- Zur Strafe länger arbeiten
„Weil du studiert hast, musst du länger auf die Rente warten.“ Das könnte das Motto der nächsten Rentenreform werden. Jedenfalls, wenn es nach dem Ökonomie-Professor Jens Südekum geht. Der will Akademiker und andere Berufstätige mit langer Ausbildung länger arbeiten lassen als bis 67.
Unser Rentensystem beruht auf einem einfachen Prinzip: Die Rente fällt umso höher aus, je mehr und je länger ein Arbeitnehmer Beiträge entrichtet hat. Das ist „gnadenlos“ gerecht. Denn das System nimmt auf besondere Lebensumstände keine Rücksicht, wenn man von Erwerbsunfähigkeit oder Erziehungszeiten einmal absieht.
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„anderes“ Hochschulsystem nachzudenken wo es eben n i c h t möglich ist 10 Jahre und länger für einen „wertlosen“ Uniabschluss z.B der Rechtswissenschaften( Ricarda Lang) zu studieren.
Eine Regelstudienzeit von 4 Jahren, bei ausgewählten Studiengängen wie z.B Medizin bis maximal 5 oder 6 Jahren einzuführen. Dies würde allerdings voraussetzten „das Abitur für alle“ abzuschaffen und eine umfassende Bildungsreform auf dem Weg zu bringen.
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik
... und auch die freiwillige Aufnahme x-beliebig Hiergelandeter in unser komplettes Sozialsystem kann doch SO auf Dauer nicht funktionieren.
Wer immer sich auf Staats- (und das sind Allgemeinheits-)Kosten die Voraussetzungen für Berufe mit deutlich höheren Einkommen - etwas provokant gesagt - angedeien lässt, während die meisten anderen ab 14-16 lohnabhängig und in oft anstrengenden wie lebenswichtigen Berufen arbeiten, muss sich m.E. schon gefallen lassen, dass darüber NACHGEDACHT wird, ob das denn wirklich alles so sein und bleiben muss, nur, weil´s 1945 so eingeführt wurde. Das kann doch nicht jemandes Ernst sein, oder?
Diese deutsche Bräsigkeit vor allem im Denken in viel zu vielen Bereichen wird uns noch weit bringen - nur ob nach vorne, bezweifle ich vehement.
Hatte während meiner Selbstständigkeit und weiterhin freiwilligen Beiträgen in KV u.RV einen Kunden, der Manager in einer Firma war,die weltweit tätig ist.Und dieser zahlte ebenfalls den höchstmöglich geltenden Beitragssatz freiwillig weiter in die gesetzliche RV.Doch laut ihm war er in seiner "Preisklasse" die absolute Ausnahme.Denn ab einem bestimmten Einkommen kann man sich wie Apotheker mit eigenen Versorgungswerk ausklinken.Und selbst wenn da höhere Beiträge gezahlt würden, wer kommt denn für den angehenden Akademiker,der wie viele unserer Politiker bis Ende 20 ein Orchideenfach studiert und dann umsattelt auf für u.a.Bafoeg oder kostenfreien Unis usw ? Natürlich der Handwerker,der mittlerweile Geselle ist mit 21 o.frueher und wenn er seinen Meister braucht um sich z.B. selbststaendig zu machen und Arbeitsplätze zu schaffen seine Meisterschule die er nebenher am Abend und Freizeit absolviert selbst finanzieren muss!Und dann mit 67 frohgemut auf Akademikers Dach rumturnt;). MfG
Dr. Hugo Müller-Vogg beklagt Klassenkampf von unten. Klassenkampf von oben ist hingegen ganz OK.
"Einige Jahre „Zwangsarbeit“ für Akademiker können das Problem nicht lösen," für Handwerker und Arbeiter hingegen schon?!?.
Die soziale Unwucht im Cicero ist mittlerweile schon mit Händen zu greifen.
Ärzte haben in der Regel ein eigenes Versorgungswerk und wenn die Gesellschaft schon das Studium bezahlt, muss sie nicht noch die Rente subventionieren. Akademiker mit hohen Einkommen können eher privat vorsorgen als Frisöre oder Altenpfleger.
