Anschlag von Hanau - Der Kampf gegen Extremisten braucht Demokraten

Am heutigen Donnerstag findet im Bundestag eine Debatte zu Hanau statt. Die Bundesregierung betont, wie ernst sie ihren Kampf gegen Rechtsextremismus nimmt. Die Frage ist allerdings, ob sie dafür die richtigen Partner hat, schreibt Ahmad Mansour.

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Gedenken an die Opfer von Hanau: Hat der Integrationgipfel der Bundesregierung versagt? / picture alliance

Autoreninfo

Ahmad Mansour ist Psychologe und Autor. Als Islamismus-Experte beschäftigt er sich mit der Radikalisierung und Unterdrückung im Namen der Ehre und mit Antisemitismus in der islamischen Gemeinschaft. Zusammen mit anderen hat er 2018 die Initiative „Säkulärer Islam“ gegründet. 

So erreichen Sie Ahmad Mansour:

Die kurz aufeinanderfolgenden Taten in Halle und Hanau durch rechtsextreme Ideologie motivierter Mörder erschüttern. Etwas, das wir alle, ob Migrant oder Einheimischer, glaubten hinter uns in der dunklen, braunen Vergangenheit gelassen zu haben, kracht mit erschreckender Brutalität in unseren Alltag.

Dazwischen die Wahl des FDP-Mannes als Ministerpräsidenten mit Unterstützung der AfD in Thüringen. Dies schien so manchen an den Beginn des Siegeszuges der NSDAP zu erinnern, der mit einem ähnlichen Clou im thüringischen Landtag begann. Mir scheint, als erlebe Deutschland, vor allem das politische, ein kollektives Déjà-vu. Das Ende der Demokratie sei nahe, hörte man in den vergangenen Tagen oft. Das macht Angst. Den einen davor, selbst zur Zielscheibe von rassistischen Angriffen zu werden, den anderen davor, das Kippen des gesellschaftlichen Klimas nicht mehr aufhalten zu können.

Wie können wir aus Nicht-Demokraten Demokraten machen? 

Für eine friedliche Zukunft in Deutschland, für eine vielfältige, wehrhaft demokratische Gesellschaft brauchen wir eine Politik, die dieses Land gestaltet und nicht in einem Teufelskreis des Reagierens auf Ereignisse gefangen ist. Wer Demokratie schützen will, muss alle Bürgerinnen und Bürger für die Demokratie gewinnen, für die Werte dieser Gesellschaft begeistern wie für das Recht auf Würde, freie Persönlichkeitsentfaltung oder Gleichberechtigung, um nur einige zu nennen.

Das gilt für Migranten, die seit mehreren Generationen hier leben, für Flüchtlinge genauso wie für die Mehrheitsgesellschaft. Um die Interessen der Zuwanderer stärker zu berücksichtigen, veranstaltet die Bundesregierung seit 2006 einen Integrationsgipfel. Eine Frage, die er sich stellen müsste, wäre also: Wie können wir aus Nicht-Demokraten Demokraten machen und sie in unsere Mitte integrieren? Integration bedeutet, die Werte des Grundgesetzes zu verinnerlichen, Verantwortung für die solidarische Gemeinschaft zu übernehmen und emotional anzukommen in dieser Gesellschaft, sich zugehörig zu fühlen – aus sich heraus, nicht aufgrund der Definition von außen, „Du gehörst zu uns.“, sondern aufgrund einem klaren „Ich gehöre dazu“. So kann aus dem fremden Ihr ein vertrautes Wir werden. 

Die Ursachen für die Polarisierung erforschen

Migranten, Flüchtlinge und Muslime sind Opfer rechtsextremen Terrors geworden. Unter keinen Umständen darf man dies rechtfertigen, relativieren, tolerieren oder ohne Konsequenzen weitermachen. Die Ursachen für die Polarisierung und gewalttägige Entladung müssen ehrlich erforscht werden. Mit derselben Energie müssen jedoch auch die Herausforderungen gelöst werden, die zur Entstehung und Verfestigung von Parallelgesellschaften geführt haben. Demokratie stärkt man nicht mit einer eindimensionalen Betrachtung der Gefahren, sondern in der Gesamtheit seiner Erscheinungen. 

