Das RKI und Corona - Die Folgen der Verharmlosung

Schon vor der plötzlichen Neubewertung zum Mundschutz war die Krisenkommunikation des RKI mangelhaft. Damit beförderte man die Tatenlosigkeit der Bundesregierung, anstatt das Land frühzeitig auf die Coronakrise vorzubereiten.

kommunikation-krise-rki-corona-covid19-statistik
Lothar H. Wieler ist das Sprachrohr des Robert-Koch-Instituts / picture alliance

Autoreninfo

Frank Lübberding ist freier Journalist und Autor.

So erreichen Sie Frank Lübberding:

Es gibt mehrere Möglichkeiten der Kommunikation. So kann man Inhalte bekömmlich verpacken, damit die schlechte Nachricht nicht allzusehr auf das Gemüt der Leser schlägt. PR-Experten kennen sich damit aus, nicht zuletzt auch die Politik. Deren Aktivitäten bestehen schließlich vor allem darin, staatliche Handlungen zu begründen, um sie vor dem Bürger zu legitimieren. Oder sie als Opposition zu kritisieren, um sich in zukünftigen Wahlen als bessere Alternative zu profilieren.

Eine andere Möglichkeit besteht allerdings darin, die programmatische Unklarheit hinter wohlgesetzten Worten zu verschleiern. Das dort verwendete Vokabular ist zumeist verräterisch. Dann will man stets Gefahren ernstnehmen, warnt aber zugleich vor Panik.

Angebot auswählen und weiterlesen

  • Monatsabo
    i
    Unsere Empfehlung
    • 4 Wochen gratis
    • danach 9,80 €
    • E-Paper, App
    • alle Plus-Inhalte
    • mtl. kündbar
     
    0,00 €
  • 3-Monatsaktion
    i
    • 3 Monate lesen, 2 zahlen für 19,60 €
    • danach 9,80 pro Monat, mtl. kündbar
    • E-Paper
    • alle Plus-Inhalte 
    19,60 €
Ernst-Günther Konrad | Do, 2. April 2020 - 16:54

Sie zitieren die Risikoanalyse aus der BT -Drucksache 17/12051 vom Sept. 2013. Mir fehlen nur in Ihrem Artikel die entscheidenden drei Fragen vor dem Hintergrund der nachfolgenden Erkenntnisse:
Die außergewöhnlich starke Grippewelle 2017/2018 hat nach Schätzungen rund 25 100 Menschen in Deutschland das Leben gekostet. Das sei die höchste Zahl an Todesfällen in den vergangenen 30 Jahren, wie der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, kürzlich mit Blick auf eine eigene aktuelle Auswertung erklärte. Es gebe auch saisonale Wellen mit wenigen Hundert Todesfällen.
( Quelle: Ärzteblatt 2019)
Frage 1: Wieso ist der Coronavirus letztlich gefährlicher, wie es die Influenza 2017/2018 war?
Frage 2: Wenn es eine dreistufige Infektionswellenanalyse gab, warum gibt es keine entsprechenden ressortübergreifenden Pandemiepläne, die all die Problem vorgedacht haben, die wir jetzt haben?
Warum diesmal solche Maßnahmen, wenn die Influenza weltweit mal stark mal weniger stark auftritt?

An Grippe stirbt kaum jemand dessen Immunsystem nicht schon aus anderen Gründen geschwächt war. An Covid-19 können auch robuste Menschen binnen Tagen sterben. Eine Grippe produziert auch nicht so viele Schwerkranke, die nur mit Intubation und Beatmung eine Überlebenschance haben. An Grippe sterben auch nicht in erschreckender Zahl Ärzte und Krankenhauspersonal, dass Infizierten ausgesetzt war, ohne ausreichend geschützt zu sein. Die Mediziner sagen bisher, dass es ganz besonders darauf ankommt welche Dosis an Viren jemand abbekommt, und welchen Schaden diese dann kurzfristig in den Lungen anrichten. Covid-19 ist keine Grippe. Die Zahl der Toten ist nicht der alleinige Faktor des Problems.

ich rede von der Gegenwart. Die Zahlen heute bei uns sind vergleichbar mit den Zahlen vor 1 1/2 Wochen in Italien. Da lagen die Patienten auch schon auf den Gängen und in Zelten. Schauen Sie sich die heutigen Auslastungen der deutschen KH aktuell im Internet Seite der DIVI -Intensivregister an. Weit und breit nicht mal ein Hauch von Überlastung. Das deckt sich mit den Berichten von Bekannten (Ärzten und Krankenschwestern)in meinem Umfeld. Aussagen- eigentlich nichts los. Ich empfehle mal die Realität zu betrachten und nicht die völlig durchgeknallten MSM und hirnlosen Politiker. Nur eine Hypothese? Kann es sein das besonders chaotische Zahlen aus Spanien und Italien besonders hilfreich bei der späteren Verteilung des Hilfskuchens sind?

