Lars Klingbeil
Lars Klingbeil während seiner Rede bei der Bertelsmann Stiftung / picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka

Klingbeil-Rede bei der Bertelsmann Stiftung - Die halbe Wahrheit des Vizekanzlers

Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) hat eine Rede über notwendige Reformen gehalten. Vieles in seiner Diagnose ist grundsätzlich richtig, doch Entscheidendes lässt er einfach unter den Tisch fallen: den aufgeblähten Staat und die illegale Massenmigration.

Ben Krischke

Autoreninfo

Ben Krischke ist Leiter Digitales bei Cicero, Mit-Herausgeber des Buches „Die Wokeness-Illusion“ und Mit-Autor des Buches „Der Selbstbetrug“ (Verlag Herder). Er lebt in München.

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„Modernisierung“ ist ein seltsamer Begriff. Er klingt, als gäbe es so etwas wie einen abgeschlossenen Fortschritt. Er mag funktionieren, wenn es darum geht, die Dämmung beim Eigenheim auf den neuesten Stand zu bringen oder Faxgeräte zum Sperrmüll zu schaffen. Ob es so etwas wie die Modernisierung eines Staates gibt, zumal von der Größe der Bundesrepublik, darüber ließe sich aber länger philosophieren.

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Heidemarie Heim | Mi., 25. März 2026 - 18:48

Was haben Sie lieber Herr Krischke denn gegen "Wir-Konstrukte"? Man fühlt sich dadurch doch gleich mitgenommen, mit einbezogen, auf vermeintlicher Augenhöhe ernst genommen;). Außerdem entlastet es zugleich den "Überbringer/ Boten schlechter Nachrichten", den man in früher noch unzivilisierten Zeiten des Öfteren enthaupten ließ, um ihn zum Schweigen zu bringen oder an einer Weiterverbreitung zu hindern?
Dem ein oder anderen Koalitionspartner aus der Union wäre diese Art der Verhinderung glaube ich sehr gelegen gekommen. Und bei dieser elenden kabellosen modernen Technik kann man noch nicht mal einen Stecker ziehen!
Doch wie komme ich auf herrlich bzw. finde ich amüsant angesichts der gemachten Ankündigungen? Weil mir als Loriot-Fan dessen spontanes "Ach? Ach was!" einfiel bei der Lagebeschreibung;). Und gleich danach, dass Herr Vizekanzler noch was Weiteres vergaß. Nämlich den Anteil am Ist-Zustand seiner in Dauerschleife befindlichen Mitregierung über Jahrzehnte;). Shit happens😄. LG

Sebastian Habel | Do., 26. März 2026 - 13:28

Antwort auf von Heidemarie Heim

Vielleicht gehts Herrn Krischke wie mir: Wenn Politiker sagen, sie wollten mich abholen und mitnehmen, klingt das für mich wie eine Drohung mit Entführung. Wahrscheinlich will ich nämlich gar nicht dort hin, wo die Politik mich hin mitnehmen will.

Super Erklärung geehrter Herr Habel! Denn bei einer Entführung läuft man außerdem als Opfer Gefahr, das sogenannte "Stockholm-Syndrom" zu entwickeln;).
Eine weitere Unwägbarkeit, ist man bereit für mich überhaupt Lösegeld zu zahlen🤔? Danke für Ihre Antwort und Alles Gute! MfG

Theodor Lanck | Mi., 25. März 2026 - 20:07

Zu hoffen, dass ausgerechnet die Parteien und Politikern, die für die Krisenlage verantwortlich sind, von sich aus mit dem Selbstbetrug auf zahlreichen Feldern aufhören, ist wohl reichlich naiv. Die Ent-Täuschung von Grünen, Sozis und Merkel-CDU braucht noch wesentlich mehr Schocks (v.a. an der Urne).

Bis dahin aber wird Klingbeil mit Merz dafür sorgen, dass die beliebten drei "S" der SPD - Schulden, Steuern, Sozialleistungen - noch erheblich ausgeweitet werden, denn es ist der einfache Weg.

Stefan | Mi., 25. März 2026 - 23:22

Der Vizekanzler hört sich gerne reden und vergisst dabei wohl welcher Partei er angehört.
Mit den Genossen nämlich ist so wie er sich das vorstellt eher kein Staat zu machen.

