Artikel 5 GG
Artikel 5 des Grundgesetzes auf einem Kunstwerk im Außenhof des Jakob-Kaiser-Hauses / picture alliance / Bildagentur-online/Schoening

Der liberale Rechtsstaat in der Günther-Falle - Die Demokratie retten durch die Einschränkung der Meinungsfreiheit?

Selbsterklärte Verteidiger der Demokratie wollen offenbar die Meinungsfreiheit beschränken, um eine Ersatzrealität zu schaffen. Nichts korrumpiert so sehr wie Herrschaft, die sich nicht mehr vor einer kritischen Öffentlichkeit verantworten muss.

Portraet Ronald G. Asch

Autoreninfo

Ronald G. Asch hatte den Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Freiburg inne

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Man hat in diesen Tagen den nachhaltigen Eindruck, dass Deutschland sich politisch an einem Scheideweg befindet. Signifikante Teile der politischen Klasse – offenbar zum Teil nicht weit entfernt von einem regelrechten Nervenzusammenbruch oder am Rande der Hysterie – sind anscheinend der Meinung, dass man die Demokratie in diesem Land nur noch retten kann, indem man wesentliche Grundrechte einschränkt. Dazu gehört etwa die Pressefreiheit, aber auch das Wahlrecht. 

Denn wenn man Kandidaten, die wegen letztlich politischer Vergehen, wie es Meinungsdelikte nun einmal sind, verurteilt worden sind, das passive Wahlrecht entzieht (das wird ja zur Zeit durchaus diskutiert), ist das natürlich eine bewusste Steuerung demokratischer Prozesse. Die Möglichkeit der Bürger, Kandidaten ihrer Wahl in die Parlamente zu schicken, wird eingeschränkt. Ein Parteiverbot, noch dazu auf der Grundlage von Analysen des Verfassungsschutzes, die in wesentlichen Teilen politisch gesteuert sind, ist ebenfalls ein problematisches Mittel, namentlich wenn man bedenkt, dass die meisten demokratischen Staaten in Europa diese Option gar nicht kennen oder allenfalls gegen Parteien anwenden würden, die nicht nur offen einen gewaltsamen Umsturz anstreben, sondern auch in Akte der politischen Gewalt verwickelt sind.

Die Parole der Rettung der Demokratie ist gefährlich

Allerdings war die politische Kultur in Deutschland nach 1945 immer durch ein Geburtstrauma gekennzeichnet, das Scheitern der Weimarer Republik und die NS-Diktatur. Nie wieder sollte die Demokratie auf diese Weise scheitern, und hier war und ist die Ansicht einflussreich, dass die Republik 1932/33 auch deshalb kollabierte, weil Justiz und Behören gegenüber rechtsradikalen Umtrieben viel zu nachsichtig gewesen waren. Diesen Fehler will man jetzt nicht wiederholen. Es stimmt in der Tat, dass zwischen 1918 und 1933 politische Attentate, Umsturzversuche oder Gewaltaktionen von Parteimilizen, wenn sie aus dem rechten Milieu kamen, von der Justiz oft eher nachsichtig – wenn überhaupt – geahndet wurden. Richter und Beamte sympathisierten gar nicht so selten mit solchen Aktionen und handelten entsprechend.

Nur, stehen wir heute wirklich vor einer vergleichbaren Situation? Wohl kaum, denn hier und heute geht es in erster Linie eben doch um Meinungsäußerungen, nicht um echte Umsturzversuche oder um Straßenschlachten mit Toten. Wenn in einer solchen Situation von Vertretern des linken Spektrums, das ja durchaus Teile der CDU namentlich im Norden und Westen Deutschlands mit umfasst, die Parole ausgegeben wird, dass es jetzt nicht mehr um Details der politischen Auseinandersetzung gehe, sondern um die ultimative Rettung der Demokratie vor ihren vermeintlichen rechten Feinden, dann ist das durchaus gefährlich. Es droht dann zu einer Politik zu kommen, die der Logik folgt: Der gute Zweck heiligt die Mittel, und allem Anschein nach nähern sich Politiker wie zum Beispiel der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Günther einem solchen Denken an; das machte sein jüngster Aufritt bei Markus Lanz, wie immer man ihn im Einzelnen bewertet, doch deutlich.

