K-Frage in der Union - Wird aus dem Kanzlerwahlverein CDU ein Söder-Fanclub?

Markus Söder hat sich erst die CSU untertan gemacht, nun hat er das Gleiche mit der CDU vor. Präsidium und Vorstand der Schwesterpartei sind ihm dabei gleichgültig. Er könnte Erfolg haben und Armin Laschet zum Rückzug zwingen.

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Achtung, jetzt kommt Söder / dpa

Autoreninfo

Dr. Hugo Müller-Vogg arbeitet als Publizist in Berlin. Der gebürtige Mannheimer war von 1988 bis 2001 Mitherausgeber der F.A.Z. Sein aktuelles Buch „Wolfgang Bosbach: Endspurt. Wie Politik tatsächlich ist – und wie sie sein sollte” ist im Herbst 2016 erschienen.

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Hugo Müller-Vogg

Alles schon mal da gewesen: 1975 versuchte Franz Josef Strauß mit aller Macht, die Kanzlerkandidatur von Helmut Kohl zu verhindern – und musste nachgeben. 1979 schaffte es Strauß nach einer Kampfabstimmung in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gegen den niedersächsischen Ministerpräsidenten Albrecht.

2002 wollte der damalige CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber unbedingt die K-Frage zu seinen Gunsten entscheiden. Schließlich gab die CDU-Vorsitzende Angela Merkel nach. Doch so freiwillig, wie das im Nachhinein dargestellt wird, war ihr Verzicht nicht. Zuvor war bereits eine Reihe von CDU-Schwergewichten zu dem Bayern übergelaufen.

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Maria Arenz | Mo, 19. April 2021 - 13:20

so Franz Josef Strauß, der Markus Söder angeblich ja dazu motivierte, Politiker werden zu wollen. Söder beschimpft jetzt CDU -Präsidium und Vorstand als "Hinterzimmer", die aktuell für ihn günstigen Meinungsumfragen erklärt er plötzlich zum alleinigen Entscheidungkriterium, und alle in einer repräsentativen Demokratie nun einmal zu deren dauerhaftem Funktionieren unerläßlichen Institutionen und Regeln sind jetzt plötzlichVerrat an der von ihm eben jetzt als Zielvorstellung erfundenen "modernen Demokratie". Das erinnert doch stark an Trump und wie das zum Schaden der Demokratie in den USA weiterging und geht, ist uns allen nur zu bewußt. Dabei hätte ich gegen eine Kandidatur Söders nichts grundsätzliches gehabt- hätte er seinen Hut in den Ring geworfen, als es offen gegen Laschet UND Merz ging. Aber abzuwarten, bis Laschet Merz aus dem Rennen geworfen hat, und dann Laschet auch um den Preis der Zerstörung der Union so abzumeieren? Pfui Deibel, setzen, ungenügend.

Urban Will | Mo, 19. April 2021 - 13:32

Wenn sie im ersten Drittel Ihres Beitrages die CDU als „Machtmaschinen“ bezeichnen, dann passt der Begriff „Söder – Fanclub“ als neuer Name nicht.
Dann brauchen die keinen neuen Namen, sie bräuchten einfach nur den Mut, dem Wähler ganz klar zu sagen, was eh alle, die sich mit Politik befassen, schon lange wissen. Zumindest seit rund anderthalb Jahrzehnten:

„Liebe Leute, uns ist es egal, für was wir stehen, wir haben keine Prinzipien, wir haben keine Leitlinien, uns ist es egal, wem da vorne wir zuklatschen, er muss nur das garantieren, was wir wollen: einfach nur regieren, regieren und nochmal regieren“

Ihrem Stammwähl – Vieh ist das eh recht wurscht. Noch gibt es dieses in großer Menge und die wählen immer und immer und immer Schwarz, da brauchen sich die Leute im Adenauer – Haus wirklich keine Sorgen zu machen. Allerdings altern die so langsam und sterben weg. Irgendwann also müssen sie sich was einfallen lassen.

und Frust desjenigen, der sich darüber grämt, dass das Stimmvieh - von Gleichdenkenden auch schon mal an gleichem Ort als doofer Michel abgewatscht - sich doch klar mehrheitlich und eindrucksvoll verlässlich nicht den Braunen im blauen Hemdchen zuwendet.

Aber der Horizont ist rosig, Besserung ist in Sicht...die treuen Unions-Wähler sind also eine aussterbende Spezies!

Sagt ausgerechnet jemand, der für die klassische Altherrenpartei AfD trommelt!

