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Katja Hoyer / Archiv Hoyer

Katja Hoyer im Gespräch mit Clemens Traub - Cicero Podcast Politik: „West-Parteien haben die Ostlandschaft nicht verstanden“

Die in Brandenburg geborene Historikerin Katja Hoyer spricht im Cicero Podcast Politik mit Redakteur Clemens Traub über die neue Ostidentität, den Erfolg der AfD und die Unfähigkeit vieler Westdeutscher, den Osten der Republik zu verstehen.

Clemens Traub

Autoreninfo

Clemens Traub ist Cicero-Redakteur und verantwortlich für Social Media. 

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Die in der Niederlausitz geborene Historikerin Katja Hoyer ist überzeugt, dass Ostdeutsche keine Lust mehr darauf haben, sich für ihre eigene Identität schämen zu müssen. Knapp 36 Jahre nach der Wiedervereinigung spricht Hoyer vom Erstarken eines neuen positiven Ostbewusstseins: „Ich glaube, daher rührt jetzt über die letzten Jahre dieser Regionalstolz, den man wieder sieht: dass die Leute ‚Ost-, Ost-, Ostdeutschland‘ in Fußballstadien rufen, an ihren Simson- und Trabantfahrzeugen schrauben und ein positives Ostbewusstsein entwickeln.“

Es ist vor allem die AfD, so Hoyer, die es versteht, die Sehnsucht nach einer neuen ostdeutschen Identität als politisches Instrument zu verwenden. Ihr hartes Urteil: „Westparteien haben die Ostlandschaft nicht verstanden.“ Gleichzeitig hält die in Großbritannien lebende Geschichtswissenschaftlerin den Erfolg der AfD nicht für ein ostdeutsches Spezifikum, ganz im Gegenteil.

Mit Blick auf westdeutsche Regionen wie das Ruhrgebiet sieht sie ähnliche Dynamiken, die der AfD in die Karten spielt: Deindustrialisierung, das Gefühl von identitärer Abwertung und das Bedürfnis nach sozialer Sicherheit.

Katja Hoyer und Clemens Traub
Katja Hoyer / Archiv Hoyer und Clemens Traub / A. Berghäuser

Das Gespräch wurde am 21. August 2026 aufgezeichnet.

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Dorothee Sehrt-Irrek | Fr., 4. September 2026 - 14:06

Da ich in Ostdeutschland lebe, habe ich aber eine vielleicht überraschende These zum starken Zuspruch für die AfD.
Da die Linke evtl. nicht mehr eine ostdeutsche Identität garantieren kann, das tat sie m.E. sehr lange nach der "Wende", spitzt sich jetzt diese Fokussierung auf - Entschuldigung - Identitäten des letzten Jahrhunderts auf die AfD zu?
Zwei Faktoren begünstigen ihre Stärke?
Die vlt. Politik von oben der Merkel-Jahre, also Atomausstieg, Migration und Corona mit leider einhergehenden Problemen in Bezug auf Gesellschaft und Wirtschaft, dann aber auch der Weggang hochqualifizierter Kräfte aus dem Osten in alle Welt?
Da kann man nicht viel machen, das ist verständlich, bedeutet aber für den Osten Mangel an Fachkräften?
Das muss man doch einfach mal benennen, ohne gleich auf Migration einzuschwören, ohne die ich aber erhebliche Probleme für den Osten sehe.
Der andere Punkt ist eben die "Geschäftsübergabe" an die neue Generation, die aber teils fehlt.
Viele Geschäfte liegen brach?

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr., 4. September 2026 - 14:21

Antwort auf von Dorothee Sehrt-Irrek

Inhabern*?
Verständlich, denn die bauen doch ihre Existenzen auf, fallen leider aber auch stärker ins Ges/w/icht, weil der heimische Nachwuchs fehlt?
Was soll man da dann machen?
Vor allem entwickelt sich die Globalisierung, die die Moderne der Bundesrepublik bestimmen wird.
Anders gesagt, man muss die Puzzleteile dessen, was wir sehen, richtig zusammensetzen.
Die Bezüglichkeiten erläutern, an deren "Ende" die Moderne stehen wird, da habe ich keine Zweifel.
Der Bedarf an spezifisch ostdeutschen Identitäten wird schwinden zugunsten eines befreiten Blickes auf die Welt.
Da möchte ich doch einmal sagen dürfen: Niemand hier im Forum hat sich für mich in meinen Ohren so "eingeschränkt" und "hausbacken" angehört, dass ich auch nur auf die Idee gekommen wäre, hier würde jemand aus Überzeugung etwa die AfD wählen.
Kritik ist hier sehr deutlich zu vernehmen, aber ich persönlich sehe eben die AfD "rückwärtsgewandt", während die Moderne hoffentlich lediglich stolpert.
Mut für eine offene Zukunft

hier bei Cicero, in denen Die SPD als alte Tante abgebildet wurde.
Merkel war dann leicht ein "junger Hüpfer"?
Konservative gibt es auch schon länger, aber zugegeben, Frau Merkel hatte für mich wenig davon.
"Intelligenz und Erfahrung" wiegt manchmal sehr schwer.
Deshalb muss der Elan von Herrn Siegmund nicht ganz falsch sein.
Die Wähler und Wählerinnen haben das Wort.

Herbert Schultz-Gora | Fr., 4. September 2026 - 21:05

Mein Wunsch: In Zeitungen wird angeboten, sich Artikel anzuhören statt sie zu lesen.
Kann man das nicht auch umdrehen und Audio-Inhalte verschriftlichen...?