Köln und die Kanzlerin - Wir dürfen angesichts der Fakten nicht abstumpfen

Es gibt Nachrichten, die gar nicht richtig im öffentlichen Bewusstsein ankommen. Zwei Beispiele sind die jüngsten Informationen über sinkende Flüchtlingsboote und über die Täter von Köln

In der Silvesternacht waren am Kölner Hauptbahnhof Frauen sexuell belästigt und ausgeraubt worden
In der Silvesternacht waren am Kölner Hauptbahnhof Frauen sexuell belästigt und ausgeraubt worden / picture alliance

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Christoph Schwennicke ist Chefredakteur des Magazins Cicero.

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Bundeswehrsoldaten, die in den Auslandseinsatz geschickt werden, lernen in ihrer Vorbereitung, besonders auf der Hut zu sein vor dem schlimmsten Feind, der erstmal keine Kalaschnikow trägt. Der schlimmste Feind des Soldaten im Einsatz ist die schleichende Gewöhnung, die Routine des Alltags, die am Ende zur Unachtsamkeit führt. Und dann im entscheidenden Moment lebensgefährlich sein kann.

Diese schleichende Gewöhnung an den Ausnahmezustand erleben wir gerade auch im Zusammenhang mit den Flüchtlingen. Relativ routiniert werden Meldungen abgedruckt, wonach hier und dort wieder ein Boot gesunken sei – mit möglicherweise Hunderten Toten. Dabei hatte vor nicht einmal zehn Monaten ein toter Junge am Strand von Bodrum die Emotionen und auch die politische Debatte in Wallung gebracht. Heute bleibt es beim Einspalter, wenn Hunderte sterben.

Wie an den Küsten des Mittelmeers verhält es sich mit der Silvesternacht von Köln. Auch sie hatte, wie der tote Junge von Bodrum, die Emotionen und die politische Debatte in Wallung versetzt. Wahrscheinlich war Köln sogar der Wendepunkt dessen, was unter der Chiffre Willkommenskultur subsumiert wird.

Die Silvestertäter kamen mit der Flüchtlingswelle

In den Tagen nach Köln gab es die einen, die vor frühen Urteilen über die Herkunft der mutmaßlichen Täter, genauer: der sexuellen Belästiger und Vergewaltiger, warnten. Und es gab die anderen, die die Kölner Exzesse als schlagenden Beweis für den Kontrollverlust nach der Politik der offenen Grenzen der Kanzlerin ansahen. Und es gab die Vermutung, woher sie immer stammte, dass die so genannten „Antänzer und Grapscher“, wie es gemessen an den Vorgängen euphemistisch hieß, schon länger in Deutschland gelebt hätten. 

Vergangene Woche nun wurde der Bericht des Bundeskriminalamtes zu Köln bekannt. Und mit ihm sind dann alle Interpretationsspielräume perdu, die bisher blieben. Es ist damit amtlich. Die Silvestertäter kamen mit der Flüchtlingswelle ins Land. Rund 70 Prozent der ausländerrechtlich erfassten nichtdeutschen Tatverdächtigen seien zum Tatzeitpunkt weniger als ein Jahr im Land gewesen, schreiben die Kriminalbeamten in ihrer Lageübersicht. Danach kamen 15,3 Prozent der Tatverdächtigen aus Syrien, 11,9 Prozent aus Algerien und 10,1 Prozent aus Marokko, gefolgt von Irakern, Serben und Tunesiern.

Mit anderen Worten: Das, was viele Augenzeugen unmittelbar danach ausgesagt hatten, bewahrheitet sich nun, ist nunmehr ermittlungsseitig bestätigt.

Ist es auch hier die Macht der Gewohnheit? Die Abgestumpftheit? Jedenfalls hat diese wichtige Nachricht nicht den breiten Raum eingenommen, wie es nach den hitzigen Debatten zu Köln angemessen gewesen wäre.

Verantwortung liegt bei Merkel

Denn diese Fakten sind essenziell, um die Frage der politischen Verantwortung für die Misshandlungen von Köln zu beantworten. Und mit diesen Informationen liegt die politische Verantwortung nicht mehr nur und in erster Linie bei der nordrhein-westfälischen Landesregierung, in der die Ministerpräsidentin eine ziemlich abstruse eidesstattliche Versicherung abgegeben hat und danach dafür bürgt, drei Tage nach der Silvesternacht keinen Kontakt mit dem Innenminister oder den zuständigen Behörden in der Causa Köln gehabt zu haben.

