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Wer in die Untiefen von HateAid und Co. vordringt, findet keinen Schutz der Demokratie, sondern einen Angriff auf die Meinungsfreiheit / picture alliance / Zoonar | dk-fotowelt

HateAid und die Meinungsfreiheit - Hassrede, Hüter und Hybris

Das US-Einreiseverbot für die HateAid-Gründerinnen wirft ein Schlaglicht auf den Einfluss politisch geprägter Organisationen auf die Meinungsfreiheit im Netz. HateAid, Trusted Flagger und Digital Services Act sind Fehlkonstruktionen. Sie gefährden die freie Rede.

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Wolfgang Kubicki ist stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender und war Bundestagsvizepräsident. (Foto: dpa)

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Schon in seiner ersten Amtszeit hat Donald Trump mit Einreiseverboten Politik gemacht. Rund 130.000 deutsche Staatsbürger, die zusätzlich eine Staatsbürgerschaft anderer Länder wie beispielsweise des Iran besaßen, erhielten kurz nach seinem Amtsantritt im Januar 2017 kein Visum mehr. Diese Art der Politikgestaltung setzte sich seither fort. Doch wenig hat so viel Aufmerksamkeit erregt wie das verkündete Einreiseverbot für die HateAid-Chefinnen Josephine Ballon und Anna-Lena von Hodenberg. Zumindest in den sozialen Medien schlug diese Entscheidung hohe Wellen. 

In der analogen Welt stößt dieser Umstand hingegen eher auf Desinteresse. HateAid, Trusted Flagger und Digital Services Act sind für die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in unserem Land böhmische Dörfer. Das ist allerdings keineswegs ein guter Zustand. Denn je stärker sich unser Leben mit dem Digitalen verwebt, desto relevanter werden diese Begriffe für den Alltag. Sie hängen mit dem größten Regulierungsvorhaben im Bereich der Meinungsäußerung auf deutschem Boden zusammen, seit die SED unter dem Druck der Revolution die Macht aus den Händen gegeben hat. Wir bewegen uns also in hochsensiblen Gefilden – zu sensibel, um diesem Komplex weiter mit Desinteresse zu begegnen oder darauf zu hoffen: „So schlimm wird es schon nicht sein.“

Eines muss jedoch vorweggeschickt werden: Die Trump-Regierung hat ganz bestimmt nicht aus Menschenfreundlichkeit oder Idealismus gehandelt. Sie verteidigt die geschäftlichen Interessen der großen Tech-Konzerne, die bekanntlich allesamt nicht in Brüssel, Berlin oder Köln sitzen, sondern in den Vereinigten Staaten von Amerika. Man kann diese robuste Verteidigung von Geschäftsmodellen durch die amerikanische Regierung sicherlich kritisieren und muss zugleich klarstellen, dass der europäische Regulierungsrahmen ausschließlich in Europa festgelegt wird. 

Die freie Meinungsäußerung ist Grundlage und Bedingung einer lebendigen Demokratie

Gleichzeitig halte ich den derzeit geltenden Regulierungsrahmen – und vor allem die deutsche Umsetzung – für eine Katastrophe. Für gänzlich falsch halte ich es zudem, Organisationen wie HateAid zu Hütern der Demokratie zu verklären, nur weil sie nun von der Trump-Regierung ins Visier genommen werden. Nicht aus amerikanischem, sondern aus ureigenem europäischem Interesse sollten wir uns kritisch mit der Meldepraxis in sozialen Netzwerken auseinandersetzen. Denn freie Rede, Meinungsfreiheit und eine lebendige Demokratie durch Streit sind europäische Werte. Die freie Meinungsäußerung ist die Lebensversicherung einer lebendigen Demokratie. Oder, wie es das Bundesverfassungsgericht ausgedrückt hat, das ich an dieser Stelle schon oft zitiert habe: ihre Grundlage und Bedingung.

Was ist also HateAid? Es handelt sich der Rechtsform nach um eine gemeinnützige GmbH und dem Selbstverständnis nach um eine Organisation, die sich „für Menschenrechte im digitalen Raum“ einsetzt. Gemeint ist damit der Einsatz gegen sogenannte „Hassrede“, ein Begriff, der seinerseits eine Entlehnung aus dem amerikanischen Diskurs („Hate Speech“) darstellt. In Deutschland ist dieser Begriff seit etwa zehn Jahren zunehmend en vogue, insbesondere seit dem Aufkommen der sogenannten Flüchtlingskrise. Um eine juristische Kategorie handelt es sich dabei jedoch nicht. Es gibt eine Vielzahl illegaler Meinungsäußerungen in Deutschland – Volksverhetzung oder Holocaustleugnung etwa. Der Begriff der „Hassrede“ geht jedoch darüber hinaus. Darin liegt bereits das erste Problem dieser Organisation.

