Aufgereihte Soldaten
Der Streit um die Wehrpflicht zeigt: Nicht nur die Linken wollen Deutschland untergehen sehen, auch die Rechten / Abb.: Privat

Leben vor der Brandmauer - Die Farce des unpatriotischen Nationalismus

Durch Brandmauern geschützt kann die AfD Widersprüche aussitzen und einen wütenden Egoismus pflegen. Zwischen nationalistischem Pathos und wahltaktischem Opportunismus inszeniert sie radikale Ablehnung, ohne die Konsequenzen tragen zu müssen.

Bernd Stegemann

Autoreninfo

Bernd Stegemann ist Dramaturg und Professor an der Hochschule für Schauspielkunst (HfS) Ernst Busch. Zuletzt ist von ihm erschienen: „Was vom Glauben bleibt. Wege aus der atheistischen Apokalypse“ bei Klett-Cotta (2024) und „In falschen Händen. Wie grüne Eliten eine ökologische Politik verhindern“ bei Westend (2025).

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Alexander Gauland bezeichnete die AfD einst als „gärigen Haufen“. Dass die Partei noch nicht explodiert ist, liegt an der robusten Umwandung durch die Brandmauer. Sie schweißt die rumorende Truppe zu einer Einheit zusammen, die sie aus sich selbst heraus nicht wäre.

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Stefan | Mi., 18. März 2026 - 14:54

Zitat
"Durch Brandmauern geschützt kann die AfD Widersprüche aussitzen und einen wütenden Egoismus pflegen."
Anstatt selbst nur grottenschlechte Politik abzuliefern und das Schuldengeld obendrein noch zweckentfremden anstatt sinnvoll zu investieren, jammern sie wieder rum und quatschen blödes Zeug von Brandmauern und Verboten.
Wählerbetrug, Veruntreuung von Steuergeld, Vetternwirtschaft.
Damit assoziiert so mancher Bundesbürger heutzutage CDU/CSU und die SPD samt Linken und Grünen.
Der Sozialstaat wird zum Asozialstaat heruntergewirtschaftet und die letzten die mit ihrer Arbeit noch etwas erwirtschaften könnten, hauen entweder ab oder werden geschröpft bis zum geht nicht mehr.
Man könnte überspitzt fast meinen, hier hätten sich Kriminelle das Land zur Beute gemacht.
Erfolge = Null Komma Null.
Und dann ist alles die AfD schuld, die lediglich die Missstände zurecht aufzeigt.
Zu guter Letzt kommen dann hier im Cicero noch solche dramatischen Thesen von ihnen zur Sprache Herr Stegemann. 🫣

Lisa W. | Mi., 18. März 2026 - 14:56

Hoffentlich wird dieser Weckruf gehört. Die AfD ist gerade dabei, sämtliche Chancen zu versrmmeln, die ihr in den Schoss gefallen sind. Selber schuld.

Das ist kein Weckruf, das ist subtile Hetze! Versteckt hinter einer angeblichen Sorge um diese Partei. Ich glaube, dem Herrn Stegemann kein Wort. Nicht eines! Was mischt er sich hier in unsere Parteienhierarchie ein? Er soll sich um das grottenschlechte und todkranke deutsche Theater kümmern, da hätte er genug zu tun. Da herrscht dieselbe Wirrnis wie in der deutschen Politik der Altparteien. Die AfD braucht ihn nicht, den ehrenwerten Herrn Stegemann, auch keine falschen Danaer Ratschläge. Hören Sie nicht auf ihn, liebe Lisa. Er meint es nicht ehrlich.

Es geht nicht darum, wem ich irgend etwas glaube. Das entscheide ich schon noch selbst. Fakt ist, die AfD hat verdammt viele Chancen erhalten, für die sie kaum etwas getan hat. Diese Möglichkeiten sollte sie jetzt nicht verspielen mit Geschrei und Chaos, sondern nutzen. Kann derzeit eigentlich nicht so schwer sein. Und: auch die AfD kann und sollte kritisiert werden dürfen in dieser Kommentarrunde. Das tue ich bei allen Parteien, die in meinen Augen Mist bauen zu Lasten des Landes. Und diesen kritischen Blick behalte ich definitiv bei.

