Friedrich Merz
Friedrich Merz / picture alliance / dts-Agentur | -

Kanzlerdämmerung - Die Auswechselung des Mannes an der Spitze ist nicht genug

Merz kämpft längst nicht mehr nur gegen schlechte Umfragewerte, sondern gegen die Rebellion in den eigenen Reihen. Sein Kanzleramt wankt. Doch wer glaubt, ein neuer Regierungschef könne die Krise lösen, unterschätzt das eigentliche Problem.

Porträt Mathias Brodkorb

Autoreninfo

Mathias Brodkorb ist Cicero-Autor und war Kultus- und Finanzminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Er gehört der SPD an.

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Der Erosion der Macht des Kanzlers kann man inzwischen im Minutentakt zusehen. Entscheidend ist dabei nicht sein schwindender Rückhalt in der Öffentlichkeit. Das ging nach Wahlen vielen Kanzlern so. Das wichtigste Merkmal für die Probleme des Friedrich Merz ist die schwindende Autorität in seinem eigenen Laden.

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Theodor Lanck | So., 13. September 2026 - 17:57

Die Bürger müssen wieder direkt miteinander in Kontakt kommen, zumindest bei wesentlichen Fragen, ohne von der politischen Elite geführt und damit auch entlastet zu werden. Nebenbei kann eine Opposition durch von ihr unterstützte direktdemokratische Entscheide auch zwischen den Wahlen Einfluss nehmen und Verantwortung übernehmen.

Direkte Demokratie ist sowohl ein Korrektiv als auch eine Infusion für die repräsentative Demokratie.

Den Lerneffekt für die Bürgerschaft, wenn sie - aus Unwissenheit, Überschwang oder Gleichgültigkeit - das im Nachhinein Falsche oder Schädliche wählt, halte ich sogar für den langfristig wichtigsten Effekt.

Und wie parlamentarische Entscheide sind auch plebiszitäre prinzipiell korrigierbar.

Also, nur Mut, sich des eigenen Verstandes zu bedienen!

Thomas Hechinger | So., 13. September 2026 - 18:09

Antwort auf von Theodor Lanck

Und was unser Wahlrecht angeht, müssen wir von der Listenwahl wegkommen. Es muß ein System werden, bei dem der Kandidat der jeweiligen Partei vor Ort aufgestellt wird, sich den Wählern vor Ort präsentieren muß und sie überzeugen muß. Man kann sich verschiedene Modelle vorstellen, um das nicht zu einem Wahlrecht zu machen, das zu einer totalen Verzerrung der proportionalen Verhältnisse in der Wählerschaft führt. Aber die Listenwahl muß weg,

Maria Arenz | Mo., 14. September 2026 - 07:58

Antwort auf von Thomas Hechinger

halte ich auch für einen Grundfehler "unserer Demokratie". Die Hanswurste und Hanswurstinnen, die vor allem die Grünen und die Linke über Liste in die Parlamente schicken, hätten bzw. haben keine Chance, als Direktkandidaten gewählt zu werden. Ebensowenig all die abgebrochenen Kappes- Studierer von irgendwas, die uns inzwischen weit überproportional zu ihrem Bevölkerungsanteil vertreten. Auch eine Katrin Göring Eckart mit ihren 3 % als Direktkandidatin z.B. bliebe uns erspart. Dazuhin die Möglicheit von Volksabstimmungen und das gegenwärtige Ausmaß von Entfremdung zwischen Regierung und Souverain wäre nicht mehr möglich. Dann klappte es auch vielleicht mal wieder mit einem Kanzler, der sich dem Wahlvolk und nicht nur seinen höchtpersönlichen Karriereträumen verpflichtet fühlt.

Thorwald Franke | So., 13. September 2026 - 17:57

Einst lehnten die Karlsruher in einem Bürgerentscheid den Bau einer U-Bahn ab ("U-Strab"). Es war eine gute und notwendige Idee. Der Verkehr war oberirdisch zu umfangreich geworden. Der Chefplaner ging daraufhin.

Dann zehn Jahre weiteres Elend.

