Mann zwischen zwei Stühlen
Der legitime Platz der Liberalen ist zwischen allen Stühlen / picture-alliance / Chromorange / Malo-Image

Liberalismuskritik - Schluss mit diesen Verortungsdebatten!

Seit meine Kandidatur für den FDP-Vorsitz bekannt ist, arbeiten sich Linke und Rechte an mir ab. Die damit verbundenen Metadiskussionen sind mir im Prinzip egal. Aber sie lenken vom Kern der eigentlichen Probleme ab und blockieren die Debatte.

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Autoreninfo

Wolfgang Kubicki ist stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender und war Bundestagsvizepräsident. (Foto: dpa)

So erreichen Sie Wolfgang Kubicki:

Unser Land steht vor enormen wirtschaftspolitischen Problemen, damit eng verwoben sind beispiellose außenpolitische Herausforderungen. Angesichts des Ernstes der Lage habe ich eigentlich wenig Neigung, mich an einer Links-rechts-Metadebatte zu beteiligen. Aber das wäre falsch, denn die Art und Weise, wie wir diese Debatte führen, ist nicht nur unterkomplex, sondern längst lähmend geworden für alle sachpolitischen Problemstellungen, die wir zu lösen haben. Ich kann schon deswegen nicht dazu schweigen, weil die destruktive Kraft dieser Diskussion sich derzeit auch besonders eifrig an meiner Kandidatur für den Bundesvorsitz der FDP zeigt.

Exemplarisch dafür steht ein Besuch der Spiegel-Redakteure Gathmann und Hickmann, den ich in der vergangenen Woche in Berlin hatte. Bemerkenswert auch deshalb, weil sie sich in ihrem Interview mit mir an einer Feststellung aufhängten, die schon vorher in ihrem Medium publiziert wurde: Ich sei nach rechts gerückt, wegen meiner „Klage, die Meinungsfreiheit in Deutschland sei eingeschränkt“. Das sei „eine zentrale Behauptung von Rechtspopulisten weltweit, um die Debatte in ihre Richtung zu verschieben“. Diese sportliche Herleitung hat viele irritiert. Aber gehen wir dieser Erzählung einmal auf den Grund.

Einsatz für Bürger- und Grundrechte

Den weit überwiegenden Teil meines politischen Lebens galt ich als sozial- bzw. linksliberal. Wie kam das? Linksliberal – das bedeutete den Einsatz für Bürger- und Grundrechte, insbesondere für die Meinungs- und Pressefreiheit. Linksliberal war die Verteidigung der individuellen Freiheit und der Menschenwürde. Linksliberal – das war der Kampf für das Recht auf Bildung. Und linksliberal war der Kampf für sozialen Aufstieg und das Bekenntnis zur sozialen Absicherung für diejenigen, die unsere Hilfe wirklich brauchen.

Bürgerrechte, Menschenwürde, Bildung, sozialer Aufstieg: Das sind und waren zentrale Antriebe meiner politischen Arbeit. Auch als die Corona-Pandemie über uns kam, stellte ich genau diese Werte in den Mittelpunkt, denn sie standen unter Druck wie noch nie zuvor in meinem politischen Leben. Ich habe mich scharf dagegen gewendet, dass die Begründung von Grundrechtseingriffen immer schlechter und oberflächlicher wurde, je härter die Eingriffe wurden. Ich habe diejenigen angegriffen, die öffentlich sagten, der Rechtsstaat behindere die effektive Pandemiebekämpfung. Ich habe mich gegen alle gewendet, die die Menschenwürdegarantie für diejenigen zur Disposition gestellt haben, die sich gegen eine Impfung entschieden haben („Blinddarm der Gesellschaft“). Ich habe Falschinformationen staatlicher Stellen herausgearbeitet und angeprangert, egal ob die Minister Spahn oder Lauterbach hießen.

Den sehr verdienstvollen Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages habe ich mit meinen vielen Anfragen fast zum Wahnsinn gebracht, weil es galt, den Dingen auf den Grund zu gehen. Ich war tief besorgt über das, was mir aus den Kinder- und Jugendpsychiatrien aus jener Zeit berichtet wurde, und habe das auch immer wieder öffentlich gesagt. Ich habe die Schäden in den Bildungsbiografien junger Menschen immer wieder benannt und fand es stets unerträglich, dass eine Gesellschaft, die sich sozial nennt, ihre Alten und Schwachen in Einsamkeit und Anonymität hat sterben lassen. Und schließlich habe ich das getan, was man mit irrwitzigen Regelungen wie dem Sitzverbot auf Parkbänken macht: Ich habe sie gnadenlos verhöhnt.