Stefan Teschner | Mi., 25. März 2026 - 23:22

Clever von Klingbeil: „Ran an die Reichen“ ist bis weit in die politische Mitte hinein konsensfähig – denn reich sind ja immer die anderen. Alles in allem erstmal nur eine vorsichtige Standortbestimmung, aber immerhin.
Auch wenn er den Genossen in der Analyse offensichtlich einige unangenehme Wahrheiten ersparen wollte, signalisierte er doch, dass die SPD zumindest im Ansatz in der Realität angekommen ist. Vielleicht wird der Führungsebene so langsam klar, dass man sich auf einem strategischen Irrweg befindet, wenn man vornehmlich als als Interessenvertretung von Versagern und Leistungsverweigerern wahrgenommen wird. Denn die werden m.E. von anderen Gruppierungen sehr viel zielgerichteter bedient und umsorgt: Von den Linken und womöglich bald auch von den Grünen (wenn sich deren zahlenmäßig starke Jugendorganisation erstmal in der Haupt-Partei etabliert hat)
Man könnte ja auch mal schauen, was die wenigen erfolgreichen Sozialdemokratischen Parteien in Europa so ganz anders machen..

"Man könnte ja auch mal schauen, was die wenigen erfolgreichen Sozialdemokratischen Parteien in Europa so ganz anders machen.."
Bevor die Genossen das tun fällt Ostern und Weihnachten auf einen Tag.
Gegen politische Dummheit ist bis dato nämlich noch kein Kraut gewachsen. 😉

Klaus-Peter Götze | Do., 26. März 2026 - 00:16

aus dem Mund eines Sozialdemokraten? Ran an die Petzportale!

Urban Will | Do., 26. März 2026 - 03:41

tenten, verlogenen Falschmünzer nicht täuschen. Der will nur eines: Geld, Geld und noch mehr Geld, um es für sozialistischen Schwachsinn zu verprassen. Dieser Mensch hat von Finanzpolitik schlicht keine Ahnung!
Wie ich schon mehrfach ankündigte: nach der RLP-Wahl werden die größten Steuererhöhungen der Geschichte auf uns niederprasseln. MWSt, Spitzensteuer (man nennt das dann: „Die Reichen in Verantwortung nehmen“, als würden die eh nicht schon den Löwenanteil an Steuern zahlen).
Und die Union muss mitmachen. Brandmauer. Die sind ausgeliefert.
Nur der Wähler kann es verhindern, aber erst mal sind ja keine Wahlen.
Und die Schafe sind vergesslich. Verarmen brav vor sich hin. Noch reicht es ja zum Fressen.

Erst recht, wenn es sich um Schaf-Money, also dem der im Gatter vor sich gemütlich und überaus friedlich hin mümmelnden Tagelöhnern handelt😆.
Die erst bei größeren "Zwangsinvestitionen" in ihrer Stall-Heizanlage das Murren bzw. Bähen;)? anfangen. Außerdem, wenn die Wiese voll abgegrast ist, können wir ja den Carsten Schneider um Rat fragen, was wir machen sollen.
Seine Antwort: "Mit dem vollelektrischen Automobil zur nächsten Wiese Ihr Transusen!"
Für einen ähnlichen Vorschlag lieber Carsten verlor, so weit ich mich erinnere, mal eine gewisse französische Majestät ihr Haupt! Nur mal so nebenbei bemerkt😅. Lieber Herr Will! Vielen Dank für Ihren wie immer erfrischend ehrlichen Beitrag! LG

IngoFrank | Do., 26. März 2026 - 07:58

vom Hof jagt !

Eine Partei die sich in den letzten 25…Jahren zur
„Sozialistischen planwirtschaftlichen geriebenen, ökosozialistischen Umverteilungspartei“ entwickelt hat, dazu noch
erneuerungsresistent ist, braucht in diesem Land kein Mensch mehr.
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republik

Kaum verwunderlich. Aus Gründen die ich nicht im geringsten nachvollziehen kann scheint die SPD Marx gegenüber unglaublich positiv eingestellt sein.
Dass dieser im Gegensatz zu Hayek und Friedman ein absoluter wirtschaftlicher Analphabet war hält sie dabei nicht im geringsten auf.
Wie das funktioniert kann ich nicht erklären, wer glaubt dass der Wert einer Sache dadurch bestimmt wird wie lange daran gearbeitet wird und nicht wie sehr es gefragt ist glaubt vermutlich auch dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet...
Liebe Grüße nach Thüringen!