"Der Rentenkasse würde das jedoch nicht viel helfen. Wer länger Beiträge entrichtet, hat später auch Anspruch auf eine höhere Rente."
Falsch! Der spätere Renteneintritt verkürzt die Rentenbezugsdauer signifikant. Bei einer Rente von 3000 € für Akademiker und 3 Jahren Bezugsdauer ergeben sich 108.000 € die kompensiert werden müssten. Viel Spaß dabei.
Der Autor sollte seine Beispiele rechnen bevor er sie raushaut.
Ach neee….Ricarda Lang studierte rd. 10 Jahre und wurde nach ihrem Bachelor
in der überwiegenden Deutschen Presse dafür „wie ein Nobelpreisträger in Quantenphysik“ gefeiert.
Dabei geht es mir nicht um die Person der Frau Lang. Es ist nur exemplarisches Beispiel deutscher Bildungspolitik wohin ein „Abitur für alle“ führt.
I.ü. Verweise ich auf meine Anmerkungen zum Thema „längere Arbeitszeiten für Akademiker“ …..
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik
"Klassenkampf bei der Rente?" Rentenbeiträge auf Kapitaleinkünfte (Zinseinnahmen, Aktiengewinne, Mieteinnahmen) zu erheben."
In der Schweiz müssen auf bestimmte Kapitalerträge (z. B. aus Vermietung, Pacht) Rentenbeiträge gezahlt werden. Das Land ächzt seit vielen Jahren unter dem Sozialismus.
„Menschen mit längerer Ausbildung bei der Rente zu benachteiligen, macht noch aus einem anderen Grund wenig Sinn.“
Werter Herr Mülle-Vogg, Sinn "ergibt" sich, wird nicht „gemacht“. Das ist einfach nur schlechtes Deutsch.
Gut, dass die SPD die Gaga - Themen (Gendern, Masseinwanderung etc.) gegen eine gute Sozialpolitik austauscht.
Wäre dies früher geschehen wäre die Lage der Partei nicht so prekär.
Übrigens: "Rente mit 63" kann man vergessen, wenn man studiert hat, denn für die dafür benötigten 45 Beitragsjahre zählen Ausbildungsjahre nicht - man hat also, wenn man studiert hat, keine Chance auf 45 Jahre zu kommen. Mal davon ab, sind freilich höherqualifizierte Berufe für die Gesellschaft ohnehin wertvoller, nicht nur bzgl. des höheren Steueraufkommens wegen höherer Gehälter.
Immer wieder interessant, welche Kumpels sich melden mit tollen Vorschlägen - ohne irgendeine Ahnung zu haben, wie es in der Praxis aussieht. Und nein: Ein anspruchsvoller Bürojob eines Hochqualifizierten lässt sich nicht bis ins höchste Alter ausdehnen, weil im Alter oftmals die geistige Leistungsfähigkeit soweit nachlässt, dass der Job nur noch mit Mühe gemacht werden kann. Das trifft freilich nicht auf sogenannte Bullshit-Jobs zu, bei denen es weder auf Qualität noch auf Termineinhaltung ankommt, die kann man tatsächlich bis zur Bahre ausüben, wenn einem nicht die KI zuvorkommt.
"Mal davon ab, sind freilich höherqualifizierte Berufe für die Gesellschaft ohnehin wertvoller, nicht nur bzgl. des höheren Steueraufkommens wegen höherer Gehälter."
Jetzt vergleichen Sie mal die Mehrwerte die der Autor für die Gesellschaft geschaffen hat, mit den Mehrwerten eines Maurers der viele Häuser gebaut und eben so vielen Menschen ein Dach über den Kopf ermöglicht hat. Auch ein Landwirt der Lebensmittel produziert schlägt das Büro um Längen.
"weil im Alter oftmals die geistige Leistungsfähigkeit soweit nachlässt,"
Bei vielen setzt das beschriebene Phänomen schon früher ein. Die Rentenversicherung würde zusammenbrechen müsste sie dafür aufkommen.
