- In Mainz wie in Berlin: Schwache Sieger und starke Verlierer
Der Christdemokrat Gordon Schnieder wird wohl Ministerpräsident in Mainz. Das ist kein historischer Sieg für die CDU und keine große Niederlage der SPD, die als Juniorpartner weiterregieren wird. Die Konturen diesseits der Brandmauer verschwimmen weiter.
Sieg oder Niederlage sind als Kennzeichnungen für die Wahlergebnisse der einstigen Volksparteien CDU und SPD nicht mehr wirklich treffend. Die CDU wird voraussichtlich mit Gordon Schnieder den Ministerpräsidenten stellen in Rheinland-Pfalz. Aber kann eine Kanzlerpartei wirklich zufrieden sein mit kaum mehr als 30 Prozent, nur weil die SPD weniger als 30 Prozent erreicht? So wenig wie das Ergebnis für die Union ein großer Sieg ist, ist es für die rheinland-pfälzischen Sozialdemokraten mit Noch-Ministerpräsident Alexander Schweitzer eine krachende Niederlage. Schweitzer wird vermutlich nicht Regierungschef bleiben können, aber einige seiner Parteifreunde werden Minister bleiben oder werden.
Rheinland-Pfalz vollzieht damit in Miniatur nach, was Deutschland im vergangenen Jahr vormachte: Aus der Ampel wird eine schwarz-rote Regierung. Die einstigen Volksparteien sind nun gemeinsam so groß, wie die Unionsparteien oder Sozialdemokraten früher in ihren Landesbastionen alleine waren. Und wer glaubt, dass in Rheinland-Pfalz nun irgendein grundlegender Wechsel auf zentralen Politikfeldern ansteht, der hat vermutlich die Nachrichtenlage seit der letzten Bundestagswahl und dem Regierungsantritt von Friedrich Merz als Kanzler von Klingbeils Gnaden nicht verfolgt.
Der Wahlausgang in Rheinland-Pfalz ähnelt strukturell dem vor drei Wochen in Baden-Württemberg. Nur Grüne und SPD haben die Rollen getauscht, und weil der CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder etwas weniger bubihaft rüberkam als Manuel „rehbraune Augen“ Hagel, konnte er ein paar kleine Prozentpunkte mehr schaffen. Also reicht es Schnieder wohl zu einem Vorsprung vor Amtsinhaber Alexander Schweitzers SPD. Die Grünen stehen mit unter acht Prozent zwar schwächer, aber nicht ganz so gerupft wie die baden-württembergische SPD da. Den bei weitem größten Zugewinn verzeichnet die AfD als einzige eindeutige Oppositionspartei, die sich auf rund 20 Prozent mehr als verdoppelt.
Die FDP, bisher noch als Koalitionspartner nicht nur im Landtag, sondern auch in Regierungsverantwortung, ist raus. Kaum über zwei Prozent. Das ist eine Vernichtung. Die Liberalen fliegen aus einem Parlament nach dem anderen. Vermutlich war es das mit der Partei, die einst zum politischen Inventar der Bundesrepublik gehörte. Ihr Verschwinden in der Bedeutungslosigkeit der „anderen Parteien“ erscheint immer endgültiger. Auch die Freien Wähler, die in Rheinland-Pflaz ihre zweite Hochburg nach Bayern hatten und für viele vor fünf Jahren eine Alternative zwischen Merkel-CDU und AfD waren, sind an der Fünfprozenthürde gescheitert.
Womöglich ist das die absehbare Zukunft der Landtagswahlen in Deutschland: Zwei Kandidaten der Diesseits-der-Brandmauer-Parteien konkurrieren darum, wer der sympathischere Mensch ist und daher Ministerpräsident werden darf, während der unterlegene sich mit einem Ministerposten trösten darf, weil die Parteien der beiden ohnehin miteinander koalieren werden (müssen/können). Inhaltlich-sachpolitische Gegensätze und sich deutlich unterscheidende politische Konzepte sind zwischen ihnen kaum auszumachen, wenn man nicht in die Details der Landeswirtschaftspolitik eintaucht.
Was einst, in der alten noch funktionierenden Bundesrepublik vor der Auflösung der politischen Gegensätze zwischen Mitte-Links-Parteien (SPD und Grüne) und Mitte-Rechts-Parteien (CDU/CSU und FDP) durch Merkels Alternativlospolitik und dem darauffolgenden Aufstieg der AfD, ein eindeutiger Wahlsieg der einen und eine Niederlage der anderen war, scheint es nicht mehr zu geben. Zwischen Sieg und Niederlage von SPD oder Grünen auf der einen und CDU auf der anderen Seite liegen heute nur noch Nuancen. Wer da noch von Richtungsentscheidungen oder „Wechselwillen“ (Schnieder) spricht, um Wahlkämpfer und Wähler zu motivieren, bemüht nostalgische Gefühle. Wirklich spannend ist so eine Wahl wie die heutige in Rheinland-Pfalz fast nur für die Angehörigen der Parteien, für die es um ein paar attraktive Pöstchen mehr oder weniger geht.