Mit diesem Hinweis, die große Mehrheit der Täter  sei über die Flüchtlingsroute gekommen, liegt die politische Verantwortung für Köln nicht zuerst bei Hannelore Kraft, sondern bei Angela Merkel. Bis zu ihr und der unkontrollierten Grenzöffnung Ende August, Anfang September vergangenen Jahres führt nun offiziell belegt die Kausalkette von Köln. Denn es mag wohl sein, dass so etwas auch ohne Merkels Agieren hätte passieren können. Die Wahrscheinlichkeit wäre aber ungleich geringer.

 Nicht zur Tagesordnung übergehen

Das gilt auch für den Fall der drei Männer, die einen Anschlag auf die Düsseldorfer Heinrich-Heine-Allee geplant hatten, der von den Sicherheitsbehörden vereitelt wurde. Denn auch diese drei sind erwiesenermaßen über die Balkanroute, die inzwischen andere Staaten dichtgemacht haben, nach Deutschland gekommen. Zu Klarstellung: Dass sich Attentäter in den Strom unbescholtener Menschen begeben haben, ist nicht den Flüchtlingen anzulasten. Die Verantwortung liegt bei denen, die den unkontrollierten Strom zugelassen haben.

Man sollte in diesen Fragen nicht zu schnell zur Tagesordnung übergehen, auch nicht in Zeiten einer Fußball-EM, die scheinbar wichtiger ist als alles andere für die nächsten vier Wochen. Und diesem über die Rheinische Post bekannt gewordenen Bericht des Bundeskriminalamtes ist in der allgemeinen Wahrnehmung nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt worden. Weder in der Sache. Noch in ihrer politischen Implikation.

Wir sollten nicht abstumpfen. Nicht bei furchtbaren Meldungen über gekenterte Boote im Mittelmeer. Und nicht bei wichtigen Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden, die jede wie auch immer motivierte Spekulation beenden.

Michael Günther | Di, 14. Juni 2016 - 15:07

Ein Plädoyer dafür, was man nicht machen soll, ist keine Stellungnahme.

Für welche Obergrenze ist der Autor? Wenn er für keine weitere Milliarde Zuwanderer ist, dann ist er für eine Obergrenze. Für welche bitte?

Ich bin für keine weitere Zuwanderung. Die Grenzen sollten ab jetzt dicht gemacht werden und zur Not mit Gewalt geschützt werden. Und eine Abmachung mit der Türkei über Visafreiheit für alle Türken lehne ich ab.

Wenn der Autor eine höhere Zahl als 0 hat, können wir darüber reden und eine für alle annehmbare Lösung finden. Nicht akzeptabel hingegen ist die Feigheit, sich mit allgemeiner Ermahnung aus der Affäre zu ziehen.

Johannes Berning | Mo, 20. Juni 2016 - 11:27

In reply to by Michael Günther

Solange das Selbstverständnis unserer Eliten so ist das das "wir schaffen das" nur für die Mehrheit der Bevölkerung gilt, die kein nennenswertes Vermögen besitzen(und das zu schaffen haben über die Verwässerung der sozialen Sicherungssysteme, Mietwohnraumverknappung etc.) sollte die Politik der offenen Grenzen schnellstens beendet werden. Unser Eliten schaffen für sich an(der RA u. Notar der als gerichtlich bestellter Betreuer einer alten sehr vermögenden dementen Dame(weder verwandt u. verschwägert) und als CDU Ratsherr in einer Großstadt im Ruhrgebiet gleich für ein Testament auf seinen Namen gesorgt hat, oder der
stadtbekannte Architekt, der einem als Mieter und Arzt stolz erzählt wie er das Bauamt für sein Ferienhaus in einem NS-Gebiet in Rügen betrogen hat.
So sieht die Realität in Deutschland aus - und die Realität des wir schaffen das.

Bettina Sonnenfeld | Di, 14. Juni 2016 - 15:44

Düsseldorf, japanisches Feuerwehr, junger Mann wird von einer Gruppe nordafrikanisch aussehender Männer zu Boden getreten, als er seiner Freundin zu Hilfe eilt.
Darmstadt - Festival, mehere junge Männer mit nordafrikanischen Aussehen grapschen junge Mädels an.
Heute: Innenminister Jäger (NRW) klagt darüber, dass mindestens 1.300 Maghrebs nicht abgeschoben werden, da das Abkommen zur Rückführung nicht greift.
Weiter im Text: Die Schweiz fürchtet unkontrolliertes Durchreisen von Flüchtlingen in Richtung Deutschland.
und weiter gehts: Unkontrolliertes Einreisen von Flüchtlingen über die Ostgrenze. Die Bundespolizei hat zu wenig Personal.
In unserem Land läuft gar nichts.
Die Einbruchszahlen sind sprunghaft angestiegen, es wird nur 1 Täter von 100 Tätern gefasst.
Migranten klagen wegen Untätigkeit gegen das BAMF.
Kommunen blockieren privaten Wohnraum für Flüchtlinge, die noch keinen Asylantrag gestellt haben.
Die Realität überrollt uns täglich auf allen Kanälen mit Beispielen von Unfähigkeit, Untätigkeit und roher Gewalt.