Ach halt, so alt ist sie ja vermutlich gar nicht überall. Мöglicherweise werden die sich durch Alter wie auch ständige Parteiaustritte lichtenden Ränge ja von ein paar "Nachwuchskräften" der verfassungsfeindlichen Identitären oder tapferen Skinheads aus der Sächsischen Schweiz aufgefüllt!

Und bevor Sie wieder falsche Schlüsse ziehen - nein, ich wähle keine CDU. Die ist mir zu konservativ.

Sehen, Sie, das haben wir gemeinsam! Sie haben mit Konservativen auch nichts am Hut!

Allerdings bevorzuge ich, anders als Sie, nicht den rechten Rand!

Rainer Mrochen | Mo, 19. April 2021 - 13:46

Der hat aus den Fehlern seiner Vorgänger, um die Kandidatur, gelernt. Brutal, alles auf eine Karte setzend. So läuft das Spiel, incl. Hintertür > MP in Bayern und CSU Vorsitz <. Vortreffliche Situation. Als Kanzler für Bayern gut, für Deutschland in Gänze eher weniger. Der Kardinalfehler der CDU war es, Friedrich Merz, nicht zum Vorsitzenden zu küren. Es gibt Fehler, die macht man besser nicht.

All dies, die Verhinderung von Merz, und das jetzige unwürdige Spiel, all dies ist ohne die böse alte Frau im Kanzleramt nicht denkbar. Die Jungs sollen sich fetzen. Es soll gezeigt werden - sie können es nicht. Dann kommt sie oder lässt sich rufen: "Angela, rette uns vor dem Chaos! Mach´s nochmal! Bitte!" Ich könnte mein Bundesverdienstkreuz verwetten. So wird es kommen. Und dann nimmt sie die Grünen ins Boot und die Annalena auf einen schönen Posten, genau wie sie einst von Kohl ins Boot geholt wurde. Als sein "Mädchen". Dieses ist die Annalena jetzt für Merkel. Nee, der fällt nicht Neues ein. Die fühlt sich jetzt wie Kohl Nr. 2 - nur viel, viel klüger, ohne Spendenaffäre, dafür mit Ermächtigungsgesetz. Es ist gar nicht so schwer, dahinter zu kommen, wie die Alte tickt...

Christoph Kuhlmann | Mo, 19. April 2021 - 14:52

und Laschet müssten die Abgeordneten ja mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wenn sie nicht für Söder stimmten. Laschet bedeutet ja einen Kahlschlag gerade bei jungen Kandidaten. Der Merkel-CDU geht es doch darum die wahren Kräfteverhältnisse im Land zu verschleiern um nicht zurück rudern zu müssen.

Hubert Sieweke | Mo, 19. April 2021 - 16:47

weil Laschet sich mit unlauteren Mitteln den Vorsitz gegen Merz gesichert hat. Viele der ihn damals unterstützenden CDUler haben sich mittlerweile abgewandt.
Es geschieht der CDU aber recht, dass sie mun enormen Schaden nehmen wird und bei der BT Wahl einen Einbruch erleidet.
Merz hätte ein völlig anderes standing gehabt und war unter den Mitgliedern der CDU mit großer Mehrheit akzeptiert.
Die damaligen Merz Freunde, siehe Kuban etc., lassen Laschet im Regen stehen.
Übrigens wäre er für mich NIE ein Kanzler, er ist eher ein schlechter Provinzfürst.
Verliert er, ist sein Job als Vorsitzender auch futsch.
Aber, all diesen Vorständen geht es um Geld und Amt.
Ein CSU Mann kann nie Kanzler werden, dass haben schon andere versucht, die weit aus mehr ansehen hatten, als Wendehals Söder.

Brigitte Simon | Mo, 19. April 2021 - 17:16

Ist der Söder Fanclub ein Plagiat der Merkel Abnickpartei von Ihnen, lieber Herr Hugo-Müller-Vogg? Haben Sie das Sie das mittlerweile nötig? Im übrigen kein sehr origineller Artikel. Ähnlichen las ich bereits im Focus, im Spiegel, in der Madame, Bild der Frau oder Frau im Bild. Bewahren Sie Ihr Manuskript in der untersten Schublade auf. Der
Name Söder kann durchaus mutieren. In Merkel
oder Laschet oder wer auch immer.

Ingofrank | Mo, 19. April 2021 - 17:23

Wo ist der Unterschied ? ? ?

