KI-Chatbot im Schulunterricht
Skills werden wichtiger als Wissen: Schon im Schulunterricht werden Chatbots eingesetzt / picture alliance/dpa | Carmen Jaspersen

Künstliche Intelligenz und Bildung - Prompten statt Studieren?

KI ist auf dem Vormarsch. Eine neue Studie stellt fest: Ein formaler Abschluss wird immer unwichtiger, um sich am Arbeitsmarkt von morgen zu profilieren. Damit einher geht ein schleichender Qualitätsverlust an den Universitäten.

Autoreninfo

Mirjam Epstein studiert Soziologie und hat redaktionelle Stationen an der Axel Springer Akademy (Welt), dem österreichischen Exxpress und bei Cicero absolviert.

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Automatisierte Intelligenz steigert die Produktivität. Und wie sie das tut! So sehr, dass Bildung bald von gestern sein könnte. Während Optimisten in ihr den Schlüssel für alle noch ungelösten Probleme sehen, bleibt bei anderen ein Grundpessimismus. Besonders, wenn es um die eigene berufliche Zukunft geht. 

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Rainer Mrochen | Mi., 16. Juli 2025 - 11:32

Ich kann folgendes durchaus sehen: Analoge Wesen entwickeln KI in dem Masse, wie KI ihre analogen Fähigkeiten unterminiert. Die Frage ist also; wie sieht ein potentielles Endergebnis, bei linearer Entwicklung, aus? Die Anfälligkeit KI gestützter Systeme (Grok als aktuelles Bsp.) ist hinlänglich bekannt. Momentan verläuft die Entwicklung und Nutzung von KI nach der gleichen Systematik wie seit ewigen Zeiten. Willst du im Konkurrenzkampf nicht abgehängt sein, mußt du mitmachen. Folgeentwicklungen werden daher zunächst ausgeblendet. KI ist m.M.n. daher zunächst, unter den allseits herrschenden Bedingungen, als Wirtschaftsmodell zu sehen. In wie weit Vorteile und Nachteile zu bewerten sind wird wie immer die Zukunft weisen, genau so, wie es bei den industriellen, wie wissensbasierten Revolutionen der Fall gewesen ist. Im Nachhinein, aus Erfahrung, wird sich auch hier herausstellen, daß nicht alles was glänzt, Gold gewesen ist. Die Korrekturen sind nur eine Frage der Zeit.

Das sehe ich auch so, ich halte KI nach dem „Smartphone“ für ein extrem gefährliche Entwicklung!

Es ist das erste Mal in der Geschichte der Menschheit, in der technische Entwicklungen einen deutlich größeren Schaden verursachen, als sie Nutzen bringen.

Der (Durchschnitts-)Mensch ist ein denkfaules Wesen, die Fähigkeit denken zu können, ist aber direkt davon abhängig, wie oft das Hirn zum Denken eingesetzt wird, nicht anders als ein Muskel beim Sport.

KI führt zwangsläufig dazu, daß der Mensch immer weniger selbst denkt, statt dessen läßt er denken, er gibt immer mehr an die KI ab, es ist ja sooooo bequem, schnell, einfach und immer richtig! Je mehr er denken läßt, desto schneller verliert er die Fähigkeit selbst zu denken!

KI wie auch das „Smartphone“ führen daher zwangsläufig zu einer massiven Verdummung der Anwender! Dagegen helfen keine Vorteile die die KI möglicherweise mit sich bringen mag.

Christa Wallau | Mi., 16. Juli 2025 - 12:24

ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je, und doch wird es immer weniger angestrebt, im gesamten Bildungssystem gefördert und in wichtigen Positionen verlangt.
Auf diese Weise geraten immer mehr Menschen in die Abhängigkeit von Wenigen, welche ihre geistige Überlegenheit dazu benutzen, ihnen ihren Willen aufzudrängen - aus Geld- oder Machtgier.
KI wird zum Instrument der Verdummung unzähliger Individuen, wenn sie dort eingesetzt wird, wo das s e l b s t ä n d i g e Denken und Urteilen unabdingbar ist.
Vernünftigen Umgang mit KI bzw. positive
Auswirkungen der KI kann es nur geben, wenn weiterhin g l e i c h z e i t i g möglichst viele Menschen einen wachen, kritischen Verstand und großes Grundwissen entwickeln bzw. erwerben.
Sonst verlieren immer mehr Individuen ihre
Selbstbestimmung u. ihre Würde.
Sie werden zu Robotern - ohne es zu merken.
Man kann sie beliebig steuern und manipulieren.
Die Gefahren, die sich dadurch für die gesamte Menschheit ergeben, sind ungeheuerlich.