Ich lese zwar fast immer die Kommentarspalten, beteilige mich aber selten daran weil meine Meinung von anderen Kommentatoren oft genug vertreten wird.
Das man auch die AFD kritisieren darf und sogar muss wenn es notwendig ist, das sehe ich genauso.
Gerade wenn man der AFD Erfolg wünscht sollte man es tun.
Denn gemachte Fehler die nicht korrigiert werden führen eher zum Gegenteil.
Die AFD ist die einzige Opposition die es z.Zt. in Deutschland gibt und viele verzweifelte Bürger setzen die Hoffnung auf sie.
Sie sollte diese Chance nicht , wie Sie ganz richtig schreiben, mit " Geschrei und Chaos" verspielen.

zusammen regiert hat und all den Widersprüchen,Lügen und Wortbrüchen der jetzigen Regierung, deren Unfähigkeit die der Ampel noch übertrifft, ist das „Schuldenkonto“ der Blauen allerdings noch recht „leer“. Wobei mir schon klar ist,dass aufgrund der Einseitigkeit unserer „Leitmedien“ die Verfehlungen der Blauen weitaus höher bewertet werden als die der Altparteien.
Was das Thema Wehrpflicht angeht,haben beide Seiten, Höcke und Lucassen einen Punkt. Natürlich kann man Partriot sein (Höcke ist definitiv einer, man denke an seinen Spruch „Alles für...“,für den er dann verurteilt wurde) und trotzdem die Meinung vertreten, dass dieses heutige Deutschland und v.a. diese verlogene, unfähige, katastrophale Regierung (ebenso wie die davor seit Merkel) und die Tatsache, dass die Mehrheit der Wähler dies so zu wollen scheint, es nicht wert sind, sein Leben herzugeben. Oder wie Lucassen halt generell eine Wehrpflicht wünschen, unabhängig von der Regierung, etc.,ebenfalls aus patriotischen Gründen.

Und man kann sie teilen oder nicht geehrte Frau Lisa! Zumal wir hier im Forum stets bemüht sind gegen verengte Meinungskorridore anzuschreiben. Ich meine, Sie haben da durchaus wie Herr Stegemann einen diskussionswürdigen Punkt getroffen zu was innerparteiische Differenzen führen könnten und welches Bild dadurch nach außen vermittelt wird. Doch dabei sollten wir nicht gleich von Schuld sondern von vielleicht schädlich oder nicht in der Auswirkung sprechen. Im Fall der AfD, bzw. der Meinung einzelner Mitglieder, die sich einerseits Patrioten nennen, andererseits aber unser gemeinsames Land nicht der Verteidigung als wert erachten stehe ich persönlich ebenfalls auf der gegenüberliegenden Seite, und hätte nicht gedacht, das man einen Oberst a.D. wie Herr Lucassen dermaßen im Regen stehen lassen würde. Obwohl ich dessen Meinung was z.B. die Ukraine betrifft nicht teile. Und wie ich denken vielleicht auch andere, die ohne weitere Bedenken sonst die AfD wählen würden? MfG

Walter Buehler | Mi., 18. März 2026 - 15:37

In meinen Ohren eine contradictio in adjecto, ein Widerspruch in sich, der wieder einmal die hegelschen-marxistischen "Dialektik" theatralisch in Szene setzen will.
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Ein wahrer Patriot ist kein zum Selbstmord oder zum Opfertod entschlossener Derpessiver. Aussichtslosen Kämpfen weicht er aus und geht - wenn unvermeidbar - lieber lebendig ins Exil.

Au0erdem ist das Soldatsein nie eine natürliche Phase in jedem Mannesleben gewesen. Soldat ist sch seit Jahrtausenden ein bezahlter Beruf, der heute außerdem ganz andere Kampftechniken beherrschen muss als noch vor 80 Jahren.

Wer - ohne entsprechende Ausbildung - eine Drohne, eine Bombe oder ein Flugzeug im Nahkampf besiegen will, muss schon ziemlich dumm sein.