An meinem Wohnort, eine Landeshauptstadt, ist das öffentliche Krankenhaus voll. Man soll ca. 80 Corona-Patienten haben, ca. 15 davon in der Intensivstation. Gleichzeitig sollen aber ca. 60 Mitarbeiter des Krankenhauses und Patienten anderer Abteilungen auch infiziert sein. Ganz so komfortabel ist die KH-Ausstattung und Kapazitätsreserve offenbar nicht überall.

Ihre Beobachtung kann ich nur bestätigen .Während unser Klinikum vor 2 Jahren verzweifelt versucht hatte die an verschiedenen Grippeviren Erkrankten auch in verschiedene Krankenzimmer zu legen, sie hätten sich sonst ja gegenseitig angesteckt, ist diese Auslastung momentan noch nicht gegeben. Man dachte damals sogar über die Anmietung von Räumlichkeiten außerhalb der Klinik nach. In der Saison2017 /18 war das Problem eine nicht ausreichende Impfabdeckung. Jedes Jahr versucht man anhand des in Asien aufgetretenen Erregers den Impfstoff anzupassen. Grippeerreger verändern sich ständig ,deswegen wird jährlich geimpft .Der prognostizierte Erreger wurde falsch eingeschätzt und auch Geimpfte -inklusive Krankenhauspersonal-steckten sich an. Personell und auch räumlich gerät ein Krankenhaus dann schnell an seine Grenzen. Immerhin wurde jetzt auf 40000 Intensivbetten aufgestockt, während andere europäische Länder nur über 3000 - 4000( Italien) verfügen.

Vorab: Die oder das RKI betont dies immer wieder, um von ihrer völligen Fehleinschätzung hinsichtlich Corona abzulenken!
Unbedingt anschauen die Sendung: " Kontrovers - Die Story: Corona in Bayern. Eine Chronologie"!
-zu Frage 1: weil die Sterberate erheblich höher ist als die bei einer Influenza! Und es sind keine keine körpereigene Abwehrkräfte vorhanden. Und, kein Impfstoff o. Medizin.
-zu Frage 2: D. mußte doch erst mal die Welt retten. Nee, im Ernst. Hat doch keiner von den Fach(-idioten)für Ernst genommen. Das Kind muss doch erst immer in den Brunnen fallen bevor bei uns reagiert wird! Agieren-was ist das denn?
zu Frage 3: weil die Angelegenheit aus dem Ruder gelaufen ist. Ich glaube nicht, dass die "Maßnahmen" aus heiteren Himmel getroffen werden. Und es fehlt ja an Allem:
Masken, Schutzkleidung etc.
Es muss nach der Krise alles auf dem Tisch und wirkliche Konsequenzen geben.
Es ist ein "Staatsversagen" reihum!
Tutto andra bene

Kann ich sonst allem zustimmen, so befriedigt mich die Antwort zur Frage 1 nicht.
Bislang sind die Infizierten Zahlen und die Todeszahlen in D nicht annähernd bei dem was die Influenza 2017/2018 angerichtet hat.
Derzeit für D also deutlich geringer. Herr Kopp führt an, dass die Todesrate nicht entscheidend ist und begründet dies. Das ist mir einleuchtender.
Die Todesraten anderer Länder hören sich natürlich dramatisch an und ich will den Ernst der Lage nicht anzweifeln. Aber im Vergleich eines jeden Landes sind deren Todesraten, soweit ich das recherchieren konnte in der Jahresgesamtschau eines jeden Landes in der EU im "normalen" Bereich. In Italien kommt hinzu, das weis ich von Italienern, sind die Alten dort generell Krankenhäusern sehr skeptisch gegenüber, werden meistens zu Hause gepflegt und gehen nur, wenn sie es nicht anders können, in ein Krankenhaus. Norditalien hat überproportional viele alte und vorerkrankte Menschen, das bestätigte mir gestern tel. eine ältere Italienerin.

