Krise der FDP - Ein Schritt vor dem Abgrund

Die FDP will wieder an die Macht. Das zeigt ihr Flirt mit einer Ampelkoalition. Ob die Partei den Neustart vor der Bundestagswahl schafft, hängt vor allem von FDP-Chef Christian Lindner ab. Doch seine Omnipräsenz wird immer mehr zum Problem.

Große Sätze, aber wenig Substanz: Das ist das Markenzeichen Lindners und seiner Partei geworden

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Moritz Gathmann leitet das Ressort Berliner Republik bei Cicero. Er studierte Russistik und Geschichte in Berlin und war viele Jahre Korrespondent in Russland

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Spaghetti mit Pfifferlingen bei einem Italiener in Potsdam, richtiger Appetit sieht anders aus, das kann auch an den 30 Grad im Schatten liegen. Die Luft steht, Linda Teuteberg dreht und dreht und dreht, gedankenverloren nach dem Wort suchend, bis die Nudelkugel an ihrer Gabel und auf dem Löffel eine beachtliche Größe angenommen hat. „Dilemma“, sagt sie dann und schaut von der Gabel auf: „Ein Dilemma.“ Dann wickelt sie ein paar Nudeln wieder ab und führt die Gabel zum Mund. „Ein bisschen was muss man ja essen.“

Die 39-jährige FDP-Generalsekretärin hat sich eine Woche vor der entscheidenden Präsidiumssitzung zu einem ausführlichen Gespräch bereit erklärt, aus dem man aber nicht zitieren soll. Aber auch fast ohne Worte sagt die Szene viel. Über den absehbaren Ausgang eines Machtkampfs, in dem für sie nur ein Achtungserfolg und der Erhalt der Selbstachtung blieben. Über Linda Teuteberg. Über ihren Zustand. Und über den Zustand ihrer Partei, die einen neuen Generalsekretär gefunden hat, aber noch keinen Weg aus der politischen Todeszone. Die FDP steht ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl sehr nah am Abgrund: In Umfragen liegt sie oft unter 6 Prozent, ein Aufwärtstrend ist nicht zu erkennen. Die Partei von Theodor Heuss und Hans-Dietrich Genscher, die in Deutschland über Jahrzehnte unabdingbar für eine Regierung war, sie könnte wieder in der Versenkung verschwinden – diesmal für immer. 

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Holger Jürges | Mi, 2. September 2020 - 13:40

Der mündige Bürger fasst es nicht: Stets ein reflexartiges Beißen nach rechts (AFD) mit gleichzeitigem Kuschelversuchen nach links (Ampelambitionen)- das charakterisiert die FDP unter Lindner, der zum Phrasendrescher verkommen ist, im Jahre 2020. - Ob das die Lösung zum Verbleib dieser seltsamen Partei im Bundestag ist, scheint zumindest zweifelhaft zu sein. - Keine Kanten, keine Ecken, Kniefälle vor Merkel, in gebeugter Scham, reichen nicht aus, um aus Überflüssigem etwas Erhaltenswertes zu machen.

Urban Will | Mi, 2. September 2020 - 13:43

Wo genau, interessiert auch niemanden mehr.

Die FDP hat in der Tat versäumt, rechtzeitig zu entscheiden, wo sie hingehört. Sie ist dem Mainstream hinterher gelaufen, was nichts anderes bedeutet hat, als auch nach links zu driften.
So wie die CDU, aber die lebt halt von ihren Stammwählern und die machen, wie man seit Merkel sieht, alles mit. Die der FDP nun mal nicht und deshalb sind sie abgewandert oder bleiben den Wahlen fern.

Im Februar hat Lindner gezeigt, dass er nichts weiter ist als eine Luftpumpe.
Dass der Chef einer „liberalen“ Partei den Befehl der Kanzlerin sofort in die Tat umsetzte und nach Erfurt reiste, hat ihn als Politiker und erst recht als Parteichef unglaubwürdig gemacht.
Er ist das Problem, nicht Teuteberg oder andere.

