Mediziner und Corona - Ärzte, die Verschwörungstheorien verbreiten, schaden den Patienten

Jeder kann sich irren. Wer aber heute immer noch die Gefährlichkeit von Corona leugnet, irrt nicht, sondern ignoriert die Fakten. Erschreckenderweise sind auch Ärzte im „Widerstand“ gegen die Corona-Maßnahmen. Warum dieses Verhalten langfristig schädlich ist.

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Ärzte, die die Maskenpflicht ignorieren, handeln unverantwortlich / dpa

Autoreninfo

Matthias Soyka ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, für Physikalische und Rehabilitative Medizin und für Spezielle Schmerztherapie. Er lebt in Hamburg. Er betreibt einen YouTube Kanal für „Hilfe zur Selbsthilfe“ und ist Autor des Buches „Dein Rückenretter bist du selbst“ bei Ellert & Richter, Hamburg. Seine Kolumnen erscheinen regelmäßig beim Ärzte-Nachrichtendienst. 

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Innerhalb der Ärzteschaft gibt es viele Kollegen, die mit der Bewältigung der Covid-19 Pandemie nicht einverstanden sind und Diskussionsbedarf anmelden. Es wäre verwunderlich, wenn es nicht so wäre. Denn schließlich stehen die Ärzte an vorderster Front und sind deshalb von Fehlern der Politik zum Beispiel bei der Bestellung von Schutzausrüstung und Impfstoffen unmittelbar betroffen.

Doch darüberhinaus gibt es selbst unter den Ärzten einige Leute, die in Frage stellen, dass es überhaupt eine Pandemie gibt und die man als Coronaskeptiker oder Coronaleugner bezeichnen kann. Ich bin wie viele andere Ärzte über diese Corona leugnenden Kollegen nicht glücklich. Und zunehmend frage ich mich, ob diese Kollegen selbst noch immer glücklich mit ihrem Standpunkt sind.

„Mit“, aber nicht „an“ Corona gestorben

Denn man kann nicht sagen, dass die Realität ihnen in ihren Prognosen recht gegeben hat und die Fakten für sie sprechen. Im Gegenteil: So meldete am Jahresende das Robert-Koch-Institut, dass an einem Tag 1.129 Menschen an SARS CoV2 gestorben sind. Es gibt Kritiker, die behaupten, diese Menschen seien „mit“, aber nicht „an“ Corona verstorben. Dieser Ausspruch ging zurück auf erste Obduktionen am Institut für Rechtsmedizin des Universitätskrankenhaus Eppendorf in Hamburg unter der Leitung von Professor Klaus Püschel.

Hier wurden bei den ersten Coronatoten in Hamburg weniger direkte Zeichen der Viruspneumonie gefunden als zunächst erwartet. Stattdessen stellte sich heraus, dass viele Corona-Patienten an Thrombosen und Embolien starben. Diese Untersuchung erbrachte wichtige neue Erkenntnisse über den Charakter der Krankheit und hatte enorme Konsequenzen für die Behandlung.

Die Zahl der Toten spricht eine klare Sprache 

Inzwischen haben die Hamburger Rechtsmediziner 371 der ersten 373 Todesfälle begutachtet. Dabei stellte sich heraus, dass in gut 90 Prozent der Fälle die Menschen nicht nur mit, sondern auch an Covid-19 gestorben sind. Wenn man so rechnet, wären es also „nur“ 1.000 Tote. Aber so rechnet man bei der Grippe, mit der die Coronaskeptiker gerne argumentieren und vergleichen, ja auch nicht. Und egal wie man rechnet: Die Zahl bleibt erschreckend hoch. 

Wären diese hohen Zahlen nicht ein Anlass für diejenigen, die die Existenz der Pandemie bislang bestritten haben, am Jahresende einmal innezuhalten und darüber nachzudenken, ob sie sich nicht verrannt haben? Und wäre das nicht vor allem für diejenigen unter den Coronaskeptikern angebracht, die selbst Ärzte sind und irgendwann einmal auch die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens gelernt haben?

Es ist keine Schande, einen Irrtum zu gestehen

Vielleicht war es Anfang des Jahres ja wirklich noch nicht genau zu erkennen, was sich da in China entwickelt hatte. Vielleicht  war eine Debatte über das Ausmaß der Krankheit, die uns überrollen würde, da noch wirklich sinnvoll, weil das Ergebnis noch nicht klar und absehbar war. Als jemand, der sich der Wissenschaft und Wahrheit verpflichtet fühlt, könnte man sich jetzt aber in einer ruhigen Stunde einmal überlegen, wo man recht hatte und wo nicht.

Es ist keine Schande, sich zu irren. Aber es wäre eine Schande, einen Irrtum nicht einzugestehen, selbst wenn die Fakten diesen Irrtum eindeutig belegen. Christian Drosten, der große Widerpart der Coronaskeptiker, hat sich bei der Prognose der Schweinegrippe im Jahre 2009 ziemlich vertan. Er hat diesen Irrtum längst eingestanden, hat Erklärungen dafür vorgetragen, wie es zu diesem Irrtum kam und was er und andere Wissenschaftler daraus gelernt haben. Man kann diesen Erklärungen zustimmen oder nicht, aber dass Drosten seinen Irrtum verleugnet, kann man ihm nicht zum Vorwurf machen.

Wie sieht es hingegen mit den Kollegen aus, die die Existenz oder das Ausmaß der Pandemie in Frage stellen?

Irrtümer eingestehen

Der prominenteste dieser Kollegen ist sicherlich Professor Sucharit Bhakdi. Er legte sich Mitte des Jahres fest und behauptete, dass es eine zweite Welle nicht geben könne, weil eine Kreuzimmunität zu anderen Coronaviren die Krankheitswelle in Kürze zum Stillstand bringen würde. Wäre es jetzt nicht an der Zeit, dass Bhakdi und seine Anhänger einmal kritisch überprüfen würden, was aus dieser Vorhersage geworden ist?

