Annegret Kramp-Karrenbauer vor Mikrofonen
Die Bundesverteidigungsministerin verteidigt die Evakuierungspläne für afghanische Ortskräfte / dpa

Nach Machtübernahme durch Taliban - Streit um Evakuierungspläne afghanischer Ortskräfte

Überrumpelt von der Machtübernahme der Taliban werden aktuell Deutsche aus Kabul ausgeflogen. Doch afghanische Ortskräfte müssten um ihr Leben fürchten, kritisiert die Opposition die Bundesregierung. Dabei habe diese vier Monate Zeit gehabt für Evakuierungspläne.

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Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angesichts der faktischen Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan von „bitteren Stunden“ gesprochen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) machte die scheidende Regierungschefin am Montag in einer Sitzung des CDU-Präsidiums deutlich, wie wichtig die gerade angelaufene Aktion der Bundeswehr zur Rettung von deutschen Staatsangehörigen, Angehörigen der Botschaft und Ortskräften sei.

In einer anschließenden Sitzung des größeren CDU-Vorstands sagte Merkel laut Teilnehmerkreisen, die Bundesregierung habe vor Monaten bereits 2.500 Ortskräfte in Afghanistan identifiziert. Bei 600 davon wisse man derzeit nicht, ob sie in Drittstaaten seien. Weitere 2.000 Menschen habe die Bundesregierung identifiziert, die ebenfalls ausreisen sollten, wie etwa Menschenrechtler und Anwälte. Insgesamt gehe es bei dieser Gruppe um 10.000 Menschen, da die Familienmitglieder mitgerechnet würden. Man habe auch die Hilfsorganisationen vor Ort weiterhin unterstützen wollen, betonte Merkel. Dies sei nun schwierig.

Vor allem für Frauen „bittere Ereignisse“

Die Kanzlerin wurde aus den Teilnehmerkreisen weiter mit den Worten zitiert: „Wir evakuieren nun in Zusammenarbeit mit den USA die Menschen. Ohne die Hilfe der Amerikaner könnten wir so einen Einsatz nicht machen.“ Für die vielen, die auf Fortschritt und Freiheit gebaut hätten – vor allem die Frauen – , seien es „bittere Ereignisse“. Man müsse mit den Nachbarländern zusammenarbeiten, um humanitäre Bedingungen zu schaffen. Man solle „alles tun, um den Ländern dabei zu helfen, die Geflüchteten zu unterstützen“. Das Thema werde „uns noch sehr lange beschäftigen“.

Nach weiteren Informationen aus Teilnehmerkreisen lobte Merkel in der Vorstandssitzung den 20-jährigen Bundeswehreinsatz in dem Krisenland. „Unsere Soldaten haben einen tollen Job gemacht“, sagte sie demnach. Das Mandat für den Einsatz sei bis Januar 2022 gegangen – aber man sei abhängig von den USA gewesen. Die US-Regierung hatte sich zu einem schnellen Rückzug der US-Truppen aus Afghanistan entschieden und damit auch den schnelleren Rückzug etwa der Bundeswehr aus dem Land ausgelöst.

AKK: „Konzentrieren uns auf Evakuierungsoperation“

Die Bundeswehr wird ihren Evakuierungseinsatz in Afghanistan nach Angaben von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) so lange wie möglich fortsetzen. Am Ende gehe es darum, dass die Bundeswehr die Luftbrücke gemeinsam mit den internationalen Partnern so lange wie möglich aufrechterhalten könne, „um so viele Menschen wie möglich herauszuholen“, sagte Kramp-Karrenbauer am Montag nach Sitzungen der CDU-Spitzengremien in Berlin. Auf genaue Zahlen bei den zu rettenden Menschen wollte sie sich nicht festlegen. „Die Zahl ist im Moment schwer zu beziffern. Sie schwankt.“

Es gebe jene Gruppe der Ortskräfte der Bundeswehr, die identifiziert seien, die zum Teil am Flughafen seien und das Land noch nicht verlassen hätten, sagte Kramp-Karrenbauer. Darüber hinaus gebe es auch Listen der anderen Ressorts der Bundesregierung über Ortskräfte sowie das Botschaftspersonal. Zudem gebe es weitere Menschen, die als Unterstützer besonders herausgehoben gewesen seien. Diese Listen würden vor Ort geführt.