Gertrud Franke | Di, 14. Juni 2016 - 16:19

Nun ja,es gibt Nachrichten, die dem Bürger gezielt vorenthalten werden. Oder eben nur scheibchenweise veröffentlicht werden. Und es gibt Nachrichten die gezielt positioniert werden. Wie die sinkenden Flüchtlingsboote. Die dem Bürger Mitverantwortung und Mitschuld einreden sollen. Aber es gibt eben inzwischen auch viele Möglichkeiten für den mündigen Bürger sich zu informieren und sich eine eigene Meinung zu bilden!

Andi Schirm | Di, 14. Juni 2016 - 16:41

Erstaunlich wie hier stets der Deutsche mit dem Einwanderer gleichgesetzt wird. Meiner Meinung nach, haben nicht beide das gleiche deutsche Recht. Man kann zwar man eine Ausnahme machen. Aber nicht eine Million.
Der Autor hat nicht das Recht, anderen Deutschen vorzuschreiben, wie viele Flüchtlinge sie aufzunehmen haben. Es ist nicht die Schuld von uns Deutschen, dass sich Ausländer auf eine gefährliche Bootsreise begeben. Das ist zu 100% deren Problem.
Wer helfen will, soll spenden oder persönlich Flüchtlinge aufnehmen und nicht von der Allgemeinheit fordern, da mal was zu machen. Nur weil wir in einer Demokratie leben, hat man nichts das Recht, anderen ständig reinzureden. Eine Verteidigung der deutschen Souveränität würde gut tun, anstatt ständige Wiederholung, dass man nun mal Mitleid haben müsse.

Karola Schramm | Do, 16. Juni 2016 - 18:59

In reply to by Andi Schirm

Hallo, Herr Schirm. Sie schreiben: "Es ist nicht die Schuld von uns Deutschen, dass sich Ausländer auf eine gefährliche Bootsreise begeben. Das ist zu 100% deren Problem."
Ist es leider nicht. Denn diese Ausländer fliehen vor Krieg, Hunger, Dürre oder vor allen drei, an denen wir, als Europäer mit schuldig sind.

Krieg: Unsere Waffen, unsere Ausbilder, Weg frei bomben für seltene Erden, die in den Böden Afrikas vorkommen und von unserer Wirtschaft gebraucht werden.

Hunger: Elend, Armut. Vielen Bauern und Fischern wird durch das EU-Verhalten z.B. billige Hähnchenteile, die hier keiner mehr kaufen will, zu Spottpreisen in arme, afrikanische Länder zu verschicken, womit den einhimischen Bauern das Einkommen fehlt. Ebenso schlecht geht es den Fischern. Europäische Fangflotten, von deutscher BW geschützt, fischen den dortigen Fischern die Fische weg. (Gut, die BW ist wegen der Piraten da. Weiß man aber, dass diese Piraten ehemalige Fischer sind, sieht die Sache anders aus.)

Dürre: hat mit dem Klimawandel zu tun, an dem alle westl.Länder mit ihren Großindustrien, Autos, Abgasen etc. beteiligt sind. China zählt inzwischen auch dazu.
Sie sehen, dass man in dieser Zeit, in der fast alles global abläuft, ein Rädchen ins andere greift.
Wir haben leider auch Schuld an diesen Zuständen. Nicht vielleicht als Einzelperson, doch für die Politik, die hier gemacht wird, zum Nachteil anderer Länder, haben wir mitzuverantworten.

Barbara Kröger | Mi, 22. Juni 2016 - 09:38

In reply to by Karola Schramm

Liebe Frau Schramm, ganz so ist es nun auch wieder nicht. Die deutsche Bevölkerung trägt nicht an allem Unglück und Elend dieser Welt Schuld. Dürrekatastrophen, Überschwemmungen, Schneekatastrophen, usw. hat es in der Geschichte immer wieder gegeben. Auch in Zeiten, in denen der Mensch noch gar nicht agieren konnte. An der gegenwärtigen Situation im Nahen Osten sind auch die Völker dieser Regionen nicht ganz unbeteiligt. Aber es ist natürlich einfacher, die Schuld immer bei den Anderen zu suchen. Und die Deutschen sind auf Grund ihrer Geschichte und Mentalität geradezu ideal als Sündenbock für alles Elend dieser Welt.

