Özdemir
Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir nimmt beim SWR-Triell teil. /picture alliance/dpa/Bernd Weißbrod

Grüner Wahlkampf in Baden-Württemberg - Der trojanische Cem

Der grüne Spitzenkandidat in Baden-Württemberg verkündet: weniger Bürokratie, Flexibilität für die Autoindustrie und eine Migrationswende. Doch der große Zauberer Cem Özdemir versteckt dahinter ein grünes Programm, das nahezu das Gegenteil verheißt.

Volker Resing

Autoreninfo

Volker Resing leitet das Ressort Berliner Republik bei Cicero. Er ist Spezialist für Kirchenfragen und für die Unionsparteien. Von ihm erschien im Herder-Verlag „Die Kanzlermaschine – Wie die CDU funktioniert“.

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Es gibt sie immer wieder, diese Cem-Özdemir-Momente. Es ist so eine Art Weihnachtsgefühl im Frühling, alle sitzen um den Tannenbaum und haben sich lieb. Der grüne Wundermann kann sowas hervorbringen in diesem Wahlkampf in Baden-Württemberg, in der Wahlarena oder beim TV-Triell, wie einen Patronus-Zauber aus den Harry-Potter-Büchern. Plötzlich ist alles Böse weg und alle sind selig. „Wir müssen weniger die eigene Bubble bedienen, mehr verstehen, warum kommt jemand zu einer anderen Meinung“: Da spricht der Landesvater, der Özdemir gerne wäre. Nur mit Politik hat das wenig zu tun.

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Thomas Hechinger | Mo., 2. März 2026 - 11:47

Alles richtig, werter Herr Resing. Und was soll man nun machen? CDU wählen? Also eine Regierung aus CDU und Grünen, je nach Wahlausgang mit dem Ministerpräsident Hagel oder Özdemir? Letztlich ist es egal, wer von beiden auf dem Siegertreppchen steht. Die Grünen werden die von Herrn Özdemir angekündigte Politik selbst verhindern, und die CDU wird nach ein paar verbalen Zugeständnissen grünerseits dagegen nicht aufbegehren, es gar fördern.

Was also soll man als baden-württembergischer Wähler machen?

Man muß genau das machen, was Ihnen, lieber Herr Resing, nicht durch das Gehege Ihrer Zähne will. Nicht weil es die Lösung wäre, sondern weil es nicht mehr anders geht.

Walter Buehler | Mo., 2. März 2026 - 11:48

Ihm fehlt nur die grüne Lederhose, wenn er sich als gemütlicher und schwäbelnder Opa inszeniert, der gerade aus dem Ziegenstall ins Fernsehstudio gekommen ist. Diese Rolle im neuen schwäbischen Ohnsorg-Theater ist ihm auf den Leib geschrieben, das macht er einfach toll.

Die Deppenrolle im diesen TV-Wahl-Theater spielt der Herr Hagel, der es übereifrig allen und jedem Recht machen will, aber leider eben doch überall den Deppen hervorgucken lässt - offensichtlich die allerletzte Patrone im Personalangebot der CDU.

Daher vermute ich mal, dass der grüne Opa die Richtung der kommenden Regierung bestimmen wird, auch wenn die vires nigri irgendwie mehr Stimmen kriegen als die vires virides.

Frauen spielen sowieso mal wieder keine Rolle, auch nach langer grüner Herrschaft.

... "Ob vires oder viri - am besten fragt man Siri!"
Nein, im ernst: ich teile Ihre Ansichten 1:1, wobei ich über den braven Herrn Resing insofern schmunzeln muss, als es nach der "Steilvorlage" in Sachen Wahlversprechen von BK Merz nur schwerlich eine Steigerung gibt.
Aber sei´s drum: aller Voraussicht nach wird´s so oder so rum Schwarzgrün oder Grünschwarz werden, und bei all den Monitoringvorhaben sehe ich vor meinem geistigen Auge schon ganze Kohorten grünrotschwarzer "Spezialistenden" (gender!) sich in Vorfreude auf sehr gut bezahlte Sesselpupser-Pöstchen die Hände reiben.
Es ist zum K...oppheisterschießen, um´s nicht ordinär auszudrücken, und wenn ich wüsste, dass hier eine AfD-Mehrheit WIRK-lich alles zum Besseren wenden würde, könnte ich mir mittlerweile sogar mal dieses Experiment vorstellen.
Nix für ungut! :-)

Dirk Nowotsch | Mo., 2. März 2026 - 12:09

Ich lese da, zwar etwas anders Formuliert und hinter Floskeln versteckt, im wesentlichen den selben gefährlichen Plan, wie bei den Berliner Grünen! "Festlegungen", "Vorziehen", "Illegale Migration durch Bürokratie Abbau (schnelle Einbürgerung) lösen", "Ministerien per Gesetz verpflichten"... überall die selbe Masche! An alle Berlin-Basher, achtet auch ihr darauf, was ihr wählt!

