Kurdenvertreter Toprak - „Ich selbst fühle mich in Deutschland nicht mehr sicher“

Für Kurden wird die Lage nicht nur in der Türkei immer brenzliger. Auch in Deutschland würden Angehörige seiner Volksgruppe beleidigt und bedroht, sagt der Vorsitzende der kurdischen Gemeinde in Deutschland, Ali Ertan Toprak. Er übt harte Kritik an der Bundesregierung

Am 10.04.2016 demonstrieren türkische Nationalisten des "neuen türkischen Komitees Deutschland" in Nürnberg
Türkische Nationalisten demonstrieren unter dem Motto „Friedensmarsch für die Türkei" in Nürnberg / picture alliance

Autoreninfo

Mareike König hat Psychologie und VWL an der Universität Mannheim studiert. Sie ist freie Journalistin und beginnt im Herbst ihren Master in Politischer Psychologie an der Universität Belfast.

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Mareike König

Herr Toprak, Sie sind einer der wenigen, die sich noch eindeutig gegen Erdogan stellen. Haben die Erdogan-Gegner solche Angst?
Nicht nur in der Türkei gibt es eine Hexenjagd gegen jeden, der nicht für Erdogan ist. Jeder, der Erdogan kritisiert, wird zum Feind und zum Terroristen abgestempelt. Einen Tag vor dem Putsch wurde ich in einigen der regierungsnahen Zeitungen in der Türkei als PKK-Terrorist bezeichnet. Aufhänger dafür war meine Berufung in den Fernsehrat des ZDF. Hier in Deutschland denunzieren Erdogan-Anhänger vor allem über die sozialen Netzwerke. Und die türkische Regierung hat einen genauen Blick auf die Aktivitäten von Erdogan-Kritikern bei Facebook und Co: Ganz normale Bürger, die in die Türkei gefahren sind, um dort Urlaub zu machen, wurden verhaftet, weil sie sich kritisch über Erdogan geäußert haben. Journalisten, Politiker und  Sprecher der Verbände stehen erst recht auf der Abschussliste.

Ali Erkan Toprak
Ali Ertan Toprak

Inzwischen hat Erdogan den Ausnahmezustand verhängt, die europäische Menschenrechtskonvention ausgesetzt, bereits im Mai wurde die Immunität von einigen kurdischen Abgeordneten im Parlament aufgehoben. Was ist Ihre Einschätzung, wie steht es um die Sicherheit der Kurden in der Türkei?
Die Kurden in der Türkei sind schon lange an einen Ausnahmezustand gewöhnt. Neun große kurdische Städte wurden in den letzten Monaten dem Erdboden gleichgemacht. Dort sieht es aus wie in Aleppo oder in anderen syrischen Städten. Auch Kurden, die sich kritisch zur kurdischen Frage und Demokratie in der Türkei äußerten, wurden schon immer als Terroristen behandelt. Inzwischen ist die Situation noch dramatischer. Denn die Kurden sind gegen einen Militärputsch – aber natürlich auch gegen einen zivilen Putsch: Nichts anderes passiert gerade in der Türkei. Erdogan ist der eigentliche Putschist. Er verwandelt die Türkei langsam, aber sicher in eine Diktatur, einen Ein-Mann-Staat. Da haben natürlich die Kurden Angst. 
Viele Menschen trauen sich nicht mehr auf die Straße. So dramatisch ist die Lage in der Türkei. Und die EU schweigt, die Nato schweigt – offensichtlich hat man aus der Situation in Syrien nichts gelernt. Die Türkei ist verloren, ich weiß nicht, was sich EU und Nato noch von der Türkei erhoffen.

Man hört vielerorts, dass es inzwischen Übergriffe auf Kurden und Gülen-Anhänger auch in Deutschland gibt. Können Sie das bestätigen?
Wir wissen, dass in den letzten Tagen einige Gülen-Vereine und Gülen nahestehende Schulen bedroht wurden. Erdogan-Anhänger fahren an den Schulen vorbei, zeigen Stärke und schüchtern ein. In Gelsenkirchen wurden die Fenster eines Jugendtreffs der Gülen-Bewegung eingeschlagen. Es gibt eine Telefonnummer des türkischen Sicherheitsapparates, bei dem man anrufen und Menschen hier in Deutschland denunzieren kann. Es kann nicht sein, dass Menschen in einem Land wie Deutschland beleidigt und bedroht werden. Deshalb bitte ich ganz besonders auch die deutschen Medien und die deutsche Gesellschaft um Unterstützung und Solidarität.