Und kann man bei dieser Prüfung wirklich noch die Augen vor den Fakten verschließen und ignorieren, dass die zweite Welle rollt und dass sie auch nicht durch die Maßnahmen der Regierung hinreichend gebremst wird? Die oben zitierten Todesfallzahlen sprechen eine klare Sprache.

Streitpunkt: Übersterblichkeit 

Auch die Grundlage eines der Standardargumente, mit dem am Anfang die Existenz der Pandemie in Abrede gestellt wurde, hat sich anders entwickelt, als es Bhakdi und seine Mitstreiter vermutet haben. Sie zweifelten an der Existenz der Pandemie, weil es keine Übersterblichkeit in Deutschland gäbe. 

Doch im November betrug die Übersterblichkeit in Deutschland trotz der Gegenmaßnahmen 14 Prozent, in Sachsen lag sie bei 55 Prozent, wie das Statistische Bundesamt berechnete. Im Ausland sieht es vielfach noch schlimmer aus – und zwar überall dort, wo die Regierungen so handelten, wie Bhakdi es empfahl.

Corona kostete Trump das Amt 

Das im Sommer so gepriesene Vorbild Schweden hat seine Pandemiemaßnahmen geändert und ist auf einen Weg eingeschwenkt, der dem deutschen sehr ähnlich ist. Der schwedische König und der Ministerpräsident stimmen überein in der Aussage: „Wir haben in der Pandemie versagt“.

Währenddessen gibt die russische Regierung bekannt, dass es dort dreimal so viele Opfer der Pandemie gibt als bisher berechnet. Die Schätzungen reichen bis zu 186.000 Toten. In den USA eskalieren die Infektionszahlen und Todesfallzahlen. Der größte POTUS aller Zeiten verliert seine Präsidentschaft, weil er SARS-CoV 2 für eine Lappalie hielt. Wäre das Alles nicht Grund genug, dass Bhakti seinen Irrtum zugibt, so wie Drosten damals den seinen? Das würde unglaublich viel Entlastung bringen in einer aus dem Ruder gelaufenen Debatte, die durch seinen Irrtum wesentlich mit befeuert wurde. 

Christian Drosten als Vorbild 

Wenn Professor Bhakdi jetzt seinen Irrtum einräumen würde, wäre das die Übernahme echter wissenschaftlicher und ärztlicher Verantwortung. Zudem würde er sich damit auch selbst einen großen Dienst erweisen.

Denn Christian Drosten ist Vielen aus dem „Mainstream“, und ich schließe mich da ausdrücklich mit ein, so sympathisch, weil er die eigene Fehlbarkeit und die Unsicherheit von Aussagen offen anspricht und reflektiert. Prof. Bhakdi könnte durch das Eingeständnis, sich in seiner Prognose geirrt zu haben, ihm in dieser Hinsicht folgen.

Wieder wissenschaftlich arbeiten

Auch die Kollegen, die sich 2020 daran gewöhnt haben, Links von Videos und Aufsätzen aus obskuren Quellen zu nutzen und zu verbreiten, könnten doch wieder, wie es guter wissenschaftlicher Standard war und ist, in wissenschaftlichen Zeitschriften mit einem Peer-Review Verfahren lesen und vor allem publizieren.

In der wissenschaftlichen Datenbank Medline findet sich kein einziger Artikel von Prof. Bhakdi in 2019 und 2020. Wie wäre es, wenn er seine Erkenntnisse einem Review-Verfahren in einer anerkannten Fachzeitschrift stellen würde? Die Hinwendung zu anerkannten wissenschaftlichen Zeitschriften und die Abwendung von den Websites der Verschwörungstheoretiker könnte dazu beitragen, dass FakeNews es schwerer haben – wie zum Beispiel die von Verschwörungstheoretikern immer wieder verbreitete Nachricht über ein 13 jähriges Mädchen, das angeblich durch die Benutzung von Masken gestorben sei.

Sicherheitsstandards gelten auch für Ärzte 

Die Nutzung obskurer Quellen und die Verbreitung von Verschwörungstheorien verhindert Aufklärung und schadet so unseren Patienten. Wie haben wir Ärzte uns früher darüber geärgert, wenn im Fernsehen und später im Internet zu irgendwelchen medizinischen Themen medizinische Laien oder Halblaien („ich als Zahnarztfrau empfehle…“) mehr oder weniger abseitige Ansichten vertraten oder Ratschläge gaben. Jetzt füllen einige Kollegen anderen die Mailboxen mit Links zu spinnerten Auftritten von D-Prominenten. Vielleicht war es früher in dieser Hinsicht doch besser.

Niemand von uns Ärzten will seine Ansichten über die richtige Therapie und die richtige Prävention zentral steuern lassen. Das ist gut so, denn nur so kann es Fortschritte und Korrekturen von Fehlern geben. Trotzdem gibt es Standards, die jeder von uns Ärzten beachten muss, ob er sie für richtig hält oder nicht. Zum Beispiel gehört es sich, bei Injektionen in ein Gelenk Handschuhe und Mundschutz zu tragen. Das war früher anders, und viele ältere Ärzte waren anfangs mit dieser Hygienevorschrift nicht einverstanden. Trotzdem kommt heute niemand auf die Idee, von diesem Standard abzuweichen.

Bei der Zahnärztin mit Corona angesteckt  

Es ist nicht die Entscheidung des einzelnen Arztes, ob er bei der Gelenkinjektion einen Mundschutz trägt oder nicht. Ein Verstoß dagegen hätte im Haftpflichtfall Konsequenzen. Genauso verhält es sich, wenn jetzt behördliche Anordnungen ergehen, wegen der Covid-19 Pandemie eine Atemschutzmaske in der Praxis zu tragen. Dies ist ebenfalls nichts, was der einzelne Arzt nach eigenem Gutdünken ändern sollte.