Der allgemeinen Impfpflicht den Stecker gezogen

Als ich mit dem weit überwiegenden Teil der FDP-Fraktion und unerschrockenen Mitstreitern von CDU, Grünen und Linken der allgemeinen Impfpflicht endgültig den Stecker zog, war ich für viele der schreibenden Zunft endgültig zum „Rechten“ geworden. Was sich unter anderem daran zeigen sollte, dass während meiner Bundestagsreden zur Impfpflicht auch die AfD immer besonders eifrig geklatscht habe. Und an dieser Stelle ist dann tatsächlich ein unterirdisches Niveau des Diskurses erreicht, über das sich eigentlich nicht weiter zu schreiben lohnt.

Dummerweise ist dieses Niveau zu einer Art publizistischem und politischem Standard geworden. Wir reden nicht mehr über Inhalte, geschweige denn über Werte wie die linksliberalen Werte, die ich zu Beginn zitierte. Wir reden stattdessen über Symbole, Begriffe und Gefühligkeiten. Wer hat wann wo geklatscht, wer fordert etwas, was die AfD so oder so ähnlich auch schon einmal gefordert hat. Es ist wirklich ermüdend. Entweder man hat seine Prinzipien und steht fest zu ihnen, oder man lässt es. Was andere Parteien dazu sagen, ist erst einmal wirklich komplett egal.

Aus irgendeinem mir nicht erklärlichen Grund merken exponierte Vertreter des politischen und publizistischen Raums gar nicht mehr, welche enorme diskursive Macht sie der AfD zubilligen. Sie ist sozusagen das Eichmaß, nach dem sich alle anderen auszujustieren haben. Ich halte das für dumm und gefährlich. Die AfD wird so nur immer größer und muss sich immer weniger anstrengen. Viele wählen die Partei aus einem antiautoritären und staatskritischen Reflex, offensichtlich ignorierend oder hinnehmend, dass die Partei selbst für den „starken Staat“ steht. Mit diesen Phänomenen muss man sich doch einmal strategisch auseinandersetzen und überlegen, wie die eigentlich staatskritischere liberale Partei hier wieder Vertrauen aufbauen kann.

Keine Distanz- oder Nähediskussionen

Und damit sind wir abschließend bei der Frage, welchen Raum die FDP für sich beanspruchen soll: links, rechts, Mitte, vorne, hinten oder darüber? Die Antwort ist ganz einfach: Die FDP muss den Raum für sich beanspruchen, den sie Jahrzehnte in dieser Republik ausgefüllt hat. Nicht rechts oder links von irgendjemand anderem, sondern ganz bei sich selbst. Das wird nicht gelingen, wenn sie sich auf Distanz- oder Nähediskussionen einlässt. Im Prinzip ist mir jeder Wähler der FDP gleich recht – egal, ob er vorher die Linkspartei, die AfD oder die Tierschutzpartei gewählt hat. Diese Wähler zu begrüßen, heißt nicht, in irgendwelche Räume vorzustoßen. Ist die AfD in den Raum zwischen SPD und Union vorgedrungen, als sie einen Großteil der ehemals sozialdemokratisch wählenden Arbeiter eingesammelt hat? Finden wir uns mit 20plus Prozent für die AfD jetzt für immer ab? Das ist doch alles albern. Auch der materiell ordentlich situierte Facharbeiter, der lange grün gewählt hat und merkt, dass Deindustrialisierung keine schöne Lebensperspektive für ihn ist, wird bei der FDP fündig werden, wenn sie ihr Angebot klar und deutlich genug artikuliert.