Das zweite Problem wird deutlich, wenn man auf die Initiatoren von HateAid blickt. Ins Leben gerufen wurde diese GmbH maßgeblich von Campact, einer sehr meinungsstarken Kampagnenorganisation, die kaum ein Thema ausgelassen hat, das im linken und grünen Spektrum die Herzen bewegt. Agitiert wurde unter anderem gegen das Mercosur-Abkommen, gegen Atomkraft, gegen Verbrennungsmotoren, gegen TTIP und CETA, gegen „Gen-Mais“, gegen Glyphosat, gegen den Einsatz von Neonicotinoiden auf Feldern – und immer so weiter. Man tritt also niemandem zu nahe, wenn man feststellt: Campact verfolgt eine klare politische Agenda.

Die Trusted Flagger sind ein Angriff auf die freie Rede

Es ist daher geradezu wahnsinnig, eine Organisation mit einer derart ausgeprägten politischen Agenda – oder mit ihr verbundene Organisationen – mit der Überwachung von Meinungsäußerungen im Netz zu betrauen. Genau das ist jedoch geschehen: Die Campact-Schöpfung HateAid wurde von der Bundesnetzagentur als sogenannter „Trusted Flagger“ zertifiziert. Diese Trusted Flagger melden aus ihrer Sicht bedenkliche Inhalte an die Plattformbetreiber. So sieht es das europäische Recht vor. Die Betreiber müssen die gemeldeten Inhalte priorisiert bearbeiten. Formal bleibt die Entscheidung bei den Plattformen. Da jedoch bei mangelnder Kooperation mit Trusted Flaggern milliardenschwere Bußgelder drohen, kommen diesen eine enorme Macht und ein erheblicher Einfluss auf die Meinungsfreiheit im Netz zu.

Fassen wir bis hierhin zusammen: Eine Organisation, die sich dem Kampf gegen etwas verschreibt, das juristisch schwer fassbar ist („Hassrede“), die von einer Organisation mit klarer politischer Schlagseite gegründet wurde und sich noch immer zu einem Drittel in deren Hand befindet, wacht über die Einhaltung der Regeln im Internet. Das ist schon ein starkes Stück.

Schlagseite zeigen indes auch die Entscheidungen von HateAid darüber, wen man im Kampf gegen Bedrohungen im Netz unterstützt. Die FDP-Politikerin Karoline Preisler, die aufgrund ihres Einsatzes für die Geiseln der Hamas erheblichen Bedrohungen ausgesetzt ist, wandte sich etwa vergeblich an HateAid, wie sie auf der Plattform X schilderte.

Doch es kommt noch dicker. Auch die Vorgaben der Bundesnetzagentur an die Trusted Flagger sind bemerkenswert. Im sogenannten Leitfaden für Trusted Flagger, den die Bundesnetzagentur eigens bereitgestellt hat, wird ebenfalls auf „Hassrede“ Bezug genommen, ebenso auf „Tierleid“ oder Inhalte mit „negativen Auswirkungen auf den Diskurs oder Wahlen“. Mit diesem gefährlich unbestimmten Leitfaden und der Rolle der Bundesnetzagentur habe ich mich bereits im Oktober 2024 hier in Cicero auseinandergesetzt. Ich habe davon nichts zurückzunehmen und wiederhole: Die Trusted Flagger sind ein Angriff auf die freie Rede.

Die Rechtsdurchsetzung im Internet darf nicht zum Spielball politischer Kampagnenorganisationen werden

Wer auch immer auf die Idee gekommen ist, private Organisationen mit der Überwachung der Regeln in sozialen Medien zu betrauen – es war eine dumme Idee. Und es ist eine gescheiterte Idee. Während Desinformation im Internet merklich zunimmt, häufen sich zugleich Berichte über die strafrechtliche Verfolgung von Bagatelläußerungen. Erinnert sei hier an den Fall von Prof. Bolz oder an die sogenannte Habeck-Schwachkopf-Affäre.