Aus dem Kanzlerwahlverein CDU ist schon lange
(Allerspätestens ab 2015) ein Merkel- Fanclub geworden. Als Fan ,und dann noch in einem Club,
liebt man den Frontmann/Frau der Gruppe. Egal welche Musik gespielt wird, kommt immer auf den Zeitgeist an. Und wenns der größte Sch....ist. Die Hauptsache ist: „diese Platte ist ein Hit, diese Platte müßt ihr koofen, dass ist ne Platte für die Doofen.“
(Insterburg & Co)

Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Heidemarie Heim | Mo, 19. April 2021 - 17:24

Da passt irgendwie der Spruch des Kriegshelden George s. Patton Jr.: "May god have mercy upon my enemies, because I won`t" (Möge Gott meinen Feinden gnädig sein, weil ich es nicht tun werde) Martialisch, aber immer wieder gut wenn es darum geht die Mannen hinter sich zu scharen und dem Gegner entsprechend die Courage zu nehmen;).
Die auf beiden Seiten zu erwartenden Opfer oder etwaige Kollateralschäden gehören halt mal dazu wie es momentan im Unionskampf aussieht. Der Konföderierte aus dem Süden gegen das CDU-Präsidium und deren Restanhänger;) Mal sehen ob es dieses Mal ein anderer Ausgang als bei Gettysburg gibt. Falls ja und sollte sich(Söders) weitergehende Plan oder Strategie nicht wieder um 180 Umfrage-Grade wenden, wird er sich ganz ähnlich gentlemanlike mit der grünen Mitkandidatin auf den Thron befassen und ihr zeigen auf welchem Sofa sie Platz nehmen darf.
Mir/Mich;) dünkt, das wird noch unterhaltsam werden. Lasset die Spiele beginnen! MfG

Gerhard Schwedes | Mo, 19. April 2021 - 17:52

Wie bringt man Ordnung ins Chaos? indem man sich die richtigen Fragen stellt. Diese sind: 1. Wer ist das größere Zugpferd, mit dem die CDU/CSU die Wahlen gewinnen kann? 2. Für was stehen die beiden Kampfhennen Söder und Laschet? 3. Wem ist mehr zuzutrauen, den Merkelschen Augiasstall wieder in Ordnung zu bringen? Hier die Antworten: 1. Bei den Umfragen schlägt Söder haushoch seinen Konkurrenten, dem man einfach nicht die Durchsetzungskraft eines Kanzlers zutraut. Und diese braucht es - in der Partei, im Land, in Europa und in der Welt. 2. Ob Laschet für Merkel steht, ist noch lange nicht sicher. Schlug er nur den merkelschen Brustton an, um die Kanzlerin auf seiner Seite zu haben? Aber wo wäre dann sein eigenes Profil? Fehlanzeige. Das gibt es nicht. Und nun zu Söder: Ein Machtmensch, gewiss. Verstellung als Merkel-Fan, gewiss. Dass er aber das erfolgreiche bayrische Model (Modernisierung, eine erfolgreiche Wirtschaft) für grüne und merkelsche Politik aufgibt, das glaube ich nicht.

Maria Fischer | Mo, 19. April 2021 - 18:37

Sollte die CDU noch ein Funken Überlebenswillen
haben, muss das Präsidium hart durchgreifen.
Auf gar keinen Fall Söder.
Söders Unterwerfung dauert max.24 Std.
Dann fängt das Pressing von vorne an.

Winfried Daumann | Di, 20. April 2021 - 10:41

Merken die CDUler nicht, dass sich diese Spielchen der CSU immer wiederholen werden. Aus der Bayern CSU werden immer rechtsnationalistische Töne der unangenehmen Art zu hören sein.
Es sollen sich die beiden Parteien besser trennen, Koalitionen können sie dann je nach Wahlergebnis bestreiten. Die CSU kann dann auf Bundesebene ihr Amigogebaren und ihre populistischen Parolen ausleben, die sie ja mehr mit den halbwegs Normalen in der AFD verbindet. Die Ultras wird es immer geben und der NaziRest der AFD kann sich dann in einer echten Nazipartei mit unter 3% versammeln. So könnte auf Bundesebene etwas Ordnung in der Parteienlandschaft sein. Die CDU ist ja unter Merkel ohnehin nach links gerückt und hat sämtliche Prinzipien, die sie in der Vergangenheit so vehement vertreten hat, über Bord geworfen. Sie steht heute nur noch für den Machterhalt der Bundestagsmandate ihrer Abgeordneten. Sie ist zu einer Partei ohne Werte und Gewissen geworden. Sie sind zu vaterlandslosen Gesellen verkommen.