Ein Wahlplakat der SPD in Mainz
Ein Wahlplakat der SPD in Mainz / picture alliance / DeFodi Images | Marco Steinbrenner (Clemens Traub)

Kopf-an-Kopf-Rennen in Rheinland-Pfalz - Reicht die große SPD-Wohlfühlshow für den Sieg?

Die SPD regiert seit 35 Jahren in Rheinland-Pfalz. Alexander Schweitzer setzt auf Nähe und Wohlfühlwahlkampf, die CDU hofft auf den Durchbruch. Bildung, Migration, Wirtschaft und ein Beurlaubungsskandal machen die Wahl zum Kopf-an-Kopf-Rennen – mit Folgen bis nach Berlin.

Clemens Traub

Autoreninfo

Clemens Traub ist Cicero-Redakteur. Zuletzt erschien von ihm das Buch „Future For Fridays?“ im Quadriga-Verlag (Bastei Lübbe).

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Alexander Schweitzer hat bis zuletzt versucht, die Bundes-SPD aus seinem Wahlkampf herauszuhalten. Weit weg von den Umfragen, die die Partei bundesweit bei 14 Prozent sehen. Weit weg vom Koalitionsgerangel in Berlin. Und vor allem weit weg vom 5,5-Prozent-Debakel in Baden-Württemberg. Diese Strategie ist ihm bemerkenswert gut gelungen – die Aufholjagd der SPD in den rheinland-pfälzischen Umfragen macht das deutlich. Schon jetzt lässt sich sagen: Es ist einer der zentralen Erfolge dieses Wahlkampfs.

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IngoFrank | Sa., 21. März 2026 - 15:51

100% tiger Sicherheit ein Bündnis aus CDU & SPD geben, da die vom Wähler auch ausgestattete Mehrheit zwischen Schwarz + Blau, „noch“ der aufoktrouirten Brandmauer seitens Links Grün zum Opfer fallen muss, da ein Bündnis mit SPD, Grünen und möglicherweise den SED- Eben nicht reicht !
Wiederum eine LT Wahl, wo die Ergebnisse zwar in Nuancen noch offen stehen, aber die zukünftige Regierung einer GroKo bereits in Rheinland Pfalz in Beton gegossen ist. Völlig egal wer am Ende die Nase vorn hat, was letztlich keine Rolle spielt, eh eine Wichse.
Zwar gibt es für Schwarz Blau ebenfalls eine mehr als komfortable Mehrheit, die der Bürger mit seiner Wahl legitimiert hat, die aber noch der BM zum Opfer fallen wird.
Das einzig interessante an der Wahl ist die Frage, wie hoch der Zugewinn der Blauen ist, und wird die 20% Hürde überschritten und das sie sich somit als Wahlgewinner feiern lassen kann.
Aber sonst ? Im Westen nichts neues …..
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

Pest und Cholera heißt
Weiter so !
SPD und CDU schauen auf zum Himmel bleiben jedoch aneinander kleben.
Ändern tut sich nix, die Blauen werden ignoriert und das Land weiter zu Grunde gerichtet, sowie tot regiert.
Wenn der westdeutsche Wähler weiter so wählt, läuft der Osten der Republik ihm in Siebenmeilenstiefeln irgendwann davon.
Fazit:
Der Sozialstaat lässt die Ohren hängen und der Wähler-West sich weiter belügen vom letzten Parteisoldaten SPD Schweitzer und von einem CDU Kontrahenten der keinen Deut besser ist.
Jedoch merke:
Stetes tropfen höhlt den Stein und die AfD wird aufgrund massivem Stimmenzuwachs wahrscheinlich verdient als der wahre Wahlsieger hervorgehen.
SPD und CDU, die Titanic geht unter, während das Orchester noch spielt.

Hans Jürgen Wienroth | Sa., 21. März 2026 - 17:07

Was kann den Wähler bei einer Wahl motivieren, bei der sich ohnehin nichts an der Politik ändern wird? Die Hälfte der Wähler hat bereits per Brief gewählt, wenn man den Veröffentlichungen glauben darf. Diese haben von den „Skandalen“ ohnehin erst zu spät erfahren.

Ob nun der Amtsinhaber oder sein Herausforderer vorne liegt ist für den Bürger von marginaler Bedeutung. Dann kann der erfahrene Amtsinhaber weiter machen.

Es würde sich alles ändern, wenn ein Politikwechsel möglich wäre, aber so ist die Wahl von geringer Bedeutung. Dazu passt, dass es eine Personenwahl ist. Ob die CDU oder die SPD an der Spitze steht, ist unerheblich, denn Politik ist in unserem Land immer noch „alternativlos“ (links).

Noch, sehr geehrter Herr Wienroth, können wir unsere Stimme frei in die Urne schieben und noch so denke ich kommen Unregelmäßigkeiten nicht böswillig sondern aus Unachtsamkeit zu Stande außer vielleicht in Berlin wo eh manches anders ist als im „Rest“ der Republik.
Und durch die letzten Wahlen in der Nach Merkel Ära ist doch festzustellen das den etablierten Parteien nun wirklich langsam aber sicher ihr „Hinterteil auf Grundeis geht“ und das wird bei jeder Wahl mehr. Noch können sich CDU & SPD durch Brandmauern ihre politische Macht sichern, notfalls in einer All- Parteien- Koalition mit Grünen und den SED Erben.
Aber, sehen Sie sich doch Thüringen exemplarisch an:
Dr. mett CDU und seine Koalitionäre aus BSW (hat sich halbiert) und der SPD (derzeit knapp über 5%) an, die sich von einer immer weiter schrumpfenden SED Nachfolgepartei tolerieren lassen muss & einer AfD die an den 40% kratzt.

