Maike Schaefer - Durch die Manege

Bei der Landtagswahl am Sonntag in Bremen ist Maike Schaefer die Spitzenkandidatin der Grünen. Sie steht dort für einen Generationenwechsel und könnte der SPD zu einer historischen Niederlage verhelfen

Maike Schaefer steht am Hafen und laechelt in die Kamera
„Ich musste mich an dieses rhetorische Draufhauen bei politischen Debatten erst gewöhnen“, sagt Maike Schaefer / Moritz Küstner

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Christoph Wöhrle ist freier Journalist und lebt in Hamburg.

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Dass ich ein Nasenpiercing trage, war damals für meinen alten Lateinlehrer unfassbar“, sagt Maike Schaefer. Ein bisschen Punk ist sie noch. Sie sitzt in ihrem Büro bei den Grünen in Bremen, trägt eine Jeanshose mit Schlag. Durchs Fenster sieht man die Weser. Nebenan ist der Schnoor – ein gemütliches Stadtviertel mit alten Gässchen und Häuschen, die im Fachwerkstil gebaut sind. Das Alte trifft hier aufs Neue. Ein Generationswechsel war auch die Nominierung der Fraktionsvorsitzenden Schaefer (47) zur Spitzenkandidatin. Mit 223 zu 191 Stimmen setzte sie sich bei einer Urwahl gegen die Senatorin und Bürgermeisterin Karoline Linnert (60) durch. Auch wenn das beide Frauen bestreiten: Hier wurde jemand weggebissen.

Bundespolitisch ist Maike Schaefer völlig unbekannt, aber die Wahl in Bremen am 26. Mai hat eine große bundespolitische Symbolwirkung. Die Grünen zum Beispiel brauchen nach dem Umfragehoch endlich auch gute Wahlergebnisse. Kann Schaefer das schaffen? Mancher Parteifreund bezweifelt dies. Das hängt damit zusammen, dass sie als „Brain“ gilt. Schaefer hat nach einer Station als Au-pair in London in Bremen Biologie studiert und promoviert. Hat zu Umweltgiften geforscht und weiß, wie man der Probleme durchs Nachdenken Herr wird, weniger durchs Klüngeln. „Bei Umweltthemen hat sie ein fundiertes Fachwissen. Das war schon zu unserer Schulzeit so“, sagt eine Schulfreundin. Was sie nicht sagt: Schaefer performt weitgehend unter dem Radar. Und das, obwohl Bekanntheit und Beliebtheit bei Spitzenkandidaten doch so wichtig sind.

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Bernd Muhlack | Fr, 24. Mai 2019 - 17:42

Nein Frau Schaefer, das sollten Sie nicht haben, wieso auch?
Ich weiß nicht wieviel Millionen "Allein + Kinder"- Haushalte es aktuell gibt, jedoch ist das jeweils einer Einzelfall-Prüfung wert, oder?
Es gibt meiner Meinung nach auch keine gerechtfertigte, bedarfsunabhängige "Respektrente". [Allein diese Namen für neue Gesetze sind mehr als disqualifizierend!]
Frau Schaefer, mein Vater starb als ich acht Jahre zählte, das war etwa 1970. Eine tolle und "stark arbeitende" Muttern sowie die beste Oma u Opa auf der Welt!
Muttern lebt noch, die Großeltern haben alle das Gebäude für immer (?) verlassen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg u gehe schlicht davon aus, dass Sie anders gepeilt sind, als Ihre Parteikollegin Katharina Schulze aus Bayern. Sie lächelt alles "unangenehme" einfach weg, nicht wahr?

Zitat: "Sie betont dazu, dass man ihr Leben nur mit einem „höchst emanzipierten“ Mann führen könne, der ihr vieles abnehme."
Mit Verlaub Frau Schaefer, diese Aussage ist Unsinn! Q.E.D!

Ernst-Günther Konrad | So, 26. Mai 2019 - 07:59

Schön mal zu lesen, dass eine Wissenschaftlerin mit beruflicher Ausbildung und Forschungserfahrung in die Politik strebt. Ich spreche der mir unbekannten Frau nicht ab, dass sie auf ihrem Gebiet etwas kann und weis. Das mag sicher in der fachlichen Diskussion mit Fachpolitikern anderer Parteien von Vorteil sein. Nur, sie will Bürgmeisterin in einem Stadtstaat werden. Da braucht es breiter aufgestelltes Grundwissen als nur eine gute Umweltforscherin zu sein. Wer einen Behörde leiten, wer eine Partei anführen, wer Senatssitzungen leiten will braucht nicht nur verlässliche Helfer, der muss eben auch fachlich breiter aufgestellt sein. Das fehlt ihr natürlich und sie wird deshalb ganz schnell Spielball ihrer eigenen Partei werden. Symphatisch klingt durchaus, dass ihr der Politikersprech bislang fremd ist. Auch wenn ich die Grünen als Partei nicht sonderlich mag, ich wünsche der Frau alles Gute. Nur, wird sie es verhindern können, dass der RG-Senat abgewählt wird? Ich denke mal nein.

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