Einen vernünftigen Umgang mit KI wird es nicht geben, denn die Masse sieht die Gefahren nicht, will sie auch nicht sehen, sie sieht nur die vermeintlichen Vorteile!

Und weil das so ist, wird sich die KI „durchsetzen“ die Masse bestimmt, nicht anders als heute schon bei Dingen wie Bargeld, Bezahlen per Smartphone ist doch viel einfacher, bequemer, sicherer. Wenn es dann irgendwann einmal 80-90% machen, weil sie die Gefahr des Bargeldverlusts nicht sehen (können), dann wird es kein Bargeld mehr geben, warum auch, nutzt ja eh keiner.

Wer wie ich kein Smartphone hat und auch keines haben will, der wird irgendwann ausgeschlossen sein, denn die Mehrheit hat entschieden! Kein online-Banking mehr, keine Steuererklärung mehr, kein Bezahlen per Karte mehr etc.

Der (Überwachungs-)Staat will es so, die Industrie will es auch, deswegen wird es kommen!

Ernst-Günther Konrad | Mi., 16. Juli 2025 - 12:27

Und nicht wenige Menschen halten das für eine Errungenschaft, wenn sie das Denken und damit auch das Handeln einer KI übergeben. Man züchtet ja eine regelrecht faule und unintelligente Nachkommenschaft hoch, wenn sie nicht schon genderisierte Kinder ablehnen als nicht Klima neutral und ausländerfeindlich per se, wenn sie sog. Bio-Deutsche sind. Aber ich bin mir sehr sicher, es gibt noch genügend Lebensbereiche, die auch eine KI nicht ersetzen kann, da braucht es Menschen mit Intelligenz. Und es wird die KI selber sein, die sich abschaffen wird und digitalen Suizid begeht. Warum? Nun, ohne Strom geht gar nichts. Und wenn man der KI den Stecker zieht, passiert was? Richtig. Menschen müssen sich auf das wieder verlassen und besinnen, was sie gelernt haben. Die einen werden untergehen und die anderen, die es voraussahen, sie werden obsiegen. Und es wird genügend Menschen geben, die sich auf diese KI nicht einlassen werden. Für mich ist KI nur ein weiterer Zeitgeist, der sich selbst auflöst

Walter Bühler | Mi., 16. Juli 2025 - 12:57

... Frau Epstein, das keine einfache Antwort besitzt.

Der Niedergang der Allgemeinbildung führt schon seit langem zu dem dramatische Qualifiktionsverlust an den Universitäten.

Handies mit Google ersetzen schon lange die Enzyklopädien und die wissenschaftlichen Bibliotheken. Programmierbare Taschenrechner, Excel und CAD-Systeme ermöglichen es jedem mathematischen Deppen, mathematische Sachverhalte formal richtig zu berechnen.

Auch die ANWENDUNG von KI -Algorithmen wird - bei weiter abfallendem Bildungsniveau - möglich sein, aber die ENTWICKLUNG solcher Algorithmen kann nur von sehr guten Mathematikern durchgeführt werden. Diese werden aber in Deutschland immer seltener.

Daran kann auch der eifrigste Handy-bedienende Schlaraffe mit akademischen Zeugnis nichts ändern.

Wenn man in einer Kultur nicht mehr dazu erzogen wird, ernsthaft mit dem eigenen Kopf und mit eigenen Fleiß nach der Lösung von Problemen zu suchen, wird man dort immer abhängig von klügeren Kulturen bleiben müssen.