Dann folgte ein zweiter Bürgerentscheid. Diesmal positiv. Die U-Strab ist heute Wirklichkeit. Das "Leid", von dem Brodkorb spricht, hatte zehn Jahre gedauert. Dann hatten die Bürger umgedacht. Es funktioniert.

Und die Schweizer haben sogar schon über ihre Armee abgestimmt, die heiligste Kuh in der ganzen Schweiz!

Pamina | So., 13. September 2026 - 17:59

ist Merz der Falsche in diesem Amt. Er ist charakterlich nicht geeignet. Seine Arroganz und Selbstüberschätzung, der Tonfall, in dem er die Bürger abkanzelt, und seine Ausbrüche gegen die AfD gehen gar nicht. Er hat das Amt nicht verstanden. Er agiert und reagiert nicht als Bundeskanzler, sondern nur als Friedrich Merz.

Ingo Frank | So., 13. September 2026 - 19:32

Antwort auf von Pamina

ich das nur als die 1/2 Wahrheit an und frage mich vehement, was bringt ein neuer Kanzler denn für positive Effekte ?
Da die Union noch nicht ihrem Wahn erlegen ist, in einer wie auch immer gearteten Koalitionsvariante mit den Parteien der so genannten demokratischen Mitte, der „nationalen Front“ (Blockföten) einst hießen, die Probleme dieses Landes lösen zu können, ist der kommende CDU Kanzler samt der Union als Partei ebenso im Würgegriff der SPD, der Grünen Sekte und den SED Erben, wenn man vom BSW & d FDP mangels Zustimmung auf Bundesebene absieht.
Eingepreist sind da noch nicht die Ergebnisse der KWahk in NS, die Berliner LTWahl und am spannendsten für die CDU, das +/- der 7 % CDU in MV.
Auch die Forderungen an die AfD von der CDU gestellte „Angleichung“ oder gar „Aufgabe bestimmter faschistischer ( ? ?)Positionen“ sind bei einem Kräfteverhältniss von 20 : 30% mehr als nur vermessen wenn gerade einmal bei einer LT Wahl lediglich 3 Stimmen zur absoluten Mehrheit gefehlt haben.

Tina | Mo., 14. September 2026 - 04:44

Antwort auf von Pamina

Merz hätte nach der Wahl als Bundeskanzler sofort abgesetzt werden müssen.
Nur von wem?
Er hat im Wahlkampf gelogen, dass sich die Balken biegen.
So eine Person, die so vorsätzlich lügt darf nie in ein Führungsamt kommen bzw.Bundeskanzler werden.
Mit der Wahrheit nehmen es viele Politiker nicht so genau deshalb wäre es wichtig, die Immunität der Politiker aufzuheben und auch dass Politiker haftbar gemacht werden können.
Wann werden die 551 Fragen offen gelegt?

Thomas Hechinger | So., 13. September 2026 - 18:03

„Söders Vorteil wäre ohne Zweifel, dass er ... konservative Grundpositionen atmet.“

Herr Söder ist so konservativ wie Herr Merz ehrlich. Das Konservative bei Söder ist nur eine Attitüde, die er je nach Bedarf ausspielt oder ablegt.

Bei Herrn Wüst sage ich nur: „Kinder statt Inder.“ Das würde sich heute nicht mal ein AfD-Politiker mehr zu sagen trauen. Herr Wüst ist ein Opportunist wie Söder, nur nicht so „volksnah“ und nicht so gerissen wie Söder.

Den hessischen Ministerpräsidenten kenne ich zu wenig, um ihn charakterlich einschätzen zu können. In seiner Amtszeit jedenfalls machte sich „Hessen gegen Hetze“ breit. Immerhin muß man Herrn Rhein zugestehen, daß er die Arbeitsweise der Stiftung vor ein paar Monaten kritisiert hat. Was daraus geworden ist, habe ich nicht mitbekommen. Ich bleibe dennoch skeptisch.