Es gibt das schöne Zitat von Gräfin Dönhoff, wonach der legitime Platz des Liberalen zwischen allen Stühlen ist. Und es stimmt, aber ich wundere mich, dass es meistens nur unvollständig zitiert wird. Denn es geht weiter, dass es den Liberalen „nicht kümmern“ dürfe, „wenn er von allen Seiten beschimpft wird. Wer stark genug ist, den Vorwurf der Linken zu ertragen und vor der Rechten nicht in die Knie zu gehen, der kann auch der Zukunft getrost entgegensehen – selbst wenn der Liberalismus immer wieder totgesagt wird.“

Deutungsmacht für die AfD beenden

Seit meine Kandidatur bekanntgegeben ist, arbeiten sich vorzugsweise Linke und Rechte in den sozialen Medien an meiner Person ab. Einige AfDler und Grüne scheinen sich regelrecht Benachrichtigungen schicken zu lassen, wenn ich etwas poste. Gut so, ich nehme das als Ermutigung. Ihr werdet bald sehr viel zu tun haben. Die darum herum schwirrenden Metadebatten sind mir im Übrigen egal. Sie lenken uns vom Kern der eigentlichen Probleme ab, schieben der AfD eine hohe Deutungs- und Lenkungsmacht zu, blockieren die Debatte an der entscheidenden inhaltlichen Stelle und vereiteln letztlich auch die Lösung von Problemen. Das scheint vielen zu gefallen, aber damit muss Schluss sein.

Eine FDP, die erfolgreich sein wird, wird sich nicht darauf einlassen können, bei diesen Verortungsdebatten mitzuwirken. Sie wird aber immer selbstbewusst aufzeigen und schon beim Problem sein und es lösen, bevor andere uns warnen, uns dorthin zu begeben.

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Thomas Veit | Sa., 25. April 2026 - 09:40

"Entweder man hat seine Prinzipien und steht fest zu ihnen, oder man lässt es." !!! - das war auch mit der FDP allerdings nicht immer so... - NICHT auf Sie persönlich bezogen, sehr geehrter Herr Kubicki.

Der (potentielle) Wähler muss aber die 'neue FDP' als Partei wählen können und nicht 'nur' einen Herrn Kubicki...

Trotzdem eine gute Analyse des Haltungs-Mefienbetriebs, Ihr Beitrag.

Nun, ich bin kein Fan der AfD und sehe seit Merkel diese Partei als politische Notwehr an, da ich die Aufgabe der konservativen Wurzeln und den damit verbundenen Linksruck weder verstehen noch akzeptieren konnte und kann. Geschweige den damit verbundenen Linksruck. Sorry ich plappere nichts ncch, das ist meine ehrliche Überzeugung.
Als Merz die pol. Bühne wieder betrat, dachte ich wie viele heimatlos gewordene CDU Anhöner, endlich, endlich jemand der die CDU wider vom Kopf auf die Füße stellt. Sein Stehvermögen zum Parteivorsitzenden beeindruckte mich ebenso wie zum Kanzlerkandidaten.
Eine für mich Umkehr, leitete sein Verhalten nach der gemeinsamen Abstimmung mit der AfD ein, als er das erste Mal medienwirksam umgefallen ist, Die Schuldenaufnahme, das damit verbundene Kungeln mit Grün & Links,
bestätige meine Ahnung das „Das“ nichts wird mit der Erneuerung !
Und genau diesen Werdegang befürchte ich bei Kubicki .Flotte Sprüche ..,,,, Aber wenn’s ans Eingeweckte geht ?
MfG a d E.R.

doch mal, angesichts des Status Quo, welcher wie Sie richtig schreiben letztendlich wesentlich von der enttäuschenden Merz-CDU mitgetragen wird...?

Was gibt es für (realistische) Alternativen, vom aktuellen Zahlenwerk ausgehend bis Sep. 2029?

Im Übrigen wird sich bis 2029 die 'neue Kubicki-FDP' entweder bekennen - also 'springen'... - oder eben nicht... >> Dann erst wird das Kreuzchen ja wirklich fällig... ... 🤔

Für mich heißt diese Zeitschiene eindeutig: JETZT! die 'neue FDP' unterstützen, Kubicki eine Chance geben... ... 🤔