Wer diesbezüglich nur das politisch Bequeme erwähnt und andere Extremisten ignoriert, wird diesen Kampf verlieren. Die Zukunft der Demokratie können nur Demokraten gestalten. Wer den Kampf gegen Hass anderen antidemokratischen Akteuren überlässt oder sie zum Partner macht, rettet die Demokratie nicht, sondern stärkt die Spaltung und schwächt das Land. 

Opfer sein ist keine Qualifikation 

Für eine gesamte Betrachtung der Herausforderung unserer Gesellschaft, für die Entwicklung einer wirkungsvollen nationalen Strategie, muss der Blick nach rechts gehen, aber auch auf den eigenen Rassismus, auch innerhalb der migrantischen Community. Migrant zu sein schützt nicht davor, selbst zu diskriminieren, andere abzuwerten oder rassistisch zu denken oder zu handeln.

Das eine schließt das andere nicht aus und, dies möchte ich betonen, relativiert das jeweils andere nicht. Opfer zu sein ist keine Qualifikation, aber auch kein Hindernis, sondern ein Zustand, den wir verpflichtet sind ernst zu nehmen. Und das gelingt uns, indem für die Sicherheit aller Menschen in Deutschland sorgen, die Menschen mitnehmen und beteiligen. 

Die Bundesregierung muss ihre Partner besser aussuchen 

Es wäre deshalb richtig, beim nächsten Integrationsgipfel die Partner für eine bessere Integration sorgfältiger zu wählen, mehr kritische Stimmen einzuladen und sich als Ziel zu setzen, emotionale Zugänge in diese Gesellschaft zu ermöglichen, Ängste der Menschen abzubauen und mit Energie zu werben, dass die Menschen die Werte dieser Gesellschaft als Chance und Gewinn für sich und ihre Familien verstehen und nicht als Risiko. 

Beim Blick auf die aktuellen Partner der Bundesregierung, die den Rechtsextremismus entschieden bekämpfen will, habe ich das Gefühl, als nehme sie den Kampf nicht ernst. Anders kann ich mir nicht erklären, warum sie ihre Partner für diesen Kampf so willkürlich wählt und antidemokratische Haltungen bei ihren Partnern toleriert. Besonders die Verbände wie DITIB, die zwar absolut zu Recht Rassismus und Terror anmahnen und benennen, aber in ihren Moscheen gegen Andersdenkende oder Erdogan-Kritiker predigen lassen. Genauso der Zentralrat der Muslime, der nachgewiesenermaßen bei sich Akteure beheimatet, die Verbindungen zu Vertretern des politischen Islams und türkischen Nationalisten unterhalten. Beides Gruppen, die ausgrenzend, abwertend und teilweise demokratiefeindlich agieren. Wer wirklich Demokratie stärken will und Toleranz propagiert, muss diese Aufgabe mit Demokraten erfüllen, wer auf der rechte Seite die Gefahren sieht, darf seinen eigenenRassismus nicht ausblenden. Wer das tut, ist kein Partner, sondern Teil des Problems.

Christa Wallau | Mi, 4. März 2020 - 20:06

Es ist ein Armutszeignis ersten Ranges, daß ein arabischer Israeli, der inzwischen auch deutscher Staatsbürger ist, eine Selbstverständlichkeit anmahnen muß, welche die deutsche Politik sträflich vernachlässigt.
Ü b e r a l l muß die Menschenwürde geachtet u. dafür gesorgt werden, daß alle Menschen die im GG verankerten Werte und Normen einhalten.
Rassismus darf es weder in einer Partei noch in einer ethnischen Parallelgesellschaft in D geben.
Frauen dürfen weder von "immer schon hier lebenden Deutschen" n o c h von Zuwanderern
als minderwertig betrachtet u. unterdrückt werden.
Stattdessen blickt heute mal wieder das gesamte
politische Establishment anklagend u. angewidert nur in eine Richtung, nämlich nach rechts auf die AfD! Und das beim Gedenken an die Opfer eines Mörders, der von Kindes Beinen an schizophren war u. sich als solcher geoutet hatte.
Was -um Himmels willen- hat die AfD mit dem gefährlichen Irren von Hanau zu schaffen,der sich im weltweiten Netz radikalisierte?