Seit dem Morgen würden drei Flugzeuge vom Typ A400M nach beziehungsweise in die Nähe von Kabul verlegt, unterstrich die Ministerin. An diesem Nachmittag sollten weitere Truppentransporte folgen. Die Bundeswehr werde mit einem robusten Mandat „solange es die Möglichkeiten vor Ort zulassen, so viele Menschen wie möglich aus Kabul, aus Afghanistan rausholen. Das ist der Auftrag der Bundeswehr“, sagte die Verteidigungsministerin. Dies hänge extrem von der Unterstützung durch die US-Seite ab.

Zugleich warnte Kramp-Karrenbauer indirekt vor einer parteipolitischen Instrumentalisierung der Lage in Afghanistan: „Es wird vieles zu diskutieren sein, auch über diesen Einsatz. Aber das hat aus meiner Sicht zuerst einmal noch etwas zu warten, bis wir die große militärische Evakuierungsaktion abgeschlossen haben.“

Opposition kritisiert Umgang der Bundesregierung mit Ortskräften

Die Linke im Bundestag fordert, dass sich Kanzlerin Angela (CDU) in einer Regierungserklärung zu der Entwicklung äußern soll, wie die Abgeordnete Sevim Dagdelen der dpa sagte. Zudem hat die Partei die Bundesregierung aufgefordert, Ortskräfte und Frauenrechtlerinnen aus Afghanistan auszufliegen. „An die Bundesregierung: Holt jetzt die Leute raus!“, schrieb Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow am Montag bei Twitter.

 

Der Spitzenkandidat der Linken, Dietmar Bartsch, forderte eine Kraftanstrengung, um eine „weitere humanitäre Katastrophe abzuwenden“.

 

Dazu habe Deutschland „als bisherige Kriegspartei“ dort „die verdammte Pflicht und Schuldigkeit“, schrieb er bei Twitter. Auf Nachfrage sagte er, Deutschland müsse afghanische Ortskräfte und Frauenrechtlerinnen „schnell und sicher“ aus dem Land holen. Auch Bartsch forderte, wie zuvor bereits Unionspolitiker, einen EU-Sondergipfel zur Lage in Afghanistan.

„Wenn Einsätze wie in Afghanistan in so einem Desaster enden, ist die Frage überfällig, was dieser Interventionismus soll“, schrieb Hennig-Wellsow.

Der verteidigungspolitische Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, Tobias Lindner, schrieb am vergangenen Sonntag auf Twitter, die Bilder aus Kabul würden wütend und traurig zugleich machen. „Seit mehr als 4 Monaten wissen wir vom Ende des Afghanistan-Einsatz. So viel Zeit, um sicher und geordnet Ortskräfte zu evakuieren.“ Stattdessen könne „bürokratisches Kleinklein der Bundesregierung“ Menschenleben kosten.

 


Klöckner: Maas habe Lage falsch eingeschätzt

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner hat Außenminister Heiko Maas (SPD) wegen der aktuellen Entwicklung in Afghanistan kritisiert. „Der Außenminister hat die Lage wirklich falsch eingeschätzt“, sagte Klöckner am Montag beim Eintreffen zu Beratungen der CDU-Spitzengremien in Berlin. Deshalb müsse nun sehr schnell gehandelt werden. „Es wird auf die nächsten Stunden ankommen“, sagte Klöckner und ergänzte, es werde „darauf ankommen, jetzt unsere Leute rauszuholen“, und auch jene, die Deutschland vor Ort unterstützt hätten.

Sie erwarte, dass sich Maas mit den EU-Außenministern noch heute abstimme, sagte Klöckner. Ihre Parteikollegin und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer nimmt sie dagegen in Schutz, diese habe gehandelt und sei mit der Bundeswehr in Afghanistan, um vor Ort zu helfen. Klöckner fügte hinzu, sie sei enttäuscht über das Vorgehen etwa der USA oder Kanadas in Afghanistan. Auch deswegen müsse man sich dringend europäisch abstimmen. Die militant-islamistischen Taliban hatten im Eiltempo die Kontrolle in Afghanistan erlangt, nachdem internationale Truppen abgezogen waren.