Sie sind selbst Zielscheibe von Drohungen und offenen Anfeindungen. Hat Ihnen das Innenministerium Hilfe angeboten?
Nein. Es wird Zeit, dass das Innenministerium und die ganze Bundesregierung Tacheles reden. Der österreichische Außenminister hat zum Beispiel, nachdem es Angriffe von Erdogan-Anhängern auf Kurden und andere Oppositionelle gab, den türkischen Botschafter einbestellt. Was muss in Deutschland passieren, damit unsere Regierung endlich reagiert und Demokraten hier in Schutz nimmt? Viele Demokraten in Deutschland mit türkischen Wurzeln sind enttäuscht und verstehen die Welt nicht mehr. Sie haben sich für diese freiheitlich-demokratische Gesellschaft entschieden. Sie sind integriert und leben und verteidigen tagtäglich die Werte der deutschen Gesellschaft. Wir kritisieren Erdogan nicht, weil wir Feinde der Türkei sind, sondern weil wir eine freiheitlich-demokratische Türkei möchten. Ich selbst fühle mich in Deutschland nicht mehr sicher. Wir haben in den kurdischen Gemeinden darum gebeten, sich von Erdogan-Anhängern nicht provozieren zu lassen und Vorfälle sofort der Polizei zu melden.  

Wenn die Bundesregierung die Vorfälle weiter unkritisiert geschehen lässt, befürchten Sie eine Eskalation auch hier in Deutschland?
Ich glaube, dass dann die Demokraten auf die Straße gehen müssen. Dieses Wochenende werden sich in vielen Städten unterschiedliche Organisationen beraten. Bis jetzt haben wir Demonstrationen bewusst vermieden, weil wir ja auch nicht den Eindruck vermitteln wollten, dass wir einen Militärputsch begrüßen. Wenn dann die demokratischen Kräfte in einigen Tagen oder Wochen auf die Straße gehen, erhoffen wir uns auch die Unterstützung der deutschen Mehrheitsgesellschaft. 
Das, was in vielen islamischen Verbänden praktiziert wird, ist nicht der Aufbau von Parallelgesellschaft, sondern von Gegengesellschaften. Sie agieren gegen unsere Werte und auch gegen die deutsche Verfassung. Wie lange wollen wir das hinnehmen? Ich bin dafür, genau wie bei Pegida oder der AfD zu überlegen, ob man nicht Erdogan-nahe Organisationen vom Verfassungsschutz beobachten lässt: Sie stacheln die Menschen an, rufen zur Hexenjagd auf, beleidigen und bedrohen Menschen. Das gefährdet das friedliche Zusammenleben in Deutschland. Wir müssen jetzt die rote Karte zeigen und deutlich machen, dass wir das nicht akzeptieren. Wenn wir jetzt keine Gegenmaßnahmen ergreifen, ist es in ein paar Monaten zu spät, wenn es dann zu ersten Schlachten auf deutschen Straßen kommt.

Ali Ertan Toprak ist der Vorsitzende des Vereins Kurdische Gemeinde Deutschland e.V. Er ist Politiker und war als innen-und außenpolitischer Referent für Cem Özdemir tätig. Von 2006 bis 2012 war er Teilnehmer der deutschen Islamkonferenz.

Samuel von Wauwereit | Do, 21. Juli 2016 - 20:07

Das Drehbuch, das von Erdogan gerade abgearbeitet wird, sollte jedem Deutschen aus dem Geschichtsunterricht bekannt vorkommen!

Sie sprechen mir aus dem Herzen, vor Allem mit dem 3.-Reich-Vergleich. Appeasement ist falsch, aber WAS tun? Alles was wir tun ist falsch. Und zwar wäre nicht das Eine zu 50% richtig, das Andere zu 10%, sondern Alles ist etwa gleich falsch (90%). Nichts tun ist auch falsch, aber es kostet zunächst nichts. Also Nichts tun?