Warum jemand Gelb wählen soll, weil er die Ampel möchte, erschließt sich mir nicht.
Für überzeugte Linke ist sie ebenso wenig eine Alternative wie für Konservative.
Nein, diese FDP braucht niemand mehr.

Herr Urban, genauso sehe ich es auch. Ich hatte auch die stille Hoffnung, dass Herr Lindner die FDP wieder vorwärts bringen kann. Aber seit seiner Entscheidung im April diesen Jahres vor der Kanzlerin einzuknicken, die aus dem fernen Südafrika "befahl", dass diese Wahl sofort rückgängig zu machen sei, und er seinem Thüringer Kandidaten Druck machte, dass Amt des Ministerpräsidenten niederzulegen - hat die FDP-Wähler verprellt. Und jetzt auf Kuschelkurs mit den Grünen gehen zu wollen, wer soll diese Partei noch wählen. Es ist eigentlich schade - aber selber Schuld!!!

Die FDP hat durchaus gezeigt wo sie hingehört. Sie haben das ja auch geschrieben: Nicht an der Seite der AFD. Ein Problem ist das auch nicht, sondern die Voraussetzung weiter in Deutschland koaltionsfähig zu sein. Was ja gerade das Problem der AFD ist, also nicht koaltionsfähig zu sein. Was wiederum für mich als Wähler bedeutend, dass AFD zu wählen wenig bis nichts bewirkt, wenn dann nur indirekt.

Urban Will | Do, 3. September 2020 - 09:59

In reply to by Gast

ist eine reine Hypothese, die zwar nachvollziehbar von ihren politischen Gegnern verbreitet wird, aber nicht bewiesen ist, da die Blauen nirgendwo mitregieren (zumindest nicht in nennenswerter Form).

Ich sehe dort durchaus sehr fähige und kluge Köpfe und halte es für übertrieben und vorsätzlich hetzerisch, diese Partei immer nur auf einzelne Personen und Thesen zu reduzieren.

Wie „koalitionsfähig“ bspw die Grünen sind, beweisen sie gerade, indem sie vorschnell das Ende von Nordstream 2 fordern, obwohl nicht bewiesen ist, wer hinter dem Anschlag auf Nawalny steckt. Das ist recht naiv und infantil.

Zurück zu den Gelben: sie werden so oder so untergehen, denke ich, ob nun nach links oder rechts gewendet. Aber nach rechts gäbe es die Möglichkeit, mit einer gemäßigten AfD zusammenzugehen und zusammen mit "entmerkelten" Schwarzen dieses Land endlich wieder ordentlich zu regieren.
Betrachten Sie den letzten Satz bitte als Wunschdenken, mehr ist er leider nicht.

können Sie jeden Tag dankbar sein, dass sich die kleine nationalliberale Strömung in der FDP niemals durchgesetzt hat.
Eine FDP, die AfD-Themen besetzt, aber ein anderes Erscheinungsabbild abgibt, als die für viele Menschen unappetitlichen Rechtsextremisten der AfD, hätte zumindest im Westen der Republik Gauland & Co signifikant Stimmen gekostet, ihr vielleicht sogar den Einzug in den Bundestag vermasselt.
Gleichzeitig hätte sich die FDP jedoch selbst ihrer Koalitionsfähigkeit beraubt. Wer will schon mit Rechtspopulisten zusammen regieren? Die FDP stünde also vergleichsweise kaum besser da, vielleicht wäre sie gar nicht mehr im Parlament. Und die AfD wäre endgültig zur Ost-NPD-Nachfolge degradiert, mit Gewinnen nur noch da, wo früher schon NPD gewählt wurde.

aber hören Sie auf, andere „charakterisieren“ zu wollen. Sie kennen mich doch gar nicht.