Krieg kostet viel Geld und Material. Ohne eine starke wirtschaftliche Grundlage geht das nicht,
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Man kann heute auch nicht mehr (wie unter Stalin und Hitler) die Wirtschaft gänzlich einem Millionenheer von Sklaven überlassen, damit alle anderen als Soldaten kämpfen können.

Klaus Funke | Mi., 18. März 2026 - 16:10

Das ist unsere Demokratie, Herr Stegemann, gelle? Nur ja keine Kritik, vor allem keine polemische, wie wir sie von Heinrich Heine kennen, nicht wahr Herr Stegemann. Sie haben genauso gehandelt wie ich es von Ihnen erwartet habe: schnell weg mit der Kritik, unter den Teppich und schön drauf getrampelt. Ha, ha, ha, ein Theatermann wie ihn jede Kritik liebt, ha, ha, ha...

IngoFrank | Mi., 18. März 2026 - 18:44

durch die Brndmauer zusammen gehalten wird.
Auf so ne Idee, kann nur ein „Dramaturg“ kommen.
Ich glaube ehr durch die durchweg schlechter Politik der uns führenden Regierungen spätestens ab 2015, sind die Gründe das der AfD keine Themen ausgehen..
Das das die etablierten Parteien fundamental anders sehen und keine Zweifel oder gar Kritik an ihrem geleisteten Politik- Nonsens zulassen, sich noch zusätzlich die Unantastbarkeit ihrer Mcht durch die Brandmauer bedienen, gilt als weiterer Beleg ihr Armutszeugnis wie eine Monstranz vor sich her zu tragen,
Aber, das zieht alles nicht mehr beim Bürger. Den Abfluss der Wähler aus den etablierten Parteien wird unvermindert weiter gehen. Die FDP ist quasi weg vom Fenster, die SpD ist auf dem besten Erg dorthin genau wie die Grüne Sekte. Da helfen keine Posten weder in BW noch in RlPf. Und die CDU, geht diesen Weg genau so. Dauert lediglich etwas länger. Sonst ist kein Unterschied erkennbar.
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

C. Schnörr | Mi., 18. März 2026 - 20:54

… sagt nur aus, dass die AFD eine normale Partei ist: Käme sie in die Verantwortung, dann würden die einen dahin, andere dorthin die Stellung der Partei versuchen zu ziehen, mit Appellen an die Geschlossenheit, ein wenig Filz hier und da, Zickzack-Entscheidungen wie im Artikel angesprochen, die Stirnrunzeln auslösen, usw. Das ist kein Argument gegen die AFD. Denn Herr Merz hat mich völlig überzeugt, dass meine Meinung: schlimmer als die Ampel geht nimmer, falscher nicht hätte sein können.

Hans Süßenguth-Großmann | Mi., 18. März 2026 - 22:04

stabilisiert die "Demokratie" oder das was man dafür hält. Man kann alles diskutieren, es muss aber immer "grün" rauskommen, es muss immer moralisch korrekt sein, weil der rot -grüne Mainstream in den Medien die Moral bestimmt.
Was hier über die AfD geschrieben wurde ist kein Alleinstellungsmerkmal für diese Partei.
Die Wehrpflicht z.B. wird vorzugsweise von Personen im fortgeschrittenen Alter gefordert, für die sie nicht in Frage kommt. Von Jüngeren ist mir keine Forderung diesbezüglich bekannt, eher lautstarker Protest.
Und dann wäre es interessant in dieser Frage über Inhalte zu diskutieren, z.B. was man mit den jungen Menschen überhaupt anstellen will, denn bei Einfügung der Wehrpflicht würde es keinen Plan geben was man mit der Masse an Wehrpflichtigen sinnvoll anstellen soll.

Dorothee Sehrt-Irrek | Do., 19. März 2026 - 09:28

Patriotismus, mehr mit der Gesellschaft und ihren Werten, die ich verteidigen möchte.
Ausserdem kann ich es nicht leiden, angegriffen zu werden.
Wenn Herr Höcke meint, so ein evtl. "heruntergekommenes" Deutschland müsse man nicht verteidigen, Mein Gott.
Das kann aussehen, wie es will.
Wenn es mir am Herzen liegt, bin ich einer Bundeswehr dankbar, allen Menschen, die es lieben und beschützen, siehe Brechts Kinderhymne.