Michaela 29 Diederichs | Do, 2. April 2020 - 17:17

Hatte die CH nicht schon Ende Januar den Karneval abgesagt und Venedig hat Mitte Februar nachgezogen? Da ging das Abriegeln in Italien los. Und weder RKI noch Politik haben daran Handlungsbedarf abgeleitet? Hü und Hott beim RKI. Gehen so vertrauensbildende Maßnahmen? Alles nur schlecht kommuniziert? Ich bin maximal verunsichert.
https://www.welt.de/wissenschaft/article206979269/Corona-Robert-Koch-In…

Horst Kessler | Do, 2. April 2020 - 18:38

In reply to by Michaela 29 Di…

Aufwachen und handeln war nicht so sehr das Ding unserer Politiker und den Leuten von RKI . Die lagen noch im Bett den Wecker haben sie zwar gehört drückten aber so oft die Snooze Taste bis sie aus den Träumen gezerrt wurden.Aber auch dann glichen unsere Politprofis und Viren Experten einem aufgescheuchten Hühnerhaufen. Aber was taten unsere Medien,sie zeigten mit dem Finger auf Italien,Frankreich,England und USA und wurden nicht müde zu erklären dass Deutschland weit von solchen Zuständen entfernt .Forscher und Politiker wurden zu Medien Stars.So nun genug muss früh aufstehen um noch ein Päckchen Klopapier zu ergattern.Armes Deutschland :-(

Hans Jürgen Wienroth | Do, 2. April 2020 - 17:37

In meinem Berufsleben habe ich gelernt, immer vom negativsten auszugehen und diesen Fall abzusichern, ohne damit gleich Panik zu verbreiten. Damit war ich bei einem Problem in jedem Fall auf der sicheren Seite, auf alles vorbereitet und konnte in Ruhe das Ausmaß auf wissenschaftlicher Basis ermitteln.
Im Falle von Corona gab es bereits Informationen über die Gefährlichkeit des Virus aus China. Man hätte die einfachen, nicht restriktiven Maßnahmen von dort erst einmal übernehmen können. Das wären z. B. Temperaturkontrollen an den Airports und die Verfügbarkeit von Schutzmasken gewesen. Stattdessen hat das Gesundheitsministerium die Gefahr verharmlost und die Hände in den Schoß gelegt. Dann folgte der „Shutdown“ Anfang März, als der mediale Druck zu groß wurde. Der Erfolg bleibt abzuwarten.

Joachim Kopic | Do, 2. April 2020 - 19:27

In reply to by Hans Jürgen Wienroth

... mit rechtzeitigen(!) Aktionen:
Erst nicht reagiert oder kleingeredet, als sich das Fiasko in Italien schon abzeichnete ... dann keine wirklichen Kontrollen der "Heimkehrer" an den Flughäfen und weiterhin Flugzeuge aus dem Iran landen lassen ... letzteres wurde - wenn man es glauben darf - endlich gestrichen.
Frag mich nur, warum er in den Öffentlich-Rechtlichen so "lasch" kritisiert wird, kann es mir aber denken - jetzt, wo der "Merz äh März" fast schon Geschichte scheint ...

Werner Peters | Do, 2. April 2020 - 19:28

Man greift sich nur noch an Kopf: Der Münchner Merkur macht heute mit der Schlagzeile auf: "Merkel warnt vor Maskenpflicht. Kann zur Virenschleuder werden." Am selben Tag ändert das RKI seine bisher ablehnende Haltung und empfiehlt plötzlich das Tragen von Masken, was die asiatischen Länder schon seit X-Zeiten erfolgreich bei solchen Pandemien machen. P.S. Seit wann ist Frau Merkel eigentlich Medizin-Expertin ?

behaupte, dass A. Merkel es nicht gut mit uns meint – jeder Mensch kommt ohne Papiere nach D rein, aber nicht wieder raus. A. Merkel: "Es steht nicht in unserer Macht, wieviele Menschen überhaupt zu uns kommen werden." Sie warnt nun aktuell vor einer Maskenpflicht. Ich traue dieser Frau keinen Millimeter weit. Sie ist alles andere als die Landesmutter, die es nur gut mit uns meint. Nun ist sie in Quarantäne? Wirklich? Vielleicht einfach nur abgetaucht, wie so oft, wenn es brenzlig und schwierig wird.