Dieser Ausspruch stammt von Jürgen Rüttgers, damals , vor etwa 25 Jahren, wahlkämpfender CDU Ministerpräsident in NRW. So etwas Eindeutiges würde der geschmeidige Herr Wüst niemals äußern. Er ist der stellvertretende Vorsitzende der Bruderschaft der ehrwürdigen Schaumschläger und regiert übrigens nicht mit den Grünen, die Grünen regieren quasi ohne ihn. Er macht bella figura und ist schwer auf irgendeine Position festzulegen, außer der, dass er Kanzlerambitionen hat. Es dürfte ähnlich ausgehen wie mit Merz.
Das wahre Problem der CDU ist, dass sie kein konservatives Spitzenpersonal mehr hat, nur Phrasensprechpuppen.

Thomas Hechinger | So., 13. September 2026 - 20:34

Antwort auf von Angelika Sehnert

Ich dachte immer, Wüst habe diesen Slogan für Rüttgers Wahlkampagne 2005 oder 2010 geprägt. Nun hat eine Recherche ergeben, daß Wüst erst 2006 Generalsekretär der Nordrhein-Westfalen-CDU wurde, während der Spruch während des Wahlkampfs 2000 eine Rolle spielte. Allerdings soll er gar nicht von Rüttgers selbst stammen, sondern eine Verkürzung einer Aussage Rüttgers sein, die seine Gegner verwendeten, um ihn als Fremdenfeind darzustellen.
Was aber stimmt, ist, daß Wüst in jener Zeit für einen scharfen Konservativismus gegen Merkel stand, während er sich heute als Vertreter der Merkel-CDU präsentiert. Und 2010 mußte er, noch vor der Landtagswahl, als CDU-Generalsekretär zurücktreten, weil er für die „Rent-a-Rüttgers“-Affäre verantwortlich war.

Interessant, was sich im Lauf der Jahre im Kopf so alles zusammenschiebt. Nun sehe ich, wie es sich wirklich verhalten hat. Und auch Ihre Erinnerung war nicht ganz richtig.

Halten wir fest: Mit „Kinder statt Inder“ hat Hendrik Wüst nichts zu tun.

Gisela Hachenberg | So., 13. September 2026 - 23:22

Antwort auf von Angelika Sehnert

Gut, dass Sie das mit den „Indern“ klarstellen, liebe Frau Sehnert. Sie sind mir zuvorgekommen, denn ich wollte es auch schon in einem Kommentar schreiben. Auch, dass Sie endlich klarstellen, dass
dieses ewig wiederholte Mantra „Wüst regiert geräuschlos mit den Grünen“ von fast allen Journalisten nicht stimmt. Sie haben Recht. „ Die Grünen regieren quasi ohne ihn.“ Mona Neubaur von den Grünen ist die starke Frau in der Regierung. Wüst
lässt sie gewähren. Dann hat er seine Ruhe, und kann weiter daran arbeiten, dass fast die ganzen Medien ihn als nächsten Kanzler sehen. Da meine Familie in Köln lebt, bin ich über die politischen Verhältnisse in NRW gut informiert. Wüst ist ein „Schaumschläger“. Es erschließt sich mir nicht, warum er im angeblichen Politikerranking der beliebteste CDU Politiker sein soll. Würde er wirklich Merz Nachfolger, hätten wir schnell schwarz/grün im Land. Gottlob steht das nach dem Absturz der CDU momentan nicht zur Debatte! Danke für die Korrektur, Frau Sehnert

Ingo Frank | So., 13. September 2026 - 18:37

und dem Herrn von Politico/ Welt richtig verstanden habe, ist Merzens Abgang klar & nur eine Frage der Zeit.
Egal wie, heute in NS Kommunalwahl & die Wahlen in Berlin & vor allem in MV, wo noch nicht einmal die 5% für die CDU gesichert sind, stehen noch bevor.
Was ich aber für nahezu lächerlich halte, auch zu hören heute Im Presseclub, Forderungen an die AfD gewisse Leute zu entfernen, sich programmatisch der CDU anzunähern bzw. Irgendwelche faschistoide Positionen ( welche denn ?) aufzugeben.