Was ist also zu tun? Zunächst muss die nationale Umsetzung des Digital Services Act komplett neu aufgestellt werden. Die Rechtsdurchsetzung im Internet darf nicht zum Spielball politischer Kampagnenorganisationen werden. HateAid muss daher entweder die Zertifizierung verlieren oder sich inhaltlich, organisatorisch und personell sauber von Campact trennen. Der Leitfaden der Bundesnetzagentur muss so gefasst sein, dass eine klare, unvoreingenommene und ausschließlich auf juristischen Kriterien beruhende Bewertung von Inhalten möglich ist.

Noch wichtiger – aber schwerer durchzusetzen – ist ein Ende der bisherigen Ausgestaltung des DSA. Das Konzept der Trusted Flagger ist missbrauchsanfällig und eine klare Fehlkonstruktion. Es gibt eine Reihe denkbarer Alternativen. Eine Art freiwillige Selbstkontrolle nach dem Vorbild der Filmwirtschaft wäre denkbar, auf klarer gesetzlicher Grundlage und unter Einbeziehung des Jugendschutzes. Ein pauschales Social-Media-Verbot kann jedenfalls keine Lösung sein. Oder anders formuliert: Bloß weil es Horror- und Erotikfilme gibt, sprechen wir kein allgemeines Kinoverbot für Jugendliche aus. Wirkliche und in böser Absicht verbreitete Desinformation, etwa durch gefälschte KI-Videos, sollte hingegen strenger geahndet werden. Bei Aufrufen zu Straftaten, Volksverhetzung oder Holocaustleugnung braucht es ebenfalls keine Nachsicht. Entscheidend ist, dass der Staat und alle beteiligten Akteure die Grenzen wieder korrekt definieren. Geschmacklosigkeit, Polemik und Dummheit sind keine rechtlich relevanten Kategorien.

Oder anders ausgedrückt: Der Verfolgungsdruck wegen Äußerungen im Netz muss auf ein demokratisch-rechtsstaatliches Normalmaß zurückgeführt werden – und zwar ohne private Hilfssheriffs mit politischer Schlagseite. 

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christoph ernst | Sa., 3. Januar 2026 - 09:45

Die Damen Hodenberg und Ballon sind nur die garstigen Symptome: Digital Services Act ist ein Angriff auf die Meinungsfreiheit. Er gehört abgeschafft. Seine nie gewählten Schöpfer Thierry Breton und Uschi von der Leyen müssen zur Verantwortung gezogen werden. Der von Robert Habeck eingesetzte Bundesnetzagentur-Chef Klaus Müller, der grün-parteiische 'Trusted Flagger' einsetzt, gehört aus dem Amt entfernt, der horrrend hohe Etat für 'Demokratie Leben!', das staatsnahe grüne NGO wie 'Hate Aid' finanziert, gehört eingestampft, und das Programm selbst umgehend abgeschafft.
Denn all das sind zentrale Bestandteile des ständig wuchernden, linken Zensurkomplexes, den Angela Merkel und Manuela Schwesig seit 2014 auf den Weg gebracht haben. Heiko Maas hat es mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz in juristische Formen gegossen.
Nichts davon hat in einer freien Gesellschaft irgendetwas zu suchen. Schafft man das ab, hört das Treiben der Tugend-Terroristen im Denunzianten-Stadl von selbst auf.

bloß, wer soll’s denn tun ? Die Brandmauerarchitekten inkl. Ihren grün roten Bodentruppen ?
Neee, diese Hoffnung ist derzeit umsonst, zumal genau die Parteien der Verursacher der Misere, immer noch aktuell an der Macht sind …..und durch den Kitt der Schulden weiter regieren werden ohne Reformen egal auf welchem Gebiet. Schauen Sie sich die jüngst gehaltene Merz- Rede im ÖRR an, unklarer gehts fast nicht …..auf ein weiter so in 2026
Mit freu ndlichen Gruß aus der Erfurter Republik

'Man/Frau' die echte Demokratie retten.

Allerdings geht DAS vermutlich nur mit einer sollten AfD-Mehrheit, nach aktuellem Stand der Dinge, da die Union ja nun offensichtlich ein konservativer Totalausfall ist an der Regierung - der 'Brandidiotenmauer' sei Dank! /Ironie

PS: ...LINKSGRÜNWOKE ist schlauer als man gemeinhin annimmt/denkt - DAS sollte der 'konservative Block' nie vergessen... ... (KEIN Joke!) Und vor allem sind sie gut organisiert und mobilisiert, auf allen Ebenen... Und die Konservativen... ...?? >> treffen sich ab-und-zu-mal beim Cicero im Forum...!?? 🤔

Thomas Veit | Sa., 3. Januar 2026 - 10:00

von der Bundesnetzagentur als sogenannter „Trusted Flagger“ zertifiziert."