Nun, ich bin kein Fan der AfD und sehe seit Merkel diese Partei als politische Notwehr an, da ich die Aufgabe der konservativen Wurzeln und den damit verbundenen Linksruck weder verstehen noch akzeptieren konnte und kann. Geschweige den damit verbundenen Linksruck. Sorry ich plappere nichts ncch, das ist meine ehrliche Überzeugung.
Als Merz die pol. Bühne wieder betrat, dachte ich wie viele heimatlos gewordene CDU Anhöner, endlich, endlich jemand der die CDU wider vom Kopf auf die Füße stellt. Sein Stehvermögen zum Parteivorsitzenden beeindruckte mich ebenso wie zum Kanzlerkandidaten.
Eine für mich Umkehr, leitete sein Verhalten nach der gemeinsamen Abstimmung mit der AfD ein, als er das erste Mal medienwirksam umgefallen ist, Die Schuldenaufnahme, das damit verbundene Kungeln mit Grün & Links,
bestätige meine Ahnung das „Das“ nichts wird mit der Erneuerung !
Und genau diesen Werdegang befürchte ich bei Kubicki .Flotte Sprüche ..,,,, Aber wenn’s ans Eingeweckte geht ?
MfG a d E.R

Walter Buehler | Sa., 25. April 2026 - 09:50

... sind mir sympathisch, aber ich glaube nicht mehr, dass wir im hohen Alter das wieder gut machen können, was früher zu gründlich verbockt worden ist.
---
Schon viel zu lange verdanken zu viele Journalisten ihre berufliche Position gewissen Netzwerken und nicht mehr ihrer fachlichen Qualifikation.

Als "calumniators" verletzen sie - auf Kommando ihrer politischen Mäzene systematisch ihre Berufsethik. Längst fallen sie routinemäßig vor "guten" Geheimdiensten und vor "guten" Führergestalten (wie Mao, Biden, Greta, Robert, ...) auf die Knie und schalten ihren restlichen Verstand aus.

Das gilt in besonderer Weise für den ÖRR und für den Spiegel: "Dummerweise ist dieses Niveau zu einer Art publizistischem und politischem Standard geworden." Das stimmt, und dazu verleihen sie sich gegenseitig Grimme-Preise und Bundesverdienst-Kreuze.

Dieser "Journalismus" verursacht die schwere Krise der Demokratie, im fatalen Wechselspiel mit der Negativauswahl der Politiker aus den Parteien.

"im hohen Alter das wieder gut machen ..., was früher zu gründlich verbockt worden ist." -- kommt immer auf die Größe der Not an -mMn- ob man sich 'im hohen Alter' noch einmal ändert... ...!??

Tendenziell natürlich eher nicht.

hanno Woitek | Sa., 25. April 2026 - 09:57

Sie haben ja so Recht. Warum kam das nicht eher und Sie haben die FDP den Phrasen-Clowns Um Lindner und der Krieger-Drohne Strack-Zimmermann überlassen?

Dirk Nowotsch | Sa., 25. April 2026 - 10:44

...ihre heutigen Einlassungen sehe ich als Kotau gegenüber der "Einheitspartei Deutschlands". Sie teilen dem Wähler ganz klar mit: "Mit mir und der FDP geht es genauso weiter wie Immer!". Natürlich noch verwoben mit ein wenig Lobby- und Klientelpolitik! Bei Merz hat ja die komplette Ambitionslosigkeit zu Änderungen und WAHREN Reformen, sowie der Unterwürfigkeit unter Rotrotgrün zum Wahlerfolg geführt! Nur hat die FDP nicht die selbe Ausgangslage! Die Wahllämmer sind schon immer nur zwischen Pest und Cholera hin und her gependelt! Das der Lindner mit dabei war, lag nur daran, dass Merkels CDU/CSU völlig abgewählt wurde und einige trotzdem nicht Rotgrün wählen wollten! Lindner hat den Job dann auch so mies und scharmlos gemacht, dass die FDP nicht mehr wählbar ist! Nichts hat er für die Menschen dieses Landes getan, einzig der superreichen Klientel der FDP sah er sich verpflichtet und seinem Ego! Nun ja, mit diesem Erbe... wir werden sehen! Für mich bietet die FDP zu wenig Lösungen an!

Thomas Veit | Sa., 25. April 2026 - 11:13

"Mit mir und der FDP geht es genauso weiter wie Immer!" -- Sorry, Herr Nowotsch, DAS kann ich gerade nicht nachvollziehen bzw. diesem Artikel entnehmen - Kubicki:

"Eine FDP, die erfolgreich sein wird [Zukunft!], wird sich nicht darauf einlassen können, bei diesen Verortungsdebatten mitzuwirken. Sie wird aber immer selbstbewusst aufzeigen und schon beim Problem sein und es lösen, bevor andere uns warnen, uns dorthin zu begeben." -- das ist doch nicht 'schon immer so' - oder?