Theodor Lanck | Mo., 2. März 2026 - 12:09

Die Spitzenleute sorgen für Aufmerksamkeit und Ansehen bei der ominösen "Mitte", derweil die Strategen die grüne Ideologie in Schlüsselpositionen verankern und die Basis per Empörung für das moralische Erpressungspotential sorgt. Wenn die Spitze nicht komplett unfähig ist (wie es etwa Frau Baerbock war), fallen Medien, Wirtdchaft und Bürger sogar gerne darauf hinein.

Thomas Veit | Mo., 2. März 2026 - 12:17

Sieht man sich den Wahltrend vom 27.02.2026 an wird klar 'wohin die Post fährt' in BaWü... - zuletzt +2,8% Zuwachs! für 'Die Grünen' - WER hat das bestellt..., bitte? Nach diesen drei Ampeljahren...? Nix gelernt...??

Okay - er sieht halt nett aus, der Cem, Typ: Schwiegersohn... ... 🤔 Da müssen sie dann aber auch konsequent durch, die BaWü-er:innen, die nächsten Jahre. Die CDU lässt sich mal wieder 'kastrieren' - siehe Berlin, und das war's dann... [Schröder hatte seine Wiederwahl seinerzeit auch de facto nur einem 'starken Regen' und einem daraus folgenden Gummistiefelauftritt im TV zu verdanken...; warum sollte Özdemir dann sein gepflegtes bürgerliches Schwiegersohn-Image nicht vermarkten... >> "können diese Augen lügen!?" 👍🤣]

>> Mein Verdacht: wir müssen alle erst 'in Detroit ankommen'..., bevor es bei einigen 'klick' macht...

S. Kaiser | Mo., 2. März 2026 - 12:50

Eine Einheimische meinte im Vorfeld zur Wahl, sie würde Ihre BaWü-ler kennen, und die würden einen Landesvater wählen wollen, und diese Rolle würde Özdemir nun eben besser verkörpern als Hagel.
Es zeigt sich immer wieder das gleiche Muster. Was den einen die „Mutti“, ist den anderen der „Vati“. Wer nach 15 Jahren Kretschmann und nach 3 Jahren Ampel immer noch grüne Politik wählt, der will es entweder so, oder es ist ihm nicht mehr zu helfen.
Sorry, aber manchmal versteht man geradezu, warum Politiker die Wähler nicht für voll nehmen.

Christa Wallau | Mo., 2. März 2026 - 13:46

Antwort auf von S. Kaiser

Politische Unmündigkeit bzw. allgemeine Unterbelichtung (Leichtgläubigkeit) vieler Wähler sind der eigentliche Grund für die desaströsen Leistungen der allermeisten Politiker!
Diese können es sich schlicht erlauben, fast alles falsch zu machen, wenn es ihnen nur gelingt, dabei "bella figura" zu machen und blumige, zu Herzen gehende Reden zu halten.
"Sympathisch" und "unsympathisch" dürften gar keine Kriterien sein, nach denen Politiker beurteilt werden, und doch spielen sie für sehr viele Menschen die entscheidende Rolle beim Kreuzchen-Setzen auf dem Wahlzettel.
Demokratie ist eine Staatsform für hoch gebildete, geistig wache Völker auf relativ kleinem Staatsgebiet. Andere fahren oft besser mit vernünftigen Autokraten, falls diese nicht z u lange an der Macht bleiben dürfen.
An Deutschland kann man erkennen, daß auch eine Demokratie in Zeiten ohne
Krieg so richtig an die Wand gefahren werden kann, wenn sich nur radikale Ideologen (Grün-Linke!) des Zeitgeistes bemächtigt haben.

Aber nur, wenn sie auch wirklich 'vernünftig' sind..., und außerdem noch 'nicht zu lange bleiben'... - 🤔🤔🤔

Meine Lebensabschnittspartnerin vertritt auch diesen sagen wir mal 'freien Ansatz' - ein praktisches Musterbeispiel konnte sie bislang allerdings nicht nennen..., außer dieses Land irgendwo im Himalaya, glaube ich, wo die 'Volksglücklichkeit' wohl Staatsreligion ist..., oder so ähnlich. Das gefällt ihr..., sagt sie zumindest. 🤔😉

"Demokratie ist eine Staatsform für hoch gebildete, geistig wache Völker auf relativ kleinem Staatsgebiet.“
M.E. kommt es nur auf die „geistige Wachheit“ an.
Ein kleineres Staatsgebiet mit höherem Bildungsniveau wäre nach Ihrer Analyse zB die Schweiz.
Viel entscheidender ist mE aber die Verfasstheit und Mentalität der Bevölkerung.
Der Schweizer sieht sich als Citoyen, als Bürger, der mündig mitentscheidet (s. Beiträge hier von Frank A. Meyer). Der Deutsche denkt aber in hierarchischen Kategorien, in Obrigkeit und Untertan, und gibt bereitwillig Verantwortung nach oben ab. Rühmen sich die Grünen nicht damit, htps von Akademikern gewählt zu werden? An der „Bildung“ sollte es also nicht unbedingt liegen.
Und was ist mit den USA? Ein riesiges Staatsgebiet mit großen Bildungsabständen, aber mit einem freiheitlichen Geist („land of the free“), das seit 250J. in einer stabilen Demokratie besteht, während Deutschland diese keine 100J. hinbekommen hat.
Es liegt leider komplett an uns selbst.