Der ganze (antidemokratische) Filz in einem Satz.

IngoFrank | Sa., 3. Januar 2026 - 10:18

Früher nannte man das auf deutschem Boden: „informelle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit = IM“
Kommt dem „Ossi“ alles recht bekannt vor …….
Mit besten Gruß a d Erfurter Republik

Thomas Veit | Sa., 3. Januar 2026 - 10:22

Gesellschaft wäre eine liberal-freiheirliche politische Kraft dringend notwendig..., seit dem unrühmlichen Untergang der 'Piratenpartei' seinerzeit. Tatsächlich ist dieses Thema seitdem bei praktisch keiner etablierten Partei ein Schwerpunktthema, außer bei den 'grünlinken Überwacher*innen' von Campact u.ä., obwohl es unsere Gesellschaft mindestens genau so stark prägt und prägen wird wie z.B. die Rentenfrage und innere Sicherheit.

>> Ein weites nach meiner festen Überzeugung liberal-freihetlich zu besetzendes Politikfeld - Liberalismus und Bürgerrechte!! Zwei Begriffe aus längst vergangenen Zeit...!? 🤔

PS: die aktuellen diversen 'Digitalministerien und Beauftragten' etc. sind eindeutig eher technisch-digital orientiert..., NICHT das was ich und der Artikel meinen...

Stefan | Sa., 3. Januar 2026 - 11:07

... daß die freien Meinungsäußerungen durch "Trusted Flagger" und solche Leute unterdrückt werden.
Man sollte schon sagen dürfen was man denkt und Worte benutzen die man von klein auf kennt.
Sie werden es inklusive Vize Kanzler und Antifa schon noch merken, was Amerika da auf den Weg gebracht hat.
Das Lachen, wie auf der letzten Münchner Sicherheitskonferenz, wird ihnen wahrscheinlich noch vergehen.
Zudem befeuern solche linksradikale Organisationen tatsächlich die absolute Spaltung und sind wir mal ehrlich, es ist wie bei allem, je mehr man verbietet und dagegen spricht, desto höher ist der Reiz es eben doch zu tun.
Bestes Beispiel, die AfD halbieren.
Letzten Endes hat Merz sie mit seiner Brandmauer verdoppelt.
Und der war bei Black Rock ... kaum zu glauben.
Dort würde man sein Tun und Nichts dagegen tun,heutzutage womöglich als geschäftsschädigend einstufen.
Oder das sogenannte Correctiv.
Bis heute weiß niemand genaueres und ob diese Leute es mit der Wahrheit überhaupt genau nehmen.

'Volksspitzels' oder des '(Wohn-) Blockwarts' bzw. des ABV's aus DDR-Zeiten... - jeweils immer von stastlichef Seite initiiert, genutzt und gesteuert.

Die Exekutive setzt die gewonnenen 'Erkenntnisse' dann um: Gestapo, Volkspolizei, willige Staatsanwälte und Richter... ...

Und das ganze wird Stück-für-Stück-für-Stück immer weiter verschärft..., über die Zeit. Heute ist das Internet das ideale Medium zur MASSENÜBERWACHUNGEN aller Art: Bankkonto, Bewegungsprofile, soziale Kontakte/Freunde, politische Einstellungen, sexuelle Vorlieben, Kontaktschuld, Lieblingsspeisen/Restaurants -- alles nur mit ein bisschen leistungsfähiger Hard- und Software und ein paar zur Verschwiegenheit verpflichteten (gut bezahlten) IT-Experten für jeden normalen Staat/Geheimpolizei/Behörde relativ einfach machbar... ... ☝🤔 Und in ferner Zukunft optimiert durch Überwachungs-KI.... - SUPER!