Alexander Schweitzer war als Nachfolger der langjährigen Ministerpräsidentin Marie-Luise Dreyer vom rheinland-pfälzischen Wahlvolk unbestätigt und wird es bleiben. Dank zahlreicher Einladungen in die öffentlich-rechtlichen Talkshows konnte er eine überdurchschnittliche Medienpräsenz erringen. Dabei wurde er zu seinem großen Vorteil fast nie an das erinnert, was die lange SPD- beziehungsweise Ampel-Landesherrschaft eigentlich überschattet: das totale Versagen während und vor allem nach der Ahrtal-Flut. Jenseits der betroffenen Region scheint das im Wahlkampf keine dominante Rolle gespielt zu haben. Die CDU zeigte in dieser Frage erstaunliche Beißhemmungen. Wirkllich wehtun wollte man einander vermutlich eben nicht, da man ja absehbar demnächst gemeinsam am Kabinettstisch sitzt
So blieb es ein Wahlkampf der gefühligen Worte, mit denen auch noch auf dem Gang zur Wahlkabine Schweitzer und Schnieder sich zitieren ließen – „Das ist ein wunderbarer Tag, auf den ich mich schon seit langem vorbereite und freue“ (Schweitzer) und: „Ich gehe mit einem tollen Gefühl in den Tag“ (Schnieder). Man könnte meinen, in dieser Wahl ginge es darum, wer der urigste und bestgelaunte Rheinland-Pfälzer ist.
Der eigentliche Gradmesser politischer Unzufriedenheit mit der Landesregierung ist der Stimmanteil der AfD. Nicht zwischen CDU und SPD, sondern zwischen den etablierten Parteien und der AfD verläuft in Rheinland-Pfalz und überall die eigentliche politische Bruchlinie. Da sie in Rheinland-Pfalz ebenso wie in Baden-Württemberg weit jenseits der 50 Prozent verläuft, kann man aber auch die AfD nicht wirklich als Siegerin bezeichnen, obwohl sie die einzige Partei ist, die wirklich rasante Zugewinne zu verzeichnen hat.
Bei den nächsten Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern könnte das bekanntlich schon deutlich anders aussehen.
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Politik in der Demokratie braucht Alternativen, braucht Realitätssinn (Die Wirtschaft säuft gerade ab!!!!) und neues Denken. All das bekommt man nicht, wenn man den alten schwarz-rot-grünen Block bekommt, der satt ist und sich in PR-Sprache ergeht.
Muss es erst noch schlimmer werden, bis diejenigen, die professionell Politik machen, endlich aufwachen?
Sonst legt bitte die Entscheidungen in die Hand der Bürger, sprich: wagt mehr Direkte Demokratie.
Es geht auch ohne euch.
... Einfalt die Totengräber der Demokratie.
Das phantastische Foto vom "team Gordon" zeigt deutlich diese Einfalt, diese intellektuelle Struktur der Jungfunktionäre oder Influenzer. Junge Phrasendreschmaschinen, die von "geilen" Event-Agenturen am Nasenring herumgeführt werden und von geilen Posten träumen.
An diesen "Jubel-Demokraten", an diesen Profis ohne Moral, ohne Pflichtgefühl, ohne Patriotismus, ohne Bildung und Lebenserfahrung kann die Demokratie schnell zugrunde gehen.
...
Die Persönlichkeit des SPD-Kandidaten hat einem deutlich schlechteren Abschneiden seiner Partei im Wege gestanden. Und so kann die SPD weiter ihre kruden Ideen einbringen und weiter der AfD zu Punkten verhelfen, obwohl sie ständig beteuert, sie nicht zu mögen.
de facto weiter..., ganz ohne direkte Zuwendungen..., wie bei den NGO's zum Beispiel.
Interessant war auch die Phoenix-Wahlrunde gesten (So) abends, als die (eindeutig links-der-Branmauer-lastigen) eingeladenen drei 'Politikexpert:innen' krampfhaft versuchten den Wahlerfolg der AfD in Rheinland-Pfalz zu ergründen, also das WARUM?? 🤔
Eine erbärmlichere zeitaktuelle Analyse zu diesem Thema habe ich noch nicht gesehen... (auf YT und in der Mediathek; ab etwa dem letzten Drittel, im Umfang (Zeit) gemessen am Wahlerfolg der AfD wohl nur als proforma-Abhandlung einzustufen... - was sonst..., ist halt echt bitter für die 'Demokraten'... 😉)
... Schwarz/Rot und weiter so! ,
nur ohne die FDP im Landtag.
