CDU-Anhänger nach den ersten Prognosen zur Saarlandwahl / dpa

Klatsche für die CDU, Triumph für die SPD - Die Signalwirkung dieser Wahl ist größer als das Saarland

Während die SPD bei der Landtagswahl im Saarland auf deutlich über 40 Prozent kommt, muss die CDU, lange Jahre stärkste Kraft im kleinsten Bundesland, zweistellige Verluste hinnehmen. Es ist ein Wahlergebnis, das auch im Berliner Konrad-Adenauer-Haus für Depression sorgen dürfte. Denn nach dem Machtwechsel an Partei- und Fraktionsspitze kann sich da noch keine Aufbruchsstimmung hineindeuten lassen.

Autoreninfo

Volker Resing leitet das Ressort Berliner Republik bei Cicero. Er ist Spezialist für Kirchenfragen und für die Unionsparteien. Von ihm erschien im Herder-Verlag „Die Kanzlermaschine – Wie die CDU funktioniert“.

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Gründe wird es viele geben, aber Gründe sind die Pest. Sie werden an der Lage nichts ändern, gar nichts. Für die CDU ist die Saarland-Wahl eine derbe Klatsche, noch viel heftiger als befürchtet. Und für die SPD ist es ein großer Triumph, möglicherweise sogar einer mit Goldrand, wenn es für eine absolute Mehrheit reicht.

Natürlich ist es nur eine Landtagswahl, natürlich ist das ganze Land in Kriegssorge, das stärkt die Kanzlerpartei, natürlich hat Amtsinhaber Tobias Hans (CDU) sich unlängst unglücklich verhalten. Und schließlich hat die Sozialdemokratie auch mit Anke Rehlinger eine Spitzenkandidatin, die so perfekt in das Saarbrücker Staatskanzleichen passt, wie vielleicht nur Annegret Kramp-Karrenbauer vor ihr. Die Parteizugehörigkeit ist da nur zweitrangig, die Volksnähe ist gewiss viel entscheidender. Aber das ändert am großen Bild nichts, die Signalwirkung ist klar schwarz-weiß.

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Günter Johannsen | So, 27. März 2022 - 19:05

gilt der Merkel-CDU ... mit Betonung auf dem Roten Hosenanzug!
Wie auch schon zur Scholz-Wahl: sollte eigentlich nur Merkel-CDU und Annalena als Kanzlerin abwehren. Herauskam die Ampel und Stagnation!

Günter Johannsen | So, 27. März 2022 - 19:10

Mehr sog i ned!
Aber eines noch: Das erfreulichste Wahlergebnis ist für mich das für die SED-Erben! Da kann man allerdings nicht von einem roten Wahlergebnis sprechen, aber die Einheitsmedien tun es trotzdem ... klar, was sonst?

Lindner sieht den Ausgang der LW im SL als eine Bestätigung der Ampel-Politik der Bundesregierung. Aber, die Anteile sind nicht gleich auf die Parteien verteilt.
Und jetzt: Sehr stark zeige es sich etwa beim Abschneiden der SPD. Aber auch FDP und Grüne hätten dort profitiert. So bescheiden der Möwenpick-Lindner von anno da zumal?

Der hinter den Ohren ewig grüne Nouripour erinnert. Noch als Parteichefs hätten Baerbock und Habeck bei den Saar-Grünen für Struktur gesorgt. Stand der
Aussage gegen 19.00 Uhr.

Doch, warum frage ich mich, die SPD? Wie und wo steht sie politisch? Großes
saarländisches Phlegma verführte etwa 180.000 typische Saarländer zur Resig-nationswahl "Augen zu und durch".

Gerhard Lenz | So, 27. März 2022 - 19:21

Man erinnere sich: Es gab mal einen SPD-Kanzlerkandidaten namens Martin Schulz. Der war praktisch über Nacht und einstimmig zum großen Hoffnungsträger der SPD aufgestiegen. Und wollte seinen Siegeszug im Saarland beginnen.
Daraus wurde nichts. Die vergleichsweise unbedeutende Wahl im Saarland läutete den Abstieg von Herrn Schulz ein.

Heute stellt sich die CDU noch schützend vor Herrn Merz. Der ewige Kandidat, mit Riesenambitionen nach etlichen Versuchen endlich an der Spitze der CDU angekommen, sollte nach der BT-Niederlage die CDU zurück zu neuer Größe führen.

Heute zeigt sich vielleicht zum ersten Mal: Die Erwartungen innerhalb der Union sind möglicherweise völlig andere als die Präferenzen der Wähler. Merz hat noch höchstens drei Landtagswahlen Zeit in diesem Jahr, um zu zeigen, dass er nicht ein Mann der Vergangenheit ist, dessen Zukunft längst vorbei ist.