Ein Fakt ist das im Alter die körperliche Kraft und die schnelle Reaktionsfehigkeit signifikant nachlässt, und dies lässt sich in den meisten Fällen nicht auffrischen, dies ist unwiderbringlich Futsch.
Berufe, die auf Wissen basieren, die sind in dieser Hinnsicht bevorteilt, denn noch nie war es leichter sein Wissen aufzufrischen und zu erweitern wie heute, zur jeder Tageszeit, und immer wieder, falls das Gedächtnis nicht mehr Top ist.
Herr Dr. Müller-Vogg sieht Ärzte, Ingenieure oder Juristen benachteiligt, wenn das Renteneintrittszeitpunkt an die Dauer der Beitragszahlungen geknüpft wird. Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte sind Pflichtmitglieder in den jeweiligen Ärzteversorgungswerken, ebenso Ingenieure und Juristen in ihren berufständischen Einrichtungen. Somit sind die genannten Berufsgruppen von dem Vorschlag überhaupt nicht erfasst. Bitte etwas mehr Sorgfalt!
Das ist dem Autor wohlbekannt, passt aber nicht in seine zusammengeschusterte Argumentationskette.
Dieser Artikel ist ein wunderbares Beispiel für das endlose Zerreden, das bereits bei der Ideensammlung für eine unvermeidliche Rentenreform beginnt. Wer den Sumpf trockenlegen will, darf nicht die Frösche fragen. Was Dr. Hugo Müller-Vogg als Vorzeigeakademiker schreibt, ist aus seiner Sicht natürlich nachvollziehbar. Es ist jedoch nichts weiter als Schreiben für die eigene Blase. Genau das wird in Cicero so gerne und zu Recht kritisiert. Wenn schon „Zwangsarbeit” verrichtet wird, dann durch den Nichtakademiker. Dieser zahlt bereits mit 16 oder 17 Jahren in die sozialen Sicherungssysteme ein und hält damit diesen Staat am Laufen. Er muss auch noch „strafweise” ca. 51 Jahre (Rente mit 67) oder 49 Jahre (abschlagsfreie Rente mit 65) einzahlen. Dass das aktuelle System die abschlagsfreie Rente mit 63 vor allem für gut bezahlte Akademiker attraktiv macht, die nur 35 Jahre eingezahlt haben, steht auf einem anderen Blatt. Darüber ließe sich wirklich einmal trefflich diskutieren.
Dieses Modell Rente mit 63 ohne lebenslange Abschläge ist wie bei meinem Ehemann, der vor 6 Jahren verrentet wurde nur als langjährig Versicherter mit 45 Beitragsjahren möglich.Frueher sprach man vom sogenannten "Eckrentner". Mein Mann ging mit 17 für 4 Jahre zur BW und war danach 41 Jahre ohne einen Tag arbeitslos zu sein bei ausländischen Streitkräften beschäftigt.Er hätte bis 65 weiter arbeiten können, hätte aber danach einen höheren Steuersatz als Rentner gehabt.Keine leichte Materie geehrter Herr Stefan und uns waren laut unserer Berechnungen 2 Jahre frühere Unabhängigkeit mehr wert,als 2 Jahre volles Gehalt.Doch der Staat lässt auch den Rentner nicht vom Haken.Man bezahlt auf die betriebliche Altersversorgung seit Ulla Schmitt 10 Jahre Beitrag an die gesetzliche KV samt allen Beitragssteigerungen.Seit auch ich in Rente mit fast 67 bin,zahlen wir also 3x Beitrag in die gesetzliche KV. Und müssen 1/2Jahr auf einen Facharzttermin warten oder uns in die Ambulanz
schleppen🤕 MfG
Nur eine Frage!
Wie teuer ist den nun das Studium von Ärzten, Juristen, Studium der Sozialwissenschaften, Politikwissenschaften, Japanologie usw.