Wolfgang Borchardt | Do., 26. März 2026 - 08:52

ein anderes Land wird? Er hat wohl nicht bemerkt, wie sehr Deutschland schon jetzt ein anderes Land ist. Und zwar ganz ohne die, die er gemeint hat. Ganz allein durch die, die das Land regiert haben und regieren

Ironischerweise hat ein ehemaliger Parteikollege im oben genannten Buch bereits sehr gut dargelegt wie Deutschland immer mehr zu einem anderem Land wird, bzw. wurde. Immerhin haben sich die Trends nur noch verschlimmert und das Buch ist schon eine Weile lang draußen. Ich habe es damals 2014 in Kuwait gehört als ich im Auslandseinsatz war

Marco Riccardi | Do., 26. März 2026 - 09:17

Lars Klingbeil beweist hier auf hervorragende Art und Weise dass er noch nie auch nur einen einzigen Tag in der Wirtschaft verbracht hat.
Die Spitzenverdiener, welche eben mehr verdienen, leisten schon weitaus mehr als ihren gerechten Anteil: Sie sind diejenigen die die Arbeitsplätze schaffen an denen diejenigen die weniger Verdienen arbeiten damit sie überhaupt Steuern zahlen können. Kein Lohn keine Lohnsteuer, es braucht keinen Abschluss in BWL um das zu verstehen.
Wenn wir jetzt diese Spitzenverdiener härter besteuern dann werden die wohl kaum bleiben, selbst Masochismus geht nur so weit und in der Regel hört beim Geld die Freundschaft auf.
Es sind Leute wie Klingbeil die die SPD von einer Partei der Arbeiter zu einer Partei der Arbeitslosen gemacht haben: Durchs Bürgergeld und durch eine Politik die Arbeitsplätze vernichtet als gäbe es kein Morgen.

So man den Bilanzen, die man nicht selbst gefälscht hat;) vertrauen kann lieber Herr Riccardi, sollen jedes Jahr samt ihrer noch guten und kostenlosen Ausbildung, Mann und Maus unser Land verlassen. Ich glaube gerade gestern im TV mitbekommen zu haben, dass mittlerweile jeder 5. junge Deutsche daran denkt, weil er/sie keine Perspektiven beruflicher und was das soziale Klima betrifft, Bildung für die möglichen Nachkommen etc. betreffend sehen. Ein Armutszeugnis in Zahlen für jede Regierung oder Staat. Erst recht in einem demokratischen im Vergleich zu autokratischen Systemen, wo Bildung und Freiheit Luxus sind wenn man einmal über den eigenen Tellerrand schaut. Wo es wie unter Taliban o. religiösen Konsorten der Hälfte ihrer Bevölkerung Bildung u. Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit verwehrt ist. Oder weil kein Geld für die Schule o. gar keine Schule vorhanden ist. Während paradoxerweise bei uns immer mehr den Unterricht verweigern o. sabotieren. Ich blick` es langsam nicht mehr! MfG

Ich kann diese 20% der Bevölkerung absolut verstehen. Ironischerweise habe ich 2023 das Gegenteil getan: Ich habe in den USA unter Biden im Verkauf gearbeitet. Vom "Build back better" habe ich nichts gesehen, die Wirtschaft war im Eimer und Lebensmittelpreise hatten sich unter anderem verdreifacht. Ist halt schwer eine Familie zu ernähren wenn man ein Gehalt auf Basis von Provision bekommt während niemand mehr etwas Einkauft, ne?
Wäre ich allein gewesen hätte ich gesagt: "Was solls? Ich kann eine Weile von Ramen-Nudeln essen" so aber eher weniger. Jetzt habe ich enorme Aufstiegschancen (von Neuling zu Junior-Management in einem halben Jahr) für ein soziales Netz für meine Kinder getauscht und bin geschieden.
Aber so ist das Leben eben. Fakt ist: Im Ausland hat man echt bessere Chancen das stimmt schon