Eine Politik, die nur noch die Unterscheidung zwischen Freund (die guten Demokraten) und Feind (die bösen Populisten) kennt, schafft dann schrittweise Handlungszwänge, die zu einer immer intensiveren Steuerung öffentlicher Debatten führen wird. Wie das aussieht, können wir ja in diesen Tagen selbst beobachten; ein einflussreicher Fernsehmoderator versucht zum Beispiel den Eindruck zu erwecken, Dinge, die in seiner eigenen Sendung offenkundig gesagt wurden, seien so nie gesagt worden oder hätten eine ganz andere Bedeutung als die, die jeder halbwegs unvoreingenommene Beobachter solchen Äußerungen zuschreiben würde.

Hier kommt die Haltung zum Tragen: „Nicht vor den Kindern!“ Also: Wir dürfen dem normalen Bürger die Wahrheit nicht mehr in vollem Umfang zumuten, denn er ist ihr nicht gewachsen. Konstruieren wir stattdessen eine Ersatzrealität, die zu unseren eigenen politischen Narrativen passt. Das gilt dann nicht nur für allzu ehrliche und etwas unbedachte Talkshow-Äußerungen von Politikern, sondern praktisch für alle Problembereiche, die als besonders heikel angesehen werden, von der Haftung Deutschlands für die Staatsschulden Südeuropas und Frankreichs über die unendlich teure Energiewende bis hin zu den Folgen unkontrollierter Migration. Da ist man dann allerdings von den „alternativen Fakten“, mit denen ein Demagoge wie Trump von Anfang an operiert hat, auch nicht immer sehr weit weg.

Wer Bürger nicht für mündig hält, kann die Demokratie vergessen

Es ist nun einmal so, dass jede Staatsform ihre notwendigen politischen Fiktionen kennt. In der Erbmonarchie ist dies die Annahme, dass der Zufall der Erbfolge dank Gottes Gnade immer irgendwie Herrscher oder Herrscherinnen hervorbringen werde, die ihrer Aufgabe halbwegs gewachsen und nicht durch und durch böswillig sind, in der Demokratie hingegen die Erwartung, dass man es überwiegend mit mündigen Bürgern zu tun hat, die sich selbständig ihr eigenes Urteil bilden können, selbst dann, wenn sie mit polemischer Meinungsmache oder irreführenden medialen Darstellungen konfrontiert werden. 

Sicher, empirisch lässt sich eine solche Annahme nicht unbedingt erhärten, sie erscheint als Zweckoptimismus; gibt man sie aber auf, dann kann man das mit der Demokratie eigentlich auch ganz sein lassen, dann ist das die falsche Staatsform. Von daher ist es schon bedenklich, wenn immer mehr Politiker die vermeintlich unmündigen Bürger bevormunden wollen, etwa indem durch Behörden oder NGOs den digitalen Medien bestimmte „Qualitätsstandards“ auferlegt werden sollen, hinter denen sich in der Regel die eigenen, oft sehr subjektiven Vorstellungen von dem, was als wahr und richtig zu gelten hat, verbergen, oder indem zunehmend polemisch zugespitzte Kritik an den Regierenden selektiv unter Strafandrohung gestellt wird.

Natürlich sind die Freiheitsrechte, die der liberale, demokratische Rechtsstaat seinen Bürgern gewährt, mit Risiken verbunden. Auch ein Demagoge oder ein politischer Hochstapler kann solche Rechte für sich nutzen, aber damit muss man eben leben. Wie gefährlich es umgekehrt ist, die Herrschaft aufgeklärten Technokraten oder hochmoralischen politischen Weltverbesserern zu überlassen, die vom dem Prinzip ausgehen: „Alles für das Volk, möglichst wenig durch das Volk“, zeigt die historische Erfahrung hinreichend. Nichts korrumpiert so sehr wie eine Form von Herrschaft, in der sich die Regierenden nicht mehr vor einer kritischen Öffentlichkeit verantworten müssen.