Strobl: Pakistan und Iran unterstützen, um Flüchtlingswelle zu verhindern

Flüchtlingsbewegungen wie im Jahr 2015 dürften sich nicht wiederholen, warnte Klöckner. Deshalb sei die Absprache in der Staatengemeinschaft wichtig. 2015 und danach hatte eine große Flüchtlingsbewegung nach Deutschland zu einer schweren innenpolitischen Krise geführt. Alle wüssten, was es vor allem für Frauen und Mädchen bedeute, dass die militant-islamistischen Taliban das Land ohne großen Widerstand der dortigen Regierungstruppen „ins Mittelalter zurückbomben. Das heißt Vergewaltigung, das heißt Erniedrigung, das heißt am Ende: keine Schule, kein Studienabschluss gerade für Frauen und Mädchen“, sagte Klöckner.

Der baden-württembergische Innenminister und stellvertretende CDU-Bundeschef, Thomas Strobl, sagte, jene Frauen und Männer, die die deutschen Soldaten in den vergangenen Jahren unterstützt hätten, müssten aus Afghanistan geholt werden. „Da zählt wirklich jede Stunde. Wir dürfen diese Menschen, die in Todesgefahr sind, jetzt nicht alleine lassen.“

Davon zu trennen sei, dass in Deutschland nicht alle Probleme gelöst werden könnten, die in Afghanistan nun entstünden, sagte Strobl. Deswegen müssten jetzt sehr rasch jene Nachbarländer Afghanistans wie Pakistan oder Iran europäisch und international unterstützt werden, in die viele Afghanen vor dem Terror der Taliban flüchten würden. Notwendig sei, dass die Geflüchteten in diesen Ländern eine Perspektive sehen könnten. „2015 darf sich nicht wiederholen. Wir haben unsere Lektion gelernt“, sagte auch Strobl.

Widmann-Mauz: Aufnahme in Nachbarländern nötig

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), hat eine Versorgung afghanischer Flüchtlinge in der Region gefordert. „Die Lage in Afghanistan ist verheerend“, erklärte sie am Montag. „Jetzt muss es darum gehen, die Botschaftsangehörigen und die Ortskräfte mit ihren Kernfamilien schnell in Sicherheit zu bringen“ dabei dürften die Frauen und Mädchen nicht vergessen werden. Sie fügte hinzu: „Die Staatengemeinschaft muss jetzt alles dafür tun, die Nachbarländer in die Lage zu versetzen, Schutzbedürftige aufzunehmen und eine humanitäre Versorgung aufzubauen.“

Die militant-islamistischen Taliban sind mittlerweile in die afghanische Hauptstadt Kabul eingerückt. Viele Menschen, die etwa für ausländische Truppen oder internationale Organisationen gearbeitet haben, fürchten um ihr Leben.


Verteidigungsausschuss plant Sondersitzung am Mittwoch

Nach der faktischen Machtübernahme der islamistischen Taliban in Afghanistan soll sich der Verteidigungsausschuss des Bundestags noch diese Woche zu einer Sondersitzung treffen. Die Obleute des Gremiums seien sich einig, dass dies vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen und des Evakuierungseinsatzes der Bundeswehr zeitnah notwendig sei, heißt es in einem Schreiben des Vorsitzenden Wolfgang Hellmich (SPD) an Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU).

EU-Außenminister beraten bei Sonderkonferenz über Afghanistan

Auch die Außenminister der EU-Länder kommen angesichts der faktischen Machtübernahme der Taliban in Afghanistan am Dienstagnachmittag zu einer außerordentlichen Videokonferenz zusammen. Das kündigte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Montag auf Twitter an.

