Hamed Abdel-Samad - Islamkritik, die wir brauchen

Für Menschen, die unter dem Joch des Islam leben, ist der Politikwissenschaftler und Buchautor Hamed Abdel-Samad ein Hoffnungsträger, in Deutschland gilt er als Störenfried

Der deutsch-ägyptische Schriftsteller und Politologe Hamed Abdel-Samad spricht am 01.07.2013 in München (Bayern) während eines Interviewtermins
Linke Marokkaner feiern Hamed Abdel-Samad als Aufklärer, deutsche Linke stigmatisieren ihn als islamophob / picture alliance

Autoreninfo

Frank A. Meyer ist Journalist und Kolumnist des Magazins Cicero. Er arbeitet seit vielen Jahren für den Ringier-Verlag und lebt in Berlin.

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Hamed Abdel-Samad zählt zu den profiliertesten Kritikern des Islam. Sein 2014 erschienenes Buch „Der islamische Faschismus“ wurde mehr als 100 000 Mal gekauft. Ein Vortrag darüber in Kairo führte zu Mordaufrufen, die durch das ägyptische Fernsehen verbreitet wurden. Nach der Veröffentlichung seines Werkes „Mohamed – Eine Abrechnung“ 2015 riefen deutsche Dschihadisten in Syrien ihre Kampfgefährten in der Heimat auf: „Tötet Abdel-Samad!“ Es war nicht die erste Todesdrohung. Bereits seit 2013 wird er von Personenschützern begleitet.

Der deutsche Politikwissenschaftler und Aufklärer entstammt einer ägyptischen Imam-Familie und war in seiner Jugend Mitglied der Muslimbruderschaft. Er provoziert die linksliberale Szene in Deutschland, indem er deren verbreitetes Schönreden des Islam als Beschwichtigungspolitik gegenüber einer totalitären Religion entlarvt. Als Vertreterin des medialen Juste Milieu verstieg sich Lamya Kaddor auf Zeit Online zu der Titelzeile: „Islamkritik, die niemand braucht“. Niemand?

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Konrad Perfeud | Mo, 16. Juli 2018 - 16:24

Ich verweise auf den logischeren Beitrag von Herrn Grau am Wochende. Die islamische Welt ist eine eigene, fremde Kultur und Gemeinschaft. Es gibt den strengen Mainstream-Islam, es gibt interne Kritik daran und es gibt einzelne, kleine Reformbemühungen. Aber das sind alles fremde Dinge. Der deutsche Nicht-Muslim, noch dazu der Atheist oder Agnostiker, braucht weder das eine noch das andere. Warum soll man dieses Tauziehen einer fremden Kultur hier akzeptieren? Die islamische Welt in Afrika und Asien braucht Abdel-Samads Kritik wahrscheinlich dringend. Wir brauchen die scharfe Auseinandersetzung mit unseren Linken.

dass der ehemalige Bundespräsident (CDU) Herr Wulf betont hat "der Islam gehört zu Deutschland" ihm folgte, den Ausspruch immer wieder zitierend, unsere Kanzlerin (CDU) und auch Herr Gauck war davon überzeugt und die Delegierten auf (CDU) Parteitagen klatschten eifrig Beifall also weit und breit von den Linken entfernt. Es ist immer wieder erstaunlich dass die verkorkste Politik der CDU/CSU unter der Führung ihrer Parteivorsitzenden und seit 13 Jahren ununterbrochene Regentschaft als Kanzlerin gerne den Linken/Grünen in die Schuhe geschoben wird. Es waren seit 2005 weder die Linken noch die Grünen in der Bundesregierung beteiligt.