Siegfried Stein | Do, 21. Juli 2016 - 20:34

Ich auch nicht - schon lange nicht mehr.

Und die Islamkonferenz(en) haben dieses Gefühl nicht verbessert.

Marc Billings | Do, 21. Juli 2016 - 21:56

Solange die NATO und ganz besonders die USA sich nicht aus Incirlik zurückziehen wollen/können, solange wird Erdogan und seine Erfüllungsgehilfen seine DIKATATUR weiter ausbauen resp. verfestigen, bis hin zum Anheizen von Bürgerkrieg zwischen Kurden und türkisch/islamischen Nationalisten/Islamisten.
So wie es aussieht, hat Europa nun einen brandgefährlichen Diktator vor - und ebenso - hinter den Toren.

Ich möchte gerne etwas klarstellen: Erdogan kommt und geht. Mit Hitler ist nicht zu vergleichen. Wenn nicht mehr gewählt wird, wird er seinen Amt verlassen. Mehrheit der Kurden sind Sunniten, sowie die Türken. Türkische Alewiten sind Kemalisten. PKK wurde im Ausland gegründet. Sie wollen Türkei teilen aber werden sie das niemals schaffen. PKK ist nicht "verbotene Arbeiterpartei"!. Arbeiterpartei "Isci Partisi" ist nicht verboten sie existiert. Türkei wird für immer Nato Mitglied sein. Seit 1955 sichert Türkische Armee den europäischen Frieden. Türkische Steuerzahler an dieser Friedensicherung beteiligt. Eigentlich solltet ihr dankbar sein!

Robert Müller | Fr, 22. Juli 2016 - 02:21

Warum sollten wir uns in die inneren Angelegenheit der Türkei einmischen? Die Türken wollen das im übrigen auch so haben, sie haben schließlich gewusst wen sie da mehrmals gewählt haben. Erst kürzlich wieder. Es gibt viele Zitate von Erdogan, z.B. dieses: Demokratie ist wie bei der Bahn: Man steigt ein und wenn man am Ziel ist, steigt man aus. Ich weiß im übrigen auch nicht warum der Deutsche Ali Ertan Toprak sich mit türkischer Politik befasst oder warum wir uns damit befassen sollten. Will er uns vor Millionen kurdischen Flüchtlingen warnen? Mit türkischem Pass geht das demnächst ja problemlos.

Alexander Zeiler | Fr, 22. Juli 2016 - 03:56

Das der Autor die Vorkommnisse der türkischen Community mit Pegida und AfD gleichsetzt? Sprachlos. Wollen sie 20/30% ausschließen? Schauen Sie nach Frankreich, MLP. Es sind solche Aussagen die ein Gesunden verhindern.
Gauck meinte vor kurzem nicht die Eliten seien das Problem sondern die Bevölkerung, es gibt im Jahre 2016 wieder Hell und Dunkeldeutsche, etc etc.
Ich bin es auch leid weil es müde macht da noch gross zu diskutieren. Und der Witz, ich bin nicht Pegida und nicht AfD.

Axel Fachtan | Fr, 22. Juli 2016 - 06:16

Wenn die Türkei ein Land wird, das für weniger Freiheit und mehr Verfolgung von Minderheiten steht, dann ist die nächste große Flüchtlingswelle sichere Gewissheit. Das, was wir seit 18 Monaten haben, ist dann noch längst nicht das letzte Wort.

Die Bundesregierung, die Kreise und Kommunen müssen jetzt für die nächste Flüchtlingswelle Vorsorge treffen, während die Folgen der letzten weder organisatorisch noch finanziell bewältigt sind.

Familiennachzug wird jetzt noch attraktiver. Und die Türkei verliert wirtschaftlich und politisch an Perspektive.

Was wird dabei aus Deutschland ? Ein Land mit Helfersyndrom überschätzt sich selbst, wenn es meint, alle aufnehmen zu können und aufnehmen zu müssen.

Schon für das kleinste bisschen Förderung eigener Sprache und Kultur ist kein Geld mehr da. http://www.radiobremen.de/nachrichten/land_und_leute/niederdeutsches-in…

Ab 2018 kein Geld mehr für die Förderung der regionalen Sprache. Ansonsten aber retten "wir" die Welt.