Strittige, echte Diskussionen werden unmöglich

Bedenklich an der jüngsten Entwicklung, die von Politikern wie dem Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein trotz aller Dementis eben doch wesentlich vorangetrieben wird, ist aber auch das manichäische Weltbild, das sich immer mehr durchsetzt. Für „populistische“ Protestparteien rechts und links mag die Neigung zu einem solchen Weltbild generell typisch sein – das sollte man nicht leugnen –, aber mittlerweile radikalisiert sich auch die linke Mitte. Es gibt nur noch die Guten – diejenigen, die postnational denken, für Diversität und positive Diskriminierung von Minderheiten sowie für eine multikulturelle Gesellschaft kämpfen – und die Bösen, die alle rechts stehen und diese postnationale Vision der Vielfalt mehr oder weniger stark ablehnen. Jeder Journalist oder Publizist, der den „Bösen“ zum Beispiel durch eine scharfe Kritik an der ach so wohlwollenden Obrigkeit Material liefert, gehört selbst zu den Bösen und muss radikal ausgegrenzt, wenn nicht sogar, soweit sich dafür eine Möglichkeit bietet, juristisch sanktioniert werden. 

Das ist eine fatale Position, weil sie jede echte Diskussion über strittige Themen unmöglich macht, abgesehen davon, dass Günther (und die sehr vielen, die links der Mitte so denken wie er und ihm jetzt überlaut zujubeln) hier nicht nur einen verbalen Krieg gegen Medien führt, von denen er annimmt, dass sie der AfD nahestehen, sondern dass er offenbar auch gegen „Rechtsabweichler“ in der eigenen Partei, die sein Freund-Feind-Denken nicht in vollem Umfang teilen, vorgehen will. Sie sollen eingeschüchtert, ja, zum Schweigen gebracht oder sogar aus der Union herausgedrängt werden, das muss man vermuten, denn jeder, der bestimmte Medien auch nur anschaut, ist schon ein potentieller Feind der Demokratie. Eine solche „Säuberung“ würde die Union als letzte residuale Volkspartei freilich wohl kaum überleben. Der Weg ins 15-Prozent Ghetto wäre vorgezeichnet.

Abgesehen davon offenbart sich in dieser Debatte wie in manch anderen Diskussionen ein erschreckender Umstand. Links und Rechts – und das schließt mittlerweile die linke und die rechte Mitte ein – können sich selbst in fundamentalen und relativ simplen Fragen nicht mehr auf eine leidlich kongruente Beschreibung der Realität einigen. Sie leben jeweils in ganz unterschiedlichen Welten, die sie mit unterschiedlichen Sprachen und mit Hilfe einer je eigenen politischen Grammatik und Begrifflichkeit beschreiben, eine Entwicklung, die die USA in den letzten zehn bis 15 Jahren, wie jeder sehen kann, bereits an den Rand des Bürgerkrieges gebracht haben.

Man muss wirklich wahrnehmen, was man sieht 

Beide Seiten wären gut beraten, die Worte Leos XIV. aus der jüngsten Neujahrsansprache an das diplomatische Korps zu bedenken: Der Papst wies darauf hin, dass politische Gegner, die sich nicht mehr auf ein gemeinsames Vokabular einigen können oder nur noch Kampfbegriffe verwenden, die den Bezug zur Realität verloren haben, sich am Ende in einem Dialog der Taubstummen gegenüberstehen. Ebenso treffend sind die Worte von Charles Peguy: „Man muss immer sagen, was man sieht, insbesondere aber, und das ist noch schwieriger, muss man bereit sein, das auch wirklich wahrzunehmen, was man sieht.“ Von der Befolgung dieses Prinzips haben wir uns in Deutschland leider mittlerweile schon ein gutes Stück entfernt, wenn es um politisch kontroverse Themen geht. Das zeigt die jüngste Debatte über die Äußerungen Daniel Günthers in wahrhaft erschreckender Weise.

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Maria Arenz | Di., 20. Januar 2026 - 08:07

Ich bin erst heute morgen dazugekommne, den Beitrag von Herrn Hanselle zu lesen und dachte schon, jetzt hat sie auch den Cicero erwischt. Die Sehnsucht, im warmen Schlick "unserer Demokratie" zu verblöden. Ihr Beitrag hat mich beruhigt.

Thomas Veit | Di., 20. Januar 2026 - 10:49

Antwort auf von Maria Arenz

Ich finde hier könnten, ja sogar sollten..., ab und zu ruhig auch mal 'linkslastige' Meinungen und Beiträge publiziert und diskutiert werden... - aber ohne Schaum vor dem Mund bitte...