 

Die Ministerinnen und Ministerinnen sollen demnach eine erste Bewertung der Lage vornehmen. „Afghanistan steht an einem Scheideweg“, schrieb Borrell zudem. Die Sicherheit und das Wohlergehen der Afghaninnen und Afghanen sowie die internationale Sicherheit stünden auf dem Spiel. dpa/Cicero

Enka Hein | Mo, 16. August 2021 - 18:07

...sagt Strobl. Strobl????.
Wer? Ach der Schwiegersohn von..egal. Ein Provinzpolitiker und Klatschhase für 12 min im Merkelrausch.
Achtung Satire:
Schickt doch unsere Genderschwadron, angeführt von C.Roth. Mit KGE AKK usw. Natürlich Anna Lena und Roobärt.
Sofortige Verlegung der Genderlehrstühle nach Kabul. Damit zwingen wir die Taliban in die Knie.
Satire Off.
Dieser politische Dilettantenstadl in D ist nur noch im Suff zu ertragen.
Ähnliche Verhältnisse wie in Kabul erwarte ich in Berlin ab September.
D 2021: Wer Geld hat haut ab. Wer keins hat kommt her.

Das schöne bei ihnen ist, dass sie viel - viel mit Humor nehmen, was mir von Tag zu Tag immer schwerer fällt.
Habe aber neuerdings manchmal so eine unchristliche Wut in meinem Bauch, dass ich Rambo, Herkules & Transformer in einer Person werden könnte.
Deshalb setze ich jetzt noch einen drauf.
Alle die, die damals im Bundestag für diesen Einsatz zugestimmt haben, für 7 Jahre nach Kabul, damit sie das Lernen lernen.
Es schafft sich nicht nur Deutschland ab, sondern die ganze westliche Welt.
Das schlimmste nur daran, dass wie immer die, die das Übel vorbereiten & verbreiten, in exklusiven Rettungsbooten sitzen & als feine Pinkel bei Sekt & Kaviar sich genüsslich das Treiben begutachten.
Ach, & Frau Hein. Die, die wirklich Knete haben, wo Geld nur noch Zahlen mit vielen Nullen vor dem Komma sind, haben schon lange ihr Domizil außerhalb Europas verlegt. Und wie bei Füchsen üblich, Ausgänge auf allen Kontinenten dieser Welt (& sicherlich bis ins Labor von Wuhan)für den Fall der Fälle 🧐🥳

Hanno Woitek | Mo, 16. August 2021 - 18:07

krakeelenoohne Sinn und Verstand Kritik durch die Gegend - Wahlkampf Getöse!!!! - sie sollten sich vorher schlau machen über Abläufe und Informationsflüsse über die aktuelle Lage. Damit spielen sie den sich auch bei uns befindenden islamistischen Schwachköpfen in die Hände.Soviel zur Verantwortung auch der Oppositionspolitiker

Rob Schuberth | Mo, 16. August 2021 - 18:09

Sorry, aber die Headline übertreibt doch reichlich.

Wir sind in der Endphase des Wahlkampfs und daher versucht nun nicht nur die Opposition, die das eh immer macht, sich an der Regierung abzuarbeiten, sondern auch die beiden Koalitionäre machen das.

Das ist doch normal.

M. E. haben sich alle verschätzt, resp. die Lage, wie es sein würde sobald die Armee aus Afghanistan raus sein würde, falsch eingeschätzt.

Alle, auch die USA waren bräsig und in ihrem ideologischen Verzücken ("was haben wir nicht alles tolles geschafft") total blind für die Realität.

Die Taliban waren schon längst außerhalb der Städte wieder fest im Sattel.

An die Opposition:
Ihr wart es die mehrfach unterstützende Einsätze in Afg. im B-Tag verweigert habt.

Also haltet jetzt mal ganz schnell eure vorlaute Klaxxx.

der BT hat dem Einsatz der BW immer wieder freudig zugestimmt (war ja auch weit weg!). Der Einsatz zur Verteidigung unserer Freiheit am Hindukusch war von Anfang an eine Lüge und ein großer Fehler. Nichtsdestotrotz wurde er Lemmingen gleich fortgesetzt. Bis der große Bruder beschlossen hat, nicht mehr weiter zu spielen. Schon dem ersten Einsatz hätte nicht zugestimmt werden dürfen. Das hätte aber seriöse Volksvertreter vorausgesetzt. Die hatten wir schon damals nicht mehr.