Wenn, wie ich vor kurzem erfuhr, sich eine ganze Familie mit Corona ansteckt, weil eine infizierte Zahnärztin keinen Mund-Nasenschutz trug, empfehle ich meinen Patienten, sich rechtlich dagegen zu wehren und Schadenersatz zu fordern. Wäre es nicht an der Zeit, dass diejenigen, die ihre Praxis dazu gebrauchen, „Widerstand zu üben“, sich wieder darauf besinnen, dass es ärztliche Standards gibt, auf die man sich als Patient verlassen können muss? Das Einhalten der Hygienevorschriften gehört dazu. Das Gleiche gilt für das Ausstellen von Attesten.

LKA ermittelt gegen Ärzte wegen falscher Atteste 

In Berlin ermittelt das LKA gegen Dutzende Ärzte aus der ganzen Republik, die ganz offensichtlich falsche Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht ausgestellt hatten. Anscheinend wurden in vielen Fällen die Atteste ausgestellt, ohne dass die Patienten von den Ärzten überhaupt gesehen wurden. 

Aber auch mit Patientenkontakt spricht schon die schiere Menge der ausgestellten Atteste gegen eine vorschriftsmäßig durchgeführte Begutachtung. Denn bei erwachsenen, nicht dementen Patienten dürfte es nur in extremen Ausnahmefällen medizinische Gründe dafür geben, keine Maske tragen zu können. Unter den Angeschuldigten ist anscheinend auch einer der bekanntesten Wortführer der Coronaleugner, der HNO-Arzt Dr. Bodo Schiffmann. Wie man verschiedenen Presseberichten entnehmen kann, steht er gerade vor den Trümmern seiner Existenz. 

Ein corona-leugnender Arzt als Märtyrer 

Denn die Staatsanwaltschaft führt auch gegen ihn Ermittlungen. Für seine Anhänger wird er vermutlich dadurch zu einer Art Märtyrer. Jedoch handelt es sich bei den Ermittlungen nicht um die Einschränkung der Meinungsfreiheit, sondern um den Vorwurf, Gefälligkeitsatteste zur Befreiung von der Maskenpflicht ausgestellt zu haben.

Dr. Schiffmann droht der Verlust seiner Approbation, ohne die er nicht weiterarbeiten kann. Und obwohl ich mich oft über ihn geärgert habe, empfinde ich so etwas wie Mitleid mit ihm. Er war ein engagierter Arzt, und ich kann mir nicht vorstellen, dass er dies alles von Anfang an geplant und durchdacht hat.

Die Maske beeinträchtigt nur gering 

Wenn ich an seiner Stelle wäre, gäbe diese Situation für mich dringenden Anlass zur kritischen Reflexion meines Handelns. Ich würde mich fragen, ob die Sache das wirklich wert war. Und wenn ich es nicht tun würde, würde spätestens meine Frau darauf drängen. Hätte es nicht ausgereicht, einfach nur seine Meinung laut zu äußern? Ist es wirklich zu viel verlangt, auf die Korrektur staatlichen Handelns durch gefälschte Atteste zu verzichten, auch wenn man denkt, die Maskenpflicht sei ein Fehler?

Man kann doch nicht allen Ernstes glauben, dass das Tragen einer Maske eine so starke Beeinträchtigung der Person ist, dass man die Konsequenzen eines strafbaren Verhaltens bis hin zum Entzug der Approbation auf sich zieht, um wildfremde Leute vor dem Tragen eines harmlosen Mund-Nasenschutz zu bewahren. 

Vertrauen in Atteste nicht ruinieren 

Ich lese und höre von ärztlichen Kollegen, die den Attest-Fälschern nahe stehen, dass sie sich darüber empören, wenn Behörden die Gültigkeit ihrer Atteste in Zweifel ziehen. Sie können sich zum Beispiel sehr darüber ereifern, dass Polizisten die Atteste nicht akzeptieren, wenn darauf keine Diagnose vermerkt ist. 

„Wo kämen wir hin, wenn ärztliche Atteste infrage gestellt werden“, ist die überhebliche Weltsicht dahinter. Diese Kollegen argumentieren damit, dass ärztlichen Attesten grundsätzlich vertraut werden sollte. Ich gebe Ihnen in einer Hinsicht recht: Auf ein ärztliches Attest sollte man sich verlassen können. 

Wer sind die „Ärzte für Aufklärung“? 

Das setzt aber voraus, dass mit dem Ausstellen von Attesten kein Schindluder getrieben wird, wie es im Falle der massenhaften Maskenbefreiungsatteste geschehen ist. Die Kollegen, die sich darüber ereifern, dass die falschen Atteste überprüft werden, müssen sich daher den Vorwurf der Heuchelei gefallen lassen. Sie erwarten, dass ärztlichen Attesten fraglos vertraut wird, während sie gleichzeitig die Grundlage dieses Vertrauens ruinieren.

Das Ausstellen von Gefälligkeitsattesten ist dabei ganz offensichtlich ein ziemlich verbreitetes Problem. So wurden laut NDR staatsanwaltschaftliche Ermittlungen auch gegen den Internisten Walter Weber eingeleitet. Sein Name steht im Impressum einer Gruppierung, die sich „Ärzte für Aufklärung“ nennt und angibt, 2.000 Unterstützer zu haben. Es sollen auch Ärzte dabei mitmachen. Weber wird – so der NDR – vorgeworfen, Gefälligkeitsatteste ausgestellt zu haben, die zum Beispiel Schüler von der Maskenpflicht befreien können. 

Attest über eine Allergie gegen Schwarze 

Es ist nicht das erste Mal, dass Weber wegen eines Attests in der Öffentlichkeit stand. Laut Hamburger Abendblatt vom 26. September 2000 hatte er vor zwanzig Jahren schon einmal für Aufsehen mit einem Attest gesorgt. Einer betagten Rassistin, die in einem ICE einen aus Kamerun stammenden Mitreisenden mit dem Satz „Was will der Neger im Zug, ich habe eine Allergie gegen Schwarze“ beleidigte, soll er (als Internist) ein entlastendes Attest über eine Angststörung ausgestellt haben. 

