Michelle Müntefering - Die aus der Hochburg

Bei der Bundestagswahl 2017 holte Michelle Müntefering das beste Ergebnis aller SPD-Direktkandidaten in NRW. Doch so überzeugend die Nominierung im Wahlkreis war, haben die Probleme der Stadt Herne nicht viel mit den Themen zu tun, die Müntefering in Berlin bearbeitet. Die Parteibasis murrt.

Michelle Müntefering im Bundestag
Michelle Müntefering, Staatsministerin für internationale Kultur- und Bildungspolitik, im Bundestag / dpa

Autoreninfo

Stefan Laurin ist freier Journalist und Herausgeber des Blogs Ruhrbarone. 2020 erschien sein Buch „Beten Sie für uns!: Der Untergang der SPD“.

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Sie entschuldigt sich in Namibia für den Völkermord an den Herero und Nama durch deutsche Kolonialtruppen, engagiert sich für verfolgte Wissenschaftler und Künstler, gratuliert Griechenland zum 200. Jahrestag der Revolution und spricht bei der Eröffnung einer Ausstellung von Fotografien in Deutschland lebender Türken in Essen. 

Das Aufgabenspektrum, das Michelle Müntefering als Staatsministerin für internationale Kultur- und Bildungspolitik abdeckt, ist groß. Der Themenbereich hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Müntefering macht ihre Arbeit mit Begeisterung. Ihre heutige Position wurde in den Koalitionsverhandlungen von CDU und SPD 2018 für sie in der jetzigen Form neu geschaffen.

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Enka Hein | Di, 7. September 2021 - 17:54

...wer bis jetzt noch nicht wusste was das ist. MM ist das beste Beispiel.
Wenn da Mal der alte Münze nicht nachgeholfen hätte.
Da im Wahlkreis soll es keine(n) Bessere(n) gegeben haben? Nie im Leben.
Das ist Postenschacher vom Feinsten. Die Partei SPD hat sich den Staat zur Beute gemacht.
Abstoßend. Mehr ist zu den Müntes und der SPD nicht zu sagen.
Wahltag ist Zahltag.

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 7. September 2021 - 18:50

einen Artikel über eine zwar noch jüngere, aber schon sehr avancierte SPD-Politikerin.
Das Ruhrgebiet war in der Bonner Republik kein "Unterschichtenkind".
Dass sich durch die Berliner Republik und den Rückbau der Bergwerke für dieses Gebiet unglaublich viel geändert, aber auch wieder entwickelt hat, das dürfte noch am wenigsten mit Frau Müntefering zu tun haben, weder im Guten noch im Schlechten.
Die Vereine, in denen sie sich engagiert, scheinen mir schlüssig und Murren wird ja mal erlaubt sein, ohne dass jemand gleich "weg muss".
Sah letztens ein Youtube Video von Sahra Wagenknecht zu Afghanistan, eine bemerkenswert kluge Frau, auch verheiratet mit einem prominenten, aber leider ehemaligen SPD´ler.
Ich bin kein Fan von Müntefering, aber eigentlich klingt der Artikel so, dass wohl auch Michelle Müntefering zu eigenständiger Politik imstande ist.
Wir werden demnächst sicher sehr viel mehr von ihr sehen und hören.
Sie wäre zu Macron gefahren, warum Baerbock nicht?
Das aber nur vorab.

und deshalb empfehle ich:

Chargesheimer. Die Entdeckung des Ruhrgebietes

Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2014
Herausgegeben von Heinrich Theodor Grütter und
Stefanie Grebe
Wäre das erste Bild dieses Kataloges etwas später aufgenommen worden, dann hätte ich das sein können, vorne auf dem Fahrrad, mit dem Opa, der mich vom Kindergarten abholte...
Vieles deckt sich mit meinen frühen Eindrücken des Ruhrgebietes.
Aber noch einmal, das Ruhrgebiet war das Herz, war der Motor der wirtschaftlichen Entwicklung der alten Bundesrepublik.
Das Ruhrgebiet ist eine Legende, die lebt.
Der Schlosspark in der Nähe des Schalker Stadions, Kusine und ich sassen in den Bäumen und sangen Bach.
Hat wahrscheinlich keiner gehört, aber das gab es eben auch im Ruhrgebiet:)
RESPEKT

Joachim Kopic | Di, 7. September 2021 - 19:00

...regeln - mehr ist dem nichts hinzuzufügen ;)
Außer vielleicht: Mein Vater heisst auch Franz, aber war halt nur auf nem Hof beschäftigt - wie sagte mal meine Schulleiterin Anfang der 60er zu mir, als noch nach Konfession und(!) Beruf des Vaters gefragt wurde: Knecht!