Der Trennung von Religion u. Staat im christlichen muß folgen die Trennung von
"Glauben im Islam" u. dem "politischen Islam". Der Eine hat Religionsfreiheit der
Andere nicht. Sollten Sie nicht trennen, so wird die islamische Seite Sie permanent verdächtigen, an der Religion u. Religionsfreiheit herumschrauben zu wollen. "DER ISLAM" wird Sie in endlose Diskussionen verwickeln, alles bleibt im Nebel - der beste Schutz gegen Abschuß.
Den Begriff des "politischen Islam" brauchen Sie für weitere Debatten, für Ihre
strategische, argumentative, sachkundige Logistik.
Kickl u. Strache zeigen daß an jedem Zeiger gebastelt werden muß, um der abend-
ländische Rationalität wieder Geltung zu verschaffen.

richtig erfasst.
Nicht Abdel-Samad ist Störenfried, sondern unsere Linke/Quasilinke, klerikale Bonzen u. sog. Mainstream, der sich anmaßt, der nicht mehr passiven Mehrheit, ihre Ansichten und Taten als Heilbringer durchpeitschen und aufzwingen.
Ich bin generell misstrauisch/argwöhnisch gegen absoluten Wahrheiten. Jeder Totalitarismus geht in seinem Naturell davon aus, das Recht und die Wahrheit einzig/privilegiert zu besitzen.

Die scharfe Auseinandersetzung muss aber zeitnah erfolgen, ansonsten hilft nur der Rückzug nach Bayern , die Wagenburg für die letzten Deutschen.

Rolf Pohl | Mo, 16. Juli 2018 - 18:05

Herr Abdel-Samad ist Moslem.
Allerdings ist er einer von denen, die zuerst die Chancen in einem aufgeklärten Islam erkennen. Einem Islam der jedoch derzeit, von Ausnahmen abgesehen, in der Breite nicht existiert und auch nicht gelebt werden darf wo es nach den aktuellen Hütern der Deutungshoheit über Islam und Koran geht.

Große Teile der rückwärts, gewandten deutschen Linken und in erster Linie selbstverständlich die Gläubigen im Islam sollten sich besser darüber freuen, dass sich Menschen wie Abdel-Salam innerhalb der islamischen Welt überhaupt noch zu Wort melden um deren mittelalterliches Weltbild den ggf. bestehenden Realitäten anpassen zu können.
Deutsche Linke hätten vermutlich auch schon vor rund 500 Jahren in einem Martin Luther einen Antichristen erkannt.
So wie übrigens auch der Gegenpart auf Seiten des damals herrschenden Klerus und des überwiegenden Teils der herrschenden Könige, Kaiser und Fürsten.

Hut ab vor dem Mut des Herrn Abdel-Salam.

Rob Schuberth | Mo, 16. Juli 2018 - 20:02

Wie gut, dass es Muslime wie Herrn Abdel-Samad überhaupt gibt.
Nur sind sie leider die großen Ausnahmen.

Frau Kaddor hatte ich bislang als aufgeklärter erlebt. Hat da jemand nun „die Seiten gewechselt“? Ist wirklich ärgerlich. Aber so hat man offenbar bei den LINKEN zu denken… Da wäre m. E. ein Kurs in Realismus ganz gut.
So sollte die große Zustimmung in Marokko ihnen doch zu denken geben.

Wie weit wird diese linksliberale Haltung der Politik die bisher angerichteten Schäden noch vergrößern?
Man könnte sich nat. auch die Frage stellen, ob diese fatale „Merkel-Linie“ durch die sogn. Leit-Medien nur befeuert (oder gesteuert?) wurde (CICERO ist eine der wenigen Ausnahmen).

Dem Fazit des 1. Beitrags (Herr Perfeud) stimme ich zu. Die LINKE muss aufhören zu ideologisieren.

