Israel Fahne
Mann mit Israel-Fahne / picture alliance/dpa | Fabian Strauch

Warum Intellektuelle Israel verachten - Der zerstörerische Kult um das jüdische Exil

Der moderne Antizionismus speist sich nicht nur aus Politik, sondern auch aus einer alten intellektuellen Sehnsucht: dem Juden als ewiger Fremder ohne Macht und Grenzen. Israel zerstört dieses Weltbild und wird genau deshalb so erbittert bekämpft.

Autoreninfo

Marcel Matthies ist Literaturwissenschaftler. Er wurde 2023 mit seiner Schrift „Literarische Gestaltung jüdischer Identität bei Maxim Biller und Doron Rabinovici. Vier Romane im Schatten der Shoah und im Widerschein Israels“ (J.B. Metzler 2023) promoviert.

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„Wer es nicht wußte, den hat es später der Alltag des Exils gelehrt: daß nämlich in der Etymologie des Wortes Elend, in dessen früher Bedeutung die Verbannung steckt, noch immer die getreueste Definition liegt.“ (Jean Améry)

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Klaus Funke | Di., 26. Mai 2026 - 16:35

Meine Freunde werden die Israelis um ihren MP Netanjahu niemals werden. Im Gegenteil. So nährt man Hass und Vorurteil.

Wolfgang Z. Keller | Di., 26. Mai 2026 - 23:50

... aber "die Israelis" gibt es doch im Gegensatz zu Herrn Netanjahu so gar nicht. Hunderttausende sind gegen ihn und seine Politik, Millionen nicht - diese Unterscheidung ist mir schon wichtig.
Ich sehe das Problem so: im Artikel wird von alter Heimat fabuliert, nicht "alt" ein paar Jahre zuvor wie bei Heimatvertriebenen 1950 und folgend, sondern 2000 Jahre zuvor - ein Horror, wenn DAS ein internationales Kriterium für Gebietsansprüche wäre!
Dass durch die Shoa der Deutschen ausgerechnet den an sämtlichen Kriegsgräueln unbeteiligten Palästinensern die Hälfte ihres Landes "per Ordre de Mufti" enteignet wurde, wäre heute undenkbar. Und die Übernahme des gesamten "Heiligen Landes" ist Doktrin der regierungsermöglichenden rechtsextremistischen Siedlerparteien in der Knesset.
Wie soll ich denn als Demokrat DA DAFÜR sein?Nur, weil "die Mutti" ohne zu fragen Deutschlands unverbrüchliche Haltung zur israelischen POLITIK zur Staatsdoktrin erklärt hat?
In der Schweiz gab´s mal einen Gesslerhut!

Nein Herr Keller, per Beschluss einer Mehrheit (33 ja, 13 nein, 10 Enthaltungen) der damals 56 UN-Mitglieder (Resolution 181). Und genau DAS ist das entscheidende Kriterium für den Gebietsanspruch der Israelis. Jawohl, der Israelis - die gibt es entgegen Ihrer Meinung tatsächlich, wie es eben auch die Deutschen, Polen, Chilenen oder Marokkaner gibt, nämlich als Bürger eines Staates Israel.
Für wenig relevant, da kommen wir uns vielleicht näher. halte ich "Muttis" von ihren Vorgängern übernommenes Diktum von dieser ominösen Staatsräson. Und zwar einfach, weil es dieser nicht bedarf und weil Deutschland sich nicht so als Musterschüler aus dem Fenster lehnen, sondern endlich zu sich selbst finden sollte.

Wolfgang Z. Keller | Do., 28. Mai 2026 - 00:12

Antwort auf von Robert Hans Stein

... das war zu salopp. Aber wie nach 1946 die UN aufgestellt waren und welche Mächte sie dominiert haben brauche ich doch wohl nicht auszuführen.
Und dass Sie mich nicht falsch verstehen: ich habe ja nicht geschrieben und denke auch nicht, dass Juden und Israelis keinen eigenen Staat haben sollen, sondern wo ich das PROBLEM in dieser Angelegenheit sehe.
Im Gegenteil meine ich: wenn schon "Deutschland" die 6 Millionen Juden umgebracht hat, dann hätte ihnen die UN zwar nicht Mecklenburg-Vorpommern zuweisen müssen, wie Herr Ahmadinejad einmal bemerkte, sondern Bayern, das Bundesland, das ich am meisten liebe.
Weil anderen ein Opfer abzuverlangen für eigene Verbrechen, egal ob von der UN oder sonst wem, ist für mich genau so unterirdisch ekelhaft und skandalös, wie nur das "herzugeben", was einem am leichtesten fällt.
Aber "die Engländer" wollten (siehe die Balfour-Deklaration!) schon um 1900 "die Juden" als Schutzmacht für den Suezkanal haben, das war der letztliche und tiefere Grund.

Hans Süßenguth-Großmann | Mi., 27. Mai 2026 - 15:04

alten Testament scheint bei Cicero nicht zulässig zu sein.
Das jüdische Exil hat uns das AT überhaupt erst nahe gebracht, weil die Juden in Alexandria überhaupt kein Hebräisch mehr gesprochen haben und deswegen ihre religiöse Grundlage in ihre Umgangssprache Griechisch. Über die Problematik in wie weit das Judentum multiethnisch ist, weil verschiedene Menschen aus verschiedenen Ethnien zum Judentum übergetreten sind.

Hans Süßenguth-Großmann | Mi., 27. Mai 2026 - 15:11

Über die Problematik in wie weit das Judentum multiethnisch ist, weil verschiedene Menschen aus verschiedenen Ethnien zum Judentum übergetreten sind gibt es sehr differenzierte Meinung. Ich möchte nur auf den israelischen Antizionisten Shlomo Sand hinweisen.
Das Problem ist, die Zionisten wissen nicht wie sie mit den Arabern in "Greater Israel" umgehen wollen, am besten nicht sie sollen verschwinden, aber das wird wohl nichts.

Chris Groll | Mi., 27. Mai 2026 - 15:46

Das Judentum entstand vor mehr als 3000 Jahren in der Region zwischen Ägypten, Syrien und der arabischen Halbinsel.
Das jüdische Volk hat ein Recht auf einen eigenen Staat in seiner angestammten Heimat. Das ist Israel und das Land Israel (einschließlich Judäa und Samaria). (Wikipedia).
Im Jahre 70 n. Chr. endete ein Aufstand der Juden gegen die Römer mit der vollständigen Zerstörung Jerusalems und der Vertreibung aus dem angestammten Land. Es sollte nichts mehr an die Juden erinnern. Selbst das Land wurde umbenannt in Palästina.

Die muslimische Welt kam erst jahrhunderte später durch Eroberungen nach Judäa.
Juden wurden auch in der Diaspora immer verfolgt und es gab immer Progrome gegen sie. Es endete in der Tötung von 6.000 Juden während der NS-Zeit.

In meinen Augen war es immer Neid auf dieses Volk. Ein Volk, daß sich niemals unterkriegen ließ. Das immer seinem einzigen GOTT die Treue hielt.
Ein Volk, was immer Wert auf Bildung legte (man beachte die Anzahl der Nobelpreisträger).
Ein Volk, was sich immer für das Leben entschieden hat.
Ein Volk,was allerdings aus der Geschichte gelernt hat und sich nie wieder wie ein Lamm zur Schlachtbank führen läßt.

Vielleicht wird es später einmal heißen, die Ureinwohner Europas haben nur noch zu einem kläglichen Rest auf dem angestammten Gebiet gelebt.