"Der Abstieg des Friedrich Merz, Teil I" ....
Das ist völliger Unsinn. Das wissen Sie auch. Aber Stimmung machen ist Ideologen-Pflicht?
Der Scholzomat macht sich in der Krise zwar nicht schlecht, aber Friedrich Merz schwurbelt nicht und kommt schnell deutlich zur Sache. Man erkennt den Wirtschafts-Fachmann, der nicht um den heißen roten Brei herumschwurbel muss. Klartext ist mir lieber und der Mehrheit des Souverän auch. Das Ergebnis im Saarland ist allein der früheren FDJ-Sekretärin (und dem Merkel-Zirkel) zuzurechnen!

Sondern ausschließlich mit Merkels Erben. Der Herr Hans galt als bekennender Merkelist. Mit seiner Abwahl wollten die Wähler lediglich Merkel und ihrem ehemaligen Hofstaat zeigen, was sie davon halten. Der nächste, der fallen wird, ist Günther aus Schleswig-Holstein. Und auch das ist gut so. Die Abrechnung mit Merkel und dem, was sie "geschaffen" hat, beginnt.

Ingo Frank | So, 27. März 2022 - 19:35

war das Wahlergebnis in SL. Die Spuren nach 16 Jahre Merkel, ein trostloses Trümmerfeld. Jedoch, eine nötige Generalabrechnung erfolgte nicht, im Gegenteil, einen sehr sehr zögerlichen F. M. von dem in den ersten 100 Tagen der Ampelmännchen, nicht‘s substantielles gekommen ist. Abgesehen von den Querelen der Vorsitzenden Wahl der CDU.
(Laschet, Braun nicht zu vergessen Söder)
So rundet sich das Bild der CDU ab.
Die Sozen …… nun ja, die zukünftige MP im SL bringt wenigstens die Sätze um Ziele zusammenhängend und klar zum Ausdruck und erinnert mich vom Typ an H. Kraft aus NRW.
War nicht die schlechteste von den Sozen.
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

Ernst-Günther Konrad | So, 27. März 2022 - 19:38

Herr Hans ist war nie ein konservativer Politiker und hatte seine Wahl zum MP nur der Tatsache zu verdanken, dass sein Vater ein einflussreicher CDUler und Fraktionsvorsitzender der CDU im saarl. Landtag bis 2007 war. Der mit 18 Semestern ewige Student ohne Abschluss warf erst das Studium hin als er mit Papas hilfreicher Hand in der Parteischiene Treppchen für Treppchen erklommen hatte. Da muss man fair bleiben und attestieren, das Frau Rehlinger ein anderes Kaliber darstellt und zurecht diese Wahl für sich entschieden hat, wenngleich sie mit der SPD nicht meine politischen Vorstellungen trifft. Und so wie es aussieht, wird sie alleine regieren können. Insofern Glückwunsch. Die Bürger haben sich offenbar von der Schlaftablette Scholz in die soziale Hängematte singen lassen und müssen eben das ertragen, was sodann landespolitisch als Wiegenlied demnächst gesungen wird. Und Merz? Nun, der hat kein Programm, Merkel schwebt über ihm weiter und das einzig Gute, der Merkelianer Hans ist weg.

Wow, wieder ein vernichtendes Urteil über unliebsame Politiker. Typisch: Die Häme ist die letzte Waffe des ewigen Verlierers.

Denn eins ist ja wohl offensichtlich: Hans war nie ein konservativer Politiker - und hat deswegen verloren? Da lohnt doch ein Blick auf die rechtsextremistische AfD, vom Foristen und in der Selbstbeweihräucherung gerne zur wahren "konservativen Kraft" aufgehübscht.

Die hat nämlich schon wieder Stimmen abgegeben. Und das, obwohl doch die häufigen Covidioten-Veranstaltungen so manchen Foristen schon vom Volksaufstand gegen die Demokratie träumen ließen!

In der Berliner Runde tritt AfD-Fraktionschef Baumann stümperhaft wie immer auf: mit einem Lamento über den Verfassungsschutz. Chrupalla weist daraufhin, dass dank des "guten Ergebnisses" (Witz komm raus!), die AfD jetzt größte Oppositionspartei sei. Lächerlich.

Auffällig: Fährt die AfD im Osten ein gutes Ergebnis ein, mosert von den bekannten Foristen hier keiner über die miese Wahlbeteiligung.....

Christa Wallau | So, 27. März 2022 - 19:47

Daß der unbeholfene Hans der Power-Frau Rehlinger nicht die Stirn bieten konnte, zeichnete sich seit langem ab. Ihr Sieg hat wenig mit Inhalten zu tun, sondern ist in meinen Augen das Ergebnis einer reinen Personenwahl.
Wenn Parteien sich inhaltlich derart angleichen wie dies in den Merkel-Jahren bei CDU und SPD geschehen ist, dann ist dies nicht verwunderlich.