... dass in dem großen Jet der BW nur 7(!) der eigentlich(!) zu Holenden saßen ... kann man sich ausrechnen, wie lange das ganze Procedere dauern* wird ... oder soll man besser sagen "würde" :(
*) mir tun v.a. die SoldatInnen leid, die momentan ihren Kopf hinhalten müssen, wo vorher manche PolitikerInnen einfach nicht in der Lage waren, ihren selbigen anzustrengen...

... werter Herr Latell.
Mir ist nat. klar, dass die GroKo, dank ihrer Mehrheit, weitere Einsätze in A. durchgesetzt hat.

Es gab, ich finde jetzt leider die Quelle nicht mehr, aber auch sogn. Hilfseinsätze (gezielte Einsätze um den Menschen dort gezielt helfen zu können) und die wurden eben von der Opposition AUCH abgelehnt.
Man hat, quasi aus Prinzip, den Menschen dort weitere Hilfen versagt.

Mit meinem letzten Satz zielte ich auf Grüne u. Linke Politiker die nun ja am lautesten die Reg. kritisieren.
Das finde ich heuchlerisch.

Das wir nie etwas in Afghanistan zu suchen hatten habe ich hier ja schon mehrfach geschrieben.

Hanno Woitek | Mo, 16. August 2021 - 18:10

scheint so überintelligent zu sein, dass sie nicht einmal weis, dass ihre Parteigenossin als Verteidigungsministerin mit verantwortlich ist für ein mögliches Vergeigen

Ingofrank | Mo, 16. August 2021 - 18:26

Obwohl man es hätte wissen müssen, die Karten unter Verschluss zu halten.

Hatte nicht die damalige UdSSR, sich nach jahrelangen Kämpfen in Afghanistan, eine blutige Nase geholt? Alle Vorwarnungen und Erfahrungen mit einem Krieg, dort in diesem Land, wurden leichtfertig, strotzend vor Arroganz, in den Wind geschlagen.
Wenn die afghanische Bevölkerung mehrheitlich die Taliban akzeptieren, kann man das gut oder schlecht finden. Mehr aber auch nicht. Gerade unserer jüngsten Geschichte folgend haben deutsch Soldaten nichts aber auch gar nichts außerhalb unseres Hoheitsgebiets zu suchen.
Die, die Gefallenen in Afghanistan zu verantworten haben sind vor Gericht zu stellen und abzuurteilen.
Wer denkt jetzt an den sinnlosen Tod unserer Soldaten? Was ist mit denen, die ihre Söhne, Männer, Väter … verloren haben.
Wer gibt uns das Recht,mit dieser moralischen Überheblichkeit, einem anderen Staat unser „System“ überzustülpen?

Mit vielen Grüßen aus der Erfurter Republik

PHILIPP KEMLER | Mo, 16. August 2021 - 20:37

WIR WOLLEN KEINE FLÜCHTLINGE MEHR......KEIN LAND DER WELT WILL DIESE LEUTE.

die Deutschland gedient haben! Zumeist gut ausgebildet.

Aber der Patriotismus scheint bei vielen Rechten an der Hautfarbe zu enden.
Das ist natürlich kein Rassismus, Gott bewahre.

Ja, Herr Elvers das stimmt schon.
Verstehen Sie mich nicht falsch, aber ich habe vor nicht all zu langer Zeit eine Dokumentation im TV gesehen, dass u.a. Französinnen zeigte die mir den deutschen Besatzern zusammenarbeiteten, Liebesverhältnisse zu Soldaten +
Offizieren u.ä. hatten. Denen wurden die Haare geschoren, angespuckt, verprügelt vergewaltigt, getötet? usw. und öffentlich durch Paris gekarrt.
Es liegt mir vollkommen fern, Hitlers Armee mit der Bundeswehr zu vergleichen.Jedoch, beide Armeen hatten ein Gemeinsames Ziel. Ihr Einflussgebiet
zu erweitern. Da hilft auch keine nette Umschreibung wie Freiheit a. Hindukusch.
Verteidigen. Und kooperiert man mit „Besatzern“, birgt das nicht auch ein Risiko wenn die „Besatzer“ verjagt werden? Oder, mehr oder weniger freiwillig, das Land verlassen. Ein Sprichwort dazu: wenn zwei das gleiche tun, ist es noch lange nicht das Selbe. Oder?

Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

jetzt enttäuschen Sie mich aber. Die BW hat ja wohl kaum Juden aufgespürt, deportiert und grausam ermordet. Und wohl auch niemanden in ihren Folterkellern zu Tode gequält, wie unter Klaus Barby. Die Resistance hat Kollaborateure, meist Frauen, in der Tat gedemütigt und gequält, was übrigens später auch teiweise bestraft wurde.

https://www.youtube.com/watch?v=g0Y_vr_GlT4

Dennoch kann man ja wohl kaum argumentieren, die Bediensteten Deutschlands kannten das Risiko und sollen ruhig sterben.

Derart entmenschte Kreaturen, wie Taliban oder Nazis, dürfen niemals ungestraft ihr Unwesen treiben. Ihr Vergleich ist leider vollkommen daneben.

Albert Schultheis | Mo, 16. August 2021 - 20:59

"Zugleich warnte Kramp-Karrenbauer indirekt vor einer parteipolitischen Instrumentalisierung der Lage in Afghanistan". - Wann, wenn nicht jetzt - nach wiederholtem Totalversagen der Regierung Merkel - wäre es denn bitteschön Zeit für eine fundamentale parteipolitische Instrumentalisierung des Desasters? Diese Regierung Merkel ist einfach auf ganzer Linie unfähig und eine Gefahr - nicht nur für die Menschen in Afghanistan, sondern für Deutschland und seine Bürger. Das müsste jetzt geschehen: sofortiger Rücktritt der gesamten Regierungsfrauschaft und deren Ersatz durch ein Führungsgremium der kompetentesten Köpfe der Bundeswehr, der Wirtschaft und des Rechts - ohne Ansehen ihrer Parteizugehörigkeit. Diese sollten die notwendigen Maßnahmen in die Wege leiten, die jetzt am dringlichsten sind. Im Oktober wird dann neu gewählt. Bis dahin hat der deutsche Michel hoffentlich begriffen, dass ihm Corona-Hetze, Klima-Panik und forcierter Bevölkerungsumbau die Grundlagen seiner Existenz zerstören!

Stefan Kreppel | Mo, 16. August 2021 - 21:32

Wer zu Corona keine andere Antwort als"Lockdown" kennt, kann zu schwierigen Fragen natürlich keine brauchbare Lösung finden.

Walter Bühler | Mo, 16. August 2021 - 22:09

Witzig! Dieselben, die für den deutschen Anteil am Schicksal Afghanistans verantwortlich sind, opfern ein paar Ferientage bzw. Wahlkampfauftritte, um die Folgen ihrer miesen Politik zu begrenzen?

Es ist dabei jetzt schon klar, was raus kommt: Sie, die Volksvertreter, sind für nichts verantwortlich. Irgendwelche anderen sind an allem schuld. Darauf wird sich die Mehrheit einigen.

Hinterher gehen sie zufrieden wieder in die Ferien und ein paar sogar auch in den Kampf, allerdings wohl kaum in Afghanistan, sondern in den weit ungefährlicheren Wahlkampf.

Dort empfehlen sie sich dem Volke wieder als die einzigen, die die künftigen Probleme dieser Welt lösen könnten - als wäre nichts geschehen.

