Markus Söder - Umfragekönig in Notlage

Markus Söder hat lange gegen Armin Laschet gestichelt – und damit zu einer möglichen Wahlniederlage der Union beigetragen. Bislang hat die CSU alles mitgetragen. Aber das Grummeln wird lauter. Ob es sich nach der Wahl Bahn bricht?

Markus Söder sieht sich noch immer als den besseren Kanzlerkandidaten / dpa

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Mike Schier (Foto MM) leitet das Politikressort des Münchner Merkur

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Der Hausherr hat erstaunlich gute Laune. Noch. Es sind noch mehr als vier Wochen bis zur Wahl. Markus Söder sitzt in der CSU-Zentrale und reißt Witze. Einen Steinwurf weiter beginnt die A9 nach Berlin. Der 54-Jährige hätte sie so gerne genommen. Er hält sich noch immer für den besseren Kandidaten. Stattdessen kommentiert er von München aus den Wahlkampf. Im Lager von Armin Laschet kochen sie: Söder, der Egomane, sei nur beleidigt, seine Sticheleien torpedierten jede Strategie. Und plötzlich erkennen sie in der CSU, dass der Wind sich drehen könnte. Dass eine Pleite auch Söder beschädigt. Also verfügt der oberste Zündler eine Feuerpause: „Die Nebendebatten müssen aufhören.“ Doch es ist zu spät. Jeder Tag, der folgt, bringt noch schlechtere Umfragen für die Union.

Die Situation ist bizarr: Fast alle sind sich einig, dass die Union mit Söder als Kandidat besser dastünde. Gleichzeitig finden sogar in der CSU viele, dass Söder selbst zum Absturz beitrug. Wenn die Union also am 26. September um 18.01 Uhr damit beginnt, diesen Wahlkampf aufzuarbeiten, wird es natürlich um Laschet gehen und um Wolfgang Schäuble, der ihn als Kandidaten durchboxte.

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Rob Schuberth | Fr, 24. September 2021 - 13:02

So deutlich wie der Autor würde ich mich nicht festlegen.

Das Sterben der sogn. Volksparteien ist doch ein Bundestrend.
Söder ist da "nur" einer der Protagonisten den es trifft.

Beachtlich ist m. E. dass in Bayern die Wähler offensichtlich auch langsam aufwachen und nicht mehr, wie über Generationen, aus Tradition die CSU wählen.

Diese Entwicklung sehe ich durchaus positiv.

Söder selbst hat daran wenig "Schuld", sondern ist halt der, den es trifft.

Diejenigen die ihn gerne in Berlin gesehen hätten, aber von Merkel den Laschet vorgesetzt bekamen, könnten ja auch ihren Frust an Söder auslassen.

Die Gründe für sinkende CSU-Wähler sind also vielfältig.

Martin Falter | Fr, 24. September 2021 - 13:07

ist halt anstrengend, weil die Medien und dadurch die Gesellschaft immer schneller und extremer die Themen setzt. Wer da mithalten will, muss dann auch bereit sein, tagesaktuell seine Meinung anzupassen.......

Christa Wallau | Fr, 24. September 2021 - 13:10

wünsche ich, daß die Bayern ihn zum Teufel jagen.
Er hat es übertrieben mit seiner opportunistischen
Taktiererei!
Jedem Menschen, der noch etwas auf sich hält, muß dies übel aufstoßen, und aus vorheriger Achtung oder sogar Bewunderung für den bajuwarischen "Macher" wird dann Abscheu.
Gut so!

Urban Will | Fr, 24. September 2021 - 13:17

endlich aufgehört wird, ihm politisch herausragende Fähigkeit anzudichten?
Der Mann ist für Führungsposition komplett ungeeignet, seine zu Zeiten hohen Umfragewerte das Ergebnis medialer Beeinflussung. So wie jetzt die guten Zahlen des Lügners Scholz.