Christoph Schnörr | Mi., 16. Juli 2025 - 13:19

greift hier dankenswerterweise eine wichtige Entwicklung auf: der Trend zur Unbildung, insbesondere auch formaler Art, aus Bequemlichkeit oder auch ideologischen Gründen. Herr Kretschmann hat das exemplarisch vorgemacht: Wozu noch Sprachen lernen wenn KI ... blablabla. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Grün-Rot hier einen Nachschlag liefern, um der Verdrängung von Deutsch an den Schulen zu begegnen. Politiker in Verantwortung machen täglich vor, was die Unfähigkeit "bis 3 zu zählen" (Fakten, unverfälschte Statistik, Physik) anrichtet. Ein tiefes Netz zu trainieren, was man mit Vorbildung(!) in 14 Tagen erlernen kann, ist eine wichtige "handwerkliche" Fertigkeit geworden. Das mit Bildung, insbesondere formaler Bildung gleichzusetzen, zeugt nur von mangelnder Bildung.

Wolfgang Borchardt | Mi., 16. Juli 2025 - 13:36

Kompetenz, die Ergebnisse der KI beurteilen zu können. "... und wenn sie den Stein der Weisen hätten, der Weise mangelte dem Stein" (JWG, Faust I). Die Ergebnisse können auch nur so gut sein, wie die eingebenen Informationen. Das erfordert auch Kompetenzen. KI ist eine interessante Partnerin für kreative Lösungen, den eigenen Kopf kann sie dort ersetzen, wo ich selbst kein Vergnügen daran habe, eigenständig kreativ oder konstruktiv zu sein. KI kann für mich komponieren, wenn ich das selbst nicht will, kein Instrument beherrsche und keine Note kennen. Andere werden sich das Selbst-Komponieren und - Musizieren nicht nehmen lassen.

beschreiben. Es geht um ganz was anderes, es geht um den Alltag, mir erzählte letztens ein „Gymnasiast“ ganz stolz er würde seine Arbeiten regelmäßig mittels ChatGPT machen (lassen). Klingt toll, hätte ich vermutlich als junger Mensch auch so gemacht, Hauptsache kein Aufwand.

Aber was sind die Konsequenzen davon? Es beschränkt sich nämlich nicht nur auf Arbeiten/Hausaufgaben, sondern betrifft ALLE Bereiche des Lebens!

Die Nutzer der KI stellen nach und nach das Denken ein, sie lesen nicht mehr, sie schreiben nicht mehr. Wer aufhört zu lesen verlernt Lesen und verliert so den Zugang zu Wissen! Wer aufhört zu denken, verliert die Fähigkeit zu denken! Wer aufhört zu schreiben, der verliert die Fähigkeit zu schreiben! Wer nicht mehr rechnet verliert die Fähigkeit zu rechnen! DARUM geht es!

Man muß es aus Sicht der trägen und denkfaulen Masse sehen! Es geht um die Verdummung der Masse. Und es geht aus dem Zwang der daraus für die Minderheit entsteht.

Walter Bühler | Mi., 16. Juli 2025 - 14:23

... könnte man es nennen, wenn man die Mühe des eigenen Denkens an Subunternehmen übergibt, die einen von dieser Mühe entlasten.

Bei menschlichen Subunternehmern muss man permanent dafür einen Lohn zahlen.

Maschinelle Subunternehmen kann man kaufen, und von da an müssen sie so lange und so viel für mich schuften, wie es mir gefällt. Die Maschine wird zu meinem "willenlosen Sklaven".

So wird der uralte Wunsch der Menschen, möglichst viele Sklaven zu besitzen, die die Arbeit für sie erledigen, wieder wach. Er stößt nicht mehr auf moralische Widerstände, weil die neuen Sklaven ja keine Menschen sind.

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Manche Menschen machen aber den Eindruck, als sei bei ihnen das Verhältnis umgekehrt - als seien sie die Sklaven und die Maschine oder der Algorithmus oder das Computerspiel der Sklavenhalter.
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Wie gesagt: Kein leichtes Problem.

Und nix für ungut.