Seltsam: In diesem Fall hatte der Attestaussteller ganz offensichtlich kein Problem damit, die Diagnose dem Gericht zu nennen. Ich würde mir wünschen, dass über den Wert eines ärztlichen Attests noch einmal nachgedacht wird, nicht nur von den Attestausstellern, sondern  gerade auch von denen, die das Ausstellen falscher Maskenbefreiungen bislang nur für ein minderschweres Vergehen hielten. 

Ohne Maske kommt keiner in die Praxis 

Dieser Missbrauch des ärztlichen Attestierens schadet nicht nur dem Ansehen der Ärzte, er schadet vor allem all denen, die ein ärztliches Attest benötigen. Wenn man sich auf ein ärztliches Attest nicht mehr verlassen kann, wird es über kurz oder lang auch nichts mehr wert sein. 

Ich selbst akzeptiere in meiner Praxis inzwischen kein einziges Attest zur Maskenbefreiung mehr und mache von meinem Hausrecht Gebrauch. Ohne  Maske kommt niemand in die Praxis. Wenn ein zuweisender Arzt der Meinung ist, es läge wirklich ein Grund vor, keine Maske tragen zu können, muss er mich anrufen. Wegen des massenhaften Missbrauchs sind Maskenbefreiungsatteste für mich Makulatur.

Die extreme Variante

Wem das zu hart vorkommt, sollte sich vor Augen führen, dass die falschen Atteste zur Maskenbefreiung vermutlich nur die Spitze des Eisbergs sind. In der Szene der Impfgegner und Verschwörungstheoretiker scheinen noch ganz andere Praktiken zu existieren.Wie die sächsische Landesärztekammer im Dezember mitteilte, soll eine Ärztin in der sächsischen Schweiz bei Kindern eine Masernimpfung in den Impfausweis eingetragen haben, obwohl eine solche Impfung nicht durchgeführt wurde. Stattdessen sei homöopathisch „geimpft“ worden.

Aufgrund des gefälschten Impfpasses sollen die Kinder trotz des Fehlens der vorgeschriebenen Masernimpfung Zugang zu Kindergärten und Schulen erhalten haben. Sie stellten somit für andere Kinder, vor allem für die mit Immundefiziten, eine lebensgefährliche Bedrohung dar. Das Ausstellen gefälschter Impfpässe zeugte nicht nur von einer ausgeprägten Hybris der Homöopathin, sondern auch von einer Verachtung unserer Rechtsordnung, die man bislang nur von Reichsbürgern kennt.

Es wäre ein weiteres und extremes Beispiel dafür, dass man als Arzt in diesen Kreisen nichts verloren hat.

Lutz Rudolph | Mo, 4. Januar 2021 - 15:00

Quelle: Statistisches Bundesamt
Sterbefälle im Durchschnitt pro Monat
2016: 75.900
2018: 79.600
2020: 79.200 (bis einschließlich November)

Lieber Herr Rudolph,
das will aber keiner hören oder lesen ... zwar nimmt (persönliche Gespräche helfen) die Zahl derer zu, die die Panikmache anzweifeln, aber es reicht noch nicht. Stattdessen fahren wir die Junge Generation komplett an die Wand. Haben Sie jedoch Mut! Ändern wird sich etwas, wenn auch nicht sofort/in diesem Monat.

im November - deutschlandweit 8%, in Sachsen 46%

Was wollen Sie uns mit Ihren Zahlen sagen? Etwa, dass es kaum zusätzliche Opfer infolge Corona gibt?

Gut, wir haben eine Frau Merkel, und wegen der gab es möglicherweise in der Tat in Deutschland weniger Tote.

Zum Vergleich:

Weltweit, laut Johns Hopkins University
85 Mio. Infizierte, 1.8 Mio Tote
Frankreich: 65 000 Tote
Großbritannien: 75 000 Tote
USA: 350.000 Tote

Aber Corona ist selbstverständlich harmlos, verursacht kaum zusätzliche Todesfälle...

Wer's glaubt ist wohl unbelehrbar.

Mit solchen Menschen kann man nicht diskutieren. Da braucht, nein darf die Politik keine Rücksicht nehmen.

denn, die Übersterblichkeit die er hier glauben machen will, bezieht sich auf NOVEMBER 2020!!!! Es wäre fair, wenn er nun die Kurve des gesamten Jahres zeigen würde, oder wenigstens Jan-Nov 2020. Er müsste eingestehen, das die von Rudolph genannten Zahlen richtig sind, UND seit 2016 sind wir viel mehr geworden, und zwar nicht immer mehr Gesunde!
Des Weiteren werden die eigentlichen Probleme der Gesundheit totgeschwiegen, beharrlich. Vitamin D 3 ist lebensnotwendig. 80% der Deutschen haben eine Unterversorgung und die Anhaltswerte der Regierung 20ng/ml sind völlig unzureichend.
Gerade in den Altenheimen kümmert sich niemand um die Microbiologie und die Gabe ausreichender Nährstoffe durch Supplementierung. Omega 3, Magnesium, Selen, etc.etc. Dazu gibt es meisten eine Fastfood ähnliche Versorgung.
Auch deshalb sterben die meisten älteren Menschen in Heimen.
Statt von Infizierten, müsste man längst von positiv getesteten reden. Wieviel davon erkranken wird verschwiegen.

Rainer Mrochen | Mo, 4. Januar 2021 - 15:16

Wenn wie im Text geschrieben wird: "die zweite Welle rollt" und diese auch "durch die Massnahmen der Regierung nicht hinreichend gebremst wird", warum werden die Massnahmen dann aufrecht erhalten, jedenfalls in diesem völlig überzogenen Mass? Aber genau darum geht es. Undifferenzierte, der jeweiligen Situation nicht angepasste Massnahmen werden gnadenlos durchgezogen. Hier wäre allmählich, seitens der Verantwortlichen, Ehrlichkeit angebracht. Aber zugeben, Fehler gemacht zu haben, wird nur von anderen erwartet. Die Angst vor Gesichtsverlust scheint hier genauso ausgeprägt zu sein. Einer der wechselseitig agierenden Orchesterchefs, Prof.Lauterbach, ist noch nicht einmal wirklich qualifiziert das Geschehen zu beurteilen, präsent ist er jedoch, jedenfalls sehr viel präsenter als Kritiker der Massnahmen. Wenig glauben, alles hinterfragen, selbst denken ist zu jedem Zeitpunkt das Gebot der Stunde.

