Florian Schroeder & Martin Hagen
Kabarettist Florian Schroeder (l) und Generalsekretär der FDP Martin Hagen (r) / Foto: Antje Berghäuser für Cicero:

Meinungsfreiheit, Kulturkampf, Liberalismus - „Sie fischen in AfD-Gewässern“

Welcher Kurs führt die FDP wieder in den Bundestag? In unserer Nachlese zum dazugehörigen Cicero-Podcast streiten Kabarettist Florian Schroeder und FDP-Generalsekretär Martin Hagen über Meinungsfreiheit, Kulturkampf und die Zukunft des Liberalismus.

Clemens Traub

Autoreninfo

Clemens Traub ist Cicero-Redakteur. Zuletzt erschien von ihm das Buch „Future For Fridays?“ im Quadriga-Verlag (Bastei Lübbe).

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Florian Schroeder ist Kabarettist, Autor und Moderator. Er zählt zu den bekanntesten politischen Satirikern im deutschsprachigen Raum und tritt regelmäßig mit Bühnenprogrammen sowie in Radio- und Fernsehsendungen auf.

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Markus Michaelis | Mo., 13. Juli 2026 - 16:55

Ich glaube, dass das so formuliert eine Sackgasse ist. Wenn Herr Hagen es so darstellt, als sei das Problem der "Dauernazikeule", dass sie vom Kampf gegen den echten Faschismus ablenke, aber man sich einig sei, dass der Kampf gegen Faschismus (und nebenbei ununterschieden von Nazis) eines der ganz großen Themen sei, liegt das glaube ich falsch.

Dahinter scheint mir eine Auffassung zu stehen, dass es soetwas wie DAS richtige Menschsein gebe. Dieses scheint mir auch Herr Schroeder anzumahnen, wenn er meint, "der Wähler" habe Kulturkämpfe doch längst als gescheitert erkannt und "der Wähler" hätte klare Themen, die er gelöst haben wolle.

Wenn ich in meinem Bekanntenkreis mit Menschen rede (eher links-grün), scheinen mir Werte- und Kulturfragen alles andere als überholt. Mir scheint es eher, dass immer mehr Menschen erschüttert sind, weil grundlegendste Werte und Kultur verletzt werden. Ich kann aber dahinter keine zusammenhängende Linie erkennen, schon gar keine für "die Menschheit".

Markus Michaelis | Mo., 13. Juli 2026 - 17:05

Man kann jetzt in immer aufgeteilteren Gruppen gegen alle möglichen Menschheitsfeinde (als Nazis bezeichnet oder anders) für DIE Menschheitswerte einstehen, die Gedanken und Taten immer intensiver um "die Nazis" kreisen lassen, und hoffen, dass dabei irgendetwas herauskommt.

Man sollte dann aber auch bitte mal "die Menschheit" vorweisen, für die man da eintritt. Dann möchte ich auch mal sehen, dass ein Herr Schroeder oder eine Frau Baerbock in Pakistan oder Japan oder Indien von Massen gewählt werden, weil die Menschen sagen, jenseits von Spezialthemen, dass sie sich ganzheitlich vertreten fühlen.

Mir scheinen neben "Verwaltungsproblemen", wie Energieversorgung, Gesundheit etc. die alle haben wollen, die großen politischen Fragen in einem großen Durcheinander an Kulturen, Solidaritäten und Werten festzustecken, wobei alle eher hilflos und überfordert sind. In der Richtung scheinen mir große Fragen zu gehen. Was es da bringen soll, sich so auf Nazis zu fokussieren?

Walter Bühler | Mo., 13. Juli 2026 - 17:30

... dann ist das heute meistens ein Witz wenigstens wenn sie heute vor ihren Claqueuren über den Fernseh-Schirm eilen.

Wladimir Selenski ist von Beruf Komiker, und irgendwie wirkt auch Donald Trump auf mich wie ein perfeskter TV-Komiker.
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Unsere modernen Komiker haben keine Scheu mehr, sich vom Verfassungsschutz und vom Bundeskriminalamt steuern zu lassen, natürlich im hohen Ton der staatstragenden Witzereiser. Die hat es immer gegeben und wird es immer geben, weil man ja immer davon leben kann.
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Schade nur um den Humor.

Die des politische Kabarett mit Kritik an den derzeitigen Politischen ung gesellschaftlichen Verhältnissen hochhalten …..
Vince Ebert der Ende 26 leider von der Bühne geht mit den gleichen Gründen wie einst die Gruberin die Gott sei Dank wieder gekommen ist, Lothar Bölk, Uwe Steimle und nicht zuletzt Monika Gruber sowie Lisa Eckert, Simone Solga.
Da kann ich nur jedes einzelne Soloprogramm empfehlen die im Gegensaz zum TV nicht zensiert werden. Und wenn wir von unseren Kindern vergangenes Jahr zu Weihnachen Karten für Monika Gruber für Februar 27 geschenkt bekommen haben sagt das doch wohl alles, wenn wie bei den vor genannten alles ausferkauft ist.
MfG a d Erf. Republik

Walter Bühler | Mo., 13. Juli 2026 - 17:33

Entschuldigung, es muss "perfekter" und nicht persfekter" sowie "Witzereißer" und nicht "Witzereiser".

Schließlich handelt es sich ja um Kultur.