Die Wendehalserei dieses fränkischen Egomanen... mittlerweile scheinen dies sogar die einfältigsten, naivsten und treudoofsten Wandler unter dem weiß – blauen Himmel zu durchschauen.
Mit seinem Corona – Wahn hat er zig Gastwirte, viele davon Stammwähler, Hoteliers, etc. zugrunde gerichtet, davon gibt es viele in Bavaria und die haben nun die Nase voll, ebenso wie die Eltern von Hunderttausenden Schülern, die gefühlt ewig zu Hause hocken mussten, bzw. als kerngesunde Kinder in Quarantäne geschickt wurden.
Was für ein Blödsinn, einen auf Grün zu machen, nachdem gescheiterte war, einen auf Blau zu machen.
Gelebte Schizophrenie. Hirnlosen Aktionsismus nennt man nun „zupackend“.
Aber: der „Maggus“ wird’s überleben. Den werden wir nicht los.

Ihrer Analyse ist wneig hinzuzufügen, Herr Will. Ein Scheinriese ist dieser Söder, wie er im Buch steht. Wenn er dei Courage gehabt hätte, hätte er im März seinen Hut in den Ring geworfen. gegen Laschet UND Merz. Das war ihm aber zu riskant und drum hat er rabgewartet, bis die Laschet-Seilschaften Merz- kanpp genug- abgeräumt haben. Um dann den "Kanzlerkandidaten der Herzen" zu mimen und aus verletzteer Eitelkeit - entgegen der Parle "erst das Land, dann die Partei, dann die Person- Laschet, damit die Partei udn am Ende auch das Land nach Kräften zu schwächen. Pfui Deibel.

Heidemarie Heim | Fr, 24. September 2021 - 15:06

Für mich persönlich ist Herr Söder nur ein weiterer Politiker, dem ich was seine Charaktereigenschaften und seine Außendarstellung betrifft keinen Gebrauchtwagen abkaufen würde, geschweige denn ein Staatswesen anvertrauen möchte. Angesichts seines Verhaltens und das seines Generalsekretärs Blume wurde ich fortwährend an die Aussage Seehofers erinnert, der diesen Typus Politiker was Loyalität gegenüber ihm selbst und anderen diesen Aufsteigern im Wege stehenden, schlicht als hinterfotzig bezeichnete. Damals dachte ich das da ein opportunistischer Wendehals den anderen Esel schimpft, im Nachhinein kann ich sein Urteil jedoch besser nachvollziehen. Sorry Horst;)! Mit weniger Egomanie hätte man seitens der CSU eventuell seine jetzige Partnerpartei Die Freien Wähler im Bund versucht über die 5% zu pushen, die in ihrem Programm in Teilen konservativere Ansichten pflegen als so manchem bürgerlich "Mittigen" lieb ist, aber eine entsprechende Koalition ergänzen könnte. FG

Ernst-Günther Konrad | Sa, 25. September 2021 - 09:23

Tja, das hat Herr Söder selbst im eigenen Land Zuspruch gekostet und könnte ihm nach den Wahlen internen Ärger bringen. Man kann nicht mit einem A.... auf mehreren Hochzeiten tanzen. Es scheint ein bei bayrischen Politikern vorhandenes Gen zu sein, täglich seine Standpunkte und vermeintlichen Gegner zu wechseln. Alles vorbei an den eigenen Wählern, die Beständigkeit, Ehrlichkeit, Klarheit, Charakterstärke wollen. Auch seine Krone als Umfrage König ist verblasst. Natürlich hat die Union insgesamt, dazu gehört auch die CSU, sich selbst demontiert. Das nur an ihm festzumachen wäre unfair. Aber er hat da ein gerüttelt Maß dazu beigetragen. Meine Mitkommentatoren haben viele Aspekte zur Ungeeignetheit des Herrn Söder bereits genannt. Die Parteienlandschaft verändert sich gerade in hohem Maße. Nichts ist mehr, wie es war und wird auch nicht mehr so werden. Die Union insgesamt hat sein Wählerklientel verraten und sich durch Merkel entkernen lassen. Eine hybride CDU jedoch braucht niemand.

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