Rainer Mrochen | Mo., 2. März 2026 - 13:50

...und Regierungs-"Arbeit" konkret leistet, kann jeder am aktuellen Kanzler studieren. Nun sind die Grünen in BW nicht in der Opposition aber doch immerhin nicht in einer so eindeutigen Umfrageposition, als das das T-Pferd als zukünftiger MP als gesetzt gelten dürfte. Dennoch scheint er sich in der Rolle des zum Parteiprogramm Oppositionellen zu verstehen und entsprechend zu verkaufen. Wer darauf reinfällt hat selber schuld. In BW scheint es immer noch zu viele Sonnenstunden zu geben, die wie ein Schleier über klarer Wahrnehmung liegen.

IngoFrank | Mo., 2. März 2026 - 13:55

Und im Inneren Sozialisten ….. Cem Ö. Ist dabei keine Außnahme.
Wenn die Baden Württenberger das grüne Elend weiter wählen wollen, dann bitte schön …… Die Union wird nicht profitieren genau so wenig wie im Bund unter der Ampel. Das stellt sich die 1 Million Frage: wer profitier dann ? Ich würde sagen genau die die im Osten an der 40% Marke knuppern …… Schließlich hat der Westteil im Land diesbezüglich noch unerfüllten Nachholbedarf 😅😅😅
Mit Besten Grüßen a d Erfurter Republik

Thorwald Franke | Mo., 2. März 2026 - 15:51

Ich kann aus erster Hand berichten, dass baden-württembergische Grünen-Wähler schon länger darüber fluchen, dass sie Grüne wählen müssen, um den Ministerpräsident zu bekommen, den sie gerne hätten. Mitleid habe ich mit diesen Wählern allerdings keines. Wer glaubt, er bekäme was Gutes, wenn er Grüne wählt, ohne Grüne wählen zu wollen, dem gehört es nicht besser.

Im Übrigen ...... auch die WerteUnion steht auf dem Wahlzettel. Niemand kann einen daran hindern, sein Kreuz dort zu machen. Die CDU nicht. Die Grünen nicht. Und auch die AfD nicht. Nicht einmal die 5%-Hürde kann einen daran hindern. Denn wer in diesen Zeiten noch an das kleinere Übel glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen.

Macht das, was Ihr wirklich für richtig haltet! Hört auf mit dem dämlichen Um-die-Ecke-Denken!

Chris Groll | Mo., 2. März 2026 - 19:11

Warum haben Sie Kommentarfunktion beim Artikel
"Gefährliche Liebschaft"
geschlossen und zwar mit der Begründung "Älterer Artikel".
Lt. Ihren Angaben ist der Artikel von heute.
Es gäbe zu diesem guten Artikel sehr viel zu sagen.
Ich hoffe, daß die Kommentarfunktion wieder geöffnet wird.

Aber wie die Überschrift schon sagt: Es ist gefährlich..., ganz links aussen... ...

Vielleicht gab es eine Kommentar- oder sogar Bombendrohung an den Cicero..., von linksaussen radikalisierten Omas o.ä. ....?? Oder die Drohung den Cicero ebenso links-zu-unterwandern...!? 🤔

Die rechte..., äähhh sorry! (alte Gewohnheit), DIE LINKE GEFAHR ist nicht zu unterschätzen...!!☝

>> insgesamt 'schwach' vom Cicero - so-oder-so...

Wo ist eigentlich der Aufschrei (Demo?) der liberalen staatsfinanzierten ZIVIELGESELLSCHAFT gegen diese schleichende Inbesitzname unseres Landes...!?? [die Linksgrünwoken Ideologinnen mit ihren islamistischen Brüdern im Geiste müssen mMn dringend!! intensiver beobachtet werden vom BfV, jetzt wo wesentliche Kapazitäten erst einmal wieder frei sind... ... 🤔😉]

"„Viele Medien meiden das Thema“, sagt der Islamismusexperte und Psychologe Ahmad Mansour. Das ideologische Umfeld der Muslimbrüder sei finanzstark und dafür bekannt, juristisch konsequent gegen Berichterstattung vorzugehen – eine Erfahrung, die in Redaktionen Vorsicht erzeugt."

... ... 🤔

Alefanz | Di., 3. März 2026 - 14:02

Es gibt zwei Parteien: Die vor der Brandmauer und die hinter der Brandmauer. Was die hinter der Brandmauer können, wissen wir erst, wenn sie an der Regierung beteiligt sind. Wir wissen aber jetzt schon, dass es die vor der Brandmauer nicht können wollen.

Wolf | Di., 3. März 2026 - 20:17

Özdemir macht es eben wie Merz.
Versprechen, Täuschen, Vernebeln...Grün ist vorbei!
Nach der Wahl lässt man die grüne Katze aus dem Sack.
Der Wähler findet das offenbar gut.
Und wählt eben Özdemir.
Özdemir wird die Wahl gewinnen. Meine Prognose.
Und danach wird er die CDU vor sich her treiben.