Infektiologe zur aktuellen Corona-Situation - „Ein Shutdown bis April wäre eine Katastrophe“

Der FDP-Bundestagsabgeordnete und Infektionsmediziner Andrew Ullmann spricht im Interview über Markus Söders Irrwege, Chancen und Risiken von Corona-Impfstoffen – und seine Sorge wegen einer dritten Welle.

infektiologe-corona-situation-shutdown-april-katastrophe
Wie lange wird der Lockdown dauern? / dpa

Autoreninfo

Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

So erreichen Sie Alexander Marguier:

Alexander Marguier

Andrew Ullmann ist Professor für Infektiologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie, internistische Onkologie und Infektiologie. Seit 2017 vertritt er die FDP im Bundestag.

Herr Ullmann, Sie sind nicht nur Bundestagsabgeordneter der FDP, sondern auch Medizinprofessor und Infektiologe. Wo steht Deutschland derzeit in der Corona-Pandemie?
Es steht im internationalen Vergleich nur im Mittelfeld, weil die Infektionszahlen bei uns leider sehr hoch sind und wir noch keine Tendenz nach unten erkennen können.

Cicero Plus weiterlesen

  • i
    Alle Artikel und das E-Paper lesen
    • 4 Wochen gratis
    • danach 9,80 €
    • E-Paper, App
    • alle Plus-Inhalte
    • mtl. kündbar
Tomas Poth | Mi, 23. Dezember 2020 - 14:46

... unterschreibe ich:
"Das würden wir weder sozial, noch psychologisch oder ökonomisch durchhalten. Wir müssen jetzt vielmehr Wege aus dem Lockdown finden..."
Zur Impfung:
Ich werde nicht die "Labormaus" machen, da dürfen gerne andere gerne vorgehen, besonders jene aus Politik, Medizin und veröffentlichter Meinung, die uns unsere falschen Handlungsweisen eingebrockt haben.

Annette Seliger | Mi, 23. Dezember 2020 - 17:31

Wir werden weiter Wellen haben, so wie wir jedes Jahr Grippewellen haben. Warum testen wir eigentlich nicht auf das aktuelle Grippevirus? Weil Corona tödlicher ist? Wer so etwas behauptet, der sollte einen Blick in die Sterbestatistik werfen. In den Altersgruppen 39-59 haben wir eine Untersterblichkeit. In den Altersgruppen bis 69 Jahren spielt Corona bei der Sterblichkeit überhaupt keine Rolle. In Baden Württemberg sind seit Beginn der Pandemie in den Altersgruppen bis 69 Jahre 472 Menschen an/mit Corona verstorben. Mit Verlaub, aber im gleichen Zeitraum sterben mehr mehr an Krankenhauskeimen in Baden Württemberg und wo ist da der Aufschrei?

Wir werden die Hysterie auch nicht durch noch so viele unsinnige und unsere Wirtschaft zerstörende Shutdowns wegbekommen.

Es gilt die Alten in den Pflegeeinrichtungen zu schützen. Dann hören auch die Todeszahlen auf.

Es ist unser Immunsystem dass uns wirksam gegen das Virus schützt - kein Regierungshandeln!

Wo haben Sie das denn her?

Die tägliche Verharmlosung. Schützt die Alten besser, und schon ist alles gut.

Ständig wiederholt, aber nicht richtiger, im Gegenteil. Währenddessen müssen in Sachsen Särge zwischengelagert werden, erreicht die Zahl der Neuinfektionen in ganz Deutschland neue Höhen.

Aber solange doch in BW die Zahlen nicht so schlecht sind, wohl dank der grünen Landesregierung...

Aber mittlerweile 30.000 Tote in ganz Deutschland.

Ein gutes Immunsystem reicht, um Corona zu bekämpfen!

Dann sieht man 17-Jährige, die auf der Intensivstation landen (wie im ZDF, vor zwei Tagen). Immer mehr Menschen, auch jüngere, mit Spätfolgen.

Wann hört diese Verharmlosung auf? Ist das nun naiv, oder der verzweifelte Versuch, "Lügenpresse" und vor allen Dingen der Merkelregierung eine falsche Politik vorzuwerfen, in dem man die Kollateralschäden in den Mittelpunkt stellt, Corona aber noch immer als Grippe bezeichnet?

Und damit Opfer, Angehörige, medizinisches Personal verhöhnt.