Wolfram Fischer | Mo, 16. Juli 2018 - 20:03

Hamed Abdel Samad ist einer der ganz großen unerschrockenen Geister in unserem Land... leider einer der ganz ganz wenigen, die sich dem Gesinnungsterror der islamophilen, unterstützt von unserer linken Kamerilla, entgegenstellen.
Und islamophil kann nur jemand sein, der den Koran nicht liest, aus der Geschichte noch nie etwas gelernt hat und jeden Ansatz eigenen Nachdenkens verweigert!
Einer Aussage im Artikel möchte ich noch etwas hinzufügen: wenn man die "Errungenschaften" der letzten 500 Jahre aus dem Islamischen Kulturkreises einfach KOMPLETT wegnähme, würden wir NICHTS - GAR NICHTS vermissen... unser Leben ginge, was die positiven Seiten angeht, KOMPLETT unveändert weiter. Das ist so, weil dieser Kulturkreis von 500 Jahren vollständig aufgehört hat zu denken, Werte zu schaffen, irgendetwas (weiter-) zu entwickeln. Weder technisch, noch philosophisch, sozial, irgendeine Art von Bildung betreffend, nicht wissenschaftlich, nicht medizinisch... Nichts als todtraurige Leere!

Robert Schmidt | Mo, 16. Juli 2018 - 20:22

Realistischer Weise hat eine im Grunde kleine, aber recht homogene Gruppe die Medien übernommen, die sich das Etikett "Links" angeheftet hat.
Jeder der z.B. im Lieblingsthema Offene Grenzen Kritik übt, wird als "Rechts" schubladisiert.
Dabei ist klar, dass die ungezügelte Zuwanderung vor allem im unteren Lohnniveau nichts anderes darstellt als totalen Marktliberalismus.
Absehbar ist auch, dass der Deal "jeder versucht etwas beizutragen und wenn er aus irgendwelchen Gründen nicht kann, dann unterstützen wir ihn" durch Parallel- oder sogar Gegengesellschaften, die sich um diesen Deal nicht scheren, zerstört werden wird, d.h. der Sozialstaat erodiert. Was ist daran Links?
Was ist z.B. am Decken von Werbefiguren für Erdogan als Opfer von Rassimus "Links" - der Mann betreibt feudale Selbstbedienung.
Am Ende des Tages wird sich herausstellen, dass hinter den angeblichen Linken eine Polit-Schickeria steckt, die narzisstisch und skrupellos, Konkurrenz zum Schweigen bringen will.

Paul Liesner | Mo, 16. Juli 2018 - 22:48

Das Hamed Abdel-Samad nur noch unter ständigem Polizeischutz durch die Welt reist, ist doch ein eindeutiges Indiz dafür, dass er mit seinen Analysen und seiner Kritik am Islamismus absolut Recht hat.

Armin Latell | Di, 17. Juli 2018 - 09:02

wehret den Anfängen, leider sind wir in De über diese Phase weit hinaus. Ob die islamische
Welt diese Kritik braucht, ist mir zunächst egal, bei uns ist sie auf jeden Fall dringend notwendig, wird doch diese als friedliche Religion getarnte Herrschaftsform von den durch politisches und staatliches Nannytum jeglicher Lebenserfahrung und gesundem Menschenverstand entwöhnten neue Spezies Gutmensch als vom Grundgesetz geschützt behauptet. Dabei missbraucht die politische Linke den Islam nur als Vehikel, um unserem, dem verhassten Schweinesystem zu schaden, mit dem langfristigen Ziel, ihre eigene krude Vorstellung von einem sozialen Staat zu realisieren. Die scharfe Auseinandersetzung findet nicht einmal ansatzweise statt im Gegensatz zu deren scharfer Auseinandersetzung mit all denen, die sich erdreisten, anderer Meinung zu sein. Wir brauchen im Gegenteil mehr Hamed Abdel-Samads, Sabatina James, Basam Tibis, Seyran Ates, Necla Kelecs. Und Medien, die weitgehend neutral informieren.

ingrid Dietz | Di, 17. Juli 2018 - 22:39

ein Forum mit Bassam Tibi zu besuchen !
Was er damals alles voraus sagte, ist leider alles eingetroffen - nur noch viel schlimmer !

Nur ein Naivling bzw. ein Sozialromantiker kann glauben, dass sich die westliche Demokratie und der Islam verträgt !

Wer offenen Auges durch die BRD marschiert, sieht überall die traurige Wahrheit:
unser Leben hat sich verändert - dramatisch verändert - und zwar hauptsächlich für uns Frauen !