Ich bin gespannt wann die Brandmauer ob dieser Wahlergebnisse fällt, denn fallen wird sie auf jeden Fall.
Die SPD verabschiedet sich offenbar aus der Wirklichkeit.
19.11h - wo ist Alexander Schweitzer überhaupt ???
„Die SPD hat zwei Flügel: einen linken und einen noch linkeren – nur leider fliegen beide nicht mehr.“
Harren wir der Dinge die da noch kommen werden.
Schwarz/Rot steht nämlich für alles, außer Veränderungen.
Den zukünftigen Koalitionäre in BW & RLP inkl. der GroKo im Bund geht doch jetzt schon ihr „Hinterteil auf Grundeis“ Das gabs ja noch nie, das die MP von SA & MV heute zugeschaltet wurden, und ihren Seier in Richtung AfD ablassen durften da in beiden BL auch im Herbst gewählt wird.
Was beide BL eint, ist eine AfD, die meilenweit den Zweitplatzierten SPD die mit Schwesig in MV ordentlich verlieren wird, und in SA die CDU auch auf beträchtlichem Abstand hält. Die AfD liegt in beiden BL knapp unter 40% !
Es kommt darauf an, was jetzt noch an „Reformen“ bis zum Herbst eingetütet wird und um wieviel der Souverän geschröpft wird. MwSt, Pendlerpauschale Ehegattensplittig Grundsteuererhöhung, die Palette ist riesengroß…..und kommt. Das ist sicher wie das Amen in der Kirche,
Mit freundlichen Grüßen a d Erfurter Republik
betretenen Mienen und die üblichen, jetzt aber bis in das Absurde extrapolierten sinnfreien Phrasen aus Berlin darf man gespannt sein. Einen fulminanten Auftakt lieferte vor einigen Minuten Herr Klüssendorf mit hochrotem Kopf. Der „von der Realität umzingelt“ - Virus, der zuerst Ex-Minister Schwachkopf befiel, greift im weiter um sich.
Die Pfälzer haben, wie die Baden-Württemberger auch, bürgerlich-rechts gewählt und bekommen... links bzw. grün. Das und nichts anderes ist die Realität in Deutschland, solange die Union dem Brandmauer-Wahn verfallen bleibt und die Wählermehrheit das nicht kapieren möchte.
Im Osten wird es dann hoffentlich endlich beginnen, dass die Wähler kapieren, dass 50,1% für das Altparteien-Kartell ebenfalls bedeuten wird: linksgrüne Politik, selbst wenn die Union bei 35% liegt und die anderen drei bei je 5.
So gesehen weiß ich nicht, ob der AfD-Anteil wirklich der Gradmesser der Unzufriedenheit ist. Denn fast alle Unionswähler lehnen so ziemlich alles ab, was die Union tatsächlich macht (sagen tut sie immer was anderes, aber sie lügt halt munter drauf los), sind also längst unzufrieden. Ich bin mal so dreist: Der AfD-Anteil ist ein Gradmesser der Intelligenz der Wählerschaft.
Denn nur eine starke, der Union davon eilende AfD würde im Unionslager so etwas wie Bewegung auslösen und Dinge ändern.
Bringt Bewegung in die Union ! Genau so wird’s werden…. Im Westen reicht’s bisher noch immer mit CDU, SPD, und oder Grünen. Kommen dann als Notnagel doch noch die SED Erben mit ins Boot gegen die AfD steigen, dann steppt der Bär erst richtig! Und genau das könnte im Osten noch passieren, eine Allparteienkoalition zu AfD Verhinderung.
MfG a d Erfurter Republik
... an dieses Land, an die wirklichen Menschen denken, die hier leben?
Die Funktionäre, die sich entschlossen haben, Politik zu ihrer eigenen, persönlichen Erwerbsquelle zu machen, konzentrieren sich auf ihre private berufliche Karriere, und interessieren sich in Wahrheit nicht für ihre Pflicht gegenüber Land und Volk. Das gilt - soweit ich sehe - auch für die CDU/CSU Funktionäre.
Die Funktionäre aus der Medienwelt sind über Netzwerke, die meist in den Hochschulen entstanden sind, mit den Funktionärs-Netzwerken der Politik verknüpft. Sie arbeiten entweder als Lobhudler, als Weißwäscher für ihre Klientel in der Politik oder aber als "calumniatores", als Dreckschleudern gegen alles und jedes, was ihren Polit-Spezis im Wege steht.