Die CDU ist doch gar nicht mehr in der Position, irgend welche Forderungen an die AfD zu stellen bei 20: 30 oder lt. letzter RTL Umfrage zu BTW im Osten die AfD bei gut 40% sieht.
Wenn jetzt schon Herr Müller ( vdMilch) offen eine Koalition von AfD & CDU fordert, hinzu das Interview eben in Berlin direkt mit der Schatzmeisterin der Jungen Union gelauscht hat, sind die Tage der GroKo gezählt.
Warten wir das amtliche Endergebnis in MV ab. Liegt die CDU um od gar unter 5% ist’s d Ende von Merz.

Karl-Heinz Weiß | So., 13. September 2026 - 19:11

Das Problem der CDU ist nicht Merz, sondern die selbstgezimmerte "Brandmauer ", von der sich die jahrelange AfD-Ignoriererin Merkel plötzlich distanziert. Warum wagen nicht fünf CDU-Abgeordnete in SA den Aufstand und sprechen im Rahmen einer eigenen Fraktion mit der AfD ?

Christa Wallau | So., 13. September 2026 - 19:15

nämlich der AfD, im Jahre 2013 war die Einführung von Volksabstimmungen bei grundsätzlichen Entscheidungen, deren Folgen alle Bürger betreffen (z. B. Einführung einer neuen Währung, Ausstieg aus der Atomkraft, Asylpolitik, Bürgschaft für Schulden anderer Länder usw.).

Besonders wegen dieses Programmpunktes habe ich die AfD mit aufgebaut. Außerdem war mir eine EU-Politik wichtig, die keine Vergemeinschaftung von Schulden in der EU erlaubt.

Deshalb kann ich Herrn Brodkorb nur Recht gegen: Das verlorengegangene Vertrauen in die Politik kann nur dadurch wiedergewonnen werden, indem die Bürger ernst genommen u.
an Entscheidungen unmittelbar beteiligt werden.
Ein Kanzler-Austausch nutzt da gar nichts!
Er ist jetzt nur deshalb nötig, weil der amtierende Kanzler sich als totale Fehlbesetzung erweist.

Viel bedeutsamer ist die Rückgabe der Macht in die Hände des eigentlichen Souveräns, nämlich des Volkes, und damit die Entmachtung der Parteien, die sich den Staat zur Beute gemacht hab

Michael Sauer | So., 13. September 2026 - 20:16

Art. 63 klärt einfach und klar, dass bei einem "Kanzlerwechsel" nicht nur Merz abtreten, sondern auch die SPD zustimmen müsste. Wir können uns vorstellen, was si dafür verlangen würde. Danach wäre alles nur noch schlimmer.

Wolfram Fischer | So., 13. September 2026 - 21:31

Antwort auf von Michael Sauer

Ich meine, das ist so rein formal erst mal nicht ganz richtig. Realustisch betrachtet sieht's sicher anders aus).
Wenn Merz zurücktritt, gibt es ggf. Kanzlerwahl. Und da gibt es mehrere Möglichkeiten in der Abfolge des Art 63 GG. Das kann so enden (lt. Abs.4) "... findet unverzüglich ein neuer Wahlgang statt, in dem gewählt ist, wer die meisten Stimmen erhält". Das ginge also auch ohne die SPD. Dann Ernennung oder Auflösung des BTes (daß ein solchermaßen ernannter BK Erfolg haben könnte darf natürlich mit Fug und Recht bezweifelt werden... insofern wohl nur theoretischer Natur... insofern haben Sie natürlich recht... )
Wenn Merz aber nicht zurücktritt, dann kann ggf. ein konstruktives Mißtrauensvotum anstehen lt. Art. 67 GG. Da ginge ohne die SPD dann auch rein formal gar nichts.
Aber er wird zurücktreten - bzw. er "wird zurückgetreten" ;-)

Urban Will | So., 13. September 2026 - 21:15

Dieses Land wird seit Jahrzehnten quasi linksgrün regiert und die Folgen sind bekannt. Mit dem Ende dieser Koalition muss das Ende der quasi Allmacht von Linksgrünwoke in Regierungsverantwortung und vielen anderen Institutionen einhergehen. Es wäre die fulminanteste politische Wende in diesem Land seit 1945. U.a. müsste man sämtlichen NGOs, den linken Bodentruppen, den Geldhahn zudrehen, alle unnötigen Ausgaben auf den Prüfstand stellen, die Migrationspolitik komplett neu denken (massive Abschiebungen, bzw. Abschiebehaft für alle Illegalen, kein Geld mehr, Ende des Grundrechtes auf Asyl, etc.). Vorher müsste man den von links längst begonnenen Kulturkampf endlich annehmen und ihn hart führen. Das geht nur im Bunde mit der AfD.
Daher muss die Union sich komplett neu erfinden. Weg mit allem Führungspersonal und aller Last aus der Merkel/Merz-Zeit, völlig neue Leute in die Verantwortung und dann mit der AfD zusammen arbeiten (mit der Perspektive einer „Wiedervereinigung“).