Bernd Fischer | Di, 14. Juni 2016 - 18:56

„Daß man sich mit der Übernahme von Verantwortung auch übernehmen kann, zeigt das deutsche Asylrecht. Die Zahl der Menschen auf der Welt, die aufgrund echter Gefahr für Leib und Leben dieses Recht in Anspruch nehmen könnten, ist so groß, daß dies den Zusammenbruch unseres Staatswesens zur Folge haben könnte, wenn auch nur ein erheblicher Prozentsatz von ihnen dies täte. Hier gilt zweifellos der Satz des Evangeliums, daß der, der einen Turm bauen will, gut daran tut, zuvor die Kosten zu berechnen. Menschenrechte auf bestimmte Leistungen anderer Menschen können immer nur bedingte Rechte sein, denn die Erfüllung setzt erstens immer voraus, daß es Subjekte entsprechender Pflichten gibt, die diese Leistungen zu erbringen auch imstande sind, und es setzt voraus, daß diese Subjekte nicht vielleicht durch vordringlichere Pflichten an der Erfüllung dieser Ansprüche gehindert sind. Abwehrrechte hingegen, die andere nur dazu verpflichten, bestimmte Handlungen zu unterlassen, sind jederzeit erfüllbar. Sie sind daher strikter als jene. Es ist sehr folgenreich, wenn man – wie es die Marxisten tun – diese Rangordnung umkehrt und die elementaren Freiheitsrechte des Menschen seinen Ansprüchen auf soziale Leistungsgarantien unterordnet.“

Roman Urich | Di, 14. Juni 2016 - 19:18

Die Verantwortung liegt nicht nur bei Merkel. Es sind auch Journalisten wie sie schuld. Besser gesagt, die Unfähigkeit zu simpler Logik. Man kann nicht Alles zugleich haben.

Nehmen wir an, dass Deutschland eine Obergrenze einführt und den Rest abweist. An den Versuchen über das Meer zu gelangen, würde sich nicht grundsätzlich Etwas ändern. Menschen nehmen auch die Lebensgefahr in Kauf, um an ihr Ziel zu gelangen.

Lässt man wie Merkel faktisch die Tore offen, verliert man die Kontrolle. Man kann nicht erwachsene Menschen, die in Scharen kommen, in kürzester Zeit umerziehen. Die Realität besteht darin, dass einen guten Teil der Normen vor denen sie fliehen, mitbringen. Wobei ,man hier nicht davon ausgehen muss, dass diese Normen verurteilt werden. Man flieht vor den Folgewirkungen der Einstellungen jener Gesellschaften, nicht vor den Normen selbst. So viel Selbstreflektion kann man Menschen nicht unterstellen. Wäre es Dort wie hier, wären die Leute nicht hier.

Nach reiner Logik, die von dem Axiom ausgeht, dass jeder Mensch aus einem autoritären System oder Bürgerkriegsland, einen Anspruch auf Aufnahme hätte, bräuchte es auch wieder keine Boote. Ein simpler Antrag bei der deutschen Botschaft müsste genügen. Dann hätten wir allerdings bei breiter Auslegung einige Milliarden Menschen mit so einem Anspruch. Bei enger Auslegung, etwa 50 Millionen jährlich.

Wenn der Anspruch die Magie des deutschen Bodens bedarf, um umgesetzt zu werden, haben wir auch Risse in der Logik. Es kommen keine Menschen über die Nordsee. Die Menschen passieren vorher Länder der EU, von denen der deutsche Staat ausgeht, dort drohe keine Lebensgefahr. Theoretisch müssten 99% der Leute zumindest in die Nachbarländer abgeschoben werden.

Man kriegt nicht die beste aller Welten, in der man sich nicht mit Blut befleckt und gleichzeitig die eigene Gesellschaft überleben lässt. Man kann einem kleinen der Menschen aus humanitären Gründen jährlich aufnehmen. Wobei man sich bewusst sein muss, dass sie trotzdem schwer in die hiesigen Verhältnisse einzufügen sein werden. Diesen kleinen Teil holt man direkt aus den Flüchtlingslagern ab, nach festgesetzten Kriterien, die dennoch insofern willkürlich sein werden, weil Menschen mit dem gleichen Hintergrund jedes Jahr eben nicht aufgenommen werden.

Der Rest muss an der Grenze abgewiesen werden, bzw aus den Booten gefischt, auf Inseln zeitweilig interniert und dann abgeschoben werden. Das würde die Zahl der Ertrunkenen reduzieren. Gänzlich beseitigen würde es das Ganze nicht.