Es braucht immer jemand, dem man "Schuld" geben kann. In diesem Fall wieder einmal der AFD und bestimmte Politiker der Partei, damit der Schuldvorwurf personifiziert werden kann. Eigenes Versagen, das Eingestehen von Fehlern, das kritische Hinterfragen und differenzierte diskutieren soll verhindert werden. Es ist das letzte parteipolitische Aufbäumen vor dem eigenen zu verantwortenden Untergang.
Deshalb auch die angebliche Verdrehung des Tätermotives. In erster Linie soll der Täter rechtsmotiviert gewesen sein, am Rande aber, eigentlich will man das gar nicht so erwähnen, auch wahnsinnig. Die Option kam erst der Wahnsinn und dann das Ausleihen verschiedener Versatzstücke von Hassoptionen, will man nicht beantworten. Man braucht es auch gar nicht. Der Täter hat sich feige selbst getötet, ihn kann man nicht mehr fragen. Die hilfreichen Medien, wie werden recherchieren und alles so aufbereiten, dass die Tat auch weiterhin politisch instrumentalisiert werden kann. Alles "schuld" der AFD.

Da sind sie wieder, die reflexgesteuerten AFD Verteidiger.
Schlimm ist, dass die AFD umso erfolgreicher ist, je mehr sich ihre Anhänger in Diskussionsforen wie hier im Cicero tummeln.

Gedenken des rassistischen Angriffs in Hanau

Die Sprache und die politische Rhetorik kam in Deutschland in Verruf, weil sie als gefährliche Waffe der Demagogie (Volksverhetzung) eingesetzt wurde und wird. Es sind Worte des Hasses (sie verbrennen den Mund) und sind für die Hölle gedacht. Vielen wird diese Sprache auch heute wieder beigebracht- es sind Töne des Wahnsinns um ein Zerstörungswerk durchzuführen. Aber es taucht ebenso ein Paradox oder Widerspruch auf, es ist nämlich das Schweigen gegenüber dieser Verrohung. Wer mit Worten Gewalt sät und das gesellschaftliche Klima vergiftet muss geächtet und zur Verantwortung gezogen werden.

Imagine - John Lennon (Boyce Avenue piano acoustic cover) on Spotify & Apple
https://www.youtube.com/watch?v=qrpvq6xef2A

der in Hanau mehr als zehn Menschen ermorderte. Gleichwohl ist die AfD immer sehr schnell darin, Menschen mit Migrationshintergrund als gewaltbereit zu beschreiben (Messerimporte usw.).
Richtig ist, dass man in der Bundesrepublik lange die Bekämpfung des rechten Extremismus lange Zeit vernachlässigt hat. Beispielhaft war ein Herr Maaßen an der Spitze des Verfassungsschutzes - siehe die Hetzjagden in Chemnitz und sein Verständnis für die AfD.
Richtig ist, dass die AfD noch immer den rechtsideologischen Hintergrund der Täter in Hanau und Halle leugnet, obwohl Rassismus und Antisemitismus eine eindeutige Sprache sprechen.
Richtig ist, dass die AfD gerade - glücklicherweise vergeblich - versuchte, im brandenburgischen Landtag eine Diskussion über Rechtsextremismus verhindern. Denn sie weiss:: Sie hat sehr wohl einen entscheidenden Beitrag zur Verrohung der Gesellschaft geleistet - selbst ein Gauland räumt zähneknirschend ein, man habe wohl selbst mal "übertrieben argumentiert".

Gerhard Lenz | Do, 5. März 2020 - 13:15

In reply to by Wilfried Düring

...waren Pro-Chemnitz nebst verbündeten Nazis und AfDlern auch in Connewitz "aktiv"?

Und hat Maaßen auch dort nichts gesehen?

Wundert mich nicht...

Ich ignoriere keineswegs dass es aus der AfD viele idiotische, aggressive, und völkisch-rassistische Aussagen gibt. Aber, die AfD in ihrer heuten Konstellation gibt es überhaut erst seit 4 Jahren. Bei allen rechtsideologischen Tätern von den NSU-Morden bis zu Hanau handelt es sich aber um ein uraltes ideologisches Gedankengut, und, in allen Fällen, um eine über Jahrzehnte erfolgte Radikalisierung und psychotische Störung der Personen. Mir erscheint es einfach billiger, propagandistischer Quatsch, dies heute der AfD in die Schuhe zu schieben. Es war schließlich die Bundesanwaltschaft, die schon Monate vor den Morden in Hanau mehr über den Täter wusste als sonst jemand im Land, ohne dass die Bundesanwaltschaft dafür sorgte, dass dem psychisch Auffälligen die Waffen abgenommen wurden, und er in psychiatrische Behandlung kam. Sie haben es nicht einmal versucht.