Das Robert-Koch-Institut ist eine Bundesbehörde und untersteht dem Bundesministerium für Gesundheit.
Herr Wieler wird wohlweislich nichts veröffentlichen, was nicht mit Gesundheitsminister Spahn abgesprochen ist, oder politisch nicht gewollt ist.
Was politisch gewollt ist bestimmt Bundeskanzlerin Merkel.
Herr Wieler kennt den Fall Maaßen!

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr, 3. April 2020 - 09:23

wer derzeit Chef im Bundeskanzleramt ist. Manche fallen bei mir durchs Raster, je nachdem, womit ich mich befasse oder ich habe Wechsel nicht mitbekommen.
Nun erfahren ich von der Welt, dass Herr Brauns Mediziner ist und ihm vertraut die Bundeskanzlerin.
Normalerweise verlange ich von Politikern* keinen medizinischen Durchblick, aber jetzt denke ich doch, dass wir diskutieren sollten.

Wolfgang Tröbner | Fr, 3. April 2020 - 09:27

Sie bringen es auf den Punkt, Herr Lübberding. Unsere Behörden schlafen und zwar immer dann, wenn unmittelbares tatkräftiges Handeln zwingend erforderlich wäre. Aber war das schon mal anders? Gab es irgendeine für das Land und seine Menschen gefährliche Situation in den letzten Jahren, wo man den Behörden vorausschauendes umsichtiges Agieren bescheinigen konnte? Ich kenne kaum eine. Immer wurden sie erst dann aktiv, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen war. Stichwort Hochwasser. Es bedurfte erst des verheerenden Elbhochwassers, damit sich die Behörden auf Hochwasser anderer Flüsse vorbereiteten. Stichwort Terroristen. Es brauchte erst des Anschlags auf dem Breitscheidplatz in Berlin. Und jetzt die Corona-Krise. Wie gut die Behörden tatsächlich darauf vorbereitet sind, zeigen sie tagtäglich. Damit will ich die großartige Leistung unseres Gesundheitssystems keineswegs in Abrede stellen. Es sind immer die einzelnen Menschen, die tatsächlich etwas bewirken. Aber unsere Beamten?

Behörden sind an Gesetz und Recht gebunden. Dadurch können sie nicht vorausschauend umsichtig Agieren. Diese Aufgabe obliegt den Stellen, die die Gesetzinitiative inne haben. Dass sind BT & BR mit Stellungnahme der BR und die BReg. mit Stellungnahme des BR. Ihr Vorwurf gegenüber den Behörden ist unredlich.

Romuald Veselic | Fr, 3. April 2020 - 12:23

dass man die Fasching/Karnevalzüge nicht stoppte, wie man es davor, bei Orkanbedrohung machte.
Dann: Das Lavieren zw. 500 o. 1000 Mann Versammlungen. Die Frage: Wodurch sollte eine Menschenansammlung von 500 Personen, weniger gefährlich sein, als von 1000? Wessen debile Schnapsidee war das?
In D versagten nicht nur die Politixs, sondern auch die Medien, die sich m. den Gefahren zw. Iran/USA beschäftigten, wobei an allem, wer sonst, der Donald T. Schuld trägt. Nicht die Faschomullahs in Teheran.
Irgendwann wird in D-Media-Spektrum, Donald T. auch für die Existenz schwarzer Löcher im All verantwortlich.
Mich interessiert die D-Mediale Ambivalenz, gegen nicht nach D-Norm agierenden ausländischen Politiker, generell nicht.
Übrigens; wieso wird in D-Medien nicht darüber kolportiert, was gestrige EuGH Verurteilung v. PL, CZ u. H in den betroffenen Ländern an Reaktionen hervorrief?
In diesen Ländern werden jetzt Monumente aus gestreckten Mittelfingern Richtung Brüssel/Luxemburg aufgestellt.

Horst Kessler | Fr, 3. April 2020 - 18:23

Dann muss es auch Schuldige geben! Leute die täglich im TV als Politiker und Gesundheitsexperten präsentiert werden haben sträflich ihre Aufsichtspflicht verletzt .Wenn ein Kind in den Brunnen fällt dann stehen die Eltern meist wegen unterlassener Aufsichtspflicht vor Gericht

Horst Kessler | Fr, 3. April 2020 - 21:21

2019 wurden in Deutschland noch fast 5 Millionen PKW hergestellt 2020 ist Deutschland nicht mal in der Lage Schutzkleidung und Schutzmasken für Mediziner und Pflegekräfte herzustellen.Der Gesundheitsminister soll Deutsche Textil unternehmen zur Herstellung verpflichten.