Martina Moritz | Di, 5. Januar 2021 - 10:43

In reply to by Rainer Mrochen

Diesem Kommentar möchte ich mich anschließen. Zudem ist nicht mehr von der Hand zu weisen, dass die Regierungsverantwortlichen bei einer nicht unerheblichen Anzahl der Bevölkerung ihr Vertrauen durch Unverhältnismäßigkeit in Entscheidungsfindung sowie deren Durchsetzung und eine absolut destruktive Rethorik vetran haben. Eine durch und durch fatale Entwicklung für eine Demokratie; meines Erachtens. Und in diesem Kontext ist es nicht sehr hilfreich, die kritische Haltung der noch verbliebenen Ärzte, die ihren ursprünglichen Auftrag wissenschaftlich und unabhängig angehen, als Verschwörungsanhänger zu betiteln. - das schlimmste was dieser Gesellschaft geschehen kann, ist das weitere Vorrantreiben eines schleichenden Verbotes eigenständigen und kritischen Denkens. Zumal sich unsere Politik derzeit in eigener Sache dieser Verschwörungsrethotik bedient, um Meinung zu bilden. Oder weshalb enthält beinahe/ gefühlt jede Ansprache aus Reihen der GroKo & Co "Titulierungsreden"?

Hubert Sieweke | Di, 5. Januar 2021 - 18:07

In reply to by Rainer Mrochen

immer leer ausgegangen, als Minister ernannt wurden. Zu blöd, das Spahn Gesundheitsminister wurde, sonst wäre er am Zuge gewesen.
Deshalb hat er diesmal frühzeitig begonnen, sich in allen Medien immer präsent zu zeigen und mindestens einmal täglich was zum Besten zu geben.
Er will sich seinen Wunsch, einmal Minister zu sein, unbedingt erfüllen und möchte parat stehen. Entweder wieder CDU/SPD wie immer, oder eben RRG, auch da wäre er mitten drin.
Was er sagt, ist eher belanglos, wie das von Frau Merkel. Erbeherrscht allerdings besser die deutsche Sprache.

Karl-Heinz Weiß | Mo, 4. Januar 2021 - 15:32

Ein sehr guter, notwendiger Artikel. Es ist für mich erschütternd, wie solche Menschen sich zur Ausübung eines Heilberufs qualifiziert fühlen. Weit vor dem ärztlichen Standesrecht kommt der Anstand-und genau an diesem fehlt es erstaunlich vielen Ärzten (trotz 1er Abi).

Lutz Rudolph | Mo, 4. Januar 2021 - 15:56

Vielleicht helfen in der überhitzten Corona Debatte ein paar nüchterne Zahlen.
Durchschnittliche Sterbefälle pro Monat in Deutschland (Quelle: Statistisches Bundesamt)
2016: 75.900
2018: 79.600
2020: 79.200 (bis einschließlich November)
Die Zahlen beinhalten alle Altersgruppen sowie Männer undFrauen.

Diese Zahlen sind irreführend, denn die Bevölkerung hat seit 2016 kontinuierlich zugenommen. Es ist keine relevante Übersterblichkeit in Bezug auf die Anzahl der hier lebenden Menschen zu erkennen. In den Altersgruppen 39-59 haben wir eine Untersterblichkeit. Das Durchschnittsalter der mit/an Corona verstorbenen liegt bei über 82 Jahren.
Die allermeisten Todesfälle haben wir in den Alters-und Pflegeheimen zu betrauern. Hier haben die Schutzmassnahmen erbärmlich versagt. Das ist auch der Grund für die hässlichen Bilder aus Bergamo, als man Corona Patienten mangels freien Plätzen von den Krankenhäusern in umliegende Alten- und Pflegeheime brachte, wo sie die Insassen ansteckten.

Mehr Ratio weniger Panik.

erst mal gar nichts aus. Da spielen ja noch viele andere Faktoren mit. Da spielen auch die Grippewellen und Hitzewellen eine Rolle. Seit 2016 ungewöhnlich heiße, trockene Sommermonate. Dazu kommt auch die Altersstruktur hinzu. Immer mehr alte Leute insgesamt, leben in D.
Blödes Bsp. Wenn Rolls Royce statt 1.000 Autos jetzt 2.000 verkauft sind dies 100%. Wenn VW statt 1.000.000 jetzt 1.100.000 sind dies aber nur 10% mehr. Statistiken haben auch ihre Tücken!
Wie heißt es immer so schön: Traue keiner Statistik die du nicht selber gefälscht hast.
Lt. Statistische Bundesamt sind im November 2020 in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen mindestens 84 480 Menschen gestorben. Das waren 11 % bzw. 8 186 Menschen mehr als in den Jahren 2016 bis 2019 durchschnittlich im November verstorben waren. Mehr als 80 000 Sterbefälle in einem November gab es zuletzt im Jahr 1974 – damals wurden 81 006 Sterbefälle gezählt.
Ich weiß nicht wo sie ihre Zahlen herhaben?
Bleiben sie gesund!

Wenn Sie schon die Zahlen des Statistischen Bundesamtes bemühen und den Anschein erwecken durch "objektive" und "nüchterne" Zahlen Ihre Theorie zu untermauern, dann sollten Sie auch die aktuellen Zahlen nicht verschweigen (Pressemitteilung Nr. 536 vom 30.12.20 des Stat. Bundesamtes) die im November 2020 eine 11% Erhöhung der Sterbefallzahlen im Durchschnitt der Vorjahre ergeben und in Sachsen sogar eine 39% ige Erhöhung.

