Harald Martenstein
Harald Martenstein / M. Cruz

Harald Martenstein im Gespräch mit Clemens Traub - Cicero Podcast Politik: „Für Linke steht die Machtergreifung stets kurz bevor“

Harald Martenstein ist einer der bekanntesten Kolumnisten des Landes. Im Cicero Podcast spricht er über seine viral gegangene Rede beim Prozess gegen Deutschland, die Brandmauer und die schlechte Stimmung in der Bevölkerung.

Clemens Traub

Autoreninfo

Clemens Traub ist Cicero-Redakteur. Zuletzt erschien von ihm das Buch „Future For Fridays?“ im Quadriga-Verlag (Bastei Lübbe).

So erreichen Sie Clemens Traub:

Harald Martenstein hat mit seiner Rede im Hamburger Thalia Theater einen viralen Hit landen können. „Was mich seltsam berührt – die Leute haben das Gefühl, dass es Mut braucht, sich öffentlich gegen ein solches Verbot auszusprechen“, sagt Martenstein. Im Cicero Podcast Politik erzählt der gebürtige Mainzer, wie überrascht er über den Hype war und dass er seither von fremden Menschen auf der Straße angesprochen wird.

„Wenn man heute jemanden einen Nazi-Vorwurf macht, dann lachen die Leute doch nur noch. Der Vorwurf ist dermaßen inflationär geworden. Wir haben heute jeden Tag den 29. Januar 1933.“ Es werde unter Linken heutzutage, so Martenstein, kaum noch zwischen gemäßigt Konservativen und Rechtsextremen unterschieden.

Doch der 72-Jährige ist nicht nur ein leidenschaftlicher Beobachter der Politik, sondern auch ein großer Freund des Genusses. Bei den Spielen der Weltmeisterschaft, verrät Martenstein, mache er sich gerne auch einmal eine Flasche Wein auf. Eines allerdings bedrückt die Kolumnistenlegende: „Leider ist mein jüngster Sohn noch zu jung für eine Fußballkneipe, die ich in der Vergangenheit oftmals besucht habe.“

Clemens Traub und Harald Martenstein
Clemens Traub (li.) und Harald Martenstein in der Cicero-Redaktion / M. Cruz

Das Gespräch wurde am 3. Juli 2026 in der Cicero-Redaktion als Video-Podcast aufgezeichnet. 

Sie können den Podcast jetzt hier – klicken Sie dazu „Inhalte aktivieren“ – hören, oder auch auf allen Podcast-Portalen.


Sie sind interessiert an weiteren Themen und noch kein Abonnent von Cicero Plus? Testen Sie uns hier.

Mehr Podcast-Episoden:

 

Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa., 11. Juli 2026 - 10:29

Es wurde hier im Forum schon öfter beschrieben, warum sich die AfD entwickeln konnte, ich sehe da den Hauptfaktor "Merkel".
In ihrem "Windschatten" sah es evtl. so aus, als könne alles "links" von Frau Merkel machen, was es wolle, nur damit, ja was, keine nationalliberalen Themen oder Rechtsstaatsprobleme angesprochen werden konnten?
Die SPD ist nicht so sehr eine Partei des Rechtsstaates, sondern eine der zivilen Gesellschaft, was sie sich aber mit Grünen und Linken teilt?
Da renne ich doch nicht gegen die FDP(Rechtsstaat) an.
Die nationale Frage war nicht nur evtl. ein Versäumnis Frau Merkels; selbst dem Ausland war klar, dass Deutschland wieder da sein würde nach der Wiedervereinigung -
Deshalb waren auch nicht alle europäischen Staaten ff. begeistert?
Das Problem scheint mir, dass die DDR evtl. sehr wohl politisch national "agitierte", während die nationale Frage im Westen "vergessen" wurde?
Die Machtergreifung steht also nicht bevor, aber die nationale Frage stellt sich wieder?
Nu

zwischen Volk (Gefolge) und völkisch (inversiv), sowie Nation (zusammen(ge)wachsen/d) sowie nationalistisch (eingrenzend/abgrenzend) unterscheiden.
Ich kann verstehen, dass sich 40 Jahre Mauer auf die Psyche von Menschen auswirken, aber deshalb kann man sich dennoch wie Beethovens "Gefangenenchor" dem Licht entgegenstrecken.
Es war auch kein schönes Gefühl, vor der Mauer zu leben.
Deshalb fiel Bonn als Hauptstadt zwar nicht einengend auf, aber schon begrenzt.
Da kam im Osten nicht mehr viel.
Mit dem Fall der Mauer wurde Deutschland insgesamt wieder befreit, Europa auch.
Von Machtpolitik würde ich dennoch abraten und weiter auch auf unser Zusammenwachsen setzen.
Ostdeutschland muss wieder lernen zu wachsen.
Wenigstens muss ich mich seit der Migration nicht ständig fragen lassen, woher ich komme, auch wenn es lieb gemeint war.
Westdeutschland nahm zig Millionen deutsche Ostflüchtlinge auf.
Ich nehme an, dass die sich allmählich auf Gesamtdeutschland erweitern, andere werden hinzukommen