Uns Rentnern/Pensionären kann es egal sein. Es wird die jetzt im Berufsleben steckenden Steuerzahler treffen und deren Kinder. Man hat da wieder mal eine *zündende* Idee, um blinden Aktionismus vorzutäuschen und verschiedene Berufsgruppen gegeneinander aufzuwiegeln. Nur ist das noch lange keine grundlegende Reform. Und von der Befreiung der Rentenkasse von sachfremden Zahlungen lese ich bislang auch nirgends etwas. Alles nur ein Sturm im Wasserglas.
Die versicherungsfremden Leistungen werden mit dem Bundeszuschuss an die Rentenversicherung erstattet. Auf diese Weise werden gesamtstaatliche Aufgaben steuerfinanziert und weitgehend alle daran beteiligt. Außerdem entlastet dies die Lohnnebenkosten. Hier im Cicero wird dieser Ausgleich gern als Subvention der Steuerzahler an die Rentenkasse verunglimpft. Entweder man weiß es nicht besser oder Herr Müller - Vogg und Kollegen verfolgen eine Agenda. Beides ist ziemlich erbärmlich.
Die Haltlinie als auch die Mütterente werden ebenso finanziert. Ich weiß nicht was Müller - Vogg so daran amüsiert. Die Herren wollen Frau Bas missverstehen.
Ähnlich wie die links - woken das Stadtbild von Friedrich Merz missverstehen wollen.
Alle rufen laut Kulturkampf, nur um dann selbst kulturkämpferisch zu polemisieren.
Angesichts der Riesenlücke, die sich dank jahrzentelangem Leben aus der Substanz nicht nur bei der Finanzierung der Renten auftut, werden wir aus dem Staunen nicht mehr herauskommen, was alles noch an "Ungerechtigkeiten" entdeckt und ausgeglichen werden wird...
Es sollte nicht vergessen werden, dass die Rentenversicherung eine Versicherung ist, dass man sich also durch die Zahlungen Ansprüche erwirbt, die keine Sozialleistung darstellen. Nicht der Staat gewährt gütig mehr Rente, sondern die Versicherung zahlt aus.
Zur stärkeren Beteiligung der höheren Einkommensgruppen und Akademiker sei angemerkt, dass diese, wenn sie ihre Altersversorgung privat oder in Versorgungswerken organisieren. der gesetzlichen Rentenversicherung nicht auf der Tasche liegen und dennoch über ihre Steuern einen ständig wachsenden Anteil an den gesetzlichen Renten zahlen. Von mangelnder Beteilgung dieser Gruppen an den Kosten der gesetzlichen Rentenversicherung kann also keine Rede sein.
Ganz Recht geehrter Herr Stellbrink!Das wie glaube ich Adenauer? meinte,dass die Leute immer Kinder bekämen und der Generationenvertrag wie von allein funktionieren würde,und seit Erfindung der Pille auch die 3 Ks nicht mehr Standard beim weiblichen Teil unserer Gesellschaft war, hätte man zumindest die Finger seitens der Politik aus den damals noch bestens gefüllten Rentenkassen bzw Rücklagen draußen lassen können und sollen!Aber ob es zur Finanzierung/Zweckentfremdung en von Einwanderern aus dem Osten ging,die unter bestimmte zeitliche Regelungen fielen und alles angerechnet bekamen aus der alten Heimat und wie ich selbst von Bekannten weiss heute sehr auskoemmliche Renten beziehen obwohl wenig Beiträge in unsere RV flossen,oder andere versicherungsfremde Wahlversprechen;) den Griff in die Kassen erforderlich machten, dafür kann keiner was ,der sein Leben lang arbeitet,immer mehr zahlt an Abgaben und welche Unverschämtheit auch noch länger lebt als früher! MfG
Ich habe eine Bekannte, sie hat Medizin studiert, danach vier Kinder erzogen, macht jetzt den Facharzt. Klar, sie darf dann mit 90 in Rente. Zu jeder doofen Idee, gibt's einen Professor*, die diese vertritt. Applaus von Frau Baas ist der beste Beweis, und der Kanzler wird wieder relativieren und rudern.