Ich wäre sogar dankbar gewesen, wenn eine FDP nach d. Koalition mit Merkel sich anders entwickelt hätte, '13 habe ich die noch gewählt.
Ich bräuchte keine AfD, wenn die FDP das wäre, was sie einmal war.

Ihre inflationäre Verwendung des Begriffes „rechtsradikal“ finde ich bedenklich, sie ist eine deutlich schlimmere Verniedlichung des Nazi – Reiches als Gauland's „Vogelschiss“.
Hoecke oder Kalbitz quasi als die Himmlers oder Heydrichs der Gegenwart zu stilisieren, ist dümmlich.
Ist aber ihre Sache.

Populismus, auch immer gerne verwendet von Ihnen, gibt es bei allen Parteien, nur hat der allmächtige, links tickende Mainstream ihn den Blauen zugeschustert und das Volk glaubt das halt.
Die anderen können munter drauf los schwafeln und das nennt man dann „vernünftig“ oder was auch immer.
So what.

Und dass es aufgrund der AfD nun k e i n e „Ost – NPD“ gibt, sollte Sie ja freuen, oder?

Tomas Poth | Mi, 2. September 2020 - 14:19

Selbst wenn man noch die Linke mit in diese Ampel hinein rechnete wäre nach derzeitigen Wahlprognosen keine Kanzlermehrheit möglich.
Die FDP müßte überhaupt erstmal die 5% schaffen!
Lindner ist jetzt schon Geschichte, merkt es nur nicht.

Klaus Peitzmeier | Mi, 2. September 2020 - 14:29

Bis zum nächsten Jahr kann noch ganz viel passieren. Die FDP jetzt schon am Abgrund oder sogar einen Schritt weiter zu sehen, ist unseriös.
Die FDP kann sich selbst leicht durch eine klare Positionierung zu einigen Themen um einige %-Punkte verbessern.
Bleibt sie weiter in ihren Bekenntnissen "lauwarm", zahm u ohne Biß, wird es eng. Dann hat sie`s aber selbst in Schuld. Wenn sich die FDP jetzt nicht vom Programm der GRÜNEN u der Links-SPD fachlich u unter Anwendung des gesunden Menschenverstandes absetzen kann, dann wird`s auch nichts mehr.
Ich fand Teuteberg gut, weil intelligent, sachlich und Frau. Seit vielen Jahren arbeite ich in Rheinl.Pfalz. Weder mir noch meinen Kollegen ist H.Wissing als besonders großartig aufgefallen. Er ist eher gar nicht aufgefallen.
Dieses ganze Vergangenheitsgesabbele funktioniert nur, weil die FDP keine klaren Duftmarken setzt. Wenn sie das machte, würde darüber u nicht über die Vergangenheit diskutiert. Das nennt man auch "Flucht nach vorn"

Herr Peitzmeier wäre die eine Sache. Aber selbst wenn Lindner noch so trommelt und trällert, wer soll ihm das Ganze den dann noch glauben.
Wir erinnern uns. Angekündigter Untersuchungsausschuss gegen Merkel wegen Unerlaubter Grenzöffnung. Entweder hat der geheim getagt oder ich habe es nicht mitbekommen. Das war die erste Chance für die FDP sich KLAR zu positionieren. Viele weitere folgten. Aber nie was passiert. Thüringen war zuletzt der Höhepunkt des Bücklingtums. Da kommt auch nix mehr.
Lieber keine FDP wählen. Ansonsten wird der Wähler dann nach der Wahl wieder hören das man für die blablabla Demokratie blablabla doch mit der SPD Grüne Linke sich ins Bett legen muss. Zur Rettung von...blablabla...
Vera..... kann ich mich selbst.
FDP kann weg. Braucht keiner.

