dann aber gefehlt. Nein, Herr Kubicki, das vergesse ich nicht. Es ist überhaupt erstaunlich, wie Sie und Frau Teuteberg offenbar versuchen, hier im Cicero als Verfasser von Artikeln möglicherweise Wähler generieren zu wollen. Das mag ja mal funktioniert haben. Aber ihr habt in der Ampel Euren Wählerstamm genauso verraten, wie diese Nichtskönner von der SPD. Machen Sie sich ehrlich und treten aus der FDP aus. Die ist nicht mehr zu retten. Liberal war mal, schon eine Weile her. Genscher, Westerwelle und einige andere Freigeister fehlen, hätte heute wahrscheinlich auch keine Chance mehr.
die haben ja auch eine handlungsfähige Regierung... 🤔 /Ironie
Lieber Herr Veit, kurz und schmerzlos 👍👍 zu Ihrem kurzen Kommentar!!! Sagt alles!!!
... und nicht nur depperte sozialdemokratische Funktionäre.
Ich denke, es gibt in Deutschland die "staatstragende Mitte", die das Problem nicht angehen will. Das ist zumindest mein Eindruck, wenn ich mit den Menschen rede. Mein Eindruck: dort glaubt man selber im Besitz absoluter Werte zu sein, die notwendig für alle Menschen gelten, man glaubt diese auch so stark, dass die Aufgabe darin besteht, allen anderen die Hand zu reichen. Man schöpft auch aus einem großen Erfahrungsvorrat an Unis, in Firma X, auf Konferenzen, im Urlaub, wo man wunderbar mit 123 verschiedenen Nationen und Religionen zusammengearbeitet hat. Welche Bestätigung des Universellen!
Auf Konferenz Y und in Firma X ist allerdings der Rahmen vorgegeben. Sobald der Rahmen selber diskutiert wird, sieht es anders aus. Staatsfusionen sind praktisch undurchführbar, zumindest extremst schwierig, ähnlich bei allen anderen Strukturen.
Auch bei super Bildung für alle: funktionierende Rahmen frei auszuhandeln geht meist schief. Da stehen dann alle hilflos und überfordert davor.
Wahlverlierer Kubicki. Wenn die AfD etwas Richtiges tut, was alle anderen Einheitsparteien unterlassen, dann ist das politisch fahrlässig. Die Basis diese Artikels des rechts blinkenden und links abbiegenden Herren ist jetzt also das Ergebnis politischer Fahrlässigkeit. Nun denn. Entlarvend seine Formulierung „betreffenden Bevölkerungsgruppen“ versus „die deutsche Gesamtbevölkerung“, zu der die Betreffende dann ja nicht gehört. Wie dem auch sei, ist dies eine weitere Lobhudelei auf die linke Prien, ein Ziehkind des Merkelapologeten Günthers, die auf dem Berliner csd einen eigenen Wagen für 80000 € mitfahren lassen wollte. Sie sagt wörtlich…wow, was Merz vor den Wahlen wörtlich gesagt hat, hat sich auch als Lüge herausgestellt. Die Behauptung, die AfD würde sich strukturellen Lösungen verweigern, zeigt deutlich, warum der Wähler der fdp kein Regierungsamt mehr überlassen wollte. Wann wird hier endlich einmal einem AfD Politiker die Möglichkeit gegeben, seine Sicht der Dinge zu äußern?
nie!
Zum Anfang.
Ich persönlich war durch die die zitierte Wortwahl der Kanzlerin nicht schläfrig, sondern "gelähmt" und bin nicht bereit, diese Worte evtl. mit Obamas "Yes, we can" zu vergleichen.
Obama ist hochgebildet und als Politiker m.E. auch ein Intellektueller.
Er hat ganz sicher zuvor gesagt, WAS die Amis schaffen können.
Ich führe diese Statistik auch auf die "Form" der Migration, des Asyls, der Aufnahme Flüchtender zurück, denn ich wußte eher nicht, was je vorlag.
Dann kann ich das von den entsprechenden Leuten auch nicht erwarten.
in ihren Heimatländern haben sie es evtl. anders gelernt und das, habe ich richtig gehört?, "an die Hand nehmen von Hinzukommenden"(siehe Merkels Treffen mit ???), ist hoffentlich vor allem staatlich/kirchlich gemeint.
Unser Staat ff. ist nicht unser Feind und entsprechend handelnd tätig., z.B. gibt es Volkshochschulen etc..
Für den Beginn des Zusammenlebens muss man also wohl mit noch vielen Unstimmigkeiten rechnen, einer Verstetigung aber vorbeugen.