Der Schlussatz klingt für mich doch schon wie eine Ankündigung einer pragmatischen und problembezogenen Zusammenarbeit mit ALLEN im BT vertretenen Parteien..., wenn man ihn wohlwollend sacken lässt... 😉

>>> Vielleicht noch mal lesen..., den allerletzten...??☝

...eventuell noch einmal den ganzen Artikel lesen... sacken lassen... dann im Internet nach das "Quadrell" oder wie das Ding hieß (RTL- Sendung zur Wahl mit Merz, Scholz, Weidel, Habeck oder sonst wer von den Grünen schauen), alle Aussagen von Merz aufsaugen. Dann mit den Kernaussagen von Herrn Kubicki vergleichen, eventuell so wie ich feststellen "Oops, die selbe Nummer wie Merz!". Vielleicht auch nicht! Ich sehe von vornherein die selben Festlegungen und Blockaden!

Urban Will | Sa., 25. April 2026 - 11:24

Schon dass Sie es machen, zeugt von dem moralischen Zerfall dieses Landes. Es scheint Ihnen – und das ist gut so – aber egal zu sein, dass Sie im Feuer stehen, doch hätte es Ihnen besser gestanden, gar nicht darauf zu reagieren.
Ich kann nicht erkennen, dass von Seiten der AfD allzu viel Feuer kommt, aber das ist jetzt auch nicht wichtig.
Wenn Sie aber erfolgreich sein wollen, bzw. Ihr Comeback dieses Land wirklich voran bringen soll, dann nur, wenn sie Wähler von der Seite holen, die dieses Land seit Jahren dahin gebracht hat, wo es heute ist: dem wirtschaftlichen und kulturellen Zerfall.
Linksgrün plus die sie hofierende Union waren und sind es, die seit Jahrzehnten regieren. Die Folgen sind desaströs.
Jeder Wähler, der von der AfD zu ihnen kommt, bringt der Sache nichts. Es ist die Union, die weiter zu schwächen ist. Es rumort dort zwar schon leicht, aber noch immer ist man ein Klatschhasenverein.
Sollten Sie Merz 30% seiner Wähler nehmen, dann war Ihr Comeback historisch.

Herbert Schultz-Gora | Sa., 25. April 2026 - 11:28

Westerwelle, Rösler, Bahr und Lindner ihr liberales Profil verlor...?
Jetzt ist es für den alten Mann zu spät... nicht aber für kompetente Menschen jüngeren Alters, wobei die Aufgabe schon wirklich "groß" ist, die FDP wieder wählbar zu machen.
Nebenbei: der Cicero macht sich mit dem Kubicki-Hype lächerlich.

Jens Böhme | Sa., 25. April 2026 - 11:28

Du bist links. Du bist rechts. Du bist grün. Du bist Populist. Du bist ein alter, weißer Mann. Du bist eine Emanze. Du wählst falsch. Du wählst richtig. Du verteidigst die Demokratie. Deine Argumentation schadet meiner Ideologie. Wir retten die Welt, die Gletscher, die Eisbären, die Pandas, das Klima, die Natur. Wir sind nationalistisch.

Markus Michaelis | Sa., 25. April 2026 - 11:43

Ich habe bei Verf.rechtlern (vielleicht Dieter Grimm) gelesen, dass früher, als die (westl.) Gesellschaften noch rechter war, eher die Linken, die Allheiligkeit der Institutionen (auch hoher Gerichte) angezweifelt haben, jetzt hat es sich rumgedreht: ein Hinweis, dass sich die Diskurshoheiten nicht nach rechts verschoben haben, sondern noch eher links sind. Institutionen, wie ein Verf.Ger. sind dann nicht als Korrektiv gedacht, sondern als zusätzlicher dicker Block in der Mauer zur Absicherung der eigenen Weltsicht.

Das ist auch alles ok, jede Sicht kann erstmal zur Wahl gestellt werden. Die dominierende Sicht zieht oft all die Menschen an, die gerne an eine, absolute, feste Wahrheit, den einen, wahren Menschen glauben. Wenn Links dominiert, hat es oft den Beiton, dass man (weltoffen) für die ganze Menschheit spräche - was nett gemeint ist, aber andere Menschen auch unmündig überfährt, oder (als rechts) abwertet, wenn sie partout der "richtigen" Sichtweise nicht zustimmen wollen.