Diese Art von Härte wird der Autor nicht einmal verbal aufbringen können. Dann soll er dann doch es Bitte lassen, von der Kanzlerin die Quadratur des Kreises zu verlangen.

Die Kanzlerin versucht schon gerade ihr Bestes, nach den Torheiten des Sommers. Man übt Druck auf die Nachbarn aus, damit sie die Einwanderer schon lange vor der deutschen Grenze "freiwillig" abfangen. Deutschland aber zugleich behaupten kann, dass Asylrecht in der jetzigen Form weiterhin ausführen zu können: "Jeder Bedürftige hat einen Anspruch auf Aufnahme, wenn er den Hürdenlauf nach Deutschland schafft"

Es wird zwar wahrscheinlich scheitern, da die Nachbarn diese Art von Heuchelei wahrscheinlich nicht fressen werden, nur seien sie zumindest dankbar. Ihr gutes Gewissen bleibt gewahrt. Man kann auch weiterhin bequem das Unmögliche verlangen.

Thomas Schwab | Mi, 15. Juni 2016 - 01:05

Was hätte eine Kontrolle der Flüchtlinge denn geändert? Hätte man damit die Taten dieser Wenigen vorhersagen können? Oder ist die Behauptung einfach, dass ein gewisser Prozentsatz der Flüchtlinge auf jeden Fall ein Sexualstraftäter wird und 0.01% von 1000 nunmal weniger sind als 0.01% von einer Million und die Polizei in NRW somit alles im Griff behalten hätte? Sorry, aber so funktioniert diese Statistik leider nicht.

Robert Müller | Mi, 15. Juni 2016 - 05:31

Ihre Schlussfolgerung ist falsch! In dem Bericht steht nichts zu Köln. Die Aufschlüsselung der "ausländerrechtlich erfassten nichtdeutschen Tatverdächtigen" ist zwar richtig, aber es fehlt die Verbindung zu Köln. Alleine schon deshalb, weil die Polizei zwar einige wenige Täter gefasst hat, die aber nur wegen Diebstahl verurteilt wurden. Die Täter von Köln könnte auch Marsianer sein, ohne dass man sie fasst, weiß man es nicht. Übrigens, die Grünen halten aktuell eine Rückführung in den Maghreb für unzumutbar und blockieren dadurch wahrscheinlich das Gesetz in der Länderkammer. Dann werden auch wieder mehr kommen, als zuletzt.

Petra Schaefer | Mi, 15. Juni 2016 - 08:39

Danke der Redaktion für diesen ehrlichen Artikel. Schon lange vermisst man diese Form der Berichterstattung in den Medien. Wenn wir für unsere Freiheit nicht einstehen - und dazu gehört auch die Freiheit der Medien - werden wir sie verlieren.

Detlev Bargatzky | Mi, 15. Juni 2016 - 08:48

Ich habe die Differenzierung zwischen "zugewandert seit September 15" und "bereits vorher zugewandert" nie verstanden.

Tatsächlich ist diese Bundeskanzlerin seit 2005 im Amt und ist damit für die Bundespolitik in allen Bereichen verantwortlich. Der jetzige BMI ist (abgesehen von 2 Jahren 2011-2013 H.P.Friedrichs CSU) seit 2009 im Amt.

Seit etwa 2010/2011 steigen die Zuwanderungszahlen schon sprunghaft. Reaktionen im Kanzleramt oder im Innenministerium? Null.

In 2015 hatten sich bis nach den Jahresurlauben der Regierenden die Zuwanderungszahlen (von ausserhalb der EU) gegenüber 2014 auf über 450.000 erhöht. Die einzige Reaktion der Bundesregierung war die Veröffentlichung einer neuen Prognose mit etwa 700.000 erwarteten Zuwanderern, die durch das Verhalten von A.M. dann locker gerissen wurde.

Es sei nochmal daran erinnert, dass das BAfM (ebenfalls zugehörig zum BMI) nicht annähernd auf die Zahlen, die sich bereits bis Mitte 2015 abzeichneten, vorbereitet war. Auf das was danach kam sowieso nicht.

Mir ist nicht klar, wieso die Kanzlerin für die Reaktionslosigkeit bis September 2015 keine Verantwortung getragen haben soll.

Also selbst wenn der größte Teil der Täter vom Kölner HbF bereits in 2014 zugewandert wäre,
könnte sich niemand in Kanzleramt oder im BMI hinstellen und darauf verweisen, mit den Zuständen im Bereich Zuwanderung nichts zu tun zu haben.

Deshalb macht diese Trennung "vor September 2015" und "nachher" keinen Sinn.