Bis das aber alles in den Köpfen der CDU Genossen ankommt, existiert wenn überhaupt noch die Bayrische CSU, die wahrscheinlichsten am ehesten ein pragmatisches Dreierbündnis aus CSU, AFD und freien Wählern auf Landesebene eingehen wird. Aber bei den Betonköpfen der CDU ? Die werden selbst bei Ergebnissen wie in MV vorhersehbar erst zur Selbsteinsicht kommen. Aber bis dahin,, ist die Frage wer Koch & wer Kellner ist. in Deutschland lange geklärt.
I.ü. Habe ich heute in Berlin direkt glaube ich war es, ein Interessantes Interview mit der Schatzmeisterin ? der jungen Union gesehen. Wenn diese junge Dame nicht zur angepassten Parteisoldatin mutiert, könnte es mit deren jungen CDU Gleichgesinnten sich ein Hoffnungsschimmer für die Union auftun. Nachsehen lohnt sich ….. nur so mal als Tipp

Walter Bühler | Mo., 14. September 2026 - 07:40

Der einfache Bürger als Konsument (oder als Pflegefall?) lässt sich – meist gegen ein gewisses Entgelt – weitergehende Gedanken und Anstrengungen von fachkundigen Beratern (Betreuern) abnehmen und folgt im Regelfall blind ihren Anregungen:
1. Journalisten (TV und Presse) erklären dem einfachen Bürger, was in der Welt um ihn herum „wirklich“ passiert.
2. Mit Hilfe des gewaltigen „öffentlichen Dienstes“ (ÖD) aus Beamten und Angestellten organisieren Berufspolitiker (= Parteifunktionäre) die soziale und politische Sphäre so, dass sich der einfache Bürger einigermaßen sicher und sorglos darin bewegen kann.
3. Berufspolitiker (= Parteifunktionäre) und Journalisten stützen sich ihrerseits auf eine zweite Schicht von Beratern (Betreuern), die traditionell eine höhere Legitimation beanspruchen. Diese höheren Weihen stammen aus einer Religion, aus einer Ideologie oder aus einer „Wissenschaft“.

Walter Bühler | Mo., 14. September 2026 - 07:46

(zu 3.) In unserer Parteiendemokratie dominieren Ideologie und „Wissenschaft“, aber die Religion (Islam!) ist nicht unbeteiligt („Linke“ in Berlin!).

4. Im „höheren“ Beratergeschäft wird die „Wissenschaft“ idR durch die Politik- und Sozialwissenschaften vertreten. Diese orientieren sich bei der Ausbildung von Journalisten und Berufspolitikern einerseits an gewissen tagesaktuellen Ideologien, aber konzentrieren sich (wie die Werbewirtschaft) andererseits auf die Vermittlung von traditionellen Manipulationstechniken. Wenn Politikwissenschaftler in den Medien als Experten auftreten, versuchen sie in diesen Manipulationstechniken zu brillieren.
Will sich der Bürger nicht mit der Rolle eines unmündigen Konsumenten (oder Pflegefalls) abfinden, dann muss er die Politik- und Sozialwissenschaften „entmythologisieren“ und die fatale Rolle thematisieren, die der Manipulations-Journalismus heute für die Demokratie spielt.

Nur Elemente der direkten Demokratie einführen – das wird nicht reich

.. die Funktionäre der Alt-Parteien im Sinn haben, wenn sie von "ihrer Demokratie der Mitte" sprechen. Das Volk soll ruhig und selig schlummern und vom herrlichen Schlaraffenland träumen, in das die professionellen Betreuer (die Funktionäre) sie baldmöglichst bringen werden.