Wer auf alternative INHALTE schaut, kann nur
eine andere Partei wählen als die sog, früheren
Volksparteien. In diesem Zusammenhang ist es aufschlußreich, daß die vielen "Kleinen" ( = anderen Parteien) zusammen auf 10% kommen.
Hier zeigt sich die ganze Zerrissenheit der Bevölkerung: Immerhin haben auch mehr als ein Drittel überhaupt nicht ihre Stimme abgegeben.

Die "absolute" Mehrheit der SPD beruht unter diesem Gesichtspunkt auf nicht mehr als 25% der Saarlandbürger. Aber das ficht natürlich niemanden an. Hauptsache: "Wir Sozen haben's geschafft, die CDU abzulösen und können jetzt
unseren Leuten die Posten zuschanzen!"

Durchaus auffällig, dass die "Alternative", die Sie erwähnen, auch im Saarland (ähnlich wie in BaWü, RLP und bei den Bundestagswahlen) nicht nur nicht von den massiven Stimmenverlusten der CDU profitiert, sondern selbst Verluste zu verzeichnen hat und offensichtlich keine wählbare Alternative darstellt, zumindest nicht für bürgerlich-konservative Wähler.
Immerhin haben Sie es diesmal geschafft, ein für Sie ernüchterndes Ergebnis zu kommentieren, ohne 94,3% der Menschen, die nicht AfD gewählt haben, als "dumm" o. Ä. zu bezeichnen. Resignation oder Einsicht? Auf jeden Fall ein Fortschritt.

der Großteil des deutschen Schlaf- und Wahlmichels, nicht nur im Saarland, schaut eben NICHT auf Inhalte, deshalb wird es auch weiterhin abwärts gehen. Tatsächlich ist es auch so, dass diese Einheitsparteien sich eben inhaltlich kaum noch unterscheiden. Diese "inhaltlichen Differenzen" werden dann ggf. in Koalitionsverträgen noch ausgebügelt und übrig bleibt ein gleichförmiger, gleichfarbiger (für mich) ungenießbarer Brei. Die Sozen hier im Forum mögen das gerne anders sehen.

Norbert Heyer | So, 27. März 2022 - 22:25

Herrlich, die entsetzten Gesichter der CDU-Granden auf der Wahlparty. Falscher Kandidat, falsche Themen, falscher Aktionismus, keine große Unterstützung aus Berlin, ein derber Tritt des Wählers mit Ansage, Die SPD ist der große Gewinner - aber für jeden Wähler muss klar sein: Egal, was oder wen er auch wählt, er erhält immer die gleiche Einheitssosse. Merkel hat alle Parteien auf gleiches Maß gehobelt und die AfD ist mittlerweile so auf die radikale Schiene geschoben worden, die gehen auch langsam den gleichen Weg wie die ehemals Konservativen. Es ist schon erstaunlich, dass sie nach allen Manövern der Altparteien noch in den Landtag einzieht. Verbietet einfach diese Partei, dann seid ihr unter euch im wohligen Gefühl einer Einheitspartei. Aber daran denken-alle trommeln schon das
Lied der Entsagungen. Wenn dann kein politisches Korrektiv mehr wählbar ist, wird die Wut und Enttäuschung der Menschen sich ein anderes Ventil suchen. Wir stehen ganz knapp vor einer unruhigen Zeitenwende.

Iris Daniel-Werth | So, 27. März 2022 - 23:49

Wahlbeteiligung Saarland bei vermtl. 32.4 % von 980.000 Einwohner.
Noch nicht einmal 1/3 der Einwohner hat gewählt.,, Von hoher Bedeutung,, sagen die Nachrichten bei 86 Millionen Einwohner in D.

Helmut Bachmann | Mo, 28. März 2022 - 00:25

Man darf ruhig erwähnen, dass es ein Merkelianer war, der abgewählt worden ist. Hoffentlich gehen bald auch die anderen.

Armin Latell | Mo, 28. März 2022 - 10:36

unlängst unglücklich verhalten. Unlängst?? Unvergessen für mich dieser Satz: „Zuerst einmal müssen wir eine klare Botschaft an die Ungeimpften senden: Ihr seid jetzt raus aus dem gesellschaftlichen Leben.“ Ich muss mich sehr, sehr zurückhalten mit meiner Beurteilung dieser ungewählten Person, sonst wird mein Kommentar nicht veröffentlicht. Nur soviel: ich gönne der spd keinen Sieg, aber dem Kanzlerinnenwahlverein cdu bei sämtlichen noch folgenden Wahlen den größtmöglichen Niedergang, bis sie gesellschaftlich und politisch dort landet, wo sie nach meinem Dafürhalten hingehört.

Tomas Poth | Mo, 28. März 2022 - 22:24

Zwei positive Aspekte:
1. - Die SPD hat ab jetzt alles allein zu verantworten. Keine Ausreden wegen Koalitionspartner möglich!
2. - Die Linke, die Grünen und die Freiheitsverräter sind draußen! Das strahlt in die Ampel, gelb und grün Phase sind weg.