Es gab doch diese Warnung aus NRW schon lange vor 2015, bei der die Fraktionen vereinbarten das alles unter der Decke zu halten. So wie ich das sehe gibt es das Problem schon viele Jahre. Leute aus dem Maghreb, die jahrelang nur geduldet wurden aber nicht abgeschoben wurden, wandern in Deutschland herum aber auch innerhalb Europas. Haben sie Probleme mit der Polizei, hauen sie halt in eine andere europäische Stadt ab. Auch dieser gewisse Clanchef hatte in Berlin Ärger, also ging es nach Düsseldorf. Die ganzen arabischen Clans aus Libanon/Türkei leben übrigens schon seit Jahrzehnten nur mit Duldung hier und auch dort hat man sich wegen Perspektivlosigkeit ins kriminelle Milieu begeben. Wahrscheinlich ist "Duldung" der erste Schritt in die dauerhafte Kriminalität. Angeblich sollen viele der 2015 Gekommenen, die nicht aus Syrien und dem Irak sind, illegal hier leben. Auch die werden nur im kriminellen Milieu ihr Geld verdienen können. Angeblich sollen die Clans hierbei schon aktiv geworden sein. Merkel, die seit 10 Jahren Kanzler ist, hat nie etwas deshalb gemacht, die vorherigen Regierungen aber auch nicht.

tim bieritz | Mi, 15. Juni 2016 - 09:52

Grenzen sind ein allgemein menschliches Phänomen. Um unseren Gartenteich haben wir eine Grenze, einen Zaun, damit die Kinder nicht im Teich ertrinken. Grenzen sind also nichts pauschal böses, sondern mitunter einfach ein Schutzmechanismus, um Menschen vor Schäden zu bewahren.

Ähnlich verhält es sich auch in der großen Politik. Wäre Deutschland willens, seine Grenzen zu schließen und ganz klar zu kommunizieren: Es kommt keiner rein. Würden die Menschen in Afrika und dem Orient auch aufhören, zu versuchen, mit Schlauchbooten das Mittelmeer zu überqueren.

Klare Grenzen helfen also Leben zu retten. Woraus folgt, Schuld am massenhaften Tod im Mittelmeer, sind genau jene, die in Deutschland die "Willkommenskultur" propagieren. Denn diese laden dazu ein, mit ungeeigneten Booten, das Mittelmeer zu überqueren.

Grenzen setzen ein Bewusstsein für Territorium voraus. Und dieses Bewusstsein wird im Allgemeinen als zivilisatorische Errungenschaft bewertet, auch wenn man heutzutage offenbar diese evolutionäre Entwicklung gar nicht mehr wahrhaben will. Heute wird viel von Menschenrechten geredet, die Thematik Territorium und Grenzen wird aber eher vom Völkerrecht repräsentiert. Das dort Situationen wie derzeit in Deutschland keine exklusive Erwähnung finden liegt wohl daran, dass man das schlicht nicht für möglich gehalten hat. Ich erahne den Zweck Ihrer Ausführung - aber man muss Grenzen nicht unbedingt als Schutzmechanismus für Grenzüberschreiter begreifen.

Michael Bahr | Mi, 15. Juni 2016 - 12:26

Verblüfft Sie das wirklich, Herr Schwennicke? Zwei Gründe spielen meiner Ansicht nach eine zentrale Rolle, um den von Ihnen geschilderten Vorgang zu erklären.
1. Viel zu viele Vertreter der politischen und der medialen Klasse haben sich in den ersten Tagen nach "Köln" meterweit aus dem Fenster gelehnt und haben - ohne irgendetwas wirklich zu wissen - herausposaunt, dass unter den Sextätern von Köln absolut gar keine Flüchtlinge gewesen sein können. Im Bezug auf mögliche Terroristen wurde das ja auch immer behauptet, was ja nun mittlerweile leider geradezu blendend widerlegt ist. Aber weil so viele Personen sich so früh so öffentlich positioniert haben, sind diese nun nicht daran interessiert, das ihnen ihr eigenes absurdes Geschwafel von damals unter die Nase gerieben wird.
2. Unsere Mediengesellschaft leidet doch unter demenzähnlichen Zuständen - alles, was älter als zwei Wochen ist, ist kalter Kaffee. Interessiert niemanden mehr. Warum sollte es hier anders sein? "Köln" hatte im Januar/Februar seine "Medienaufmerksamkeit", jetzt, im Juni, ist Fußball-EM usw. angesagt.

Diese beiden Phänomene ergänzen sich leider auf's Hässlichste: Die einen wollen nicht, dass man zu genau hinschaut, damit sie auch weiterhin links-idealistisch-substanzlos schwafeln können und die anderen wollen sich mit nichts befassen, das länger als drei Tage zurückliegt. Traurig!