Georg Büchner hat die Angst der betreuenden Funktionäre vor einem Volk, das aufwacht und sich nicht mehr einlullen lassen will, so beschrieben:

"Das Volk ist wie ein Kind. Es muss alles zerbrechen, um zu sehen, was drin ist."

Achim Koester | Mo., 14. September 2026 - 08:29

Auch wenn immer wieder Hinterbänkler auf sich aufmerksam machen wollen, indem sie gegen die Parteiführung scheinbar oppnieren, so ziehen sie doch am Ende gehorsam ien Schwanz ein und folgen dem Kanzler in den Untergang. Ich halte diese Leute allesamt für charakterlose Speichellecker.

IH | Mo., 14. September 2026 - 08:45

Direkte Demokratie ist gut. Ich fürchte nur, die zahlreichen staatlich finanzierten oder von finanzstarken Industrien gepushten NGOs würden brutal in die Meinungsbildung reingrätschen. Schließlich sollen die Wähler so manipuliert werden, dass am Ende wieder nur wenige profitieren.

Walter Bühler | Mo., 14. September 2026 - 08:54

Ich bewundere die Schweizer Demokratie schon immer, weil sie sich über Jahrhunderte hinweg über Sprach- und Konfessionsgrenzen hinweg bewährt hat.
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Es ist aber nicht sicher, ob sich das Modell direkt auf größere Flächenländer wie Deutschland übertragen lässt.
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Außerdem müssten wir meiner Meinung nach einen ungewohnten Mut in zwei Bereichen aufbringen:

1. Jede größere Partei MUSS an der Regierung beteiligt werden. Daher ist die SVP (die Schweizer AfD) seit Jahrzehnten an der Regierung beteiligt.

2. Die konkrete Arbeit der Regierung muss aus dem Journalisten-Geschwätz herausgehalten werden, indem alle Regierungsmitglieder in eiserner Klausur und ungestörter Ruhe beraten und beschließen, und den Beschluss der Regierung nach außen vor der Öffentlichkeit gemeinsam vertreten - auch dann, wenn er von der eigenen Partei bekämpft wird.

Dazu braucht es viel Mut und Vertrauen in die patriotische Haltung ALLER Parteienvertreter.

... besonderen Dank - auch ich verfolge mittels langjähriger Kontakte zu schweizer Freunden das dortige politische System und finde es DEUTLICH richtiger und auch spannender als "unsere" ziemlich marode und hohl gewordenen Demokratie-Rituale.
Besonderen Dank aber auch wieder mal Herrn Brodkorb für diesen unaufgeregten, sachlichen Artikel zur Person Merz, aber mit dem deutlichen Hinweis auf die jahrzehntelangenen politischen Versäumnisse seit der nach aussen scharwenzelnden wie nach innen knallharten "Äinschi" PLUS die seither dazugekommenen, systemimmanenten Krisen in der ganzen Welt.
Und bei DIESEN Problemen hilft nicht - wie manchmal beim Fußball - ein Trainerwechsel oder ein paar neu dazugekaufte Spieler, da müsste sich der ganze Verein neu aufstellen, und das wäre für mich D, zumindest mit einer maßgeblichen Anzahl aktiver Menschen.
NUR "vorm Fernseher" zuschauen, gescheit kommentieren und danach kritisieren wird´s meiner Meinung nach nicht bringen.

... und zwar "zu den NGO´s": dass da etlicher Wildwuchs herrscht, ist mir schon klar und auch immer wieder ein Dorn im Auge. Manchmal habe ich im Dorf schon gesagt, wir müssten nur einen Verein gründen mit einem gefälligen Namen wie "Mehr Demokratie für Frauen in Oberbayern" oder Ähnliches, dann Fördergelder beantragen, ab und an Flugblätter schreiben, samstag Vormittag an einem Stand in Herrsching oder Weilheim verteilen und halbjährlich eine Veranstaltung im Nebenzimmer bei einem der "Ober- oder Unterwirte" - ein, zwei angemeldete Halbtagsjobs wären da wohl zu finanzieren.
Das aber nur am Rande: die "NGO´s" der Industrie, gemeiniglich als Lobbyorganisationen bekannt, bekommen von ihren Auftraggebern wahrscheinlich noch ganz andere Sümmchen zur allfälligen Verwendung für wissenschaftliche Expertisen, bezahlte Gutachten, journalistische Artikel, Mitarbeit bei (bis zur ganzen!) Erstellung von Gesetzen, Einladungen von Parlamentariern entsprechender Couleur usw. usf. - da geht´s echt ab!