Zur Einordnung der genannten Sterbefälle sollte auch beachtet werden, dass zum einen die Bevölkerungszahl Deutschland seit 2016 durch die Zuwanderung anstieg und zum anderen, dass die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland bei 78,6 Jahre (Männer) bzw. bei 83,4 Jahre (Frauen) liegt. Laut der veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Altersstruktur der Bevölkerung Deutschlands (ist abrufbar im Internet) stieg die Zahl der hochbetagten Menschen mit einem Alter von über 84 Jahren ständig an. Im Jahr 2016 betrug diese Zahl 2,6 Millionen, 2018 2,8 Millionen und 2020 3,0 Millionen . Um die Sterbefälle vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie richtig einordnen zu können, müssen die Zahlen immer in Relation mit anderen Faktoren betrachtet und gewertet werden.

Marco Mahlmann | Mo, 4. Januar 2021 - 16:16

Herr Soyka, Ihr Artikel fängt mit dem Fehler an, daß das RKI 1129 Corona-Tote an einem Tag vermeldet hätte. Nein, durch die Verzögerung durch die Weihnachtstage sind Tote über mehrere Tage an einem Tag gemeldet worden. Das zeigt, daß Sie es mit den Daten nicht so genau nehmen.
Durch Corona sterben Menschen und werden schwerkrank. Aber es liegt keine Gefährdung der Allgemeinbevölkerung vor. Die Letalität von Covid-19 liegt bei 0,05% Prozent; das ist auf Influenza-Niveau.
Was Püschel u. a. gezeigt haben, ist, daß die sog. Corona-Toten alle so schwere Vorerkrankungen hatten, daß sie die Corona-Infektion nicht mehr verkraften konnten. Hierfür Corona verantwortlich zu machen, ist so, bei einer Autopanne der Kreuzung die Schuld zu geben, an der man liegenbleibt.
All die Ärzte, die sich gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung wenden, argumentieren schlüssig und nachvollziehbar. Sie müssen das Hausrecht bemühen, weil sie ihre Patienten nicht medizinisch überzeugen können. Erschütternd.

Sie sind nicht auf dem aktuellen Stand der Forschung. Püschel u.a. sind durch neuere Erhebungen von Pathologen überholt. Danach sind von 100 an Corona erkrankten Toten mit Vorerkrankung 87 an Corona verstorben. Ihr Vergleich mit der Autopanne ist nicht nur unanständig, er ist sachlich falsch.

Brigitte Miller | Mo, 4. Januar 2021 - 16:17

gegen skeptische, differenzierende Ärzte ist nicht gut. Die Sache ist nicht so einfach und klar, wie hier dargestellt. Es gäbe da , wünschenswerter Weise von eben einem dieser Ärzte , einiges zu beantworten an diesem Text.
Prof. Bhakdi z.B.aktualisiert seine Aussagen immer wieder, er behauptet nicht einfach.
So wie auch sein Buch ein Fragzeichen Im Titel trägt.

Joachim Brunner | Mo, 4. Januar 2021 - 16:47

Vielen Dank für den sehr guten Beitrag an Herrn Soyka!
Besonders absurd ist für mich die Problematisierung der Maske. Eine minimale Einschränkung deren Sinn eigentlich jedem klar sein sollte.
Selbst in normalen Zeiten trifft man in Fernost oft auf das freiwillige Tragen von Masken in den öffentlichen Verkehrmitteln.
Hier hat sich manch einer bis ins völlig Absurde verrant.
So etwas zu korrigieren ist dringend nötig und kann auch die Glaubwürdigkeit wieder herstellen.

Hans Jürgen Wienroth | Mo, 4. Januar 2021 - 17:06

Corona ist eine gefährliche Viruskrankheit, mit der nicht zu spaßen ist! Der (med.) Mund-Nasenschutz ist eine wirksame Maßnahme zur Reduzierung von Infektionen. Soweit die Gemeinsamkeiten.
Ab welcher Inzidenz ist eine Krankheit als „Pandemie“ zu bezeichnen, wann, wo und von wem allgemeingültig definiert? Wikipedia kennzeichnet als Pandemie eine Krankheit, die ein Gesundheitssystem überlasten kann. Das jedoch ist abhängig von der Systemkapazität und den getroffenen Maßnahmen.
Dürfen die getroffenen Maßnahmen in unserem Lande, wie Sie es suggerieren, nicht kritisiert werden? Ist die Gefahr für einen 90-jährigen mit Vorerkrankungen, der in einem Pflegeheim einen Besucher mit „Alltagsmaske“ empfängt, genauso hoch wie für gesunde Menschen an der frischen Luft? Wenn dem so ist, warum sterben so viele Altenheimbewohner? Warum werden FFP2-Masken an Ü60 verteilt und das Personal in Krhs. und Pflege läuft mit med. Maske herum?
Nicht jede Kritik ist gleich leugnen oder Verschwörungstheorie!

Bernd Muhlack | Mo, 4. Januar 2021 - 17:48

Es gibt zahlreiche Unternehmen welche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ("Krankschreibungen") von gewissen Ärzten nicht mehr akzeptieren - sie stehen quasi auf einer "black list".
Formaljuristisch ist das natürlich Unsinn, jedoch läuft es realiter immer öfter anders ab - die Einschaltung des medizinischen Dienstes, Amtsarztes.
Größere Unternehmen haben sogar eigene medizinische Abteilungen.
Auch in diesem Artikel wird wieder pauschaliert.

Einer "meiner" Ärzte war mein bester Kumpel inner Schule, auch jetzt noch. Sollte ich tatsächlich in die Lage kommen, ein Attest zu brauchen - no problem.
Bzgl. Befreiung von der Maskenpflicht wäre es sogar zutreffend; COPD und Gedöns.

Ich/man kann sich nur ständig wiederholen: sachliche Kritik, Zweifel sind kein Ausdruck von "Demokratizersetzung".

Würde jedes Vergehen, Verbrechen mit diesem "staatsrettenden Eifer" verfolgt, hätten WIR weit weniger Probleme hier.

Corona = die perfekte Allzweckwaffe gegen Kritik, Zweifel!