Hüseyin Akdag | Fr, 22. Juli 2016 - 09:08

Warum erwähnen Sie nicht, dass während der Friedensverhandlung zwischen der Türkei u. der Terrororganisation PKK, Waffen aus der EU in den Städten von Südosten der Türkei deponiert wurden. Warum erwähnen Sie nicht, dass die PKK versucht hat, den Bürgerkrieg aus Nordirak u. Syrien in die Türkei zu importieren, damit der Weg für ein Grosskurdistan geebnet wird. Warum erwähnen Sie nicht, dass die PKk im Südosten der Türkei in einigen Städten, nationale befreite u. rechtsfreie Zonen errichtet haben, Schützengraben ausgehoben, Straßen mit Minen versehen,...etc haben. Warum erwähnen Sie nicht was die kurden in der Vergangenheit in Deutschland alles mögliche angerichtet haben. Das ist alles dokumentiert u. festgehalten. Immer mehr kommt es zum Vorschein, dass Herr Toprak zum Nutznieser aus dem Putsch u. demos der Türken wird. Bewusst erwähnt er die Taten der Türken, aber kein Wort verliert er über die Untaten der kurden in Deutschland. Das ist nicht glaubwürdig.

auf einen eigenen Staat.
Sie empfinden sich als eigene Nation und kulturellen Zusammenhang.
Ich wage zu bezweifeln, dass sich solche, sich herausbildendenden Formationen im Nahen Osten föderal wie in der Bundesrepublik zusammenhalten lassen.
Ich kann mich irren, aber um dieses Ziel eines eigenen Staates verwirklichen zu können, verbünden sich die jeweil. Kurden mit allen, die ihnen aus welchen Gründen auch immer, ein Ohr oder die Hand oder Waffe reichen.
Das vermute ich in Bezug auf den Irak, auf Syrien und schwächer in der Türkei, da die Mehrheitsgesellschaft dort recht rigoros sein kann.
Im Iran haben sie glaube ich derzeit keine Chance bzw. sind nicht aktiv?
Es könnte dort zu gefährlich sein?
Nun, in Deutschland versteht man ihr Sehnen, bzw. respektiert es bis zu einem gew. Punkt.
Ich glaube nicht, dass die "Türkei" in Europa so stark ist, "Menschenjagd" zu veranstalten.
Im Einzelnen ist es evtl. nicht mehr auszuschliessen.
Deutschland kann Schutz anbieten.
Pol. Asyl

Kat Teker | Fr, 22. Juli 2016 - 11:51

überwachen zu lassen, sind bei Licht betrachtet nichts als der Versuch, Rechtspopulisten durch links-grün-mitte Populismus weiter an den gesellschaftlichen Rand zu rücken, schlechtes Beispiel also für eine an sich gute Forderung.

Solidarität mit der mehr als fragwürdigen Gülen-Bewegung (oder bspw auch kurdischen Extremisten) halte ich hingegen eindeutig für den falschen Weg!

Was wir m.M.n. brauchen ist ganz schlicht Folgendes: Regierung, Medien, Öffentlichkeit, Kirchen, ... müssen sich entschlossen gegen alle Arten von Menschen/Vereinen/Bewegungen/... stellen, die unsere freiheitliche Grundordnung zerstören (wollen). Und vor allem müssen entsprechende Taten von der Exekutive auch geahndet werden!

Regierung & Medien entschlossen für unsere freiheitliche Grundordnung ?
Ich hoffe für Sie, dass es wenigstens noch ein paar aufrechte Staatsdiener & ein paar unabhängige Medien gibt, die das genau so sehen. Das letzte Jahrzehnt hat jedenfalls gezeigt, dass uns die oben genannten erst dort hin gebracht haben, wo wir jetzt stehen.

Chris Lock | Fr, 22. Juli 2016 - 13:16

Es ist nicht notwendig, zu diskutieren, was die Kurden in Deutschland getan haben.

Aktuell gibt es nur eine Gefahr: Die gewissenlose Machtpolitik Erdogans und seiner fanatischen Anhänger. Massenverhaftungen, Aufhebung von Menschenrechten, Ruf nach Todesstrafe >>> die Richtung ist eindeutig.