Olga Leube | Di, 17. August 2021 - 00:18

Es ist schon erstaunlich wie die Politiker sich jedes Mal aus der Affäre ziehen wollen.
Aber ich bin, diesbezüglich, nicht überrascht. Überrascht sind die Politiker, die ihre Köpfe … nun nicht benutzen wollen…? Das in Afghanistan so kommen wird, war doch abzusehen. Eins + eins sind zwei… Aber nicht im Deutschen Bundestag. Da sind die Ergebnisse anders: Vielleicht drei oder vier…
Die Aussage: Wir müssen uns auf die Amerikaner verlassen. Was bedeutet das? Was haben wir davon? Sollen wir uns doch nicht lieber auf uns und unsere Menschen verlassen? Die Ungeimpften ausgenommen………!
Ich habe es so satt von solchen Menschen regiert zu werden….
Die Wahl steht an. Übrigens nicht im Oktober. Schon im September. Ja nicht verpassen.
Viele Grüße aus der Republik der SELBSTDENKENDEN

Christoph Kuhlmann | Di, 17. August 2021 - 07:51

von zigtausend Afghanen fordert, wird je nach Wählerschaft Stimmen verlieren. Teilweise an die AfD. Insofern haben Parteien gehofft, dass die Taliban erst nach der Wahl Kabul einnehmen. Nun müssen Sie die Aufnahme fordern und hoffen, dass die Taliban die Grenzen geschlossen halten. Ich bin mir sicher, dass die nächsten Umfragen steigende Werte für die AFD und sinkende Werte für die Befürworter von Flüchtlingskontingenten ergeben werden. Zumal die Bürger 2015 erlebt haben, dass aus 10 000 schnell Millionen werden.

helmut armbruster | Di, 17. August 2021 - 08:44

liche Militär mit diesen Taliban nicht fertig geworden ist.
Bei der Bundeswehr gibt es Soldatinnen (was für ein schreckliches Wort!) und Soldaten. Bei der US-Army und allen anderen am Afghanistaneinsatz beteiligten Armeen ebenfalls.
Ich habe aber noch nirgends gelesen, dass es
TALIBANINNEN gibt!!
Ein Schelm, wer sich jetzt Böses dabei denkt.

Armin Latell | Di, 17. August 2021 - 08:48

An welchem Scheideweg? Den hat man Afghanistan gehen lassen, als das Militär
abgezogen wurde. Die weitere Entwicklung dort ist jetzt vorgegeben, da braucht es solche hohlen Phrasen nicht mehr. Jetzt soll wieder einmal ein totes Pferd geritten werden und man überlegt, wie man das am Besten macht. Plötzlich melden sich alle Ahnungslosen der Politik mit möchtegerne schlauen Äußerungen öffentlichkeitswirksam zu Wort. Dass Klöckner wegen Versagens auf Maas zeigt, ist hochgradig peinlich. Der Bundeskanzler bestimmt die Richtlinien der Politik. Diese Funktion ist von der cdu besetzt. Aber bald sind ja Wahlen. "Merkel macht deutlich, wie wichtig die gerade(!) angelaufene Aktion zur Rettung von dt. Staatsangehörigen sei". Das macht fassungslos! Das unglaubliche Versagen dieser Politamateure kann man eigentlich überhaupt nicht mehr in Worte fassen.

Ernst-Günther Konrad | Di, 17. August 2021 - 10:14

Wir hatten und haben dort nie etwas zu suchen gehabt. Nein, nicht vier Monate hatte man Zeit, sondern 20 Jahre. Mit dem Eintreten ins Land Afghanistan, hätten bereits etliche Vorbereitungen getroffen gehört, sich ggfls., wann auch immer wieder zurückzuziehen. Es gab nie Ausstiegs- oder Rückzugsüberlegungen. Die Amis haben ja alles gemacht und wir helfen ja nur ein bisschen. Aha. Listen werden vor Ort geführt. Hoffentlich fallen die nicht den Taliban in die Hände. Zwanzig Jahre und kein bisschen Weise. Für diesen Super Gau hätte schon längst mit den Nachbarländern Flucht Konzepte entwickelt gehört. Jetzt wird alles zerredet, jeder schiebt dem anderen die Schuld zu. Aha. Man soll das politisch nicht instrumentalisieren. Mit anderen Worten, keine Kritik äußern, warten bis nach den Wahlen, besser noch Spendenkonto für die Flüchtlinge einrichten und die Klappe halten. Es werden Rücktrittsforderungen laut. Erst jetzt? Diese Regierung hätte schon 2013, spätestens ab 2015 ausgetauscht gehört.