Denn ansonsten brauchen wir uns am Ende dann nicht 'beschweren', wenn sich nur noch 'taubstumme Ideologen' gegenüber stehen (Artikel) und irgendwann 'die Schädel einschlagen'..., sinngemäß.

A. Brand | Di., 20. Januar 2026 - 08:18

Der ÖRR und die herrschende Linkspolitik haben seit Merkels Amtsantritt eine grünlinksideologisch geprägte Alternativrealität aufgebaut. Eine Fakerealität, sie existiert nur in den Köpfen ihrer Schöpfer und sie diente nie der Demokratie, sondern dem Machterhalt/-ausbau derer die sie erschufen!

Der Tod der Demokratie sind politisch oktroyierte Einschränkungen der freien Willensbekundung des Volkes. Politiker haben nur so lange echtes Interesse an der Demokratie, wie sie keine Macht haben, denn sie ist das Vehikel zur Macht. Dieses Interesse verschwindet mit der Machtübernahme!

„Umsturzversuche oder um Straßenschlachten mit Toten“, klar geht es darum, allerdings nicht von rechts, sondern von links! Und auch heute ist die Justiz demgegenüber blind, wenn auch aus anderen Gründen. Damals wollte man den Umbau der Gesellschaft durch Linksextremisten verhindern, heute will man ihn erzwingen.

Der Papst hat recht, aber er sprach eindeutig die Linken an, das geht klar aus seiner Rede hervor.

Dagmar Wehleit | Di., 20. Januar 2026 - 08:18

Vielen Dank, ein wichtiger Beitrag in dieser Zeit, da der Versuch der Zensur und Einschränkung der Meinungsfreiheit (Stichwort: Trusted Flagger, Hate Aid) immer deutlicher wird.

Hans Jürgen Wienroth | Di., 20. Januar 2026 - 08:43

Wissenschaft stellt sich IMMER selbst in Frage! Diese Maxime hat unsere Politik spätestens seit Merkel verlassen, sie ist „alternativlos“ geworden. Damit musste man sich nicht mehr mit den Argumenten Anderer befassen, sondern konnte unbeirrt seiner eigenen Ideologie folgen. Dazu passt es, die Argumente der Gegenseite in die „Nazi-Ecke“ zu stellen.

Mittlerweile haben unsere Politiker es verlernt, mit sachlichen Fakten zu überzeugen, es zählt das „Totschlagargument“. Dazu gehört der „Populist“ genauso wie der „Extremist“, der vornehmlich in der rechten Ecke zu finden ist. Wer sich mit solchen „Argumenten“ wappnet, der greift auch zu anderen Mitteln, um seine Macht vor Kritik zu schützen. Schirmt sich die „Elite“ ab?

Wie sagte Michael Zöchling bei Talk im Hangar 7 (sinngem.): „Wir haben die dümmsten Politiker“. Können die mit Argumenten überzeugen? Droht uns jetzt eine Gewaltherrschaft von links, weil wir „Rechts“ so sehr bekämpfen? Die Muster dafür wären dieselben.

Chris Groll | Di., 20. Januar 2026 - 09:15

Ihre Aussage:
"..... weil Justiz und Behörden gegenüber rechtsradikalen Umtrieben viel zu nachsichtig gewesen waren. Diesen Fehler will man jetzt nicht wiederholen."
Ist man deshalb heute viel zu nachsichtig mit
linksradikalen Umtrieben und Tätern?
Schreibt/Deutet man deshalb Aussagen von Herrn Günther um, um dessen Gedankengut zu verschleiern. Klappt ja bei einigen der Autoren hier auch.
Zitat Hannah Arendt: 
"Nur wo der gesunde Menschenverstand seinen Sinn verloren hat, kann ihm totalitäre Propaganda ungestraft ins Gesicht schlagen.“

Urban Will | Di., 20. Januar 2026 - 09:59

„Unsere Demokratie“, eine fast ausschließlich im – auch von großen Teilen der Union besetzten – linksgrünwoken Milieu verwendeter Begriff, ist doch letztendlich nur die Ulbrichtsche Form der Demokratie („Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben.“). Nichts anderes möchte Günther und all die, die ihn unterstützen. Hochgefährlich.
Dass nun auch andere Medien hier beispringen, v.a. der ÖRR, macht die Sache noch schlimmer. Und wenn Journalisten, die man eher als Aktivisten bezeichnen muss, so wie Dunya Hayali, dann noch von Politikern, die sie eigentlich genau zu kontrollieren und kritisieren hätten, mit Auszeichnungen beworfen werden, sind wir quasi in der ersten, noch sanften, Form des Totalitarismus. Denn absolut niemand aus dem nicht-linken journalistischen Milieu wurde in d letzten Jahren auch nur irgendwie ausgezeichnet.
Was NIUS u.a. in d letzten Wochen aufdeckten (siehe Causa Weimer, oder eben nun Günther), war das, was guter Journalismus machen muss!