Armin Latell | Sa., 21. März 2026 - 17:14

leider nicht mehr zu helfen. Er wird auf jeden Fall weiter so wählen.

Stefan | Sa., 21. März 2026 - 17:57

Antwort auf von Armin Latell

Andrea Berg singt es ja treffend:
"Du hast mich tausend Mal belogen, doch ich würd's wieder tun mit dir heute Nacht."
Ein Schlagertext mit Parallelen zur Tagespolitik.
Ein Lied über Männer und Frauen denen es offensichtlich egal ist wenn man sie verarscht.

IngoFrank | So., 22. März 2026 - 13:07

Antwort auf von Stefan

Ich gebe es zu, mich plagt aus Altersgründen und in dem Bewusstsein das meine Lebensuhr tickt, der Gedanke, das der politische Wechsel nicht schnell genug realisiert wird, ist schon für mich auch belastend.
Sieht man aber den Zeitraum von 10 Jahren, die erst seit der Gründung der Oppositionspartei AfD vergangen sind, sind dich deren Ergebnisse beachtlich.
Im Osten durchgängig stärkste Kraft und im Westen zumindest einen Medaillenplatz zwischen Silber und Bronze…..
Heute könnte in RPf erstmalig die AfD mit 20% durchs Ziel gehen auf Medallienplat 3 und das wiederum auf jeden Fall.
MfG a d Erfurter Republik

Thomas Hechinger | Sa., 21. März 2026 - 17:54

Mich wundert die Darstellung „CDU gegen SPD“. Ich wette darauf, daß die Konstellation, die man früher Große Koalition nannte, die Wahl gewinnt. Ob Alexander der Große den Gordonischen Knoten nun durchhauen kann oder das tapfere Schniederlein den Schweitzer Käse auf einen Streich herunterschlingt – Märchen bleibt Märchen. Ein politikfreier Wahlkampf, der die Krisen, die das Land plagen, ausläßt, zaubert uns eine wundersame Welt, aus der wir dann am Montag, dem 23. März 2026, mit schwerem Kopf aufwachen. So scheint es, wollen es die Menschen in Rheinland-Pfalz mehrheitlich. Als Demokrat muß ich das akzeptieren, so schwer es auch fällt.

Noch einmal: Ich wette, daß die Große Koalition die Wahl gewinnt. Wer ist so todesmutig, dagegen zu wetten?

Urban Will | So., 22. März 2026 - 07:55

Menschen sich vom Prinzip des Einsteinschen Wahnsinns lossagen. Es wird alles bleiben wie es ist.
In trauter Runde reden zwar CDU-Mitglieder und -Wähler darüber, dass ein Bündnis mit den Blauen das beste wäre, aber das ist halt alles nur heiße Luft.
Wer etwas ändern möchte, muss AfD wählen. Das gilt in RLP genauso wie im Bund.
Die Ostdeutschen haben das kapiert und werden im Spätsommer dafür sorgen, dass die Wende beginnt. Selbst wenn es mangels eines oder zweier Mandate dann noch einmal „reicht“ für das Altparteien-Kartell und sich Papageien-Koalition aller möglichen Couleur bilden, um Blau die ihr vom Wähler zugeschriebene Macht vorzuenthalten. Es wird der Anfang sein vom Ende des Irrsinns in diesem Demokratie-spielenden Irrenhaus Deutschland.
Nicht weit von meinem Wohnhaus steht das Hambacher Schloss. Vor knapp 200 Jahren zeigten die Pfälzer dort, dass sie für Änderungen einstehen können. Hätten sie doch heute noch einen Funken des Spirits dieser Menschen von damals.

Angelika Sehnert | So., 22. März 2026 - 08:38

Es ist nicht gut,wenn eine Partei 35 Jahre regiert! Denn Regierungspolitik versteht sich in Deutschland ja kaum noch als Handeln zum Wohl des Landes, sondern als Möglichkeit zur kompromisslosen Umsetzung der eigenen Parteilinie. Da sind vor allem die Grünen Meister, die ihre Macht nicht nur politisch über eine Unzahl kleinstteiliger Gesetze zementieren, sondern auch gleich den passenden Personalbestand kreieren. Beides reicht weit über die Regierungszeit hinaus. Insofern würde sich kaum etwas ändern würde die CDU gewinnen. Alle Ministerien sind auf linksgrün gepolt, die SPD wird wieder in der Regierung sein. Wenn Wahlen nichts mehr ändern, lässt das viele Wähler an der Demokratie zweifeln. Wenn sich Parteien auch inhaltlich kaum unterscheiden und schon im Wahlkampf Rücksicht auf die Sensibilität des Gegners nehmen, dann schadet das der Demokratie. Man muss sich in der Sache hart streiten, aber anschließend doch zusammen regieren können. Wobei große Koalitionen per se von Übel sind.

Wolfgang Borchardt | Mo., 23. März 2026 - 08:35

Herr Schweitzer ist eine bekannte und geächtet Persönlichkeit. Nicht wenige haben möglicherweise wegen ihm SPD gewählt. Insofern hat er wünschenswert deutlich schlechteren SPD-Ergebnissen im Weg gestanden. Nun geht es so weiter weiter wie schon jetzt in der Bundesregierung: Die SPD bestimmt wo es langgeht. Und weiter wird sie ihre ideologische Agenda umzusetzen suchen. Und will nicht bemerken, wie sehr die an den realen Herausforderungen des Landes vorbeigehen und wie sehr sie der AfD zuspielt. Der SPD mag man nicht einmal mehr glauben, dass sie die AfD nicht mag