Stefan Jurisch | Mi, 2. September 2020 - 14:37

So präsentiert sich Lindner schon - meine Meinung - seit er für den Vorsitz angetreten ist. Haufenweise hohles Gerede, Selbstinszenierung und immer die gleichen Phrasen, die aber für den Hofknicks vor der Regierung direkt wieder aufgeopfert werden. Oder man Widerspricht mal kurz - wie z.B. gegen die Corona-Maßnahmen - und rudert wieder zurück, weil es die AfD - oh Schreck - ja genauso sieht. Und das will man ja nicht.

Bei mir ist er ohnehin schon länger untendurch, als er damals im Landtagswahlkampf groß tönte, dass er NRW erhalten bliebe und sich dort um Aufgaben kümmern werde, und er schon kurze Zeit später Bundesaufgaben übernahm.

Und jetzt zum Schluss der Wechsel des GS, weil sich "der Zeitgeist geändert hat". Lächerlich. Ich denke, die FDP hat gute Chancen, noch schneller zu verschwinden als die SPD.

Zitat: "Haufenweise hohles Gerede, Selbstinszenierung und immer die gleichen Phrasen, die aber für den Hofknicks vor der Regierung direkt wieder aufgeopfert werden."

Ganz recht, Herr Jurisch; spontan fällt mir dazu ein: "Wir müssen dies, wir müssen das - da wird die dümmste Phrase blass."^

gabriele bondzio | Mi, 2. September 2020 - 15:19

alles so weiterentwickelt, braucht sie kein Mensch mehr. Denn das was sie verkörpert, wird in anderen Parteien auch angeboten.
Lindner sollte sich vor Augen führen, dass das Sterbeglöcklein für seine Partei läutet. Wenn er sich weiter in die therapeutische Selbstvergewisserung rein steigert.
Es kommt schlecht an, wenn von jedem nur ein bisschen geboten wird. Herr Lindner sollte ins Auge fassen sich Wähler zu begeistern, die andere Inhalte als z.B. CDU oder Grüne bieten bevorzugen.
Man sagt ja auch „Weniger ist manchmal Mehr“...
Sehr genau nachdenken ist ja nun nicht schlecht, besser als Kobolde in die Welt setzen. Oder sich dauern entschuldigen zu müssen, bei Twitter und & nicht die richtigen Worte gefunden zu haben.
Das ist meine Vorstellung von politischen Dampframmen...schnell , vorschnell, Dampf ablassen. Wo sich so mancher Wähler dann aber zu heiß geduscht fühlt.

Andre Rusch | Mi, 2. September 2020 - 15:31

Tja Cl - man hat sich dran sattgesehen und -gehört. Gerade in der jetzigen Zeit, wo es Mode ist, zu rufen nach Verstaatlichungen, Enteignungen, Steuern rauf und Bildungsniveau runter (damit alle ein 1er Abi schaffen), oder einfach: mehr Staat für alle und alles, da ist ausser BlaBla und dem Willen zur Macht, sprich: dem Willen, endlich an die Futtertröge zu kommen, von der FDP nichts zu sehen. Lindner wurde im Lauf der Zeit zum Obama der FDP: schöne Reden, sonst so glatt wie alle anderen in diesem Betrieb. Wir machen alles, was Grün/Rot/Schwarz auch wollen, nur etwas langsamer? Dafür braucht keiner diese Partei. USP = Liberalismus - genau! Damit würde die Partei wieder Richtung 10% kommen, denn das hat sonst niemand mehr im Programm. Wahrscheinlich braucht es aber zu dieser Erkenntnis erst den Rausflug aus dem Parlament.