Rob Schuberth | Di, 7. September 2021 - 19:08

Wer so einen prominenten Vater hat, hat ja auch oft das Problem der (zu) großen Fußstapfen in die er/sie hinein soll.

In jedem Fall hat ihr Posten ein Geschmäckle.
Und sie ist da leider keine Ausnahme.

Warten wir mal ab wie sie sich noch entwickelt.

Ernst-Günther Konrad | Mi, 8. September 2021 - 06:10

Da hat aber mal wieder eine zielgerichtete Frau die Klaviatur der Parteikarriere für sich gespielt. Für den Notfall mal schnell als Kinderpflegerin einen Beruf abgeschlossen. Schnell das Abi hinterher oder nebenher und natürlich sofort in eine Partei und dort an der Karriereleiter gebastelt.
Ein bisschen Journalismus, damit man später weiß, wie die ticken und dann sich der Liebe hingeben und einen 40 Jähre älteren SPD-Granden an Land ziehen. Der kann einem dann familiär ganz nahe, die ein oder andere Tür öffnen. Nun gut. Das hat die SPD eben so gewollt und gewählt. Kenne die Frau nicht. Wenn die Basis murrt, sollen sie sie abwählen oder eine Intrige spinnen, um sie los zu werden. Das sie im BT, das nicht bringt, was sie im Wahlkreis versprochen hat, damit ist sie nicht allein. Das ist in fast allen Parteien gleich. Und im Zweifel kann sie sich auf ihren Mann berufen, der mal sagte: „Ich bleibe dabei, daß wir oft an Wahlkampfaussagen gemessen werden, ist nicht gerecht.“

ich bezweifle, dass hier jeder, der gerne "höheres Wissen" vorspielt, ein Abi hat.

Für manche Laufbahnen im öffentlichen Dienst war das in der Vergangenheit gar nicht nötig. Trotzdem konnte man sich später mit dem Titel "Diplom-Verwaltungswirt" oder ähnlichem schmücken.

Aber was ist Frau Münteferings grösste Pleite? Richtig, sie ist ein Sozi. Da kann man erst mal losballern.

Dem Spötter, der es nicht besser weiss, ist natürlich entgangen, dass am Ende der Wähler entscheidet. Hat Frau Müntefering nicht überzeugt, wird sich das in fehlenden Wählerstimmen verdeutlichen.

So wie bei der Partei, für die der Forist sonst immer so treugläubig trommelt, der Wähler lieber kein Kreuzchen macht.

Günter Johannsen | Mi, 8. September 2021 - 11:30

In reply to by Gerhard Lenz

In der untergegangenen DDR musste man nichts können, sondern es zählte allein die
richtige Gesinnung und Mitgliedschaft. Das Ergebnis: Absturz der Wirtschaft ohne Erholung! Auf diese Weise war Abi und Dr.-Grad ohne eigene Anstrengung zu erreichen. Leider kann man heute diese Dissertationen nicht mehr nachprüfen, weil die im Internet nicht zu finden sind (weil es in der DDR-Zeit das noch nicht gab). Was für ein Glück für manche Betreffend*innen ... !

„Der Zug in Richtung Einheit rollt. Wir müssen Acht geben, dass keiner unter die Räder kommt“, sagte Willy Brandt 1990.
Lieber Willy, Deine SPD hat leider jedes Warn-Signal überfahren! Dabei ist leider die Demokratie in Deutschland unter die Räder gekommen. Deine SPD hat daran fleißig mitgearbeitet. Schuld daran sind nicht die Genossen an der Basis, die haben nur geschlafen. Schuld sind die inkompetenten Genossen Funktionäre - mit Olaf Scholz und zwei Kreisliga-Spielern an der Spitze - ohne Vision, ohne Rückgrat, ohne Schneid.
Wählbar ist sie für mich leider nicht mehr!

Achim Koester | Mi, 8. September 2021 - 08:52

"eine Frau promoviert auf dem Standesamt", in NRW git anscheinend die gleiche Regel für eine politische Karriere. Wenn der Teufel einen Narren braucht, gibt er einem alten Mann eine junge Frau.

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