"Was -um Himmels willen- hat die AfD mit dem gefährlichen Irren von Hanau zu schaffen,der sich im weltweiten Netz radikalisierte?"

Folgendes Zitat stammt NICHT aus dem "Manifest" des Täters von Hanau sondern aus einer Mail der heutigen Fraktionsvorsitzenden der AfD im Deutschen Bundestag, Frau Alice Weidel:
„Der Grund, warum wir von kulturfremden Voelkern wie Arabern, Sinti und Roma etc ueberschwemmt werden, ist die systematische Zerstoerung der buergerlichen Gesellschaft als moegliches Gegengewicht von Verfassungsfeinden, von denen wir regiert werden. (...)
Diese Schweine sind nichts anderes als Marionetten der Siegermaechte des 2. WK und haben die Aufgabe, das dt Volk klein zu halten indem molekulare Buergerkriege in den Ballungszentren durch Ueberfremdung induziert werden sollen."

Beantwortet das Ihre Frage?

Stefan Bosel | Mi, 4. März 2020 - 20:26

EIne Versammlung der Heuchler und falschen Gutmenschen. Die wahren Hintergründe und Zusammenhänge dieses furchtbaren Anschlages sind nicht im Ansatz aufgearbeitet und werden wohl aus Gründen der Staatsräson niemals aufgearbeitet werden. EIn elendes Land ist durch Merkel & Co. aus uns geworden. Man sollte auswandern.

... ist das permanente Schweigen zu Volksmarsen ... wie ist die momentane Lage der Schwerverletzten (v.a. Kindern)? Und fast genauso wichtig: Was waren da die Hintergründe des Täters ... am Ende nur einer wie der Typ aus Hanau, nämlich hauptsächlich nicht rechts sondern "geistig verwirrt"?
Und in Sachen "Anis Amri" will ich nur noch sagen: Da schienen die Opfer erstmal alleingelassen worden zu sein, ganz zu schweigen vom Agieren des damaligen CDU-Innenministers im Vorfeld ... warum wohl?!?

Bernd Muhlack | Mi, 4. März 2020 - 20:38

Sie haben wie so oft Recht.

Ich erzähle, schreibe ab und an so einiges ob meines Freundes-/Bekanntenkreises; "gemischt"!
Das wahre Leben, gell?

Frau Lamya Kaddor gilt aktuell ausnahmsweise ein Lob!
Zum "Rest" besser schweigen.

Wenn jedoch eine Kanzlerin in ihrem wöchentlichen podcast & beim x-ten Migrationstreffen "verzählt", dass die Bundesregierung ein "Fachkräfte-EinwanderungsG" beschlossen habe, dann, ja dann, fällt mir zu dieser Person nichts mehr ein!

Gewaltenteilung?
Das ist Grundstudium Jura, Staats- & Verfassungsrecht!
Eine Regierung (Das Kabinett - aktuell eher Kabarett) kann Gesetze vorschlagen, einbringen, jedoch nicht verabschieden, beschließen!

Herr Mansour, ich wäre zu gern einmal bei solch einem "Integrationsgipfel" dabei; Cuma, Enzo & ich hören nur zu.

Man "muss" mit den richtigen Leuten reden.

Sie haben absolut Recht und ich habe sehr gute Nachbarn!

DITIB, Mili görös etc?

GLÜCKAUF!
Shalom, allam seleikum ...

Wir machen uns selbst das Leben schwer!

WARUM?

Klaus Damert | Mi, 4. März 2020 - 21:01

Ein Wohltuender Artikel, der die Probleme tatsächlich benennt. Trotzdem wird uns in den Medien immer wieder dieser "Zentralrat der Muslime" präsentiert, obwohl er ja wohl nur eine ganz kleine Gruppe darstellt. Was mir allerdings fehlt, ist eine ehrliche Diskussion über den Islam in Deutschland. Da höre und lese ich nur, dass man gegen die "Islamfeindlichkeit" vorgehen müsse. Ich bin persönlich nicht so ein "Feind", kann es aber nicht akzeptieren, dass eine große Gruppe von Bürgern ihre Religion über den Staat stellt und z. B. für die Gleichberechtigung der Geschlechter bestenfalls Unverständnis hat. Diese Tatsache ist Leuten, die um ihre Gendersternchen kämpfen, keine Diskussion wert. Was soll aber aus den Mädchen in den muslimischen Familien werden? Sie werden niemals ihren rechten Platz in unserer Gesellschaft finden - es wächst eine regelrechte Gegengesellschaft in diesem Lande heran. Dabei können wir engagierte junge Leute wirklich gut gebrauchen.

