- „Sachsen wird diese Standardabsenkung nicht mitgehen“
Die niedersächsische Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) schafft die schriftliche Division in der Grundschule ab. Ihr sächsischer Amtskollege Conrad Clemens (CDU) lehnt das ab: „Ich halte es für gefährlich, Anforderungen immer weiter abzusenken.“
Conrad Clemens ist seit 2024 Sächsischer Staatsminister für Kultus. Der CDU-Politiker lebt in Herrnhut und ist Mitglied des Sächsischen Landtags
Herr Clemens, Niedersachsen will in der Grundschule das Erlernen der schriftlichen Division abschaffen. Ist das der richtige Weg?
Nein. Ich halte es für gefährlich, Anforderungen immer weiter abzusenken.
Es gibt Bildungsforscher, die meinen, Dividieren stärke nicht das Verständnis von Mathematik. Was meinen Sie?
Es ist wichtig, dass Kinder lernen korrekt zu dividieren und nicht einfach nur ein Ergebnis zu schätzen. Die schriftliche Division kommt erst in der 4. Klasse dran, vorher werden die Grundlagen gelegt.
Die meisten Erwachsenen können das Dividieren auch nicht mehr und brauchen es nicht. Sollte man dies dennoch den Kindern beibringen?
Sachsens Erfolg im MINT-Bereich liegt auch daran, dass wir früh die Grundlagen schaffen. Dabei geht es darum, Begeisterung zu wecken, aber eben auch die nötigen Kompetenzen zu vermitteln.
Es gibt das diffuse Gefühl, überall werden die Standards gesenkt. In Berlin wir Goethe in leichter Sprache gelesen, in Rheinland-Pfalz werden unangekündigte Tests abgeschafft. Wie bewerten Sie das?
Wer die Ansprüche immer weiter senkt, muss sich nicht wundern, wenn Leistungen schlechter werden. Solche Probleme setzen sich dann in der Ausbildung, im Studium und in den Unternehmen fort. Sachsen wird diese Standardabsenkung anderer Bundesländer nicht mitgehen!
Wieso kann es diese großen Unterschiede zwischen den Bundesländern geben. Bräuchte es nicht härtere Standards, damit Deutschland, was die Bildung angeht, nicht dermaßen auseinanderfällt?
Im Föderalismus profitieren wir vom Wettbewerb der besten Ideen. Dennoch entwickeln wir als Bildungsministerkonferenz gemeinsame Standards und verbessern die Vergleichbarkeit. Wichtig wäre eine evidenzbasierte Unterrichtsentwicklung mit deutschlandweiten, kontinuierlichen Vergleichstest und einer echten Qualitätsabsicherung. Kanada zeigt wie es geht.
Sachsen verteidigt im Bildungsmonitor den Platz eins. Was ist Ihr Rezept für gute Schulbildung?
Sachsens gute Ergebnisse sind das Resultat jahrelanger, konsequenter Arbeit aller, die an unseren Schulen Verantwortung tragen. Der Freistaat setzt auf frühe Förderung, flächendeckende Ganztagsangebote, ein gegliedertes Schulsystem und verzichtet auf ideologische Experimente. Dieser klare Kurs zahlt sich aus.
In der Schulbildung gilt bei uns der Grundsatz der Kompetenzorientierung. Das heißt die konkreten Inhalte sind weniger wichtig als das Erlernen von Fertigkeiten. Das führt gerade in den Geisteswissenschaften zu einem Wegfall eines früher verbreiteten festen Bildungskanons. Braucht es da eine Kurskorrektur?
Wer in Sachsen sein Deutsch-Abitur macht, der muss weiterhin bestimmte Klassiker gelesen haben. Ansonsten entscheidet die Lehrkraft, welche Stücke im Unterricht behandelt werden. Mit dem Lehrplan setzen wir dafür Leitplanken.
Der große Glaubenskrieg wird an den Schulen auch über die Digitalisierung geführt. Handys verbieten oder nicht?
Sachsen ist beim Informatikunterricht Vorreiter, auch die Stärkung der Medienkompetenz ist in Zeiten von TikTok und Co. wichtiger denn je. Aber klar ist: Private Handys lenken im Schulalltag ab und haben gerade an Grundschulen nichts verloren. Wir haben ihren Einsatz daher bis auf ein paar wenige medizinische Ausnahmen verboten.
Das Gespräch führte Volker Resing.