Brigitte Miller | Mo., 13. Juli 2026 - 17:46

bei "Nius" gelesen: "Er will das System stürzen: Das ist der Linksradikale im Zebrakleid" . (Erfurt)
Hier lese ich, dass die Herren Hagen und Schroeder die AfD als "Sumpf" bezeichen, aus dem es den Wähler heraus zu holen gilt.
Tut mir leid, diese beiden kann man nicht ernst nehmen.

Ingo Frank | Di., 14. Juli 2026 - 09:08

Antwort auf von Brigitte Miller

Das dürfen Sie bei dieser Person nicht ganz so Ernst nehmen. Erst Mann dann Frau, erst rechtsextrem dann linksextrem …..lesen Sie mal nach, da wird Ihnen einiges klar werden 😀😀😀

Thorwald Franke | Mo., 13. Juli 2026 - 17:50

Ein gutes Gespräch über Gräben hinweg. Herr Hagen ist auch sympathisch. Aber er kann einfach nicht die Dynamik entwickeln, die ich bei AfD oder Team Freiheit sehe, wenn ich deren Vertreter in Talkshows zusehe. Hagen rennt hinterher.

Dass diese FDP, noch dazu mit einer angezogenen Handbremse namens StrackZi, noch was gerissen bekommt, glaubt keiner mehr. Diese FDP hat sich ihr Ende redlich verdient. Jetzt sollte man sie auch friedlich sterben lassen.

Der Liberalismus ist hingegen weiterhin absolut überlebensnotwendig für uns. Für ihn gibt es glaubwürdigere Vertreter als die FDP, insbesondere Team Freiheit von Frauke Petry.

Die arbeiten dann auch mit der AfD zusammen, soweit die AfD gemeinsame Ziele vertritt. Wo nicht, wird die AfD heilsam eingebremst. Gut für das Land. Gut für die Bürger.

Am Ende auch gut für die AfD, denn diese leidet sichtlich darunter, die einzige Alternative zu sein. Das mag in Sachsen-Anhalt funktionieren, im Bund wird es nicht funktionieren.

Walter Bühler | Mo., 13. Juli 2026 - 19:02

Der auf den Verfassungs- und Staatsschutz vertrauende Komiker Schroeder behauptet von sich:

"Nichts erscheint mir langweiliger, als wenn Komiker, Satiriker – oder übrigens auch Journalisten – parteipolitisch gebunden sind und jederzeit klar ist, aus welcher Perspektive sie die Welt beurteilen."
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Was denkt Schroeder aber wirklich - Zitate:

1. Bei CDU-MP's "wie Daniel Günther oder Hendrik Wüst, die .. sich aus diesen Kulturkampflogiken heraushalten und ... dadurch Stabilität erzeugen – und die AfD klein halten. Beide regieren auch noch mit den ... so verachteten Grünen."

2. "Es gab NIE einen grünen Zeitgeist – im Gegenteil: Es gab einen liberalen, sicher auch linksliberalen Zeitgeist..."

3. Auf Hagens Einwand, dass "Journalisten, gerade im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk, in der großen Mehrheit linken Parteien zuneigen" sagt er lapidar:

"Die Meinungsfreiheit ist nicht in Gefahr – man kann heute mehr sagen als je zuvor."
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Nix für ungut.
Eigentlich ist damit doch alles klar

Brigitte Miller | Mo., 13. Juli 2026 - 19:51

Antwort auf von Walter Bühler

Die mutigen Schauspielerinnen Ruland, Thomalla und Beil beklagen u.a. , man könne heute nicht mehr sagen, was man denke.
Natürlich kann man alles sagen, wenn man die Folgen nicht scheut.
Florian Schröder ist absolut systemkonform, da hat er nichts zu befürchten.

Gisela Hachenberg | Mo., 13. Juli 2026 - 22:07

Ach nee, worum geht es in diesem Interview? Hauptsächlich wieder nur um die AfD. Langsam nervt es! „AfD
Sumpf“… Der eine ist ein linksgrüner Quatscher, der andere versucht verzweifelt, Stimmen für seine unter der 5 % Hürde liegende FDP zu gewinnen. Ein langweiliges Gespräch, da abzusehen war, worauf es hinauslaufen würde. Geht das jetzt bis zu den Ostwahlen im September so weiter, Herr Traub? Bitte nicht!
Die meisten Foristen wissen, dass Herr Marguier „seine“ FDP unterstützen will. Das sei ihm gegönnt. Aber das darf nicht ausarten!!! 🥺

Klaus Funke | Di., 14. Juli 2026 - 09:45

Aber immerhin, indem er sich dem "System" andient, ist sein Einkommen gesichert. Sie müssen es mal so sehen, aus der rein materiellen Sicht. Der mittelmäßige Pianist Igor Levit mach es genauso. Man hat womöglich von der DDR gelernt. Die dortigen "Staatskünstler" waren materiell vollkommen und gut abgesichert. Und das ist schon was heutzutage, wo viele Künstler nicht wissen, wovon sie sich morgen ihre Brötchen kaufen sollen. Denn merke: Wer mit den Wölfen heult, kriegt auch immer etwas von der Beute ab. Eine vermeintlich clevere Rechnung: Ergo, mach schön Witzchen für den Staat und schwupps sorgt der für Dich. Es ist wie bei den Hofnarren früher. Nein, es ändert sich nichts unter der Sonne - wie schon einst der König Salomo sagte.