Nicolas Wolf | Mi, 15. Juni 2016 - 13:20

Die Flüchtlinge sind keine Flüchtlinge sondern illegale Migranten, innerhalb der EU ist ihr Grenzübertritt nach geltendem Recht keine Flucht sondern ein Rechtsbruch. Wenn sich terroristen unter sie gemischt haben, ist das sicher nicht ihre Schuld. Sehr wohl sind sie an der Überlastung der Polizei schuld, die dann natürlich weniger Zeit hat terroristen zu jagen. Das trifft aber auch auf die Regierung zu und auch die Medien, die die Zusammenhänge nicht sehen (wollen?) und alle anderen, wir lassen dies ja zu. Trotzdem ihnen jede Mitschuld abzusprechen ist natürlich falsch.
Wenn ich in einer Feuerwehreinfahrt parke bin ich nicht schuld wenn es brennt, sehr wohl aber wenn die Feuerwehr durch mich behindert wird

Gertrud Linder… | Mi, 15. Juni 2016 - 16:08

Seit dem Mauerbau habe ich keine ähnliche Unruhe, Besorgnis bis hin zur Angst und Fassungslosigkeit quer durch alle Bevölkerungsschichten erlebt.
Es sind in erster Linie die Ereignisse selber, das selbstherrliche Missachten geltender Gesetze, die aufgesetzte Ideologie und schliesslich die wechselnden dreisten Erklärungen für die Bürger, die nicht nur bei den Bildungsfernen unsägliche Wut hervorrufen. Und diese Stimmung hält an.

Siegfried Stein | Mi, 15. Juni 2016 - 16:35

Ist es Zufall, dass die Bezeichnungen Islam, Muslim konsequent vermieden werden? Donald Trump hat das ja bereits in den USA angemerkt, was bei Herrn Obama zu fast hysterischen Reaktionen führte.
Muslime kommen aus muslimischen Ländern, um hier wie in ihren muslimischen Ländernzu leben - allerdings mit westlicher Rundumversorgung.

Haben die USA eigentlich auch Teile ihrer Küstenwache vor die portugiesische Küste verlegt, um evtl. Flüchtlinge dort von Schlauchboten zu retten, und in die USA zu überführen?

Frontex ist eine Schleuser-Hilfsorganisation - bezahlt von den europäischen Steuerzahlern. Eine bessere Unterstützung wäre für die kriminellen Schlepper gar nicht denkbar.

Jens Christer Jensen | Mi, 15. Juni 2016 - 21:55

Ich bin gebürtiger Däne, Sohn einer deutschen Mutter aus Kappeln. Ich bin nie gefragt worden, ob ich will, dass 1,5 Mio Araber innerhalb von wenigen Wochen hierher kommen sollen und hier bleiben sollen. Die herero wurden auch nicht von der kaiserlichen Regierung 1902 gefragt, ob sie eine deutsche Kolonie werden wollten. Friedrich der Gr. sagte: "Ich bin der erste Diener meines Staates" - Wem dient eigentlich Frau Merkel?

Walter Siebert | Di, 21. Juni 2016 - 17:33

In reply to by Jens Christer Jensen

Frau Merkel dient bestenfalls sich selbst. Sie ist die größte Fehlbesetzung, die es seit 1949 im Kanzleramt gegeben hat. Da waren noch der Basta-Kanzler und sein grüner Kellner Sympathieträger. Ich hoffe, die Deutschen befreien sich 2017 von dieser Heimsuchung.

Hans Peter Dietz | Do, 16. Juni 2016 - 00:29

Das Problem ist doch sicher nicht eine wie auch immer geartete Abstumpfung- es ist der Zerfall unserer Zivilgesellschaft, weil ein Teil der Bevölkerung schlicht nicht in der Lage ist, seine linksgrünen Gutmenschenträumereien aufzugeben.

Und ich sage das als einer, der 30 Jahre lang grün gewählt hat.

Christa Wallau | Do, 16. Juni 2016 - 18:53

In reply to by Hans Peter Dietz

Welch ein Hoffnungsschimmer! Sie sind also zur Vernunft gekommen,
lieber Herr Dietz. Ginge es doch sehr rasch viel mehr Grün- und Links-Wählern
ebenso wie Ihnen! Dann könnte endlich eine andere Politik gemacht werden.

Aber ich fürchte, das wird nicht so schnell passieren...

Karola Schramm | Do, 16. Juni 2016 - 01:55

Ein sehr schöner Bericht, der einfühlsam und deutlich zeigt, wo nicht nur die Ursachen von Köln, sondern auch die Nachwehen dieser unkontrollierten Grenzöffnung durch Merkel , zu finden sind: Bei Merkel und denen, die sie unterstützen.