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Cicero: "Die meisten Erwachsenen können das Dividieren auch nicht mehr und brauchen es nicht."
Eine kühne und falsche Einschätzung.
Dieses Absenken der Anforderungen ist doch Folge der Kapitulation vor nicht mehr vernünftig beschulbaren Klassen.
Absolut. Wenn noch etwas passiert im Schulwesen, ist es Stückwerk. Niemand hat einen Plan oder die Kompetenz, etwas zu verbessern. Manche Verantwortliche verschließen die Augen vor den Problemen oder leugnen sie sogar. Kaum auszumahlen, wie es in 10 Jahren aussehen wird. Aber die zahlen alle mal unsere Rente, nee, is klar...
Gut das der fortgesetzte „bildungspolitische
Wahnsinn“ grün linker Bildungspolitik thematisiert wurde……Dennoch wird wohl der bildungspolitische Harakiri nicht mehr aufzuhalten sein.
Bloß das große Problem dabei ist nicht nur die galoppierende Dummheit der deutschen Bürger, das größere Problem sehe ich darin, dass vielleicht mehr als eine Generation dauern wird, bis ein bildungspolitischer Anschluss wieder hergestellt ist.
Mit freundlichen Grüßen a d Erf. Republik
Mit "schriftliches Dividieren" ist das Dividieren mit Kommaergebnis gemeint ("Rattenschwanzdivision"). In den niedersächsischen Schulen wird also weiterhin in der Grundschule Dividieren gelernt, nur eben erst mal mit ganzen Zahlen, die ohne Rest teilbar sind.
Das ganzzahlige Dividieren mit Rest ist einer der ältesten Algorithmen der Mathematik, er ist nach Euklid benannt. Mit seiner Hilfe kann - was meines Wissens nie zur Schulmathematik gehörte - der größte gemeinsame Teiler zweier ganzer Zahlen berechnet werden. Ob heute - zu meiner Schulzeit war es nicht so - in der gymnasialen Oberstufe - vermittelt wird, dass jede ganze Zahl eindeutig durch ganzzahlige Division mir Rest und positivem Divisor darsgtellbar ist, weiß ich. nicht.
Mit ihrem Kommentar kann ich nichts anfangen. Das niedersächsische Bildungsministerium wird ab Schuljahr 2027 das Dividieren mit Komma - bisher Grundschule - in nachfolgende Schulstufen lehren. Das wird sicherlich Euklid freuen - keine Ahnung, wann altgriechische Kinder die Division mit Komma erlernen mussten (*grins*). Die Division ohne Komma bleibt in der niedersächsischen Grundschule. Zum Beispiel: 124:12 oder 6:2.
vor Ihrer Einstellung. Die ständige Absenkung des schulischen Niveaus führt zu Politikern wie Frau Hamburg, die, wie die meisten Grünen, natürlich kein abgeschlossenes Studium hat. Welchen IQ hat eigentlich diese Frau auf der nach unten offenen Grünen-Skala? Darf man solchen Leuten die Verantwortung für unser Bildungssystem anvertrauen? Das führt unweigerlich in den Untergang.
Warum? Sie regieren mit SPD und GRÜNEN, dass allein schon macht sie als *Scheinkonservativer* unglaubwürdig. Und wie lange wird es dauern, bis die GRÜNEN und die SPD die Daumenschrauben ansetzen und sie unter Druck setzen? Sie behaupten das nur, weil die AFD Ihnen im Nacken sitzt und solchen bildungspolitischen Harakiri niemals mitmachen/begehen würde. Ihre Argumente sind zwar richtig, aber wie vehement werden sie die gegen die SPD/GRÜNE hochalten und verteidigen, wenn die erstmal loslegen und gleiches fordern, wie diese durchgeknallte Frau Hamburg? Sorry, auch wenn Sie es ehrlich meinen sollten, die UNION zeichnet sich gerade bundespolitisch als Partei der Lügner und Betrüger aus und ich fürchte, auch Sie werden sich einreihen (müssen), wenn man es von Ihnen verlangt.
Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Und wenn Hänschen nicht einmal schriftliches Dividieren lernt, lernt Hans erst recht keine Polynomdivision. Die baut nämlich auf der schriftlichen Division auf. Und dann wird Hans auch kein Ingenieur, Physiker oder Mathematiker. Er wird an "Höhere Mathematik" im 1. Semester scheitern.