Noch muss man weiter auf einen ehrlichen und pflichtbewussten Parteifunktionär warten, auch in der CDU/CSU. Bis dahin geht es der Demokratie in Deutschland sehr schlecht.
Die Union ist doch längst auch linksgrün!
Wer was anderes glaubt, macht sich was vor. Einzig der Wähler hat es noch nicht begriffen. Und das ist das Problem.
Die wenigen in der Union, die eine funktionierende Wirtschaftspolitik machen wollen, sind hoffnungslos in der Minderheit.
Bei den Jungwählern liegen die Blauen auf Platz 1.
Jungwähler können noch keine Wahlschafe sein.
So gesehen kann man die AfD durchaus als größten Gewinner der Wahl ansehen.
Auch wenn sie noch nicht regieren dürfen, man darf durchaus die Auffassung vertreten, dass ihnen die Zukunft gehört. Zumindest solange, bis das Altparteien-Kartell zerbricht und die Union wieder Politik für das Land und nicht für das Wohlbefinden der Sozen macht.
Die CDU ist Sieger und die SPD Zweiter.
Wenn auch die AfD 20 % hat haben die Wähler in Rheinland-Pfalz ein Weiterso gewählt. Mehr Zuwanderung, mehr Wohnungsnot, mehr Firmen- Abwanderung.
Mehr Steuererhöhung.
Das ist Demokratie .Der Wähler wählt, Respektlosigkeit und den Abstieg des Landes..
Wir Wähler können irgendwo irgendwelche Kreuzchen machen - es ändert sich NICHTS. Ist das Wahlbetrug oder doch nur 'Unseredemokratie', in der die Parteien sich nicht nur den Staat zur Beute gemacht haben, sondern auch das Grundgesetz ad absurdum führen? Das wird übel enden. Die Politiker zerstören das Vertrauen der Bürger komplett.
Nein, das ist kein Wahlbetrug! Das ist die Blödheit der CDU-Wähler! Man kann mit Fug und Recht behaupten: Die CDU-Wähler sind die dümmsten Wähler der Republik. Im Gegensatz im Übrigen zu den SPD-Wählern (zumindest Bundesweit, vielleicht nicht in RLP), die die SPD von einstmals um die 40% auf weit unter 20% abgestraft haben.
Der CDU-Wähler hätte wissen können, das Merz ein Lügner ist, der nur schöne Reden hält aber unfähig ist entsprechend zu handeln.
An dieser Stelle auch einen schönen Gruß am Waldi (Waldemar Hartmann), der in der Moderation bei NIUS (NachrichtenMagazin) fleißig mitmischt und vor Kurzem zugegeben hat, Merz gewählt zu haben weil oder obwohl er eine andere Politik andere als die gegenwärtige rotgrüne Politik will. Er hätte es wissen können wie so viele CDU-Wähler!
Es hat sich doch schon vieles verändert in der politischen Landschaft der letzten zwei Wahlperioden in Bund und Ländern... - und das wird wohl auch so bleiben, wenn sich 'nichts ändert', wie Sie ganz richtig schreiben. Der Trend ist hier das positive Moment.
>> Dran bleiben!!! Weiter wählen!! Danke! 😉
von Christdemokraten, SPD und Grünen ist doch inzwischen naheliegend, ich schlage CSG zur Verschmelzung vor. Besonders Grünen und SPD müsste das doch entgegenkommen, müssten sie dann nicht mehr im Zwiespalt leben: im eigenen Lager das Selbstverständnis als linke Parteien zu zelebrieren und bei Wahlen die "demokratische Mitte" zu repräsentieren.
denn weder CDU noch SPD, ja nicht einmal die Grünen, haben ihre jeweiligen Gegner mit Dreck beworfen, nach dem Motto: semper aliquid haeret, wie es noch in BW der Fall war.
... dafür gemeinsam Dreck, Hass und Hetze gegen die Welt jenseits der Brandmauer - sie halten das für einen Lichtblick??
Ich war nicht vor Ort; Sie werden es besser wissen, was im Wahlkampf geschehen ist.
von 'Lichtblick' kann hier unter den Umständen der 'Brandidiotenmauer' wohl keine Rede sein..., wenn dann höchstens von 'Angst-Zwangs-Lichtblick', oder so ähnlich. Die pure ANGST VOR DER AfD zwingt sie zum 'Zusammenhalt' und damit zum Verzicht auf den sonst obligatorischen 'Dreck-Beschmiss' im Wahlkampf... ... /🤣 - Sarkasmus, das Lachen...