Die deutsche Regierung muss klare Kante zeigen. Vermutlich wird aber einmal mehr eine feige "Tu-mir-nix, ich-tu-Dir-auch-nix"-Politik gefahren werden.

Das haben die deutschen Türken, welche auf der Seite der Demokratie und des Grundgesetzes stehen, verdient. Sonst verlieren unsere Werte weiter an Boden.

Steffen Zollondz | Fr, 22. Juli 2016 - 15:08

Multikulti. Die Lebenslüge Deutschlands.

Ich habe den Eindruck, dass für viele Multikulti und die positive Konotation des Wortes aus dem Bild so einer Art buntem Volksfest erwächst.
Multikulti ist aber was ganz anderes.
Am 31.07. wird Köln mit der AKP-Demo einen Vorgeschmack bekommen, wo das wahrscheinlich alles hinführen wird.
Diese Menschen leben defacto in der türkischen Kultur, so als wären sie in der Türkei.
Sie werden ihre Konflikte mit Kemalisten und Kurden zunehmend auf deutschen Straßen austragen. Und vielleicht irgendwann auch mit den Deutschen, wenn Deutsche in 20-30 Jahren nur noch eine Minderheit von vielen in diesem Land sind.

Ich frage mich, warum wir eigentlich in einer solch konfliktbeladenen Multikultur leben wollen.
Aber das ist ja alles ganz toll.

Unsere Politik duldet es, dass diese Konflikte hier ausgetragen werden und zu Dingen, wie dem klitzekleinen Vorfall mit der Axt in Würzburg wird dem Volk erklärt, dass es sich wohl daran gewöhnen müsse.

Renate Aldag | Sa, 23. Juli 2016 - 12:13

Viele Deutsche fühlen sich zunehmend unsicher in unserem eigenen Heimatland z. B. wegen des Terroristenimports und auch wegen des AKP-Mobs hier. Ich finde es schlimm, dass selbst die Kurden, die sich hier vor Erdogans Vökermord in Sicherheit gebracht hatten, sich hier auch nicht mehr sicher fühlen. Ich fordere die Regierung auf, ihrer Aufgabe nachzukommen und für Sicherheit hier in Deutschland zu sorgen. Wir sind schon ein unsicheres Zielland auch für Touristen.

Sie glauben wirklich, dass die deutsche Regierung die Interessen der Bevölkerung schützt. Lagen Sie die letzten Jahre im Koma ?
NSA-Abhören, BND-Skandal, NSU-Prozess, Russland-Sanktionen, Fluchtursachen-Bekämpfung, Toll Collect, Banken-Rettung, Lobbyisten-Transparenzregister, Aufrüstung, Energiewende, Rentenentwicklung, Null-Zins-Politik, TTIP-Geheimverhandlungen, ... Wenn Ihnen all das noch nicht langt, dann ist Ihnen nicht mehr zu helfen.

Rudolf Bosse | Sa, 23. Juli 2016 - 16:20

Warum erhofft sich Herr Toprak Hilfe von der Bundesregierung gegen die beinahe faschistoiden Methoden Erdogans, die er gerade einführt? Das sieht er doch an der deutschen Regierungshaltung gegenüber Saudiarabien – der „Musterdemokratie“. Und solange der Hegemon USA (unser Vorbild) zum Erhalt seiner Militärindustrie und damit seiner Wirtschaft überhaupt, die Saudis und Erdogan als Kunden braucht, ist es naiv, von der Bundesregierung etwas anderes zu erwarten.

Werner Klemperer | So, 24. Juli 2016 - 05:15

Mit der Rosinenpickerei sollte langsam mal Schluss sein.
Entweder steht man zur Demokratie oder man anerkennt einen militanten Putsch als legitimes Mittel (siehe Chile, Ägypten, Thailand, Ukraine).
Dass ausgerechnet die „starken Führer“ in der Lage sind, sich Mehrheiten zu beschaffen, ist doch nichts Neues. Trotzdem wird Demokratie als das alleinig seligmachende angesehen.
Aber so ist Demokratie: Der, der es versteht, die Massen hinter sich zu bekommen, sagt an.
Fertig !

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