A. Rusch | Sa., 25. April 2026 - 11:44

- das, lieber Herr Kubicki, ist nochmal was ganz anderes, als jetzt klug und richtig zu reden bzw. zu schreiben. Und wenn Sie dann Ihr Ziel erreicht haben und die FDP wieder im Bundestag sitzt, was werden Sie dann tun? Da lassen Ihre Zeilen doch allerhand Interpretationsspielraum. Ihre Partei wird nur dann überleben, wenn sie sich an die alte, aber richtige Aussage ihres ehemaligen Chefs erinnert: lieber nicht regieren, als schlecht regieren. Wer Posten und Pensionszusagen höher gewichtet als das Wohl des Landes, ist fehl am Platz. Nur so haben Sie eine allerletzte Chance. Nutzen Sie sie konsequent.

soistes | Sa., 25. April 2026 - 12:04

Wäre FJS noch unter uns, wir alle hätten zumindest in den Debatten unsere absolute Freude.

Herausforderungen der heutigen Zeit lösen & weiter geht´s. Mehr muss nicht getan werden

Aber unser Land ist MIMIMI. Sollen wir mehr Backe, Backe Kuchen Sandkasten Geschirr zu Verfügung stellen, damit Ihr alle die keine Lösung möchten, beschäftigt seit? Gerne, sehr gerne

Alle anderen kommen vom Machen ins TUN. Danke Wolfgang Kubicki für das TUN! Und Back to the Roots liebe FDP. Dann wird das sehr gut werden.

Und verehrte Cicero Redaktion bleibt der FDP sehr gerne gewogen. Ist verdammt gut so & liest sich auch dementsprechend. Danke

Gerhard Fiedler | Sa., 25. April 2026 - 13:17

Ihr Rechtfertigungsbeitrag war m. E. überflüssig, denn wir kennen Sie ja. Den meisten Ihrer Ansichten kann ich zustimmen, vermisse von Ihnen als Demokrat aber eine klare Absage zur Brandmauer.
Dennoch freue ich mich, Stimmen wie Ihre vermehrt wieder hören zu können. Doch es ist zu wenig, wenn solche in Machtpositionen wieder verstummen oder nicht praktiziert werden. Politik lebt von Kompromissen. Das weiß auch ich. Sie muss aber enden, wenn es ums Grundsätzliche geht. Notfalls muss ausgestiegen werden. Und das habe ich bei Ihnen bisher vermisst, so wie ich es sehe. Das ist schwerer als gesagt. Als ehemaliger Kommunalpolitiker weiß ich das.
Unser politisches System ist schwer erkrankt. Alle Staatsgewalt geht nicht mehr vom Volke aus. Parteien machen sich den Staat zur Beute. Das darf so nicht bleiben und muss dringend geändert werden. Aber wie? Vielleicht auf Schweizer Art?

C. Schnörr | Sa., 25. April 2026 - 13:18

sehr geehrter Herr Kubicki, ist das Gebot der Stunde, korrekt! Denn das Zeitfenster, um in diesem Land das Ruder noch einmal herum zu reißen, wird täglich kleiner. Ihr Verweis auf Frau Dönhoff bringt es auf den Punkt, was aus der ZEIT speziell und aus den "Qualitätsmedien" allgemein geworden ist (siehe auch Kommentar von W. Buehler oben), ganz zu schweigen von dem Relotiusblatt, dass nicht einmal mehr in der Lage ist Interviewfragen zu stellen, ohne dabei ideologisch zu missionieren. Ihr öffentlicher Hinweis, dass der Eierarsch und Oberzauderer nackt dasteht, war Balsam auf meine Seele. Ihnen Gesundheit und eine dicke Haut wider den woken Shitstorm.

Peter William | Sa., 25. April 2026 - 14:28

muss man wohl zugute halten das sie die einzige Partei in der Vergangenheit waren die die AfD als politischen Gegner und nicht als Dämon den es in die Hölle zurück zu befördern gilt behandelt hat. Siehe Kemmerich in Thüringen, unter Lindner hat aber auch die FDP ihren linksautoritären Strömungen freie Hand gelassen und ist antiliberal geworden...