Heidemarie Heim | Mi, 4. März 2020 - 21:10

Alles richtig werter Herr Mansour! Doch inzwischen gab es bei uns eine beängstigende Entwicklung hin zu einer derart polarisierten Gesellschaft, das man selbst als hier in Westdeutschland geborene , schon ältere Mitbürgerin mit dem "Ich gehöre dazu" einige Probleme hat. Denn aus der Definition "Du gehörst zu uns" ist ein von sich völlig selbst überzeugten Demokraten zumindest für politisch
Andersdenkende ein "Du gehörst nicht mehr zu uns" festgeschrieben worden. Mit der gleichen Methode wie man normal praktizierende Muslime mit Islamisten gleichsetzt, mutmaßliche Gülen-
Anhänger oder Kurden mit Terroristen oder eben konservative Wähler und Parteien zu Nazis abqualifiziert, bzw. der Hälfte der deutschen Bevölkerung einen latenten Antisemitismus unterstellt. Weil es wie Sie sagen bequem ist. "Die DITIP und der ZDM haben halt schon immer mit am Tisch gesessen, warum hinterfragen?" Zu anstrengend, könnte womöglich zu Komplikationen führen. Die Gräben sind leider sehr tief geworden. MfG

Klaus Peitzmeier | Mi, 4. März 2020 - 22:24

Sehr treffend, sehr richtig, sehr mutig, Herr Mansour. Das größte Übel ist nach meiner Überzeugung die falsche Toleranz der GRÜNEN u Linken gegen die intoleranten Migranten u Muslime.
Genauso wie der viel zu große Spielraum den die Justiz dem Antisemitismus u Rechtsradikalismus einräumt. Mehr Konsequenz auf beiden Seiten würde dem Zusammenleben in der Gesellschaft sehr gut tun u die demokratischen Strukturen festigen.

Helmut Bachmann | Do, 5. März 2020 - 00:06

Ursachen für die Entladung der Gewalt sind auch psychopathisches Denken, paranoide Schizophrenie, Zeiten des Umbruchs, gesellschaftliche Spannungen aufgrund fehlender demokratischer Auseinandersetzung und so weiter. Das darf man als Psychologe auch gern erwähnen.

Karl Heinz Jennen | Do, 5. März 2020 - 10:33

In reply to by Helmut Bachmann

...erwähnen sollten Sie aber auch, dass diese Ursachen einzig und allein dem deutschen Bundestags ( außer AfD - ich bin kein Anhänger ) und den Mainstreammedien zu verdanken sind.

Romuald Veselic | Do, 5. März 2020 - 07:26

Z1 "Wer diesbezüglich nur das politisch Bequeme erwähnt und andere Extremisten ignoriert, wird diesen Kampf verlieren."
Eben das GESCHIEHT in D. Flagrantes Beispiel: Gestern die Linksis in Kassel: Man soll nach der Revolution, 1% der Reichen erschießen, wichtig für Energiewende... Heute in MOMA/ARD (06,00) - keine Notiz davon. Würde die AfD so reden, wäre dies propagandistisch durch ÖR-Röhre ausgeschlachtet.
Z2 "Besonders die Verbände wie DITIB, die zwar absolut zu Recht Rassismus und Terror anmahnen und benennen, aber in ihren Moscheen gegen Andersdenkende oder Erdogan-Kritiker predigen lassen. Genauso der Zentralrat der Muslime, der nachgewiesenermaßen bei sich Akteure beheimatet, die Verbindungen zu Vertretern des politischen Islams und türkischen Nationalisten unterhalten."
Absolut richtig: Die gestrige Schlägerei im Türk-Parlament/Ankara, ebenso kein Wort darüber in den ÖR. Damit sieht man, wie DITIB & Co. "Wasser predigen" u. nicht-alkoholfreier Wein trinken.