Heidemarie Heim | Fr., 27. März 2026 - 12:56

Antwort auf von Marco Riccardi

Zunächst Danke! für Ihre offenen Worte bzw. dass Sie uns teilhaben lassen an Ihren ganz persönlichen Erfahrungen lieber Herr Riccardi! Es tut mir in sehr langer Ehe lebend immer leid wenn es scheitert. Noch dazu wenn Kinder daraus hervor gingen. Selbst blieb ich kinderlos, jedoch im Rückblick auf die eigene Kindheit u. die ebenfalls bis zum Tod langjährig bestandene Beziehung und Liebe meiner Eltern untereinander u. zu uns 4 Kindern, kann ich mich denke ich gut in die Seelenlage u. die Nöte gerade eines Kindes versetzen u. was es heißt wenn sich die bis dahin prägenden Beziehungen o. das Umfeld u. mehr ändern. Hätte ich als Kind z.B. zwischen meinen Eltern entscheiden müssen, unabhängig wie gut o. schlecht sie das Ganze über die Bühne gebracht hätten, würde es meine Welt auf den Kopf gestellt haben. Vielleicht deshalb habe ich auch noch meinen geliebten Teddy Brummel, lebenslanger Single;), da ich mich schon als Kind weigerte, meine Liebe zu weiteren Gefährten aufzuteilen. Alles Gute!

Gisela Hachenberg | Do., 26. März 2026 - 12:57

Wenn Klingbeil mit Krawatte gesichtet wird, muss man aufpassen! Alles nur bla, bla Gerede. Ich glaube dieser Regierung gar nichts mehr. Die sind jetzt alle aufgeschreckt durch die Ergebnisse der letzten beiden LTWs, und versuchen jetzt schnell, irgendwas zusammenzuschustern, um die Menschen im Land zu beruhigen. Alles, was bis jetzt so berichtet wird, ist nicht so prickelnd für uns Bürger. Aber „wir“ (!) müssen jetzt zusammenstehen. Drama, Drama! Wir werden uns noch alle wundern… 🥺🥺

Angelika Sehnert | Do., 26. März 2026 - 17:27

Die gibt es wahrlich langsam genug. Wer nicht nur in seiner Blase lebte, konnte entsprechende Analysen schon vor zehn Jahren lesen. Man kann es schlicht nicht mehr hören.
Nicht mehr hören kann man auch die schlichten Rezepte eines Herrn Klingbeil: Die Reichen in Verantwortung nehmen, sprich abzocken. Reich ist man bei der SPD ja schon, wenn man etwas mehr als der Median verdient.
Ein ganz besonders putziges Rezept zur Lösung einer der vielen Krisen des Landes, die sich im Wesentlichen durch die Mutter aller Krisen erklären lässt, ist die Idee Klingbeils: Achtung, Tusch!! Eine Bundesbehörde zu gründen,die Wohnungen bauen soll! Spätesten jetzt dürfte jedem klar sein, dass auch wirtschaftliche Zusammenhänge für Politiker Neuland sein können.
Wohnungen werden nicht gebaut, weil sie unter den gegenwärtigen, von der SPD geschaffenen Bedingungen nicht rentieren. Was Klingbeil vorschlägt ist nichts anderes als aufgewärmte DDR Wohnungspolitik. Hat ja auch so gut geklappt. Unfassbar!

Sowie ich eben noch mal gegoogelt habe gibt es doch neben den zahlreichen Länderbaubehörden? doch das BBR, welches gerade Architekten sucht?
Oder möchte man eine weitere Behörde und Personal einsetzen zur Förderung des von Ihnen beschriebenen Plattenbau-Konzepts;) "Marke Erich"😂.
Wo das einzig gedämmte, den heutigen Bauvorschriften entsprechend, die Wärmepumpen sind, die dann schallisoliert vor sich hin brummen sollen? Denn was anderes könnte man selbst auf einem von Linken konfiszierten Grundstück;) für unter 20 Euronen Miete pro Quadrat gar nicht hinstellen.
Das Ganze finanzieren dann die paar Superreichen, die noch nicht die Biege gemacht haben oder die Besserverdienenden/Mittelständler usw. die mit ihren 5% "Nochanwesenheit" jetzt schon zu 45% den ganzen Dampfer vom Schicksal der Titanic abhalten. "Ahoi! Denn ma tau!" MfG