Claudia Biegler | Mo, 4. Januar 2021 - 18:25

Lieber Herr Soyka,
von einem Mediziner wünsche ich mir eine differenziertere Haltung zu dem Thema. Leider scheint es auch bei Ihnen nur Gut oder Böse zu geben. Gibt es keine Alternativen zu den Maßnahmen, die nun beschlossen werden? Stimmen nur Ihre Zahlen oder schauen Sie sich auch mal um?
Die Maske ist also ein wirksames Mittel? Ein Mittel, dass ich sogar auf einem menschenleeren Supermarktparkplatz angewendet wird.
Und Christian Drosten ist also unser Erklärbär, vor dem sich jeder andere Mediziner in den Staub werfen muss und dessen Einsichten unfehlbar sind?
Ich bin kritisch, informiere mich und benutze meinen Verstand. Deshalb gehöre ich aber nicht zu den Menschen, die irgendwelchen Verschwörungen glauben. Sind auch Sie an irgendeiner Stelle kritisch?

Markus Michaelis | Mo, 4. Januar 2021 - 19:26

Danke für die Beiträge zu einzelnen Punkten wie Prof. Bhakdi, dem Maskentragen und rassistischen Attesteschreibern. Es ist wichtig all die einzelnen Punkte zu bewerten. Aber sind die Verallgemeinerungen zulässig. Haben wir ein großes Problem mit Corona-Leugnern? Sind die relevanten Probleme nicht Abwägungen in Zielkonflikten? Sie zählen beeindruckend Ihre Corona-Opfer auf - aber was sagt das. Andere zählen ihre wirtschaftlichen Opfer, Selbstmorde, verschobene OPs, Malariatoten (wegen Covid-Maßnahmen) etc. auf. Was sagt das, ohne Abwägung?

Ist es eine Frage von Wissenschaft gegen Verschwörung? Ist es dann ok gerade in diesem Artikel die Zahl von 1129 Toten so herauszustellen, die wissenschaftlich wahrscheinlich nicht haltbar ist, weil es eine akkumulierte Meldung ist. Der Leser kann das alles nicht voll durchblicken, aber solche Argumentation macht skeptisch.

Mich zumindest regt so ein Artikel mehr dazu an nochmal nachzudenken, wo "Corona-Leugner" auch Recht haben könnten.

Dr.Andreas Oltmann | Mo, 4. Januar 2021 - 19:59

Der Artikel des Herrn Kollegen Soyka trifft leider den Kern der Sache nicht. Ja, es gibt es falsche Atteste, hat Herr Bhakti sich bzgl. Der 2.Welle geirrt (wie war das mit den Irrtümern von Drosten?!), gibt es tragische Einzelfälle und unverantwortliches Handel, aber als „der Wissenschaft und Wahrheit verpflichteter“ Arzt ist der Verfasser nicht überzeugend. Sterbezahlen eines einzelnen Tages, die Übersterblichkeit eines Monats statistisch nicht relevant, da es sich um eine Pandemie über jetzt 10 Monate handelt. Die fehlende Evidenz von COVID 19, die Fixierung auf die Inzidenz und der absolut fahrlässige Umgang mit den Risikogruppen sind das Problem. Dazu die katastrophale Realisierung der Impfungen, mit denen doch alles ganz schnell besser werden sollte.
Der Artikel bewegt sichauf dem Niveau der zitierten Zahnarztfrau und unterhalb der Apothekenrundschau. Er ist das i-Tüpfelchen, das uns gerade noch zum Durchblick gefehlt hat. Passend zum „Rückenretter“, aber nicht zum Cicero.

Brigitte Miller | Di, 5. Januar 2021 - 11:40

In reply to by Dr.Andreas Oltmann

2.ter Welle geirrt: Auch das wäre genauer anzuschauen.
Zweite Welle real oder Ansteigen der Zahlen infolge rasant gestiegener Anzahl PCR-Testung?

Christian Meyer | Mo, 4. Januar 2021 - 20:24

Ich weiß nicht welche fundierten Kenntnisse ein Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie im Bereich Epidemiologie besitzt und darum wünsche ich mir dass Matthias Soyka direkt mit Prof. Sucharit Bhakdi diskutiert... oder mit Prof. Hendrik Streeck... oder mit Dr. Angela Spelsberg...

Wolfgang Schneider | Mo, 4. Januar 2021 - 22:01

Selten einen so undifferenzierten und den Tatsachen widerlaufenden Artikel gelesen. Wenn der Herr Dr. Soyka sich so intensiv auf die Wissenschaft beruft, sollte er als Wissenschaftler doch mitbekommen haben, dass es nicht DIE Wissenschaft gibt. Passt irgendwie gar nicht zu Cicero.

Lisa Werle | Mo, 4. Januar 2021 - 22:03

Ach, Herr Soyka, hätten Sie es doch gelassen, die Kollegen, die anderer Meinung sind als Sie, öffentlich zu diskreditieren und sie aufzufordern, ihre ‚Fehler‘ öffentlich einzugestehen – Ihr Kommentar hätte durchaus Sinn gemacht: gegen Verschwörungsfanatiker und gegen gewissenlose Ärzte, die falsche Atteste ausstellen. Letzteres wird im Übrigen schon lange praktiziert – mit Zustimmung aller moralisch überwertigen Menschen, wenn es sich dabei um Migranten handelt. Jetzt stellen evtl die gleichen Ärzte Scheinatteste aus für unwillige Maskenträger. Und das Geschrei ist groß. Fatal ist, dass Ihr Kommentar ausgerechnet zu einer Zeit erscheint, wo die Fehler unserer Regierung so glasklar und offensichtlich werden. Sollten Merkel & Co. Ihren Kommentar als Aufforderung nehmen, die eigenen Irrtümer öffentlich zu benennen (ist ja keine Schande, wie Sie schreiben), dann hätte Ihr Kommentar etwas bewirkt. Die Aussichten aus der Richtung sind allerdings nicht sehr groß.