Nur schade, dass unser verdienter Genosse Erich M. das nicht mehr erleben kann, hat er doch immer GENAU DAFÜR gekämpft. ☹

Lisa Werle | Sa., 3. Januar 2026 - 11:43

Selbstverständlich sind die ‚Trusted Flagger‘ ein Angriff auf die freie Rede, Herr Kubicki. Das waren diese linken Spitzel allerdings auch schon, als es noch die Ampel gab. Was hat die FDP dagegen getan – nichts. Im Gegenteil: eine Strack-Zimmermann hat daraus ein persönlich-privates Geschäftsmodell gemacht und tausende Euro wegen angeblicher ‚Hassrede‘ kassiert. Diese Frau tönt für die FDP noch immer in der EU herum und steht – wie sie gerade erst gesagt hat – voll hinter den beiden HateAid-Führungsfiguren. Wie, Herr Kubicki, soll man Ihnen und anderen FDPlern noch ein einziges Wort glauben von dem, was Sie hier so berechtigt beschreiben, wenn eine Strack-Zimmermann alles das im nächsten Augenblick als Makulatur dastehen lässt.
Bei den anstehenden Wahlen werde ich die Partei wählen, die mit diesem ekelhaften NGO-Treiben Schluss macht. Denn das würde (und wird in naher Zukunft) so vieles von dem ermöglichen, was hier endlich bearbeitet gehört: Wirtschaft, Energie, Migration, Bildung.

Urban Will | Sa., 3. Januar 2026 - 12:58

Ideologen die Meinungsfreiheit schon immer ein Dorn im Auge war, weiß jeder, der ein wenig in die Geschichte schaut. Somit war es doch logischerweise zu erwarten, dass sie alles daran setzen würden, sie einzuschränken. Und diese Chancen boten sich ab dem Zeitpunkt als in Deutschland das Konservative, das Bürgerliche, zu dem eine offene Streitkultur und die Akzeptanz anderer Meinungen schon immer gehörten, von Merkel abgeschafft wurde und die Union weit nach links rückte.
Alles, was wir heute an widerlichen Förderungen linksgrünwoken Meinungs-Totalitarismus haben, konnte nur entstehen, weil die Union mitmachte, weil die Union sich hinter der Brandmauer verkroch und zusah, wie alles Nicht-Linke als rechtsradikal verdammt wurde. Nur auf dieser Basis konnte all der Dreck reifen, den Sie hier zu Recht beklagen.
Daher: mal wieder die Union.Alle fatalen Entscheidungen führen auf das Scheitern und sich vor Links in den Dreck-Werfen dieser Partei zurück.
Es muss die Wende her! Nur mit der AfD!

Theodor Lanck | Sa., 3. Januar 2026 - 20:08

Wer in einer freien Gesellschaft lebt, muss damit rechnen, in seinen Überzeugungen kritisiert, ja sogar beleidigt zu werden. Strafbar sollte das nur bei persönlicher Ehrabschneidung (Rufmord) sein.

"Meinung" muss nicht auf Wissen basieren, sie kann spekulativ und abseitig sein.

NIcht das Kuratieren der Freiheit der Meinungs-Äußerung ist staatliche Aufgabe (auch nicht durch beliehene Private wie zB "Trusted Flagger"), sondern das Fördern der Urteilskraft der Bürger, v.a. durch ein gutes Bildungswesen.

Der deutsche Staat versagt in der Bildung, er überzieht in der Verfolgung von Meinungsdelikten und überfordert sich, wenn er glaubt, die "richtige Meinung" oder das "richtige Wissen" vorgeben zu müssen.

Hans-Hasso Stamer | So., 4. Januar 2026 - 15:26

"Bei Aufrufen zu Straftaten, Volksverhetzung oder Holocaustleugnung braucht es ebenfalls keine Nachsicht."

Bei Straftatsupport oder Holocaustleugnung - Zustimmung.

Aber Volksverhetzung? Dieser Paragraph ist in den letzten Jahren zu einem regelrechten Knebel– und Gummiparagraphen gegen die Opposition ausgebaut worden. Er wird längst benutzt, um missliebige Meinungsäußerungen oder auch nur Wahlkampfüberspitzungen zu kriminalisieren.

Man vergleiche nur den mit hohen Strafen belegten Satz von Björn Höcke mit demselben Satz, den SPD Politiker oder der Journalist Stefan Kuzmany im Spiegel geschrieben haben. Letztere haben nicht einmal eine Strafanzeige kassiert. Das zeigt, wie gerade die Auslegung des Begriffs "Volksverhetzung" von (Linker) politischer "Haltung" geprägt wird. Die Richter haben bei Höcke den Kontext des Satzes voll ignoriert.

"Volksverhetzung" muss als Kategorie komplett gestrichen oder auf den ursprünglichen Text zurückgeführt werden, vorher wird es keine Ruhe geben.