Viel Erfolg das verspielte Vertrauen zurück zu gewinnen, zumindest sind wohl mit FDP und BSW zwei Parteien vorhanden diesen undemokratischen Brandmauer-Affenzirkus und dieses dämliche Links gegen Rechts Spiel wenig bis gar nicht mitxuspielen.

Und ja, wie sie schon schreiben, es gibt sachpolitische Themen zu diskutieren und VIEL wichtiger: endlich rationale Entscheidungen zu treffen die der noch nicht wohlhabenden Generation eine wirtschaftliche Perspektive in Deutschland bietet. Ohne Deindustrialisierung und Energie die nur flatternd ankommt UND dabei ruinös teuer ist!

Theo Lackner | Sa., 25. April 2026 - 19:16

Pendlerpartei, Umfallerpartei, Opportunistenpartei - das war die FDP allzu oft, und nach Kubicki ist das ein Plus, denn zwischen fen Stühlen kann man sich eben in alle Richtungen bücken, gerade wie der Wind weht.

soistes | Sa., 25. April 2026 - 20:05

Antwort auf von Theo Lackner

Der Lack ist ab Theo. Wer stützt den abfallenden Lack ab, wenn das russische Gas weg ist? Wladimir oder XI Peng oder die Rakete aus Nordkorea? Ich habe leider keine passende Antwort.

Angelika Sehnert | So., 26. April 2026 - 10:03

Die Wahlen zum Bundesvorstand der FDP dürften das spannendste Parteiereignis des Jahres werden. Es wird letztlich darüber entschieden,ob die Kräfte sich durchsetzen, die an Aufklärung, Rechtsstaatlichkeit Wissenschaftlichkeit und vor allem bürgerliche Freiheit glauben oder ob die linksgrünsozialen Politkarrieristen die Oberhand behalten. Wer aber deren Positionen für richtig hält, wählt die Originale. Für die ist ein unabhängiger, wertefester und prinzipientreuer Freigeist wie Kubicki ein rotes Tuch. So wie Adler, Teuteberg, Suding oder Schäffler bei vielen in der Partei. Kubicki hat gnädig gewährte Narrenfreiheit.
Es ist die Frage, ob die Partei die disparaten Flügel unter einen Hut bringt.
Letztlich ist die Entscheidung auch ein Seismograph: Haben in diesem Land Eigenverantwortung, Leistungsbereitschaft, Marktwirtschaft und vor allem bürgerliche Freiheit als Grundvoraussetzung,das eigene Leben zu gestalten, überhaupt noch eine Chance?Die CDU fällt da ja mittlerweile komplett aus.

Thomas Veit | So., 26. April 2026 - 10:39

Antwort auf von Angelika Sehnert

"Letztlich ist die Entscheidung auch ein Seismograph..." -- Genau!! Absolut - es geht genau darum... ob unsere politisches System nocheinmal 'die Kurve kriegt' im Sinne einer demokratischen Auflösung der Brandmauer und liberaler Politik überhaupt... 🤔

Klappt das nicht, bedeutet das, dass es über länger an den Rändern noch extremer wird, wir weiter gelähmt in Richtung Allparteien-Regierung(en) und die Auflösung der politischen Blockade irgendwann deutlich mach 2029 wesentlich eruptiver werden wird, als mit einer wirkfähigen 'neuen FDP', welche die CDU letztendlich durch ihre bloße Existenz ZWINGT ihr ZURÜCK IN DIE WAHRE MITTE, also nach liberal-rechts zu folgen.

DAS ist der Rahmen, in welchem wir uns politisch aktuell bewegen... - über den Tellerrand geschaut... ...

[alle FDP-Zweifler:innen bitte mal darüber nachdenken... ... - die Zukunft ist wichtiger als die Vergangenheit☝]

Gerhard Fiedler | So., 26. April 2026 - 20:09

ist die Tatsache, dass allein zu diesem Rechtfertigungsbeitrag von Herrn Kubicki dem Herrn Thomas Veit zwölf Mal vom Cicero die Gelegenheit zu Erwiderungen gegeben wurde. Das weckt mein Misstrauen. Steht Herr Veit dem Magazin Cicero, der Partei FDP oder dem Herrn Kubicki nahe? Das hätte ich dann schon gern gewusst. Oder sind meine Befürchtungen unbegründet? Wenn ja, dann bitte ich um Entschuldigung.