Yvonne Stange | Mo, 4. Januar 2021 - 23:48

Genau das Wort hatte ich beim Lesen auch im Sinn. Da kam ja wirklich alles. Von Ermittlungsverfahren gegen Mediziner wegen "gefälschten" Attesten, da zweifelt einer die Diagnose von Kollegen an (??) - ich sah ein Video von einem Mediziner, dem man die gesamte Praxis lahmgelegt hat und beschlagnahmt wegen den Attesten für 3 % seiner Patienten, die er ausgestellt hat.... Bei einer Patientin wurde sogar eine Hausdurchsuchung gemacht... da spielt der "Rechtsstaat" mit den Muskeln.... Wenn er nur sonst so gründlich wäre....
Wie gut, daß Hamburg (?) so weit weg ist, so ist die Wahrscheinlichkeit mehr als gering, diese Praxis aufzusuchen. ;-)
Und Reichsbürger und Verschwörungstheoretiker, ja die dürfen auch niemals fehlen, sonst ist es ja nicht komplett. Ok, war ein Versuch, ich glaub einschüchtern läßt sich anhand der Zahlen wirklich keiner mehr. - Ein Beispiel aus unserem KH: "50% der Intensivstation ist mit Coronapatienten belegt!!" 50%!! (Das Krankenhaus hat 4 Intensivbetten....)

Sebastian Bauer | Di, 5. Januar 2021 - 09:06

Und jetzt, lieber Cicero, bitte einen Contra Artikel zum Thema. Sonst wird es nichts mit der Glaubwürdigkeit. Da sie schon Schweden erwähnen kann ich den Stockholmer Arzt Sebastian Rushworth empfehlen, der in seinem englischen Blog zahlreiche Beweise aufführt dafür, dass Corona 2020 , was die Sterblichkeit angeht, mit einem Grippejahr vergleichbar ist. Vielleicht sollte sich der Autor diesen Artikels lieber auf schwedische Ärzte berufen als auf den König.
Aber vielleicht wollen sie keine Debatte, weil sie im Besitz der einzigen Wahrheit sind?

Wolfgang Tröbner | Di, 5. Januar 2021 - 10:09

SARS-CoV 2 für eine Lappalie hielt". Aha. Das diese Aussage wenig bis nichts mit der Realität zu tun hat, sollte dem Autor angesichts des Impfdebakels in der EU aber schon klar sein. Ich verweise auf die gestrige "Hart, aber fair"-Sendung, in der mehr als deutlich gezeigt wurde, dass Trump im Vergleich zur EU einiges besser gemacht hat. Z.B. hat er ein Vielfaches an Geld in die Hand genommen, um Impfstoff einzukaufen. Und offensichtlich auch den richtigen, nämlich den von Biontech/Pfizer. Im Gegensatz zur EU, die Impfstoffe eingekauft und auch bezahlt hat, die wohl nie zur Anwendung kommen werden (Sanofi). VdL und Merkel haben hier eindeutig versagt, trotz aller gegenteiligen Beteuerungen. Es wäre daher mehr als angebracht, nicht immer nur auf die Anderen zu verweisen, die (angeblich) Fehler gemacht haben. Es gibt in der EU und in DE nun wirklich genügend verantwortliche Politiker, die sich diesbezüglich nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben. Leider ohne Konsequenzen, wie immer.

bernhard schwarz | Di, 5. Januar 2021 - 11:20

Wenn es stimmt, dass die Sterbenden zu 95% alt und vorgeschädigt sind, halte ich es für schäbig, feige und unwürdig, wenn wir Alten in Mitteleuropa, beschenkt mit einem in der gesamten menschlichen Evolution nie da gewesenen Wohlstand, Freiheit, Rechtssicherheit und Lebensdauer, unser Restleben auf Kosten der folgenden Generationen verlängern.
Die kommenden Schäden der Schutzmaßnahmen werden einfach ausgeblendet. In unserem Alter sollten wir es gelernt haben das nahende Ende zu sehen und anzunehmen. Ist das "sich für die Kinder zu opfern" bei den ewig Verwöhnten und Satten völlig verkümmert? How dare you !

Elisabeth Zillmann | Di, 5. Januar 2021 - 12:45

In reply to by bernhard schwarz

Herr Schwarz,ich danke Ihnen. Auf solche Worte habe ich lange gewartet. Wenn ich Ähnliches in privatem Kreis äußerte,kam immer Unverständnis und das „ Argument“ : Aber jedes Leben ist doch gleichwertig.Ich bin sicher,die meiste hochbetagten Menschen ,würden Krankheit und Tod -gerne oder mit Schmerzen- auf sich nehmen,wenn sie damit vorhersehbares großes Leid für ihre Kinder,Enkel und Urenkel lindern oder gar verhindern können.Leben um JEDEN Preis... wer das will,hat wohl nie wirklich gelebt/geliebt.

Tomas Poth | Di, 5. Januar 2021 - 12:54

Fakten sind das Beste man muß Sie nur wissen wollen! Bei RKI, Statista und Deutschlandzahlen gefunden:
Insgesamt wurden rd. 37,4 Mio PCR-Tests in Deutschland durchgeführt, davon sind rd. 1,8 Mio positiv (4,8%)
Die Sterberate in Deutschland von 1950 bis 2019 schwankte zwischen 10,1 bis 12,6 pro 1000 Einwohner, der Peak war in den 70ern. In 2020 lag sie bei 11,2 pro 1000!
Sie hätte in 2020 sogar geringer ausfallen können wenn die Regierenden die richtigen Maßnahmen zum Schutz der besonders betroffenen Alterskohorten getroffen hätten!
Diese Erkenntnis war seit März 2020 geläufig! Und wurden daraus die Handlungsmaßnahmen abgeleitet?
Wer hier mit Verschwörungstheorien ablenkt deckt nur die Unfähigkeit angemessene Maßnahmen zu ergreifen.

Karla Vetter | Di, 5. Januar 2021 - 20:38

die weit entfernt von Verschwörungsthorien sind und dennoch kritisch.Zu erwähnen wäre Dr. Windeler von der IQWIG.Eine Einrichtung die eigentlich Wirksamkeit und Methodik in der Medizin untersucht.Leider wurde sie aber zu Corona nicht entsprechend gehört.Sein Interview in der" Zeit" von Dezember 2020 ist lesenswert.