Ernst-Günther Konrad | Mi, 2. September 2020 - 17:40

Ja, die One-Man-Show, sie wird ihr Ende finden. Luthe und Kemmerich vergraulen. Frau Teuteberg wegmobben. Ständig die Fahne in den Wind hängen und Sprüche kloppen. Das mag in seinem Wahlkreis ankommen, aber die allein bringen keine 5% im BT.
Er mag ja ein netter Mensch sein, wirkt eloquent, rhetorisch klasse und er hat welche politischen Vorstellungen? Erinnert mich an Prof. Schnautz aus der Feuerzangenbowle: " Wie sie sehen, sehen sie sie nichts. Warum sie nichts sehen, werden sie gleich sehen." So wirkt auch Lindner und die FDP. Ab und zu Trommelwirbel, aber dann? Nichts.
Niemanden hochkommen lassen, immer und überall in die Kameras geschaut und nette Gespräche geführt, das war es.
Liberale Impulse geben, echte Opposition gegen die Groko -Fehlanzeige-.
Ihnen wurden die Themen durch die AFD geklaut, weil ihr zu feige seit, für Eure Themen einzustehen, weil ihr das Igittspiel der anderen mitgemacht habt. 2021 haben alle zu kämpfen, die schenken Euch dafür keine einzige Stimme.

Alexander Mazurek | Mi, 2. September 2020 - 20:07

... wegen und für die Macht wird die FDP eine jede Kröte fressen, ohne Ende. Liberalism is a mental disorder ...

Reinhard Oldemeier | Do, 3. September 2020 - 08:57

Das Problem der FDP ist die Lippen zu spitzen aber nicht zu pfeifen.
War es denn falsch von Herr Kemmerich, die Mehrheiten für den Ministerpräsidenten Von Thüringen zu beschaffen. Man hätte ja dann Gelegenheiten gefunden, wie eine Regierung zustande gekommen worden wäre. Es war eine gute Idee. Gescheitert ist es aber an den Medien und an den anderen Parteien. Flexibilität auf gewisse Situationen sind für viele Politiker ein Fremdwort. Es wäre ein Aufbruch gewesen, aus dem Einerlei des Politikbetriebes. Leider ist die FDP eingeknickt. Willy Brandt sagte einmal, man sollte mehr Demokratie wagen.
Ein gutes Argument für die FDP, sich einmal zu profilieren. Denn Liberalismus heißt auch andere Wege zu gehen.

helmut armbruster | Do, 3. September 2020 - 11:28

dann sucht man den Inhalt vergebens.
Lindner und die FDP stehen in dem selbst verschuldeten Verdacht, dass sie keine Inhalte zu bieten haben.
Dabei wäre es gerade für eine liberale Partei heute sehr einfach Themen zu finden und kämpferisch für sie einzutreten.
Aber vielleicht will man gar nicht kämpfen, vielleicht will man einfach nur an die Macht um der Macht willen.

Norbert Heyer | Do, 3. September 2020 - 11:47

Herr Linder wirkt auf mich wie der elegante Chefverkäufer von Herren-Maßbekleidung in einem Laden für gebrauchte Kleidung. Sein Ausstieg aus der unsäglichen Koalitionsverhandlung war seine letzte positive Aktion. Danach hat er mit personellen Fehlentscheidungen, Distanzlosigkeit in Corona-
Zeiten und Umgang mit unbotmäßigen Zeitgenossen viel Zustimmung verloren. Sein Meisterstück an Unterwerfung war die Widerrufung der demokratischen Wahl eines FDP-Ministerpräsidenten aufgrund eines Gestellungsbefehls der Kanzlerin. Viel tiefer kann man als vermeintlicher Liberaler nicht sinken. Das war höchstwahrscheinlich der Todesstoss der Partei von Heuss und Genscher, zwei Lichtgestalten der Liberalen, denen Herr Lindner haushoch unterlegen ist. Warum sollte man die FDP wählen? Alle sind nach links gerückt, auch die Union, nur die AfD macht auf Opposition, ebenfalls mit leichten Auflösungstendenzen. Hier könnte sich FDP positionieren, als Partei der Mitte, wo wieder Liberalität den Ausschlag gibt

Hans Schäfer | Do, 3. September 2020 - 12:05

Und erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Wenn das Wahlergebnis feststeht wird man uns, dem Souverän, egal wie gewählt wurde, den Wählerwillen mitteilen.