Klaus Funke | Mo., 14. September 2026 - 11:16

Merz wird nicht freiwillig zurücktreten, er gehört zu der deutschen Politiker-Generation, die immer bis fünf Minuten nach Zwölf weitermcht. Ihm ist der Schaden egal. Das größte Risiko für Merz ist er selber. Er hat einfach nicht das nötige Format für eine solche Funktion. Er ist ein Sauerlänidischer Spießer, eitel, unbelehrbar, selbstverliebt, wehleidig, nachtragend und bis zu einem gewissen Grade, trotz hoher Intelligenz, auch dumm. Aber richtig, Merz allein zu "beseitigen" löst nicht eines unserer Probleme. Es ist das Parteiensystem insgesamt, vor allem aber die SPD und ihre NGO´s, die unserem Land den Tod bringen. Direkte Demokratie ist sicher ein guter Weg, aber die wird in Deutschland von vielen Seiten bekämpft, und eine schnelle Einführung wird es nicht geben. Ich habe noch eine große Sorge, nämlich, dass Merz den Selensky macht, einen Krieg vom Zaune bricht und damit unabsetzbar wird. Diesem Egomanen ist jede Dummheit zuzutrauen. Nein, er muss so scnell wie es geht verschwinden.

Sebastian Habel | Mo., 14. September 2026 - 11:47

BREXIT war kein Fehler. Der Fehler war, dass die Briten, als der Brexit durch war, nicht sofort alle Gesetze abgeschafft haben, die die EU ihnen aufgezwungen hat. Sie haben ja im Gegenteil noch mehr Green Deal gemacht! Klar, wenn ich keine Subventionen mehr bekomme, aber die gesetzlichen Fesseln nicht abstreife, gehts mir schlechter.

Island, die Schweiz und Norwegen gehören zu den wohlhabensten Ländern Europas. Ihre Gemeinsamkeit: Keine EU-Mitgliedschaft.

Jens Böhme | Mo., 14. September 2026 - 12:31

Die gutmenschelnden, vorrangig naturrettenden Visionen sind meilenweit tief in allen Gesellschsftsteilen eingesickert und verankert. Die CDU ist ein Relikt aus der Zeit davor. Man kann drüber philosophieren, ob und wie sich die CDU bundesweit für die nächsten zwei Jahre über Wasser hält. Nützen wird der CDU (wie auch der SPD) langfristig nichts mehr.

Ernst-Günther Konrad | Mo., 14. September 2026 - 13:26

Eine reiner Austausch des Kanzlers bringe gar nichts. Die ganz Regierung muss weg. Wer sich heute Morgen anhört, wer da alles aus der CDU-Spitze über die jeweiligen Kollegen miese abwertende Urteile von isch gibt, nur weil die Kritik am Kanzler und der Brandmauer geübt haben. Nicht nur der Kopf des Fisches stinkt, der ganze Fisch stinkt. Wir brauchen völlig neue, unvorbelastete Köpfe, die noch nicht regierungsverdorben denken und handeln. Und das gibt es nur eine Partei, die diese Voraussetzung hat. Die AFD sollte man dran lassen, dann wird man ja sehen, ob und was sie kann. Jedenfalls ist ein Sturz von Merzel allein nicht hilfreich. Die UNION müsste sich erneuern mit jungen unverbrauchten Leuten und damit meine ich nicht den Ar...kriecher Amthor. Am im Moment fährt man ja noch immer die Anti-Afd-Schiene und schneidet sich täglich mehr Löcher in die dünne Haut der Partei. Ich mache mir nichts vor. Die CDU hat fertig, es braucht Neuwahlen und damit neue Chancen für unverbrauchte Köpfe.