Begriffe wie "deutsche Antimedien" liest man normalerweise auf Seiten, wo auch der Verfassungsschutz regelmässig mitliest. Bedenkt man, dass Sie Herr Veselic, sich ansonsten als strammer Anhänger der AfD zu erkennen geben, wird deutlich, wie mindestens sprachlicher Extremismus auch in den Reihen der AfD- Anhängerschaft zu finden ist.
Auch sonst spricht Ihr Kommentar Bände: Statt eindeutiger Verurteilung einer rassistisch motivierten Tat reflexhaftes Auskeilen gegen Linke und Migrantenverbände - denn Rechts und Terrorismus schliessen sich nach Ihrer Auffassung selbstverständlich aus.
Stattdessen ereifern Sie sich über das flapsige Dummgeschwätz eines Linken-Hobbyrevoluzzers - spricht man dagegen in der AfD vom großen Aufräumen, fehlen Ihnen die Worte.
Dabei hat Rexienger doch klargestellet, dass Reiche nicht erschossen werden sollen, sondern "nur" gemeinützige Arbeit verrichten sollen (Ironie Ende).

Links (=Grün/Rot) ist es also ironisch gemeint,
rechts hingegen muss man es verfolgen!
Ich persönlich würde mir wirklich wieder ein ausgeglichenes Berichten, Kommentieren bzw. Handeln wünschen!

Tülay Öncü-Tüncher | Do, 5. März 2020 - 12:21

Hass, Rassismus sind menschliche Eigenschaften, die nicht nach Herkunft, Glauben und Bildungsstand in Schubladen einzuordnen sind. "Gib Menschen Macht, dann erkennst du sein wahres Ich" und zu was dieser im Stande sein kann. Thematisiert wird lediglich Hass seitens einer Mehrheitsgesellschaft, kaum das, zu was eine Minderheits-Gesellschaft, gleichfalls, sobald sich die Verhältnisse verschieben, im Stande ist. Alles was nicht sein darf, sollte gesellschaftlich ausgeblendet werden. Dieser politisch und inzwischen gesellschaftlich aufgezwungene Verhaltensregel bedingt eine Spirale der Intoleranz/Hass/Gewalt auf allen Ebenen und auf allen erdenklichen Formen, bis hin zum Mord. Zum Glück sind die meisten Menschen friedlicher Natur. Die Aufgabe der Regierung war und ist: Für Sicherheit zu sorgen. Wir bewegen uns weit weg von der Forderung nach Sicherheit, da der Staat in Teilbereichen nicht mehr im Stande ist für Sicherheit zu sorgen; sie hat - politisch gewollt - an falscher Stelle gespart.

Lisa Werle | Do, 5. März 2020 - 20:46

Ahmed Mansour hat wieder einmal die richtigen Worte gefunden, um gleichzeitig zu würdigen und zu mahnen in beide Richtungen. ER findet die Worte, die unserer ‚Regierung‘ fehlen, unserer Kanzlerin, unseren Politikern. Dass wir die Namen der Getöteten von Hanau nicht vergessen, ist richtig! Es ist aber genauso richtig und wichtig, dass wir die Namen der Getöteten (12) und der Verletzten (55) am Breitscheidplatz nicht vergessen. Der Bundestag hat in diesem Fall sage und schreibe 4 Wochen gebraucht für eine Schweigeminute - ohne dass die Namen verlesen wurden. (Waren wahrscheinliche zu viele. Ironie Ende.) Dieses Messen mit zweierlei Maß ist unerträglich - und spaltet die Gesellschaft!

Und die Frage zu Nicht-Demokraten und Demokraten muss erst einmal in unseren politischen Parteien beantwortet werden. Wenn bei einer ‚Strategietagung‘ der Linken darüber gesprochen wird, Hunderttausende Bürger zu erschießen, dann hat das nichts mehr mit Demokratie zu tun. Und NEIN: das war kein Scherz!

henriette schmitt | Fr, 6. März 2020 - 08:53

Ich höre eben die Nachrichten Deutschlandfunk: Entsetzliche Zustände in Idlib. Herr Maas spricht sich für deutliche Maas-nahmen gegenüber Russland aus.
Natürlich sind die Zustände in Idlib entsetzlich, besonders für Kinder und Ältere. Aber ein denkender Politiker hätte sich überlegt, was gegen die Rechtsbrüche der Türkei zu tun ist, die in Idlib nichts zu suchen hat, sich noch dazu mit terroristischen Truppen verbündet hat, nur um die Kurden rauszubekommen. Immer deutlicher wird mir klar, dass das Versagen des schlussfolgernden und vorausschauenden Denkens unserer Politiker, beginnend mit Merkel, die Ursache ist.