Dass dieser Bericht mit dem Beginn der Fußball-EM veröffentlich wurde, ist m.M. nach reine Taktik.
In DE, in Vorgärten, auf Balkonen, aus Fenstern und an Autos flattern Fahnen und Fähnchen Deutschlands, die Abende werden länger um rund um den Fußball informiert zu werden - also ein sehr guter Zeitpunkt, um einen derart brisanten und für Merkels Reputation gefährlichen Abschlussbericht so platzieren, dass er nicht so auffällt.

Doch unabhängig vom Fußball. Mit jedem Krieg der irgendwo mit unserer Beteiligung stattfindet - auch die kalten Kriege der Finanzmärkte zählen dazu - werden die Menschen abgestumpfter, da die Traumata derartig groß sind, dass sie nur mit Verdrängung und folgender Abstumpfung ertragen werden können. Nicht einmal die diversen inneren und äußeren Verletzungen der letzten beiden WK sind in den Bevölkerungen aller beteiligten Länder richtig verarbeitet worden. Die Menschen haben überlebt, sich in Schweigen gehüllt oder idealisiert, was an den Neo-Nazis zu beobachten ist.

Die heutigen Flüchtlinge, die so untypisch für Flüchtlinge sind, wie wir sie kannten, sind Opfer
einer Nationenbildungspolitik, die von den USA und der EU bewusst und absichtlich geführt wird. Bomben und Zerstörung gehören dazu um sich nach einer Besetzung die Bodenschätze sichern zu können.
Um als "Zuschauer" da nicht abzustumpfen und zynisch zu werden, sollte man Zorn auf die Menschen bekommen, die so etwas tun, unterstützen und dulden.

In Köln gilt das für das Versagen der Polizei und überregional für das Handeln von Merkel. Beide Vorgänge sollten juristisch geprüft werden.

Das hilft gegen Abstumpfung den Flüchtligen gegenüber und einem selbst, weil sich dann konstruktive Ideen entwickeln und kein blinder Hass, Abstumpfung oder Gefühlskälte.

Christa Wallau | Do, 16. Juni 2016 - 09:54

Es ist in erster Linie nicht eine gefühlsmäßige Abstumpfung, welche die Gefahr darstellt, sondern oberflächliche Gläubigkeit an die herrschende "Wir-schaffen-das"- Mentalität. Dies hat weniger mit mangelnder Empathie als vielmehr mit mangelnder Vernunft und mangelnder Bereitschaft zu konsequentem Handeln zu tun, welches ja "unschöne Bilder"
produzieren könnte.
Höchst Bedrohliches wurde und wird bis heute von den verantwortlichen Politikern im trauten Zusammenspiel mit den Medien schöngeredet, relativiert, ausgeklammert. Und die meisten Leute wollen das alles g e r n glauben.

Es hat in der Vergangenheit genügend Menschen gegeben und es gibt sie heute, die
ihre mahnende Stimme erheben. Sie
wurden und werden als Nestbeschmutzer,
ewig Gestrige, Menschenfeinde bezeichnet.

Ja, lieber Herr Schwennicke, die Verantwortung liegt bei Merkel! Bei wem denn sonst?
Und was geschieht? - Nichts.
Merkels größten Kritiker (CSU und AfD) werden von den anderen Parteien und dem Großteil der Medien weiterhin als üble Hardliner bzw. rechtes, gefährliches Pack verunglimpft.

Ihre bescheidene Mahnung, lieber Herr Schwennicke, wird genauso verpuffen wie
tausend andere vorher, z. B. die von Herrn Sarrazin oder Herrn Buschkowsky. Es gibt ein
wenig Aufregung, und dann geht man zur Tagesordnung über. Dafür sorgen allein schon die Grünen.
"Wird alles nicht so schlimm werden...
Wenn wir nur immer schön lieb bleiben..."

Frank Beckmann | Sa, 18. Juni 2016 - 20:53

Die Kriminalbeamten schreiben in ihrer Lageübersicht, dass 70 % der Täter mit der Flüchtlingswelle ins Land gekommen sind.

Frau Göring-Eckardt hat heute in Spiegel-Online etwas anderes in einem Interview (Katrin Göring-Eckardt: "Ich bin wachsamer als früher") behauptet.

Auszug:
"Göring-Eckardt: Es ist wichtig, zu betonen, dass ganz viele der Tatverdächtigen keine Asylbewerber waren...................."

Oder sind 30 % jetzt ganz viele der Tatverdächtigen?

Aber vielleicht ist es ganz einfach, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

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