Thomas Veit | Mi., 21. Januar 2026 - 11:48

Antwort auf von Nachrufer

Na logisch..., aus ihrer Sicht... ...!? 🤔 /Ironie

[linksgrünwoke kann nicht anders... 😉; nur das das im gebührenfinanzierten ÖRR passiert ist der mittlerweile tägliche Skandal...]

Thomas Veit | Di., 20. Januar 2026 - 10:35

"Wir dürfen dem normalen Bürger die Wahrheit nicht mehr in vollem Umfang zumuten, denn er ist ihr nicht gewachsen."

>> Das gilt mindestens bereits seit 2015 als Grundregel deutscher Politik..., und hat sich seitdem kontinuierlich verstärkt..., seit die AfD wächst und die Probleme unregulierter Massenmigration offen zu Tage liegen.

Schönes Gleichnis...

Toníček - CZ | Di., 20. Januar 2026 - 11:18

. . . für Ihre erfrischenden, wohltuenden Worte und diesen Beitrag. Nachdem ich heute morgen den Artikel von Herrn Hanselle gelesen habe, bin ich schon etwas in's Grübeln gekommen betreffs meiner Weltanschauung. Ihnen ist es vortrefflich gelungen, meine "Weltanschauung" wieder in's gerade Lot zu rücken. -
Anmerken möchte ich auch, daß ich die Artikel des Herrn Hanselle ebenso mag, das ist keine Frage, aber heute morgen bin ich beim Lesen des Artikeld betr. Herrn D. Günthers doch schon sehr verwundert gewesen.

Das ging nicht nur Ihnen so, werter Herr Tonicek, wie Sie an dem Beitrag von Frau Arenz (weiter oben) sehen. Auch mir wurde ganz anders, als ich Hanselle‘s Text las. Ohje, dachte ich, jetzt geht es auch beim Cicero los. So ganz traue ich dem Braten auch nicht wirklich, auch wenn der tolle Text von Prof. Asch ganz anders klingt, was wohltuend rüberkommt. Denn die vielen Kommentare der Foristen auf Hanselle‘s Einlassungen sprechen Bände. Ich hoffe, dass der stellv. Chefredakteur das richtig deutet.
Der Kommentar von Prof. Asch ist sehr verständlich und ohne Schaum vor‘m Mund geschrieben. Danke dafür!!!

Theodor Lanck | Di., 20. Januar 2026 - 11:47

Richtiger Ansatz, ich empfehle sowieso mehr Gelassenheit bei allen.

Allerdings: Der Rechtsstaat "gewährt" nicht Freiheitsrechte - er "garantiert" sie (oder sollte es zumindest). Der Bürger ist der Ursprung von Freiheit, ist dIe Basis der Staatlichkeit, nicht umgekehrt.

Dorothee Sehrt-Irrek | Di., 20. Januar 2026 - 14:48

Antwort auf von Theodor Lanck

insofern dürfen wir nicht in einem "Obrigkeits"staat enden, auch wenn der den Staat gegen seine erklärten Feinde verteidigen will.
Das scheint ein Paradox der Demokratie.
Die Gegenargumente sind aber wirklich eindrücklich.
Wir hatten das 3. Reich, die DDR aber nur, weil Nazi-Deutschland besiegt wurde.
Das Internet beschert uns seit Jahren die freie Meinungsäußerung in einer Form, die man durchaus als teils "ehrabschneidend" diskutieren kann.
Erschwerend kommt hinzu, dass Algorithmen eine erkennbare politische Linie "füttern".
Wie will man aus dieser Blase heraus noch andere Meinungen wahrnehmen?
Ich habe an mir erlebt, wovon ich rede.
Das werden recht schnell "andere" Realitäten.
Ich schlage Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht vor oder wir erleben verschärfte politische Auseinandersetzungen.
Jetzt eine breite Debatte.
Ich persönlich neige zu Voltaire, womit ich auch meine "eigene Sicherheit" zur Disposition stelle.
"Wort-/Alternativlose Regierungen" sollten keine Richtschnur sein.