Wir hatten in Afghanistan und all jenen Ländern Afrikas, die sich westlicher Aufmerksamkeit erfreuen, nichts zu suchen? Eines zweifellos nicht: Demokratie. Frauenrechte sind nichts weiter als das hübsche Deckmäntelchen für die ultrasensiblen Weibchen und sonstigen Geschlechter des Westens. Es geht in all jenen mit Waffengewalt betreuten Ländern nur um eines: Die Rohstoffe, die der Westen für all seine high- tech Maschinen braucht. Ohne diese Rohstoffe kollabiert der Westen. Das sind die Fakten, nichts sonst. Erstaunlicherweise schreibt niemand darüber. Nur Demokratie- bla bla... Afghanistan und Afrika sind nun in den Händen der Russen und Chinesen: Beide haben noch viele offene Rechnungen mit uns. Man erinnere sich bitte nur an den Opiumkrieg. Hören wir also auf zu jammern und stellen uns auf das ein, was jetzt unvermeidlich kommt: Wir sind niemandem mehr überlegen mit all unserer high tech - China nimmt die Rohstoffe und hier werden die Menschen hungern. Geschichte rächt sich immer

Gerhard Lenz | Di, 17. August 2021 - 10:19

wie grotesk im Nachhinein die Einschätzungen der NATO-Staaten erscheinen. Wenn sie denn ehrlich gemeint waren - der Verdacht liegt nahe, dass ein paar Beschwichtigungen helfen sollten, mögliche kritische Fragen über den angekündigten Abzug im Keim zu ersticken.
Gleichwohl scheint die Überraschung, wie schnell die Taliban Kabul unter Kontrolle gebracht haben, echt zu sein.
Die Folge ist ein unbeschreibliches Chaos, das in der Tat an die Flucht von US-Bürgern aus Südvietnam erinnert.
Und den verwöhnten Wohlstandsbürgern, die jetzt wieder fleissig über Menschenrechtsverletungen in Afghanistan lamentieren wird, hoffentlich ein paar Bilder von verzweifelten Menschen, die den Tod fürchten und das Land verlassen wollen. ins verwöhnte Hirn brennen wird.
Immerhin: Selbst ein Gauland meint, man müsse wenigstens jene Ortskräfte, die für deutsche Truppen oder Behörden gearbeitet haben, Aufnahme gewähren - während Weidel das Recht auf Asyl ganz aussetzen möchte.
Höcht inhuman, aber wie gewohnt.

Ich mal wieder!

Werter Herr Lenz, Ihre Postings zur aktuellen Lage in Afghanistan sind mMn wirklich gut.
Keine/kaum AfD?
Schwamm drüber - es ist eben mal ne Atempause für ein in der Tat schrilles Thema, nicht wahr?

Wissen Sie, das Auswärtige Amt, das Verteidigungsministerium und natürlich das Kanzleramt verfügen über bessere Informationen als wir ciceronischen Poster.
Jedoch sind sie wohl nicht in der Lage, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Es wird aktuell viel geschrieben (auch "abgeschrieben"), deswegen wars das schon.

Schönen abend ...

Eines noch:
Sicherlich kennen Sie den Film "Good Morning Vietnam" mit Robin Williams.
Nein, in Kabul gab, gibt es keinen Radioreporter welcher auf dem Tisch steht, stand...

Als er sein Leben selbst beendete (2014) schaute ich mir sogar neugierig die Tagesthemen an:
Robin Williams war das making-off und siehe da, Caren Miosga stand auf dem Tisch!

... (wenn sie wollen und dürfen, können sie auch, gell ... also das ÖRTV!)

Bis dann!

W.D. Hohe | Di, 17. August 2021 - 13:20

die Lage falsch eingeschätzt !!
Der - selbst ernannte Klassenprimus rechtfertigt seine Wissenslücken sich mit Hinweis auf ebensolche der Mitschüler.
Habe angesichts dessen erst mal die > Satire: "Deutschlandflagge" vom Dach geholt und in Frau Merkel`s Mülleimer geworfen .-
>> in Erinnerung jener Szene mit Merkel/Altmaier/Schule/Kinder
Ernüchternd