Klaus Funke | Mi, 23. Dezember 2020 - 18:24

und zwar immer zu mehr Blödheit und Panik, Sachverstand gerät ins Hintertreffen. Insofern ist es ein guter Artikel... aber, wenn ich allein das Gestammel um die neue Virus-Mutation höre und wie nun wieder an der Panik-Schraube gedreht wird, könnte ich ausrasten. Viren mutieren nun mal. Das ist so und gehört zu ihrem Lebenskreislauf. Der Natur (dem Virus) geht es um mehr und größere Verbreitung. Verbreitung, um zu weiter zu existieren. Dabei geht es der Natur (dem Virus) nicht um die Vernichtung ihrer Wirtstiere (Ausrottung der Menschen), denn das würde ihr eigenes Aussterben bedeuten, sondern darum möglichst viele zu erreichen - aus dem einen Grund, um sich weiter vermehren zu können. Das Leben (auch das von Viren) ist nicht auf Selbstvernichtung ausgerichtet. Es muss sich abschwächen, um noch mehr Wirtstiere zu erreichen. Auch der Schnupfen (ein Virus!) war, wo er bisher noch nicht aufgetreten war, zuerst gefährlich und tödlich (z.B. im 15. Jahrhundert in Südamerika und anderswo)

Fritz Elvers | Mi, 23. Dezember 2020 - 21:01

Dann wird es Notverordnungen geben, die wahrscheinlich schon in den Schubladen liegen. Die Verschuldung der EU liegt nun bei dem 6-fachen der Banken- und Staatsrettung 2008, wenn ich das von Frof. Sinn richtig verstanden habe.

Konsequenz ist, die Wirtschaft muss halbwegs laufen, von nix kommt nix. Kürzungen aller Staatsausgaben, auch Rentenzuschüsse und Pensionen, Brüning läßt grüßen. Heimliche Not-Triage.

Das alte Niveau wird nicht mehr erreicht, schon wegen der technologischen Rückständigkeit Europas, insbesondere Deutschlands.

Hoffen wir, dass ich Unrecht habe.

...innerhalb von 15 Jahren. Alleine das Bilanz-Wachstum innerhalb des letzten Jahres betrug 2,5 Billionen Euro, massgeblich durch den Aufbau von EU-Staatsanleihen. Alleine für Deutschland steht eine Nettokreditaufnahme von, gerade frisch erhöhten, 340 Mrd. Euro zu Buche.
Man hört immer nur, dass Raffelhüschen mit seiner Studie vom Mai 2020 unrecht hatte. Inwiefern er recht hat, und ob das alles nur annähernd verhältnismässig ist, ist nach wie vor nicht einmal eine Erwägung wert.

Ernst-Günther Konrad | Do, 24. Dezember 2020 - 08:16

Mal ehrlich. Warum mit allem plötzlich aufhören? Angeblich ist die Mehrheit des Volkes für diesen Lockdown und manche sogar für noch härtere Maßnahmen, sagen die Medien. Die Politik macht doch alles, was die Mehrheit angeblich will. Warum nur Lockdown bis April? Es wäre doch praktisch, wenn es einfach die nächsten Jahre so weiter geht. Entscheidungen ohne Parlamente, Gesetze da nachbessern, wo Gerichte einem dazwischen krätschen, Wahlen ausfallen lassen und Angi weiter ihre "tolle" Politik machen lassen. Die Kritiker einfach in die Psychiatrie oder als "Nazis" in die Gefängnisse, weil die ja den Umsturz planen. Geld haben wir im Überfluss, man kann ja immer neues drucken. Allem und Jedem seine Corona-Stillhaltehilfen und mal schauen, eben auf Sicht fahren. Da wir immer neue Virenarten präsentiert bekommen, eine schlimmer als die andere, sollten wir uns geistig und körperlich in die Askese zurück ziehen. Zeit um alles über Demokratie, Menschlichkeit und Miteinander zu vergessen. Satire

Norbert Heyer | Do, 24. Dezember 2020 - 09:01

Jetzt zeigt sich was es bedeutet, nur Leichtmatrosen in politischen Ämtern zu haben. Keiner traut sich, eine unpopuläre Aussage zu treffen: „Wenn wir bis April alles zurückfahren, haben wir danach die Staatspleite!“ Geld, das der Staat für seinen Fortbestand braucht, muss - oh Wunder - erst erwirtschaftet werden. Wenn die Ausgaben immer höher ansteigen und die Einnahmen zurückgehen, dann spricht der Kaufmann von Konkurs. Ein Staat geht nicht pleite, er erhöht einfach die Steuern, belegt Hausbesitzer mit höheren Grundbesitzabgaben und Zwangsanleihen, erhöht sofort den Steuersatz der ab 2021 fälligen CO-2 Steuer und die Sozialabgaben, kürzt Renten, Pensionen und
Sozialhilfe. Mehrwertsteuer und Mineralölsteuer bringen auch bei Erhöhung schnell Geld für den Staat. Den Politikern werden noch weitere Mehrbelastungen einfallen. Nur wenn die Bürger sagen: „Jetzt reicht es!“ wird sich etwas ändern - und das nicht unbedingt zum Besseren. Die Politik Deutschlands versagt wieder einmal komplett.