A. Brand | Di., 20. Januar 2026 - 13:49

Dingen nicht mehr einigen

Sie können sich nicht einigen mag sein, aber die Ursache ist nicht der mangelnde Einigungswille seitens des rechtskonservativen Spektrums. Vielmehr liegt der Grund in der gravierenden Intoleranz und Ausschlußeritis der Linken, alles, was nicht zur eigenen Ideologie paßt, muß verboten/bekämpft werden, Grautöne gibt es nicht, das schreiben Sie in Ihrem Artikel Herr Asch.

Das wird in der Papstrede deutlich, so sagt er u.a.

„At the same time, a new Orwellian-style language is developing which, in an attempt to be increasingly inclusive, ends up excluding those who do not conform to the ideologies that are fueling it.”

Das richtet ausschließlich ans Linke Lager!

Und, wer sich wie Weidel & Co Jahrelang unsachlich, unbegründet und ohne Konsequenz aufs Übelste beschimpfen, beleidigen, diffamieren lassen muß, während Habeck, Faeser & Co. wegen Nichtigkeiten Gerichtsurteile erwirken, von dem kann man nicht erwarten, daß er auf die Beschimpfenden zugeht!

Sabine Lehmann | Di., 20. Januar 2026 - 14:35

Günther, der selbsternannte Wächter der "rechten" Gesinnung, ist jetzt auf Deutschlandtournee. Nicht um seine Entgleisungen zu rechtfertigen oder gar richtig zu stellen, Gott bewahre, natürlich nicht. Er holt jetzt aus zum Rundumschlag gegen Alles & Jeden der nicht seiner denkwürdigen Ansicht ist, den politischen u. moralischen Meinungskorridor in Deutschland noch enger u. dunkler zu gestalten, wie er leider ohnehin schon ist. Dazu bedient er sich in gewohnter Manier der Orwellschen Sprachmuster u. attestiert der Bild-Chefredakteurin Horn verrutschte Koordinaten.
Das ist skurril, sehr sogar. Denn noch schlimmer verrutschte Koordinaten als die von Herrn Günther muss man in der deutschen Landschaft erstmal suchen, obwohl die Plage aus der Uckermark, Vorreiterin der Orwellschen Sprachpolizei, im Hinter- und Vordergrund ja weiterhin intrigiert u. manipuliert.
So faselt der Totengräber des Grundgesetzes weiter auf offener Bühne über Verbote & Zensur. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!

Sabine Lehmann | Di., 20. Januar 2026 - 16:03

Im Kontext andauernder Bestrebungen in Deutschland, sollte die Agenda der agierenden Protagonisten ehrlicherweise besser lauten:
"Wir retten die Demokratie, indem wir sie abschaffen."

Sabine Lehmann | Di., 20. Januar 2026 - 18:04

Die Abschaffer unserer Demokratie, ihrer Errungenschaften, zu denen an erster Stelle selbstredend die Freiheit u. die der freien Rede gehört, haben bereits den nächsten Anschlag gegen unsere Meinungsfreiheit in der Mache: Nachdem ja erst vor kurzem der sogenannte Majestätsparagraph wieder ins Leben gerufen wurde und Meldestellen aus dem noch frostigen Boden sprießen, obwohl der Frühling noch nicht in Sicht ist, wird jetzt demnächst beschlossen, dass sogenannten Volksverhetzern, und das sind ja schon Deine netten Mitbürger von nebenan, die den besten Wirtschaftsminister aller Zeiten einen "professionellen Schwachkopf" nennen, demnächst das Wahlrecht entzogen wird! Und zwar in Gänze! Nicht nur bei Bundes- Landes- u. Kommunalwahlen, nein, auch das komplette passive Wahlrecht, und das ist weitreichend.
Die Existenzvernichtung Andersdenkender samt Kriminalisierung u. gezielter Verfolgung wie in den schönsten Diktaturen unseres Planeten, sie wird in Deutschland zu geltendem Recht! Unfassbar!